Eine Ameise in Bewegung

„Eine Ameise in Bewegung tut mehr als ein dösender Ochse.“

Mit diesem Satz von Laotse begann die Vorsitzende des „Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung in den von Dürre und/oder Wüstenbildung schwer betroffenen Ländern“, Monique Barbut, ihre Rede beim International Cooperation Diplomatic Dinner am 16. November 2017 im Rahmen der UN-Klimakonferenz in Bonn.

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Zu dem Dinner geladen hatte der Jüdische Nationalfond, eine Umweltorganisation aus Israel. In genau dieser Organsation erkennt Monique Barbut eine „Ameise in Bewegung“.

Es ist wahrlich bemerkenswert, was die große Umweltorganisation des kleinen Landes Israels für die Welt geleistet hat und immer noch leistet. Israel ist das einzige Land der Welt, in dem heute mehr Bäume stehen als vor hundert Jahren. In einer Welt, in der sich die Wüsten ausbreiten, begrünt der Jüdische Nationalfond die Wüsten Israels. Die Wasserversorgung Israels ist so gut organisiert, dass das Land sogar ohne Regen auskommen könnte. Möglich wird dies durch eine Technik zur Entsalzung des Meerwassers. Israel transformiert Salzwasser in Trinkwasser, fast so, wie ein anderer berühmte Jude vor zweitausend Jahren Wasser in Wein verwandelt hat. Allerdings haben wir es heute nicht mit einem Wunder zu tun, sondern mit israelischer Technologie.

Israel ist die führende Nation im Nutzen von recyceltem Wasser. Israel recycelt ungefähr 80% des benutzen Wassers. Auf dem zweiten Platz liegt Spanien mit einer Wiederverwendung von 17%. Ganze 63% liegen somit zwischen Platz Eins und Platz Zwei. Allein dieser Abstand zeigt, wie führend Israel in den Technologien der Wassergewinnung und der Begrünung von Wüsten ist. Entwickelt und finanziert werden diese Technologien hauptsächlich vom Jüdischen Nationalfond.

Monique Barbut erklärte bei der 23. Weltklimakonferenz in Bonn, dass genau diese Technologien Frieden in jene Ecke der Welt bringen können, die seit Jahrzehnten von Krisen und Kriegen geprägt sind. Sie betonte, dass ein großer Teil der Flüchtlinge, die in den letzen Jahren nach Europa gezogen sind, Klimaflüchtlinge seien, weil allein in den Jahren von 2006 bis 2010 Syrien die schlimmste Dürreperiode der Region seit der Aufzeichnung des Wetters erleben musste. Sie fragte provokativ in die Runde:

„Wieviele Flüchtlinge müssen eigentlich noch in Vororte der europäischen Großstädte geschwemmt werden, bis Europa erkennt, dass das Problem vor Ort gelöst werden muss?“

Ein nicht zu unterschätzendes Problem ist das Klima. Dürren destabilisieren Regionen. Die daraus entstehenden existentiellen Nöte machen Menschen anfällig für Diktaturen, religiöse Fundamentalismen, menschenverachtende Ideologien und Hass. Allerdings können wir nicht hoffen, dass sich das Klima zu unseren Gunsten verändert. Wir können aber den Dürren und den Wüstenbildungen etwas entgegenzusetzen. Diese Möglichkeit, sich selbst in kargen Regionen ein selbstbestimmtes Leben zu schaffen, emanzipiert die dort lebende Bevölkerung, da sie unabhängiger wird.

Israel ist ein Nachbar von Syrien und dem selben Klima unterworfen wie Syrien. Dennoch flüchten keine Massen von Israel nach Europa. Warum? Weil Israel gelernt hat, aus den schweren Vorraussetzungen das Beste zu machen. Statt nach Sündenböcken für die Misere zu suchen und große Erklärungen abzugeben, was in den nächsten zehn Jahren weltweit verändert werden muss, statt die Lösung des Problems in die ferne Zukunft zu vertagen und in die Hände anderer Länder zu legen, hat sich Israel hingesetzt und eine praktische Lösung für das Problem entwickelt.

Israel ist wie Syrien ein Land, das mit extremer Wasserknappheit konfrontiert ist. Israel hat diesen Nachteil jedoch in eine Chance verwandelte und ein technisches Wissen entwickelt, dass der Dürre trotzt. So wie Noah eine Arche baute, um dem Wasser zu trotzen, schafft der Jüdische Nationalfond Oasen, um der Dürre zu trotzen. Stellen wir uns nur mal vor, Noah hätte mit den Vereinten Nationen verhandelt und den Erklärungen und Weltrettungsplänen anderer Völker vertraut, statt Holz für die Arche zu sammeln. Eine Taube hätte diese Noah nicht mehr gebraucht.

Der Jüdische Nationalfond kämpft mit seinen selbstentwickelten Technologien erfolgreich gegen die Wüstenbildung in seiner Region. Genau diese Technologien sind für Afrika von immenser Bedeutung. Afrika kennt das Problem der Dürre und seht sich danach, die Probleme so selbstbestimmt meistern zu können wie Israel. Daher saßen bei dem International Cooperation Diplomatic Dinner besonders viele Ministerinnen und Minister afrikanischer Staaten im Raum, um von dem Wissen Israels und des Jüdischen Nationalfonds zu profitieren, unter anderem Jean Kapata, Ministerin für Ländereien, natürliche Ressourcen und Umweltschutz in Sambia.

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Für die Delegationen aus Afrika war klar: Die Technologien des Jüdischen Nationalfonds helfen den afrikanischen Staaten mehr als manche Entwicklungshilfegelder aus Europa. Sie wissen, wenn sie mit Israel kooperieren, dann können ihre Länder so fruchtbar werden, dass es für die Bürgerinnen und Bürger dieser Länder ebensowenig Gründe zur Flucht gibt wie für die Bürgerinnen und Bürger Israels.

Der kleine Staat Israel ist Dank des Jüdischen Nationalfonds eine Ameise in Bewegung, die mehr für den Frieden auf der Welt tut als manch ein dösender Ochse bei den Vereinten Nationen. Was haben sich die Ochsen in den letzten Jahren nicht alles für Ziele gesetzt? Welche Klimaziele sich die großen Nationen aber auch immer setzen werden, das kleine Land Israel mit seinen gerade mal 8 Millionen Bürgerinnen und Bürgern ist eine Ameise verglichen mit Deutschland (82 Millionen), den USA (323 Millionen), Indien (1,33 Milliarden) und China (1,37 Milliarden). Diese Ochsen können den Wagen der Reduzierung der CO2-Emissionen vielleicht ziehen, aber wenn sie dösen, kann auch die Ameise Israel nichts machen. Eine Ameise kann keinen Wagen ziehen. Das können nur Ochsen. Selbst wenn die Ameise vor den Wagen gespannt wird, erleichtert sie dem Ochsen das Ziehen nicht spürbar.

Es ist daher irrelevant, ob Israel bei den großen Würfen, Plänen und Entscheidungen der großen Nationen zur Klimarettung mitmacht. Es ist für Israel aber nicht irrelevant, wenn die großen Nationen dösen – und mache dösen nicht nur, sie schlafen felsenfest. Statt sich aber über die Mängel und Fehler der großen Nationen zu beklagen, schaut Israel der Realität lieber ins Auge und arbeitet mit dem, was vorhanden ist. Israel kann nicht darauf hoffen, dass die Ochsen erwachen und die Karre aus dem Schlamm ziehen. Israel kann den Ochsen auch nicht befehlen, den Karren zu ziehen. Die Ochsen ignorieren die Ameise sogar größtenteils. Nicht wenige Ochsen der Welt verbringen ihre Zeit sogar lieber damit, die Ameise bei jeder nächstbesten Gelegenheit zu kritisieren, statt Pläne zu entwickeln, der eigenen Bevölkerung zu helfen.

Das Klima ist wie es ist. Israel wird es nicht verändern. Israel kann aber damit leben. Genau diese Emanzipation von den teilweise überheblichen, teilweise zum Scheitern verurteilten Weltrettungsversuche der großen Nationen ist Hoffnung für die Staaten Afrikas. Sie können von der Ameise Israel lernen, nicht darauf zu hoffen, dass die Ochsen aufwachen und stattdessen in Bewegung kommen, um die Wüsten zu begrünen, das Wasser zu recyceln und all die Technologien zu nutzen, die helfen, nicht mehr abhängig von den Weltrettungsversuchen Europas zu sein, eine Region, die in Afrika eh schon genug Schaden angerichtet hat.

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