Ein Plädoyer für mehr Offenheit

Mit jedem Tag, da es dem Einzelhandel verboten ist, den Laden zu öffnen, lacht Amazon.

Händlerinnen und Händler sind nicht nur in der Lage, selbst zu entscheiden, wann sie ihre Geschäfte öffnen wollen, sie kennen ihren Kiez auch besser als ferne Gesetzgeber und wissen am besten, wann es sinnvoll ist, den Laden geschlossen zu halten. Sie brauchen keine Befehle.

Auch ich brauche keine Staats-Nanny, die mir unter Einsatz eines Gewaltmonopols, also quasi mit der Pistole an der Schläfe sagt, wann ich zu Bett gehen muss. Ich brauche keinen Staat, der mich auf die Stille Treppe setzt, wenn ich länger aufbleiben will.

Niemand soll gezwungen werden zu arbeiten. Das Ladenschlussgesetz verbietet es Menschen jedoch, ihre Arbeitszeiten selbstbestimmt zu gestalten. Es gibt einige Studentinnen, die gerne spät arbeiten, weil sie über Tag studieren wollen. Es gibt Väter, die lieber spät arbeiten, weil sie über Tag für die Kinder da zu sein wollen. Es gibt nachtaktive Menschen. Sie arbeiten am liebsten in den Abend- und in den Nachtstunden. Das ist ihre Zeit. Da sind sie fit und fühle sich wohl. Ihr Lebensstil wird vom Ladenschlussgesetz diskriminiert!

Die Homosexuellenbewegung hat einst einen wunderbaren Satz geprägt: „Du bist gegen die Homo-Ehe? Dann heirate keinen Homosexuellen!“ Ebenso ist es mit dem Sonntag. Du willst nicht Sonntag einkaufen? Dann kaufe nicht am Sonntag ein! Für die Nacht gilt das Selbe. Du willst nachts nicht arbeiten? Dann arbeite nicht nachts!

Niemandem darf verboten werden zu arbeiten. Ladenschlussgesetze sind nichts anderes als zeitlich begrenzte Berufsverbote! Nehmen wir einen gläubigen muslimischen Verkäufer oder eine jüdische Verkäuferinnen. Sie werden aus religiösen Gründen am Freitag oder Samstag ihre Geschäfte nicht öffnen. Dann kommt der Sonntag und obwohl sie an dem Tag arbeiten würden, dürfen sie es nicht. Das staatliche Verbot, am Sonntag zu arbeiten ist staatliche Diskriminierung des Islams und des Judentums. Ein gläubiger Christ kennt dieses Problem in Deutschland nicht. Was ist eigentlich mit Artikel 4 Grundgesetz? Zählt der nicht in Supermärkten?

Das Ladenschlussgesetz ist gegen den mündigen Bürger, gegen Individualität und gegen Vielfalt. Es gab mal eine Zeit, in der es nicht schlimm war, dass die Geschäfte nur offen hatten, wenn Papa auf der Arbeit war, weil es ja noch Mama gab, die einkaufen ging. Das Ladenschlussgesetz kommt noch aus einer Zeit der klaren Geschlechterrollen. Heute erlauben wir uns jedoch mehr Individualität. Sämtliche Gesetze, die dieser Freiheit im Wege stehen, müssen auf den Prüfstand. Wir leben heute in einem Land der Vielfalt! Vielfalt verlangt Offenheit – auch der Geschäfte.

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