Eine kleine Note an das Zentrum für Politische Schönheit

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Jede Form des Gedenkens muss sich stets vergegenwärtigen, dass die Toten, denen wir gedenken, nicht mehr da sind, um uns zu sagen, ob ihnen die Form des Gedenkens gefällt oder ob sie es gar als unwürdig erachten.

Bei einigen Gedenkveranstaltungen, Gedenkaktionen und Gedenkkunstwerken sehe ich diesen nötigen Zweifel an der eigenen Form des Gedenkens nicht und spüre nichts weiter als eine bloße Instrumentalisierung der Toten für eigene Interessen und Gefühligkeiten.

Wenn wir sagen, wir dürfen nicht vergessen, müssen wir an die Nachfahren und Verwandten der Opfer denken, eben an jene, die nicht vergessen können, weil es Teil ihres Lebens ist!

Sobald wir gedenken, weil wir gedenken wollen und nicht, weil wir nicht vergessen können, ist es unsere Pflicht, aufgrund des puren Vorhandenseins des Interesses, gedenken zu wollen, Bescheidenheit zu üben gegenüber jenen, die nicht vergessen können.

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