Spontane Gedanken zur gestrigen Maischberger Sendung

„Das war eine unüberlegte Kurzschlussreaktion, getrieben von dem Wunsch, in der Sendung den Ausgleich der Seiten wiederherzustellen. Es war ein Fehler, den ich bedauere.“ (Sandra Maischberger)

Warum Bosbach vor laufender Kamera bei Maischberger das Studio verlassen hat, ob es verständlich war und ob Jutta Ditfurth Recht hatte oder nicht, all das sind spannende Fragen, aber der eigentliche Skandal der Veranstaltung ist der:

Nachdem Bosbach gegangen war, forderte Maischberger Ditfurth auf, ebenfalls das Studio zu verlassen und zwar aus Gründen der Parität.

Das ist das Ergebnis, wenn Menschen glauben, einem höheren Auftrag zu dienen. Wer glaubt, er sei der „Anwalt der Zuschauer“ und fest davon überzeugt ist, keinen Marktinteressen unterworfen zu sein, wer Menschen zwingt, ihre ach so gute Arbeit zu bezahlen, der wirft auch Menschen in einer Kurzschlussreaktion raus, wenn ihre pure Existenz der Erfüllung des guten Zwecks im Wege steht.

Nicht, dass man mich falsch versteht, ich habe nichts dagegen, dass eine Gastgeberin einen Gast rauswirft. Es sagt viel über die Gastgeberin und etwas über den Gast aus. Es ist aber unanständig, dieses Hausrecht anders als mit eigenen Interessen und Befindlichkeiten zu erklären, ja sogar zu glauben, den Rauswurf für einen höheren, besseren Zweck zu vollführen. So ein Verhalten kenne ich von der Kirche, die einst Menschen zwang, ihr einen Zehnten zu zahlen, weil sie erklärte, so von der Welt und ihren Sünden und Interessen derart befreit zu sein, dass sie so unabhängig und frei vom irdischen Druck das Wahre und Gute erkennen und für eine bessere Welt wirken könne. Viele Christen zahlten gerne diese Zehnten.

Es ist immer wieder amüsant, wenn Leute erklären, dass sie Dinge, zu denen sie gezwungen werden, gerne tun. Zum Gernetun gehört die Möglichkeit, es nicht tun zu müssen!

Nicht anders als die Kirche verhalten sich heute die öffentlich-rechtlichen Anstalten. Sie behaupten: Wir müssen vom Druck des Marktes befreit sein und darum dürfen wir Dich zwingen, uns Geld zu geben, weil wir so das Gute schaffen. Wenn wer stört, dann fliegt er eben raus. Nicht, weil wir es können und wollen, nein, weil wir einem höheren Zweck dienen! Wer nicht zahlt, wird saktioniert. Wir sind die Guten!

Hier tritt das Widerliche an dem tiefen Glauben an die eigene Besserheit, die sich in dem in meinen Augen verfassungswidrigen Rundfunkstaatsvertrag manifestiert, offen zu Tage, so offen, dass sogar Maischberger selbst es erkannte und tat, was jede Person tut, die nicht wirklich was an der Situation ändern möchte: Sie bedauerte! 

Es ist daher egal, ob Jutta Ditfurth Recht hat oder nicht, dass sie sitzen geblieben ist, verdient unser aller Respekt. Diesen Respekt kann ihr jeder zollen, sogar der, der ihre politische Haltung zutiefst verabscheut. Man kann ihr diesen Respekt sogar zollen, selbst wenn man zweifelt, ob sie selbst, mit einer ähnlichen Macht wie die ARD versehen, nicht auch Leute aus dem Diskurs entfernen würde.

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59 Antworten zu Spontane Gedanken zur gestrigen Maischberger Sendung

  1. Aristobulus schreibt:

    Hier ein ebenso exzellenter wie kurzer Artikel von Vera Lengsfeld (von der ich in Jahren noch nie etwas Schlechtes, Falsches oder Unpräzises gelesen habe) freilich nicht über diese TV-Sendung 🙂 , sondern über die Bedeutung der Unruhen von Hamburg:

    https://www.ef-magazin.de/2017/07/13/11315-menetekel-hamburg-deutschland-auf-der-rutschbahn-zum-failed-state

    Ein Budget von 100 Millionen (in Worten: HUNDERT MILLIONEN) hat das staatliche Programm gegen den Rechtsextremismus. Kein Rechtsextremist jedoch wurde bislang bei der Verwüstung ganzer Stadtviertel, bei Mordversuchen gegen Polizisten, bei großangelegten Plünderungen, bei massiven Brandstiftungen oder bei Denunziationen & Tätlichkeiten gegen Journalisten ertappt.
    Mit diesen HUNDERT MILLIONEN wird staatlicherseits jedoch z.T. die Antifa finanziert.

    Wie bitte, der Staat baut da mit Unsummen und auf dem kalten Wege linksextreme Sondertruppen auf?
    Muss wohl so sein, indem Ministerin Schwesig zusätzlich alle Programme gegen Linksextremismus gestrichen hat.

    • Siegfried Prütt schreibt:

      Ja, das ist so. Die Finanzierung der „Antifa“, der roten SturmAbteilung ist doch längst bekannt (http://www.taz.de/!5020381/). Und das schreibt auch Danisch, dass „ein gerüttelter Teil der 100 Millionen vermutlich bei den Linksradikalen landet“. Das ist doch alles nicht mehr wahr, das kann doch nicht mehr wahr sein. Was ist das für eine Agenda, die da abgeht??
      Und, noch besser: Jetzt ist auch noch ein weiteres „Sommerfest“ angekündigt, angeblich gegen eine „Hetzkampagne gegen alles, was links ist“. (steht in der WELT).
      Und da macht KEINER was. Stattdessen müssen Händler um ihre Exestenz fürchten und keiner stoppt den linken Mob. Wie gesagt: KEINER!

      Frau Lengsfeld ist eine kluge Stimme. Ich hab sie mal auf einer Lesung getroffen und sie hat mir ein Buch signiert. Angst und Bange wird einem aber bei dem folgenden Satz: „Man wagt nicht, sich die Frage zu stellen, was passiert, wenn die über eine Million junger Männer, die neuerdings unter uns weilen, auf die Idee kommen sollte, ihren Frust über die enttäuschten Erwartungen öffentlich auszutoben.“ Und das im Bündnis mit den Linksterroristen?? Bürgerkrieg? Bürgerkrieg!

      • Aristobulus schreibt:

        … sieh mal einer an, die Taz!, einen solchen Artikel hätte ich denen nicht mehr zugetraut. Plötzlich ist jemand dann doch seriöser, als man hoffen wollte.
        Und wer weiß, wie dieser Antifanten-USBstick hmja gefunden wurde?, ehrlich geklaut wahrscheinlich. Armer Herr Staats-Antifa-Mobberboss. Lässt sich glatt den Gegenwert von hundert Millionen von einem ehrlichen Journalisten klauen. Pech!

        Der Marzipankringel auf dem Ganzen ganz unten:
        „Update 18:40 Uhr: Die Ereignisse überschlagen sich: Soeben erreichte uns die Nachricht, dass der Vorstand von „Antifa e.V.“ die volle Verantwortung „für die durch den Verlust des USB-Sticks mit brisanten Dokumenten veröffentlichten Informationen“ übernimmt. Wegen des „unermesslichen Schadens für die Bewegung“ tritt P. Flasterstein von all seinen Ämtern zurück. „

        • aurorula a. schreibt:

          Weiß nicht. Wer gibt sich ein Pseudonym wie Pflasterstein? Sicher, als Vorstand einer kriminellen Vereinigung kann man schlecht mit Klarnamen auftreten – zumindest nicht sehr lange – trotzdem muten so ein paar Sachen in dem Artikel ungereimt an. Ich könnte nicht mal genau sagen was es ist, und ich weiß natürlich daß immer einige Leute ein Parodie für wahr und andere etwas Wahres für parodiert halten und ich gehöre eher zu letzteren; trotzdem hört sich der Artikel für mich so an, als habe jemand etwas verifizierbares (und die andere Quelle die AmOr verlinkt ist nicht die einzige unabhängige Stelle an der ich das grundsätzliche Geld-für-Demo in der letzten Zeit gelesen habe) so geschrieben, daß es keiner richtig glaubt.
          Es kann natürlich trotzdem stimmen – nu so wie es geschrieben ist will die taz ja fast widerlegt werden.
          Ist es eigentlich Fake News, tatsächliche Nachrichten so auszuschmücken und zu präsentieren, daß sie sich wie Fake News anhören?

      • A.mOr schreibt:

        Auch hier gibt’s weitere Erkenntnisse zum „Bezahl-Thema“, Beispiel Thüringen, zu finden:
        https://sciencefiles.org/2015/09/24/kaeufliche-demonstranten-41-26320-euro-vom-land-thueringen-fuer-die-richtige-gesinnung/

  2. ceterum censeo schreibt:

    Ist es eigentlich schon spätrömische Dekadenz, wenn man sich stundenlang mit solchem Quatsch beschäftigt? In diesen unseren Zeiten? Ich weiß es nicht.

  3. Melanie schreibt:

    Fr. Maischberger hat sich heute übrigens „entschuldigt“. (Ihr Beitrag, Hr. Buurmann, ist schon von der Realität überholt worden. Und zwar ganz skurril ;-). Und zwar – man glaubt es nicht – bei Fr. Dithfurt! Ich hab mit den Ohren geschlackert. Es stimmt, Hr. Buurmann, ein weitaus großer Skandal ist, dass Fr. Maischberger gestern Fr. Dithfurt „aus Proporzgründen“ (!) nach dem Abgang von Hrrn. Bosbach ebenso zum Gehen aufgefordert hat. Aus Proporz! Und nicht etwa, weil JD sich absolut Scheisse und sozial unverträglich aufgeführt hat! Auch nicht bei Hrrn. Bosbach, weil die Diskussionskultur in ihrer Sendung nicht stimmte!

    Und schon GAR nicht bei uns ‚zwangsverhafteten‘ Gebühren-/Gehaltszahlern, da offensichtlich wurde, welche geplante Berechnung/Krawallnummern hinter ihrer Talkshow stehen! Das ist das Übelste, und da gebe ich Ihnen völlig Recht!

    • Aristobulus schreibt:

      „aus Proporzgründen“, Lol. Ach lolst.
      Es sind immer Popanzgründe.

      • Melanie schreibt:

        Sicherlich ist das so. Weiss doch jede/r.

        Aber es war das erste Mal (oder ich habe Alzheimer), dass das so im öff. rechtl. auch gesagt wurde! Und das ist/war neu!

        Und daher GBuurmanns Tweat heute. Und ich habe mich genauso gewundert (nicht dass es so ist, sondern dass es öffentlich so gesagt worden ist), und heute die Entschuldigung von Maischberger macht die ganze Sache nur noch um so schlimmer …

        Anstatt sich bei „uns“ zu entschuldigen, dass ihr gestern das Ruder aus der Hand geglitten ist; dass sie ihre Sendungen immer mit „Proporz“ füllt; dass sie von unseren GEZ-Geldern lebt, … ach, ist jetzt auch egal was ich hier weiterschreiben würde, .. versteht doch jede/r, was ich meine, oder ?

        • Aristobulus schreibt:

          Ja.
          Diese offiziöse Attitüde des GEZ-Funks ist es. Das ist doch alles so aufgeblasen, lächerlich usf. „Demokratieabgabe“ und so, bloß damit grauenhaft arrogante Berufsfunktionäre wie WDR-Schönenborn der zahlenden Allgemeinheit vorschreiben, was sie sehen und was sie nicht sehen darf, und damit Frau Maischberger den Proporz einführt.

          • Aristobulus schreibt:

            … da fällt mir Maischbergers Eingangsfrage an Schönenborn ein (bei der Sendung gegen den staatszensurierten Dokumentarfilm über Antisemitismus von Joachim Schröder und Sophie Hafner):

            Maischberger: „Herr Schönenborn, muss ein Film über Antisemitismus projüdisch sein?“
            Schönenhorn: „Er muss promenschlich sein.“

            Maischberger hat da wirklich eine Frage nach dem Proporz gestellt, nicht?
            Wenn es ihr nicht darum gegangen wäre, sondern bloß um richtige Proportionen, hätte sie hingegen dieses gefragt: „Warum soll ein Film über Antisemitismus nicht projüdisch sein dürfen?“
            Und Schönenporn, der nicht einmal die Frage geschweige denn diesen komischen Proporzhintergrund verstanden hat, musste in seiner erstaunlich offen dummen Heuchelantwort offenbaren, wie sehr ihm und dem gesamten Staatsfernsehen der Sinn für Proportionen fehlt.
            Die kennen nur noch Proporz.

  4. Melanie schreibt:

    Genauso spontan heute meinerseits: Wer lädt von meinen GEZ-Gebühren denn Fr. Dithfurt zu diesem aktuellen Thema ein?!? Die ist doch ab Ende der 1980-er längst in einer Nische, bzw. in der Öffentlichkeit längst in der Versenkung verschwunden (völlig zu Recht!). Wieso soll sie 2017 auf einmal wieder eine Person des öffentl. Interesses sein?!? Und wer kramt die aus ner Kiste raus, wenn nicht, wie lange bekannt, weil sie eine Krawallschachtel ist; permanent überheblich, nicht zuhören kann, viel zu viel Redezeit an sich rafft, sich keine anderslautenden Meinungen anhören kann? Die in ihrem Weltbild von 19xx stecken geblieben ist, persönliche Weiterentwicklung als „Anpassung“ betrachtet. Sprich: Nicht diskussionsfähig/weiterentwickelt ist?

    M. E. nach völlig verständlich, dass jemand Anderes einer Teilnehmerrunde 2017 sagt: Dieses Theater hier – sowohl inhaltlicher Art als auch hinter den Kulissensträngen dieser Sendung – tue ich mir hier jetzt nicht weiter an. Klares Statement, klare Kante, für mich absolut nachvollziehbar. Von wegen „Mimose“.

    • Aristobulus schreibt:

      Nö. Er hätte sie ja fertigmachen können.
      Wer jemanden dann nicht fertigmacht, sondern hmja theatralisch geht, tut nicht, wofür man ihn braucht.

      • Melanie schreibt:

        Nö!

        Und wofür „braucht“ man Bosbach? Der ist auch (nur) Mensch.

        Und als pol. engagierter Mensch mag auch ich mir nicht vorschreiben lassen, ob ich jemanden „hätte fertigmachen müssen“ – oder ob ich lieber einfach gehe, wenn’s mir zu dicke wird mit beleidigenden Teilnehmern oder unfähiger Moderation oder absichtlich verqueren Redaktion/Organisation oder sogar alles drei zusammen. Man/frau ist immer noch Mensch, und kein ferngesteuerter Roboter!

        • Aristobulus schreibt:

          Nu, einer für’s Grobe wird nun mal gebraucht, dort, wo unerträgliche Schwätzer sitzen.
          Und Ihnen, Melanie, hab ich ja auch nicht vorgeschrieben, dass Sie jemanden fertigmachen müssten 🙂 , hingegen dem Bosbachschen hab ich’s vorgeschrieben. Das ist ein Unterschied.

          Und nein, man ist weder ein Roboter noch ferngesteuert, wenn man sich beherrscht. Wenn man unbeherrscht wird, begreift man nicht mehr alles, was passiert.

          • Stephan schreibt:

            „Dieser rechtskonservative Polizeiführer“ hat sicher einen Namen, nur habe ich ihn mir nicht gemerkt. Dazu bin ich auch nicht verpflichtet; ich hätte trotzdem noch mal schauen sollen. Herabsetzend war meine Formulierung nicht gemeint. Unerträglich fand ich seine anderen Schilderungen absolut unzugängliche Art. Konservativ ist eigentlich für mich eher etwas Positives im Sinne einer von mir geachteten, wenn auch nicht geteilten Meinung, rechtskonservativ so was wie am rechten Rand der CDU, vielleicht knapp an der AfD vorbei (ja, diesen Eindruck machte er bei mir).

          • Aristobulus schreibt:

            Okay, dann hatte ich Sie missverstanden, pardon.

            Übrigens schreibt Maischberger irgendwo beim Twitter oder Facebook, die Sendung sei „dafür da, Menschen ins Gespräch zu bringen“. Selten so gelacht. Als ob nicht schon zuviel gequasselt und geschwätzt würde. Und die Menschen!, die Menschen!

          • Stephan schreibt:

            Na denn – ich zumindest finde offene Kritik nicht schlimm; zumindest hat man ja dann die Chance, etwas richtig zu stellen. Im Falle der G20-Ereignisse in Hamburg fände ich übrigens einen – ergebnisoffenen – Untersuchungsausschuss der Bürgerschaft nicht schlecht (obwohl die meisten dieser Ausschüsse für die Katz sind), oder eben eine andere Art der öffentlichen (!) Aufarbeitung.

          • Aristobulus schreibt:

            Ergebnisoffen?
            Also ein Ausschuss (der mal wieder viel kostet, nicht?, obwohl längst bekannt ist, was gescheiehn ist und durch wen es geschehen ist, nicht?
            Die Tatsachen sind ja klar: Es gab zahlreiche Plünderungen, massenhaft Vandalismus, viele Mordversuche an Polizisten, hunderte Brandstiftungen und nicht zuletzt Menschenjagden an Journalisten. WER das getan hat und wie die Gruppen heißen und wo sie hausen, ist ohnehin klar, es muss ja nicht untersucht werden.
            Auch die Rolle der Polizei muss nicht untersucht werden.

            Hm, die Rolle der Politik muss jedoch untersucht werden.
            Sag ich mal so: Der Olafant (Scholz) und der Innensenator Grote müssen weg, und Merkel ohnehin, es war Merkels Entscheidung, den G20-Gipfel nach Hamburg zu holen. Über gut begründeten Warnungen stand sie einfach drüber, und ein ganzes Stadtviertel und noch’n paar wurden zerlegt. Wer so über der Realität steht, der muss weg.

          • Melanie schreibt:

            „Un-be-damt“ (unbeherrscht) war lediglich Fr. DJ :-). Desweiteren Fr. M., die ihre Diskussionsrunde/ihren öff. rechtl. finanzierten Auftrag nicht mehr in den Griff bekam.

            Und ich sehe keinen Unterschied bei pol. ehrenamtl. Tätigen. Okay, hier draußen ich kleines Maderl auf Lokalebene; auf bundespol. Ebene ein Herr B. oder wer auch immer. Trotzdem muss sich niemand etwas vorschreiben lassen. Niemand! sollte sich darob vorführen/beleidigen/“isch weiß wo dein haus und dein kind wohnt“ lassen müssen!

            Alle pol. Engagierten sind in erster Linie Menschen/Mütter/Väter/Partner, die nur eins gemeinsam haben: Sich pol. zu engagieren. Wie weit man dabei geht, wo eigene Grenzen sind, ist dabei jeder/m zu Recht selbst überlassen.

          • Aristobulus schreibt:

            Aber-es-geht-doch-um-Kritik.
            Kritik, Melanie. Ja?
            Es ging jedoch hmja nicht um’s Vorschriftenmachen und sowas.

            -Übrigens merkwürdig, mal so generell bemerkt. dass der Begriff Kritik ja die Institution der Kritik in diesem Land immer nicht verstanden und/oder für was Anderes gehalten wird.
            Wofür wird Kritik hier meist gehalten: Für Besserwisserei. Ganz schlecht, weil damit einer ausschert. Aber das darf keiner.

      • Brathering schreibt:

        • aurorula a. schreibt:

          * grinst *
          Diesen Clip muß man sich unbedingt mal ohne Ton und mit Untertiteln anschauen, die sind sehr lustig!
          Sie funktionieren nämlich nicht, die automatisch erzeugten Untertitel, und so gibt es im Autausch gegen die Quietschestimme der Sprecherin Sätze wie: „Genie, die Omi in Ammans Trommelkurs!“
          Ein echter Win-Win-Austausch. 😈

  5. American Viewer schreibt:

    Es gibt viel zu viele Talkshows in Deutschland bei gleichzeitigem Mangel an kompetenten Gästen. Heraus kommen dann solche Sendungen mit Gästen wie Ditfurth, die schon seit Jahrzehnten politisch irrelevant sind.

    Diese politischen Talkshows hätten eigentlich die Aufgabe das politische Meinungsbild der Wähler wiederzugeben. Leute wie Ditfurth haben in solchen Sendungen nichts verloren, da niemand mehr Ditfurth-Parteien mehr wählt. Aber bekanntermaßen gibt es reihenweise GEZ-Redakteure, die selbst so extrem denken. Wohl deshalb werden diese Leute immer wieder eingeladen – und das obwohl niemand sie in der Realität wählt; selbst wenn man sie noch so oft einlädt – oder gerade deswegen.

    • Aristobulus schreibt:

      Das ist richtig, Viewer.
      Andererseits muss man bei Jutta Ditfurth feststellen, dass sie sich zwar nirgends sonst (weil völlig irrational und ideologisch verbogen) auskennt: Außer beim Antisemitismus.
      Da kennt sie sich sehr gut aus. Sie hat etwa beim Prozess gegen Jürgen Elsässer alles eingesetzt, und sie hat wegen des Antisemitismus-Dokumentarfilms von Schröder und Hafner sehr laut gesagt, dass die Sender Arte und WDR stattliche Zensur betreiben.
      Das soll man nicht vergessen

  6. benwaylab.com schreibt:

    Bosbachs Reaktion war unsouverän. Wie kann man sich von dieser offensichtlich Verrückten nur so auf die Palme bringen lassen? Ich hätte sie mitleidig belächelt als arme Irre, die in einer weit entfernen parallelen Realität zu leben scheint.
    Leider ist das ein weiterer Beweis für die völlige Versaubeutelung der Diskussionskultur in Deutschland, einmal durch das Einladen einer Person wie Dithfurth, die weder zum Erkenntnisgewinn noch zu einer interessanten Diskussion beiträgt und dann durch die Reaktion von Bosbach, der sich unfähig gezeigt hat, bekloppte/widersinnige/extreme Meinungen gelassen hinzunehmen.

    • Aristobulus schreibt:

      Ja, es hat was Divenhaftes, aufzustehen und den Raum zu verlassen, wenn einer nervt.

      Nu, und wenn Bosbach eben wie fast alle diese Divenhaftigkeit in sich hat, darf er ihr freilich nicht nachgeben.
      Wenn er ihr nicht nachgibt, macht er sich zur Diva.
      Der kann das doch vermeiden.

      • Aristobulus schreibt:

        … pardon, ein nicht wegdenken bittschön, oder eins dazuzählen 😳 , da müssen zwei Nichte stehen oder keins
        „Wenn er ihr nicht nachgibt, macht er sich nicht zur Diva.“

        • benwaylab.com schreibt:

          Tja, ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich es verstanden habe, aber egal 🙂

          Mit dieser Reaktion hat er ziemlich viel verschenkt, denke ich. Viel besser, als wutentbrannt aufzustehen, ist doch, solchen Leuten wie Dithfurt mit Spott zu begegnen.
          In England zum Beispiel hätten es sich kultivierte Gesprächspartner bestimmt nicht entgehenlassen, jemanden wie die Dithfurt mit Spott und feiner Ironie der Lächerlichkeit preiszugeben.
          Hätte Bosbach nur etwas mehr Schlagfertigkeit und Mutterwitz, hätte er einen Treffer nach dem anderen landen können, Angriffsfläche hat sie ja genug geboten.
          Leider sind im Land der Rechthaber Humor und Ironie nur unterdurchschnittlich verbreitet.

      • Stephan schreibt:

        Ja, besonders, da er nach mehreren diesbezüglichen Drohungen in Minute 62 von 75 Minuten Sendezeit aufstand und ging (also als es schon keine inhaltliche Rolle mehr spielte). Das war pure Selbstdarstellerei.

        • Aristobulus schreibt:

          Er hätte schon in der 74einhalbten Minute aufstehen müssen. Auch wie Theater zwar, aber immerhin wie gutes 🙂

          • Stephan schreibt:

            Ja, konsequent oder gar nicht…
            Souverän von Frau Maischberger wäre es gewesen, ihm nach der ersten Drohung mit einer leichten Geste zu zeigen, wo der Weg lang geht, und zu sagen: „Aber bitte leise, nicht über die Kabel stolpern, damit die anderen weitermachen können“.
            Aber, zugegeben, „souverän“ und „Frau Maischberger“, gut, das ist wie ne blaue Tomate. Die muss man erst erfinden.

          • Aristobulus schreibt:

            Jeder Gebührenzahler schafft sich das Maischberger, das er verdient.

  7. Falscher Hase schreibt:

    Fr. Maischberger wollte wohl die Gelegenheit nutzen die Dithfurth gleich mit zu entfernen.
    Ich will da Fr. Maischberger ausnahmsweise mal entschuldigen. Fr. Dithfurth ist, so wie viele Grüne, unerträglich.

    • Stephan schreibt:

      Trotzdem: Wenn wir, oder wer auch immer, alle „entfernen“ wollen, die wir für „unerträglich“ halten, leben wir bald in einer Gesellschaft, die wir dann so nicht gewollt haben.

      • Falscher Hase schreibt:

        Fr.Dithfurth kann ja ihre Meinung haben und soll Sie auch frei Äussern dürfen.
        Die Frage ist ob man jeder gewaltverherrlichenden oder relativierenden Minderheitenmeinung, egal ob von links oder rechts, im ÖR-Fernsehen eine Bühne geben muss.
        Da kann ich ja gleich einen Reichsbürger Einladen oder einen von der IS um seine geschätzte Meinung fragen.
        Weniger ist manchmal mehr.

        • American Viewer schreibt:

          Der GEZ-Funk lud meines Wissens auch schon Quasi-IS-Leute ein. Was kommt als nächstes?

          • Aristobulus schreibt:

            Der GEZ-Funk hat reihenweise Quasi-IS-Leute eingeladen. Pierre Vogel sehr häufig, auch diesen fetten Habbagh, usw. usf.
            So wie das britische Staatsfernsehen (wie auch die nichtstaatlichen TV-Sender in den USA) gerne z.B. Anjem Choudary eingeladen haben.

            Tja!, ist also Einladen gleich Einladen?, aha, wohl nicht, denn worin bestand der Unterschied:
            Etwa Fox news (USA, nichtstaatlich selbstverständlich) hat Anjem Choudary bloß immer wieder eingeladen, um ihn a) durch seine IS-Aussagen sich selbst demontieren zu lassen, und um ihn b) bei zuviel Quasselei einfach mal wirksam zu beleidigen, wie Sean Hannity das beim Ausblenden getan hat: „You are a despicable man“.

            Hingegen im deutschen GEZ-Funk werden solche Leute nie demontiert. Sie kriegen bloß eine Plattform.

        • Stephan schreibt:

          Wen man einladen sollte und wen nicht – das ist eine ganz andere Frage. Wenn man aber jemanden eingeladen hat, sollte er/sie bleiben können. Wenn dann ein Herr Bosbach die Mimose spielen möchte und geht, ist das seine Sache, und die „Disproportion“, die Frau Maischberger in einer schwachen Sekunde beseitigen wollte, auch. Ich habe mir die Sendung eben in der Mediathek angesehen – sie ist sehr sehenswert. Das Thema „Bosbach geht“ klickte in Minute 62 (1:02) von insgesamt 75 (1:15) Minuten auf; das Thema „Frau Dithfurth soll gehen“ dauerte etwa 10 Sekunden an.
          Viel interessanter waren Inhalt und Verlauf der Diskussion. Dieser rechtskonservative Polizeiführer war deutlich unerträglicher als Frau Dithfurth; meine Meinung. Klasse: Jan van Aken, und auch Herr Jörges.
          Jedenfalls war die Sendung trotz der Schwächen der leicht überforderten Sandra Maischberger interessanter als die letzten zehn Anne-Will-Sendungen zusammen.

          • Aristobulus schreibt:

            Wer ist denn „dieser rechtskonservative Polizeiführer“, hat er keinen Namen?, und warum soll er „unerträglicher“ gewesen sein?
            Hat er Plünderungen gerechtfertigt?
            Hat er Mordversuche an Polizisten gerechtfertigt?
            Hat er die Verwüstung eines ganzen Stadtteils gerechtfertigt?

            Ah so, einer, der einfach mal so als rechtskonservativ (gibt’s auch linkskonservativ?) verortet wird, ist per se unerträglich.

            Wissen Sie grad da, wo Sie sind, darf man nie hinkommen. Weil man dann gleich bei Unpersonen ist.

    • aranxo schreibt:

      Nur fürs Protokoll: Jutta Ditfurth ist schon lange nicht mehr bei den Grünen, nämlich seit 1991. Sie ist wegen des aus ihrer Sicht Rechtsrucks der Partei ausgetreten.

      Was nicht heißt, dass ich die Grünen in irgendeiner Form verteidigen will. Auch die haben in einigen Teilen immer noch ein leicht gespaltenes Verhältnis zur Gewalt, jedenfalls wenn es um linke Gewalt geht,

    • Stephan schreibt:

      Sie sind ein wenig aus der zeit gefallen, zumindest in einer Frage: Jutta Dithfurth ist seit Anfang der 90er nicht mehr bei den Grünen…

  8. aurorula a. schreibt:

    Die klammheimliche oder offene Begründung, um für andere zu entscheiden, was gut für sie zu sein hat, in einem flotten Vierzeiler zusammengefasst:

    Das ändert sich nie, und das wird sich auch nie ändern, egal in welche theatralischer klingenden Worte es gefasst wird.

    (Übersetzung des Startrek-Schnipsels: Weil ich besser bin. – Besser wodrin? – In allem.)

  9. Bruno Becker schreibt:

    Hehe, so ging’s mir auch: ich kann das Gesabble von der Dithfurth zwar nicht leiden, aber dass sie sitzen geblieben ist, fand ich dann doch sehr amüsant und vor allem: richtig.

  10. Rika schreibt:

    Nur zur Erinnerung…. und wegen „doppelte Standards“ und so:
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/tv-eklat-kerner-wirft-eva-herman-aus-seiner-sendung-a-510469.html
    Ich weiß natürlich, dass die Beweggründe unterschiedlich sind, aber die „Macht“ und das Selbstverständnis des öffentlich-rechtlich-bezahlten Moderators ist die gleiche….

    • Rika schreibt:

      Es ist mir wichtig zu betonen, dass ich mit der Hermann’schen Weltsicht in keinster Weise übereinstimme…. Aber damals wusste Herr Kerner doch genau – zumindest hätte er es wissen müssen, ist er doch als Journalist gründlicher Recherche verpflichtet – wie die Dame tickt… Es gehörte aber zu seiner Show, Menschen vorzuführen und zu entlarven, Macht auszuüben und Meinungen zu beeinflussen. Wer heute noch glaubt, in Talkshows wie „Maischberger“ irgendwelche Neuigkeiten, neue Einsichten, mehr Internas oder sonst irgendetwas Zielführendes zu bestimmten Themen zu erfahren, der ist doch auf dem Holzweg. Es geht immer nur um „Unterhaltung“ und Politik, gleich welcher thematischen Ausrichtung, verkommt zu einem Showelement…. da verwundert es doch wirklich nicht mehr, dass der politische Diskurs nicht mehr in den Parlamenten geführt wird und der „kleine Mann von der Straße“ von Politik nichts mehr wissen will und /oder auf Bauernfängerei herein fällt. Auch Bosbach ist leider ein Teil dieses Systems, sympathisch zwar, aber eben auch ein öffentlicher Politikentertainer…. Und was Frau Ditfurth angeht…. nun, die ist so „stockkonservativ links“ , wie man engmaschiger gestrickt gar nicht sein kann.

      • Aristobulus schreibt:

        Hm, nichts gegen Show, Rika. Debatte ist Show, nicht?
        Freilich sind die allermeisten sog. Debatten im GEZ-Funk eine schlechte Show. Warum: Weil staatstragende Shows immer so schlechte sind.

  11. Hein schreibt:

    Maischberger bringt sich selbst in dieses Dilemma. Vor Jahren, bei N-TV, unterhielt sie sich mit zwei Gästen zu einem Thema. Das heutige Format mit so vielen Teilnehmern verkommt zur Schau. Ich will zu politischen Themen keine Schau, sondern echte Debatte, Erkenntnisgewinn. Deshalb sehe ich mir das nur noch selten an. Frau Ditfurth und Herrn Aken darf man zum Thema Linksextremismus nicht einladen. Sie sind so involviert, dass ihre Beiträge nur noch langweilig sind. Man beachte auch die heutige Illner-Show. Die Wahl der Gäste, die Gesprächsführung durch Illner – das kann nur zum Ausschalten der Glotze führen. (Vertreter der AfD werden konsequent nicht eingeladen.)

  12. Hessenhenker schreibt:

    Genauso verhält sich die SPD: SIE vertritt ja meine Interessen schon, da muß ich das nicht mehr selber machen.
    Auch meine schlimmen Einmanndemos für ein Visum sind ganz unnötig, das wirft nur ein falsches Licht auf den Staat.
    Als ich mal im Marburger Stadtparlament von der Empore mein Visa-Schild zeigte, drohte mir der SPD-Ehrenmagistrat mit der Klappse: „wenn Sie gehen, ohne daß wir Sie von der Polizei entfernen lassen müssen, kann man von einer vorsorglichen Untrersuchung in der Psychiatrie absehen“.
    Die SPD weiß, was gut für mich ist!

    • Aristobulus schreibt:

      Die SPD ist völlig vergiftet von der Vorstellung „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“.
      Komisch, die SPD war doch mal gegen Adolfs Sprüche, nein?

  13. Hessenhenker schreibt:

    Juitta Dithfurth hatte mich bei twitter nach 2 Minuten schon geblockt (also rausgeworfen, ich kann nun nicht Lesen was sie schreibt), dabei habe ich nur freundlich „Hallo“ gesagt.

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