Ein beispielloser Skandal: Der WDR grenzt Journalisten aus!

„Wenn Sie die von Ihnen propagierten Standards immer anwenden würden, dann hätten Sie nur Testbilder!“ (Michael Wolffsohn an den WDR-Programmchef Jörg Schönenborn)

Wenn ich etwas schlecht finden möchte, finde ich einen Grund und wenn ich etwas schlecht machen möchte, dann finde ich einen Weg.

Das dachte sich wohl der WDR in Anbetracht der Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner und nutzte seine gesamte Infrastruktur, um über die Dokumentation in Abwesenheit der Filmemacher zu richten. Warum die Filmemacher nicht eingeladen wurden, erklärte Sandra Maischberger in der Talkshow am 21. Juni 2017 sehr ehrlich:

„Es ist, wenn man über die Inhalte sprechen möchte, vielleicht nicht gut, wenn der Autor da ist, weil er dann über den Film reden möchte und über den Umgang.“

Mit anderen Worten: Der WDR redet über die Inhalte des Films, verurteilt die Dokumentation in brutalster Art und Weise, nutzt seine breite und von deutschen Beitragszahlenden finanzierte Infrastruktur, um über die Dokumentation zu richten und Sandra Maischberger erklärt frank und frei, es wäre nicht gut gewesen, wenn die Filmemacher bei diesem öffentlich-rechtlichen Schauprozess anwesend gewesen wären, weil sie sich dann ja gegen diesen Umgang hätten wehren können und grenzt die Journalisten einfach aus! Dass die Talkshow ein Prozess war, bestätige Jörg Schönenborn in der Talkshow selbst, indem er erklärte: „Ich bin der Anwalt der Zuschauer.“

Ich bin einer der Zuschauer und es läuft mir kalt den Rücken herunter, wenn ich mir klar mache, dass von meinen Rundfunkbeiträgen ein Fernseh-Schauprozess in Abwesenheit der Angeklagten finanziert wird und dann auch noch ein Richter erklärt, als Anwalt in meinem Namen zu wirken. Ware Jörg Schönenborn wirklich mein Anwalt, ich würde ihn feuern!

Als Jörg Schönenborn von Michael Wolffsohn damit konfrontiert wurde, dass es in der Vergangenheit viele öffentlich-rechtliche Berichte gab, in denen Israel kritisiert wurde und dabei nachweislich falsche Tatsachenbehauptungen verbreitet wurden, gab Jörg Schönenborn keine Erklärung zu diesen Fehlleistungen ab. In meinem Artikel „Ich klage an!“ habe ich eine lange Liste journalistischer Fehlleistungen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten dokumentiert. Michael Wolffsohn konfrontierte Jörg Schönenborn im Verlaufe der Sendung wiederholt mit Berichten, die deutlich fehlerhafter waren als die Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ und dennoch und vor allem ohne Faktencheck gesendet wurden. Jörg Schönenborn ignorierte jedes Mal diese Kritik und wich jedes Mal auf ein anderes Thema aus, nicht ohne die Ablenkung mit einem herablassenden „mein lieber Herr Wolffsohn“ einzuleiten, um zu zeigen, wer der Herr im Hause war.

Der sogenannte „Faktencheck“, der vom WDR präsentiert wurde, beinhaltete mehr Fehler und handwerkliche Mängel, als die Dokumentation selbst!

Hätte der WDR an seinem Talkshow-Tribunal und an den „Faktencheck“ die gleiche Messlatte angelegt wie an die Dokumentation von Joachim Schroeder und Sophie Hafner, die Ausgabe von Maischberger hätte nie gesendet und der „Faktencheck“ nie veröffentlicht werden dürfen! Schauen wir uns mal ein paar der vermeintlichen Mängel an:

Als im Mittelalter die Pest wütete und viele Christen daran starben, erhoben sie den Vorwurf der Brunnenvergiftung gegen Juden. Der Vorwurf fiel nicht zufällig auf Juden, denn lange zuvor waren in ganz Europa sogenannte Judenbilder verbreitet worden, die den sozial ausgegrenzten Juden Heimtücke, Schadenzauber und Verschwörungen gegen die Christenheit zugeschrieben hatten. Außerdem wurden Juden aufgrund ihrer religiös verankerten Hygienevorschriften oft weniger von Epidemien getroffen als die übrige Stadtbevölkerung. Statt aber die Schuld bei sich selbst zu suchen und dem Versäumnis, sauberes Wasser zu erschließen, verfolgten Christen Juden.

Das war das Mittelalter. Heute ist es nicht viel anders! Am 23. Juni 2016 war Mahmud Abbas zu Gast im Parlament der Europäischen Union. Er nutzte seine Rede, um zu schauen, wie sehr die abfälligen Juden- und Israelbilder bereits Früchte getragen haben, indem er offen und ganz direkt die mittelalterliche Lüge vom brunnenvergiftenden Juden verbreitete. Er behauptete, es gäbe gewisse Rabbiner, die beauftragt hätten, Brunnen zu vergiften.

Natürlich war das alles gelogen. Es gibt diese Rabbiner nicht und Juden vergiften heute so wenig die Brunnen wie im Mittelalter, aber Abbas wollte wissen, ob die Juden- und Israelbilder in Europa bereits so viel erreicht haben, dass diese Lüge wieder offen in Europa verbreitet werden können. Sie können! Abbas sollte nicht enttäuscht werden. Am Ende der Rede gab es sogar stehenden Applaus vom Parlament. Am 23. Juni 2016 applaudierte sich die Europäische Union zurück ins Mittelalter.​​

Der Brunnenvergiftervorwurf von Abbas war eine derart offensichtliche Lüge, dass selbst Abbas sie nicht lange aufrecht erhalten konnte. Nur zwei Tage später, am 25. Juni 2016, veröffentlichte die Presseabteilung von Mahmud Abbas folgendes Statement:

„Nachdem es offensichtlich geworden ist, dass es die angeblichen Aussagen eines Rabbiners, palästinensische Brunnen zu vergiften, wie es verschiedenen Medien berichtet haben, nicht gegeben hat, erklärt Präsident Mahmud Abbas, dass er damit keine schädlichen Auswirkungen auf das Judentum verursachen wollte und nicht die Absicht hatte, das jüdische Volk zu beleidigen.“

Die Dokumentation berichtet von diesem Vorfall. Der WDR aber erklärt:

„Der Kommentartext fügt dem Zitat von Abbas weitere Inhalte hinzu: „Rabbiner planen palästinensische Brunnen zu vergiften.“ Von „Brunnen“ spricht Abbas hier jedoch nicht, auch nicht von „Plänen“ der Rabbiner, das Wasser zu vergiften. Ebenso ist in den ausgestellten Zitaten keine Rede von „Landraub“. Aus dieser Interpretation wird die Behauptung abgeleitet, die Rede Abbas stünde in einer Tradition, die den Juden seit dem Mittelalter vorwirft, Brunnen zu vergiften, um sie dadurch „zu enteignen, zu vertreiben und zu ermorden“. Abbas spricht in seiner Rede, aus der die zuvor kommentierten Zitate isoliert wurden, zudem von dem Ziel einer friedlichen Koexistenz zweier Staaten Israel und Palästina.“

Ach so, Abbas hat nicht „Brunnen“ und „Pläne“ gesagt und deshalb ist es wohl okay, dass er behauptet hat, Juden würden Wasser vergiften. Ausserdem soll er gesagt haben, er stünde für eine friedliche Koexistenz. Das hätte der Dokumentation nicht erwähnt. Stimmt. Das hat die Dokumentation nicht erwähnt. Sie hat aber auch nicht erwähnt, dass Abbas einst sagte:

„In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.“

Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah sprach Mufti Muhammad Hussein, den Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt hat, folgende Worte in die jubelnde Menge:

„Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben.“

Im Jahr 2005 wurde Abbas zum Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde gewählt. Seine Legislaturperiode endete jedoch am 9. Januar 2009. Seitdem hält er sich ohne Legitimation an der Macht. Im Jahr 2015 bezeichnete Abbas den Mord an einem israelischen Ehepaar durch palästinensische Terroristen als „heldenhaft“. Nicht wenige Judenmörder und deren Familien bekommen von Abbas‘ Fatah stattliche Renten für ihre terroristischen Bluttaten.

All das hat die Dokumentation nicht erwähnt! Das aber kritisiert der WDR nicht. Der WDR bemängelt, dass Abbas zu negativ dargestellt wurde, obwohl die übelsten Sachen gar nicht erwähnt wurden. Der WDR bemängelt auch, dass über Wagner und Luther schlecht geredet wird:

„Die angerissene historische Entwicklung des Antisemitismus im Neuen Testament, in Schriften von Martin Luther, Molière, Richard Wagner und anderen lässt den jeweiligen historischen Kontext völlig außer Acht.“

Martin Luther schreibt in seinem Werk „Von den Jüden und ihren Lügen”:

„Die Juden sind ein solch verzweifeltes, durchböstes, durchgiftetes Ding, dass sie 1400 Jahre unsere Plage, Pestilenz und alles Unglück gewesen sind und noch sind. Summa, wir haben rechte Teufel an ihnen.“

In seinem „Handbuch über die Judenfrage“ fordert Martin Luther jene Dinge, die im 20. Jahrhundert am Wannsee in Berlin zur deutschen Staatsräson erklärt wurden:

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich.“

Richard Wagner wiederum schrieb den judenhassenden Aufsatz „Das Judenthum in der Musik“, um „das unwillkürlich Abstoßende, welches die Persönlichkeit und das Wesen der Juden für uns hat, zu erklären, um diese instinktmäßige Abneigung zu rechtfertigen, von welcher wir doch deutlich erkennen, dass sie stärker und überwiegender ist, als unser bewusster Eifer, uns dieser Abneigung zu entledigen.“

Der WDR aber bemängelt jedoch einen fehlenden Hinweis auf den Kontext. Vermutlich hätten die Filmemacher erklären sollen, dass Judenhass damals einfach zum guten Ton gehörte. Generell ist der WDR empört darüber, wie über das Christentum gesprochen wird. Der WDR bemängelt:

„Das Kruzifix ist beispielsweise nicht, wie es der Text implizieren könnte, ein Symbol für Judenhass, sondern für das Schultern der Sünden dieser Welt.“

Nirgendwo in der Dokumentation wird das Kruzifix als Symbol des Judenhassen bezeichnet. Der WDR lügt hier einfach. In der Dokumentation heißt es:

„Apropos Kultur, die christliche Kultur. Die Mutter allen Judenhasses. Jedes Kruzifix ein Zeugnis des christlichen Plots. Für eine Handvoll Silberlinge haben die Juden den Messias verraten.“

Dazu aber sagt der WDR:

„Hier ist allerdings wichtig zu unterscheiden, dass der Begriff des Antisemitismus erst Mitte des 19. Jahrhunderts entstand. Antijudaismus war religiös motivierte Judenfeindlichkeit. Der Antisemitismus jedoch postulierte eine Vorherrschaft der Juden in der kapitalistischen Gesellschaft und ihre Unterlegenheit als Rasse.“

Mit anderen Worten: Weil der Antisemitismus früher Judenhass hieß, hat ein Hinweis auf diesen Judenhass, der dem Antisemitismus einen fruchtbaren Boden bereitete, nichts zu suchen. Das ist das Niveau des „Faktenchecks“. Ich wundere mich, dass so eine journalistische Drecksarbeit durch Gebühren finanziert wird. in jedem freien Medium würden über so eine „Arbeit“ Köpfe rollen.

Gänzlich peinlich wird es, als der WDR diese Stelle in der Dokumentation bemängelt. In der Dokumentation heißt es:

„Hässliche Ironie der Geschichte: Erst dient der Mufti den Nazis – wenig später der PLO und dem palästinensischen Befreiungskampf durch Terror.“

Im Kontext der Aussage wird klar, dass damit nicht der Mufti in Person gemeint ist, sondern die Struktur, die der Mufti geschaffen hat und die Erben, die in seinem Namen weiter hassen. Der WDR aber bemängelt:

„Die PLO wurde erst 1964, knapp 20 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, gegründet.“

Das ist kein handwerklicher Mangel, sondern die erklärte Absicht des WDR, die Dokumentation misszuverstehen, um sie verurteilen zu können. Von diesem angeblichen Mängeln gibt es viele und es ist ein Skandal, dass der WDR damit durchkommt. Für mich stellt das eine Veruntreuung von Rundfunkgebühren dar. Der Höhepunkt der Veruntreuung kommt aber noch:

Am 13. November 2015 wurden im Zuge einer dschihadistischen Terroranschlagserie in Paris hunderte Konzertbesucher während des Auftritts der Band Eagles of Death Metal im Konzertsaal des Bataclan von drei schwer bewaffneten Terroristen als Geiseln genommen. Die Terroristen feuerten mit Kalaschnikow-Sturmgewehren in das Publikum und warfen Handgranaten in die Menge. Insgesamt wurden im Bataclan-Theater 90 Menschen ermordet. Das Theater wurde von den Mördern nicht zufällig gewählt.

Am 20. Dezember 2008 drehten arabische Terroristen einen Film des Hasses über das Theater und Caféhaus Bataclan, in dem am 13. November 2015 brutal gemordet wurde. Damals drängten vermummte Männer zum Eingang des Bataclans mit einer klaren Nachricht für die jüdischen Besitzer. Ein Mann sprach:

„Der Zorn und die Revolte in meinen Vierteln ist etwas, das wir nicht länger kontrollieren können, darum haben wir eine Nachricht für die Leiter dieses Theaters. Heute bin ich noch nett, aber eins sollten Sie wissen, mit all den Männern, die wir hinter uns haben, wir werden sie nicht mehr lange zurückhalten können. Das ist es, was ich sagen wollte und jetzt werde ich zurückziehen. Aber wisse das, wir werden mit Ungeduld warten!“ 

http://www.liveleak.com/view?i=4d8_1447514351

Dieses Video wurde als Propagandavideo von Terroristen für Terroristen gemacht. Sogar noch kurz von den Anschlägen wurde dem Bataclan mit Anschlägen gedroht. Die Bedrohungslage wurde so heftig, dass die jüdischen Besitzer das Theater kurz vor dem Anschlag verkaufen mussten.

An dem Tag des Anschlags spielte die Band Eagles of Death Metal in dem Theater. Die Band hatte sich ebenfalls bei islamischen Fundamentalisten und deren Unterstützer sehr unbeliebt gemacht, da sie sich lautstark gegen Israelhass ausgesprochen hatte. Einige Monate vor dem Anschlag zum Beispiel wurde die Band unter anderem vom Pink Floyd Mitbegründer Roger Waters aufgefordert, einen geplanten Auftritt in Israel abzusagen, da Israels Behandlung von Palästinensern laut Roger Waters mit den Verbrechen der Nazis zu vergleichen sei. Er drängte die Musiker von Eagles of Death Metal in einem Brief, nicht in Tel Aviv aufzutreten. Am 12. Juli 2015 traten sie dennoch in Israel auf. Vier Monate später wurden in einem Konzert dieser Band, in einem Theater, das von islamischen Terroristen als jüdisches Theater angesehen und schon mehrmals bedroht wurde, neunzig Menschen ermordet. Der WDR aber erklärt:

„Es gibt keinerlei Belege dafür, dass der Anschlag auf das Bataclan im November 2015, zu dem sich der IS bekannt hat, antisemitisch motiviert war. Er kann deshalb nicht in eine Aufzählung antisemitischer Attentate aufgenommen werden.“

Es gibt keinerlei Belege? Das ist die größte Lüge, die in dem Zusammenhang der Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ von Joachim Schroeder und Sophie Hafner getätigt wurde. Die Lüge wurde aber nicht von den Filmemachern getätigt, sondern von dem WDR. Natürlich gibt es Belege. Sogar Der Spiegel berichtete von diesen Belegen. Der WDR Faktencheck aber behauptete was anderes. Es ist einfach nur skandalös.

Leider hat Tapfer im Nirgendwo nicht so viel Geld wie der WDR. Dennoch kann selbst ich mit meinen bescheidenen Mitteln mit einem eigenen Faktencheck nachweisen, dass der Faktencheck vom WDR nicht ansatzweise den Standards genügt, die der WDR selbst an die Dokumentation anlegt.

Die weiteren vermeintlichen Mängel werden in dem Faktencheck von der Redaktion Audiatur als das entlarvt, was sie sind: Versuche, eine Dokumentation zu denunzieren, die man nicht mag.

Die Dokumentation „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ zeigt in neunzig Minuten den Judenhass Europas, wie er sich in den frühen Zeiten des Christentums verfestigt hat, durch Luther brutalisiert und durch Philosophen, Schriftsteller und Komponisten in Europa gerechtfertigt wurde und schließlich von den Nazis zur industriellen Massenvernichtung von Menschen gemacht wurde. Den Fokus aber richtet die Dokumentation auf den mörderischen Judenhass des 21. Jahrhunderts in Europa und kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: Der Judenhass wurde von Europa in die arabische Welt exportiert, um dann mörderisch nach Europa zurückzukehren und zwar in Form einer brutalen und durch europäische und christliche Organisationen finanzierten „Kritik“ an Israel, die sogar vor Verfolgung und Mord nicht mehr zurückschreckt. Nachdem man die Dokumentation gesehen hat, versteht man die letzten Sätze der Dokumentation:

„Niemals, ich bin überzeugt, niemals wären die Araber in Frankreich den Juden gegenüber gewalttätig geworden, hätte man sie nicht überzeugt, dass es ihre Pflicht ist, sich mit ihren Glaubensbrüdern in Palästina solidarisch zu zeigen. Sie hätten das sonst nie gemacht. Aber man hat ihnen eingeredet, dass das notwendig ist und da ein Teil derer, die Macht haben, sich so etwas erlaubt haben, hat das für sie die Attacken gerechtfertigt und sie unterstützt.“

Die Leute, die diesen Menschen den Hass eingeredet haben, sind Menschen aus Europa, Christen, linke und rechte Aktivisten, Politiker, aber auch Journalisten und Redakteure der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Die Dokumentation macht deutlich, dass die bisherige Art, wie die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten über Israel berichtet haben, in einer Form einseitig und unausgewogen war, dass dadurch judenfeindliche Ressentiments geschürt wurden. Der Film sagt also:

Alle Morde, die in Europa im 21. Jahrhundert von Muslimen an Juden begangen wurden, sind Resultat einer europäisch-christlichen Propaganda gegen Juden und Israel!

Diese berechtige und jeden Faktencheck überstehende Kritik an den WDR denunziert nun der WDR mit allen Kräften und Privilegien seiner Zwangsgebühren. Das ist Veruntreuung von Gebührengeldern!

Zudem hat Jörg Schönenborn selbst die Unwahrheit gesagt. Bei Maischberger erklärte WDR-Programmdirektor, der Sender habe während der ganzen Zeit seit Abgabe des Films in Kontakt mit den Autoren gestanden. Dies weist Joachim Schröder als Lüge zurück:

„Es geht natürlich nicht, dass ein Programmdirektor des WDR offen in die Kameras lügt, man hätte mit uns gesprochen die ganze Zeit. Das ist eine nachweisliche Lüge.“

Zum WDR „Faktencheck“ sagt der Filmemacher:

„Wir haben den Faktencheck angeguckt, wir werden darauf antworten. Das ist ein Konvolut von hastig zusammengesuchten Meinungen, großteils von jenen, die unseren Film hassen. Da werden Dinge teilweise komplett falsch dargestellt. Darauf wird es eine wissenschaftlich fundierte Antwort geben. Die wird begleitet im legalen Sinne von einem Anwalt.“

Wenn der WDR noch etwas Anstand besitzt, dann entschuldigt er sich bei den Filmemachern für diesen unwürdigen Schauprozess und versetzt Jörg Schönenborn an einen anderen Ort. Als seriöser Journalist hat er ausgedient. Henryk Broder schreibt:

„Der WDR trickst bis zum letzten Moment. Der Dokumentation über den zeitgenössischen Antisemitismus in Europa wird eine Worttafel vorangestellt, auf der das Haus den Zuschauern versichert, man habe sich immer gegen Antisemitismus engagiert. (Eine tolle Leistung, als ob eine öffentlich-rechtliche Anstalt die Wahl hätte und sich für Antisemitismus entscheiden könnte.) In den laufenden Film werden dann an drei Stellen Inserts eingeschnitten, in denen sich der WDR von der Doku distanziert.

Das ist ein in der deutschen TV-Geschichte einmaliger und einzigartiger Vorgang. Vor die Wahl gestellt, den Film zu senden oder nicht zu senden, hat sich das Haus klammheimlich und ohne Absprache mit den Autoren der Doku dafür entschieden, die Arbeit zu denunzieren und zu verfälschen.

Die Verantwortung dafür trägt in letzter Instanz der amtierende Intendant.“

Die Bundestagsabgeordnete Michaela Engelmeier (SPD) erklärt:

„Missglückt ist gut, die Diskussion war für mich in weiten Teilen durch und durch antisemitisch und grauenhaft!“

Wir können also zusammenfassen, Henryk Broder erklärt, der WDR habe seine Macht missbraucht, um eine Arbeit über Judenhass zu denunzieren und zu verfälschen und die anschließende Diskussion bei Sandra Maischberger erklärt die Bundestagsabgeordnete Michaela Engelmeier (SPD) als „durch und durch antisemitisch und grauenhaft“. Ich sag mal so. Meinen Faktencheck überstehen beide Aussagen. Sandra Meischberger und Jörg Schönenborn sollten besser nicht mehr unkommentiert auf die Zuschauerinnen und Zuschauer losgelassen werden. Jedenfalls nicht, wenn es der WDR mit seinen eigenen Standars ernst meint.

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