Badekappen und Biologie

Der Internationale Schwimmverband hat zwar die Verwendung von bestimmten Badekappen bei Wettbewerben verboten, aber biologische Männer dürfen gegen Frauen antreten. Sie dürfen halt nur keine verbotenen Badekappen tragen.

Die sogenannten Soul Caps sind Badekappen für natürliches, schwarzes Haar. Sie waren bei den Olympischen Spielen in Tokio nicht erlaubt. Es waren die selben Olympischen Spiele, bei denen Laurel Hubbard im Gewichtheben gegen Frauen antrat.

Hubbard wurde im Jahr 1978 als Sohn des späteren Bürgermeisters von Auckland geboren und Bahn bis 2001 an Wettkämpfen der Männer in der Sportart Gewichtheben teil. Im Alter von 34 begann Hubbard damit, Operationen an sich vornehmen zu lassen, um phänotypisch weiblich zu erscheinen. Hubbard wurde danach von den neuseeländischen Behörden auf eigenen Antrag als Frau anerkannt und registriert. Am 2. August 2021 vertrat Hubbard Neuseeland bei den Olympischen Spielen in Tokio in der Kategorie Gewichtheben der Frauen über 87 Kilogramm.

Die Soul Cap wurde abgelehnt, da die Badekappe angeblich nicht „zur natürlichen Form des Kopfes“ passen würde. Die Badekappen sind so gestaltet, dass sie über Dreadlocks, Afros, dickem und lockigem Haar passen und diese schützen. Die Schwimmerin Alice Dearing wollte diese Badekappen tragen. Sie ist die erste schwarze Schwimmerin, die sich qualifiziert hatte, um das Team Großbritannien bei den Olympischen Spielen zu vertreten. Der Internationale Schwimmverband lehnte die Nutzung dieser speziellen Badekappe jedoch mit der Begründung ab, dass „die Athleten, die an den internationalen Veranstaltungen teilnehmen, nach bestem Wissen niemals Kappen dieser Größe und Konfiguration verwendet haben und auch nicht verwenden müssen“.

Das Komitee bezeichnete die Badekappen zudem als ungeeignet und erklärte, aufgrund der Beschaffenheit der Kappen könnte die Benutzung als Vorteil genutzt werden. Eine Badekappe ist also ein inakzeptabler Vorteil. Wissen Sie jedoch, was kein Vorteil ist? Wenn ein biologischer Mann bei einem Schwimmbewerb der Frauen teilnimmt.

Bei der Schwimmmeisterschaft der National Collegiate Athletic Association in Atlanta im Jahr 2022 gewann die Transgender-Athletin Lia Thomas den 500-Yard-Freistil der Frauen.

Thomas wuchs in Austin, Texas, auf und begann als fünfjähriger Junge zu schwimmen. Thomas wurde Sechster bei den staatlichen Highschool-Schwimmmeisterschaften und studiert zur Zeit an der Universität von Pennsylvania studiert. Im Jahr 2019 wurde Thomas Zweiter im 500-, 1.000- und 1.650-Yard-Freistil der Männer. Im Mai 2019 begann Thomas mit der Therapie zur Veränderung der hormonellen und äußeren Erscheinung und schwimmt seit 2021 in der Frauenmannschaft. Während der Saison 2021-2022 verzeichnete Thomas die Bestzeiten der Universität von Pennsylvania in den Kategorien 50, 100, 200, 500, 1000 und 1650 Freistil der Frauen.

Im Dezember 2021 trat die US-Schwimmfunktionärin Cynthia Millen nach dreißig Jahren aus Protest gegen den unfairen biologischen Vorteil von Thomas gegenüber ihren Cisgender-Konkurrentinnen zurück. Sechzehn anonyme Mitglieder des Frauen-Schwimmteams der Universität von Pennsylvania schickten einen Brief an die Universitätsleitung, in dem sie darauf hinwiesen, Thomas rangiere auf Nummer 462 als männlicher Schwimmer, aber jetzt auf Nummer 1 als weiblicher Schwimmer.

Wenn eine Badekappe einen Vorteil bringt, dann auch die Tatsache, eine männliche Pubertät erlebt zu haben. Lia Thomas wurde als Mann groß. Ihre Muskeln, ihre Knochen und ihr ganzer Körper wurden als Mann groß. Die Frau Lia Thomas ist biologisch männlich. Sollten in ferner Zukunft einmal Wissenschaftlerinnen ihr Skelett finden und das biologische Geschlecht bestimmen, wird es männlich sein.

Es gibt schlicht Unterschiede in der Biologie und die Biologie ist mindestens zu wirksam wie Badekappen. Im Jahr 2017 zum Beispiel spielten die damaligen Weltmeisterinnen im Frauenfußball aus den Vereinigten Staaten von Amerika in Vorbereitung auf anstehende Spiele gegen die U-15-Jungen-Akademiemannschaft des FC Dallas. Die Frauen verloren mit 5:2.

Es ist somit vollkommen verständlich, dass gewisse sportliche Disziplinen nach biologischen Geschlecht getrennt werden, da Frauen sonst keine Möglichkeit haben, überhaupt an der Spitze stattzufinden. Das gilt jedoch nicht für alle Disziplinen.

Von 1972 bis 1980 zum Beispiel traten bei den Olympischen Spielen in der Disziplin Schießen Männer und Frauen gegeneinander an. In dieser Zeit holte sich Margaret Murdock für die Vereinigten Staaten von Amerika die Silbermedaille bei den Spielen 1976 in Montreal. Beim Wurfscheibenschießen traten von 1968 bis 1992 Männer und Frauen gegeneinander an. Erst danach wurde die Disziplin geschlechtergetrennt.

Im Jahr 1992 schlug die Chinesin Zhang Shan bei den Olympischen Spielen in Barcelona alle Männer und holte Gold. Sie stand somit auf dem Treppchen höher als die Männer Juan Jorge Giha aus Peru und Bruno Rossetti aus Italien. Frauen, die Männer schlagen, das war wohl zu viel für einige Männer. Die Disziplin wurde danach nach Geschlechtern getrennt.

Im Jahr 1999 erklärte die Tennisspielerin Serena Williams im Wettkampf gegen Männer antreten zu wollen. Man ließ sie nicht. Die Vereinigung der Tennisprofis ATP untersagte der US-Open-Siegerin beim ATP-Turnier den Start in der Männerklasse.

Im Jahr 2012 wurde der US-Nationaltorhüterin Hope Solo von der FIFA untersagt, einem Männer-Fußballverein in St. Louis beizutreten. Hope Solo kommentierte damals: „Ich denke, ich hätte das geschafft. Es ist bedauerlich, dass es von der Fifa nicht erlaubt wurde. Es gibt nicht so viele Möglichkeiten, die Beste der Welt zu werden.“

Der Grund für Serena William und Hope Solo, sich mit Männern messen zu wollen, ist nachvollziehbar. Es ist schlicht sportlicher Ehrgeiz. Solange Frauen nicht gegen die Besten der Besten konkurieren dürfen und das sind nun mal zur Zeit in fast allen sportlichen Kategorien Männer, können sie auch nicht so gut werden wie die Besten der Besten. Solange Frauen nicht gegen Männer kämpfen können, werden sie auch nicht so gefördert wie Männer.

Serena Williams und Hope Solo haben Männer herausgefordert. Von Lia Thomas darf ein ähnlich sportlicher Ehrgeiz erwartet werden. Sie sollte sich mit jenen Menschen messen, die das gleiche biologische Geschlecht haben wie sie.

Wenn Männer festlegen, wer eine Frau ist, wenn sie den Frauen sogar ihre Plätze wegnehmen, indem sie einfach behaupten, dass auch sie Frauen sind, dann ist das das Ende des Feminismus. Wenn Frauen, die diese männliche Selbstherrlichkeit im Bestimmen der Weiblichkeit kritisieren, dann auch noch als hasserfüllte Hexen diffamiert werden, dann werden Frauen auf dem Scheiterhaufen des woken Geschlechterkrieges geopfert.

In dem Buch „Die Antifeministen“ aus dem Jahr 1902 beschreibt Hedwig Dohm eine Art Mensch, die sie als „Herrenrechtler“ bezeichnet:

„Ich war an einem Silvesterabend Ohrenzeuge, als so ein Herrenrechtler (er braute noch am Punsch) seine Frau, die mit dem Glockenschlag zwölf „Prosit Neujahr!“ rief, zur Ruhe wies mit den Worten: „Ich habe hier zu bestimmen, wann Mitternacht ist.“

Lia Thomas ist so ein Herrenrechtler. Sie nimmt für sich in Anspruch, herrisch zu negieren, was ein biologischer Fakt ist, um so Frauen ihre Erfolge zu rauben. Es gibt Menschen, die bezeichnen so ein Verhalten als toxische Männlichkeit.

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Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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12 Antworten zu Badekappen und Biologie

  1. fffffffff schreibt:

    Es sind linksradikale Psychopathen wie Geerd Buurmann, die für diese Zustände verantwortlich sind. Dazu kommt, daß sich dieses Gesocks entgegen aller Wirklichkeit als „Philanthrop“ phantasiert (s.o.).

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  2. Abraham schreibt:

    Das ist doch alles nur noch eine Clownwelt.
    Ja, es darf sich jeder als eine Frau verkleiden. Meine Töchter verkleiden sich auch ab und an als Prinzessinnen und ja, sie sind auch meine Prinzessinnen ohne das ich andere zwinge sie als Prinzessinnen anzusehen.
    Und wenn sich ein Mann als Frau verkleidet und von mir als „Frau“ angesprochen werden will, dann mache ich das auch aus Respekt, sofern dieser Mensch mit mir respektvoll umgeht. ABER BITTE ZWIGT UNS NICHT EURE NEUE RELIGION AUF, ETWAS ZU GLAUBEN WAS ES NICHT GIBT!!!
    Und ja, in der Natur gibt es nur MÄNNLICH oder WEIBLICH und das bestimmen die Chromosomen. Und ja, es gibt körperliche Anomalien, das ist dann aber kein neues Geschlecht, sondern etweder ein Geschlecht mit einer Bestimmten Chromosomenanzahl welche die Spezies bestimmt, 46 für den Homo Sapiens sapiens (44 Autosomen und 2 Gonosomen als X-Chromosomen), in diesem Falle wäre es ein weibliches Wesen mit körperlicher Anomalie. Oder 44 Autosomen und 2 Gonosomen als XY- Chromosomen und dann wäre es ein männliches Wesen mit körperlicher Anomalie.

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  3. nouseforislam schreibt:

    PS: Zum Glück ist dieser drittklassige Gewichtheber gnadenlos gescheitert. Soviel ich weiss, hat er alle drei Versuche versemmelt. Die Konkurrenz wird heilfroh gewesen sein.

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  5. nouseforislam schreibt:

    Ein besonders krasses Beispiel gibt/gab es auch in der in der australischen Handballnationalmannschaft, in der ein bei den Herren komplett erfolgloser Handballer anheuerte, sich als Frau bezeichnete und dann sogar in der Nationalmannschaft landete. Dort war walzte dieses Tier mit Kunsteutern dann alles platt, was ihm in den Weg kam. Es gibt einige Youtube-Mitschnitte, auf denen man das „bewundern“ kann. Sorry, aber es ist einfach so: DAS ist abartig!

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  6. heinzjaskolla schreibt:

    Lieber phil(mis)ant(h)rop, wenn Eintreten für faire Bedingungen für Frauen (biologische, wohlgemerkt) bereits Agitaton gegen „Transgender“ ist, dann ist Feminismus nach dieser Logik wohl Agitation gegen Männer?
    Ein Vorschlag zur Güte: warum nicht eine neue Kategorie, neben Männer- und Frauensport ein „Transgendersport“? Dort können dann biologische Männer, die sich Frauen nennen wollen, gegen biologische Frauen, die Männer sein wollen, gegeneinander antreten.
    Die Biologie zu ignorieren ist keine gute Strategie. Es erinnert etwas an die Bereitschaft, die Evolution zu ignorieren, um gewisse ideologisch-religiöse Überzeugungen zu retten.
    Aber Ihre Namenswahl läßt ja schon Schlüsse zu, hat doch der Wille, sein biologisches Geschlecht zu „wenden“ im Griechischen, dem Sie Ihr „antrop“ vergewaltigend entlehnen, im Wort „tropos“ (Wendung) seine Entsprechung. Das nur als Möglichkeit, Ihre eigenwillige Schreibung zu rechtfertigen.

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    • nouseforislam schreibt:

      Dieser „philantrop“ fällt besonders dadurch auf, dass er seine Gegenüber grundsätzlich schon im ersten Beitrag anpöbelt. Argumentativ hat er wenig vorzutragen, auch nicht auf Nachfragen. Allerdings finde ich es gut, ihn nicht zu löschen, denn 1) sollte auch jeder Depp seine Meinung unters Volk streuen dürfen und 2) kann er immer noch als abschreckendes Beispiel dienen.

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      • fffffffff schreibt:

        Als ob der Buurmann nicht der Oberdepp wäre. Irre.

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        • heinzjaskolla schreibt:

          Mit „fffffff“ umschreibt man lautmalerisch oft das Entweichen von (heißer) Luft. Das intellektuelle Niveau mancher „Zeitgenossen“ (ich empfehle dem Luftablasser hierzu das Gedicht von Erich Kästner „Zeitgenossen haufenweise..“) ist beängstigend. Sein Verständnis von Respekt und Anstand desgleichen.

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  7. philantrop schreibt:

    Jetzt auch noch Agitation gegen Transgender-Personen… Leider inzwischen sehr passend. Du erinnerst mich mittlerweile an Deinen „alten Freund“ Walter Herrmann…

    Ich weiss nicht, was Dir passiert ist, aber ich wünsche Dir, Gerd Burrmann, trotz allem gute und baldige Besserung.

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    • bm98600 schreibt:

      @“philanthrop“ verkehrte Welt, wie Sie den ausgezeichneten Text von Herrn Buurmann sehen. Haben sie sich einmal kundig gemacht, mit welcher Aggressivität Transgender ( natürlich längst nicht alle, nur die Aktivisten) gegen alle vorgehen, die nicht begeistert sind von ihrer Sicht ? Wie Eltern diffamiert und belästigt werden, die minderjährige oder pubertierende Kinder nicht *verändern“ lassen wollen?

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    • Abraham schreibt:

      Besteht dein Lebensinhalt nur aus „ich muss mich empören“? Ähnlich wie ein warmer Furz und eine dadurch entstehende akute Angsneurose vor Erderwärmung. Junge, werde mal toleranter und difamier nicht jeden der einfach eine andere Meinung hat!

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