Am 11. Juli 2018 ist es in Bonn zu einem judenfeindlichen Übergriff gekommen. Der israelische Professor Yitzhak Melamed aus Baltimore wurde attackiert, weil er eine jüdische Kopfbedeckung, eine Kippa, trug. Danach wurde er von der Polizei geschlagen. Tapfer im Nirgendwo präsentiert nun einen Brief des Professors an einen Freund in deutscher Übersetzung.
Mein guter Freund,
In den letzten zwei Tagen wurde ich von verschiedenen deutschen Medien angesprochen, die um eine Stellungnahme zu dem Vorfall baten, der sich am 11. Juli im Bonner Hofgarten ereignet hat. Ich kann nicht all diese Anfragen beantworten, da ich mich um meine Arbeit und um meine Familie kümmern muss. Daher lass mich hier stattdessen kurz und präzise den Verlauf der Ereignisse an diesem Tag beschreiben.
Lass mich zunächst anmerken, dass mich die Beschreibung des Vorfalls in der Erklärung der Bonner Polizei vom 12. Juli zutiefst beunruhigt. Der Bericht ist voll von glatten und grundlosen Lügen, die sowohl die Brutalität als auch die Ineffizienz der Bonner Polizei am 11. Juli verschleiern sollen. (Ich werde diese schweren Anklagen kurz erläutern.)
Ich war eingeladen, eine Vorlesung an der renommierten Sommerschule der Universität Bonn in klassischer deutscher Philosophie zu halten. Bedauerlicherweise konnte ich aufgrund familiärer Verpflichtungen nur für zweieinhalb Tage kommen und ich sollte am Mittwoch, den 11. Juli um 18 Uhr meinen Vortrag halten. Den Morgen des Tages hatte ich damit verbracht, an meinen Nachforschungen zu arbeiten.
Um 12:30 Uhr traf ich mich mit Dr. Lina Steiner von der Universität Bonn, die eine ehemalige Kollegin und enge Freundin vor mir und meiner Frau ist. Lina zeigte mir das schöne Schloss. Danach wollte sie mir die Stadt zeigen, (denn obwohl ich schon oft deutsche Universitäten besucht habe, war ich vorher noch nie in Bonn gewesen).
Es war kurz nach 14 Uhr, als wir die Straße überquerten und in die Bonner Hofgärten einkehrten. Kurz darauf kam ein etwa 1,60 Meter großer stämmiger Mann auf uns zu und fragte mich „Bist du Jude?“ Er fügte hinzu, dass er Palästinenser sei. Ich begann zu sagen, dass ich Sympathie für die Notlage der Palästinenser hege und den gegenwärtigen bedrückenden Zustand der islamisch-jüdischen Beziehungen zutiefst bedauere, doch da fing die Person schon an, (als er merkte, dass ich ein Fremder war), auf Englisch zu brüllen: „Ich ficke Juden. Ich ficke Juden.“
Dr. Steiner und ich erkannten sofort, wohin die Unterhaltung driftete und gingen daher auf die andere Seite, um uns von der Person zu entfernen, die uns jedoch mit hartnäckigen Flüchen folgte. Dann versuchte er meine Kippa wegzuwerfen und schrie auf deutsch, dass ich in Deutschland keine Kippa tragen dürfe. Ich nahm mein Kippa vom Boden und legte sie wieder auf meinen Kopf. Der Typ wurde wütender: „Nein. Du darfst die Kippa hier nicht haben.“ (Das ist meine Erinnerung an seine Schreie auf Deutsch).
Dann rief er mehrmals: „Keine Juden in Deutschland“ und warf zum zweiten Mal meine Kippa zu Boden. Ich hob sie auf und legte sie auf meinen Kopf. „Du hörst nicht auf mich“, rief er und schlug mir zum dritten Mal meine Kippa vom Kopf. Ich hob sie auf und legte sie auf meinen Kopf. Er schubste mich.
Als all das passierte, bat Lina Passanten, die Polizei zu rufen, und ein paar von ihnen machten den Anruf. (Es waren ziemlich viele Leute da). Der Angreifer ging währenddessen auf den nahegelegenen Rasen und zog Kreise. Nach ungefähr fünf Minuten kam er zu uns zurück. Er schubste mich und dann versuchte ich, ihm in die Leistengegend zu treten, damit er uns verlässt. Ich traf ihn nicht, aber er wurde davon abgeschreckt und ging wieder ins Grüne, um dort seine Kreise zu ziehen.
Ich fragte Lina, wo die Polizei bliebe. Dann kam der Angreifer zum dritten Mal. Er schubste mich erneut, fluchte und ich versuchte (und scheiterte wieder), ihm in die Eier zu treten. Dann hörten wir die Sirene der Polizei. Es waren mindestens zwanzig Minuten vergangen, nachdem wir darum gebeten hatten, die Polizei zu rufen. (Es gab viele Passanten in der Nähe, die das bestätigen können). Der Angreifer bewegte sich langsam fort, aber als das Polizeiauto parkte, rannte er davon.
Die Polizei bewegte sich langsam und der Angreifer war dabei, sich aus meinem Blickfeld zu bewegen. Er war bereits ungefähr vierhundert Meter vor mir entfernt, als ich nach einigem Zögern entschied, ihm hinterher zu laufen, um die Polizei in seine Richtung zu lenken. (Das Gebiet war stark bevölkert und der Angreifer hatte sein Hemd ausgezogen, so dass es für mich klar war, dass er sich aus dem Staub machen wollte.)
Nach dreihundert Metern sah ich ein paar Polizisten aus der entgegengesetzten Richtung rennen, allerdings an dem Angreifer vorbei und auf mich zu. Ich hatte nicht viel Zeit, mich zu wundern, da sich sofort vier oder fünf schwer bewaffnete Polizisten auf mich warfen, (zwei von vorne und zwei oder drei von hinten). Sie drückten meinen Kopf in den Boden und während ich völlig kampfunfähig und kaum in der Lage war zu atmen, (ganz zu schweigen davon, einen Finger bewegen zu können), begannen sie, in mein Gesicht zu schlagen.
Nach ein paar Schlägen fing ich an, auf Englisch zu schreien, dass ich die falsche Person sei. Sie legten mir Handschellen hinter meinen Rücken an und nach ein paar weiteren zusätzlichen Schlägen in mein Gesicht, während ich schrie, dass ich die falsche Person sei, ließen sie sich endlich von mir ab. Ich konnte wieder atmen.
Ich bat die Polizei, meine Tasche zu öffnen und meine Identitätsdokumente zu nehmen. Meine Brille war kaputt. Meine Armbanduhr zerrissen. Nach weiteren fünf oder zehn Minuten wurde ihnen klar, dass sie einen Fehler gemacht hatten. Einer der Polizisten kam, nahm die Handschellen ab und sagte mir, dass sie jemanden gefasst hätten, der uns angegriffen hätte. Dann schrie mich einer der Polizisten in einem didaktischen Ton an (auf Englisch): „Leg Dich nicht mit der deutschen Polizei an!“
Das war mehr als genug. Ich sagte dem Polizisten sarkastisch: „Ich habe keine Angst mehr vor der deutschen Polizei. Die deutsche Polizei hat meinen Großvater ermordet. Sie hat meine Großmutter ermordet. Sie hat meinen Onkel ermordet, und sie hat meine Tante ermordet. Alles an einem Tag im September 1942. Also, leider habe ich keine Angst mehr vor ihnen.“
Der Polizist war verblüfft. Ich fragte ihn nach seinem Namen, aber er weigerte sich, mir zu antworten. Ich fragte noch einmal und bekam wieder keine Antwort. Später konnte ich die Identifikationsnummer auf seiner Polizeiweste aufschreiben, die ich noch bei mir habe.
Die Polizisten baten mich und Dr. Steiner, sie zur Polizeistation zu begleiten, um als Zeugen auszusagen. Als wir in der Station waren, bemerkte ich, dass mein Gesicht blutete. Ich sagte zu Dr. Steiner, dass ich wahrscheinlich sehr komisch aussähe.
In der Polizeistation bat uns die Polizei, auszusagen. Ich fragte, wo ich eine Beschwerde gegen die Polizisten einlegen könnte, die mich geschlagen hatten, aber die Polizisten versuchten dann für die nächsten anderthalb Stunden, uns zu überzeugen, keine Beschwerde einzulegen.
Sie entschuldigten sich und sagten, es sei ein Fehler gewesen. Ich antwortete, dass es tatsächlich nur ein Fehler gewesen sein könne, aber selbst wenn es so sei, Dutzende von Schläge in mein Gesicht – während ich handlungsunfähig war – nichts weiter als reine Brutalität sei. Dann versuchte ein Polizist, mir einzureden, ich hätte „seine Hand berührt“ und die Polizei sei nur in Reaktion darauf auf mich gesprungen. Ich sagte ihm, das sei eine glatte Lüge.
Er versuchte mir einzureden, ein unbewusster Instinkt von mir habe mich vielleicht geleitet, aber ich antwortete, dass auch dies eine billige und glatte Lüge sei, da die vier oder fünf Polizisten, die auf mich gesprungen waren, dies aus zwei Meter Entfernung getan hatten und es daher keinen körperlichen Kontakt zwischen mir und einem der Polizisten gegeben haben konnte, bevor sie mich angegriffen hatten.
Der weitere Verlauf dieses surrealen Gesprächs dauerte sehr lange. Sie versuchten weiterhin, mir einzureden, aufgrund von Reflexen oder Instinkten von mir hätte ich die Hand eines der Polizisten berührt, was dann wohl eine Rechtfertigung dafür sein sollte, mich zu schlagen. Dann insinuierten sie, dass, wenn ich die Presse informieren würde, sie mich beschuldigen würden, ich hätte Widerstand geleistet. Ich sagte nur, dass ich Beschwerde einlegen wolle.
Während des ganzen Gesprächs blutete mein Gesicht. Niemand bot mir Erste Hilfe oder etwas in der Art an. (Sie sagten mir nur, ich könne ja in ein Krankenhaus gehen.)
Schließlich wurde von einer höheren Behörden eine Verfügung erlassen, dass der Fall an einer anderen Stelle verhandelt werden solle, da es sich um ein Hassverbrechen und somit um eine politisch motivierte Tat handele. Wir gingen also zu einer anderen Polizeistation.
Dort war der Befrager viel höflicher. Als er auf mich zukam, fragte er: „Das hat Ihnen dieser Gauner angetan?“ Ich antwortete: „Nein, mein Herr. Ich muss Ihnen die Wahrheit sagen. Das hat mir die deutsche Polizei angetan.“ Er bedeckte sein Gesicht mit der Hand und sagte: „Oh nein.“ Dann ging er zu seinen Vorgesetzten, kehrte zurück und nahm meine Aussage entgegen.
Er fragte mich, ob ich eine Beschwerde gegen die Polizei einreichen wolle. Ich sagte ihm, ich hätte nichts persönliches gegen einen der Polizisten und ich hätte keine Lust an einer zukünftigen Zusammenarbeit mit der Bonner Polizei, aber ich fände, es sei in seinem Interesse als deutscher Staatsbürger, etwas gegen die Polizeibrutalität zu unternehmen, vor allem wenn es wieder Ausländer und Minderheiten beträfe.
Obwohl ich den Text nicht lesen konnte, weil meine Brille verloren gegangen war, füllte der Befrager die Beschwerde in meinem Namen aus und ich unterschrieb sie. Dann brachte er mich zum Hotel. Ich ging schnell in mein Zimmer, wusch mir das Blut aus meinem Gesicht und von meinem Körper und ging dann zu meinem Vortrag, (obwohl ich fünfundvierzig Minuten zu spät kam).

Ich konnte in dieser Nacht nicht richtig schlafen, da mein Körper verwundet war und ich keine Position finden konnte, die nicht schmerzhaft war. Um 8:15 Uhr sollte ich eigentlich den Zug zum Frankfurter Flughafen nehmen, um dann endlich nach Hause zu fliegen. Ich wurde um 6.30 Uhr durch ein Telefonanruf der Bonner Polizei aufgeweckt. Die Polizei sagte mir, die Polizeipräsidentin wolle sich gerne mit mir treffen und fragte, ob sie um 7:15 Uhr ins Hotel kommen dürfe. Ich stimmte zu.
Die Präsidentin kam, um sich zu entschuldigen. Ich sagte ihr, dass Fehler menschlich seien, aber dass das brutale Vorgehen durch die Polizei kein Fehler war, da ich völlig handlungsunfähig war und zu der Zeit kaum atmen konnte. Sie sagte mir, die Polizisten hätten einen fairen Prozess verdient. Ich stimmte dem sofort zu.
Wir verabschiedeten uns als Freunde, so schien es mir damals, doch während ich nach Hause flog, erhielt ich von Freunden die Nachricht über den Polizeibericht zu dem Vorfall (am Morgen des 12. Juli), der in den ersten Berichten zu diesem Vorfall in den deutschen Medien kritiklos zitiert worden war. Sowohl der Polizeibericht als auch die metastatischen Nachrichten erklärten, die Polizeipräsidentin habe sich entschuldigt, (was ich als klaren und unaufrichtigen politischen Schritt interpretierte), dass ich mich einer Verhaftung widersetzt hätte und mich die Polizei daher folglich hätte schlagen „müssen“, so als eine Höflichkeit deutschen Bildungsstils, (siehe zum Beispiel den Bericht in der Deutschen Welle).
Nun, Du kannst jetzt selbst urteilen. Versuche, (wenn Du es kannst), Dir vorzustellen, wie Du Dich einer Verhaftung widersetzt, wenn Du entweder keinen körperlichen Kontakt mit der Polizei hast oder wenn fünf Polizisten auf Deinem Rücken sitzen und Du kaum in der Lage bist, richtig zu atmen. (Wir Philosophen sehen uns ja als Experten in Gedankenexperimenten, aber die Bonner Polizei scheint in der Lage zu sein, den Kreis zu quadrieren.)
Am Ende des Tages, mein Freund, ist es Deine Gesellschaft und Deine Polizei. Wie gesagt, ich habe keine Lust auf weitere Begegnungen mit der Bonner Polizei. Polizeibrutalität ist eine der schlimmsten Aspekte der gegenwärtigen amerikanischen Gesellschaft. Es ist rassistisch und es ist gemein. Du magst denken, dass die Dinge in Deutschland anders sind, aber ich bezweifle das sehr.
Der einzige Grund, warum die Präsidentin der Bonner Polizei bei mir um „Entschuldigung“ gebeten hat, ist, dass ich Professor an der Johns Hopkins Universität bin. Wenn ich ein Außenseiter der deutschen Gesellschaft wäre, würde sich niemand darum kümmern (und offensichtlich würde niemand dem Beschwerdeführer glauben).
Wenn die Sonne an diesem Freitag in Baltimore untergeht, möchte ich Dir Shabbat Shalom wünschen, mein Freund. Vergiss bitte nicht, dem modernen „Ausländer, Waise und Witwe [גג, יתםם אאאנננ]“ zuzuhören, auch wenn sie sich beschweren und erklären, von den Behörden missbraucht worden zu sein. Denn sie könnten vielleicht Recht haben.
Dein Yitzhak Yohanan Melamed
Baltimore, 13. Juli 2018
Hat dies auf Jihad Watch Deutschland rebloggt.
Ich verabscheue es, fast täglich Meldungen wie diese zu lesen und wünsche Prof. Melamed, dass er den schrecklichen Vorfall rasch hinter sich lassen kann. Das offizielle Deutschland hätte jeden Grund, eine offizielle Entschuldigung an ihn zu senden!
Als tragisches Detail sehe ich den Versuch Prof. Melameds, den „Deutschen mit palästinensischen Wurzeln“ mit einer Pro-Palästina-Stellungnahme positiv zu stimmen. Geradezu beispielhaft für einen von klein auf indoktrinierten Judenhasser reagiert der Angreifer mit einer Körperattacke. Es ist das, was jeder Israeli – ob Grenzsoldat oder Zivilbürger an einer Jerusalem Straßenbahnhaltestelle – kennt. Die Politik der Härte ist die einzige, die Bürger einigermaßen vor Gewalt und Terror schützt. Ob Deutschland das noch lernen wird, sei dahingestellt.
Als tragisches Detail sehe ich den Versuch Prof. Melameds, den „Deutschen mit palästinensischen Wurzeln“ mit einer Pro-Palästina-Stellungnahme positiv zu stimmen.
Nicht jeder, der von diesem Konflikt selbst betroffen ist, ist ein Rassist, der jedes Gespräch verweigert und nur Gewalt als Lösung sieht. Dass der Angreifer das Gespräch verweigerte und tätlich wurde, ist bedauerlich, wird aber viele, die wie Yitzhak denken, nicht davon abbringen, als erstes den Dialog zu suchen.
Wichtiger scheint es, das Verhalten der benachrichtigten Einsatzkräfte zu be – und verurteilen. Dass bei Zugriffen in unübersichtlichen Situationen Fehler unterlaufen können, steht ausser Frage. Nun, nach erfolgter Sichtung unterschiedlicher Aussagen zu diesem Fall kann jedoch von einer komplizierten Lage nicht ausgegangen werden. Sowohl die Art der Fixierung wie auch die massive körperliche Gewalt durch die beteiligten Einsatzkräfte ggü. dem Geschädigten waren masslos, die verbalen Bedrohungen im weiteren Ablauf inakzeptabel. Es ist daher zu fordern, dass nicht nur die Straftat an sich, sondern auch das Verhalten der beteiligten Einsatzkräfte angemessen sanktionieren wird. Unangemessene Polizeigewalt darf in einem zivilisierten Staat keinen Platz haben.
Die Fehlleitung der Polizei wird gewiss eingehend untersucht werden, das bedarf keines weiteren Kommentars. Polizeilich zu untersuchen ist aber die Haltung der Passanten, die nicht in das befremdliche Geschehen eingegriffen haben (unterlassene Hilfeleistung?). Und ein Hoch auf den wehrhaften Philosophen, der wenigstens versucht hat, dem Täter in die Eier zu treten.
Bitte Frau Lina Steiner für XY-Preis vorschlagen, incl. den Professsor. Noch bis September möglich.
Und immer wieder wird „eine Ursache allen Übels“ relativiert, nämlich der Islam, nur weil jeder irgendeinen netten Mohammedaner kennt oder im TV gesehen hat. Für jeden netten Mohammedaner zeige ich euch einen netten Nazi. Missbrauchte und reflexionsfaule (eine tödliche Kombination, wie wir wissen) Menschen.
Was das jetzt mit dem Artikelthema – nämlich dem Umstand, dass ein Amerikaner, der antisemitisch beschimpft wurde, ungewollt und schmerzhaft in Kontakt mit einigen besonders hellen Absolventen der German Police Academy kam – bleibt eigentlich unklar, wüsste man nicht um die deutsche Obsession, immer neue Nazis aufzuspüren, damit die Untaten der alten langsam in Vergessenheit geraten: „Für jeden netten Mohammedaner zeige ich euch einen netten Nazi.“Ob der Richard Grünert damit vielleicht den Richard Grünert meint?
Der Professor ist ist Israeli, nicht Amerikaner. Er lebt in Baltimore und lehrt an der dortigen John Hopkins Universität.
Danke für den Hinweis.
Blühende Phantasie
@Morbus ex Gotha: „Ob der Richard Grünert damit vielleicht den Richard Grünert meint?“
Die Dummheit dieser Frage könnte fast überraschen, „wüsste man nicht um die deutsche Obsession, immer neue Nazis aufzuspüren“.
@Thomas ex Gotha: Richard Grünert wollte wohl lediglich insinuieren, es gebe keine „netten Mohammedaner“. Darob muss er kein Nazi sein, teilt mit einem jeden solchen aber zumindest das konstituierende Merkmal der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit.
@M.S.
Das „Merkmal der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ teilen auch Nazis und Kommunisten.
Nebenbei bemerkt teilt dieses Geschmeiß auch das Merkmal der allgemeinen Menschenfeindlichkeit.
Während es ja zu den Zügen allgemeiner Menschenfreundlichkeit gehört, zu einem Bild, das zwei junge Schwule im Iran kurz vor ihrer Hinrichtung zeigt, einen „witzigen“ Kommentar zu posten. „Gutartiges Geschwulst“ alias „Heinz Spiess“ alias „Wolfgang Scharff“ (das soll angeblich sein richtiger Name sein, aber es geht mir einfach besser, wenn ich auch den in Anführungszeichen setze), der dergleichen auf dem Kerbholz hat, zählt wohl nicht zur kommunistischen, aber zur Internationale der Heucheltrolle.
Aber nun genug. Zuviel der Worte über einen, an den jedes weitere Wort verschwendet wäre.
@Morbus ex Gotha: „Während es ja zu den Zügen allgemeiner Menschenfreundlichkeit gehört, zu einem Bild, das zwei junge Schwule im Iran kurz vor ihrer Hinrichtung zeigt, einen „witzigen“ Kommentar zu posten.“
Wer nichts in der Birne hat, ist offenbar gezwungen, immer denselben verlogenen Stuss zu wiederholen.
@Morbus ex Gotha: „Zuviel der Worte über einen, an den jedes weitere Wort verschwendet wäre.“
Das schreibt ausgerechnet der arme Morbus, der gerade mit fünftägiger Verspätung auf einen meiner Kommentare geantwortet hat, weil er doch endlich auch mal gewinnen wollte.
Nicht auszudenken, wie unruhig er in dieser Zeit geschlafen hat.
Zum besseren Verständnis: Ich verglich lediglich Hitlers Volksstaat mit Mohammeds Volksstaat. Näheres bei Götz Aly. Mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“
(welch ein inhaltsleeres Konstrukt) hat das nichts zu tun.
„Näheres bei Götz Aly“ – Können Sie mir, allein um meine „blühende Phantasie“ zu füttern, die Stelle zitieren, wo der über „Mohammeds Volksstaat“ schreibt?
Und können Sie weiterhin begründen, warum die Forschung zu „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ (welche auch Rassismus, Antisemitismus, Homophobie etc. untersucht) ein, wie Sie sich so schön pleonastisch ausdrücken, „inhaltsleeres Konstrukt“ darstellt?
Merci im Vorabbereich.
Die Parteilichkeit großer Teile der Politik, Justiz und der ausführenden Organe ist bekannt. Das ist auch eine der Bereicherungen, die uns Merkel & Co. ins Land geholt haben. Trump würde hier den Ausdruck „shithole countries“ benutzen, nehme ich an. Und da ist mit Gewißheit leider auch etwas dran.
Das Verhalten der beteiligten Polizisten und ihrer Dienststellen ist mehr als nur schändlich. Nicht mal einen Arzt haben sie gerufen! Wer stellt die Frage, wie es dazu kommen konnte, was die HIntergründe sind, welche Konsequenzen es gibt – und wer berichtet offen und sachlich darüber?
Für all das, was Prof. Melamed beschrieben hat, für das, was ihm widerfahren ist, kann ich mich nur zutiefst schämen. Sein Bericht, den er mit Gewißheit (und hoffentlich) überall erzählen wird, ist ein weiterer Beleg für die tiefgehende Krise, in die uns „die Politik“ völlig ohne Not, abgehoben und im Bestreben, das eigene Volk zu ersetzen, gebracht hat.
Dies ist ein prominenter Fall. Mindestens genauso schlimm oder sogar noch schlimmer sind die vielen Fälle, die ähnlich gelagert sind und über die mittlerweile nicht einmal mehr – bis auf die alternativen Medien – berichtet wird. Man möge sich nur mal die Bundestagsdebatten anhören, wenn es um diese Themenkreise geht: Von der Nomenklatura sind vorzugsweise Lügen, Heuchelei und Desinformationen zu hören. Da wundert mich dann gar nichts mehr.
Wohin sind wir gekommen?
Ich bedanke mich, dass „Tapfer im Nirgendwo“ diesen Text übersetzt und veröffentlicht hat. Meine folgende Anmerkung hat daher nichts mit einer inhaltlichen Kritik oder am Vorgehen von Gerd Buurmann zu tun.
Mir ist aufgefallen, dass die Übersetzung der Rede an manchen Stellen – soweit ich es beurteilen kann – NICHT sinnentstellende – Fehler enthält. Um sich an der Stelle nicht angreifbar zu machen, empfehle ich, auch das englische Original zu veröffentlichen (siehe unten). Auf Wunsch kann ich die mir aufgefallenen Übersetzungsfehler auflisten, bin aber momentan zeitlich etwas unter Druck.
Hier das englische Original des Berichts:
The Events at the Bonner Hofgarten this July 11th: A Letter to a German Friend,
In the past two days I have been approached by various German news media requesting my description of the events that took place at the Bonner Hofgarten on July 11th. I cannot answer all of these requests as I have work to do and family to look after. Instead, let me provide a brief and precise description of the course of events on that day. Let me also note that I am deeply troubled by the description of the events in the Bonn Police statement of July 12. The report is replete with flat and groundless lies aiming at covering both the brutality and inefficiency of the Bonn police on July 11th (I will explain these grave charges shortly).
I had been invited to give a Keynote Lecture at Bonn University’s prestigious summer school in classical German philosophy. Regrettably, I could come for only two and half days due to family commitments, and I was scheduled to give my talk on Wed. June 11 at 18:00. I had spent the morning of that day working on my research, and at 12:30 I met. Dr. Lina Steiner (Bonn University), my former colleague and a close friend of both my spouse and I. Lina showed me the nice schloss and then she wished to show me the town (though I visit German universities quite frequently, I had never been to Bonn before). It was sometime after 14:00 that we crossed the street and entered the Bonner Hofgartens. Shortly thereafter, a stocky man about 1.60 meters tall approached us and asked me “Bist Du Jude?” and then, added that he is Palestinian. I started saying that I have sympathy for the plight of the Palestinians and deeply regret the current depressing state of Islamic-Jewish relations, when the person (realizing that I am a foreigner) started shouting in English: “I fuck Jews. I fuck Jews.” Realizing where this conversation is going Dr. Steiner and I passed to the other side and moved away from the person who then followed us with his persistent curses. Then, he tried to throw away my yarlmulka (Kippa) shouting in German that in Germany I am not allowed to wear a yarmulka. I took my yalmulka from the ground and put it back on my head. The guy got angrier: “No. You are not allowed to have the yarmulka here” (that’s my recollection of his shouts in German). He then shouted several times: “Kein Juden in Deutschland”, and threw my yalmulka for the second time. I picked it up and put it on my head. “You don’t listen to me” he shouted, and threw my yarmulka for the third time. I picked it up and put it on my head. He pushed me, and then we moved aside.
As this was happening, Lina asked bypassers to call the police, and a few of them made the phone call (there were quite a few people around). The attacker, at that point, went to the nearby lawn and started walking in circles. After about five minutes he came back to us. He pushed me and then I tried to kick him in the groin so that he would leave us. I didn’t hit, but he was deterred and went again to the green, walking in circles. I asked Lina where the police is. Then the attacker came for the third time. He pushed again, cursed, and I tried (and failed) to kick his groin. Then, we heard the siren of the police. It was at least 20 minutes after we asked to call the police (there were many passers-by around who could attest). The attacker moved slowly, then once the police car was about to park he started running away.
The police moved slowly and the attacker was about to get out of my eyesight. He was about 400 meters ahead of me, and after some hesitation I started running after him, so that I could still point the police in his direction (the area was populated, and the attacker took off his shirt, so it was clear he was about to disappear from eyesight). After three hundred meters I saw a pair of policemen running from the opposite direction, passing the attacker, and running… toward me. I didn’t have much time to wonder, as almost immediately four or five policemen with heavy guard jumped over me (two from the front, and two or three from the back). They pushed my head into the ground, and then while I was totally incapacitated and barely able to breath (not to mention move a finger), they started punching my face. After a few dozen punches, I started shouting in English that I was the wrong person. They put handcuffs on my hands, behind my back, and after a few dozen additional punches to my face while I am shouting that I’m the wrong person, they finally moved from my back. I was now able to breath. I asked them to open my bag and reach for my identifying documents. My glasses were broken. My watch torn, and then after another 5 or 10 minutes they realized they made an error. One of the policemen came, took off my handcuffs, and told me that they captured person who attacked us. Then the same policemen shouted at me in a didactic tone (in English): “Don’t get in trouble with the German Police!.” This was more than enough. I told the policeman sardonically, “I am no longer afraid of the German police. The German police murdered my grandfather. They murdered my grandmother. They murdered my uncle, and they murdered my aunt. All in one day in September 1942. So, alas, I am not afraid of them anymore.” The policeman was baffled. I asked him for his name, and he refused to answer. I asked again, and again got no answer. Later, I was able to write down the identifying number on his police vest which I still have with me.
The policemen asked me and Dr. Steiner to accompany them to the police station in order to give testimony. As we entered the station I saw that my face was bleeding. I told Dr. Steiner that I probably look quite funny. In the police station, the policemen asked both me and Dr. Steiner to give a testimony. I asked to file a complaint against the policemen who have beaten me, and then, for the next hour and a half, the policemen were trying to convince me not to file the complaint. They apologized and said this was a mistake, and I answered that this may indeed have been a mistake, but even if it were so, dozens of punches to my face – while I was incapacitated – were nothing short of pure brutality. Then, one of the policemen tried convincing me that I “touched his hand” and that they jumped on me only in a reaction to that. I told him this is a flat lie. He told me that it was perhaps an instinct of mine of which I was not aware, and I answered that this too is a cheap and flat lie, as the four or five policemen who jumped on me were 2 meters away from me before they jumped on me, and there was no bodily contact between me and any of the policemen before they attacked me. This surreal conversation in which they continued to try to convince me that by virtue of some reflex or instinct I touched the hand of one of the policemen and that this was the justification for the beating, ran for quite a long time. Then, they began insinuating that if I press charges against them, they will accuse me of resisting arrest. I told them that I am asking to file a complaint. As my face was bleeding throughout the conversation, no one offered me first aid or anything of the kind (they told me that I can go to the hospital). Eventually, an order came from the higher authorities that since the case is considered a hate-crime, I should provide testimony before the unit of “political crimes”. We went then to the other police station. There the interrogator was much more courteous. As he approached me, he asked: “this is what this bandit did to you?” and I answered: “No sir. I have to tell you the truth. This is what the German police did to me.” He covered his face with his hand and said: “Oh no.” He then went to speak with his supervisors, returned, took my testimony. He asked me if I wish to file a complaint against the police. I told him that I have nothing personal against any of the policemen, and that I have no plans for any future interaction with the Bonn police. Nevertheless, I thought it is in his interest as a German citizen to eradicate police brutality, especially when it is directed again foreigners and minorities. Though I could not read the text as my glasses were lost, the interrogator filled the complaint in my name, and I signed it. He then gave me a ride to the hotel. I quickly went up, washed the blood from my face and body, and then went to give my lecture (though 45 minutes late).
I could not sleep that night as my body was wounded and I could not find any position which was not painful. I was supposed to take the 8:15 am train to Frankfurt airport and then finally fly home. I woke up at 6:30 AM by a phone call from the Bonn police, telling me that the president of the police would like to meet me, and asking whether she could come to the hotel at 7:15. I agreed. The president came to apologize. I told her human errors can happen, but that the savage punching by the police was not an error, as I was completely incapacitated and barely able to breath at the time. She told me the policemen deserve a due process to which I immediately agreed. We departed as friends, or so it seemed to me at the time, for as I was flying home I started receiving messages from friends about the police report on the incident (issued on the morning of the 12th), and the first reports in the German media which appeared just as a “cut-and-paste” adaptations from the police report. Both the police reports and its metastatic news items explained that the president of the police apologized (which I interpreted as a clear and insincere political move), that I had resisted arrest, and that, consequently, the police “had” to punch me, as a courtesy of their style of education (see, for example, the report in Deutsche Welle). Well, you can now judge for yourselves. Try (if you can) resisting arrest either when you are not in any bodily contact with the police, or, alternatively, when 5 policemen are on your back and you are barely able to breath (we, philosophers, take ourselves as experts in thought-experiments. Yet, the Bonn police seems to be capable of even squaring the circle). At the end of the day, my friend, it is your society and your police. As I said, I have no plans for any further encounters with the Bonn police. Police brutality is one of the sickest aspects of current American society. It is racist and it is vile. You may think things are different in Germany. I very much doubt it. The only reason why the president of the Bonn police came to “apologize” to me is because I am a professor at Johns Hopkins University. If I were any of the underdogs of German society, no one would care about it (and obviously no one would believe the complainant).
As the sunset goes down on this Friday in Baltimore, I would only like to wish you Shabbat Shalom my friend, and please, don’t forget to listen to the modern “foreigner, orphan and widow [גר, יתום ואלמנה]”, even when they complain about being abused by the authorities. For they may well be right.
Yours,
Yitzhak Yohanan Melamed
Baltimore, July 13th, 20
Thanks for posting the original.
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