Kritik am Islam ist nicht geisteskrank!

An der Passionskirche in Berlin-Kreuzberg hängt dieses Banner:

Früher wurden Religionskritiker von der christlichen Kirche noch verfolgt und verbrannt. Heute bekommen sie lediglich ein Banner, das sich um ihr Seelenheil sorgt. Das ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

Religionen sind nicht moderat. Sie sind immer radikal! Sie sind nämlich eine Manifestation des Glaubens an einen allmächtigen Gott. Das ist nicht moderat. Deshalb kann es auch keinen moderaten Islam geben. Es kann nur moderate Muslime geben. Sie zeichnen sich dadurch aus, den Koran nicht wörtlich zu nehmen.

Man muss Angst haben, wenn jemand erklärt, es gäbe ein Buch, das Gottes Wort verkündet, vor allem wenn die Religion nach staatlicher Macht greift. Nenne es Islamophobie, ich nenne es Aufklärung!

Kritik an Religionen ist nicht geisteskrank!

Islamophobie bedeutet nicht, Muslime zu hassen! Islamophobie ist vielmehr die Angst vor der Ideologie Islam und diese Angst ist berechtigt.

Rassismus ist die Verurteilung eines Menschen aufgrund seiner Herkunft. Die Beurteilung eines Menschen aufgrund seiner Überzeugungen und Bekenntnisse jedoch nennt sich Kritik. Kritik ist kein Rassismus. Kritik war und ist der Motor der Aufklärung!

Wer einen Moslem verurteilt, weil er Araber ist, betreibt Rassismus. Wer einen Araber jedoch beurteilt, weil er Muslim ist, betreibt Aufklärung. Wer das Judentum als „patriarchale, überholte Wüstenreligion“ bezeichnet, übt Kritik. Wer jedoch einen Juden verurteilt, weil er dem Volk der Juden abgehört, weil also seine Mutter jüdisch ist, der ist ein Antisemit. Wer sagt, „das Christentum ist die Pest“, verdammt die Religion, aber nur wer sagt, ein Christ sei die Pest, verdammt den Menschen.

Das Christentum wurde in den letzten Jahrhunderten arg kritisiert und beleidigt. Heute nennen wir es Aufklärung! Im Jahr 1927 erschien das Werk „Warum ich kein Christ bin“ von Bertrand Russel. Im Jahr 1950 bekam der Autor den Nobelpreis für Literatur verliehen. Er schrieb „mit vollster Überzeugung, dass die in ihren Kirchen organisierte christliche Religion der Hauptfeind des moralischen Fortschrittes in der Welt war und ist.”

Heinrich Böll bekam ebenfalls den Nobelpreis. Er schrieb, der deutsche Katholizismus sei “mies bis dreckig, in seinen Methoden dumm bis dreist.” Albert Camus, ebenfalls Nobelpreisträger, schrieb: “Unmoralisch ist das Christentum.”Friedrich Nietzsche nannte das Christentum den einen großen Fluch, die eine große innerlichste Verdorbenheit, den einen großen Instinkt der Rache, dem kein Mittel giftig, heimlich, unterirdisch, klein genug ist – ich heiße es den einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit.”

Gelten Russel, Böll, Nietzsche und Camus deshalb heute als rassistisch? Nein! Sie gelten als Leuchttürme der Aufklärung. Das Christentum ist keine Rasse, ebensowenig wie der Islam. Wer Kritik am Islam als rassistisch brandmarkt, fällt damit der Aufklärung in den Rücken.

Wenn im Namen des Islams ein Verbrechen begangen wird, dann braucht es keine Muslime, die den Nicht-Muslimen erklären, was der angeblich wahre Islam bedeutet, ganz so, als sei ein terroristischer Anschlag eine Einladung zum Islamunterricht. Nach religiös motivierten Anschlägen braucht es kritische Analysen, die nicht vor religiösen Gefühlen halt machen. Der Islam muss ebenso heftig durch den Reißwolf der Aufklärung gedreht werden wie das Christentum.

Der aufgeklärte Mensch respektiert zwar alle Menschen, aber er geht gegen Überzeugungen und Ideologien. Diese kritisiert und hinterfragt er.

Wenn ein Terrorist bei der Tat „Allahu Akbar“ ruft, dann muss man das ernst nehmen. Religionen sind Ideologien, in die man hineingeboren wird. Die wenigsten Menschen suchen sich eine Religion aus. Sobald er jedoch erwachsen ist, entscheidet sich jeder Mensch, ob und wie er in diesem Glauben weiter denken und handeln will.

Wenn eine Ideologie nicht mehr kritisiert werden darf, wird sie totalitär. Egal ob Islam, Christentum, Judentum oder Kommunismus, das Recht, Überzeugungen zu kritisieren und zu verarschen, sorgt dafür, dass sie menschlich bleiben. Wer sagt, der Soldat Mohammed, der vor eineinhalb Jahrtausenden gelebt hat, dürfe nicht karikiert werden, jedoch schweigt, wenn ein Bäcker aus Mekka hingerichtet wird, weil er Christ geworden ist, ist ein fundamentalistischer Fanatiker und hat die volle Breitseite Kritik verdient.

Ein Moslem, der den Koran wörtlich nimmt und sein Leben nach einem mordenden Feldherren aus der Mitte des ersten Jahrtausends ausrichtet, sollte uns so viel Angst machen wie ein Christ, der Scheiterhaufen baut.

Wer glaubt, ich verachte ihn, nur weil ich seinen Glauben kritisiere, verwechselt sich mit seinen Überzeugungen. Der Mensch aber ist mehr als die Summe seiner Ideen. Was die Welt braucht sind geistige Hämmer, die so auf den Islam schlagen, wie einst Nietzsche auf das Christentum eingeschlagen hat. Ist das islamophob? War die Aufklärung christophob?

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Foto: William Wires
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