Ich schweige nicht!

Oft werde ich gefragt, woher ich die Zeit und Kraft nehme, über all Dinge zu sprechen, die hier auf Tapfer im Nirgendwo immer wieder Thema sind. Die Antwort ist ganz einfach: Es bedarf deutlich mehr Zeit und Kraft, um zu schweigen!

Ich kritisiere den Islam, weil ich weiß, wohin das Schweigen aus Angst vor einer Religion führen kann. In meiner Kindheit war ich Messdiener in dem kleinen Dorf Haren-Erika. Dort habe ich die komplette katholische Erziehung erhalten: Taufe, Beichte, Kommunion, Firmung, Missbrauch – das volle Programm eben. Der Missbrauchsskandal in meiner Heimat wurde deutschlandweit bekannt. Im Jahr 1996 berichtete der Spiegel:

„Im Zollgrenzörtchen Haren-Erika an der holländischen Grenze sind die Straßen wie mit dem Lineal gezogen. Die Bewohner dulden kein Unkraut in ihren Rosenbeeten, und die Zierzäune vor ihren Haustüren sind immer frisch gelackt. Auffallend ist auch ein Kruzifix aus massivem Stein, das sich vor dem Gehöft des Bauern Josef Bonnarens erhebt. Bonnarens ist ein handfester Anfangsfünfziger im karierten Baumwollhemd und zählt zu den Dorfpatriarchen von Haren-Erika. Er gehört zu den Schlüsselfiguren einer Tragödie, die fast zehn Jahre unter Verschluss gehalten wurde und die die rund 1000 Erikaner nun doch mit voller Wucht getroffen hat.

Jahrelang hatte der Dorfpfarrer der Marienkirche ihm anvertraute Kommunionskinder und Messdiener sexuell mißbraucht. Bonnarens war schon früh über einen der ersten Fälle informiert. Doch der Mann schwieg. Und er schweigt bis heute. Wie er schweigt das ganze Dorf.

Die Bürger von Haren-Erika wünschen sich, daß diese furchtbare Geschichte nicht wahr ist, obwohl der Täter gestanden hat. Sie wollen nicht glauben, daß vorgefallen ist, wofür ihr ehemaliger Gemeindepfarrer Alois Bruns, 64, am vergangenen Mittwoch zu – überaus milden – zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt wurde: Von 1987 bis 1995 hat der Geistliche 14 Jungen aus dem Ort 227mal sexuell bedrängt, hat sie unsittlich berührt und gestreichelt. Und das, was vor Gericht verhandelt wurde, ist nur ein Teil der Vorgänge in Haren-Erika, wie aus der Anklageschrift hervorgeht.

Zunächst offenbarten sich über 20 Geschädigte, doch dann war ein Teil der Eltern plötzlich „nicht mehr an Strafverfolgung interessiert“, heißt es bei der Polizei. Die gläubigen Bürger von Haren-Erika hatten am Ende doch mehr Respekt vor ihrer Kirche, die den Geistlichen schützen wollte, erklärt Friedrich Lücken, Anwalt betroffener Eltern, den Mechanismus. Das alles sei doch „aufgebauscht“, lautet nun die gängige Formel im Ort.

Es fing an im April 1987. Die Nachricht erreichte Bonnarens, damals noch stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes, telefonisch: Ein achtjähriger Junge war vom Pfarrer der Marienkirche mißbraucht worden und sei nun völlig verstört, erklärte eine Verwandte des Buben. Der Priester hatte das Kind nach dem Kommunionsunterricht dabehalten, es auf seinen Schoß gesetzt, Hose und Unterhose heruntergezogen und sein Geschlechtsteil betastet.

„Überlegen Sie sich das gut mit der Anzeige, wenn Sie in Zukunft friedlich in Erika leben wollen“, rieten Bonnarens und der Kirchenvorstandsvorsitzende den Eltern unmissverständlich.“

An diesen Herrn Bonnarens muss ich jedes Mal denken, wenn Kritik am Islam als rassistisch bezeichnet wird.

In dem Dorf, in dem ich groß wurde, war Schweigen die große Tugend. Wer sich dem kollektiven Schweigegelübde widersetzte, galt schnell als „Netzbeschmutzer“. Als ich im zarten Alter von neunzehn Jahren das Thema des Missbrauchs durch meinen Pfarrer auf die Bühne meines Ortes brachte, titelte die lokale Zeitung:

„Inszenierung bis an die Grenzen des Geschmacks“

„Mutig sind sie schon, Gerd Buurmann, Christoph Lammers, Mella Ebel und Hanno Schulz, die jetzt zum zweiten Mal im Forum des Schulzentrums als Kabarettgruppe ‚Kulturschock‘ auftraten und es in keiner der rund dreistündigen Veranstaltung an Deutlichkeit fehlen ließen. (…) Kein Thema, und sei es noch so tabuisiert in einer Kleinstadt, war ‚Kulturschock‘ zu heiß. Da wird die ‚braune Vergangenheit‘ in Verbindung gebracht mit dem 9. November 1992 als vor einem Geschäft in Haren ein Reisigbesen Sinti und Roma das Betreten desselben vermiesen soll, die pädophile Vergangenheit eines ehemaligen Pastors gegeißelt und die Haltung der Amtskirchen dazu. Kindererziehung, Konsumverhalten und das ‚Einflößen von Gottesangst‘ wurden ebensowenig ausgespart wie der Geschichtsunterricht in Schulen, Reality-TV, Fernsehkonsum, Talkshows, die aktuelle Stadt- und Bundespolitik. Bewundernswert der Mut der vier Harener, in ihrer Heimatstadt so offen aufzutreten. Dennoch kann nicht verschwiegen werden, daß an manchen Stellen die Symbolik der Handlung übertrieben war und damit trotz künstlerischer Freiheit nicht mehr im Bereich akzeptablen Geschmacks lag.“

Der akzeptable Geschmack, mit dem war ich damals schon im Clinch. Es ist heute nicht anders. Aber ich schweige dennoch nicht, nicht damals, nicht heute, nicht morgen. Das habe ich mir damals in Haren geschworen. Reden ist nämlich keine Schande. Schweigen, wo Unrecht geschieht, das ist eine Schande!

Ich hatte damals Glück. Ich hatte zwar Eltern, die lange Zeit mit dem Dorf schwiegen, aber als ich begann, über all die Dinge zu sprechen, unterstützten sie mich, wo sie nur konnten (Danke Mama und Papa). Außerdem hatte ich gute Freunde in dem Dorf, die mir zur Seite standen (Danke Stefan, Anita und ‚Kulturschock‘). Es gab da vor allem ein Paar, das mir half, meine Angst und meinen Zorn in etwas konstruktives und kreatives zu verwandeln (Danke Horst und Günther). Damals lernte ich: Das Gegenteil von Krieg ist nicht Frieden, es ist Schöpfung! Wenn ich gefragt werde, was ich Menschen rate, denen was Schlimmes zugefügt wurde, sage ich folgende fünf Sätze:

Schweige nicht. Du bist stark! Es ist nicht Deine Schuld. Entmachte den Täter. Weigere Dich, das Opfer zu sein.

Wer andere Menschen unterdrücken will, wird immer versuchen, Worte zu kontrollieren. Worte nämlich können uns zum Weinen und zum Lachen bringen und im Lachen und im Weinen wohnt die Erkenntnis. Darum ist der größte Feind der Unterdrücker stets das freie Sprechen. Sie müssen dafür sorgen, dass die Opfer schweigen. Ich schweige nicht!

Am 10. Februar 2016 war Sabatina James zu Gast bei Markus Lanz. Sie berichtete von ihrem Leben als Muslimin, wie sie in Pakistan zwangsverheiratet werden sollte und von der Gewalt, die muslimische Frauen in ähnlichen Situationen immer wieder erleben müssen. Vor einigen Jahren konvertierte Sabatina James zum Christentum, was ihr ein Todesurteil eingebrachte. Seitdem hat sie keinen festen Wohnsitz mehr, da sie ständig auf der Flucht ist. Ohne Sicherheitskräfte kann sie keinen einzigen Schritt mehr in der Öffentlichkeit machen, da sie jederzeit und überall umgebracht werden kann. Mit in der Runde saß der Journalist Ulrich Kienzle. Seine Aufgabe bestand darin, die Erfahrungen von Sabatina James zu relativieren.

Kienzle: „Genau an dieser Stelle möchte ich schon widersprechen. Dass sie hier frei reden können, spricht doch gegen das, was sie gerade gesagt haben.“

James: „Ich kann hier nicht frei sprechen, weil ich hier mit einem Personenschützer da bin.“

Kienzle: „Sie können hier doch sagen, was sie wollen. Das kann Ihnen doch niemanden verbieten.“

James: „Hier bin ich da mit einem bewaffneten Personenschützer. Ich kann mich nicht mehr frei auf Deutschlands Straßen bewegen. Ich lebe unter einem Opferschutzprogramm und ich bin immer wieder darüber erstaunt, mit was für einer Leidenschaft die Islamisten verteidigt werden und soviel Einsatz bekomme ich für die Opfer nicht!“

Immer wieder, wenn Gewalttaten im Namen des Islam verübt werden, werden im öffentlichen Diskurs die Opfer weitestgehend ignoriert und stattdessen sofort eine Debatte über den Islam gestartet, die dann größtenteils aus der gebetsmühlenartigen Beteuerung besteht, die Täter hätten den Islam nicht verstanden. Markus Lanz zum Beispiel relativierte reflexartig: „Da gehen uns jetzt gerade etwas die Begrifflichkeiten durcheinander. Islam ist ja nicht Islamismus, also das muss man klar und sauber trennen.“ Kienzle reagierte sofort: „Es gibt den Islam nicht.“ „Genau“, betonte daraufhin Markus Lanz.

Stellen wir uns mal vor, bei Markus Lanz hätte ein Mann von seiner qualvollen Missbrauchsgeschichte in der katholischen Kirche erzählt und in der Runde hätte eine Kienzle gesessen, der dem Opfer erklärt, er solle bei all seinem erfahrenen Leid doch bitte differenzieren, da er sich sonst den Vorwurf gefallen lassen müsse, mit seinen Aussagen das Christentum zu beleidigen. Ich bin daher froh, dass Sabatina James diese Worte an Ulrich Kienzle richtete:

James: „Erzählen Sie das den Opfern, die zu uns kommen, die genauso nicht frei leben können wie ich, weil sie ständig darauf achten müssen, wo könnte ein Verwandter von mir leben, der mir nach dem Leben trachtet. Das ist das Problem! Wenn man selber noch nicht mit der Scharia in Konflikt geraten ist, kann man wunderbar erzählen.“

Kienzle: „Aber das mit Ihrer Hochzeit hat ja gar nichts mit Scharia zu tun.“

James: „Erzählen Sie das meinem Vater und überzeugen Sie ihn davon!“

Viel zu oft wird Opfern religiöser Gewalt erklärt, was die Religion bedeuten soll, aber viel zu selten den Tätern. Warum muss sich in einer Talkshow eine Frau, die Opfer von islamischen Fundamentalismus wurde und nun als ständiger Flüchtling vor islamischen Terror das Leben in Deutschland fristen muss, erklären lassen, was der Islam bedeutet? Wenn Ulrich Kienzle der Islam so wichtig ist, dann soll er mit jenen sprechen, die erklären, im Namen des Islams die Verbrechen zu begehen. Es ist einfach geschmacklos, Opfern religiöser Gewalt Nachhilfeunterricht in Religionslehre zu geben. Es ist so geschmacklos wie einem Holocaustüberlebenden zu erklären, er solle differenzierter über Deutschland sprechen, sonst sei er Rassist und teutonophob.

Richtig geschmacklos wurde es bei Markus Lanz am 11. Mai 2017. An dem Tag war Hamed Abdel-Samad zu Gast in der Sendung. Er verteidigte die Werte der Aufklärung, kritisierte die Werte des Islams und geißelte den Rassismus mancher Deutscher:

„Wir erwarten von uns sehr viel, aber wenn es um Muslime geht, dann haben wir eine gesenkte Erwartungshaltung. Ich halte das eigentlich für Rassismus. Ich nenne das den sanften Rassismus der gesenkten Erwartungshaltung.“

Den Begriff hat Hamed Abdel-Samad aus dem Englischen übersetzt. Er wurde von dem Redenschreiber Michael Gerson geprägt und später öfter vom Comedian Bill Maher benutzt: „soft bigotry of low expectations“.

Ulrich Kienzle saß ebenfalls wieder in der Runde bei Markus Lanz. Nachdem Hamed Abdel-Samad darüber berichtet hatte, dass er seit Jahren in Deutschland unter ständigem Polizeischutz leben muss, weil führende Gelehrte des Islams in öffentlich Medien zu seiner Tötung aufgerufen haben und deutsche Dschihadisten daraufhin erklärten, ihn umbringen zu wollen, sagte Kienzle:

Kienzle: „Sie haben aber auch ein bißchen mit dem Vorschlaghammer hingeschlagen!“

Hamed Abdel-Samad war sichtlich entsetzt über diesen Einwurf.

Abdel-Samad: „Sie rechtfertigen irgendwas, was sie nicht rechtfertigen dürfen gerade. Sie finden das jetzt eine natürliche Entwicklung? Sie akzeptieren das? Jetzt hat er genau die Logik der Fundamentalisten übernommen. ‚Aber Sie haben provoziert.‘ ‚Sie haben den Propheten kritisiert.‘ Wir kritisieren auch Jesus in Europa, Herr Kienzle. Guten Morgen! Warum nicht Mohamed? Sie haben gerade die Logik der Fundamentalisten übernommen, dass sie mich bedrohen, wenn ich Mohamed kritisiere. (…) Ich übe Religionskritik, wie es sie immer in Europa gegeben hat und ohne diese Religionskritik wären wir heute nicht da, sondern wäre Europa eine Diktatur. Diese Religionskritik ist wichtig. Warum versucht man, den Islam vor dieser Kritik zu verschonen? Ich verstehe das nicht!“

Ich verstehe das auch nicht! Aber ich verstehe so vieles nicht an der aktuellen Religionsdebatte, zum Beispiel, wie selbstverständlich manche Christen Mohamed zu einem Jesus vergewaltigen und behaupten, jede Religion habe im Grunde den selben Kern. Jesus war ein fundamentalistischer Hippie, der mit Huren, Sündern und Trinkern abhing, dem kaum eine Droge fremd war, der sich weigerte, zu sehr in die weltliche Politik einzugreifen und erklärte, wie man in den Himmel kommt, nämlich am besten arm und krank und natürlich nur durch ihn. Mohamed jedoch war ein Feldherr mit Vorliebe für Ehefrauen unter zehn Jahren, der deutlich und kriegerisch ins politische Weltgeschehen eingriff und im Namen Gottes erklärte, wie man sich am besten unterwirft, nämlich ganz und gar. Das sind gewaltige Unterschiede, die man nur mit einem gehörigen Willen zur Missionierung unterschlagen kann.

Christen wie Kienzle und Lanz erklären Menschen den Islam, die Opfer von muslimischen Gewalttätern wurden, die selbst erklären, im Namen des Islams zu handeln. Menschen wie Sabatina James und Hamed Abdel-Samad haben ganz andere Probleme. Sie schweben in permanenter Lebensgefahr. Sie müssen sich daher nicht um das Image des Islams sorgen und schon gar nicht ist es ihre Aufgabe, dafür zu sorgen, dass der Islam in einem guten Licht steht. Sie müssen sich vor Muslimen schützen, die glauben, den Koran so gut verstanden zu haben, dass sie sie töten müssen.

Wenn Christen wie Kienzle und Lanz unbedingt jemandem erklären wollen, was der Islam bedeutet, dann sollen sie zu den Muslimen gehen, die den Islam nutzen, um gegen die aufgeklärten und liberalen Werte zu hetzen. Das würden sie jedoch nich lange überleben. Stattdessen zwingen die die Opfer muslimischer Terroristen zum Islamunterricht. Von denen haben sie nichts zu befürchten. Das ist feige! Früher gingen die Kreuzzüge gegen den Islam. Da kämpften wenigstens noch Fundamentalisten gegen Fundamentalisten. Heute aber gehen Christen wie Kienzle und Lanz gegen die Opfer des Islams. Das ist noch ekelhafter!

Ulrich Kienzle soll mit jenen reden, die im Namen des Korans hassen, und Allah benutzen, um Hass zu säen. Für jeden Menschen, der glaubt, Islam bedeute Friede, müssen die Muslime, die im Namen Gottes hassen, schlimmer sein als alle Menschen, die den Koran verbrennen. Jedes mal, wenn irgendwo auf der Welt irgendjemand den Islam kritisiert, Mohammed verballhornt oder einen albernen Film über Muslime dreht, ist der Aufschrei in der islamischen Welt groß und Muslime gehen auf die Barrikaden. Wenn Islamisten die Menschlichkeit mit ihren Taten schänden und sich dabei auf Allah berufen, muss der Aufschrei um das vielfache lauter sein!

Mir ist egal, was der Islam bedeutet! Ich würde die Muslime, die brüllen und morden auch am liebsten schlicht Arschlöcher nennen, aber ich kann nicht ignorieren, dass sie sich selber als Muslime bezeichnen; sogar als wahre Muslime, berechtigt, für den Islam zu morden. Sie schneiden Köpfe ab, steinigen Frauen, hängen Homosexuelle und stechen Juden ab. Die Christen jedoch, die sich und anderen immer wieder einreden, Islam bedeute Frieden, ignorieren diese Tatsachen einfach. Sie ignorieren die Tatsache, dass die muslimischen Staatsoberhäupter der Länder, in den Homosexuelle getötet, Frauen unterdrückt und Juden verfolgt werden, den Islam anders sehen als sie. Und sie ignorieren, dass diese Oberhäupter von Millionen Muslimen in ihren Überzeugen unterstützt werden. Sogar mehr als die Hälfte aller Muslime in Großbritannien finden, dass Homosexualität verboten werden sollte!

Was soll „moderater Islam“ überhaupt bedeuten? Religionen sind nicht moderat! Sie sind immer radikal. Ein Buch mit dem Anspruch, Gottes Wort zu sein, kann nicht moderat sein. Dafür ist Gott selbst zu radikal! Alle Religionen sind immer nur dann tolerant, wenn sie keine staatliche Macht haben. Das Christentum wurde erst tolerant, nachdem die Aufklärung gesiegt hatte. Zurück ins Mittelalter möchte ich nicht. Dafür fürchte ich das Christentum zu sehr. Ich fürchte auch den Islam, denn ich weiß, wozu religiöse Menschen im Stande sind. Muslimische Täter erklären, ihre unmenschlichen Taten im Namen des Islams zu tun! Wem das nicht gefällt und wer den Islam retten möchte, soll mit den Tätern reden und ihnen erklären, was der Islam bedeutet. Der Opfern religiöser Fanatiker Nachhilfeunterricht in Religionslehre zu geben, ist schlicht unanständig. Sabatina James und Hamed Abdel-Samad wissen, wovon sie reden, sie haben es erlebt! Und Sie sind deshalb keine Rassisten!

Wenn ich einen Menschen kritisiere, weil er eine andere Hautfarbe hat, ist das Rassismus. Wenn ich einen Menschen aufgrund seines Geschlechts kritisiere, ist das Sexismus. Einen Menschen aufgrund seiner Überzeugungen und Ideologien zu kritisieren, nennt sich jedoch Aufklärung! Religionen sind Ideologien. Viele Menschen können sich zwar nicht aussuchen, im Sinne welcher Religion sie erzogen werden, aber sobald sie erwachsen sind, können sie ihre Vernunft nutzen und entscheiden, ob sie in diesem Glauben weiter denken wollen oder ihn lieber kritisieren. Diese Form der Kritik unterbinden zu wollen, ist nichts anderes als anti-aufklärerische Gesinnungstyrannei!

Wenn ein Mann darüber redet, wie er in der christlichen Kirche missbraucht wurde, dann wirft man ihm nicht Christenfeindlichkeit vor, man hört zu!

Wenn eine Frau darüber redet, wie sie in der muslimischen Gemeinde unterdrückt wurde, dann wirft man ihr nicht Islamfeindlichkeit vor, man hört zu!

Wenn ein Jude darüber redet, wie er in Deutschland verfolgt wurde, dann wirft man ihm nicht Deutschenfeindlichkeit vor, man hört zu!

Obwohl, es ist keine Pflicht, zuzuhören. Natürlich kann jeder sagen, was er will und die Kritiker von Ideologien sogar als Rassisten beschimpfen. Wir haben schließlich Meinungsfreiheit in diesem Land und das ist auch gut so, denn nur durch diese Freiheit kann ich erkennen, ob wer ein empathischer Mensch ist, der zuhört, wenn jemamd über seine Leiden berichtet oder vielmehr ein großes Arschloch, das in so einem Moment das Maul aufreißt, unterbricht, belehrt, dem Opfer Vorhaltungen macht oder ihm sogar eine Art Mitverantwortung für die Tat gibt. Solche Arschlöcher fragen eine Frau nach einer Vergewaltigung auch, ob ihr Rock vielleicht zu kurz war.

Ja, ich habe Arschloch gesagt. War das jetzt wieder bis an die Grenzen des Geschmacks? Meinetwegen! Aber es sind nur Worte und ich schweige nicht!

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16 Antworten zu Ich schweige nicht!

  1. k.knerzje schreibt:

    Wer redet sagt sicherlich auch mal etwas verkehrtes, trotzdem ist es besser als an der falschen Stelle zu schweigen

    • Aristobulus schreibt:

      … ähm, er kann aber auch gut copy+paste. Immerhin tut er dann das Richtige da hin, und dann wieder, und später hmmm nochmal. Aber richtig isses und bleibt es ja trotzdem.
      Muss man ja auch mal sagen 😉

  2. Lusru schreibt:

    Weisst du, Gerd Buurmann, hier habe ich eine Menge zu zu kommentieren:
    P U N K T
    Mehr geht nicht!
    Eigentlich war es das!
    Dennoch dies:
    Deine Ausführungen treffen rundum das Gezetere und Gezerre um die „richtigen“ Sichten, die „zu duldenden“ und die, die mit der geballten Kraft der mainstream-Medien und -Politiker (gemeint sind stets die konkreten Menschen dahinter), gelegentlich mit Äusserungen von Regierungsmitgliedern (damit mehr Gewicht hineingepokert wird) zu „bekämpfen“ sind.

    Auch einem „weltgewandten“ Moderator wie Markus Lanz oder einem stets etwas wischi-waschi-systemschmunzelnden (schmeichelnden? Weil geprägten?) Journalisten wie Kienzle (im Gegensatz zu seinem angeblichen Vorbild Scholl-Latour) dürfte eines klar sein:
    ISLAMISMUS, den auch ich sehr wohl von (nicht „vom“) Islam unterscheide, gäbe es nicht, wenn es nicht ISLAM gäbe.
    Wieder PUNKT.
    Islamismus ist der Versuch der radikalisierten Pervertion von Islam, besser:
    Dessen vorgeblicher FUNDAMENTALISMUS
    Womit wir bei deinem Gesamtthema sind: Keine Religion kommt ohne den Anspruch der Alleingültigkeit aus, und die Kräfte, die das mal einzupeitschen und mal durchzudrücken haben, sind die jeweiligen Fundamentalisten, sie sind zwar Derivate dieser Religionen, jedoch im Verständnis von Gerüst stützend.
    Keinen Fundamentalisten gäbe es, wenn das Kleid drumherum nicht existierte.

    So ist das, was nicht auf-, sondern zu erklären ist.

    Es gibt nur einen einzigen Fundamentalismus auf dieser Welt, der sich redlich seine Existenz, ja seine Notwendigkeit regelmässig erarbeitet und der Förderung bedarf:
    Es ist der zutiefst menschliche Geist, in dem du diesen Text erblühen lässt.

    Möge dieser uns und auch weiterhin dich behüten, und Lanzens und Kienzles oder anderen Dorf- oder wie auch immer-gewaltigen zu denken geben, immerzu.

    Nebenher:
    Die ständigen anbiedernden politischen Subjektivfragen eines Lanz sollten nicht zum Massstab von Bewertungen werden, sie spiegeln die beschränkte politische Weit- und Durchsicht des Herrn, der auch im einfachsten Fall stets auf die enge Anlehnung an den gerade laufenden mainstream achtet – im Bild verfolgbar, wie gerade in der beschriebenen Sendung gut erkennbar …

    • Aristobulus schreibt:

      Geschwätz.

      Es geht nicht um irgend nebulösen Allgemeinfundamentalismus als condition humaine: Davon ist ja nirgends die Rede außer beständig in Ihrem eigenen, nebulösen Diffusschädel.
      Denn es geht ja auch nicht um diesen, sondern es geht um den ISLAM, der sich nun mal aus den Koran speist, und der Koran istn nun mal ein Mordinstrument, das nun mal ständig angewandt wird: Jede Woche ermorden Mohammedaner mit Allahu-Akbar-Geschrei viele Menschen. Jede Woche finden drei bis vier Terroranschläge statt, manche mit zahlreichen Zerquetschten oder Zerfetzten.

      Und Sie G’schwäzzschädel wollen das auf pseudohumanistische Weise hinwegreden, indem Sie DIE QUELLLE dese dauernden Massaker einfach mal weglügen.

      GejnSe in der erd, HaFalzan.

      • Dritterzahn schreibt:

        Sehr geehrter Aristobulus,
        vielen Dank für Ihre klaren und deutlichen Worte. Ich kann mich Ihrer Sicht der Dinge nur anschließen : Der Islam ist ein organisiertes Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das kann man in aller Deutlichkeit und Klarheit sagen und jeder der es unternimmt, etwas anderes zu behaupten, kann und muß man als Dummschwätzer brandmarken.

        Wer den Islam goutiert, soll doch einfach nach Pakistan oder Bangladesh auswandern oder meinetwegen die Hadsch antreten.

        Was ist mit den jungen Frauen, die lebendig begraben wurden, nachdem sie des Ehebruchs bezichtigt wurden. Wohlgemerkt, nur das Mädchen, der Mann nicht.

        Was ist mit den Männern, die eine Homosexuelle „Orientierung“ haben und dann von Parkhausdächern (3 oder 4 Stock) heruntergeworfen werden (das Dorf oder Stadt als „Publikum“ ) .

        Was ist mit den Menschen, die es wagen zum Christentum oder Judentum konvertieren, die grausamst abgeschlachtet wurden – hat die Opfer jemand gekümmert?

        Liebe Islamunterstützer – es gibt im englischen den guten Spruch : Never miss a good chance to shut up .

        Und gebraucht eure Energie mal mit beiden Gehirnhälften zu denken – Allein schon aus Respekt vor den Opfern des Islam .

        PS : ich habe schon mit den Zeugen Jehovas Ergebnisoffenere Diskussionen geführt als mit den Linksbesessenen Islamverstehern.

        • Aristobulus schreibt:

          … wie sagt Bill Maher ab und zu (er ist ein Meister des ab und zu mal was Sagens, nämlich genau des grad nötigen Etwas, um dem Anderen freudnlich und ratzfatz die Luft aus den Segeln zu nehmen):
          „Well, how do you call a religion where you get KILLED when you change your religion-?“

      • aurorula a. schreibt:

        Jede Woche finden drei bis vier Terroranschläge statt,
        Optimist 😦
        So ca. 35 jede Woche. Heute: eine Familie von elf Leuten wird auf dem Weg zu einer Hochzeit in die Luft gesprengt (in Afghanistan). Gestern: IS-Überfall auf mehrere schiitische Dörfer in Syrien, mehr als fünfzig durch köpfen Massakrierte. Vorgestern: Überfall auf einen afghanischen Fernsehsender, fünf Journalisten und ein Wachmann ermordet.

        Sonst volle Zustimmung zum Kommentar! 🙂

  3. caruso schreibt:

    Nein, niemals sollst Du schweigen, lieber Gerd! Schlecht daran zu denken, daß Dz ea eines Tages
    vielleicht doch tust. Du hast die Gabe des Schreibenkönnens, Du hast Dir Wissen erarbeitet, Du denkst (von meinem zu früh verstorbenen Arzt-Bruder war das die größte Anerkennung: er/sie denkt) und läßt Deine Stimme hören. Gut so! Bleib so! – bis hundertundzwanzig! Mindestens!
    lg
    caruso

    • Aristobulus schreibt:

      🙂 Da schließe ich mich gern an.
      Zumal jemand Anderer (immerhin Nobelpreisträger) einst ja zum Anderen dieses hier gesagt hat, und nu ja, es war eigentlich nicht so gut, ja gar nicht gut, dass er das gesagt und so gesagt hat, wie er es gesagt hat, usf.:

  4. Furbaz schreibt:

    Lieber Gerd Buurmann, lieben Dank für Ihren Mut sich öffentlich so zu äussern. Habe Ihn leider nicht.
    Bin seit Jahren täglicher Leser, selten schreib ich Kommentare.
    Shalom

  5. Markus Posern schreibt:

    Respekt. Es stimmt. Zu viele schweigen, schauen nur zu. Würden mehr Menschen in diesem Land mehr lesen, beobachten, vergleichen, nachdenken, vorausschauen und dann ihre Meinung offen äußern, hätte ich noch Hoffnung.

  6. mühlstein schreibt:

    „Überlegen Sie sich das gut mit der Anzeige, wenn Sie in Zukunft friedlich in Erika leben wollen“, rieten Bonnarens und der Kirchenvorstandsvorsitzende den Eltern unmissverständlich.“

    Haben Sie damals die Leute angezeigt? Immerhin erfüllt dieser Satz den Tatbestand der Nötigung, sogar der Versuch ist strafbar.
    https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__240.html

Seid gut zueinander!

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