Eine kleine Frage an die Beschwichtiger

In Kopenhagen und Paris wurden Künstler ermordet, weil sie Mohammed gezeichnet und Witze gemacht hatten und Juden wurden ermordet, weil sie Juden waren.

Nach den Anschlägen wurde oft gefragt, ob es nicht besser wäre, mit den Provokationen aufzuhören.

Manche hörten mit den Provokationen auf. Einige Zeitungen druckten die Mohammed-Karikaturen nicht nach. Manche deutsche Karnevalszüge entschieden sich dazu, entgegen ihrer langen Tradition, keine Witze über den Islam zu machen. Einige Umzüge wurde zensiert. Der Umzug in Braunschweig wurde sogar ganz abgesagt. Eine Frage, habe ich an diese Leute:

Wenn Ihr schon mit so gutem Beispiel voran geht und mit den Provokationen des Zeichnens und Witze machen aufhört, sollen Juden dann auch ihre Provokation unterlassen und damit aufhören, Juden zu sein?

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31 Antworten zu Eine kleine Frage an die Beschwichtiger

  1. Der Dude schreibt:

    Ich finde es sehr spannend, wie ganz Europa, ja die ganze westliche Welt den höchsten Wert der Freiheit darin erkennt, sich über eine Religion so geschmacklos wie möglich „lustig“ zu machen. Das wird wochenlang zelebriert und wir fühlen uns alle ganz toll frei mit unserer Kunst. Dabei vergessen wir völlig, dass es seit langer Zeit, länger, als die meisten von uns leben, strengstens verboten ist, sich über eine andere, ähnliche Religion „lustig“ zu machen.
    Entweder haben wir alle eine sehr verquere Vorstellung von Begriffen wie Freiheit, Gleichberechtigung und vor allem dem, was lustig ist, oder es ist uns schlich egal. Plötzlich ist wieder alles Kindergarten, und wir lachen das dicke Kind aus, das gezwungen wurde, die Regenwürmer zu essen. Nicht, weil es lustig wäre, sondern weil wir nicht an seiner Stelle enden wollen. Wir sind Mitläufer, nicht mehr. Aber so langsam wird es Zeit einzusehen, dass dieses bekackte französische Käseblatt nur einen Wert hat: Es zeigt uns unsere eigene Dummheit, Kleinheit und Unreife. Wir halten Beleidigungen für Kunst, weil das andere Kind zuerst gehauen hat.
    Wir sollten erwachsen werden. Wir sollten für unser Unreifes Verhalten um Verzeihung bitten. Und anstatt dann alles zu verbieten, sollten wir einsehen, dass Freiheit nur dann einen Wert hat, wenn sie sich selbst Grenzen setzt, die durch Empathie und Vernunft bestimmt werden. Denn zu gewinnen gibt es in diesem Konflikt sonst nichts.

    • max schreibt:

      Wenn ich eines nicht mag sind das dämliche Strohmänner. Ob Karikaturen Kunst sind oder nicht war jetzt genau gar nie die Frage. Die Frage ist, ob wir unsere Meinungsfreiheit wegen irgenwelchen Dauerbeleidigten einschränken sollten oder nicht. Denn da stellt sich doch die Frage: Welchen Killer hättens denn gern als Zensor? Wir wollen ja niemanden provozieren.

      Freiheit hat nur einen Wert, wenn sie sich selber Grenzen setzt. Auch wieder so ein Glückskeksspruch. Die Freiheit setzt sich niemals selber Grenzen, das übernehmen andere. Und diese Grenzen werden immer enger, je mehr Feiglinge es gibt.

  2. Kanalratte schreibt:

    Juden sind nicht mehr sicher in Europa.

    • Hessenhenker schreibt:

      Der Beweis: Angela Merkel fordert Juden zum Bleiben auf.
      Nachdem der Euro so stark wie die D-Mark sein sollte,
      die Renten „sicher“ sein sollten,
      sind jetzt auch Juden sicher.

      Wäre ich Jude, würde ich aber jetzt nach Merkels Aufforderung zu Bleiben sofort gehen.
      Bevor die Grenzen wieder dicht gemacht werden!
      Renate Künast machte da ja schon so Andeutungen.

      • mike hammer schreibt:

        flucht ist kein zuckerschlecken, auch nicht die flucht nach israel.

        • Hessenhenker schreibt:

          Da in Europa NIEMAND mehr sicher ist,
          ist es ein Vorteil, ein Land zu haben das einen nicht abweist.
          Das haben Juden heute mit Israel.
          Die andern haben diesmal Pech gehabt, wenn das Experiment mit der EU schiefgeht.

        • Bachatero schreibt:

          Ein Land, das niemanden abweist, auch Juden nicht, ist die Dominikanische Republik. Das galt unter Diktator Trujillo ebenso wie heute. Wir, d.h. die Ausländer, leben hier unter nahezu paradiesischen Bedingungen, die ich bei meinen vielen Reisen nirgendwo so angetroffen habe. Speziell für Juden: Es gibt noch etliche Nachkommen der „Trujillo Juden“, eine Synagoge in Santo Domingo und sogar eine „Filiale“ der Chabader, außerdem eine Botschaft Israels‘ mit exzellenten Beziehungen zu „those who matter“. Ein paar Tausend Juden her und das Land wird #1 in the whole fucking world. Hier ein Link, der etwas zut Geschichte dieser DomRep Juden sagt. Die Initiatorin, Sylvia Schwarz, ist eine gute Freundin von mir.
          http://www.sosuamuseum.org/

  3. Sempronius Densus Bielski schreibt:

    Die von uns demokratisch legitimierten Volksvertreter wissen ganz genau, dass der Terror gegen die Juden in Europa aufhört, wenn alle Juden Europa verlassen haben. Die Nichtjuden brauchen nur weniger provokant sein und schon ist wieder Frieden, so wie damals.

  4. Silke Stoecklein schreibt:

    Ja Manuela. Der IS hat ja mehrmals die Juden dazu aufgerufen zum Islam ueberzutreten. Allerdings weigere ich mich da auch. Auch Saudi- Arabien immer wieder darauf hingewiesen das Juden dort frei und sicher leben können. Die einzigen die dann noch ein Problem hätten mit dem Islam und den Moslems waeren die Deutschen und korrupte Beamte und Politiker. Na ja und wir als Frauen natürlich. Aber wenn man juedisches Leben hier nicht schützen will???

  5. Couponschneider schreibt:

    Ich bin für den Zuwanderungsstopp aus den arabischen Ländern. Lieber sollen 9 Unschuldige draußen bleiben als dass ein Terrorist reinkommt. Nach den Anschlägen von Paris ist den Trompetern in den Medien nichts besseres eingefallen als vor Islamophobie zu warnen, weil die Täter Moslems waren. Die meisten Opfer waren aber jüdisch. Was für eine Unverschämtheit, nicht vor Antisemitismus zu warnen, sondern vor Islamophobie. Das ist, als hätte man nach der Reichspogromnacht vor aufflammender Germanophobie gewarnt: Man dürfe nicht alle Deutschen über einen Kamm scheren.

    Auch die Warnung vor Vorurteilen gegenüber dem Islam kann ich nicht mehr hören. Ich habe mir mein Urteil gebildet und lasse mir nicht vorwerfen, meine Aussagen wären Vorurteile.

    Komischerweise warnt niemand beim Vorgehen der israelischen Streitkräfte vor Antisemitismus. Damit geben die „Israelkritiker“ indirekt zu, dass es gar nicht so schlimm ist, was die Israelis treiben. Gleichzeitig wertet man aber Anschläge auf hiesige Synagogen wegen der israelischen Politik nicht als Antisemitismus.

    Die Bildungspolitik der letzten Jahrzehnte hat in Sachen Aufklärung und Antisemitismus nichts gebracht. Ich bin erbost. Natürlich geht einem die zigste Dokumentation über den GröFaZ auf den Keks (Ich hatte auch einen Lehrer, der ein bisschen übertrieb.), aber das kann doch keine Rechtfertigung für neuen Antisemitismus sein. Die Linken mit ihrer einstudieren Friedensrhetorik sind grandios gescheitert.

  6. mike hammer schreibt:

    ISIS führte bei parade 17 kurdische gefangene in käfigen vor,
    sie mit der verbrennung , nach art des jordanischen piloten,
    bedrohend.

    • Dante schreibt:

      Daraus kann man nur den Schluss ziehen, dass man sich diesen Monstern grundsätzlich nicht ergibt, weil im Falle einer nicht mehr zu umgehenden Tötung oder Gefangennahme durch IS das eigene Leben eh‘ vorbei ist und sich nicht zu ergeben bedeutet, dass man sein Leben im Zweifel auf weniger grausame Weise und mit etwas Glück auch nicht „zum Nulltarif“ lässt.

  7. mike hammer schreibt:

    mitlerweile in lybien, das wir befreiht haben und worüber Hodentöter berichtete.

    moslems opfern 21 kopten allah durch kopfabschneiden.

  8. Dante schreibt:

    Die wollen halt „Frieden in unserer Zeit“. 😈

  9. schum74 schreibt:

    Sie fragen mit dem nötigen Sarkasmus, ob Juden die Provokation sein lassen sollten, Juden zu sein. Aber soll ich Ihnen was sagen? Eine ähnliche Frage hab‘ ich mir vor paar Tagen gestellt. Im Ernst.
    In Frankreich werden die Soldaten, die seit den Attentaten auf das HyperCacher-Geschäft die 722 jüdischen Schulen und Synagogen Tag und Nacht bewachen, immer wieder angegriffen: mit Messer, mit Laser, mit Gewehrkolben, mit Auto. Ein Soldat in Nizza ist im Gesicht so schwer verletzt worden, dass er „défiguré à vie“ ist, fürs Leben entstellt.
    Es ist idiotisch, aber ich fühle mich unbehaglich, gewissermaßen schuld an seinem Zustand. Wären wir nicht, wäre das nicht passiert, nicht? Ich sage mir natürlich, dass man nichts dafür kann, dass man existiert, aber ein Unbehagen bleibt. Irrational.
    Lassen Sie jetzt den Mann vorher antisemitisch gewesen sein, er oder seine Umgebung. Was glauben Sie, wie sich diese und die anderen Verletzungen „unschuldiger Franzosen“ an uns rächen werden?
    Ja. Und das Militär will jetzt die stationäre Bewachung der Objekte aufgeben: « trop dangereuse pour les soldats » ‒ zu gefährlich für die Soldaten. Jetzt will man unregelmäßig patrouillieren. Auch hat der Verteidigungsminister das Land wissen lassen, dass die Beschützung der Juden „täglich etwa 1 Million“ kostet. Teuer, die Juden.

    Alain Léger : « Trop dangereuse pour les soldats », les militaires mettent fin à la protection statique des écoles juives et des synagogues, Dreuz, 13.02.2015
    http://www.dreuz.info/2015/02/trop-dangereuse-pour-les-soldats-les-militaires-mettent-fin-a-la-protection-des-ecoles-juives-et-synagogues/

  10. Chaya schreibt:

    Die Provokation der Juden ist ja nicht ihr Judentum, sondern ihre schiere Existenz….Also wird es das Beste fuer alle sein, wenn die Juden aufhoeren, zu sein.
    Und fuer uns Juden heisst es – ab nach Palaestina.

    So einfach ist es 😉

  11. Hessenhenker schreibt:

    Warum sollen Juden denn nicht aufhören zu sein, was sie sind?
    Mich hat ja auch mal ein konstruktiv denkender Deutscher gefragt, ob meine asiatische Verlobte nicht einfach mit einem Übertritt zum Christentum als kleine Vorleistung ein Besuchsvisum ein klein wenig wahrscheinlicher machen könne,
    damit ich nicht immer so viel gegen das Auswärtige Amt schimpfe.

    • Hessenhenker schreibt:

      Und weil wir beide bleiben was wir sind, sind wir eben „selber schuld“.

    • Couponschneider schreibt:

      Bleiben Sie uns mit Ihrer asiatischen Verlobten fern. Ich kann es nicht mehr hören. Wenn Sie Probleme haben, dann haben Sie wahrscheinlich das Formular falsch ausgefüllt oder Ihre „Verlobte“ ist noch minderjährig.

      Herr Buurmann hat ja wiederholt vor Trollen gewarnt. Ich glaube, er meint Sie.

      • Hessenhenker schreibt:

        Mein einziges Problem ist finanziell, seit mir eine Antisemitin aus Versehen am Hitlergeburtstag mein Haus statt das Haus des von ihr eigentlich gemeinten Haßobjekts angezündet hat.
        Danach steckte ich in der doppelten Brandfalle:
        während ich immer mal wieder von immer noch wahlberechtigten „netten alten doitschen Damen“ mißtrauisch gefragt wurde „Biste etwa DOCH eh‘ Judd?“,
        sagte mir der sparsame Zahlungsabwimmler der AXA-Versicherung schamlos ins Gesicht „Wenn Sie kein Jude sind, dann gilt’s nicht“.
        Lange Zeit war ich sprachlos deswegen, heute macht es mir gar nichts mehr aus wenn ich damit nerve.

Seid gut zueinander!

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