Arte und die Tradition

Im August 2020 sendete arte eine Wiederholung des Berichts „Die Siedler der Westbank“ von Shimon Dotan. In der Ankündigung heißt es:

„Der israelisch-palästinensische Konflikt sorgt seit jeher für Spannung im gesamten Nahen Osten. Die jüdischen Gemeinschaften im Westjordanland spielen hier eine entscheidende Rolle: In der Region, wo traditionell keine Juden lebten, ließen sich nach dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 Hunderttausende Siedler nieder, die mit ihren unterschiedlichen Abstammungen, Sichtweisen, Ideologien und sozioökonomischen Milieus die ganze Bandbreite der israelischen Bevölkerung widerspiegeln.“

Arte behauptet, in der Region, die hier Westjordanland genannt wird, hätten „traditionell keine Juden“ gelebt. Schauen wir uns die Gegend mal etwas genauer an.

Die Region, die arte als Westjordanland bezeichnet, wird auch Judäa und Samaria genannt. Diese Bezeichnungen gehen auf die Bibel zurück. Judäa bedeutet „Land der Juden“.

In der Region befindet sich die Stadt Bethlehem. Dort befindet sich eine Kirche an der Stelle, wo ein Jude geboren worden sein soll. Sein Name ist Jesus.

In der Region befindet sich ebenfalls die Stadt Hebron. Am dortigen Stadtrand befindet sich das Grab der Patriarchen, wo Abraham und Sara, Isaak und Rebekka, sowie Jakob und Lea bestattet worden sein sollen. Alle sechs Persönlichkeiten waren Jüdinnen und Juden. In Hebron soll König David 1011 Jahre vor dem Juden, der in Bethlehem geboren wurde, zum König des jüdischen Volks gesalbt worden sein.

Was also hat es mit der von arte so bezeichneten Tradition auf sich, dass dort keine Juden lebten?

Als im Jahr 1517 die Juden in Hebron ihr Laubhüttenfest feierten, führte der Stellvertreter des osmanischen Sultans und Herrscher von Jerusalem, Murat Bey ein Massaker an den dort feiernden Juden durch und plünderte sie aus. Nur wenigen gelang die Flucht.

Im Jahr 1929 wurde in Hebron ein Massaker an Juden verübt, bei dem siebenundsechzig Juden ermordet und zahlreiche verletzt wurden. Ein Teil der jüdischen Gemeinde floh daraufhin nach Jerusalem.

Im April 1936 kam es erneut zu Unruhen gegen Juden. Am 23. April wurden daher alle Juden der Stadt von den Briten evakuiert. Seit dem war die Stadt judenrein.

Das ist also die Tradition, von der arte spricht. Arte nennt es Tradition; ich nenne es Judenverfolgung.

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Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke („Gehirne am Strand“), sowie Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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Eine Antwort zu Arte und die Tradition

  1. Demnächst auf Arte:

    Der indianisch-us-amerikanischer Konflikt sorgt seit jeher für Spannung in ganz Nordamerika. Die indianischen Gemeinschaften in New York spielen hier eine entscheidende Rolle.
    New York City – Die indianische Besiedlung des Big Apples hat ungeahnte Ausmaße angenommen. Die Stadt wo traditionell keine Indianer lebten, ist heute mit 87 000 Siedlern indianischer Abstammung die US-Stadt mit den meisten indianischen Einwohnern. Wie beinflusst dies den Friedensprozess in den USA?

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