WDR-Faktencheck entlarvt arte als einseitig und anti-israelisch

Im sogenannten „Faktencheck“ zur Diffamierung der Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner lässt der WDR Ingrid Rumpf zu Wort kommen. Sie ist die Vorsitzende des Vereins, der für die Organisation der sogenannten Nakba-Ausstellung verantwortet. Was sie sagt, rückt arte in ein ganz dubioses Licht:

„Mir wurde gesagt, die Aufnahmen seien für einen Film, den das Team für Arte produzieren würde und der sich mit den Auseinandersetzungen bei der Diskussion über den Nahostkonflikt in Deutschland befassen werde. Im Vertrauen darauf, dass der Film für Arte produziert werden solle, habe ich und haben auch andere Interviewpartner angenommen, dass es sich um ein seriöses Vorhaben handeln würde, das durchaus auch in unserem Interesse sein würde.“

Für Ingrid Rumpf ist arte also ein Sender, der im Interesse der sogenannten Nakba-Ausstellung berichtet. Das ist ein entlarvendes Urteil, kommt es doch von einer Frau, die für eine deutlich einseitige Ausstellung gegen Israel verantwortlich ist. Wer solche erklärte Freundinnen hat, kann viel von sich behaupten, aber Neutralität und Objektivität gehören nicht dazu, schon gar nicht, wenn sich der Sender dann auch noch weigert, eine Dokumentation auszustrahlen, die es gewagt hat, die Ausstellung aus guten Gründen zu kritisieren. Arte zeigt hier ganz eindeutig: Wir haben eine Agenda und die lassen wir uns durch Rundfunkgebühren finanzieren!

Schauen wir uns mal die Ausstellung an, dessen Veranstalterin sagt, arte sei ein Sender, dem sie vertraut, weil er in ihrem Interesse berichtet.

Die Nakba-Ausstellung erklärt, das Schicksal und Leid der palästinensischen Bevölkerung dokumentieren zu wollen. Das ist erstmal eine gute Absicht, die so auch die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) in Bremen unterstützt:

„Wer ein Ende des Konflikts, wer Aussöhnung und friedliches Zusammenleben in der Region erreichen will, muss dieses Schicksal kennen und anerkennen.“

Die DIG fügt jedoch hinzu:

„Die „Nakba-Ausstellung“ stellt jedoch die Ursachen und die Verantwortung dafür falsch dar und kommt deshalb zu falschen Schlussfolgerungen.“

Tatsächlich nimmt es die Nakba-Ausstellung mit der historischen Korrektheit nicht zu genau. Die Vollversammlung der Vereinten Nationen beschloss am 29.11.1947 mit großer Mehrheit, jeweils einen eigenen Staat für die arabische und für die jüdische Bevölkerung zu errichten. Die jüdische Bevölkerung nahm das Angebot an, die arabische Seite lehnte jedoch ab. Die Gründung eines palästinensischen Staates wurde somit nicht von Juden verhindert, sondern von den arabischen Nachbarn, weil sie kein freies Palästina wollten. Sie wollten sich das Land selbst einverleiben, wie der Staat Jordanien, der sich über 70% des als Palästina bezeichneten Gebiets unter den Nagel riss, ohne dass das heute auch nur noch ein Thema bei den vermeintlichen Palästinafreunden ist, obwohl Palästinenser in Jordanien Bürger zweiter Klasse sind, in Gaza als Geisel einer Diktatur leben, in den Gebieten der palästinensischen Autonomie von einem Mann regiert werden, den sie nicht gewählt werden und nur in Israel als gleichberechtigte Bürger des Landes leben. Diese „Freunde Palästinas“ mögen Palästinenser nicht. Sie hassen Palästinenser. Darum verfolgen und boykottieren sie auch Palästinenser, die mit Israelis zusammenarbeiten. Die Hasskampagne BDS zum Beispiel richtet sich brutal gegen Palästinenser, die mit Israelis zusammenarbeiten und fordert deren Boykott.

Am Tag der Staatsgründung wurde Israel von mehreren arabischen Staaten angegriffen, obwohl Israel in der Unabhängigkeitserklärung betont hatte:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Das erklärte Ziel der Angreifer war die totale Vernichtung Israels. Aus dieser erklärten Absicht eines zweiten Holocausts kurz nachdem die Vernichtungslager in Europa befreit worden waren, entwickelte sich ein bewaffneter Kampf, weil sich Juden diesmal als Soldaten eines eigenen Landes verteidigen konnten. Aus dieser Verteidigung eskalierte die Auseinandersetzung auch für die arabische Seite, weil die Situation immer erst dann für beide Seiten eskaliert, wenn sich die eine Seite wehrt, von der anderen Seite ausgerottet zu werden.

Die Nakba-Ausstellung verschweigt diese Tatsachen vollständig, dabei liegen in der Absicht zur Vernichtung des jüdischen Volkes im Nahen Osten Ursprung und Ursache der sogenannten „Nakba“, also der „Katastrophe“ für den Teil des arabischen Volks, der sich später als Palästinenser bezeichnen sollte, obwohl das Wort Palästinenser vor der Gründung des Staates Israel noch ein Synonym für Jude war. Golda Meir zum Beispiel war eine Palästinenserin.

Dieser Angriffskrieg der arabischen Staaten war die Ursache der großen Fluchtbewegung der palästinensischen Bevölkerung. Die DIG schlussfolgert daher vollkommen korrekt:

„Viele Menschen flohen, oft auch in der Hoffnung auf Wiederkehr nach einem arabischen Sieg, aber es gab auch Vertreibungen aus den Kriegsgebieten. Das war eine Katastrophe für die Menschen, aber die Ursache war der Angriffskrieg der Araber, ihr gescheiterter Versuch, den jüdischen Staat zu zerstören.“

Die sogenannte Nakba-Ausstellung verschweigt auch die brutale Vertreibung von 850.000 Juden aus ihren Heimatländern im Nahen Osten. Mittlerweile gibt es sogar arabische Nationen, die ihre Vertreibungspolitik derart perfektioniert haben, dass seit dem Jahre 2001 dort kein einziger Jude mehr lebt, zum Beispiel Libyen und Algerien. Während somit in Israel heute 190% so viele Araber leben wie 1948, und zwar als vollwertige Bürger eines demokratischen Landes, leben in den arabischen Ländern heute nur 0,9% so viele Juden wie 1948. Darüber schweigt die sogenannte Nakba-Ausstellung.

Die Ausstellung schweigt ebenfalls darüber, dass die Hamas in ihrer Gründungscharta die Vernichtung des gesamten jüdischen Volkes weltweit fordert und die Fatah Judenmörder ehrt und deren Familien mit hohen Renten belohnt. Die DIG erklärt daher:

„Das Leid der Menschen in dieser Region kann nur beendet werden, wenn das Ziel aufgegeben wird, Israel zu zerstören, und wenn auf Gewalt als Mittel politischer Auseinandersetzung verzichtet wird. Das wäre Friedenspolitik. Die „Nakba-Ausstellung“ leistet dazu keinen Beitrag.“

Die Nakba-Ausstellung leistet jedoch einen Beitrag zur Dämonisierung und Delegitimierung Israels, indem doppelte Standards an das kleine Land angelegt werden. Diese drei Ds jedoch sind die Markenzeichen des Judenhasses. Genau darum geht es in der Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner. Die Dokumentation zeigt den Judenhass in Europa, wie er sich in den frühen Zeiten des Christentums verfestigt hat, durch Luther brutalisiert und durch Philosophen, Schriftsteller und Komponisten in Europa gerechtfertigt wurde und schließlich von den Nazis zur industriellen Massenvernichtung von Menschen gemacht wurde. Den Fokus aber richtet die Dokumentation auf den mörderischen Judenhass des 21. Jahrhunderts in Europa und kommt zu einem erschreckenden Ergebnis:

Der Judenhass wurde von Europa in die arabische Welt exportiert, um dann mörderisch nach Europa zurückzukehren und zwar in Form einer brutalen und durch europäische und christliche Organisationen finanzierten „Kritik“ an Israel, die sogar vor Verfolgung und Mord nicht mehr zurückschreckt. Die letzten Sätze der Dokumentation, gesprochen von einem französischen Juden, machen klar, wie der Judenhass des 21. Jahrhunderts in Europa mörderisch werden konnte:

„Niemals, ich bin überzeugt, niemals wären die Araber in Frankreich den Juden gegenüber gewalttätig geworden, hätte man sie nicht überzeugt, dass es ihre Pflicht ist, sich mit ihren Glaubensbrüdern in Palästina solidarisch zu zeigen. Sie hätten das sonst nie gemacht. Aber man hat ihnen eingeredet, dass das notwendig ist und da ein Teil derer, die Macht haben, sich so etwas erlaubt haben, hat das für sie die Attacken gerechtfertigt und sie unterstützt.“

Die Leute, die diesen Menschen den Hass eingeredet haben, sind Menschen aus Europa, Christen, linke und rechte Aktivisten, Politiker, aber auch Journalisten und Redakteure der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Der Film sagt also: Alle Morde, die in Europa im 21. Jahrhundert von Muslimen an Juden begangen wurden, sind Resultat einer europäisch-christlichen Propaganda gegen Juden und Israel!

Jetzt steht sogar im „Faktencheck“ des WDR, dass arte ein Sender ist, der von jenen Menschen geschätzt wird, die kein gutes Haar an Israel lassen. Der „Faktencheck“ verdeutlicht damit, dass die bisherige Art, wie arte und manch andere öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt über Israel berichtet haben, in einer Form einseitig und unausgewogen war, dass dadurch judenfeindliche Ressentiments geschürt wurden. Im Lichte dieser Fakten ist die Weigerung von arte, die Dokumentation auszustrahlen und die Verhaltensweise des WDR, die Dokumentation mit allen Mitteln zu diffamieren, ein beispielloser Skandal.

Gerade in diesem Zusammenhang lässt es aufhorchen, wenn die Veranstalterin der Nakba-Ausstellung dem WDR schreibt, nachdem sie die Dokumentation gesehen hatte:

„Insgesamt hat sich das Filmteam jedenfalls aus meiner Sicht sehr unseriös verhalten und mein Vertrauen in Objekte journalistische Berichterstattung nicht gerade befördert.“

Der Programmchef des WDR, Jörg Schönenborn, bezeichnet sich selbst gerne als Anwalt des Zuschauers und betont das hohe Vertrauen, dass der Sender in der Bevölkerung besitzt. Wenn dieses Vertrauen jedoch benutzt wird, um gegen Israel in einer Form zu berichten, dass Israelhetzer zufrieden sind und ganz außer sich geraten, wenn Israelkritiker mal selbst kritisiert werden und die Sender dann sogar noch zu Komplizen der Israelkritiker werden und Kritik an Israelkritiker diffamieren, verleumden und unter Verschluss zu halten suchen, dann wurde eine Stufe der Agenda erreicht, die nach Konsequenzen und Rücktritte schreit.

Hier wurden Rundfunkgebühren zur Verbreitung einer anti-israelischen Agenda veruntreut, die bereits die Grenze zum Antisemitismus überschritten hat. Das sage nicht ich, das steht im „Faktencheck“ des WDR. Ein gelassenes Aussitzen der öffentlich-rechtlichen Anstalten ist keine Alternative mehr. Es muss Konsequenzen geben!

***

Nachtrag: Mittlerweile fordert sogar eine israelische Nichtregierungsorganisation Konsequenzen vom WDR, nicht wegen der Dokumentation selbst, sondern aufgrund des „Faktenchecks“ des WDR, da sie sich durch eben diesen „Faktencheck“ diffamiert sieht. Die Organisation NGO Monitor hat folgenden Brief an den WDR geschickt:

„In der Presseerklärung des WDR zur Antisemitismus-Dokumentation vom 8. Juni 2017 betont der WDR wiederholt die Bedeutung journalistischer Standards. Insbesondere wird in der Presseerklärung behauptet, in dem Film würden unzutreffende Behauptungen aufgestellt und Mutmaßungen als Tatsachen dargestellt und die Filmemacher hätten es verabsäumt, sich mit den betroffenen Einzelpersonen und Gruppen in Verbindung zu setzen. Es liegt daher eine gewisse Ironie darin, dass der WDR genau diese Standards in seinem „Faktencheck“ mit dem Eintrag „33:43 Min. – Prof. Steinberg und NGO Monitor“ verletzt hat.

Der WDR diffamiert NGO Monitor mit der Behauptung, sie sei „keine unabhängige Organisation“. Tatsächlich unterliegt NGO Monitor keinerlei Einflussnahme von Regierungsstellen oder privaten Organisationen. Als gemeinnützige Organisation erhalten wir selbstverständlich Spenden von Privatpersonen und Stiftungen, doch beeinträchtigt dies in keiner Weise unsere Unabhängigkeit.

Die Behauptung, dass NGO Monitor „enge Verbindungen“ zum Institute for Zionist Strategies unterhalte, beruht auf sieben Wörtern in einem Artikel in der Zeitung Haaretz. Darin ging es um ein Vorstandsmitglied und nicht um einen Beschäftigten der Organisation. Offenbar wurde diese Information in den „WDR Faktencheck“ aufgenommen und dort aufgebauscht, um die Nachforschungen von NGO Monitor als tendenziös zu denunzieren.

Die Darstellung des WDR beinhaltet einen zweideutigen Satz, der NGO Monitor mit der politischen Agenda der Besiedlung des Westjordanlands in Verbindung zu bringen scheint. Der Syntax ist nicht eindeutig zu entnehmen, ob diese Agenda nur die des Institute for Zionist Strategies sein soll, oder auch die von NGO Monitor. Im ersteren Fall würde es sich um Sippenhaftung handeln, im letzteren um eine unzutreffende Behauptung, da NGO Monitor eine unparteiische Forschungsorganisation ist, die in der Siedlungsfrage keine Position vertritt.

Es ist besonders bedauerlich, dass der WDR sich nicht mit NGO Monitor in Verbindung setzte, um diese Behauptungen abzuklären. Dies ist umso erstaunlicher, als Sie und ich am 14. und 15. Juni per Email in Verbindung standen, wodurch Sie jede erdenkliche Gelegenheit gehabt hätten, diese Informationen vor ihrer Veröffentlichung zu verifizieren.

Wir verlangen daher den sofortigen Widerruf dieser diffamierenden und unzutreffenden Informationen über NGO Monitor, die Sie auf der Website des WDR im Zusammenhang mit der Dokumentation veröffentlichten. Erforderlichenfalls werden wir den Rechtsweg beschreiten.

Naftali Balanson
Chief of Staff
NGO Monitor

P.S. Es gibt im „Faktencheck“ des WDR zahlreiche unzutreffende Behauptungen. Diese werden wir in einem separaten Memorandum richtigstellen.“

Es kann somit ohne Zweifel festgestellt werden:

Der sogenannte „Faktencheck“ des WDR beinhaltet deutlich mehr Fehler und handwerkliche Mängel, als die Dokumentation selbst!

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