U.N.-Verschämtheit

„Die Wahrheit kommt ans Licht, wenn wir glauben, dass niemand zuhört. Als Reaktion auf neun politisch motivierte Resolutionen der UN-Generalversammlung gegen Israel bei null Resolutionen gegen den Rest der Welt hat eine Dolmetscherin der Vereinten Nationen am 14. November 2013 Worte der Wahrheit gesprochen, nicht wissend, dass das Mikrofon eingeschaltet war. Als sie davon ausging, nur zu Kollegen zu sprechen, sagte sie die folgenden Worte in die Kopfhörer jedes UN-Delegierten und zum Publikum, das die Live-Übertragung weltweit im Internet verfolgen konnte:

»Ich finde, wenn es insgesamt etwa zehn Resolutionen zu Israel und Palästina gibt, da muss es doch, das ist etwas viel, nicht wahr? Ich meine, ich weiß, anderer wirklich schlimmer Mist passiert, aber niemand sagt etwas über diesen anderen Kram.«

Unter den Delegierten gab es Gelächter. »Die Dolmetscherin entschuldigt sich«, sagte die unglückliche Verkünderin der Wahrheit Augenblicke später, gefolgt von einem vernehmlichen Schnaufen. Ich hoffe inständig, dass sie nicht gefeuert wird. Denn wer sich wirklich entschuldigen müsste, das ist die Uno. Gegründet auf noblen Ideen, verwandelt die Weltorganisation den Traum freiheitlicher Internationalisten in einen Albtraum. Wenn ihre jährliche legislative Sitzung im nächsten Monat zu Ende geht, wird sie insgesamt 22 Resolutionen verabschiedet haben, die Israel verurteilen – und nur vier gegen ein anderes Land der Welt. Die Scheinheiligkeit, Selektivität und Politisierung sind atemberaubend.“

Mit diesen Worten beginnt ein wirklich lesenswerter Artikel von Hillel Neuer auf Lizas Welt. Die Scheinheiligkeit, Selektivität und Politisierung entsetzte am 14. November nicht nur die Dolmetscherin auch ich bin immer wieder entsetzt davon! Ein Drittel aller Resolutionen und Entscheidungen, die der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen seit seinem Bestehen verabschiedet hat, richtet sich gegen Israel. Die Vereinten Nationen sind somit manisch fixiert auf nur 0,1089% der gesamten Weltbevölkerung, denn dies ist der prozentuelle Anteil der Israelis. Die anderen 99,9 Prozent sind U.N.Interessant.

Entweder ist man bei den Vereinten Nationen fest davon überzeugt, dass Israel schlimmer ist als alle Diktaturen und Unrechtsregime der Welt zusammen, dann herrscht dort offenkundig Antisemitismus, oder man will dort nur gegen Israel agitieren, dann herrscht dort ebenso offenkundig Antisemitismus. Wie man es auch dreht und wendet, die Vereinten Nationen präsentieren gerade ein Schauerbild und gehören von den Organisationen, die auch in der westlichen Welt operieren, zu den israelfeindlichsten Organisationen, die es momentan gibt, die oft einen Hang ins offen Judenfeindliche bekommen.

Vor ein paar Tagen verglich der syrische Repräsentant, Bashar Jaafari, Israel mit Nazideutschland. Dafür gab es keine Rüge vom Vorsitzenden. Kein anderes Land wurde sonst bei den Vereinten Nationen mit Nazideutschland verglichen, nur das einzige Land, in dem mehrheitlich genau die Menschen leben, die Nazideutschland ausrotten wollte.

Am Ende dieser Sitzung wurden neun Resolutionen gegen Israel verfasst, aber keine Resolution gegen die Minister der Hamas, die Juden vernichten wollen, keine Resolution gegen die palästinensische Autonomiebehörde, die Kindern den Mord an Juden schmackhaft macht, keine Resolution gegen das permanente Bomben auf Israel. Fast einstimmig fiel die Welt über Israel her, auch Deutschland. Das ist Antisemitismus pur!

Eindeutig antisemitisch ist übrigens auch der Glaube, Kritik an Israel sei nicht möglich! Allein die Tatsache, dass die Vereinten Nationen Israel mehr kritisieren als alle andere Nationen zusammen, dass davon in den Medien ausgiebigst berichtet wird und danach die Leserbriefe und Kommentare sich überschlagen vor lauter Israelkritik, beweist, dass Kritik an Israel nicht nur möglich sondern Mainstream ist!

Es ist daher antisemitisch zu glauben, es gäbe eine Verschwörung, eine jüdische gar, die “die Medien” im Griff halte und Kritik an Israel unterbinde. Es ist ein Wahn, dem mit der Vernunft nicht beizukommen ist. Die Menschen, die behaupten, Kritik an Israel sei schwer zu äußern, sehen nicht, dass die eindeutige Mehrheit in Deutschland Israel kritisiert. Wenn auf WDR 5 zum Beispiel beim Tagesgespräch Zuhörerinnen und Zuhörer zum Thema Israel diskutieren, dann gibt es immer einen, der behauptet, nachdem alle vorherigen Anrufer Israel bei gnadenloser Abwesenheit irgendeiner Kritik in Richtung der palästinensischen Organisationen kritisiert haben, Kritik an Israel sei nicht möglich. Er blendet einfach die Realität aus. Er merkt den Widerspruch nicht. Er ist fest davon überzeugt, es gäbe eine Macht, die Kritik an Israel unterbindet. Antisemitismus ist eben eine Wahnvorstellung.

Am 14. November 2013 wurde einer Dolmetscherin der Antisemitismus bei den Vereinten Nationen klar und sie sprach Worte der Aufrichtigkeit, die allerdings nur wegen eines Fehlers der Vereinten Nationen gehört wurden.

Die Vereinten Nationen sind wahrlich am Boden, denn Aufrichtigkeit und Menschlichkeit finden sich dort nur noch, wenn die Vereinten Nationen einen Fehler machen.

***

Ein weiterer Artikel zu den Vereinten Nationen:

„Kunst stört die Vereinten Nationen“

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13 Antworten zu U.N.-Verschämtheit

  1. Staatsrechtler schreibt:

    Gleich 9 Resolutionen in einer Sitzung? Was war der Gegenstand dieser Resolutionen?

  2. Jan schreibt:

    Nette Sache, wie dieser erbärmliche Haufen hier vorgeführt wird. Und erstaunlich, wie sie über sich selbst lachen, nachdem ihnen dieser Vorgang den Spiegel vorgehalten hat. Weil sie selbst merken, was für ein erbärmlicher Haufen sie sind? Selbst wenn, ändern würde das nichts, die UN sind ein Abbild der Verblödung, die die Welt regiert, wenn es um Israel geht. Traurig und bezeichnend auch, dass die Mitarbeiterin sich vorschnell entschuldigt.
    Trotzdem finde ich die Idee einer Dachorganisation der Staaten dieser Welt nach wie vor gut – nur natürlich nicht so :))

  3. Kanalratte schreibt:

    Immer die selbe Scheiße! Die Türkei sollte erstmal Nordzypern zurückgeben und den Völkermord an den Armeniern, Griechen und Aramäern eingestehen!

    • kleines Südlicht schreibt:

      Ich dachte, die Türken siedeln auch in Nordzypern. Das dürfen sie nach der vierten Genfer Konvention ja, da das Gebiet zwar besetzt ist; aber die Türken dorthin weder deportiert noch transferriert werden, sondern freiwillig hinziehen. Ich höre dazu bloß eine sehr laute (und im Kontrast zu ähnlichen Situationen extrem hässliche) Stille von allen Seiten… Geschweige denn die noch lautere zu allem, was Kanalratte gerade anspricht.

  4. A.S. schreibt:

    Die UN ist antisemitisch. Einfach deshalb, weil der Mehrheit der Staaten antisemitisch ist. Die Resolutionen sprechen zudem eine klare Sprache. Irgendwie hat die UN kein Problem mit folternden und mordenden Diktaturen, aber sehr wohl mit Demokratien die sich verteidigen.
    Das ist alles kein Wunder. Welche Staaten haben denn die Mehrheit? Demokratien sind international (und historisch) eher ein Ausnahmefall, nicht die Regel. Die Mehrheit müsste sich selber verurteilen und das macht sie nicht.
    Auf Landesebene übertragen könnte man auch sagen die Polizei, die Drogendealer, die Vergewaltiger, die Mörder, die Bankräuber, die Parksünder und die Antifa bilden ein Gremium in dem jede Gruppe eine Stimme hat. Dieses Gremium beschließt dann wer Verbrecher ist und wer nicht. So etwa arbeitet die UN. Gut, nicht ganz, es gibt noch die VETO-Mächte.

    Die UN gehört abgeschafft.
    Erstens braucht es sie nicht: Die UN war im Kalten Krieg ein Ersatzschlachtfeld zwischen den Supermächten, bei dem als Alibi die restliche Welt mitspielen durfte. Mehr nicht. Diese Rolle ist gespielt.
    Zweitens ist die UN eine Mogelpackung: Sie war niemals eine Vertretung der Nationen, lediglich ein verlängerter Arm der westlichen Regierungen (Stichwort VETO-Recht). Alles was zwischen den Völkern ausgemacht wurde und wird geht auch ohne UN, oft wohl auch besser. Zu viele Meinungen blockieren viel.
    Drittens ist die Idee alle Regierungen mitspielen zu lassen einfach Wahnsinn. Typen wie Kim Jong Dumm (oder wie auch immer diese Witzfigur aus Nordkorea heißt) gehört als Verbrecher Eingesperrt (Idealfall) oder Erschossen (Notlösung), aber nicht auf eine internationale Politbühne. Die westlichen Staaten haben immer weniger Interesse an der UN (allen voran USA), statt dessen bietet die UN mehr und mehr Verbrechern die Möglichkeit ihre Wünsche als „Weltwille“ präsentieren zu können.
    Viertens neigen politische Dachverbände grundsätzlich dazu sich als zu wichtig zu nehmen und letztlich ihre eigene Funktion zu torpedieren. Extrembeispiel dazu ist momentan die EU, die eifrig gegen die Einigung Europas arbeitet, und die UN arbeitet auch schon gegen die Freiheit (die sie mal schützen sollte).
    Alles in allem: Die UN sollte man nicht mehr ernst nehmen, es war ein schöner Versuch der gescheitert ist.

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Etwas ausführlicher und schöner, dann würde ich das als Artikel zur Diskussion stellen.

      • Aristobulus schreibt:

        In den Artikel müsste hinein, dass die Grundidee der UNO als Dachorganisation für alle Regierungen der Welt von dem Ideal des Völkerbunds (in Genf) nach dem ersten Weltkrieg herrührt – als man unter dem Schock dieses völlig sinnlosen Krieges dieses Schlachten für alle Zukunft verhindern wollte.
        Jedoch bereits der Völkerbund hat völlig versagt.
        Insgleichen die UNO. Die hat viel schlimmer und viel glanzvoller kläglich versagt als jemals eine Organisation dieses gewaltigen Anspruchs. KEIN EINZIGER Krieg ist durch die UNO verhindert worden, KEIN EINZIGES Massaker. Denn grad die Leute, die diese Kriege und Massaker veranstalten, sitzen in der UNO!
        Das Prestige dieser Schwatzbude mit Milliardenbudget beruht 1) einzig auf einer hundert Jahre alten, wenngleich schönen Idee, die kein einziges Mal Früchte trug. Und es beruht 2) auf der Naivität und auf der Gutgläubigkeit der Öffentlichkeit, die gern zu einer glänzenden Dachorganisation ja präsumptiver Weltregierung mit wehenden Flaggen und schönem Wolkenkratzer aufschauen möchte.

      • A.S. schreibt:

        Danke für das Kompliment.
        Ist das auch eine Aufforderung?

  5. Rainer David W. Früh schreibt:

    Hierzu meine Buchempfehlung:
    Pedro A. Sanjuan
    „DIE UN-GANG
    Über Korruption, Spionage, Antisemitismus, Inkompetenz und islamischen Extremismus in der Zentrale der Vereinten Nationen
    Erfahrungsbericht eines Insiders“
    zu Klampen Verlag, Springe, 2006
    ISBN 3-934920-92-6

    Da werden die Antworten auf die oben gestellten Fragen gegeben!

  6. Aristobulus schreibt:

    „C’est un peu trop, non?“

    Ein Mitschnitt der Äußerung der Dolmetscherin hier:

    Sie sagte:
    “I think when you have… like a total of ten resolutions on Israel and Palestine, there’s gotta be something, c’est un peu trop, non? (It’s a bit much, no?) I mean I know… There’s other really bad shit happening, but no one says anything about the other stuff.”

Seid gut zueinander!

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