Die Botschafterin Israels kritisiert arte

Der Botschafterin Israels in Frankreich, Aliza Bin-Noun, hat arte aufgrund der Weigerung, die Dokumentation „Auserwählt und Ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ zu senden, scharf kritisiert. In einem Brief an den deutsch-französischen Sender spricht sie von einer „Verschleierung der Wirklichkeit“ und kritisiert „eine Verletzung des Rechts der Öffentlichkeit auf Information, insbesondere, wenn es um wichtige Themen wie Antisemitismus geht, der sich wieder gefährlich in Europa verbreitet.“

Aliza Bin-Noun diente als israelische Botschafterin in Ungarn von 2007 bis 2011. Im Jahr 2012 wurde sie zur Leiterin des Büros im israelischen Ministerium für auswärtige Angelegenheiten ernannt. Seit August 2015 ist sie als israelische Botschafterin in Frankreich tätig. Sie wuchs in Nahijya, im Norden Israels auf. Ihre ungarischen Großeltern väterlicherseits wurden im Vernichtungslager Auschwitz ermordet. Ihr Vater ist ein Überlebender des Holocausts.

Der Brief in Übersetzung:

„Frau Präsidentin,

Wir sind fassungslos und bestürzt zu erfahren, dass arte sich weigert die Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Antisemitismus in Europa“ unter der Regie von Joachim Schroeder und Sophie Hafner auszustrahlen, zumal sie auf Wunsch von Arte produziert wurde.

Diese Weigerung stellt eine Verschleierung der Wirklichkeit dar und ist eine Verletzung des Rechts der Öffentlichkeit auf Information, insbesondere, wenn es um wichtige Themen wie Antisemitismus geht, der sich wieder gefährlich in Europa verbreitet, was zu schwerwiegenden Folgen innerhalb der jüdischen Gemeinden, des Staates Israel und aller anderen demokratischen Gesellschaften geführt hat.

Frankreich, Israel und andere demokratische Staaten kämpfen gemeinsam gegen Antisemitismus im Namen der Werte, die uns verbinden. Dieser Kampf ist umso wichtiger, da der Antisemitismus heute wieder tötet. In Frankreich wurden im Jahr 2012 in Toulouse Kinder getötet, weil sie Juden waren; in Paris wurden im Jahr 2015 Franzosen im Hypercacher getötet, weil sie Juden waren; und es gibt noch so viele antisemitische Vorfälle in Frankreich und anderswo, die stets durch den blinden Hass auf Juden angetrieben waren.

Außerdem äußert sich Antisemitismus heute auch durch Antizionismus und trägt dazu bei, dass Existenzrecht Israels als Nationalstaat des jüdischen Volkes zu verneinen, den Staat Israel zu delegitimieren und seine Verbündeten und Freunde in Frankreich und Europa zu schaden.

Daher ist es von grundlegender Bedeutung, dass im Namen unserer Werte der Demokratie und der Meinungsfreiheit und in Übereinstimmung mit dem, was arte repräsentieren soll, diese Dokumentation von arte ausgestrahlt wird.“

Auch der Gesandte des Staates Israel an der Botschaft in Berlin, Emmanuel Nahshon, kritisiert arte in einem Brief an die Jerusalem Post scharf: „Israel glaubt, dass der Film gezeigt werden soll und wir finden die Entscheidung, ihn nicht zu zeigen, sehr verstörend.“ Er fügte hinzu: „Die europäische öffentliche Meinung sollte die Wahrheit wissen.“

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7 Antworten zu Die Botschafterin Israels kritisiert arte

  1. bobyleff schreibt:

    Ich bin sehr dafür, dass der Film gezeigt wird und habe ihn auch schon angeschaut.
    Zum Thema Israel hat er deutliche Defizite, die sicher teilweise der Begrenzung des Umfangs
    auf 90 Minuten geschuldet sind. Dazu lesenswert:
    https://www.washingtonpost.com/news/global-opinions/wp/2017/06/04/how-occupation-has-damaged-israels-democracy/?utm_term=.fbb24c20d8f5

    • Aristobulus schreibt:

      Lüge des Bobyleffs, der Defizite behauptet und die Lüge der Washington Post hier breittreten will: Dort wird das Politmantra „the occupation!“ unablässig wiederholt, wie zum Zweck der Gehirnwäsche.
      Tatsache: Es existiert keine „Besatzung“. Wer es jedoch behauptet, verzerrt die Tatsachen ins Gegenteil, damit die Israelis als Kolonialisten und Menschenrechtsverletzer dastehen: Das gilt in der vom Glauben an die universalen Menschenrechte bestimmten Gegenwart als das größtdenkbare Verbrechen.

      Zu jeder Zeit sucht sich der Antisemitismus just das entsprechende größtdenkbare Verbrechen und schmiert die Juden damit an.

      -Im Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert galt als größtvorstellbares Verbrechen die Lästerung Jesu, und also wurden die Juden mit dem Gottesmordvorwurf beschmiert, immer wieder. Die Resultate (Pogrome, Entrechtung, Vertreibung und Massaker) sind bekannt.

      -Im 19. Jahrhundert herrschte der allgemeine Glaube an die Einheit der Nation, an weiße Rasse und Vaterlandsliebe: Also wurde behauptet, immer wieder, dass die Juden die Einheit der Nation zerstörten, die weiße Rasse vergifteten und die Vaterlandsliebe unterminierten, bis zum dritten Reich. Die Resultate sind bekannt.

    • Frase0815 schreibt:

      Hier noch einmal Gegenstand der Produktion, entnommen der WDR-Homepage: „Die 90-minütige Dokumentation sollte einen Überblick über den erstarkten Antisemitismus in Europa geben und dabei den Blick auf verschiedene europäische Länder werfen.“
      http://www1.wdr.de/unternehmen/der-wdr/unternehmen/faq-arte-doku-antisemitismus-in-europa-100.html

      Was bitte schön hat die „Besatzung“ mit dem „erstarkten Antisemitismus in Europa“ in Europa zu tun? Hat Terrorfürst Abbas also doch recht, wenn er behauptet „Wenn die Besatzung endet, wird der Terrorismus verschwinden, es wird keinen Terrorismus im Nahen Osten und nirgends mehr sonst auf der Welt geben.“? Der Jude, die Gefahr für den Weltfrieden?
      Selbst wenn jede von Pallywood verbreitete Gräuel-Legende des Verhaltens der Israelis gegenüber den Palästinensern wahr wäre, ergäbe das trotzdem nicht 1 Nanogramm Rechtfertigung in Paris, Wuppertal oder wo auch immer Synagogen anzugreifen oder Juden zu foltern und/oder zu töten.

      Was ist daran so schwer zu verstehen?

      • Clas Lehmann schreibt:

        Es ist so wenig ausgewogen…? So gar nicht äquidistant…?

        Daran ist gar nichts unverständlich, das Unverständnis hat persönlichkeitsstrukturelle Gründe, kulturelle Wurzeln und familiengeschichtliche Nährböden, in unterschiedlichen Anteilen.

      • Aristobulus schreibt:

        Hahaa, Frase, Terrorfürstenpräsident Abbas‘ denkwürdiger Ausspruch „Wenn die Besatzung endet, wird der Terrorismus verschwinden, es wird keinen Terrorismus im Nahen Osten und nirgends mehr sonst auf der Welt geben“ ist haarstgenauestens die Bestätigung der zyklisch veränderten Eschatologie, die Schuld des Jud‘ betreffend, nicht?

        1877 hätte Abbas analog gesagt: „Wenn die Unterwanderung durch den Jud‘ endet, werden die europäischen Kriege und die französischen Revolutionen aufhören, es wird keine soziale Frage in Europa und nirgends mehr sonst auf der Welt geben!“

        1677 hätte Abbas analog gesagt: „Wenn die gotteslästerlichen Juden erst alle bekehrt sind, werden alles Kriegsgräuel und aller Unglaube verschwinden, es wird keine Teufeleien in kaiserlichen Landen und nirgends mehr sonst auf der Welt geben!“

        1937 hätte Abbas analog gesagt: „Wenn die Durchseuchung des deutschen Volkskörpers mit jüdischem Blute endet, werden die Verseuchung der deutschen Mädel mit jüdischem Dreck und die Schmach von Versailles verschwinden, es wird keine jüdische Kriegstreiberei in Deutschland und nirgends mehr sonst auf der Welt geben!“

        • Frase0815 schreibt:

          Ja Ari, so kommt zusammen, was zusammen gehört. Die einen bekommen ihre Erlösung durch das Ende der Besatzung (was ja nur der erste Akt der ganz großen Erlösung darstellt), die anderen können sich mit Tränen in den Augen vor die Kamera stellen und beweinen, dass es ja eine große Belastung sei, dass „DIE eigentlich dasselbe tun, was ihnen selbst widerfahren ist“. Da habe ich mich beim Anschauen dann gefragt, ob das nicht Freudentränen waren (Endlich kein schlechtes Gewissen mehr, Hurra!).

Seid gut zueinander!

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