Der Geschmack Gottes

Der Geschmack Gottes ist schon recht merkwürdig. Gott mochte den Hirten Abel und seine Fleischopfer mehr als den Ackerbauer Kain und seine Getreideopfer, was Kain schließlich dazu brachte, seinen Bruder Abel zu ermorden. Hiob war ebenfalls ein Mann, der von Gott besonders geschätzt wurde. Um sich der Liebe Hiobs zu vergewissern, ließ Gott zu, dass Hiob alles verliert, sein Besitz, seine Söhne und seine Gesundheit. Selbst wenn nur Söhne von einen durch Gott eingesetzten Patriarchen besonders geschätzt werden, bekommen sie dadurch Probleme. Josef zum Beispiel, der Lieblingssohn Jakobs, wurde prompt von seinen eifersüchtigen Brüdern als Sklave nach Ägypten verkauft. Sogar mit seinem eigenen Sohn ging Gott nicht besser um. Jesus wurde gefoltert, gequält und gekreuzigt. Die Bibel lehrt und somit, dass es nicht wirklich von Vorteil sein muss, wenn man von Gott auserwählt wird. Das Judentum kann ein Lied davon singen. Gut, es gibt natürlich die Hoffnung, am Ende für den Status der Auserwähltheit belohnt zu werden, wenn man nicht gerade Abel heißt. Hiob bekommt am Ende doppelt so viel, wie er verloren hat, Josef startet eine großartige Karriere in Ägypten und Jesus steht von den Toten auf. Abel jedoch hat die Arschkarte gezogen. Er ist und bleibt erschlagen. Wir brauchen gar nicht um den heißen Brei herum reden: Über Jahrhunderte ist dem Judentum der Status des Auserwählten Volkes so gut bekommen wie Abel.

Ich jedenfalls bin sehr froh darüber, nicht auserwählt zu sein. Gott lässt mich einen guten Mann sein und ich verfahre so mit ihm. Der Deal gefällt mir!

Nun gibt es aber eine ganze Reihe Menschen, die sich nicht so leicht damit abfinden können, nicht zum Auserwählten Volk zu gehören und geraten darüber so neidisch, dass sie sich eine auserwählte Biografie zusammenlügen. Sie werden Kostümjuden, allerdings nicht so wie Victor Pivert, gespielt von Louis de Funès, der das Judenkostüm in dem Film „Die Abenteuer des Rabbi Jacob“ vollkommen unfreiwillig anzieht, sondern sie fertigen sich eine maßgeschneiderte Lüge an.

Tapfer im Nirgendwo präsentiert daher eine Liste der bekanntesten Kostümjuden:

Da gibt es Irena Wachendorff. Ihre Mutter soll Auschwitz überlebt haben und ihr Vater ein besonders frommer Jude gewesen sein. Sie will bei der israelischen Armee gedient haben und eine angesehene Vorbeterin ihrer Gemeinde sein. Ach ja, und sie kritisiert Israel. Mittlerweile ist rausgekommen, dass bis auf ihre Liebe, Israel zu kritisieren, so ziemlich alles andere gelogen ist. Ihr Vater zum Beispiel war laut der hervorragenden Journalistin Jennifer Nathalie Pyka sogar bei der Wehrmacht, also nicht wirklich jüdisch.

Da ist Edith Lutz. Sie ist nicht nur „deutsche Jüdin“ sondern auch promovierte Judaistin, also eine Fachfrau fürs angewandte Judentum. Manchmal nutzt sie ihre Zeit für kriegerische Aktionen gegen Israel und durchbricht mit Hilfe terroristischer Organisationen einige von Israel verhängte Blockaden. Sie hat dabei immer ein paar Geigen und Malblöcke dabei, damit die ganzen Aktionen nicht ganz so offen als das erscheint, was sie sind, nämlich pure Terroraktionen von Menschen, die die totale Vernichtung Israels zum Ziel haben. Henryk M. Broder konnte herausfinden, dass es sich bei der „deutschen Jüdin“ um eine Frau handelt, die sich kurzerhand selbst konvertiert hat, damit sie so besser Israel „kritisieren“ kann.

Da ist Gabriel Matthew Schivone. Er nennt sich selbst einen Chicano-Jüdischen Amerikaner aus Tucson“ und ist Mitglied der „Jüdischen Stimme für Frieden an der Universität zu Arizona“. Auch er verbringt seine Studiumszeit gerne mit der Unterstützung kriegerischer Aktionen gegen Israel durch die Brechung von Blockaden durch terroristische Organisationen. Er hat wiederholt erklärt, dass er gerade als Jude jede Verbundenheit mit Israel ablehnt. Das Problem ist nur: Er ist kein Jude.

Da ist Max Schulz, der als Jude in Israel lebte, allerdings nur, um dort einer Verfolgung in Deutschland zu entgehen. Er war nämlich SS-Massenmörder und Aufseher eines Konzentrationslagers. Okay, Max Schulz ist eine fiktive Person und entstammt dem Werk „Der Nazi & der Friseur“ des deutsch-jüdischen Schriftstellers Edgar Hilsenrath, aber er passt einfach zu gut in diese Reihe, da all diese Menschen gerne von Gott auserwählt worden wären. Aber Gott hatte andere Vorlieben.

Für Gott gehört der ungarische Politiker Csanad Szegedi zum Auserwählten Volk. Basta! Szegedi ist Mitglied der rechtsextremen Partei Jobbik und sitzt für diese Partei seit 2010 im EU-Parlament. Für ihn ist das jüdische Volk für die Zerstückelung Ungarns im Schandvertrag von Trianon verantwortlich. Jetzt ist allerdings herausgekommen, dass er eine jüdische Mutter hat und da laut jüdischer Lehre das Judentum über die Mutter vererbt wird, ist er laut jüdischem Gesetz Vollblutjude. Seine Großmutter ist sogar Auschwitz-Überlebende. Wäre es also nach den Nazis gegangen, dürfte es diesen Politiker gar nicht geben, aber Gott hatte andere Pläne.

Wie heißt es doch so schön: Wie bringt man Gott zum Lachen? Erzähl ihm Deine Pläne!

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