Maischberger macht die Schreinemakers

Der 22. August 1996 ist in die Geschichte des Fernsehjournalismus eingegangen. An diesem Tag wurde die Sendung Schreinemakers Live im Moment der Sendung von den Verantwortlichen des Senders Sat.1 live abgesetzt. Am 28. Februar 2018 macht Sandra Maischbergerauf der ARDdie Schreinemakers und wird gesendet.

Schreinemakers Live war eine von Margarethe Schreinemakers moderierte Infotainment-Sendung auf Sat.1. Sie wurde zwischen 1992 und 1996 wöchentlich über mehrere Stunden im Programm des Privatsenders Sat.1 ausgestrahlt. Für die Moderation ihrer Show wurde Schreinemakers mit dem Bambi, der Goldenen Kamera und dem Goldenen Kabel ausgezeichnet. Am 22. August 1996 blendete sich Sat.1 dennoch aus der Live-Sendung aus, nachdem Schreinemakers einen Bericht über eine sie betreffende Steueraffäre senden wollte. Die Verantwortlichen von Sat.1 sahen es als journalistisch fragwürdig an, dass eine Journalistin ihre eigene Sendung als Sprachrohr nutzt, um auf Kritik an die eigene Person zu reagieren. Sat.1 entschied sich somit, aus Gründen der Befangenheit von Margarethe Schreinemakers, die Sendung abzusetzen.

Über zwanzig Jahre später macht jetzt Sandra Maischberger für die öffentlichen-rechtlichen die Schreinemakers!Bei Maischberger wird heute Nacht auf der ARD zu diesem Thema diskutiert:

„Die Schweizer Volksabstimmung über die Abschaffung des Radio- und Fernsehbeitrags könnte zum Warnschuss für ARD und ZDF werden. Wie noch nie steht vor allem das öffentlich-rechtliche Fernsehen im Kreuzfeuer von Kritikern: Diese sprechen von Zwangsgebühren, beklagen Geldverschwendung, bezweifeln die journalistische Neutralität oder schimpfen über zu viele Krimis. Sind 17,50 Euro Rundfunkbeitrag monatlich zu viel? Oder ist das öffentlich-rechtliche Programmangebot weltweit einmalig und jeden Cent wert: von „Panorama“ bis „In aller Freundschaft“, von „aspekte“ bis zum „Tatort“, von der „heute show“ bis zur „Sportschau“?“

Obwohl Sandra Maischberger befangen ist, weil sie von genau diesen Zwangsgebühren bezahlt wird, diskutiert sie dazu auf einem Sender, der ebenfalls befangen ist. Wäre die ARD ein Sender, der der Neutralität verpflichtet ist, würde diese von Befangenheit strotzende Sendung ebensowenig ausgestrahlt werden, wie der befangene Beitrag von Schreinemakers Live einst nicht auf Sat.1gesendet wurde.

Dabei ist es völlig unerheblich, ob Schreinemakers Beitrag nun gesendet wurde oder nicht, denn jeder Sender hat selbstverständlich das Recht, selbst zu entscheiden, was gesendet wird und was nicht. Ein solcher Sender darf mich aber nicht zwingen, dafür Geld zu geben und neutral ist so ein Sender schon mal gar nicht.

Niemand ist neutral und niemand darf mir Geld wegnehmen, egal wie gut der Zweck auch sein mag. Das darf nur der Staat und dann sind es Steuern.

Wer Zwangsgebühren nimmt, kann nur sehr bedingt glaubwürdig über den Sinn und Unsinn von Zwangsgebühren reden. Ein Alkoholiker jedenfalls redet nicht weniger sachlich über Abstinenz.

***

Wenn Sie mehr zum Thema lesen möchten, hier der Artikel: „Der Zwang zum Rundfunkbeitrag muss verschwinden“

Dieser Beitrag wurde unter Nachrichten veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.