Kippa Colonia

Tapfer im Nirgendwo präsentiert Bilder von der Solidaritätskundgebung Kippa Colonia am 25. April 2018 vor dem Kölner Dom am Römerbogen.

Den Ort der Kundgebung hatte ich ganz bewusst gewählt. Der Römerbogen ist nämlich der Rest des alten römischen Nordtors der Stadt. Durch dieses Tor gingen Juden bereits ein und aus, bevor es den ersten Karnevalsverein in Köln gab. Die jüdische Gemeinde ist die älteste Gemeinde in Köln und wird erstmals im Jahr 321 schriftlich erwähnt. Köln wurde gegründet, da gab es noch keine Christen, Juden schon.

Der Kölner Dom wurde unter anderem unter der Vizepräsidentschaft des jüdischen Dichters Heinrich Heine zu Ende gebaut. Im Kölner Dom hängen Fenster, die von der jüdischen Familie Oppenheimer gestiftet wurden. Auf diesen Fenstern ist die Kölner Synagoge abgebildet. Der Eingang des Kölner Doms wird von Juden bewacht. Dort stehen Statuen von Abraham, Jakob, Moses, Salomon, David, Maria, Anna, Joachim, Josef, Jesus und vielen anderen Juden.

Juden sind nicht nur ein Teil der Stadt Köln, sie haben die Stadt entscheidend geprägt und dies schon in den frühen Anfängen.

Es ist für mich eine klare Sache, öffentlich in Erscheinung zu treten, wenn die Selbstverständlichkeit in Zweifel gezogen wird oder in Gefahr gerät, dass Juden und Jüdinnen nicht nur ein Teil unserer Gesellschaft sind, sondern diese entscheidend und vor allem schon in den Anfängen geprägt und mitgestaltet haben, lange bevor es eine deutsche Nation gab, der erste Karnevalsverein durch Köln zog, eine Moschee in Berlin stand, ja, bevor Berlin oder Frankfurt überhaupt einmal schriftlich erwähnt wurden.

Wer Juden angreift, greift unsere Geschichte und Identität an. Wer Juden angreift, greift mich an.

Dieser Beitrag wurde unter Deutschland, Judentum, Philosophie, Politik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.