Warum ich nicht „Free Palestine“ rufe

Am 25. Oktober 2021 wurde ein 36-jähriger Mann in Berlin-Spandau auf einem Gehweg am Altstädter Ring von drei Männern beinahe umgebracht, weil er sich trotz ihrer aggressiven Aufforderung geweigert hatte, laut „Free Palestine“ (Freiheit für Palästina) zu rufen. Die unbekannten Täter schlugen den Mann zusammen und traten mehrfach auf ihn ein, auch immer wieder auf den Kopf des Mannes. Nachdem Zeugen einen Rettungswagen alarmiert hatten, wurde der Mann in ein Krankenhaus gebracht, wo er in Lebensgefahr schwebte.

Ich rufe nicht „Free Palestine“!

Das heißt nicht, dass ich mich gegen Freiheit für die Menschen in Palästina ausspreche, das mache ich nicht, im Gegenteil.

Ich fordere Freiheit von der menschenverachtenden Hamas im Gazastreifen, die Oppositionelle und Andersgläubige verfolgt, Frauen unterdrückt, Homosexuelle hinrichtetet und Kinder zu Soldaten missbraucht. Ich fordere Freiheit für die Menschen im Gazastreifen, die nicht wollen, dass ihre Hospitäler, Schulen und Kindergärten weiterhin als Waffenlager und Raketenabschussrampen missbraucht werden für Waffen, die abgefeuert werden, um die in der Gründungscharta der Hamas verankerte Forderung zur Vernichtung aller Juden zu exekutieren.

Freiheit für Palästina von der Hamas!

Ich fordere Freiheit von Mahmud Abbas, der zwar im Jahr 2005 zum Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde gewählt wurde, sich aber, da seine Legislaturperiode am 9. Januar 2009 endete, seitdem ohne Legitimation an der Macht hält.

Freiheit für Palästina von der Fatah!

Ich fordere aber eine Freiheit Palästinas im Frieden mit Israel. Ich fordere nämlich auch:

Freiheit für Israel!

In Israel gilt das israelische Gesetz. Israel ist der einzige Ort im Nahen Osten, wo Menschen nicht verfolgt werden, egal welcher Religion sie angehören, welches Geschlecht sie haben, wem sie lieben und welche Meinung sie sagen. Ich bin für Israel, nicht weil ich glaube, irgendwer habe irgendwo zuerst seinen Fuß in den Sand gesetzt, oder irgendein Gott habe irgendeinen bärtigen Mann zum Kaffeeklatsch eingeladen, um dabei die Welt aufzuteilen, sondern weil Israel das einzige Land im Nahen Osten ist, in dem Frauen und Männer gleichberechtigt sind, Homosexualität staatlich anerkannt ist, die Meinung, Kunst und Wissenschaft frei sind, keine Religion diskriminiert wird und Juden weder besser noch schlechter sein müssen als alle andere Menschen. Jeder Quadratmeter im Nahen Osten, der sich ein Beispiel an Israel nimmt, ist ein gewonnener Quadratmeter. Darum fordere ich:

Palästina, schließe Frieden mit Israel!

Unter der Hamas und der von Mahmud Abbas geführten Fatah werde ich Gerd Buurmann verfolgt, wenn ich dort so leben möchte wie in Deutschland. In Israel lebe ich so wie ich bin in Freiheit! Warum soll ich daher ausgerechnet Israel kritisieren, ein Land, das mich leben lässt, wie ich möchte und nicht viel mehr all die Gebiete, die mich verfolgen, weil ich so bin, wie ich bin?

Ich kritisiere Palästina, weil Palästina nicht frei ist!

Dass Palästina nicht frei ist, hat viele Gründe. Israel ist keiner davon, im Gegenteil. Israel fordert seit seiner Unabhängigkeitserklärung ein freies Palästina, dass in Frieden mit Israel erlebt. In der Unabhängigkeitserklärung heißt es:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Mahmud Abbas sagte einst etwas ganz anderes: „In einer endgültigen Lösung können wir nicht mal die Existenz eines einzelnen Israelis in unserem Land sehen, seien es nun Zivilisten oder Soldaten.“

Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah sprach Mufti Muhammad Hussein, den Abbas persönlich zum “geistigen Führer der palästinensischen Autonomie” ernannt hat, folgende Worte in die jubelnde Menge: „Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben.“

Freiheit für Palästina vom religiösen Hass!

Weder die Hamas noch die Fatah wollen Frieden. In Israel aber wird der Frieden gelebt und verteidigt. In Israel leben über 1,6 Millionen Muslime friedlich mit Juden zusammen. Muslime und Juden sind dort Nachbarn. Sie sind einander Arbeitskollegen, Lehrerinnen, Anwälte, Richterinnen, Politiker, Polizistinnen, Feuerwehrmänner, Soldatinnen, Köche, Sexualpartner und vieles, vieles mehr. Sie lachen, leben, essen, weinen und streiten zusammen. Sie leben miteinander und teilen sich die selbe Heimat. Sie sind gemeinsam in Treue verbunden mit den Bäumen, Flüssen, Bergen, Meeren, Seen, Städten, Dörfern und Wüsten ihrer Heimat, die sie oft in ihre Gebete einschließen. Sie sind eine Familie. Manche sind entfernte Verwandte, andere wiederum frisch nah Vertraute.

Der Gazastreifen jedoch ist „judenrein“. Kein einzige Jude darf dort leben. Als im Jahr 2005 die Hamas im Gazastreifen die Macht übernahm, wurden alle Juden vertrieben. Am Morgen des 12. September 2005 verließen die letzten Juden das Gebiet über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Ein Minister der Hamas brachte die eigene Politik 2010 mit diesen Worten auf den Punkt:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Am 9. Oktober 2015 hielt der Kleriker Muhammed Salah „Abu Rajab“ folgende Predigt in der Al-Abrar Moschee in Rafah im Süden des Gazastreifens:

„Unsere erste Phase soll lauten: Stecht die Juden ab! Sie haben keine Chance! Die zweite Phase soll lauten: Wir werden die Juden nicht mehr vertreiben! Wir werden sie allesamt abstechen und abschlachten!“

Im Gazastreifen wird die Flagge Palästina immer wieder stolz in Verbindung mit dem Hakenkreuz gezeigt.

Ich fordere Freiheit für Palästina vom Judenhass!

Im Oktober 2021 zeigte sich in Deutschland der Hass Palästinas in seiner ganzen Brutalität. Für dieses Palästina werde ich niemals Freiheit fordern, im Gegenteil. Für das Palästina, für das am 25. Oktober 2021 drei Männer in Berlin-Spandau einen anderen Menschen auf offener Straße fast ermordet hätten, fordere ich:

Nieder mit diesem Palästina!

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Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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36 Antworten zu Warum ich nicht „Free Palestine“ rufe

  1. A.mOr schreibt:

    @Onur.
    Gerd Buurmann hat nun, dankenswerterweise!, lang und breit, wenn auch in aller Kürze, die historischen Fakten, soweit allgemein anerkannt, dargestellt, ist auch auf 1947, 1948, ff., eingegangen.
    Und sie reiten auf Ihrem leidig unerheblichen Quark herum und reden von „Argumenten“?
    Ihnen geht es doch offensichtlich um etwas anderes.

    Widerlegen Sie doch die von Herrn Buurmann dargelegten Fakten, wenn Sie von „Argumenten“ reden wollen. Das allerdings können Sie eben nicht. Sie haben keine Argumente, Ihnen bleibt nur ein lauwarmer Pallywood-Aufguß von, zB., einem „geraubten Land“ und einer jüdischen Besatzung von jüdischem Land, welches Sie konsequenterweise, Ihrem Duktus entsprechend, als Pallynesien -oder wie’s Pallywood so wünscht- darstellen, völlig bar jeglicher Historizität.
    Ihnen geht es offenbar nicht um „Argumente“ sondern um persönliche Befindlichkeiten, die Sie gerne für sich behalten dürfen.

    Herr Buurmann hat längst geliefert, aber Sie tun so, als ob niemand hier Ihren Quark -kann ich nicht anders bewerten- mitlesen würde, und niemand hier bemerken würde, daß Sie jederart dämlichen Quark, nur eben keine Argumente abzuliefern haben.

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  2. Onur schreibt:

    „Meine Antwort: Matthäus 7,3“
    Auch das ist keine Antwort, sondern eine Erwiderung, und wieder eine ohne jedes Argument, wo ich Sie doch regelrecht angefleht habe mal ein Argument zu bringen. Eine Diskussion ohne Argumente ist keine Diskussion.
    Ich habe von Ihren Widersprüchen geschrieben und dabei einige aufgezählt, Sie schreiben von meinen Widersprüchen ohne auch nur ein einziges Beispiel aufgeführt zu haben.
    Sie sagen das Sie an Ihrer charakterlichen Entwicklung arbeiten, während Sie hässliche Spekulationen ohne jede Grundlage über meinen Charakter von sich geben.
    Nichts ergibt irgendeinen Sinn was Sie von sich geben.

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  3. Passant schreibt:

    Lieber Herr Buurmann,
    Sie haben hier eine Menge Perlen geworfen und genau mit dem Resultat, vor dem noch die Bibel gewarnt hat. Ich möchte Sie fragen (ohne Absicht zu nahe zu treten) – wozu? Ich fürchte es gibt zwei Israelkritiker-Arten, manche Menschen sind einfach nur dämlich, manche sind einfach voreingenommen. Dabei haben wir in 90% mit „sowohl als auch“ zu tun. Natürlich grob vereinfacht, aber immerhin. Sie wissen das bestimmt auch, warum verlieren Sie Ihre Zeit? Hat es Ihnen je gelungen, so einen selbstverliebten Vollidioten in seiner Gerechtigkeit-Rage wenn nicht zu überzeugen – wäre zu viel gefragt, dann zumindest zum Nachdenken zu bewegen?

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    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Ich fürchte, es ist eine Naivität in mir. Ich glaube halt immer wieder: Wenn sich jemand so offensichtlich widerspricht, wenn er zeigt, dass er selbst so handelt, wie er es an anderen Menschen kritisiert, dann kann kein Mensch so voreingenommen oder so dämlich sein, dass er diesen offensichtlichen Widerspruch nicht doch selbst erkennt. Manche Dinge sind so klar, die kann niemand übersehen, denke ich immer. Dann aber muss ich immer wieder erkennen, dass es eine menschliche Fähigkeit ist, sich selbst zu blenden.

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      • Passant schreibt:

        Ja, ich verstehe Ihre Position. Eine noble Naivität, vielen Dank dafür. Bringt aber nichts, es ist wie mit dem bei den manchen Juden verbreiteten Irrglauben, durch Aufklärung den Antisemitismus bekämpfen zu können. Es ist fast immer aussichtslos. Und wenn sich diese zwei Faktoren „Dummheit“ und „Voreingenommenheit“ multiplizieren, hilft keine Argumentation überhaupt – keiner ist so taub wie derjenige, der nicht hören will. Ich weiß nicht, was er da alles liest, Hürriyet, SZ oder Spiegel (ich kann mir gut vorstellen, dass auch irgendein Bio-Friedrich mit seiner Rechnung an die Juden dahinter steckt), das ist auch egal. An die Fakten kann man schon kommen, das unlösbare Problem bleibt aber, sie fair zu interpretieren. Wenn er meint, 1+1 für Juden ungefähr 1,5 ist, für die z.B. Osmanen aber 2,5, an Feiertagen manchmal 2,7 – was wollen Sie denn mit ihm diskutieren? Für solche habe ich nicht einmal „fuck you“ übrig.

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        • Anonymous schreibt:

          Die Arbeit von Hr. Buurmann bringt schon etwas. Wohl nicht bei bereits gefestigten Hardlinern, aber doch u.U. bei denen, die sich bis Zeitpunkt X noch keine großen Gedanken um den Nahostkonflikt gemacht haben und noch nicht so verseucht von ÖR und anderer Propaganda sind, dass sie automatisch Israel an allem die Schuld geben.
          Wenn diese Leute dann auf einen solchen Text stoßen, kann das schon etwas bewirken.
          War bei mir zumindest so, wenn auch nicht durch einen Text von Gerd, sondern von der Titanic (hört, hört)

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          • Passant schreibt:

            Ich fürchte Sie haben mich falsch verstanden, Anonymous. Selbstverständlich bringt die Arbeit von Hr. Buurmann etwas… Nein, so ist auch falsch, nicht lediglich „etwas“ – ich kann diese Menge nicht einmal beschreiben! Als ich die langen, viel zu langen und dabei absolut leeren Passagen von diesem halbgebildeten selbstverliebten Troll las, konnte ich die Vorstellung nicht loswerden, wie er mit seinen Freunden-Realschülern, genau so hellen wie er selber, irgendwo in Shisha Bar oder in Biergarten sitzt und stolz erzählt „Schaut, wie ich diesen „Judenretter“ plattmache!“ Daher ich habe ich mich ausgekotzt. Nicht den Text von Herrn Buurmann, um Gottes Willen, sondern seine viel zu geduldige und leider vergebliche Diskussion mit einem Idioten – diese finde ich absolut unnötig, zu viel Ehre. Wenn Sie wollen, formuliere ich anders – wenn ich sowas sehe, fühle ich mich beklaut. Sein Talent, seine Begabung und seine leider endliche Zeit sollten besser in einen neuen Text investiert als mit einem Troll vergeudet werden. Meine Meinung, natürlich, so direkt darf ich ihm nicht sagen, er weiß auch ganz bestimmt selber, was er tut.

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          • Anonymous schreibt:

            @Passant
            Stimmt, habe ich missverstanden. Was den Troll angeht, haben Sie selbstverständlich absolut Recht

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  4. Onur schreibt:

    Sie schreiben ich müsste israelische Politiker fragen ob die Ihre Ansichten teilen, dabei ist das vollkommen unnötig. Keiner, auch noch so weit rechts stehender nationalistischer Politiker aus Israel hat je derart extreme Ansichten von sich gegeben wie Sie es tun. Fragen Sie sich wirklich nicht woran das liegt und ob Ihre Begeisterung ein ungesundes Maß schon lange überschritten hat?

    Sie schreiben das Sie meine Kritik an Ihnen nicht teilen. Als ich Sie nach der Besatzung fragte kamen Sie mit einer lächerlichen Definition. Als ich Sie darauf ansprach haben Sie dies einfach ignoriert und was neues von sich gegeben. Anständig von Ihnen wäre es gewesen zuzugeben „Okay, ich habe diese unsinnige Definition gerade frei erfunden um Israel gut aussehen zu lassen“.
    Haben Sie aber nicht. Was an dieser Kritik teilen Sie nicht?

    Sie sagen es sei Angesichts der deutschen Geschichte höchst problematisch von illegalen jüdischen Siedlern zu sprechen. Nein, das ist es überhaupt nicht. Es ist gut begründete Kritik.
    Problematisch angesichts der deutschen Geschichte ist es doch viel mehr sich dem Fanatismus hinzugeben, zu hetzen und Hasstiraden von sich zu geben. So wie Sie es tun.
    Sie aber haben sich dafür entschieden grundsätzlich alles gut zu finden was von einem bestimmten Land kommt und rücken alle anderen die diese extreme Ansicht nicht teilen in die Nähe von Nazis.

    Ihr Weltbild baut ganz massiv darauf das Sie Dinge die sich nicht einfügen lassen einfach ignorieren. Das der Völkerbund, die Vereinten Nationen, in San Remo und auch Lord Balfour betonten das die Rechte der einheimischen Bevölkerung nicht berührt werden dürfen haben Sie einfach weggelassen.
    Dann tun Sie so als hätte irgendwann irgendjemand verfügt dass das ganze Gebiet ein jüdischer Staat sein sollte, das ist aber nie passiert. Zudem widersprechen Sie sich selbst ständig, mal argumentieren Sie damit das schon immer Juden in diesem Gebiet gelebt haben und deshalb natürlich zum Gebiet eines jüdischen Staates gehören sollte. Gleichzeitig schlagen Sie den Staat Jordanien auch Israel zu, obwohl es auch in antiken Zeiten nie zu Israel gehört hat und der jüdische Bevölkerungsanteil dort immer Promillebereich gelegen hat. „Selbstverständlich konnte bei dieser Entscheidung nicht der jüdische Teil der Bevölkerung übergangen werden“ schreiben Sie, nur um genauso selbstverständlich den palästinensischen Teil der Bevölkerung zu übergehen. Bei Ihnen ist alles immer eine Einbahnstraße.

    Dann schreiben Sie enorm hetzerische, unsinnige und irreführende Sachen.
    Häuserbauende Juden können kein Problem sein. Doch, unter Umständen schon. Unabhängig von der Religion ist es ein Problem wenn der Bau von Häusern nicht im Rahmen der Gesetze stattfindet.
    Ich darf nicht im Garten meines Nachbarn ohne seine Zustimmung ein Haus bauen.
    Das wissen Sie auch sehr gut, aber Sie können der Versuchung zu hetzen und zu verdrehen einfach nicht widerstehen, also ignorieren Sie das.

    Sie schreiben das die Palästinenser Israelis als Illegale Siedler betrachten. Haben Sie nicht mitbekommen das jede Regierung des Planeten, jede internationale Organisation und internationale Gerichte jüdische Siedler IN EINEM KLAR DEFINIERTEN GEBIET als illegal betrachtet? Mit Ihrer Rhetorik versuchen Sie den Eindruck zu erwecken dies würde pauschal auf alle Israelis zutreffen um hässliche Gefühle zu schüren gegenüber Andersdenkenden.

    Sie sagen Sie werden an Ihrer charakterlichen Entwicklung arbeiten. Können Sie mir hier und jetzt zusagen das Sie in Zukunft nichts mehr ignorieren und verdrehen werden, und das Sie sich in Zukunft mäßigen und um Objektivität bemühen werden?

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    • tapferimnirgendwo schreibt:

      „Können Sie mir hier und jetzt zusagen das Sie in Zukunft nichts mehr ignorieren und verdrehen werden, und das Sie sich in Zukunft mäßigen und um Objektivität bemühen werden?“

      Was für eine nette Frage. Können Sie zusagen, in Zukunft keine Kinder mehr zu schlagen?

      Aber ich antworte.

      Ignorieren. Nein. Ich werde weiterhin alles ignorieren, was mich nicht interessiert oder nervt. Ignorieren ist Pazifismus. Das werde ich weiterhin immer tun, wenn notwendig.
      Verdrehen. Ich drehe zwar manchmal Argumente, aber ich verdrehe nicht. Das ist Ihre Unterstellung.
      Objektivität. Puh. Was für ein Anspruch. Jede Meinung ist für irgendwen einseitig. Zu jeder Meinung gibt es immer auch das genaue Gegenteil und für dieses genaue Gegenteil ist die andere Meinung immer einseitig. Menschen tendieren dazu, nur jene Menschen als einseitig, polemisch und undifferenziert zu bezeichnen, deren Meinungen sie nicht teilen. Nur ihnen werfen sie vor, die Themen zu verflachen. Menschen, mit denen sie einer Meinung sind, halten sie jedoch für intelligent und sympathisch.

      Jedes Buch, jeder Verlag, jeder Blog, jeder Sender wird von Interessen geleitet, weil Menschen Meinungen, Einstellungen und Interessen haben. Die eigene Subjektivität zu dementieren, ist verlogen. Ich habe weniger Angst vor Leuten, die ihre Interessen offen artikulieren, als vor jenen, die behaupten, objektiv, differenziert und neutral zu sein. Die selbstsicher Differenzierten erinnern mich an Fundamentalisten, die behaupten, alles verstanden zu haben. Sie begegnen ihren Mitmenschen mit Überheblichkeit. Kritik ist für sie sofort Polemik und ein Witz eine Beleidigung.

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      • Onur schreibt:

        „Was für eine nette Frage. Können Sie zusagen, in Zukunft keine Kinder mehr zu schlagen?“
        Sie haben keinen Grund anzunehmen das ich Kinder schlage, während ich gerade dargelegt habe das Sie auf enorm unanständige Weise Hass schüren. Verstehen Sie den Unterschied? Was Sie sagen ist erfunden, was ich sage hingegen belegt. Wer Ihre extremen Ansichten ablehnt rücken Sie in die Nähe von Nazis, aber mich nennen „nett“?
        Wo bleibt Ihr Anstand?

        Sie sind ein extrem ignoranter Mensch. Jede einzelne meiner Fragen haben Sie gerade ignoriert so wie Sie alles ignorieren was nicht in Ihr extremes Bild passt. Wollen Sie nicht doch auf meine Fragen eingehen? Ihre Antwort ist keine Antwort sondern nur eine Erwiderung.
        Ich behaupte das ich mich darum bemühe objektiv zu sein, können Sie das auch?
        Ich behaupte das es nur eine einzige richtige Art gibt Juden / Israelis zu behandeln, und zwar wie alle anderen auch. Können Sie das auch von sich behaupten?

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        • tapferimnirgendwo schreibt:

          Der Kluft zwischen Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung ist bei Ihnen enorm.

          Ich kann ohne Probleme behaupten, dass ich in etwa so bin, wie sie es für sich annehmen. Zudem stelle ich fest, dass Sie eher so sind, wie Sie mich hier charakterisieren.

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          • Onur schreibt:

            Wieder behaupten Sie etwas und ein Argument zu bringen.
            Ich habe doch im Gegensatz zu Ihnen einige Beispiele dafür gebracht das Sie Aspekte die nicht in Ihr Weltbild passen weggelassen haben. Oder als Sie, wenn Sie mal ehrlich sind, diese alberne Definition von Besatzung gebracht haben. Aber auch jetzt stehen Sie zu nichts. Sie bestreiten also ein enorm ignorantes Weltbild zu haben?

            Ihre Frage ob ich versprechen könne keine Kinder zu schlagen hatte keine Grundlage. Verstehen Sie das? Sie haben alle meine Fragen ignoriert und von Anfang an an meiner vorbei geredet, bestreiten Sie das? Und bitte, ich würde mich sehr freuen von Ihnen das eine oder Argument zu hören.

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          • tapferimnirgendwo schreibt:

            Meine Antwort: Matthäus 7,3

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  5. Onur schreibt:

    „Natürlich gibt es Besatzer. Jordanien zum Beispiel. Und wenn es ein Palästina gibt, ist Palästina Besatzer.“
    Alle sind Besatzer – nur Israel nicht. Können Sie das erklären? Können Sie mir Politiker nennen die das auch so sehen?

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    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Die Definition von Besetzung ist, Grenzen ziehen. Wenn Israel eine Besatzung ist, dann sind alle Nationen Besatzungen. Von Deutschland über Korea bis hin zur den USA.

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      • Onur schreibt:

        Das ist eine abenteuerliche Definition von Besetzung. Wo haben Sie die her?
        Besetzung ist sich mittels Gewalt auf Gebiete auszubreiten wo schon ein anderes Volk lebt. Meine wiederholte Frage welche Politiker das so sehen wie Sie haben Sie ignoriert.
        Weil keiner, auch extrem rechte und nationalistische israelische Politiker solche extremen
        Ansichten vertritt.
        Würden Sie sich ungerecht behandelt fühlen wenn man Sie einen Fanatiker nennt?

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        • tapferimnirgendwo schreibt:

          Dann nennen Sie mir das heute noch existente Volk, das vor den Juden in Jerusalem gelebt hat, also vor dreitausend Jahren. Juden lebten in Israel vor jedem anderem Volk. Damit sind Juden, nach Ihrer Definition, die einzigen nicht Besatzer dort.

          Hier mal eine Zeittafel des Gebiets des heutigen Israels:

          Bevor Israel im Jahr 1948 die Unabhängigkeit erklärte, gab es für die Region ein britisches Mandat.

          Vor dem britischen Mandat herrschte dort das Osmanische Reich.

          Vor dem Osmanischen Reich regierten dort mameluckische Dynastien.

          Vor den Mamelucken existierte dort das kurdischstämmige Ayyubidenreich.

          Vor dem Ayyubidenreich herrschte dort das fränkische und christliche Königreich Jerusalem.

          Vor dem Königreich Jerusalem herrschten dort der arabischstämmig Familienclan der Umayyaden und das Kalifat der Fatimiden.

          Vor den Umayyaden und Fatimiden gab es das Byzantinische Reich.

          Vor dem Byzantinischen Reich herrschte dort die persische Dynastie der Sassaniden.

          Vor dem Sassanidenreich herrschte bereits das Byzantinische Reich.

          Vor dem Byzantinischen Reich herrschte dort das Römische Reich.

          Vor dem Römischen Reich regierten dort die israelitischen Hasmonäer.

          Vor dem hasmonäischen Staat gab es die griechischen Seleukiden.

          Vor dem Seleukidenreich herrschte das Alexanderreich.

          Vor Alexander dem Großen herrschte dort das Perserreich.

          Vor dem Persischen Reich herrschte das Neubabylonische Reich.

          Vor dem Neubabylonischen Reich gab es dort das Königreich Juda und das Königreich Israel.

          Vor dem Königreich Israel herrschten dort die Zwölf Stämme Israels.

          Vor den zwölf Stämmen gab es dort einen Fünf-Städte-Bund der Philister.

          Davor waren die Städte unter der Verwaltung des Alten Ägypten.

          Unter der Verwaltung des Alten Ägypten lebten dort die Kanaaniter, die ältesten bekannten sesshaften Einwohner der Region.

          Was es in dem ganzen Gebiet bisher noch niemals gab, ist ein unabhängiges Palästina.

          Was ist überhaupt Palästina?

          Eine der ältesten schriftlichen Nachweis des Wortes „Palästina“ findet sich bei dem antiken griechischen Geschichtsschreiber und Völkerkundler Herodot. Im 5. Jahrhundert vor moderner Zeitrechnung benannte er das Gebiet „Syria palaistinē“ und zwar in Anlehnung an das Volk der Philister, das da einst gelebt hatte.

          Wer waren die Philister?

          Die Philister lebten in dem oben erwähnten Fünf-Städte-Bund, der heute auch öfters als „Palästina“ bezeichnet wird. Der Fünf-Städte-Bund bestand aus den Städten Aschdod und Aschkelon, die sich heute in dem Staat Israel befinden, der verschwundenen Stadt Gat, die sich auf dem Hügel Tell es-Safi befunden haben soll, der ebenso verschwundenen Stadt Ekron, auf dessen Gebiet sich heute der Kibbuz Revadim befindet und Gaza im heutigen Gazastreifen, der Teil der Palästinensischen Autonomiegebiete ist.

          Die Philister waren Seevölker. Wie sich diese Völker selber nannten, ist nicht gewiss. Wir wissen jedoch, wie sie genannt wurden, nämlich von den Hebräern. In den biblischen Texten werden sie auf hebräisch פְלִשְתִּים (pelischtim) genannt, was auf deutsch als „Philister“ übersetzt wurde. Aus der Bibel kennen wir auch den berühmtesten Philister der Welt: Goliat. Über ihn berichtet das Buch Samuel:

          „Da trat aus dem Heer der Philister ein einzelner Soldat heraus: Goliat aus der Stadt Gat. Er war über drei Meter groß. Gerüstet war er mit einem Helm, einem schweren Schuppenpanzer und mit Beinschienen, alles aus Bronze. Dazu hatte er sich noch eine bronzene Lanze auf den Rücken geschnallt. Sein Brustpanzer wog sechzig Kilogramm, sein Speer war so dick wie ein kleiner Baum, und allein die Eisenspitze des Speeres war über sieben Kilogramm schwer.“

          Der Begriff „Palästina“ hat mit dem Wort „Philister“ somit einen hebräischen Ursprung.
          Als im Jahr 135 das Jüdische Volk vom Römischen Reich zerschlagen wurde, nachdem der jüdische Tempel bereits im Jahr 70 zerstört worden war, entschlossen sich die Römer, das Gebiet neu zu benennen. Um jeglichen Anspruch des Jüdischen Volks auf das Gebiet zu negieren, benannten sie es nach dem Volk, das in der Bibel gegen das Königreich Israels gekämpft hatte. Zu der Zeit gab es das Volk der Philister jedoch schon lange nicht mehr.

          Der Begriff Palästina ist somit lediglich eine Gebietsbeschreibung und keine Volksbeschreibung. Es gibt keine palästinensische Sprache und keine unabhängige palästinensische Kultur, dafür aber eine Menge Menschen verschiedenster Glaubensrichtungen und Nationalitäten, die in dem Gebiet lebten und leben, das Palästina genannt wird. Der mit Abstand größte Teil Palästinas liegt im heutigen Jordanien.

          Weitere Gebiete Palästinas sind die Golanhöhen, der Gazastreifen, das Westjordanland und Gebiete von Ägypten und Saudi-Arabien. Nur ein sehr kleiner Teil Palästinas befindet sich in Israel, aber alle, die in dem Gebiet Palästina leben, mögen es nun Jordanier, Israelis, Araber, Juden, Christen oder Moslems sein, sind Palästinenser.

          Nach dem 1. Weltkrieg und durch den Untergang des Osmanischen Reiches wurde der überwiegende Teil des Gebiets Palästina herrschaftslos. Ab 1922 verwaltete der Völkerbund das Gebiet. Alle Menschen, die zwischen 1923-1948 im britischen Mandat Palästina geboren wurden, bekamen damals „Palästina“ in ihre Pässe gestempelt. Wenn man damals allerdings Araber als Palästinenser bezeichnete, waren sie beleidigt und erklärten: „Wir sind keine Palästinenser. Wir sind Araber. Juden sind die Palästinenser!“
          Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff „Palästinenser“ als Synonym für „Jude“ benutzt. In den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts gab es in Jerusalem ein sogenanntes palästinensisches Orchester. Es bestand ausnahmslos aus Juden.

          Das Palästinensische Volk, so wie es heute mehrheitlich verstanden wird, entstand in den siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Der PLO-Führer Zuheir Mohsen erklärte im März 1977 in einem Interview mit der niederländischen Zeitung Trouw:

          „Das palästinensische Volk existiert nicht. Die Schaffung eines palästinensischen Staates ist nur ein Mittel, um unseren Kampf gegen den Staat Israel für unsere arabische Einheit fortzusetzen. In Wirklichkeit gibt es heute keinen Unterschied mehr zwischen Jordaniern, Palästinensern, Syrern und Libanesen. Nur aus politischen und taktischen Gründen sprechen wir heute von der Existenz eines palästinensischen Volkes, denn die arabischen nationalen Interessen verlangen, dass wir die Existenz eines eigenen palästinensischen Volkes als Gegenpol zum Zionismus postulieren (…) Aus taktischen Gründen kann Jordanien, ein souveräner Staat mit definierten Grenzen, keine Forderungen auf Haifa und Jaffa aufstellen, während ich als Palästinenser zweifellos Haifa, Jaffa, Beer-Sheva und Jerusalem fordern kann. Doch in dem Moment, in dem wir unser Recht auf ganz Palästina zurückfordern, werden wir nicht eine Minute warten, Palästina und Jordanien zu vereinen.“

          Nach dieser Definition ist das palästinensische Volk lediglich eine Erfindung, um Israel zu zerstören. Dieses Palästina ist nur eine Massenvernichtungswaffe, die gegen Israel geschaffen wurde, um das jüdische Volk zu diffamieren, Israel zu dämonisieren und dem Judenhass eine neue Ausdrucksform zu geben.

          Es ist purer Hass auf Israel, der diese Definition von Palästina zulässt. Es ist zudem uralter Hass auf das Jüdische Volk, der es möglich macht, das Leute heute ernsthaft den Blödsinn behaupten und glauben können, die heutigen Palästinenser, die von den israelfeindlichen Partei Fatah und der Hamas regiert werden, hätten irgendeine historische oder kulturelle Beziehung zu den biblischen Philistern.

          Dieses aus Hass erfundene palästinensische Volk ist nichts weiter als ein gegen Israel aufgebauter Riese. Es ist jedoch ein Riese, der auf einem so historisch wackeligen Boden gestellt wurde, dass schon eine einfache Steinschleuder ausreicht, um diesen Humbug umzustürzen.

          „Im Laufen nahm David einen Stein aus seiner Tasche, legte ihn in die Steinschleuder und schleuderte ihn mit aller Wucht gegen den Feind. Der Stein traf Goliat am Kopf und bohrte sich tief in seine Stirn. Sofort fiel der Riese zu Boden auf sein Gesicht. So überwältigte David den mächtigen Philister mit einer einfachen Steinschleuder und einem Kieselstein.“

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          • Onur schreibt:

            Sie haben einen Beitrag gebracht der behauptet Israel fordere einen palästinensischen Staat, eine die Realität verhöhnende Aussage. Dann haben Sie gesagt Israel sei keine Besatzungsmacht, aber die Jordanier schon, was eine ebenso absurde Behauptung ist.
            Auf meine Bitte dies doch zu begründen haben Sie sofort das Argument gewechselt und gesagt alle Länder der Welt seien Besatzer mit einer ebenso unsinnigen Definition von der Sie trotz Rückfrage nicht sagen wollten wo Sie die herhaben. Auch die wiederholte Frage wer Ihre extremen Ansichten sonst noch vertritt haben Sie konsequent ignoriert.
            Finden Sie nicht das Sie sehr stark an Ihrer charakterlichen Entwicklung arbeiten sollten?
            Können Sie Kritik an Ihnen nachvollziehen?

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          • tapferimnirgendwo schreibt:

            Ihrer Bitte zur Begründung komme ich gerne nach. Es hat nur etwas gedauert, weil ich präzise antworten möchte. Hier meine Begründung:

            Im Arabisch-Israelischen Krieg von 1948 wurde das Gebiet von Jordanien besetzt und 1949 völkerrechtswidrig annektiert. Nur Großbritannien und Pakistan haben die jordanische Hoheit über Judäa und Samaria jemals anerkannt. Von diesem Gebiet aus wurde Israel 1967 angegriffen, und kein Recht der Welt kann dem Staate Israel sein Recht auf Verteidigung absprechen.

            Auf der Konferenz von Sanremo im Jahr 1920 wurde Großbritannien mit dem Auftrag zur Realisierung des Völkerbundmandats für Palästina beauftragt. Auftrag des Mandats, welches am 24. Juli 1922 ratifiziert wurde, war die Hilfe zur „Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“. Zu dieser Entscheidung kam es, nachdem das Reich, das vorher über das Gebiet geherrscht hatte, untergegangen war. Es war das Osmanische Reich.

            Im Ersten Weltkrieg unterlag das Osmanische Reich den alliierten Mächten, was dazu führte, dass im Namen des Völkerbundes das Osmanische Reich aufgeteilt wurde, um neue unabhängige Länder zu etablieren.

            Selbstverständlich konnte bei dieser Entscheidung nicht der jüdische Teil der Bevölkerung übergangen werden, der schon seit biblischen Zeiten in dem Gebiet lebt. Nach Jahrhunderten der Unterdrückung und der Diskriminierung, besonders auch durch muslimische Machthaber (die bekanntesten Pogrome an Juden durch Muslime in der Zeit sind die Nabi-Musa-Unruhen, die Unruhen in Jaffa und das Massaker von Hebron), forderten viele Juden unter dem Begriff Zionismus schließlich nichts weiter ein, als das Recht, das für alle anderen Menschen der Welt selbstverständlich war und ist: Sie beanspruchten Sicherheit in den Grenzen einer selbstverfassten Nation. Sie beanspruchten Unabhängigkeit. Sie beanspruchten Land.

            Der damalige britische Außenminister Arthur James Balfour unterstützte den Wunsch der Zionisten und schrieb einen Brief, der als Balfour-Deklaration in die Geschichte einging.

            Der Völkerbund nahm sich dieses Ansinnens an und wählte ein Gebiet, in dem diese „nationale Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“ entstehen sollte. Das Gebiet umfasste dabei nicht einmal 0,5% des ganzen arabischen Raums.

            Im Jahr 1947, also nach dem Zweiten Weltkrieg, bei dem sich die Situation von Juden im Nahen Osten noch mehr verschlechtert hatte (unter anderem verbündete sich der Mufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseini, mit Adolf Hitler im gemeinsamen Anstrengen, alle Juden der Welt zu vernichten), wurde ein Teilungsplan der Vereinten Nationen, der Nachfolgeorganisation des Völkerbundes, vorgelegt, in dem sich die jüdische Seite schließlich sogar mit nur einem Viertel des eh schon kleinen Gebiets zufrieden gab.

            Die restlichen drei Viertel gingen zu zwei Dritteln an das halbautonome Emirat Transjordanien, aus dem später das heutige Land Jordanien wurde. Der Rest sollte zu einem weiteren arabischen Staat werden. Wenn es also eine Partei innerhalb des Konfliktes gibt, die zu extremen Kompromissen bereit war, dann die jüdische Seite!

            Als schließlich am 29. November 1947 im Namen der Vollversammlung der Vereinten Nationen mit Zweidrittelmehrheit sowohl der israelischen als auch der arabischen Seite die Gründung jeweils eines unabhängigen Staates angeboten wurde, nahm die israelische Seite dieses Angebot an, obwohl es nicht einmal 20% des anfänglich in Aussicht gestellten Landes war. Die arabische Seite jedoch verweigerte die Annahme ihres unabhängigen Landes. Stattdessen engagierte sie sich zusammen mit Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien in einem gemeinsamen Krieg zur Vernichtung des neu gegründeten Israels.

            In dieser Zeit fanden viele Pogrome in muslimischen Ländern gegen Juden statt, u.a. die Pogrome von Aleppo, Kairo und Aden. Viele Angriffe auf Israel wurden auch von der durch Jordanien extra zur Vernichtung Israels annektierten West Bank unternommen. Im Sechstagekrieg 1967 brachte Israel dieses Gebiet unter Kontrolle und konnte so die Angriffe aus dieser Region beenden. Seitdem hält sich das Gerücht, Israel hielte dieses Land besetzt, ein Gebiet, das vorher von Jordanien in der Absicht, Israel zu vernichten, annektiert worden war und das in der Zeit des Mandats durch den Völkerbund für eine jüdische Nation vorgesehen war.

            Die Region wurde somit vor über hundert Jahren durch das Osmanische Reich beherrscht, dann vom Völkerbund verwaltet, dann von Jordanien annektiert und zuletzt von Israel unter Kontrolle geholt. Wie kann man da von „besetzten Gebieten“ sprechen? Von wem hält Israel das Land besetzt? Vom Osmanischen Reich, das es nicht mehr gibt?

            Erst 1988 hat Jordanien seinen Anspruch auf das Gebiet aufgegeben, und erst seit 1993 werden Teile des Gebiets von der Palästinensischen Autonomiebehörde verwaltet ohne gültige Erklärung, die Existenz Israels anzuerkennen. Von wem also hält Israel das Gebiet besetzt?

            Die Antwort ist schlicht: Von niemandem!

            Es hat nie eine völkerrechtliche Anerkennung der Annexion des Gebiets durch Jordanien gegeben. Die arabische Seite lehnte das Angebot der Vereinten Nationen von 1947 ab. Das Osmanische Reich existiert nicht mehr. Es gibt eigentlich nur einen Vertrag, der die Situation regelt: Das Völkerbundmandat. Wenn es also Besatzer in diesem Konflikt gibt, dann Jordanien und die Palästinensische Autonomiebehörde. Sie werden aber nicht als Besatzer bezeichnet.

            Wer Israel als Besatzer bezeichnet, muss auch Palästinenser und Jordanier als Besatzer bezeichnen, denn ihr Recht, dort zu siedeln, ist genauso berechtigt oder umstritten wie das Recht jedes anderen Menschen, dort zu siedeln. Wer behauptet, die jüdischen Siedlungen seien illegal, muss auch die arabischen Siedlungen als illegal bezeichnen.

            Welche Politiker teilen meine Ansichten?

            Da müssen Sie sie die jeweiligen Politiker selber fragen. Ich kann nicht
            für sie antworten. Allerdings ist es in Deutschland leider so, dass viele Politiker von „illegalen jüdischen Siedlern“ reden, was in Anbetracht der deutschen Geschichte höchst problematisch ist.

            In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es viele jüdische Siedlungen in Europa. Sie wurden Schtetl genannt. Für die Nazis waren diese Schtetl jedoch illegale jüdische Siedlungen, die sie vernichteten und mit ihnen einen Großteil der jüdischen Bevölkerung Europas. Die Nazis erklärten, Juden könnten keine Deutsche sein, eine nationale Identität, die erfunden wurde, lange nachdem Juden bereits in deutsche Lande gesiedelt hatten. Das Judentum ist die älteste noch heute praktizierte Religion Deutschlands! Die Nazis aber erklärten, Juden könnten keine Deutsche sein, verfolgten und ermordeten sie und die Katholische Kirche schloss ein Konkordat mit den Nazis.

            Es ist heute im Nahen Osten wie in Europa damals. Obwohl Juden schon in Palästina lebten bevor es Palästinenser gab, erklären Palästinenser heute Juden zu illegalen Siedlern. Europäische Politiker übernehmen diese Rhetorik. Sie haben vergessen, dass es ihre Vorfahren genauso gemacht hatten. In Europa wurden Juden einst auch vertrieben und zu illegalen Siedlern erklärt, obwohl Juden bereits in Europa lebten, bevor es Deutsche oder Franzosen überhaupt gab.

            Anne Franks Eltern waren so wenig illegale Siedler in Frankfurt wie heute Juden in Hebron illegal sind. Häuser bauende Juden sind kein Problem. Juden haben das Recht, überall zu leben, wie jeder andere Mensch auch! Wer fest davon überzeugt ist, jüdische Siedler seien das Hauptproblem für einen Frieden im Nahen Osten sind, sollte einfach mal das Wort „jüdisch“ streichen und durch „muslimisch“, „christlich“ oder „arabisch“ ersetzen, um sich dann zu fragen, warum unter all den Siedlern in Judäa und Samaria nur die jüdischen Siedler das Problem sein sollen.

            In den Gebieten Judäa und Samaria siedelten Juden bereits, bevor es Christen und Muslime überhaupt gab. Der Name Judäa ist eindeutig. Daher sprechen jene, die Juden dort für illegal halten, lieber von der Westbank. Wie immer das Gebiet jedoch bezeichnet wird, zur Zeit gehört es zu keinem Nationalstaat. Dennoch siedeln dort Menschen. Manche siedeln in Häusern, andere in Zelten. Es gibt dort arabische, jüdische, staatenlose und viele andere Siedler. Sie siedeln alle in einem Gebiet, das bis heute umstritten ist, weil kein Staatsgebilde dort regiert. Als „illegal“ werden jedoch nur die Siedler bezeichnet, die Juden sind! Das Problem, das diese Menschen mit diesen Siedlern haben, ist somit ihr Jüdischsein!

            Wer jedoch glaubt und fordert, dass Juden verschwinden müssen, kann niemals Frieden mit Juden schließen. Wer brüllt “Juden raus aus meinem Land, meiner Stadt, meiner Nachbarschaft“, will keinen Frieden mit Juden, sondern einen Frieden von Juden. Jüdische Siedlungen sind nur für jene eine Hindernis zum Frieden, die einen Frieden von Juden haben wollen. Für jene jedoch, die einen Frieden mit Juden schließen wollen, ist eine jüdische Siedlung kein Problem sondern die Lösung eines Problems, denn nur in der Akzeptanz von jüdischen Siedlungen wohnt die Möglichkeit der schlichten Erkenntnis, dass Juden einfach nur Nachbarn und Mitbürger sein können.

            Juden, die siedeln und Häuser bauen, sind kein Problem! Sie sind es nicht in Israel, nicht in Amerika und nicht in Europa. Sie sollten es auch nicht in den Ländern des Nahen Ostens sein. Überall auf der Welt gibt es in diversen Ländern jüdische Siedlungen und Viertel. In Deutschland gibt es jüdisch, muslimisch und christlich geprägte Viertel. Nur wenige sehen in ihnen ein Friedenshindernis. Sie werden vielmehr als eine kulturelle Bereicherung verstanden und gelten als Unterstützung für ein friedliches Miteinander, da sie Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz zu fördern vermögen.

            In Köln gibt es die überwiegend muslimisch geprägten Keupstraße und in Paris den Marais im dritten und vierten Arrondissement, eine überwiegend jüdisch geprägte Siedlung der Stadt. In Israel gibt es eine Menge muslimische Viertel und Siedlungen. Fast zwanzig Prozent aller Israelis sind Muslime. Für Israel sind muslimische Siedlungen innerhalb und außerhalb Israels kein Friedenshindernis, sondern gelebte Demokratie.

            Arabischen Regierungen im Nahen Osten, die Juden als illegale Menschen sind bezeichnen sind nicht anders als Nazis die Juden einst in Deutschland zu illegalen Menschen erklärten! Ein möglicher palästinensischer Nationalstaat, der Juden zu Illegalen erklärt, wird für mich immer so wenig verteidigungswert sein wie ein deutscher Nationalstaat, der Juden zu Illegalen erklärt!

            Und die letzten Antworten, die deutlich kürzer ausfallen:

            Finden Sie nicht, dass Sie sehr stark an Ihrer charakterlichen Entwicklung arbeiten sollten?

            Natürlich. Ich werde erst damit aufhören, an meiner charakterlichen Entwicklung zu arbeiten, wenn ich tot bin. Und ich werde stark und intensiv leben.

            Können Sie Kritik an Ihnen nachvollziehen?

            Klar. Sonst würde ich Ihnen ja nicht antworten. Ich teile Ihre Kritik jedoch nicht.

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  6. Daniel schreibt:

    Haben nicht auch die Palästinenser ein Recht frei von der Besatzung zu sein und von israelischen Bulldozern die in der Westbank Infrastruktur zerstören?
    Ist nicht der israelische Ministerpräsident ein erklärter Gegner eines palästinensichen Staates?

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  7. brigwords schreibt:

    Danke für diese klaren Worte 👍😀

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  8. Anonymous schreibt:

    meine Frau und ich haben 2017 die aus heutiger Sicht einmalige Gelegenheit genutzt, eine mehrtägige geführte Städtereise durch Israel durchzuführen. Der Reiseleiter hatte nach seiner Schulausbildung den in Israel obligatorischen Wehrdienst absolviert und dann in Deutschland Germanistik studiert. Sein profundes Wissen bezüglich der Geschichte seines Volkes auch und in Bezug zum Abstimmungsverhalten der UN haben mich sehr nachdenklich gestimmt.
    Meine Zusammenfassung:
    In der sogenannten UN wird immer gegen Israel gestimmt.
    Der deutsche Außenminister hat immer gegen Israel gestimmt.
    In Deutschland werden Demonstrationen gegen Israel genehmigt.
    In Deutschland geht eine gewisse Frau Roth gegen Israel an der Seite von Islamfanatikern demonstrieren und schreit: „Deutschland verrecke“.

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    • WF Beck schreibt:

      Wie oft hat Netanjahu, den Palästinenser ein Friedensangebot gemacht. Ergebnis: Diese ideologisch verbohrte Islamistenbande hat null Interesse an einer friedlichen Lösung. Wuerde auch dem Koran und der Kairoerklärung widersprechen. Als Opfer der israelischen „Repression“ werden die Palästinenser sehr sehr gut durchgefuettert. Für deren Eliten ist das ein Geschäftsmodell. Falls es den meisten Menschen entgangen ist, wir befinden uns schon in einem kalten Krieg gegen die radikalen Islamisten.

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  9. Norbert Schnitzler schreibt:

    Gut gegeben! Aber ist es nicht besser, diesen Arschlöchern mal nachzugeben und sie hinterher wegen Nötigung anzuzeigen, eventuell noch wegen anderer Delikte, die dabei begangen wurden? Verletzt oder tot hat man wenig von dem Mut. Das ist, wie unter Nazis den Hitlergruß zu verweigern.

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  10. nouseforislam schreibt:

    Zum Narrativ der politischen Linken in Deu, die bald die Regierung übernehmen werden, gehören solche Aussagen allerdings nicht. Und angesichts der Zunahme von radikalen Museln in den ÖR-Medien wird auch das mediale propalästinensische Framing zunehmen. Das paradoxe Bündnis zw. Linken und Muslimen/Arabern/“Palästinensern“ ist ein echtes Ärgernis.

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  11. Pingback: Warum ich nicht „Free Palestine“ rufe — Tapfer im Nirgendwo – Ollis Blog der Infamie

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