Die Auschwitzkeule

und wie sie entdeckt wurde.

Am 11. Oktober 1998 wurde in Frankfurt am Main eine der bedeutendsten Funde in der Geschichte Deutschlands gemacht. Unter allgemeiner Begeisterung grub Dr. Martin Walser in der Paulskirche die Auschwitzkeule aus. Seit dieser Entdeckung, die in ihrer Bedeutung der Entdeckung Trojas in nichts nachsteht, hat die Auschwitzkeule einen Siegeszug durch ganz Deutschland angetreten. Heute gibt es kaum noch eine Person in Deutschland, die sich vor der Auschwitzkeule nicht fürchtet. Was in Walsers Worten noch so klang: „Auschwitz eignet sich nicht dafür, Drohroutine zu werden, jederzeit einsetzbares Einschüchterungsmittel oder Moralkeule“, hörte sich später bei dem TAZ-Journalisten Bodemann wie so an: „Vor allem in Deutschland kann der Antisemitismusvorwurf tödlich sein, und so hüten sich viele Juden wie Nichtjuden davor, den Mund aufzumachen.“

Die Auschwitzkeule hat gesiegt! Überall in Deutschland sitzen verzweifelte Menschen in den Exilen ihrer Deutschen Wohnzimmer. Gerne würde sie etwas Kritisches sagen, zum Beispiel über Israel, aber die Auschwitzkeule droht ihnen. Deutschland ist ein in Knechtschaft gehaltenes Land, in dem Israel nicht kritisiert werden darf. Jede Form der Kritik an die politische Ausnutzung des Holocausts auch und gerade durch die Juden in Deutschland und der ganzen Welt wird im Keim erstickt. In keiner deutschen Zeitung findet sich auch nur kleinste Hinweise auf politische Verfehlungen Israels. Norman Finkelsteins Buch „Die Holocaust Industrie“ ist in Deutschland de facto käuflich nicht zu erwerben.

Halt
Stehengeblieben!
Achtung!

Spätestens jetzt gilt es, diese weltweit berühmt geworden deutschen Worte zu brüllen.

Das soeben beschriebene Szenario gibt es nicht, im Gegenteil: Israelkritik findet sich in jeder deutschen Tageszeitung und das nicht nur ab und zu, sondern fast wahrhaft täglich. Die Angst vor Israel ist in der Bevölkerung nicht nur sehr hoch, sondern sie wird auch laut und gut vernehmlich artikuliert. 65% der Deutschen erklärten laut einer durch die ZEIT am 4.11.2003 veröffentlichen Umfrage der EU, dass Israel die größte Gefahr für den Weltfrieden darstelle. Die Zeitungen kommen zudem nicht nach, die Leserbriefe mit israelkritischen Inhalten nachzudrucken und Menschen wie Norman Finkelstein werden zur besten Sendezeit in Talk-Shows eingeladen.Man fühlt sich in Deutschland wie in einem Land, in dem sieben von zehn Menschen behaupten, erst kürzlich von einem Raumschiff entführt worden zu sein. Anstatt nun aber diese Sieben einfach zum nächsten Nina Hagen-Konzert zu schicken, gelangen sie ungefiltert in die Leserbriefspalten deutscher Zeitungen. Kritik an Israel ist in Deutschland nicht nur möglich, sondern des Deutschen Zeitvertreib. Die Solidarität mit Israel jedoch wird regelmäßig in Deutschland behördlich sanktioniert. Folgende Entscheidungen wurden in den letzten Jahren in deutschen Gerichten gefällt:

Da eine Frau in Bochum öffentlich eine Israel-Flagge gezeigt hatte, wurde sie zu einer Geldstrafe von € 300,- verurteilt. In Duisburg stürmte die Polizei eine private Wohnung, um eine Israel-Flagge, die an dem Fenster der Wohnung befestigt war, zu entfernen. In Köln ist derweil das Zeigen einer Karikatur erlaubt, auf der ein Jude ein Kind verspeist. Juden und Israelis dürfen in Deutschland beleidigt werden, das ist Meinungsfreiheit, jüdischer und israelischer Stolz jedoch werden schon mal behördlich beschränkt, da hört die Freiheit auf. Das ist jedoch nicht typisch deutsch sondern gilt auch international.

In den Vereinten Nationen findet sich eine geradezu manische Fixiertheit auf Israel. Während dort 99,9% der Weltbevölkerung mit Milde beäugt werden, bekommen die restlichen 0,1%, die einen israelischen Pass besitzen, eine Sonderbehandlung zu spüren. Obwohl nur 0,22% aller Menschen jüdisch sind, hält sich der wackere Glaube vom starken und stets präsenten Juden. Es ist fast amüsant, wieviele Menschen an die Macht der Juden glauben. Fragt man diese Menschen, wie es um den Einfluss der Holländer (0,25% der Gesamtbevölkerung), der Deutschen (1,22%), der Chinesen (19,5 %), der Muslime (19,26%) oder der Christen (31,11%) bestellt ist, schauen sie nur verwirrt, ganz so als habe man gerade eine völlig absurde Frage gestellt. Nur die Frage nach dem Einfluss der Juden ist nicht absurd. Die Juden sind halt etwas ganz besonderes. Und weil sie etwas ganz besonders sind, müssen sie sich auch ganz besonders benehmen. Solange sie sich abschlachten lassen, werden sie von allen geliebt; aber wehe, sie fangen an, sich zu wehren, dann hört der Spaß auf. Der Israel-Gaza-Konflikt ist dafür das beste Beispiel.

Obwohl die sogenannte gemäßigte palästinensische Autonomieregierung unter Abbas die Todesstrafe für alle Palästinenser bestätigten lies, die Land an Juden verkaufen, ganz gleich ob sie einen israelischen Pass besitzen oder nicht, findet sich dazu keine Verurteilung von Seiten der Vereinten Nationen. Für die gemäßigte Palästinenserorganisation ist eben nur ein Palästina ohne Juden ein gutes Palästina. Wenn das gemäßigt ist, wie sieht dann erst radikal aus? Radikal ist es, Raketen auf Israel abzufeuern. Das macht die Hamas regelmäßig, während die Minister der Hamas folgende Reden halten:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Die Vereinten Nationen schweigen dazu! Sie schweigen auch dazu, dass die „Protokolle der Weisen von Zion“ in Ägypten (2002) und im Libanon (2004) als Fernsehserie gezeigt wurden. In den palästinensischen Autonomiegebieten ist das judenhassende Machwerk sogar Lehrstoff in der 10. Jahrgangsstufe. Kleine Kinder werden im palästinensischen Fernsehen zudem dazu erzogen, Juden töten zu wollen. Die Hamas hat die „Protokolle der Weisen von Zion“ sogar als Begründung in ihre Charta im Artikel 32 aufgenommen. In Artikel 7 erklärt die Hamas sogar:

„Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn!“

Was von der Hamas nur gefordert wird, ist in vielen anderen Ländern schon Realität. In Ägypten, im Irak, im Libanon, in Syrien und in Jemen lebten im Jahr 2001 gerade mal 600 Juden. Die Länder Algerien, Saudi-Arabien, Jordanien und Libyen erklärten 2001 sogar stolz, dass überhaupt keine Juden in ihrem Land leben. Im Jahr 1948 lebten in der ganzen Region noch 850.000 Juden. So gut wie alle wurden vertrieben! Werden diese Länder dafür kritisiert? Erklingt ein öffentlicher Aufschrei? Nein! Die Welt ist leider zu sehr damit beschäftigt, Israel zu kritisieren.

Wir fassen zusammen: Die Bücherregale schwappen vor lauter Israelkritik über. Das deutsche Volk und die Vereinten Nationen belehren mehrheitlich und regelmäßig laut vernehmlich Israel. Leserbriefe mit kritischem Inhalt werden wie selbstverständlich gedruckt. Dennoch glaubt die Mehrheit der Deutschen fest daran, mundtot zu sein – ein geradezu beispielhafter Salto Teutonale. Mit Schaudern und Zittern möchte man da fragen: Wenn das der Deutsche Mundtod ist, was passiert wohl erst, wenn die Deutschen geschwätzig werden?

Bleibt nur die Frage: Wer schwingt sie eigentlich, diese Auschwitzkeule? Blöde Frage. Die Antwort haben uns doch schon „Die Protokolle der Weisen von Zion“ gegeben. Der Jude natürlich! Er schwingt sie und ist deshalb auch selber schuld am Antisemitismus! Das wußte schon Jürgen Möllemann. In einem ZDF-Interview aus dem Jahre 2003 sagte er:

„Ich fürchte, dass kaum jemand den Antisemiten, die es in Deutschland leider gibt und die wir bekämpfen müssen, mehr Zulauf verschafft hat als Herr Scharon und in Deutschland ein Herr Friedman mit seiner intoleranten und gehässigen Art, überheblich. Das geht so nicht, man muss in Deutschland Kritik an der Politik Scharons üben dürfen, ohne in diese Ecke geschoben zu werden.“

Es muss aber gar nicht immer nur um Israel gehen, damit irgendjemand einem Juden die Auschwitzkeule in die Hand drückt, nur um sich dann vor ihm auf den Boden zu werfen, um jammernd „nicht schlagen!“ zu rufen, damit seine Freundin endlich mal sieht, was für ein großes Arschloch dieser Jude doch ist. In einer Debatte um den Bau eines jüdischen Museums in der Altstadt von Köln schaltete sich im Juli 2008 der Chefredakteur des Kölner Stadtanzeigers Franz Sommerfeld in das Gespräch ein und stellte auf prominenter Seite seiner Zeitung fest

„Jeder Versuch, städteplanerische Entscheidungen durch Hinweis auf die deutsche Schuld gegen Kritik zu immunisieren, spielt denen in die Hände, die die Vernichtung der Juden relativieren und auf antisemitische Reflexe spekulieren.“

Die Auschwitzkeule verbreitet in den Exilen Deutscher Wohnzimmer Angst, Schrecken und vor allem ein um sich greifendes Beleidigtsein. Jeder Antisemitismusvorwurf, ob angemessen oder nicht, wird mit der Empörung der Ehrverletzung weit von sich gewiesen. Die Deutschen, die die Auschwitzkeule entdeckt haben, sind fast so schnell beleidigt wie die Islamisten, die am 30. September 2005 die Mohammed-Karikaturen in der Dänischen Jyllands Posten gefunden hatten. Die Macht des Beleidigtseins inspirierte unzählige fanatisierte Islamisten zu weltweiten Protesten mit Flaggenverbrennungen, Gewalttaten und über hundert Toten. Während Islamisten hinter jeder Kritik am Islam und hinter jedem Versuch, dem Propheten Mohamed ein Gesicht zu geben, eine Beleidigung wittern, die die Ehre des Islams verletzt, sehen manche Deutschen hinter jeder Kritik am Antisemitismus und hinter jedem Versuch, dem Antisemitismus durch Vergleiche mit der Geschichte ein Gesicht zu geben, die böse Absicht der Beleidigung und Ehrverletzung.

Viele Deutsche Nicht-Juden (ein komisches, aber nicht untypisches Wort der deutschen Sprache) machen sich mit diesem Trick zu Opfern des Nationalsozialismus und können so mit den Deutschen Juden endlich auf gleicher Augenhöhe diskutieren. Endlich sind alle in Deutschland Opfer und niemand muss mehr einen Juden um seinen Holocaust beneiden. Jetzt haben alle unter den Nazis gelitten. In der Schule wird die neue deutsche Jugend mit dem Nationalsozialismus gequält. Die Geschichtslehrer deportieren die Schülerinnen und Schüler regelmäßig nach Dachau, um sie dort zu zwingen, ein Lager zu besichtigen. Dies nimmt die Jugend so mit, dass sie ihr Trauma nur noch durch Verdrängung und Abstumpfung überwinden können. ¼ aller Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 17 Jahren gaben laut einer repräsentativen Umfrage von Alphons Silbermann aus dem Jahre 2000 an, keine Ahnung zu haben, was Auschwitz ist.

Die deutsche Vergangenheitsbewältigung ist ein wahres Wirtschaftswunder und gehört neben Autos und Bier zum wichtigsten Wirtschaftsgut des Exportweltmeisters Deutschland. Man überlege sich einmal, wie dramatisch die Arbeitslosenzahlen in Deutschland aussähen, wenn es all die Arbeitsplätze in den Lern-, Gedenk- und Dokumenationsstätten, in den Holocaustforschungsinstituten und Universitäten der Antisemitismusforschung nicht geben würde. Berlin wäre um eine ihrer beliebtesten Sehenswürdigkeiten ärmer. Berlin ohne Holocaust Mahnmal. Undenkbar! Von diesem Stelenfeld hat Altkanzler Gerhard Schröder einst gesagt, es sei ein Mahnmal, „wo man gerne hingeht“. Der Historiker Eberhard Jäckel brachte es sogar fertig, zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“ Beneiden! Eine wahrhaft deutsche Neid-Debatte.

Die deutsche Vergangenheitsbewältigung hat es geschafft, dass einige in Deutschland wieder stolz sind auf den Holocaust; natürlich nicht auf die Perfektionierung des Massenmordes selbst, aber schon irgendwie auf die Perfektionierung der Bewältigung des Massenmordes.

Hätte es den Holocaust nicht geben, dann hätte das ehemalige Waffen-SS-Mitglied Günter Grass niemals „Die Blechtrommel“ geschrieben und somit vermutlich auch nie den Nobelpreis für Literatur erhalten. In 55 Jahren von der SS zum Nobelpreis, das schafft nur Günter! Volker Schlöndorff hätte somit auch niemals „Die Blechtrommel“ verfilmen können und daher nie den Oscar für diesen Film erhalten.

So gut wie alle Oscars für den deutschsprachigen Raum sind Resultate der Vergangenheitsbewältigung: Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“, Caroline Links „Nirgendwo in Afrika“ und Christoph Waltz Oscar für die Rolle eines Nazis. Wenn es eine Holocaust-Industrie gibt, dann ist Deutschland der Hauptaktionär! Wer einmal in Berlin war und sich in den Hotels die Reiseführer angeschaut hat, erkennt sofort, woran Berlin verdient: „Third Reich Tour“ und „Hitler’s Berlin“ sind die wohl beliebtesten Stadtführungen.

In Deutschland wurde die Vergangenheitsbewältigung so sehr perfektioniert, dass viele Deutsche der ganzen Welt jetzt sogar Nachhilfe in Sachen Vergangenheitsbewältigung geben. Da wird die USA getadelt, weil sie mit „den Indianern“ nicht so vorbildlich umgeht, wie „die Deutschen“ mit „den Juden“ und auch Israel bekommt Nachhilfe in Sachen völkische Aussöhnung mit den Palästinensern, denn „gerade die Juden müssten es doch besser wissen.“ Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. So avanciert Auschwitz vom Ort der industriellen Massenvernichtung von Menschen zu einer sittlich-bildenden Lehranstalt für Juden.

Aber was bitte gibt es aus Auschwitz zu lernen? Dass man Menschen nicht millionenfach vergast? Dass Juden auch Menschen sind? Dass man lieb zueinander sein sollte? Dass man sich wehren darf, wenn man verfolgt wird? Dass man Menschen, die andere Menschen vergasen, den Krieg erklärt? Dass man wahnsinnige Menschen mit allen Mitteln entwaffnet? All dies sollte man auch ohne Auschwitz wissen. Auschwitz ist keine Nachhilfe für moralisch Sitzengebliebene, sondern schlicht ein unvergessbares und unverzeihliches Verbrechen, aus dem es nichts zu lernen gibt!

Dr. Martin Walser aber hat etwas aus Auschwitz gelernt und sagte zu Ignatz Bubis, der es damals gewagt hatte, ihm nicht zu seiner Ausgrabung der Auschwitzkeule zu gratulieren: „Ich habe mich schon mit dem Thema beschäftigt, da waren Sie noch mit ganz anderen Dingen beschäftigt.“ Diesen Satz muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Ignatz Bubis, der 1944 im Zwangsarbeitslager Tschenstochau gefangen gehalten wurde und dessen Vater im Vernichtungslager Treblinka ermordet wurde und dessen Bruder und Schwester durch die Nationalsozialisten vernichtet wurden, mußte sich von Dr. Martin Walser, dessen Eintritt in die NSDAP auf den 30. Januar 1944 fällt und der das Ende des 2. Weltkrieges als Soldat der Wehrmacht erlebte, sagen lassen, wie man mit dem Holocaust umgeht – und zu dem Zeitpunkt war die Auschwitzkeule gerade erst gefunden.

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97 Antworten zu Die Auschwitzkeule

  1. tapferimnirgendwo schreibt:

    Hat dies auf Tapfer im Nirgendwo rebloggt und kommentierte:

    Am 17. Januar 2017 hielt Björn Höcke im Dresdner Ballhaus Watzke eine durch und durch widerliche Rede im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Dresdner Gespräche“ organisiert vom Jugendverband der Alternative für Deutschland. In dieser Rede nannte Björn Höcke das Holocaustmahnmal in Berlin ein „Denkmal der Schande“. Einen Tag später erklärte er:

    „Ich möchte in diesem Zusammenhang an die Rede Martin Walsers vom 11. Oktober 1998 anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels in der Frankfurter Paulskirche erinnern. Damals sagte Walser: ,In der Diskussion um das Holocaustdenkmal in Berlin kann die Nachwelt einmal nachlesen, was Leute anrichteten, die sich für das Gewissen von anderen verantwortlich fühlten. Die Betonierung des Zentrums der Hauptstadt mit einem fußballfeldgroßen Alptraum. Die Monumentalisierung der Schande.‘ Er sprach sogar von einer ,Instrumentalisierung unserer Schande zu gegenwärtigen Zwecken‘.“

    Björn Höcke gräbt also die Auschwitzkeule wieder aus. Tapfer im Nirgendwo veröffentlicht daher erneut und überarbeitet den Artikel „Die Auschwitzkeule“ aus dem Jahr 2010.

  2. Ima schreibt:

    @ Eitan Einoch
    Zitat
    „Aber genau das, nämlich dass die Palis sich integrieren, wollen die arabischen Staaten mit allen Mitteln verhindern.“

    Die Ursache für dieses Desaster liegt nicht nur an den Arabern,
    sondern auch an der UNO, die eigens für diese Flüchtlinge eine Flüchtlingsorganisation gegründet haben „UNRWA“ und somit insbesondere für diese Flüchtlingsgruppe den vererbbaren Flüchtlingsstatus geschaffen haben.

    • Eitan Einoch schreibt:

      Das weiß ich doch. Während der Rest der
      Welt sich gefälligst integrieren soll und es in der Regel auch tut, sollen die Palis auf Teufel komm raus „zurückkehren“. Das ist wahre Palästinenserfeindlichkeit!
      Würde man die Palis an Ort und Stelle integrieren, würde es ihnen weit besser gehen als ihren geflüchteten Vorfahren an dem Ort, an den sie „zurückkehren“ sollen.

      • Kanalratte schreibt:

        Umsiedlung!
        Gerade wir Deutschen wissen ja bekanntlich wie das geht.
        Oder erheben wir noch ernsthafte Ansprüche auf die Ostgebiete? Da können die Palaraber mal von uns lernen!

        Ich fühle mich dazu verpflichtet, gerade aufgrund unserer Geschichte, die Palästinenser beim Umsiedlungsprozess zu unterstützen.

        • Ima schreibt:

          @Kanalratte
          Tja, da stehen Sie als Deutscher so ziemlich einsam da (die hier Schreibende meine ich nicht).
          Denn im Grunde interessiert das Schicksal der Palästinenser in Deutschland kaum jemand,
          wer spricht schon von den mehr als 50 verhungerten palästinensischen Flüchtlingen im Flüchtlingslager Yarmuk in Syrien, wo bleibt der Aufschrei, wo bleiben die Mahnwachen und Lichterketten „unserer“ vermeintlichen „Friedensfreunde“.

          Liegt wohl daran, dass keine Juden involviert sind.

  3. Kanalratte schreibt:

    Mal ein Gedankengang:

    Wie ist es eigentlich zu erklären, dass es in Lybien u.a. durch Gaddafi und auch durch Idi Amin, zur Vefolgung und Ermordung von Juden kam?
    Wegen Israel? Also hat man sie in Lybien verfolgt und ermordet weil man die örtlichen Juden schon als Israelis sah? Das spricht dafür dass für Araber, Israel seit 1948 ein Staat der Juden ist.

    Und Idi Amin? Der hat die örtliche Gemeinde von 3000 Glaubensjuden auf 300 dezimiert, weil er sich bei den Arabern einschleimen wollte. Daraus schlussfolgere ich mal, dass es zu dieser Zeit Pro-Arabisch war, Antijüdisch zu sein! Genauer gesagt Juden zu verfolgen und zu töten.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Judenvertreibungen_aus_arabischen_und_islamischen_Ländern

    Ah, da erfährt man mal so nebenbei, dass genausoviele Juden vertrieben wurden wie Palästinenser. Bei den Palästinensern ist der Vertriebenentatus sogar vererbbar.

    Es ist erstaunlich, denn umso mehr man sich mit dem Thema befasst, umso mehr merkt man wie wir von den Palarabern und natürlich auch von deutschen Propagandisten an der Nase herumgeführt werden.

    • Kanalratte schreibt:

      Sowas bringen aber halt die Medien nicht, man könnte ja das negative Image von Israel verbessern und Muslime beleidigen!

      ISLAMOOOOOOOPHOOOOOOBIIIIIIEEEEEEEEEE

      • Aristobulus schreibt:

        Araber werden als bodenentsprossen angesehen (selbst in Berlin-Neukölln?), irgendwie als Natur, wohingegen es über Juden immer heißt, Juden raus aus Deutschland, Juden raus aus ‚Palästina‘. Als a Jid ist man Unnatur.
        Neuerdings brüllen auch siebzehntausend biologisch durchdrungenen Quenelle-Demonstranten in Paris, „juifs dehors!“

        – Wenn ein paar Jiddn auf dem Mond wohnten, würde es alsbald in der UNO heißen, dass sie dort die Mondkälber verdrängen, die Lunarsphäre beherrschen und kosmosrechtswidrigerweise Sonnenbäder nehmen.

        • Ima schreibt:

          @Kanalratte,
          Zitat
          „Ah, da erfährt man mal so nebenbei, dass genausoviele Juden vertrieben wurden wie Palästinenser.“

          Dies ist nicht ganz richtig,

          korrekt ist
          1. Viele wohlhabende Araber verließen Palästina aus Angst vor einem bevorstehenden Krieg. Ein Großteil der Araber kamen dem Aufruf ihrer Herrscher nach, um Platz für die vorrückenden arabischen Armeen zu machen, mit dem Versprechen der Rückkehr, wenn die Juden ins Meer getrieben waren. Viele sind auch geflohen, um nicht zwischen die Fronten des Krieges zu geraten. Naja, eine Handvoll Araber wurde tatsächlich vertrieben.

          2. Wie sogar in dem von Ihnen verlinkten Wiki-Artikel steht, sind aber die meisten Juden aus den arabischen Ländern tatsächlich brutal vertrieben worden.

          3. Die vertriebenen Juden lebten in den arabischen Ländern bereits seit Jahrhunderten, in einigen Ländern, wie z.B. dem Jemen bereits seit der Römerzeit. Hingegen ist ein Großteil der Araber erst zeitgleich mit dem Beginn des Zionismus in Palästina eingewandert, da sie sich durch die Ankunft der Zionisten bessere Lebensbedingungen versprachen. Auch kam es infolge des Zerfalles des Osmanischen Reiches zu arabischen Bevölkerungswanderungen.

          Steht sogar, wenn auch versteckt bei Wikipadia
          „Am Anfang des 19. Jahrhunderts lebten zwischen 275.000 und 300.000 Menschen im Land“

          Zu Ergänzung mit „Land“ ist das ganze ursprüngliche Palästina gemeint, also einschließlich Jordanien.
          http://de.wikipedia.org/wiki/Pal%C3%A4stina_(Region)#Osmanische_Herrschaft

          4. Die jüdischen Flüchtlinge genießen!!! nicht den „ererbten“ Flüchlingsstatus der Araber, sondern sind in Israel voll integriert.

          • Kanalratte schreibt:

            Es wäre ja schonmal ein großer Fortschrittt wenn die deutschen Bevölkerung überhaupt wüsste dass den Juden in den muslimischen Ländern das selbe angetan wurde wie Teilen der Paliaraber. Aber die Meisten wissen ja nichtmal dass es früher überhaupt Juden in muslimischen Ländern gab.

            Ansonsten setzt sich natürlich immer der mit der größeren Klappe durch, und die haben die Muslime, selbst wenn man mal den himmelweiten Unterschied bezüglich der Bevölkerungszahlen außer Acht lässt, auf jeden Fall. Meister der Wehleidikeit und des Opferstatus sind die Muslime ja ohnehin.

            Deswegen bin ich auch nicht mit der Repräsentation Israels in Deutschland zufrieden, weil man leider immer gerne viel erzählt, anstatt mal die Fakten auf den Tisch zu kloppen. Redet doch mal über die Massaker und Pogrome gegen Juden in muslimischen Ländern.
            Seit 1920 werden Juden dort gehasst.

            Seitens der Palästinenser wird ja auch bekanntlich gelogen, dass sich die Balken biegen. Ja, diese Al-Quads Tag Demonstranten haben sogar einen Fake-Rabbiner dabei, weil sie sonst wahrscheinlich niemand gefunden haben, der gegen Israel hetzt.

          • A.S. schreibt:

            „Die jüdischen Flüchtlinge genießen!!! nicht den „ererbten“ Flüchlingsstatus der Araber, sondern sind in Israel voll integriert.“

            Das alleine sagt schon alles aus. Die Klugen machen das beste aus der Situation und schauen, dass mindestens die eigenen Kinder da heimisch werden wo sie aufwachsen, die Dummen machen das Gegenteil. Das alleine erklärt schon den Unterschied zwischen Gaza und Israel.

          • Eitan Einoch schreibt:

            Wobei es sicherlich viele Palästinenser gibt, die ganz zufrieden damit wären, wenn sie einfach eine Wohnung, einen Job und ein halbwegs normales Leben hätten, und zwar dort, wo sie momentan leben. Wenn man sie denn lassen würde… Aber genau das, nämlich dass die Palis sich integrieren, wollen die arabischen Staaten mit allen Mitteln verhindern. Die Palis könnten dann nämlich das Interesse an „Rückkehr“, Israelfeindlichkeit und Jihad verlieren.

        • Kanalratte schreibt:

          Kann leider nur ein wenig Französisch. Hast du die Videos wo das gerufen wird?

  4. abusheitan schreibt:

    Ich befürchte, eine Erkältung zu bekommen.
    Mein Nachbar meinte, ich solle es ausschwitzen!
    Darf ich ihm jetzt mit der Nazikeule eins überbraten?
    😉

  5. Kanalratte schreibt:

    Und wie lange hält sich eigentlich noch das Märchen, dass im Iran angeblich 25.000 Juden leben?(man beachte die schöne abgerundete Zahl)
    Laut Volkszählung von 2011 sind es genau 8 756 womit sogar Österreich heute mehr Juden hat.

    Im „Zionistenstaat“ Israel leben übrigens ungefähr 75 000 Iranische Juden und deren Nachkommen und in den „bösen“ USA sind es sogar um die 100 000.

    Man hat den Eindruck der Iran braucht seine paar tausend Juden und seinen jüdischen Abgeordneten nur dafür, um seine Weltoffenheit zu präsentieren. Der Iran ist spitze….jedenfalls was die Exekutionsrate betrifft.

    Ansonsten hat ja kein arabischer Staat (Iran ist keiner) mehr als 3000 Juden, die sind nämlich, man höre und staune, fast alle nach Israel ausgewandert (worden).

    • Aristobulus schreibt:

      Ja, Kanalratte. In den moslemischen Gegenden sind meist gar keine Juden mehr übrig. Aus die jüdische Geschichte!, die sich dort zum Teil über Jahrtausende dérouliert hat. Die Juden von Buchara, aus Persien, aus Alexandria, von der Insel Djerba und überhaupt aus dem Maghreb, alles weg. Manche Gemeinden lebten da seit der Zeit des ersten Exils (babylonische Eroberung im sechsten Jh. vor Null). Aus auch die Geschichte der Juden im Jemen. Sie blühte mit Musik, Silberschmiedekunst, Dichtung. Weg.

      • abusheitan schreibt:

        Jetzt blühen die Blüten mit jemenitischen Wurzeln bei uns, z.B. die wunderbareTimna Brauer…

        • Kanalratte schreibt:

          Und doch gibt es noch viele Leute die glauben Israel hätte keine Existenzberechtigung, wo doch die Geschichte, sei es vor 1945 oder danach, schon längst erwiesen hat, dass die Errichtung eines jüdischen Staates unumgänglich war und ist.

          Das Wort „Zionist“ ist heute ersatzbedingt zu einem neuen Schimpfwort gegen Juden geworden. „Das sind Zionisten, dort in Israel!“ Aber sind das nicht alle 8 Millionen Israelis oder zumindest die 6 Millionen Juden dort?

          Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen jemand der für einen jüdischen bzw. israelischen Staat ist und jemandem der für einen osmanischen bzw. türkischen Staat ist. Beide Staaten existieren. Soll ich antworten: „Das sind Osmanen, dort in der Türkei!“ ???

  6. peter schreibt:

    Mag sein, dass die Auschwitzkeule erst 1998 ausgehoben wurde. Ihre Existenz war aber schon vorher bekannt, schliesslich wurde ihre Wirkung, der sog. „Judenknax“ schon 29 Jahre schon 29 Jahre zuvor von dem beruehmten Forscher Prof. Dr. rer. natsoz. Kunzelmann beschrieben.

    • Schum74 schreibt:

      Sehr richtig, Peter.

      Zur Gedächtnisauffrischung hier der erste Absatz eines älteren Artikels von Micha Brumlik: Die Linke und ihr „Judenknax“, Cicero, Juni 2008:

      War die europäische Linke in Teilen antisemitisch? Diese Frage ist schnell beantwortet, die Geistes- und Ideologiegeschichte läßt keinen Zweifel: Schon der französische Frühsozialismus war – mit geringen Ausnahmen – antisemitisch und wähnte in den Rothschilds sowie einem angeblichen „jüdischen Finanzfeudalismus“ die Wurzel allen Übels. Viele russische Anarchisten waren glühende Judenhasser und auch deutsche Frühsozialisten wie der Komponist Richard Wagner, der junge Karl Marx und etwas später Eugen Dühring schrieben Sätze, deren antijüdisches Ressentiment und deren Haß mit noch so vielen Interpretationskünsten und Kontextuierungen nicht ausgelöscht werden können. Daß der späte Karl Marx, der Verfasser des Kapitals, die Kritik der „jüdischen“ Geldwirtschaft durch eine Kritik des abstrakten Kapitalverhältnisses ersetzte, und einer der Begründer der deutschen Sozialdemokratie, August Bebel, sinnvoll, aber nicht unbedingt richtig, den Antisemitismus als den „Sozialismus des dummen Kerls“ bezeichnete, beweist nur, daß die real existierende Linke nicht in jedem Fall die Höhe ihres möglichen Gedankens erreicht hat. Was für die Geschichte der Linken im allgemeinen gilt, gilt umso stärker für die westdeutsche Nachkriegslinke.

      http://www.cicero.de/berliner-republik/die-linke-und-ihr-%3Fjudenknax%3F/23597

      • Schum74 schreibt:

        Für diejenigen, denen der Brumlik-Artikel zu lang ist, vielleicht noch den zweiten Absatz, den mit dem „Judenknax“:

        Nicht erst seit Wolfgang Kraushaars Rekonstruktion des von dem Kommunarden Dieter Kunzelmann geplanten und angeregten Bombenanschlags auf ein jüdisches Gemeindezentrum 1969 in Berlin, sondern schon seit Martin Klokes profunder Arbeit über Israel und die deutsche Linke aus dem Jahr 1990 ist der Befund klar: Der vermeintlich politisch korrekte Antizionismus und Antiisraelismus, der keineswegs nur von radikalen Splittern der Linken vertreten wurde, war in den meisten Fällen ein Fall von Judenhaß, wenngleich das Feindbild der jüdischen Wucherer nun gegen den kollektiven Juden, den sogenannten „Vorposten des US-Imperialismus“ ausgetauscht wurde. Dieter Kunzelmann fand in seinen (angeblichen) Briefen aus Amman nach dem mißglückten Anschlag die passenden Sätze: „Palästina ist für die BRD und Europa das, was für die Amis Vietnam ist. Die Linken haben das“, so Kunzelmann im November 1969 „noch nicht begriffen. Warum? Der Judenknax. (…) Daß die Politmasken vom Palästinakomitee die Bombenchance nicht genutzt haben, um eine Kampagne zu starten, zeigt nur ihr rein theoretisches Verhältnis zu politischer Arbeit und die Vorherrschaft des Judenkomplexes bei allen Fragestellungen.“
        (…)

        http://www.cicero.de/berliner-republik/die-linke-und-ihr-%3Fjudenknax%3F/23597

        • Kanalratte schreibt:

          Spätestens nach der Trennung von Juden und Nichtjuden in Entebbe durch Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann steht fest, dass Linke den selben Antisemitismus teilen können wie Rechte. Die Gründe mögen verschieden sein, die Wirkung bleibt aber im Grunde gleich.

          Das Wort „Zionismus“ bleibt Ersatzbezeichnung, wobei es im Grunde ja nichts anderes heißt als dass man gegen Israel und somit knapp 50% der Juden weltweit ist.
          Wenn ich gegen ein Land bin, dann muss ich zwangsläufig auch gegen die Bevölkerung kämpfen.

          Wer sich nicht traut zu sagen, dass er gegen Israel ist, der sagt er ist „Antizionist“.

          • Aristobulus schreibt:

            Dazu dieses:
            http://www.zeit.de/2009/49/Kommentar-Lanzmann

            Da hat man Anwesenden ins Gesicht geschlagen und gebrüllt „Juden raus“. Sehen sich als Linksextremisten, die…

          • nussknacker56 schreibt:

            Danke für den Link, Ari. Ich kannte diese Geschichte, nicht aber diesen Zeit-Artikel. Die meisten Leserbriefe rufen dagegen – wie üblich bei ZON – nur Überkeitsgefühle hervor.

            Wer sich für den Themenkomplex näher interessiert, dem empfehle ich das dankenswerter Weise neu aufgelegte Buch „Das Israelpseudos der Pseudolinken“ von Michael Landmann [mit einem Vorwort von Henryk M. Broder und einem Nachwort von Jan Gerber und Anja Worm. Oktober 2013, 148 Seiten, 13,50€, ISBN: 978-3-86259-119-0]. Dessen Einschätzung von vor über 40 Jahren ist im wesentlichen immer noch aktuell.

      • peter schreibt:

        Zum Bebel-Zitat faellt mir ja immer der Umkehrschluss ein: Ist Sozialismus der Antisemitismus des intelligenten Kerls?

  7. nussknacker56 schreibt:

    Also Leute, ich muss für „cairos“ und „Inneres Licht“ wenigstens ein gutes Wort einlegen. Immerhin gehören sie zu den nur noch knapp 82 Millionen Überlebenden der Auschwitzkeule. Da sollte man auch einmal deren uneigennütziges Engagement würdigen, zumal wenn, wie bei „Inneres Licht“, dafür auch noch der letzte Kerzenstummel geopfert wird.

  8. Kanalratte schreibt:

    „Der Historiker Ebehard Jäckel brachte es sogar fertig, zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“

    Bei sowas wird mir schlecht!

    Das Holocaust Mahnmal in Berlin dient als Touristenziel, bringt der Stadt Geld und sorgt weiterhin dafür das der deutsche Schuldkult erhalten bleibt und Juden bzw. Israel dafür verantworlich gemacht werden.
    Man könnte da schon auf die Idee kommen, der Judenmord wird damit gefeiert.
    Ein Museum wäre da eine ganz andere Sache, aber touristisch wahrscheinlich nicht so vermarktbar.

    Ich habe jetzt das Buch von Finkelstein noch nicht gelesen, aber wenn es das dort beschreibt,
    was ich auch anprangere dann hat er vollkommen recht. Vieles was heute mit Holocaust zu tun hat, sind touristische Vergnügungsparks bei denen eine Schuldkultur zelebriert wird. Das war bei unserem Schulausflug ins KZ Natzweiler-Struthof ähnlich. Vor lauter Betroffenheitstexte vorlesen, haben wir dort übrigens gar nicht das Haus mit der Gaskammer gesehen, was mich wirklich interessiert hätte.

    Was fehlt ist eine angemessene Nüchternheit und was nervt ist eine unangemessene Betroffenheit!

    • Schum74 schreibt:

      Auch ich habe das unangenehme Empfinden, dass sich jede Kranzniederlegung, jeder Schulausflug in ein KZ, ja jede Schulstunde zum Thema Judenermordung an Israel und den lebenden Juden rächt.

      Wie sagt ein gestern im Figaro zitierter Gymnasiast:
      „Mit der Schoa füttert man uns schon seit der 9. Klasse. In den Fernsehsendungen, in den Serien, in der Schule, es gibt kein anderes Thema. Mir tut es gut, darüber mit Dieudonné zu lachen“.

      Das Pendant zur jährlichen Bundestagsehrung der Ermordeten ist die einstimmige Anti-Israel-Resolution vom 2. Juli 2010.

      Die zu beobachtende Sättigung vieler Europäer rührt nicht daher, dass man zum immer gleichen Text die immer gleichen Juden zeigt – man wird schließlich nicht müde, zum immer gleichen Text die immergleichen Fantastinenser (Aristobulus) zu sehen –, sondern sie rührt daher, dass man unbeliebte Leute zeigt.

      Die naive Vorstellung gut Meinender, dass man unsympathische Leute dadurch sympathischer machen kann, dass man sie immer wieder zeigt, kommt Israel und den lebenden Juden immer teuerer zu stehen.

      Der Knackpunkt ist die Unbeliebtheit der Juden. Warum gerade die Juden unbeliebt sind? Ein weites Feld.

      Le Figaro, 26.01.2014 : « Quand les professeurs peinent à enseigner la Shoah »

      http://www.lefigaro.fr/actualite-france/2014/01/26/01016-20140126ARTFIG00134-quand-les-professeurs-peinent-a-enseigner-la-shoah.php

      • Aristobulus schreibt:

        Danke, Schum – genau darum geht es.

        Laut Dieudonné, dem grinsenden, von Eitelkeit besessenen, unwitzigen Komödianten, der auf der Auschwitzkeule orgelt, soll es grad den lebenden Juden an den Kragen gehen. Er preist offen seine Freundschaft zum Chef der Hamas, Maschaal, und hofft auf einen „coup d’état“, um das verhasste „System“ zu stürzen.
        „System“ ist übrigens ein vergessener Nazibegriff, ein nazistisches Synonym für Pluralismus, Individualrecht, Meinungsfreiheit.

        Dazu passend, auch im Gesicht, dieser ägyptische Minister, der über die verhasste Weltmacht der Juden (der noch lebenden) abschwallt und seine heilige Wahrheit verlautbart:

        • Schum74 schreibt:

          Absolut, Ari. „System“ (noch aus der Weimarer Republik) als Schimpfwort für „Pluralismus, Individualrecht, Meinungsfreiheit“ gehört zu der von Klemperer analysierten LTI.

          Dass die Quenelle, der umgekehrte Nazi-Gruß, sich in Frankreich schnell verbreitet, wundert mich nicht.
          Im Spiegel Spezial „100 Jahre Hitler“ (Spiegel Nr. 2/1989) erinnert Rolf Hochhuth (S. 66) wie „die französischen Olympia-Teilnehmer mit Hitler-Gruß an der Führertribüne im Berliner Stadion vorbeimarschierten“.

          Deine Horror-Videos gehören zum Themenbereich Blutvergießen, Blutkulte und Blutrausch.

          • Kanalratte schreibt:

            Man muss zwischen toten Juden und lebenden Juden scharf unterscheiden. Die Toten sind die, wo man Kränze ablegt und die man bei „Gedenkveranstaltungen“ für politische Zwecke z.B. gegen „Rechtsextremismus“ und in ganz perfiderweise gegen „Islamophobie“ (Grüße an Wolfgang Benz) nutzt. Die Toten sind außerdem die, deren Schicksal man bedauert und entsetzt feststellt „soetwas darf nicht mehr passieren“.

            Und die lebenden Juden, das sind einerseits die „Zionisten“ die einen Teufelsstaat besitzen, die Welt bedrohen und Völkermord, so sagt man jedenfalls, begehen. Andererseits sind es die Banker und Firmenbosse, Tilmans Rothschilds, die die Welt regieren und eine Neue Weltordnung einführen wollen, so hört man am Stammtisch. Sie geiseln uns Deutsche mit dem Holocaust und mit der Schuld der ewigen Täterschaft, so sagen einige Leute.

            Der Holocaust darf nicht zu einer Art Versailler-Vertrag werden, trotzdem tun einige alles dafür dass sich Geschichte wiederholt.

            (Der 2. Absatz beschreibt, wie ihr wisst, was einige Leute tatsächlich glauben.)

        • Schum74 schreibt:

          Juif ! Juif ! Juif ! Juif ! Juif !

          Juif, Licra, on n’en veut pas ! – Juden, LICRA (Verein gegen Rassismus und Antisemitismus), weg damit!

          Juif, hors de France ! – Jude, raus aus Frankreich!

          Faurisson a raison, chambre à gaz c’est du bidon ! – Faurisson hat Recht, Gaskammer ist Quatsch mit Sauce!

          Juif, la France n’est pas à toi ! – Jude, Frankreich gehört dir nicht.
          [Anmerkung: Stimmt, uns gehört Israel.]

          Europe pédo criminelle sioniste satanique ! – Schwules, verbrecherisches, zionistisches, teuflisches Europa!

          Hollande ou le Crif, qui dirige qui ? – Hollande oder der Crif (Zentralrat der Juden in Frankreich) – Wer lenkt wen?

          CRS, milice des juifs! – CRS (Bereitschaftspolizei), Judenmiliz!

          http://jssnews.com/2014/01/28/jour-de-colere-la-video-des-slogans-que-les-medias-ne-veulent-pas-reprendre/

          Lieber Buurmann, moderieren Sie mich nicht weg! Ich bin nur der Bote.

          • Schum74 schreibt:

            Vor Aufregung Anfang ausgelassen:

            Auch ich habe was Chouettes aus der vorgestrigen Demo gegen François Hollande (etwa 17.000 Teilnehmer).

            Hier eine Parolen-Auswahl:

          • Aristobulus schreibt:

            …manche schwingen blauweißrote Flaggen und brüllen diese Cochonnerien mit.
            Wie geht das zusammen?!

  9. Kanalratte schreibt:

    Ja ich habe mich heute geärgert, weil es genau das ist was ich schon seit langem anprangere.
    Gut okay, es ist dieser Holocaust Gedenktag und ich sage auch nicht dass man dort keinen Kranz niederlegen darf (obwohl es m.M.n. Heuchelei ist) und auch nicht, dass man das nicht 1 mal im Fernsehen bringt.
    Aber da schaut man mal ein gutes Stündchen Fernsehen und sieht das in ungefähr 1 Stunde zweimal in der Tagesschau. 1 mal okay, aber spätestens beim 2 mal ist mir das auf den Sack gegangen und ich habe umgeschaltet und meine Mutter wollte das auch nicht sehen.
    Mich ärgert das, wie wir die Schuld von den Medien unterschwellig aufgedrückt bekommen und kann auch die Verärgerung darüber in der deutschen Bevölkerung verstehen, sofern sie nicht über 70 oder 80 ist. Ein ganzes Land denkt sich wohl „Nicht schon wieder“.
    Ich habe im Schrank Bücher über den Holocaust stehen, und wenn ich mich mit dem Thema beschäftigen will dann mach ich das damit, aber ich habe keine Lust mir so etwas Schuld im Fernsehen aufdrücken zu lassen!

    Ich möchte nicht wissen wie viel Hass diese Tageschau heute wieder gegen Israel und gegen Juden geschürt hat. Weil auch weil deutsche Medien ihre Schuldshow abziehen müssen, leiden Juden unter Anfeindungen. Man sagt sich dann, „die Juden“ wollen uns das aufdrücken.
    Aber stimmt das denn? Sind es nicht eher diese deutschen Gutmenschen???

    PS: Ich verstehe warum Broder Auschwitz einen Vergnügungspark nennt.

    • Eitan Einoch schreibt:

      Der Holocaust-Tourismus ist inzwischen nur noch die Therapie für eine Neurose, die man ohne ihn gar nicht hätte.

      Schrecklich, wie man ganze Schulklassen da durchschleust – wofür? Es gibt dort nichts zu lernen, nichts zu verstehen.

      Man sollte die Ruinen abreißen, dem Erdboden gleichmachen und damit nachholen, was die Alliierten versäumt haben. Danach kann man dort einen Wald anpflanzen und zum Naturschutzgebiet erklären. Lasst das Leben den Sieg davontragen über diesen Ort des Todes!

  10. Eitan Einoch schreibt:

    Das einzige, was man über Antisemitismusvorwürfe sagen kann, ist: sie treffen meistens ins Schwarze!

  11. ceterum censeo schreibt:

    Herrlicher Vergleich der „Auschwitzkeule“ mit Troja! Beide, Hiebwaffe und antike Stadt, wurden jedoch nicht ausgegraben, sondern erfunden. Bei Schliemann, dem „Entdecker“ Trojas, ist man sich aber nur zu 99% sicher.

  12. A.S. schreibt:

    Jede Nation hat ihr Heiligtum. Das Allerheiligste der deutschen ist der Holocaust.

    Großartiger Artikel, jeder Hieb sitzt.

  13. Kanalratte schreibt:

    Vielleicht ist diese Auschwitz-Keule ja der heilige Gral?

    • Aristobulus schreibt:

      Etwas schlimmer als dieses güldene Gefäß 😉 . Sie ist eine Ausschwitzung des Walsers, des GraSSes und der augensteinschen Canaille, die glaubt, ihre Fantasie von nationaler Ehre zu retten.

  14. Schum74 schreibt:

    Hervorragend, lieber Gerd Buurmann. Sprachperle reiht sich an Sprachperle. Eine Auschwitzkeule, die Freude macht.

    Was mich zu der Vermutung führt, dass auch die angesprochen Deutschen Freude an der Auschwitzkeule haben. Diese Auschwitzkeule haben die Deutschen dankbar aus den Händen des NSDAP-Manns Martin Walser genommen, weil sie jeden Hieb genießen, den ihnen in der Phantasie die Juden damit versetzen. Schwingen die Juden real keine Keule? Macht nichts. Allein die Vorstellung! Ach Kinder! Erspart die Kosten eines SM-Abends.

  15. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    Vielen Dank, Gerd Buurmann, Ihr Artikel ist mal wieder eine echte Granate!

  16. Rob schreibt:

    Der Artikel hat Hand und Fuß. Erfreulich gut geschrieben. Was mich bewegt, ist mit welcher Schärfe hier selbst ernannte Moralinstanzen gegen den Text polemisieren. Woher stammen diese Emotionen? Was ist der Auslöser?
    Das Thema Naher Osten ist ein Fass ohne Boden. Schuld zuzuweisen ist mehr oder weniger unmöglich, denn stets bedingt die eine Gewalttat die nächste.
    Für mich steht jedoch fest, dass eine alleinige Schuldzuweisung zu Lasten Israels merkwürdig vereinfacht. Und ich stelle mir die Frage, warum Menschen, die sonst durchaus zu einer differenzierten Auseinandersetzung fähig wären, ihre Contenance verlieren und auf gymnasialen Stammtischniveau Argumente platzieren, die so dünn sind, dass sie in der Nanotechnologie besser aufgehoben wären.
    Blicke in die Psyche des Menschen und Du findest Angst. Wovor? Gute Frage.

    Und das wiederum macht mir zumindest Sorgen.

    • Kanalratte schreibt:

      Woher kommt das??? Das ist versuchter Geschichtsrevanchismus aufgrund einer psychischen Störung namens Schuldkomplex!

  17. Immanuel Scheerer schreibt:

    Hallo Gerd, hast du mal ein Buch von Finkelstein gelesen, die „Holocaust-Industrie“ oder „Antisemitismus als politische Waffe“? Ich habe letzteres gelesen, zeitgleich zu „Der ewige Antisemit“ von Henryk M. Broder.

    Mich hat der Versuch, eine aufrichtige Auseinandersetzung mit dem Thema Antisemitismus und dem Nahost-Konflikt zu führen, fast verrückt gemacht. Ein bisschen etwas davon beschreibe ich in meinem Artikel Die 2. Aufklärung.

    PS: Entschuldigung, dass ich dich duze, aber das liegt mir in der Blogosphäre irgendwie mehr. Falls es dich stört, sag einfach Bescheid.

    • Aristobulus schreibt:

      Frage ist bloß, weshalb Sie ausgerechnet die Erwägungen über Nahost „fast verrückt gemacht“ haben.
      Als Sie Ihren Kommentar geschrieben hatten, lag der einstimmige Beschluss des deutschen Bundestages, die Israelis zu verurteilen, grad erst drei Monate zurück (1. Juli 2010), war noch ganz frisch. Ein EINSTIMMIGER Beschluss!, ohne dass die israelische Seite angehört worden ist. Wann jemals entschied der deutsche Bundestag EINSTIMMIG? Nie zuvor. Nur wenn’s gegen Juden geht und wenn alsbald der knallrote Knopf des Irrsinns, einmal gedrückt, nicht mehr hochgeht.
      Derlei fatale Meinungssucht hat Sie nicht verrückt gemacht?
      Also, mich schon.

      • Bergstein schreibt:

        Wie Sie sicherlich wissen, ist ein einstimmiges Todesurteil durch den Sanhedrin als nicht wirksam erachtet worden. Unsere Abgeordneten sollen mal Talmud lesen.

        • Aristobulus schreibt:

          LOL!, Bergstein. Ein Bundestagsabgeordneter, der erwischt wird, wenn er heimlich Talmud lernt: Eingeschlossen in der Besenkammer, mit Kerze und siebzehn Kilo Folianten für den Anfang, da sitzt er die halbe Nacht über einem Blettele Gmore, bis die ganze SPD-Fraktion die Tür aufbricht. Also, das würde noch ganz Andere als den Herrn Scheerer vollends richtig verückt machen.

          • Schum74 schreibt:

            Und Pfeife.
            Der Tabakgeruch führt überhaupt erst zum Tur-Aufbrechen. Weshalb sollte sich sonst die SPD-Fraktion für die Besenkammer interessieren?
            Doch die Pfeife signalisiert von weitem: Hier wird Ungesundes getrieben, Volkskörper Schädliches.

          • Aristobulus schreibt:

            😀 😀 😀

        • Schum74 schreibt:

          Zufällig kann ich die theoretische Begründung nachliefern. Steht in der Parsche Mischpatim aus der vorigen Woche:

          לא תהיה אחרי רבים לְרָעות וגו‘ (שמות כג, ב)

          Lo tiheje acharej rabim lera’ot.

          [Folge nicht den Vielen zu bösen Taten / zum Bösen. (Schmot 23, 2)
          (Wörtlich: Du wirst nicht hinter mehreren sein zu üblem Tun.)]

          Der Talmud setzt Todesurteil mit bösen Taten gleich.

          • Aristobulus schreibt:

            Erstklassig, Schum. Da steht’s haargenau hingeschrieben und passt mal wieder so verflixt unwahrscheinlich genau.

          • Bergstein schreibt:

            Mir hat der Rebbe erklärt, dass bei einem einstimmigen Urteil unwiderlegbare Vermutung besteht, dass nicht gründlich genug ermittelt und nachgedacht worden ist.

          • Schum74 schreibt:

            Danke, Bergstein. Die Antwort ist mir wichtig. Bringst Du sie bitte hier unter? Werde nach Schabbes ab und zu gucken.

            Könnte natürlich den eigenen Raw fragen, doch das geht z.Z. schlecht. Sind seit Wochen mit der Festlegung von Rosch Chodesch beschäftigt (Massechet Megila), wie lenkst du da das Gespräch geschickt auf Todesstrafe?
            Nach dem Schi’ur drängt der Chasen auf Tfila-Beginn. Danach Kiddisch. Danach hat auch der Raw Anspruch auf Pause – und ich auch. Will mich nur noch auf die Couch hauen. Also wann?

        • Schum74 schreibt:

          Nun, was Ihnen der Raw mitgeteilt hat, ist auf jeden Fall bedenkenswert und richtig. Nur, nach dem, was ich letzte Woche gelernt habe, ist der oben zitierte Passuk (hier noch einmal mit Zunz’ Übersetzung und freierer Übersetzung) ein Schlüsselsatz 1) zu Dinej’ Nefaschot (Strafverfahren), 2) für die demokratische Regel, zur Festlegung der Halacha der Mehrheit der Meinungen zu folgen (für Nicht-Juden: Halacha, sagen wir: Gesetz, ist, was die Mehrheit der Talmudgelehrten nach ausgiebiger, im Talmud festgehaltener Diskussion, beschlossen haben).

          לא תהיה אחרי רבים לְרָעות וגו‘ (שמות כג, ב)

          Lo tiheje acharej rabim le-raot.

          „Folge nicht der Menge zum Bösen.“ (Schmot 23, 2; L. Zunz)

          Wörtlich: Du wirst nicht hinter Vielen sein zu üblem Tun.

          Frei:
          Lauf nicht den Vielen hinterher, um Böses zu tun. Rotte dich nicht mit der Menge zusammen.

          Dazu Raschi:

          שומע אני אבל היה עמהם לטובה מכאן אמרו דיני נפשות מטין על פי אחד לזכות ועל פי שנים לחובה וגו‘.

          Schomea ani awal heje imahem le-towa mi-kan amru dinéj nefaschot matin al pi echad li-schrút we-al pi schnéijim le-chowa.

          [Ich verstehe (höre daraus): Doch folge den Vielen zu guten Taten; daher die Regel bei Strafverfahren: eine einzige Stimme (gegen die Vielen) genügt zum Freispruch, zwei Stimmen sind für eine Verurteilung erforderlich.]

          Dazu wiederum Raw Binjamin ben Jossef Duvshani auf RCJ (Radio de la Communauté Juive) am vorigen Freitag:

          Daraus lernen die Rabunim, dass zu einem Todesurteil („böse Tat“) eine einfache Mehrheit der Stimmen nicht genügt. Dafür sein muss die Mehrheit der 23 Stimmberechtigten + 2 („rabim“). Zum Freispruch: Mehrheit + 1.

          Einstimmiges Todesurteil: Das ist Mob, das sind die „rabim“, die Vielen, die sich zu einer bösen Tat zusammentun.

          (Letzteres nicht von Duvshani, sondern eigene Schlussfolgerung).

          Hier noch der ganze Passuk, den Duvshani im Auge hat.

          לא תהיה אחרי רבים לְרָעות ולא תַעֲנֶה על רוב לִנְטות אחרי רבים לְהַטות. (שמות כג, ב)

          Lo tiheje acharej rabim le-raot we-lo taane al row lintot acharej rabim le-hatot.

          Folge nicht der Menge zum Bösen; und antworte nicht bei einem Rechtsstreite (so), daß du anhängend der Menge das Recht beugest. (Ex 23, 2; Zunz)

          Aber bitte Bergstein, ich bin Am ha-Arez, folge nur den wöchentlichen Paraschijot und nehme an einigen Schi’urim teil. Kann nicht im Ernst mit einem Raw oder mit irgendeinem über Tora diskutieren.

          • Aristobulus schreibt:

            … Du bist Menge, liebe Schum, große Menge (wenngleich gute), und also folge ich Deinem Understatement in keinster Weise.

          • bergstein schreibt:

            Ich werde den Raw nach deiner Idee fragen.

          • Schum74 schreibt:

            Danke, Bergstein. Die Antwort ist mir wichtig. Bringst Du sie bitte hier unter? Werde nach Schabbes ab und zu gucken.
            Könnte natürlich den eigenen Raw fragen, doch das geht z.Z. schlecht. Sind seit Wochen mit der Festlegung von Rosch Chodesch beschäftigt (Massechet Megila), wie lenkst du da das Gespräch geschickt auf Todesstrafe?
            Nach dem Schi’ur drängt der Chasen auf Tfila-Beginn. Danach Kiddisch. Danach hat auch der Raw Anspruch auf Pause – und ich auch. Will mich nur noch auf die Couch hauen. Also wann?

  18. Markus schreibt:

    Liebe Antisemiten und andere Israel“kritiker“,

    es ist immer wieder interessant, ja schon fast erheiternd, wie ihr nur auf einer Schiene fahrt. Fakten interessieren Euch wenig, auch die in diesem Artikel genannten Fakten interessieren Euch nur – wenn überhaupt – peripher.

    Setzt Euch mit den Fakten auseinander – wenn Ihr das noch könnt – dann ergibt eine Diskussion noch Sinn.

    @cairos

    „Die Israel-Lobby existiert und ihr Einfluss in den USA ist von jedem zu beobachten.“

    Ja? Woran denn?

    „Die IDF ist eine Terrorgruppe, moralisch keinen Deut besser als die Taliban.“

    Wer solche Behauptungen n den Äther bläst, hat sich von aller Faktenliebe verabschiedet. Das ist nur antisemitische Geblähe.

    Betrifft es die völkerrechtswidrige Blockade durch einen Staat? Hat es einen Einfluss auf uns?

    Völkerrechtswidrige Blockade? Auch hier: Fakten heilen.
    Hat es einen Einfluss auf uns? Herrlich, wie sie hier aus ihrem Herzen keine Mördergrube machen: Wenn sich Moslems abschlachten, geht uns das nichts an.
    Wenn aber Juden dabei sind, ….

    Sehen sie, ich hab nur ein paar Gründe genannt, und die reichen schon.

    Ja, das stimmt, mir reichts.

    @Inneres Licht: Amerikaner und Briten müssen auf Juden Rücksicht nehme? Wieviel % der Bevölkerung Amerikas sind denn Juden? 10%? 30%? 50%? 70%?

    Israel versucht sich in die EU einzuschleimen? Also, da fällt mir spontan nur ein anderer Staat ein: Die Türkei. Von Israel ist da bisher nichts zu hören gewesen.

    Warum haben die Israelis Atom-UBoote? Haben sie die schon einmal eingesetzt?

    Fragen über Fragen. Verschwörungstheorien sind einfach. Vernünftige Antworten sind schwierig.

  19. Inneres Licht schreibt:

    Was haben wir denn hier? Einen habituell beleidigten und sich als Opfer verstehenden Juden, der keine Deutschen mag – weil sie ja habituell beleidigt seien und sich als Opfer verstünden und keine Juden mögen? Klassischer Fall von Projektion, oder?

    Warum sind die Juden interessanter als die Pakistanis? 1. Die amerikanischen (und britischen) Parteien sind nicht auf pakistanische Gelder angewiesen und müssen daher auch nicht auf pakistanische Wünsche Rücksicht nehmen. 2. Die Pakistanis versuchen nicht, sich in die Europäische Union einzuschleimen. 3. Die Pakistanis lassen sich von der Bundesrepublik keine U-Boote für Atomeinsätze schenken. (Wenn das deutsche Volk so grässlich ist – warum dann nicht einfach mal auf so ein U-Boot-Geschenk verzichten????)

    • besucher schreibt:

      Du wärst doch der Erste der sich über die Pakistanis aufregen würde wenn es sie in größeren Mengen um Dich herum geben würde. Fahr mal nach England.

      • Aristobulus schreibt:

        Hi Besucher, fein, Sie mal wieder zu sehen 🙂 .

        Jenem Inner-Zwielichtigen geht das alles am Gesäß vorbei. Just Pakistanis? Banden von Pakistanis verüben in England organisierte Massenvergewaltigungen. Das interessiert ihn aber um so weniger, weil er lieber das Fantasiebild einer Welt im Würgegriff irgend einer jüdischen Lobby hinmalt.

    • SchallundRauch schreibt:

      Besser als innen, wo keiner es sieht, scheint Licht außen, inneres Licht.

    • kleines Südlicht schreibt:

      Ich brauche einen neuen Namen, meine ich, falls das da nicht nur eine Karteileiche ist. 😥 Pfuibäh!

      • Aristobulus schreibt:

        Definitiv ganz, ganz ause Glühbirne ist das Innere da oben.

        • aurorula a. schreibt:

          SchallundRauch hats ja schon angedeutet: wenn das Licht dahin gesteckt ist, wo die Sonne nicht scheint…
          … ist das dann eigentlich ein Widerspruch?

          Hmmm… das übersetzte aurorula australis (wenn das denn stimmt; mein Latein beschränkt sich auf das Bißchen an dem sich die Botanik bedient) kommt ein „Bißchen“ südlicher als ich eigentlich wohne (immerhin war ich da schonmal, in Australien, und fand es auch ganz toll) – wenigstens ist aber das Wort für ‚Licht‘ ein anderes als bei der inneren ‚Leuchte‘ da weiter oben 😀

  20. Tiqvah Bat Shalom schreibt:

    Juden und Israelhass hat NICHTS mit Nazianalsozialismus zu tun! Diese Emotionelle und Geistige Zustand hat weder mit Links, noch Recht oder Mitte zu tun! Diese Plage können die Christen wie Muslime, Buddhisten, Atheisten wie sonstige überfallen! Dabei ist auch d IQ und Soziale Einstufung Irrelevant… Judenhass ist eine selbstständige Plage.. Wer keine gute Immunstärke hat, der kann sich sehr leicht anstecken!

    Ich bin entsetzt wie sehr schnell alles geht! Eigentlich taten mir lange Zeit sehr Leid die so Dumm sind sich mit ziehen zu lassen… das so viele Mitläufer da sind, die eben einfach zu d Schreiende, Jubelnde Massen gehören wollen.. auch wenn sie dabei Terroristen bejubeln, die ihnen auch am Kragen gehen werden… Sie schreien über Juden: Töte sie.. Töte sie… und die Christen die auch Mitschreien, erwarten dabei das sie von einen Juden erlöst werden… Irgendwie ist alles Makaber!

    Judenhass ist erheblich schlimmer und gefährlicher für denen die sich damit infizieren als Schweinegrippe und all die sonstige Krankheiten die Horrorgeschichten mit sich zogen…

    • Aristobulus schreibt:

      Henryk Broder stellte in einem äußerst lesenswerten Artikel fest:
      „Alkoholismus und Antisemitismus haben vieles gemeinsam. Kaum ein Alkoholiker gibt zu, dass er erkrankt ist. Er glaubt, die Krankheit werde ihm nur „eingeredet“. So wie es Gelegenheitstrinker, Gewohnheitstrinker und Kampftrinker gibt, gibt es auch Gelegenheitsantisemiten, Gewohnheitsantisemiten… „

      http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article13243519/Alkoholismus-und-Antisemitismus-haben-viel-gemein.html

      • Bergstein schreibt:

        Der Vergleich ist zwar nicht schlecht, die Wirklichkeit ist jedoch noch schlimmer. Ein Alkoholiker leugnet nicht das Trinken, sondern die Abhängigkeit vom Alkohol. Die von Broder er-wähnten Antisemiten definieren den Antisemitismus so um, dass sie selbst niemals darunter fallen. Das ist ungefähr so als würde man ernsthaft behaupten, dass derjenigen der am Tag 2 Flaschen Wodka trinkt ein Alkoholiker ist, derjenige der aber 2 Flaschen Whiskey konsumiert nicht, da nur das Trinken von Wodka zum Alkoholismus führt.

        • Kanalratte schreibt:

          Bergstein, das haben sie sehr gut beschrieben.

        • Aristobulus schreibt:

          Yep. – Übrigens, nicht alles, was torkelt, ist ein Vergleich 😉
          Die Verbogenheiten derer, die als Antisemiten andere Antisemiten Antisemiten nennen, sich aber selber davon ausnehmen, sind freilich noch ungeheurer als die enormen Verbogenheiten von Kampftrinkern.

  21. Joram schreibt:

    Wer das Wort „Zionazis“ verwendet sagt über sich mehr als alle seine Kommentare.
    Wer das Wort „Zionazis“ verwendet ist geistig mit dem Mob hier verwandt:
    https://tapferimnirgendwo.wordpress.com/2010/06/02/es-ist-mitternacht/

    • cairos schreibt:

      Sonst ist dir nichts eingefallen? Eure Ausdrucksmöglichkeiten sind doch wohl eher beschränkt.

      Dabei solltest du lesen, was du postet. Ich habe mich dort nämlich über diese Hetze geäußert.

      (-

  22. Thomas Eppinger schreibt:

    Was für ein brillanter Text! 100% Zustimmung.

  23. Sheen schreibt:

    Wieso tummeln sich selbst auf diesem Blog Rackets herum? Angenommen die These einer Israel-Lobby würde sich als wahr herausstellen – was wäre daran verkehrt? In einer kapitalistischen Welt ist eine derartige Vertretung von politischer Interessen eine adäquate Maßnahme und sollte niemanden verwundern. Demokratien haben zum Glück die nette Eigenschaft, dass die Bevölkerung durch die Abwahl von Parteien bestimmte Positionierung/Vertretung von Politikern relativ einfach sanktionieren kann.

    Leider haben auch Antisemiten wie du ihre Lobby.

    • cairos schreibt:

      Mit dümmlichen Zionazis wie mit dir pflege ich nicht zu diskutieren.
      Lern erst mal dich zu benehmen.

      • keller schreibt:

        @cairos
        ich als Deutscher fühle mich verpflichtet, schlechten Nachrichten über „die Juden“ (=Israel) insofern nachzugehen, um es mir mit der Verurteilung „der Juden“ (=Israels) möglichst schwer zu machen. Das ist das absolute Minimum, was man als Deutscher zu leisten hat. Machen Sie es sich bitte in Zukunft schwerer mit ihren Verurteilungen Israels. Alles andere ist verächtlich. Im Zweifel Maul halten.

      • besucher schreibt:

        Was willst Du dann eigentlich hier? Herumtrollen und Dich auskotzen?

      • Eitan Einoch schreibt:

        Zionazi? Hm, klingt italienisch. So a la „Gestatten, ische bin Alfredo Zionazi, und dasse ist meine Freund Luigi Latrini!“ Hat der cairos jetzt auch noch etwas gegen Italiener?

  24. cairos schreibt:

    Ganz schön verdreht, was man hier in diesem aufgewärmten Pamphlet angeboten bekommt. John Mearsheimer und Stephan Walt, zwei angesehene Politologen mit den Protokollen zu vergleichen ist reine Verleumdung, bereits unter der Grasnarbe. Die Israel-Lobby existiert und ihr Einfluss in den USA ist von jedem zu beobachten.

    Buurmann schreibt:

    Folgende zwei Ereignisse fanden zeitgleich statt:

    „In Lahore/Pakistan haben “Extremisten” zwei Moscheen überfallen und dabei mindestens 70 Menschen getötet.“

    „Ein Spezialkommando der israelischen Streitkräfte hat eine sechs Schiffe umfassende Flotte aufgebracht; dabei sind nach unterschiedlichen Angaben zwischen zehn und 19 Menschen zu Tode gekommen und mehrere Dutzend verletzt worden.“

    Der Vergleich spricht natürlich Bände, denn die islamischen Terroristen mit der IDF auf eine Stufe zu stellen ist Ihnen sicher spontan gekommen, das Unterbewußtsein eben. Sie haben recht: Die IDF ist eine Terrorgruppe, moralisch keinen Deut besser als die Taliban.

    Die Unterschiede sollten dennoch klar sein: Waren Deutsche dabei? Handelt es sich um die offizielle Aktion eines Staates? Betrifft es die völkerrechtswidrige Blockade durch einen Staat? Hat es einen Einfluss auf uns? Und vor allem: Gibt es Propagandisten, die dieses Verbrechen verteidigen? Sehen sie, ich hab nur ein paar Gründe genannt, und die reichen schon.

    Abgesehen davon: Warum beschäftigen Sie sich dauernd mit Israel? Warum nicht mal einen anderen Verbrecherstaat verteidigen, z.B. Nordkorea, Saudi-Arabien oder die USA? Am Ende wirft Ihnen jemand noch Antisemitismus vor. Nach Ihren eingen Kriterien könnte er recht haben.

Seid gut zueinander!

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