Der zweite Holocaust

Im Jahr 1941 wurden in Berlin zwei Holocausts besprochen und geplant. Es war der Tag, an dem sich Adolf Hitler und der Großmufti von Jerusalem, Hadsch Muhammad Amin al-Husseini, trafen. Heute kennen alle den ersten Holocaust. Der zweite Holocaust ist jedoch kaum bekannt. Warum eigentlich?

Der Großmufti von Jerusalem und der Führer von Nazideutschland trafen sich im Jahr 1941 in Berlin. Dort wurde al-Husseini prächtig untergebracht und er erhielt für seine persönlichen Bedürfnisse und für seine politische Arbeit eine hohe Geldsumme. Die Geldmittel wurden durch den Verkauf des Goldes erbracht, das man Juden abgenommen hatte. Al-Husseini folgte dem Muster und verlangte ein Büro in einer enteigneten jüdischen Wohnung. Sein Mitarbeiterstab wurde in einem halben Dutzend weiterer Häuser untergebracht, die die Nazis für sie bereitstellten. Zusätzlich stellte man al-Husseini eine Suite im Berliner Luxushotel Adlon und für die Ferien schöne Appartements im Hotel Zittau und im Schloss Oybin in Sachsen zur Verfügung. Derart gut untergebracht wurde verhandelt. Es ging um die “Endlösung der Judenfrage”.

Al-Husseini wollte das Land, über das er später zu herrschen plante, “judenrein” haben. Weil auch die Naziregierung das wollte, diskutierten der Mufti und der Führer die Möglichkeit zur systematischen, industriellen Ermordung aller Juden. Nach dem Treffen fand die Konferenz am Wannsee statt, dessen Ziel die Planung der Vernichtung aller Juden in Europa war. Al-Husseini soll einer der ersten Nichtdeutschen gewesen sein, der von dieser Planung erfuhr. Adolf Eichmann informierte al-Husseini im Kartenraum des Berliner SS-Hauptquartiers, indem er dort seine Unterlagen für die Wannseekonferenz benutzte. Eichmanns Adjutant sagte aus, dass der Großmufti sehr beeindruckt und so eingenommen von diesem Bauplan zur Judenvenichtung gewesen sei, dass er Eichmann bat, ihm einen Experten als persönlichen Assistenten nach Jerusalem zu schicken, um dort Todeslager und Gaskammern zu bauen, so bald Deutschland den Krieg gewonnen habe und er selbst an der Macht sei.

Der Holocaust, der von Deutschen ausgeführt wurde, ist heute allgemein bekannt. Kaum jemand verleugnet oder verharmlost ihn. Der Holocaust jedoch, den die Arabern planen, wird von der Weltöffentlichkeit verharmlost, ignoriert und geleugnet.

Unter den Nazis schaute die Weltöffentlichkeit weg, als Juden in Europa verfolgt und ermordert wurden. Erst als der Rest der Welt selbst Opfer Deutschlands wurde, schritt die Weltöffentlichkeit ein! Heute schaut die Welt wieder weg, wenn es gegen Juden geht. Die ganze Welt? Nein! Ein kleines Land schaut nicht weg! Es ist ein kleines Land, nicht größer als Hessen. Es gab das Land noch nicht, als die Nazis in Deutschland Juden mordeten. Heute gibt es dieses Land jedoch. Das kleine Land sorgt dafür, dass der zweite Holocaust nicht realistert wird. Das Land heißt Israel!

Als im Rahmen des Plans zum zweiten Holocaust 850.000 Juden aus der arabischen Welt vertrieben wurden, nahm Israel die Juden auf! Als in diesem Rahmen Juden in Entebbe selektiert wurden, befreite Israel die Juden. Jedes Mal, wenn Israel mit Raketen angegriffen wird, die in der Absicht abgefeuert werden, soviele Juden wie möglich zu töten, fängt Israel diese Raketen ab. Zu manchen Zeiten fliegen diese Raketen wochenlang mehrmals am Tag! Wenn Juden entführt werden, nutzt Israel all sein Wissen zur Befreiung der Menschen. Am Israel Chai! Darum ist der zweite Holocaust nicht so bekannt wie der erste: Er konnte verhindert werden!

Es ist nicht die Welt, die den zweiten Holocaust verhindert hat, im Gegenteil! Ginge es nach der Mehrheit der Länder der Welt, wäre der zweite Holocaust wie der erste! Die Vereinten Nationen tun alles, um die Verteidigung Israels zu diskreditieren und zu torpedieren. Mittlerweile haben die Vereinten Nationen mehr Resolutionen gegen Israel hervorgebracht als gegen alle anderen Länder der Welt zusammen. Der Welt stinkt es eben, dass Juden sich verteidigen! Was fällt den Juden eigentlich ein?

Bis in zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts galten alle Menschen, die in Palästina lebten, als Palästinenser. Dazu gehörten auch Juden. Viele Juden wurden selbstverständlich Palästinenser genannt, denn Palästina ist lediglich eine Gebietsbeschreibung wie Rheinland und alle Menschen, die dort leben, sind eben Rheinländer oder Palästinenser, auch Juden! Die Nazis beschlossen, dass Juden keine Deutsche sein konnten und die Führer der arabischen Welt beschlossen, dass Juden keine Palästinenser sein können. Seitdem soll Palästina „judenrein“ sein, so wie es einst für Deutschland geplant war. Das ist der Grund, der einzige Grund, warum heute die Rede von „illegalen jüdischen Siedler“ ist. Ihr Jüdischsein macht sie illegal!

Und was machen die Vereinten Nationen und eine erschreckende Mehrheit der Menschheit? Sie nehmen diese Sprachregelung auf, reden ebenfalls von „illegalen jüdischen Siedlern“ und behaupten, der Konflikt sei eine Auseinandersetzung um Land. Das haben die Nazis auch behauptet. Die Behauptung ist heute jedoch so unwahr wie damals. Es geht nicht um Land! Die arabischen Führer sagen es selbst!

„Überließen uns die Juden Palästina, würden wir dann beginnen, sie zu lieben? Natürlich nicht! Wir werden sie niemals lieben. Absolut nicht! (…) Dein Glaube bezüglich der Juden soll sein, erstens, dass sie Ungläubige sind und zweitens, dass sie Feinde sind! Und sie sind nicht nur Feinde, weil sie Palästina besetzt halten. Sie wären auch unsere Feinde, wenn sie niemals irgendetwas besetzt hätten!“

„Wir werden die Juden als Feinde betrachten, selbst wenn sie uns Palästina zurück geben. Weil sie Ungläubige sind!“

„Unser Hass auf die Juden ist in unserem Glauben begründet! Der Koran sagt uns, sie zu hassen, nicht sie zu lieben.“

Der stellvertretende Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, sagt sogar:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Das ist reiner Judenhass! Im Jahr 1941 wurden zwei Holocausts geplant. Der erste Holocaust ist berüchtigt, weil die ganze Welt wegsah. Der zweite Holocaust ist weniger bekannt, weil ein kleines Land nicht wegsieht: Israel!

So wie es aussieht, gibt es für Juden nur zwei Alternativen: Sie werden entweder als Opfer von Judenhass geliebt oder sie werden kritisiert und gehasst, weil sie sich wehren. Also, wenn ich mich entscheiden müsste zwischen ‚tot und beliebt‘ und ‚lebendig und unbeliebt‘, ich wählte lebendig!

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41 Antworten zu Der zweite Holocaust

  1. horst schreibt:

    Der Großmufti al Husseini (übrigens der Ziehvater von Jassir Arafat) hat nicht nur mit Hitler, Eichmann und praktisch allen Nazi-Mördern zusammengearbeitet, sondern ganz konkret am Holocaust teilgenommen, indem er eine bosnisch-muslimische SS-Truppe rekrutiert hat, die ganz wesentlich dazu beigetragen hat, dass der Balkan „judenrein“ wurde. Nachzulesen bei Tilman Tarach, „Der ewige Sündenbock“. Wenn Nethanjahu das noch unmissverständlich hinzu gefügt hätte, wäre die unsägliche Diskussion über den „bösen“ Nethanjahu wohl etwas anders verlaufen.

  2. Matthias Mala schreibt:

    Der Großmufti hatte es ja im Arabischen Aufstand zwischen 1936 und 1939 erstmals versucht, Palästina judenrein zu machen und die Engländer hinauszuwerfen. Es gelang ihm nicht, weil er die Gegenwehr der Hagana und der Engländer unterschätzt hatte. Insofern kam er 1941 nicht unbedarft nach Deutschland, sondern mit gutem Grund.

  3. Nathan Warszawski schreibt:

    Der Judenhass ist der einzige Beweis der Existenz Gottes.

  4. caruso schreibt:

    Niemand will den Deutschen die Shoah wegnehmen. Sie können weiterhin „stolz“ darauf sein. Pfuj,
    bin ich bös! Leider vergaloppiere ich mich manchmal, aber nur dann wenn ich zu viele Zeitungsartikel lese und die dazu gehörende Leserkommentare. Seid mir bitte nicht böse. Nie war es meine Absicht, ein Volk in Kollektivhaftung zu nehmen. Schuld ist immer individuell! Das lernte ich von meinem Vater und daran hielt ich mich ein ganzes Leben lang. Und in meinem Alter werde ich mich nicht ändern.
    lg
    caruso

  5. tapferimnirgendwo schreibt:

    Hat dies auf Tapfer im Nirgendwo rebloggt und kommentierte:

    Benjamin Netanyahu hat dem ehemaligen Mufti von Jerusalem, Muhammad Amin al-Husseini, eine klare Mitschuld am Holocaust gegeben:

    „Der Mufti wurde ein krimineller Komplize für Himmler und Eichmann bei der Ausführung des Holocaust. Der Mann ist ein Kriegsverbrecher. Er ist ein Mann, der mit den Nazis kollaboriert hat.“

    Bevor nun das gesamte deutsche Feuilleton in Panik verfällt und glaubt der böse Netanyahu wolle den Deutschen den Holocaust wegnehmen und Hitler kleiner machen als er war, präsentiert Tapfer im Nirgendwo die schlichten historischen Fakten, auf die sich Netanyahu bezieht:

  6. Giselher Suhr schreibt:

    Bei Lyrikheute ist eine ausführliche Darstellung der Rechtsgrundlage der jüdischen Siedlungen.http://www.lyrikheute.com/2015/02/alles-was-du-uber-israel-und-die.html

  7. Jan schreibt:

    Ja, über die Siedlungen können sich Alle so schön in Rage reden, Einfach, weil es an echten Argumenten fehlt. Das ist ein herrlicher Aufhänger, um seinem Hass freien Lauf zu lassen. Der Mensch ist nun mal ein Herdentier, und wer die „Siedlungspolitik“ kritisiert, darf sich sicher sein, dass die anderen Schafe mitblöken. Sind Sie in der Lage, ein schlüssiges Argument zu nennen, warum die „Palästinenser“ der Gründung ihres eigenen Staates nur dann zustimmen, wenn sicher gestellt ist, dass dieser absolut judenrein ist? Über diesen Ansatz hat Herr Buurmann hier schon zahlreiche lesenswerte Artikel veröffentlicht. Zusätzlich hat „Moderata Fonte“ Ihnen weiter oben einen Cicero-Artikel empfohlen. Und: „den Hass und die Unnachgiebigkeit bei den Palästinensern anstacheln“ tut nur Eines: die Hoffnung, eines Tages endlich doch die Juden vernichten zu können, weil deren Existenz einem gleichgeschalteten, islamischen Apartheidsystem im Wege steht.

  8. heiderauch schreibt:

    Ich möchte hier nur für mich sprechen. Nachdem ich Gerds Blog las, folgte weitere Literatur vor allem über Israels Gründung und Geschichte, aber auch über den Holocaust und Antisemitismus im Europa der letzten Jahrhunderte. Es war einfach andere Literatur, als die der drei Phasen Holocaust-Behandlung im Geschichtsunterricht, wo es genau so wenig oder viel Bezug zu meinem Leben gab, wie bei der Behandlung mit der Antike, der französischen Revolution oder der Unabhäbgigkeit Amerikas. Dort war es vor allem eins: vergangen. Es gab damals keinen Bezug zu Israel und jüdischem Leben der Gegenwart.
    Dann folgten automatisch viele frustrierende Gespräche mit Freunden und Angehörigen. Nach mehreren Monaten habe ich nun daraus erkannt, dass es Antisemitismus in meinem Umfeld und meinem Heimatland Deutschland gibt. Ich habe von einem vermeintlich politisch und moralisch korrekten vagen Standpunkt (eher israelkritisch) eine eigene Meinung entwickelt (die Kritik an Israel ist überzogen und unrealistisch).
    Ich glaube das ist ein recht normaler Weg zu lernen. Allerdings verstehe ich nicht, warum ich das vorher nicht getan habe. Dafür schäme ich mich. Die meisten der Menschen mit denen ich über Israel gesprochen habe, wissen nichts über Israel; weder wie groß es ist, wie es dort aussieht, noch was wann dort wirklich geschehen ist (obwohl das sicherlich die Wenigsten wirklich wissen können). Ich glaube nicht, dass es allein an der Füller der Informationen, der Schwere und Länge des Konflikts liegt, sondern eher einer resignativen Haltung, um ja nicht betroffen zu sein. Es ist ein so festes Stellvertretersystem, so einfach und angenehm gelöst, dass es nicht angetastet wird – psychologisch unangenehm…
    Die Deutschen um mich behaupten steif und fest, dass ihre Ablehnung Israels nichts mit Judenhass zu tun habe.
    Sie haben diesen schwer fassbaren tiefsitzenden Hass, der mich verwirrt. Ich wollte und will verstehen, wo er herkommt. Dass es allein daran liegen soll, dass Jesus oder Mohammed von Juden nicht als der Messias gesehen werden, kann und will ich einfach nicht glauben. Dass es der Neid auf vermeintliche Stärke, auf die Fähigkeit sich vor Unterwerfung geschützt zu haben oder andere charakterliche Zuschreibungen sein sollen, kann ich auch nicht als ausreichend anerkennen. Pädagogik oder Psychologie allein – ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es ausreicht so einen Hass auf eine Volks- und Religionsgemeinschaft zu entfachen. Ich habe noch keinen Grund gehört, der stark genug wäre die globale Ablehnung jüdischer Menschen zu verstehen.
    Ich glaube aber, dass der Ort der Staatsgründung, das für alle monotheistischen Religionen interessante und historisch aufgeladene palästinensische Gebiet, den Hass zusätzlich befeuert hat. Gäbe es den Hass so, wenn das Gebiet nicht von islamischen Staaten umringt wäre, dort nicht ohne Ende Wallfahrtsorte lägen und keine anderen Volks-/ Religionsgruppen Anspruc erheben würden? Ich fürchte JA.

    • scottberlin schreibt:

      „Die Deutschen um mich behaupten steif und fest, dass ihre Ablehnung Israels nichts mit Judenhass zu tun habe.“
      Ich persönlich kenne keinen Deutschen, der „israel ablehnt“. Die Formulierung ist wohl auch zu ungenau. die Deutschen, mit denen ich über Israel gesprochen habe, sind uneingeschränkt für das Existenzrecht Israels, wenngleich einige sagen, es hätte damls nicht einfach in Palästina gegründet werden dürfen, gegen die Interessen der dort lebenden Palästinenser. Aber das ist Geschichte und kann und darf nicht mehr rückgängig gemacht werden.
      Was die Deutschen, mit denen ich darüber gesprochen habe, erzürnt ist die israelische Siedlungspolitik, die als größtes Hemmnis eines Friedensprozesses angesehen wird – und hier steht Israel mit seiner Rechtsauffassung, dass diese Politik völkerrechtskonform ist, offenbar allein.
      „Judenhass“ ist mir persönlich in Deutschland in meinen mehr als 60 Lebensjahren kaum einmal begegnet, „Israelhass“ (bezogen auf die Regierung Netanjahu) allerdings schon. Meine eigene Frau, die allerdings Französin ist, kann sich bei unseren Gesprächen darüber ganz schön in Rage reden. Sie sieht Israel ganz entschieden in der Unrechtsposition – wegen der Siedlungen, die den Hass und die Unnachgiebigkeit bei den Palästinensern anstacheln.

      • hr schreibt:

        Ich möchte Ihnen und Ihrer Frau nicht zu nahe treten, aber dass einige Siedlungen fundamental Gläubiger und die Politikführung eines einzelnen Politikers sie dazu bewegt so über ein ganzes Land zu urteilen, zeugt nicht gerade von genauer Argumentation. Ich möchte Ihnen danken, denn umgefähr so sind die „gemäßigten“, einstimmigen Meinungen.
        Genau die „Rage“, die sie beschreiben ist es, die mich unverständlich zurück lässt. Finden Sie das nicht selbst seltsam? Regt sich ihre Frau genauso auf, wenn Regimegegner, Homosexuelle, Andersdenkende im Iran gehängt oder andere Sharia-Urteile verhängt werden? In Afghanistan zählt eine Frauenstimme per Gesetz so viel (oder wenig) wie eine Männerstimme, im Gericht stehen daher zwei Frauenaussagen gegen eine Männeraussage – offiziell legitimiert!! Mal davon abgesehen, dass ich dort als Frau auch sonst keinerlei Mitbestimmungsrecht habe, wenn es um mein Leben geht. Bringt das Ihre Frau auch in „Rage“? Rage bedeutet unkontrollierte Wut: worüber genau ist Ihre Frau so unkontrolliert wütend? Weiß sie um welches Gebiet es sich dort handelt? Ist es, weil sie an tote muslimische Kinder denkt? Ist es, weil sie an die Bilder der Märtyrer denkt? Ich möchte es gern verstehen.
        Es ist die Verhältnismäßigkeit, die hier völlig verloren geht. Es funktioniert wie jede billige Propaganda: Feindbild schaffen. Es ist ja schließlich nur die „Siedlungspolitik“, die hier kritisiert wird…letztens sagte ein Bekannter: „Die Israelis sind einfach Faschisten.“ – hoppla. da ging es auch ganz schnell von böser „Siedlungspolitik“ zum Faschismus über. Und Hand aufs Herz: Wie oft haben Sie hinter vorgehaltener Hand schon mal feststellen müssen, dass die „Juden nichts gelernt haben und sich jetzt genauso wie die Deutschen damals verhalten“ oder Ähnliches? Aber ganz so einfach ist es leider nicht: Massenmord an 6 Millionen Menschen ist nicht mit dem zu vergleichen, was jetzt in Gaza, im Westjordanland oder sonstwo geschieht.
        Stellvertreterpsychologie nenne ich das – wie gesagt, schön einfach gelöst…so einen Aufwand wie im letzten Jahrhundert muss man nicht wieder leisten, das machen die Anderen. Wir hassen die Isarelis ja schließlich nicht, wir können sie nur nicht leiden

        • scottberlin schreibt:

          Liebe/r HR, in der Tat kann von „genauer Argumentation“ keine Rede sein, aber das gilt bei meiner Frau generell, leider. Und auch die „Rage“ bezieht sich weniger auf das Thema Israel und Siedlungen als auf ihre Diskussions- und Streitkultur, sie kann sich bei jedem kontroversen Thema schnell in Rage reden, was dann leicht sehr unangenehm werden kann. Ihr Urteil zu den Siedlungen hat sie aus einem Artikel in le Monde Diplomatique. Welcher es genau war, weiß ich nicht, könnte aber zB der gewesen sein, aus dem sich auch der folgende Artikel speist:
          http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Nahost/siedlungen.html.
          Man muss fairer Weise sagen, dass die Sachlage für jemand, der sich mit dieser Materie befasst, sehr schwierig zu durchschauen ist. Zu viele Dinge vermischen sich: Unklares Völkerrecht, Politik und Strategie, Hoffnungen, Bereitschaft zum Kompromiss, Mißtrauen, Ängste zu nachgiebig zu sein …. Mein Zwischefazit nachdem ich dazu in letzter Zeit einges gelesen habe: eine schnelle Lösung gibt es nicht; was richtig ist, kann sich nicht primär am Pochen auf juristischem Recht bemessen, sondern wird vor allem mit Blick auf die Zukunft daran, was langfristig funktioniert. Was kann helfen, die Gräben zu überwinden? Ich denke, man sollte sich am Beispiel der Ostpolitik von Willy Brand orientieren, der die damals scheinbar unüberwindlichen Gegensätze zwischen Ost und West mit der Devise „Wandel durch Annäherung“ aufgebrochen hat.Es muss an vielen kleinen Stellen immer mehr getan werden, um den Dialog und die Zusammenarbeit zu fördern in Kultur und Wirtschaft. Das West-Eastern Divan Orchestra ist ein schönes Beispiel oder auch die in dieser Diskussion schon zitiert Initiative in Berlin http://www.taz.de/Forschung-zu-Antijudaismus/!5215586/. Ich meine, Israel sollte in Anbetracht der etwas verletzlichen und zT neurotischen Gemütslage der palästiensichen und arabischen Nachbarn nicht zu sehr auf seinem Recht pochen, sondern auch mal pragmatisch „fünf gerade sein lassen“ – was ja auch schon geschieht.

      • rainer hollstein schreibt:

        dieser auf fassung…dieser erfahrung und einschätzung…kann ich mich uneingeschränkt anschliessen….

    • ebse schreibt:

      Dass der Judenhass, meist kaschiert von der Israelkritik, fest in der Mitte unserer Gesellschaft verankert ist, kann ich, begründet auf meine Lebenserfahrung, nur bestätigen.
      Die Frage nach dem Warum hat mich schon immer beschäftigt.
      Die Antwort ist meiner Ansicht nach wohl überwiegend in der Sozialpsychologie zu finden.
      Hier in Deutschland dürfte eine Hauptursache des Judenhasses wohl in der Unfähigkeit mit der eigenen Geschichte klar zu kommen zu finden sein.

  9. Pingback: De tweede Holocaust | E.J. Bron

  10. Kuhrahn schreibt:

    Das sind doch keine Antisemiten, nur „ethnische Spannungen“, hier nachzulesen: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/nordrhein-westfalen-polizei-warnt-vor-rechtsfreien-raeumen-a-1045222.html
    Zitat: „…Gründe…Perspektivlosigkeit von Zuwanderern ohne Qualifikationen für den deutschen Arbeitsmarkt und ethnische Spannungen unter den Migranten“
    Wir lernen also: Libanese kann Rumäne, Türke, Albaner (und vor allem Juden) nicht leiden -> „ethnische Spannung“, Deutscher kann Libanesen nicht leiden, erst Recht nicht die sogenannten libanesischen Grossfamilien -> „du Nazi“.
    Etwas verwirrt bin ich auch wegen „ohne Qualifikationen für den deutschen Arbeitsmarkt“, wird uns nicht gepredigt, das wir diese Zuwanderung unbedingt brauchen, wegen der tollen Qualifikationen derer die zu uns kommen und wir auf keine Fachkraft verzichten dürfen?…naja, das nur am Rande.

  11. Marcus Adonis schreibt:

    Danke, Herr Buurmann! Wie bekommt man das in die Köpfe der antisemitischen Dumpfbacken jedweder Couleur?

  12. Eitan Einoch schreibt:

    Was der Iran-Atomdeal wirklich bedeutet:

    „Das Atomabkommen ist ein Segen für die Hamas und alle anderen Feinde des Friedens im Nahen Osten. Die Hamas versucht nun, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: sich die fortlaufende Unterstützung des Iran für ihr Ziel der Zerstörung Israels zu sichern, während sie gleichzeitig den Anschluss an die von Sunniten geführte Koalition sucht und vorgibt, sich der wachsenden Macht des Iran im Nahen Osten zu widersetzen.

    Das Atomabkommen räumt der Hamas den Weg frei, sie bekommt nun wieder Waffen von ihren Freunden in Teheran und Millionen von Dollar aus Saudi-Arabien und anderen ölreichen Staaten des Nahen Ostens. Das Abkommen hat praktisch jegliche Aussicht auf eine friedliche Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts zunichte gemacht. Dank der Appeasementpolitik gegenüber dem Iran werden die Feinde des Friedens in der Region bald mehr Waffen und Geld haben denn je.“

    Quelle: http://de.gatestoneinstitute.org/6209/iran-abkommen-palaestinenser

    Der Iran-Deal ist ein ungeheurer Verrat des Westens – nicht bloß an Israel, mit dem man verbündet zu sein vorgibt, sondern an allen menschlichen Werten, für die der Westen angeblich eintritt. Dieses Abkommen zu unterzeichnen ist ein Verbrechen gegen den Frieden.

  13. Paul schreibt:

    Wer mehr über die 2500jährige Geschichte der Verfolgung der Juden in Kurzform erfahren will, kann es hier tun:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Judenfeindlichkeit
    Zitat:
    Judenfeindlichkeit (auch Judenhass, Judenfeindschaft, gegebenenfalls Judenverfolgung) bezeichnet eine pauschale Ablehnung der Juden und des Judentums. Dieses Phänomen erscheint seit etwa 2500 Jahren und hat besonders die Geschichte Europas über weite Strecken begleitet. Es reicht von Verleumdung, Diskriminierung und Unterdrückung über lokale und regionale Ausgrenzung, Verfolgung und Vertreibung bis zum Genozid an etwa sechs Millionen europäischen Juden (Holocaust) in der Zeit des Nationalsozialismus.“

    Für mich ist der Oberbegriff, der alles zusammen fasst: JUDENHASS

    Nein, lieber Eitan, sonst bin ich ein Optimist. Aber in Bezug auf den Judenhass bin ich ein Realist und sage: „Er wird nie ein Ende haben.“

    Es hat sich in der Vergangenheit immer ein Grund gefunden, weshalb man Juden hasst. Die Menschheit wird sich nicht ändern. Welchen Grund sollte es geben, die Juden nicht mehr zu hassen?

    • Eitan Einoch schreibt:

      Nur eins begreife ich nicht: WARUM???
      Es ist ja nicht so, dass es auf Europa und das Christentum beschränkt blieb. Schon in der vorchristlichen Antike wurde versucht, das Judentum auszulöschen. Woran liegt das? Ist es die „Auserwähltheit“? Oder weil Juden das Opfern von Menschen abgeschafft haben? Warum immer die Juden?

      • Paul schreibt:

        Lieber Eitan, (Juli 25, 2015 um 3:08 nachmittags)
        da sind wir schon zwei, die das nicht verstehen.
        Ich auch nicht.
        Als gläubiger Mensch habe ich das für mich immer mit der Auserwähltheit des jüdischen Volkes als Gottes auserwähltes Volk begründet.
        Wenn z.B. ein Vater einen Sohn von vielen als seinen Nachfolger für die Fortführung eines Betriebes bestimmt, ihn auserwählt, wird er ihn besonderen Anforderungen unterwerfen. Ein Verhalten, dass er seinen anderen Söhnen durchgehen lässt, wird er bei diesem Sohn nicht akzeptieren. Das Erwählt sein hat also auch besondere Anforderungen zur Folge.
        Es ist ein Bild, ein Beispiel, das natürlich hinkt. Aber so habe ich mir das zurecht gelegt.

        Während einer Diskussionsveranstaltung ergab sich die Gelegenheit Ignatz Bubis dies vorzutragen.
        Seine Antwort: „Dann kann ich auf das Auserwählt sein verzichten.“ (Dabei lächelte er.)

        Herzlich, Paul

        • Eitan Einoch schreibt:

          Ich bin zwar kein Wissenschaftler oder verfüge sonst über irgendeine Expertise. Aber ich VERMUTE, der jahrtausende alte Judenhass hängt mit der jüdischen Ethik zusammen. Ihr verdankt die Menschheit den Begriff der Menschenwürde, die Nächsten- und Feindesliebe, die Abschaffung des Menschenopfers (und in letzter Konsequenz auch der Sklaverei) sowie die Herrschaft des Rechts anstelle des Rechts der Herrschenden. Dieses Verständnis von Menschlichkeit hat sehr viele Feinde auf der Welt.

        • scottberlin schreibt:

          Was soll denn der Unfug mit dem Auserwähltsein? Auserwählt wofür? Ohne diesen Zusatz ist das sinnlos. Und Bubis hat ganz recht.

          • Eitan Einoch schreibt:

            Wahrscheinlich auserwählt dazu, Blitzableiter für die anderen Völker zu sein.

    • scottberlin schreibt:

      „Welchen Grund sollte es geben, die Juden nicht mehr zu hassen?“
      Um dieser Frage nachzugehen, sollte man zunächst einmal fragen: Welchen Grund gibt es, warum die Juden so außergewöhnlich gehasst werden? Hat jemand eine Antwort?

      • Phillip K schreibt:

        Weil die Juden im Gegensatz zu vielen anderen Völkern, die es in der Geschichte gab, trotz Eroberungen und Besetzungen immer an seine Religion geglaubt hat, anstatt sich fremde Religionen aufdrücken zu lassen und weil die Juden sich mehrfach gegen Feinde wehren konnten. Da kommt bei anderen mächtigen Staaten schon der Groll auf, dass es nicht gelingt, das Volk der Juden sich komplett untertan zu machen, was bei fast allen anderen kleinen Völkers klappte. Das ist die Grundlage des antiken Judenhasses.

        • Eitan Einoch schreibt:

          Und warum wurden / werden auch Juden verfolgt, die zu einer anderen Religion konvertiert oder atheistisch sind?

          • scottberlin schreibt:

            Ja richtig, offenbar geht es nicht nur um die andere Religion, sondern um Anderssein generell, also zB auch ein anderes Aussehen, andere Sitten und Gebräuche. Wichtig scheint mir auch ein bei Juden gepflegter starker Zusammenhalt zu sein.

          • Eitan Einoch schreibt:

            Am Aussehen kann es auch kaum liegen. Z.B. die deutschen Juden vor der Shoa waren völlig assimiliert. Hat es ihnen geholfen?

          • scottberlin schreibt:

            Da war es der Extremfall einer scheinbar wissenschaftlich unterlegten Rassenideologie. Es wurde ja in medizinischen Untersuchungen genau nach bestimmten Merkmalen gesucht. Aber der historische Unterbau dieser Ideologie ist uralt, war vermutlich gestützt auf ein tradiertes Geraune aus vielen überlieferten Erzähungen und Andeutungen, die alle Zusammen das völkische Ressentiment erzeugten.

          • Eitan Einoch schreibt:

            Schon vor der rassisch-ideologischen Begründung des Judenhasses wurden jüdischstämmige Konvertiten, die sich taufen ließen, oft misstrauisch beäugt. Judenfeindlichkeit hat nichts mit Fremdenfeindlichkeit zu tun. Juden wurden / werden als unauffällige, assimilierte, sogar konvertierte Mitbürger ebenso gehasst wie als Fremde.

          • scottberlin schreibt:

            Heute ganz passend zum Thema Judenhass dieser Artikel von Brumlik :
            http://www.taz.de/Forschung-zu-Antijudaismus/!5215586/

      • scottberlin schreibt:

        Hier übrigens mal ein schönes Beispiel, wie sich Hass und Vorturteile zwischen Israelis und (anderen) Palästinensern überwinden lassen: http://goo.gl/j3XHfu

        • hr schreibt:

          Vielen Dank für diesen Link! Es wäre zu wünschen, dass Lehreranwärter bereits vor Vereidigung bzw. in den Praktika hierin geschult werden.

  14. Eitan Einoch schreibt:

    Erinnert sich jemand an die Banu Qurayza? Oder einen der anderen jüdischen Stämme auf der arabischen Halbinsel? Wo sind sie hin?

    • caruso schreibt:

      Ermordet, als Sklaven verkauft, als Beute verteilt (Frauen, Kinder) von Mohammed & Co. Vielleicht hat der eine oder andere flüchten können. Hoffentlich!
      lg
      caruso

      • Eitan Einoch schreibt:

        Schon die Babylonier und Seleukiden versuchten, das Judentum auslöschen. Die Römer vertrieben, versklavten und kreuzigten abertausende Juden. Die islamische Expansion begann damit, dass alle Juden Arabiens vertrieben, versklavt und exekutiert wurden. Die Geschichte des Christentums hat ihren Ursprung darin, dass das jüdische Volk zu Gottesmördern erklärt und zum Abschuss freigegeben wird. Es gab nicht einen oder zwei Holocauste sondern zahllose…

        Wird es irgendwann ein Ende haben?!

  15. Scott schreibt:

    Beeindruckend. Doch wie ist es mit der Rechtmäßigkeit der Siedlungen? In Wikipedia steht unter „Israelische siedlungen“ folgendes:
    „Während die israelischen Regierungen ihre jüdische Besiedelung im Besatzungsgebiet als legal betrachten,[1][2][3][4] bewertet die UN die Siedlungen gemäß der 4.Genfer Konvention weiterhin als illegal.[5] In einem Rechtsgutachten zur Israelischen Sperranlange zum Westjordanland hat der Internationale Gerichtshof in Den Haag 2004 die Siedlungen jenseits der Grünen Linie ebenfalls als illegal bewertet.“
    Und gibt es nicht immer wieder auch Vertreibungen von alt eingesessenen Bewohnern in den besetzten Gebieten, wie jetzt wieder in Chirba Susija und Abu Nwar?
    Kann dazu vielleicht mal Gerd Buurmann oder sonstwer im Forum Stellung nehmen? Danke.

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