Liebe Elfi, ich habe heute leider keine Blumen für Dich!

„Immer noch Freundschaft!“

Mit diesen Worten begrüßte mich die Kölner Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, als sie am 18. Mai 2014 wieder mit mir auf einer Bühne stehen musste. Ich moderierte das Frühlingsfest „Kölner Elf“, bei dem sich die Kölner Bürgerzentren feiern. Elfi war geladen, die Grußworte zu sprechen. Der letzte Mittwoch lag ihr jedoch noch in den Knochen. „Es war nicht in Ordnung“, sprach sie, „dass der Rado einfach so meine Blumen auf den Boden geschmissen hat.“

Am Mittwoch zuvor hatte ich den Israeltag auf dem Kölner Heumarkt moderiert, bei dem der 66. Jahrestag der Gründung des Staates Israel gefeiert wurde. Oberbürgermeister Jürgen Roters war Schirmherr der Veranstaltung und hatte Elfi geschickt, die Grußworte zu sprechen. Elfi kam und hielt eine Rede, die so unfassbar unangebracht war, dass Dr. Michael Rado vom Vorstand der Synagogengemeinde Köln, der die ganze Rede über mit Blumen in der Hand vor der Bühne gestanden hatte, um sie am Ende zu übergeben, die Blumen zu Boden sinken ließ, als Elfi Scho-Antwerpes die Bühne verließ.

Der Vorstand der Kölner Synagogengemeinde verweigerte öffentlich die Übergabe von Blumen an die Bürgermeisterin.

„Ich habe sofort mit dem Oberbürgermeister gesprochen“, erklärte mir Elfi neben der Bühne der Kölner Elf, noch sichtlich erschüttert ob der Tatsache, dass es ein Jude gewagt hatte, ihr keine Blume zu schenken, „er sagt, ich hätte alles richtig gemacht.“ Was war am Israeltag geschehen? Ich zitiere mal einen Kommentar, den ich auf Facebook gefunden habe:

„Der Oberbürgermeister kommt natürlich nicht selbst, sondern schickt seine Elfi Scho-Antwerpes. Letztes Jahr nutzte sie die Feier zum Geburtstag von Israel dazu, langatmig der ermordeten jüdischen Deutschen bis 45 zu gedenken und dieses Jahr, Israel „mal als Freund“ zu sagen, was so gesagt sein muss mit der letzten Tinte. Wie gut, dass ich nicht solche Freunde habe, die jedes Jahr meinen Geburtstag versauen. Die wären auch die längste Zeit eingeladen gewesen. Ach so, und unser Roters und sein Außenminister gehen zwar nie auf den Israeltag, aber wenn in Köln zu Premieren von kritischen Filmen gegen Israel eingeladen wird, dann kommen sie natürlich und Roters hält Reden. Keine Ahnung warum, bzw. klar, weiß ich warum, es geht um die Gelder der Stadt, aber dennoch verstehe ich nicht, wieso man freiwillig ein Fest unter die Schirmherrschaft von jemandem stellt, der es mit Sicherheit versauen wird. Ich stehe kopfschüttelnd da. Ich hätte schon vor Jahren gesagt, liebe Stadt, nicht mehr mit Euch, solange die Hassbotschaft vor dem Kölner Dom steht, aber ich bin ja auch kein Politiker und auch keiner von der jüdischen Gemeinde.“

Wenn Elfi Scho-Antwerpes das Wort „Jude“ hört, fällt ihr sofort der Holocaust ein und wenn sie Israel hört, denkt sie sofort an „Besatzung“ . Wenn dann ausgerechnet die jüdische Gemeinde einlädt, um Israel zu feiern, ist ziemlich klar, was da für eine Rede rauskommt. Elfi hat es in den letzten Jahren auf dem Israeltag in Köln immer wieder geschafft, als Erste das Wort „Holocaust“ auf der Bühne zu sagen. Wenn Elfi kommt, gibt es eben keine Party ohne Auschwitz! Sie kann einfach nicht anders.

Als sie letztes Jahr die Bühne betrat, um eine Rede zu halten, drehte ich mich zu meiner Nachbarin um und sagte: „Lass uns bloß schnell Falafel essen gehen, Schoa-Antwerpes will eine Rede halten.“ Dieses Jahr jedoch moderierte ich den Israeltag und konnte daher nicht vor der Rede flüchten. Ich musste zuhören. Was ich zu hören bekam, war nicht schön.

Obwohl der Israeltag auf dem Heumarkt als ein Volksfest angekündigt war, auf dem Israel mal nicht nur als Krisenherd wahrgenommen werden sollte, sondern als Ort der kulturellen und kulinarischen Vielfalt, in dem Menschen unterschiedlichster Herkunft, Überzeugungen und Religionen miteinander leben, arbeiten und feiern, ignorierte Elfi Scho-Antwerpes diese Sehsucht nach einem Nachmittag in Frieden und ließ die Worte „Holocaust“ und „Besatzung“ über den Platz erklingen.

Elfi Scho-Antwerpes hat Holocaust-Besatzungs-Tourette. Wenn sie von Juden umzingelt ist, muss sie diese Worte einfach sagen, um sich selbst daran zu erinnern, was für eine gute Freundin Israels sie doch ist. Die besonderen Freunde Israels sagen nämlich nicht „Ich mag Dich“ oder „Ich glaub an Dich“, sie brüllen „Holocaust“ und „Besatzung“. Sie besitzen die Zärtlichkeit eines Mannes, der seine Ehefrau verprügelt. Elfi Scho-Antwerpes lebt in einer Ehe mit Juden und geschlossen hat sie Auschwitz. Eine solche Ehe steht unter keinem guten Stern. Deshalb schlägt Elfi immer wieder verbal zu, wenn sie unter Juden ist und merkt es nicht mal mehr, wenn sie ausfällig wird.

Israel ist ein Land, das sich seit 66 Jahren in einem Krieg befindet, in dem es der Wunsch der Gegner ist, Israel vollständig zu vernichten. Kein Land in der Geschichte der Menschheit hat es bisher geschafft, einen solch langen Krieg zu durchstehen, ohne dabei die Demokratie abzuschaffen. Israel jedoch ist das erste Land in der Geschichte der Menschheit, dass demokratische Standards bewahrt hat, obwohl es sich seit über sechs Jahrzehnten dem Willen ausgesetzt sieht, physisch und total vernichtet zu werden. Jeder junge Mensch, der in Israel zur Armee geht, weiß, dass es für einen heißen Krieg ausgebildet wird, bei dem es Willen des Feindes ist, Juden zu töten, weil sie Juden sind. Jedes jüdische Kind in Israel weiß, dass es von Kindern umzingelt, die es hassen, weil es Jude ist.

Elfi Scho-Antwerpes hätte in ihrer Rede diese Tatsachen nicht erwähnen müssen, schließlich weiß jeder Jude auch ohne Elfi, was es heißt von Antisemiten gehasst zu werden, aber es ist eine Unverschämtheit, dass sie an einem Tag, an dem es darum gehen sollte, sich nicht vom Krieg zerfressen zu lassen, sondern Frieden zu genießen, diese Sehnsucht zerstört hat, um deutsche Nachhilfe zu geben. In epischer Länge verurteilte sie die sogenannte „Besatzung“ und erklärte „illegale Siedler“ zum Friedenshindernis.

Liebe Elfi,

es gibt nur einen Grund, warum Juden im Gazastreifen „illegale Siedler“ wären, wenn sie dort noch siedeln würden, was sie nicht mehr tun, weil sie es nicht dürfen und deportiert wurden: Der Gazastreifen ist „judenrein“ und die Hamas will, dass das so bleibt. „Illegale Siedler“ sind somit jüdische Siedler. Ihr jüdisch sein macht sie illegal. Es ist daher für eine deutsche Politikerin mehr als geschmacklos, diese Begrifflichkeit kritiklos zu übernehmen. Wenn Du Dich ein wenig informieren möchtest, um Deine brutale Einseitigkeit zu überdenken, empfehle ich diese meine Artikel:

Der ewige Besatzer
Der ewige Flüchtling
Illegale Schtetl
Nathan oder Shylock

Liebe Elfi,

am Sonntag neben der Bühne der Kölner Elf erklärtest Du mir, dass Du ebenfalls mit dem „Herrn Wolff vom Kölner Bürgermeisterbüro für Internationale Angelegenheiten“ über die Angelegenheit gesprochen hättest. Es freut mich, dass sich die Stadt Köln einen eigenen Außenminister gönnt. Ich kenne diesen Mann und finde ihn in Sachen Israel noch weniger vertrauenswürdig als Dich. Ich habe meine Erfahrungen mit ihm machen dürfen, wie diese beiden Artikel zeigen:

Der Kölsche Außenminister
Gestern

Liebe Elfi,

ich wünsche Dir gute Besserung von Deinem Holocaust-Besatzungs-Tourette. Ich helfe auch gerne etwas bei der Behandlung. Dafür sind Freunde schließlich da.

Immer noch Freundschaft!

***

Lieber Dr. Rado,

zum Schluss spreche ich Sie an. Ich bin wirklich gespannt darauf, was die Kölner Synagogengemeinde für den nächsten Israeltag planen wird, und ob Elfi Scho-Antwerpes wieder reden und Jürgen Roters wieder Schirmherr sein darf. Ich würde irgendwann aufhören, jemanden, der jedes Jahr kommt und auf den Teppich kotzt, zu meinem Geburtstag einzuladen, selbst wenn er ein Freund ist, oder besser: gerade deswegen. Unter Freunden muss man sich nämlich auch die unangenehmen Wahrheiten sagen können.

Ich beglückwünsche Sie daher zu Ihrer Chuzpe, Elfi Scho-Antwerpes die Blumen verweigert zu haben. Seit Jahren schon predigt Elfi, gute Freunde müssten sich auch „unangenehme Wahrheiten“ sagen können. Bisher war immer nur Elfi eine Freundin der „unangenehmen Wahrheiten“. Dies haben Sie im Mai 2014 geändert. Massel tov! Endlich haben Sie die Freundschaftsanfrage von Elfi angenommen und sind ihr besonderer Freund geworden, indem sie es gewagt haben, folgende „unangenehme Wahrheit“ zu verkünden:

Deine Rede war so schlecht, unpassend und daneben, liebe Elfi, ich habe heute leider keine Blumen für Dich!

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