Stimmen zur 500. Kunst gegen Bares 

Zur 500. Kunst gegen Bares im ARTheater in Köln mit Hildegart Scholten und Gerd Buurmann gratulieren Chris Tall, Marco Leitner, Dennis Eibel, Anke Fuchs, Bernd Rehse, Stefan Bohne, Marcus Runge, Kevin Ray, Georg Schnitzler, Torsten Schlosser, Fabian Köster, Christian Padberg, Juri von Stavenhagen, Martin Horne, Tobias Altehenger und Alexei Pavlovic.

„Kunst gegen Bares. Mein größter Feind. Woche für Woche. Eine Demütigung nach der Anderen. Das härteste und ehrlichste Publikum dieser Republik. Ich hatte keine Lust mehr. Nur weil Gerd mir Woche für Woche Mut gemacht und gesagt hat, dass es bald schon klappen würde, habe ich weitergemacht. Und er sollte Recht behalten. KGB. Eine unfassbar geile Show mit dem völlig verdienten Erfolg und den schrägsten Künstlern aus den verschiedensten Gebieten. Herzlichen Glückwunsch. Auf weitere 500 Shows. Ich werde garantiert nochmal dort aufschlagen. Oder anders: Challenge accepted.“ (Chris Tall, Stand Up Comedian)

„Die erste und einzige Bühne, die offen und frei für alle Formen der Kunst ist. Ein Publikum, das für die Darbietung und die Idee einer Nummer vollkommen aufgeschlossen und wohlwollend ist, ungeachtet des Genres. Dadurch bietet diese Bühne ein Portal zur Förderung von Kreativität, eine Plattform für die Entwicklung von Talenten und dazu noch einen Treffpunkt und Austauschort von Menschen, die individueller und facettenreicher nicht sein könnten. Seit 2008 wurde ich dort bereichert durch unzählige großartige Auftritte, lustige, originelle, bewegende und absurde Momente und viele besondere Menschen.“ (Marco Leitner, Dichter)

„Kunst gegen Bares hat schlichtweg mein Leben verändert. Nicht nur, dass ich Stammgast geworden, ich fing an aufzutreten und bin zu verschiedenen KgB Shows durchs Land gereist. Durch KgB habe ich meine derzeitige Band kennengelernt und wer weiß, wohin es mit ihr noch geht. Ich habe Freunde fürs Leben gefunden und lerne immer noch sehr interessante Menschen kennen. Die Show hat den Verlauf meines Lebens dramatisch beeinflusst. Ein unendliches Danke dafür!“ (Dennis Eibel, Musiker)

„500 Ausgaben Kunst gegen Bares? Wahnsinn. Und das sind nur die Originale, die kultigen Kölner Shows! KGB ist ja inzwischen überall. Als Gerd Buurmann in „seinem“ Severins-Burg-Theater anfing mit „Kunst gegen Bares“ bewies er einen langen Atem. Aber er hatte mehr als eine Idee, es muss eine Vision gewesen sein! Gespürt hat man das schon damals, auch wenn es mal nur fünf Zuschauer*innen waren, darunter dann drei Künstler*innen. Gerd war da, Montag für Montag. Auch wenn es der vorm Veilchendienstag war. Und er spielte, wenn es sein musste, auch mal ne halbe Stunde Heine. Das Durchhalten hat sich gelohnt! Mindestens einmal die Woche kann man nun die Show der Superlative im Artheater genießen: sie ist auf jeden Fall eine der längsten, die es gibt. Mich hat an der Moderation immer am meisten das nahezu enzyklopädische Wissen Buurmanns beeindruckt (sollen die anderen doch über Eloquenz, Witz und Spielfreude lobhudeln). Zu allem hat er etwas zu sagen, zu ergänzen. Fast immer macht er es auch ausgiebig. Natürlich steht die Show auf zwei mal zwei Beinen: die schöneren hat Hildegart Scholten. Die in der Rolle so herrlich pragmaromantische Turnbeutelschwingerin ist – für mich – die heimliche Seele des Abends. Einer meiner Lieblingsmomente: wenn sie, dann schon ohne Kostüm – und völlig verändertem Blick, mit Gerd Buurmann die*den Sieger*in des Abends kürt. Das Wichtigste: Beide nehmen die Künstler*innen ernst, sind interessiert. Jedes Mal, jede Woche (und öfter). Eine wirklich große Leistung. Und das spürt auch das Publikum. Gerd, herzlichen Glückwunsch zur 500. Kunst gegen Bares! Keine Frage, Kapitalistensau zu werden ist toll, aber es ist mir eine viel größere Freude und auch eine Ehre, die Show in Bonn (mit) zu gestalten. Und ich hoffe, es geschieht in Deinem Sinne!“ (Anke Fuchs, Schriftstellerin)

„Wir sind froh und auch stolz, euch bei uns zu Gast zu haben. Neben dem grandiosen Publikumserfolg, dem speziellen Humor und der energetischen Freude an der Sache, steht die Veranstaltung von Gerd Buurmann und Hildegart Scholten ganz im Zeichen von Solidarität und Toleranz in unserer Gesellschaft. Wir wünschen euch alles Gute und freuen uns auf weitere freudvolle, gemeinsame Zeiten. Herzlichen Glückwunsch!!!“ (Bernd Rehse und Stefan Bohne, Theaterleiter)

„Kunst gegen Bares ist für mich eine wichtige und regelmäßige Station geworden, um meine Entwicklung zu prüfen. Ich erlebe jedesmal ein ehrliches Publikum. Das Konzept ist aus der Kleinkunstszene nicht mehr wegzudenken. Eine tolle Idee. Tolle Moderatoren. Weiter so, auf die nächsten 500!“ (Martin Runge, Stand Up Comedian)

„500 mal KGB, circa 65.000 Gäste, rund 3000 Künstler, 2 Moderatoren, eine geile Show!“ (Kevin Ray, Stand Up Comedian)

„Kunst gegen Bares ist die großartigste Offene Bühne, die ich derzeit kenne: kunstreich, herrlich analog und aus tiefster Seele liebevoll!“ (Georg Schnitzler, Künstler)

„500 Jahre Kunst gegen Bares – das muss man erst mal schaffen! Eine Show, die so vielen Leuten den ersten Schritt auf unsere Bühnen erlaubt hat. Damals wie heute ein wunderbarer Mutterschoß der Künste. So viele Kollegen, die jahrelang mit dieser Institution gewachsen und berühmt geworden sind. Auch ich habe es dieser Show zu verdanken, dass ich heute alle großen Kabarett-Bühnen der Welt gesehen habe – zumindest auf Fotos im Internet. Die Kunst gegen Bares lebt durch den Mut der Künstler und durch die Menschen, die sie entwickelt haben und moderieren. Was wäre die Kunst gegen Bares ohne die 30-minütigen Boderline-Musicals von Hildegart Scholten vor dem letzten Künstler?! Was wäre die Kunst gegen Bares ohne die oft so schmerzhaften Expeditionen Gerd Buurmanns in die Welten von Shakespeare, Schiller und Heine, die mir intellektuell aus gutem Grunde immer verschlossen blieben?! Ja, Freude und Leid liegen oft so nah beieinander. Auch deshalb ist die Kunst gegen Bares eine Große! Kölner Kultur geht nicht ohne euch. Herzlichen Glückwunsch!“ (Torsten Schlosser, Komiker)

„Kunst gegen Bares ist für mich eine wichtige und regelmäßige Station geworden, um meine Entwicklung zu prüfen. Ich erlebe jedesmal ein ehrliches Publikum. Das Konzept ist aus der Kleinkunstszene nicht mehr wegzudenken. Eine tolle Idee. Tolle Moderatoren. Weiter so, auf die nächsten 500!“ (Marcus Runge, Stand Up Comedian)

„Kunst gegen Bares – immer eine Wundertüte! Du weißt nicht wer, nicht wie und nicht was dich erwartet, du weißt nur, es wird ein unterhaltsamer Abend mit neuen Künstlern, einem tollen Publikum und mit zwei bestens aufgelegten Moderatoren!“ (Fabian Köster, Autor)

„Ich muss einfach sagen: Ich liebe hellblau. Nicht so ins türkise gehend, mehr himmelblau, aber mit nicht zu viel Rotanteil. Und dazu am liebsten beige. So ein helles beige! Und wie das spannt. Und knistert. Wie die Gesundheitsschuhe knautschen. Und die Beweglichkeit, der süße Klang der Stimme, der doch auch streng sein kann. Wo sich ein ganzer Mann nochmal wie ein dummer Schuljunge fühlen darf. Und so Klämmerchen, ich steh auch total auf Klämmerchen! Aber das beste an Kunst gegen Bares ist IHR Turnbeutel. Sie trägt ihn lässig, fast beiläufig. Manche bemerken ihn zunächst nicht. Aber er ist eine WAFFE. Diese Frau ist eine Waffe!!! Ach ja und dieser kleine haarlose Komiker neben ihr, der ist ja auch noch da.“ (Christian Padberg, Musiker)

„Gute Parkmöglichkeiten.“ (Juri von Stavenhagen, Stand Up Comedian)

„Lieber Gerd, es ist nun schon viele Jahre her, wo ich Dich kennenlernen durfte. Es war die 100te KGB zu der mich Jenny Gentzke überredete, mitzukommen. Sie fand zum ersten Mal auch im Rahmen des Köln-Comedy-Festivals statt. Es war ein Abend voller Inspiration. Danach habe ich zwei Jahre gebraucht, um den Mut zu fassen, endlich dem inneren Drang nachzugeben und auch Mitglied der großen KGB-Familie zu werden. Und so kam es, dass KGB seit Sommer 2013 zu einem Teil meines kulturellen Lebens wurde. Die Zusammenarbeit mit Dir und unsere unfassbaren skurrilen Orte und Veranstaltungen die wir gemeinsam mit Leben erfüllten waren Meilensteine. Die absolute Hingabe, mit der Du Dich der Förderung der Kultur verschrieben hast, hat mich schon so manche Finsternis der publikumsarmen Nächte überleben lassen. Dein Optimismus und Deine Energie ist stets Balsam auf den Wunden meiner (KGB-)Seele. Und so haben wir jetzt schon so manche Schlacht geschlagen und ich so mache Sternstunde mit Dir verbracht. Möge die Zukunft für Dich ein Himmel voller Sternstunden sein. Auf weitere 500 KGBs in Köln und hoffentlich nochmal genauso viele in Siegen, Limburg, Netphen oder sonst wo in der Welt.“ (Martin Horne, Veranstalter)

„500 mal Kunst gegen Bares, 500 mal „Ihre Bühne“, 500 mal „Wer hatte keine Lust, die Hand zu heben?“ Sehr geehrter Herr Buurmann, hochverehrte Frau Scholten, ich gratuliere herzlich zum Jubiläum! Ihre Montage leisten seit Jahren einen nicht wegdenkbaren Beitrag zu dem, was man als Kölner dem „Nichtkölner“ stets so schwer erklären kann. Kultur und Lebensgefühl sicherlich, aber da ist noch mehr. Die Kunst gegen Bares ist ein Panoptikum jener ganz verschiedenen Menschen, die diese Stadt ausmachen. Sie ist Teil von Kultur und Jeföhl. Sie bietet Künstlern und verhinderten Künstlern gleichermaßen ein Zuhause, und dem Publikum einen Platz, um sich wohl zu fühlen. Erst wenn man eine Weile nicht in Köln gelebt hat, lernt man die Montagabende mit Ihnen beiden angemessen zu schätzen. Auf bald!“ (Tobias Altehenger, Liedermacher)

„Ich war sieben Jahre alt, als meine Eltern mich in ein kleines Kellertheater mitnahmen. Auf der Bühne suchte Hildegart Scholten nach einer Beziehung zum Führen und Gerd Buurmann erzählte wenig bekannte aber äußerst amüsante Fakten über männliche und weibliche Genitalien. Die Veranstaltung hieß Kunst gegen Bares. Am nächsten Morgen mussten meine Eltern mir ein Sparschwein kaufen und ich habe mir vor dem Badezimmerspiegel eine Glatze rasiert. Der Turnbeutel, den ich mir zum Geburtstag wünschte, wurde nie benutzt: wegen meiner Asthmaanfälle war ich vom Schulsport befreit. Als das Kellertheater zum Luftschutzbunker umgebaut wurde, musste die Kunst gegen Bares ins Artheater umziehen. Sie wurde weniger intim aber ein ganzes Stück öffentlicher. Das war aber nicht weiter schlimm, denn​ damit lag sie im Trend der Zeit. So war das damals: jeder war einsam und alle wussten davon. Auf der Artheater Bühne habe ich meine Bar Mizwa gefeiert, ich lernte meine erste echte Freundin an der Theaterbar kennen, in der Künstlergarderobe habe ich alle Modedrogen jener Zeit durchexerziert und auf der Toilette unten im Keller den ersten Blowjob meines Lebens verpasst bekommen. Eines Abends führte eine schüchterne Erstsemestlerin der Cologne Magic School™ Kartentricks auf. Obwohl ich sie auf den ersten Blick durchschaute (oder gerade deswegen?), gelang es ihr, auch mein Herz zu verzaubern. Ein halbes Jahr später machte ich ihr einen Heiratsantrag​ von der Bühne (den Allerersten in der Geschichte der Kunst gegen Bares, den später unzählige Verliebte nachgeahmt haben). Unsere Hochzeit war ein Kunst gegen Bares Spezial und ich durfte mich zum ersten Mal im Leben als Kapitalistensau des Abends bezeichnen, denn an jenem Abend traten keine anderen Künstler gegen mich an. Dann wurde ich Vater. Ich nannte die Zwillinge Kunst und Bares und ließ sie im Keller gegeneinander kämpfen. Als meine Frau sich scheiden ließ, nahm sie Bares mit. Ich durfte Kunst behalten. Sie wurde Medienrechtsprofessorin in Porto und die jüngste Eric Moonberg Preisträgerin aller Zeiten. Ihre Tochter nannte sie Hildegerd. Bares ließ sich das Geschlecht ändern und starb in einer Touristenpension am Tschadsee an einer Überdosis Ketamin. Als ich aus dem Krieg zurückgekehrt bin (wir haben gesiegt, aber zu welchem Preis?!), war ich reif für radikale Veränderungen. Ich stimmte meine Gitarre einen Halbton tiefer und ging ins Artheater. Niemand bemerkte den Unterschied. Oder war ich nicht der Einzige, der sich verändert hatte? War die Welt um einen ganzen Halbton verstimmt? Der Stern BX471p in den magellanischen Wolken, den ich Kunst gegen Bares nennen ließ, wird durch die Unendlichkeit rasen, wenn alle, die wir lieben und alle, die wir hassen, längst zu Staub zerfallen sein werden, bis auch er sich auf das Vielfache seiner Größe ausdehnt und dann mit der Energieequivalente von drei Kestillionen Hiroschimaatombomben zu einem schwarzen Loch implodiert, um als Sternenseele durch die Ewigkeit zu schleichen.“ (Alexei Pavlovic, Sau Nummer Vier)

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(Foto: Tom Wolff)

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