Ein Israel der Frauen

In meinem Artikel „Schlag sie!“ habe ich Emanzipation wie folgt definiert:

„Emanzipation bedeutet nicht, das Bild zu verbessern, das ein Subjekt vom Objekt hat. Emanzipation findet dort statt, wo ein angebliches Objekt sich selbst zum Subjekt macht!

Frauenemanzipation findet nicht dort statt, wo der Mann verändert wird, sein Bild von der Frau zu ändern, sondern dort, wo Frauen nicht mehr daran gehindert werden, sich effektiv zu wehren! Zur Not auch mit äußerster Gewalt!“

Der Grund für meinen Artikel war ein Video des Journalisten Luca Lavarone, der Jungs im Alter zwischen 6 und 11 Jahren dazu aufgefordert hatte, ein Mädchen zu schlagen. Er wollte herauszufinden, wie sie reagieren.

Zunächst werden die Jungs gebeten, das Mädchen zu streicheln. Sie tun es. Das Mädchen wird nicht gefragt, ob sie angefasst werden möchte. Die Jungs übergehen wie selbstverständlich den Willen des Mädchens und brechen ihre körperliche Integrität. Eigentlich hätte das Mädchen vorher einwilligen müssen. Die Einwilligung wird jedoch nicht eingeholt. Das Mädchen hätte alles Recht gehabt zu sagen: „Fass mich nicht ungefragt an!“

Das Mädchen spricht jedoch nicht. Sie wird als pures Objekt behandelt. Die Jungs sprechen dafür umso mehr, unter anderem über die körperlichen Eigenschaften des Mädchens. Als die Jungs aufgefordert, das Mädchen zu schlagen, weigern sie sich mit diesen Worten: „Mädchen schlägt man nicht!“

Hier ist das eigentlich Problem. Die Jungs nehmen das Mädchen nicht ernst! Sie haben schlicht keinen Respekt und keine Furcht vor dem Mädchen, eben weil sie ein Mädchen ist!

Es gibt jedoch nur einen Grund, eine Frau nicht zu schlagen: Weil die Frau kein Objekt ist! Oder, um es in Kinderworten zu sagen: Weil sie zurück schlagen würde! Weil sie dermaßen zurück schlagen würde, dass dem Mann Hören und Sehen vergehen würde. Meine Frau kommentierte meinen Artikel mit diesen Worten:

„Das Hauptproblem des Videos ist die Sichtweise – vorausgesetzt wird, dass die Frau immer schon potentielles Opfer ist, der Mann entscheidet sich bloß netterweise dagegen, ihren Opferstatus durch einen körperlichen Angriff zu affirmieren. Hier ist ein Umdenken erforderlich, das im Selbstverständnis der Frau (!) beginnen muss – ich als Frau bin KEIN potentielles Opfer, wenn ich körperlich angegriffen werde, verteidige ich mich UND ich greife unmittelbar selbst an, werde augenblicklich zur Täterin, antworte auf Gewalt mit massiver Gegengewalt. DAS ist der einzig wahre Grund, eine Frau nicht zu schlagen.“

Das Menschenrecht der Frauen hängt nicht vom Wohlwollen der Männer ab. Es entspringt ausschließlich dem vernünftigen Recht der Selbstbestimmung, das jeder Frau inne wohnt!

Nachdem ich meinen Artikel veröffentlicht hatte, überschlugen sich die Kommentare:

„Was ist falsch daran? In der Regel sind Mädchen körperlich schwächer als Jungen. Sollte der befragte Junge es vorziehen, risikolos ein Mädchen zu bekloppen?“

„Feminismus ist manchmal eine Geisteskrankheit die Kindesmisshandlung gegenüber Jungen produziert. Den auslösenden Mechanismus sehen wir hier. Jungen dürfen in diesem Weltbild keine Jungen sein. Alles wird gegen sie verwendet. Jungen werden von Feministen nur als potentielle Machos und Gewalttäter gesehen und werden in Sippenhaft genommen für prügelnde Primitive. Sie werden einzig und allein an ihrem Verhältnis zum „Machotum“ gemessen und nahezu jede Reaktion als negativ bewertet, einfach weil sie von der persönlichen Meinung des Feministen abweicht.
Das ist menschenverachtend, in höchstem Maß.“

„Der Feminismus versucht einen Keil zwischen Männer und Frauen zu treiben und Feindbilder zu schaffen und zu pflegen.“

„Es gibt nicht DEN Feminismus. Nur viele verschiedene Feminismen. Vielleicht sollte Gerd Buurmann konkret angeben, WELCHEN Feminismus er meint.“

Das mache ich doch gerne! Ich definiere mal meinen Feminismus:

Mein Feminismus ist ein Zionismus!

Nach Jahrhunderten der Unterdrückung erkannten Juden, dass es nicht hilfreich ist, lediglich darauf zu bauen, dass die Umgebung ein gutes Bild von Juden hat. Juden mussten wehrhaft werden.

Im Jahr 1871 wurden alle Juden gleichberechtigte Bürger des Deutschen Reichs. Die Nazis nahmen den Juden ihre Rechte jedoch wieder weg und vernichteten sie. Es gab keine Macht, die die Nazis daran hinderte. Israel existierte damals nicht.

Hätte es Israel schon im Zweiten Weltkrieg gegeben, Auschwitz wäre vermutlich nicht möglich gewesen. Israel kämpft nämlich für Juden! Dieses Versprechen wurde am 4. September 2003 betont, als israelische Kampfflugzeuge über Auschwitz flogen.

Es gibt nicht wenige Menschen, die heute sagen, der Zionismus treibe einen Keil zwischen die Völker. Sie sagen, der Zionismus sei eine Geisteskrankheit, die Misshandlungen gegen Palästinenser produziere. Zionisten sähen nur potentielle Terroristen und Gewalttäter und nähmen daher alle Palästinenser in Sippenhaft. Der Zionismus wird von diesen Leuten so beschimpft, wie der Feminismus unter meinem Artikel beschimpft wird.

Eine Kommentator behauptet, Frauen seien schwächer als Männer. Das stimmt nicht. Frauen sind nicht schwächer. Sie sind lediglich schlechter organisiert!

Als 1948 alle Nachbarländer Israels einen Vernichtungskrieg gegen den kleinen jüdischen Staat begannen, war die Bevölkerung Israels seinen Feinden in der Masse körperlich eindeutig unterlegen. Dennoch gewann Israel den Krieg!

Es gibt weltweit deutlich mehr Muslime als Juden. Wenn nur 1,5 Prozent aller Muslime weltweit erklären, Juden zu hassen, und es sind in Wirklichkeit deutlich mehr, wie alle Studien belegen, dann sind selbst diese 1,5 Prozent Muslime mehr als alle Juden zusammen! Körperliche Schwäche ist kein Argument, sich dem Gegner zu ergeben!

In Europa waren Juden immer eine radikale Minderheit. Natürlich, ist es schön und erstrebenswert, in einer Umgebung zu leben, in der man nicht gehasst wird und man sollte alles versuchen, auf das Bild der Anderen einzuwirken, aber es gibt nur ein Mittel, um sich der konkret werdenden Gewalt zu erwehren: mehr Gewalt!

Israel macht sich oft nicht beliebt mit dem Zionismus, aber wenn Juden wählen müssen, ob sie lieber beliebt und tot sind oder doch lieber ungeliebt und lebendig, wird sich die Mehrheit der Juden mit Sicherheit für lebendig entscheiden.

Viele Frauen machen sich mit dem Feminismus nicht beliebt, aber wenn eine Frau wählen muss, ob sie lieber ein beliebtes Objekt oder ein ungeliebtes Subjekt sein möchte, wird sich jede Emanze dafür entscheiden, ein Subjekt zu sein. Nichts geht über die Freiheit, nicht mal die Liebe zu einem Mann!

Feminismus ist ein Israel der Frauen. Eine Lebensversicherung von Frauen für Frauen!

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