Sexismus und Antisemitismus

Die Gemeinsamkeiten zwischen Sexismus und Antisemitismus sind unübersehbar.

Besonders auffällig wird diese Gemeinsamkeit, wenn sich der frauenfeindliche wie der judenfeindliche Hass auf eine konkrete Sache fokussieren kann. Im Falle des Antisemitismus‘ ist Israel das Objekt des Hasses, der Staat, der es möglich macht, dass ein Juden sagen können, dass sie nicht mehr abhängig von der Gunst der Nicht-Juden dieser Welt sind. Juden verteidigen sich jetzt selbst!

Im Falle des Sexismus‘ sind die Objekte des Hasses all die Frauen, die sagen, wir sind nicht mehr abhängig vom Wohlwollen der Männer. Frauen verteidigen sich jetzt selbst!

Frauen, die sich wehren, werden behandelt, wie Israel von notorischen Antisemiten behandelt wird. Selbstbewusste Frauen werden dämonisiert, delegitimiert und mit doppelten Standards behandelt. All die Dinge, die ihnen als Frauen vorgeworfen werden, gehen bei Männern problemlos durch.

Judenhass kann wie folgt definiert werden: „Ein Judenhasser ist jemand, der bei Juden kritisiert, was er bei allen anderen durchgehen lässt.“

Für Sexismus gilt die selbe Formel: „Ein Frauenhasser ist jemand, der bei Frauen kritisiert, was er bei Männern durchgehen lässt.“

Viele vermeintliche Freunde der Juden, mögen Juden nur so lange, wie sie Opfer sind. Ihnen gedenken sie gerne, flechten Kränze und vergießen Tränen. Aber wehe, wenn Juden sich bewaffnen und verteidigen, dann werden die Freunde zu erbarmungslosen Israelkritikern, die sagen, dass man sich unter Freunden auch die Wahrheit sagen können müsse. Bei Frauen ist es nicht anders. So lange Frauen Opfer sind, denen man Kränze an Muttertag bindet und die Tür zu Frauenhäusern aufhält, sind sie beliebt. Aber wehe, sie nehmen das Zepter in die eigenen Hände und haben auch noch Spaß daran, dann sind es Emanzen, denen gesagt wird, man habe ja nichts gegen Frauenrechte, aber man könne auch übertreiben.

Übertreiben mit Menschenrechten! Das kann man nur zu Juden und Frauen sagen.

Die Ähnlichkeiten zwischen Sexismus und Antisemitismus sind offensichtlich:

1. Die schärfsten Kritiker von Israel sind Israelis. Die schärfsten Kritiker des Feminismus‘ sind Frauen.

2. Viele Juden sagen, ich bin Jude, aber ich habe nichts mit Israel zu tun. Viele Frauen sagen, ich bin eine Frau, aber ich habe nichts mit dem Feminismus zu tun.

3. Oft wird behauptet, das Land Israel sei auch nicht besser als seine judenfeindlichen Nachbarn, Mindestens ebenso oft wird behauptet, der Feminismus sei nicht besser als der Chauvinismus.

4. Juden werden von Judenhassern zwar als „mindere Rasse“ angesehen, aber ihnen wird doch unterstellt, im Hintergrund die Fäden der Macht zu ziehen. Frauen werden von Sexisten ebenfalls als minderwertig angesehen, aber dennoch wird ihnen unterstellt, im Hintergrund die Männer zu ihren Gunsten zu lenken.

5. Als Opfer sind Frauen und Juden beliebt, als handelnde Menschen mit Macht nicht!

Dämonisieren, Delegitimieren und dopplete Standards anlegen, dass sind die drei Ds, die Seximus und Antisemitismus vereinen. Der israelische Teufel und die feministische Hexe sind die Wahnvorstellungen der ähnlich Bekloppten!

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke („Gehirne am Strand“), sowie Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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