Die ungehaltene Rede von Henriette Reker

Die Kölsche Funke rut-wieß vun 1823 e. V., besser bekannt als Rote Funken, sind das älteste Traditionscorps im Kölner Karneval. Sie wurden im selben Jahr gegründet wie das Festkomitee Kölner Karneval und Die Große von 1823 Karnevalsgesellschaft. Die Roten Funken nahmen als Garde bereits am 10. Februar 1823 am ersten Kölner Rosenmontagszug teil.

Seit der Gründung sind die Roten Funken ein reiner Männerverein. Laut Satzung aber wird der jeweilige Oberbürgermeister der Stadt Köln automatisch Mitglied. Seit 2015 ist der Oberbürgermeister jedoch eine Frau: Henriette Reker.

Darum wurde Henriette Reker jetzt als Oberbürgermeisterin das erste weibliche Mitglied der Roten Funken und durfte beim Regimentsappell im Maritim mit den Rekruten den Eid auf die Fahne schwören: „Bei Öllig, Böckem, ähde Nötz …“

Hätte ich eine Rede für Henriette Reker zu diesem Novum schreiben dürfen, sie wäre kurz aber klar ausgefallen:

„Liebe Jecken,

oft bin ich für meinen Ausspruch mit der Armlänge gescholten worden. Jetzt aber weiß ich, wie wir das Problem mit der Gewalt gegen Frauen am besten lösen können. Wir machen es einfach wie die Roten Funken und lassen keine Frauen rein! Wo keine Frauen, da auch kein Angriff auf Frauen!

Kölle Alaaf!“

So ähnlich jedenfalls halten es viele Männervereine mit dümmlichen Kostümen, mögen sie nun Alaaf, Helau, Allah oder Gott brüllen.

Stellen wir uns mal vor, es gäbe in Köln einen Verein, der nur Weiße und Kölner Oberbürgermeister aufnehmen würde, was wäre von einem schwarzen Oberbürgermeister zu halten, der gut gelaunt zur Vereinsparty geht?

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