Eine Erwiderung auf Michael Ulbts

Für den Blog von Manuel Wolff hat Michael Ulbts einen Kommentar zum aktuellen Krieg zwischen Israel und Gaza geschrieben. Ich erwidere seinen Kommentar aus einem einfachen Grund: Ich teile seine Sehnsucht nach Frieden im Nahen Osten. Ich fürchte jedoch, Michael Ulbts unterschätzt die Macht und die Kompromisslosigkeit des Judenhass.

Wenn ich mir nur anschaue, wie der Konflikt hier in Deutschland geführt wird, so muss ich erkennen, dass es Anschläge auf Juden und Synagogen gibt, die aus der Mitte vermeintlich pro-palästinensischer Sympathisanten begangen werden. Sämtliche pro-israelische Demonstrationen in Deutschland hingegen verliefen friedlich.

In Deutschland werden Juden massiv bedroht. Synagogen in Wuppertal, Essen und Aachen werden angegriffen, jüdische Einrichtungen mit „Heil Hitler“ und Hakenkreuzen beschmiert und die Rufe „Juden ins Gas“ und „Adolf Hitler“ schallen über deutsche Straßen. In Frankreich ist es sogar noch schlimmer. Dort kam es mittlerweile zu einen Pogrom. In den letzten Jahren wurden in Frankreich sogar Juden ermordet.

Am 21. Januar 2006 wurde in Frankreich Ilan Halimi von einer Gruppe muslimischer Einwanderer entführt und über einen Zeitraum von drei Wochen gefoltert, weil er Jude war. Er erlag seinen Verletzungen. Am 19. März 2012 wurden vier Menschen vor einer jüdischen Schule in Toulouse getötet, drei der Opfer waren Kinder.

Keine Horde jüdischer Halbstarker kam damals auf die Idee auf die Straße zu stürmen, um „Kindermörder Muslime“ zu brüllen und es gab keine Anschläge auf Moscheen. Egal was in manchen islamistischen Ländern passiert, von Homosexuellen, die gehängt und Frauen, die gesteinigt werden, nichts rechtfertigt einen Angriff auf eine Moschee, nichts ein Angriff auf eine Synagoge:

Dies betont auch Michael Ulbts: „Wie blöd muss man eigentlich sein, zu glauben, dass wenn man hier in Deutschland beispielsweise durch die Gegend rennt und vermummt in einer Gruppe judenfeindlichen Schwachsinn brüllt, dass dies irgendeine Auswirkung auf den Konflikt hat?“

Leider betont er nicht, dass in Deutschland und Europa kollektive Verurteilung und Hass in dieser brutalen Gewalttätigkeit nur von einer Seite ausgeht, nämlich von der vermeintlich pro-palästinensischen Seite. Es gab keine Anschläge auf Moscheen und keine Vernichtungsrufe gegen Muslime. Hier in Deutschland unterscheiden sich pro-israelische und vermeintlich pro-palästinensische Demonstrationen klar in der Verteilung von Hass und Gewaltbereitschaft. Dies darf nicht geleugnet werden! Der Unterschied hat auch einen Namen: Judenhass! Und der Judenhass ist mächtig und kompromisslos.

Ich teile die Sehnsucht des Autors nach Frieden und ich teile seine Bestürzung über jedes tote Kind. Golda Meir, die ehemalige Premierministerin Israels, sagte einst:

“Wir können den Araber vergeben, dass sie unsere Kinder töten. Wir können ihnen nicht vergeben, dass sie uns zwingen, ihre Kinder zu töten. Wir werden erst Frieden mit den Arabern haben, wenn sie ihre Kinder mehr lieben als sie uns hassen.”

Golda Meir, Michael Ulbts und ich wir haben eine Sache gemeinsam: Wir hassen es, wenn Kinder leiden müssen, selbst wenn es vom Hass zerfressene Kinder sind, deren Seelen und Körper von der Hamas missbraucht wurden, damit die kleinen Hände und Füße einst Märtyrer (sprich: Judenmörder) werden. Ich verstehe Michael Ulbts Sehnsucht nach einer einfachen und friedlichen Lösung! Nichts anderes wünscht sich Israel. Israel ist eine marktwirtschaftliche Demokratie und daher tausend Mal lieber von Geschäftspartnern umgeben, als von Feinden. Israel will den Krieg nicht! Die Hamas braucht ihn!

Darum bin ich froh, dass Israel Waffen hat, um die Kinder zu beschützen! Die Hamas nämlich benutzt ihre Kinder, um Waffen zu schützen. Es ist der Horror. Es sterben Kinder!

Die Hamas tötet Kinder. Es ist bei ihr Methode. Zunächst will die Hamas alle Juden, also auch die Kinder, töten, so steht es in Artikel 7 der Hamascharta. Für dieses Ziel opfert die Hamas ihre eigenen Kinder, so wie es die Nazis einst mit den Flakhelfern taten.

Es ist somit klar, auf welcher Seite die Kindermörder. Es sind nicht die, die hier in Europa schon seit Jahrhunderten regelmäßig als Kindermörder bezeichnet werden, es ist die Hamas!

Ich sehne mich nach Frieden, aber deshalb stelle ich nicht das Recht Israels in Frage, sich zu verteidigen und nutze meine Kritik und Empörung, um sie gegen die Schuldigen dieses Kriegs zu richten. Es ist die Hamas! Dort steckt der Hass.

Der Hass, der teilweise in den palästinensischen Gebieten herrscht, ist beängstigend und durch nichts zu rechtfertigen. Es hat nichts damit zu tun, dass die Hassenden Muslime sind, denn über eine Millionen Muslime leben in Israel und zeigen, dass Juden und Muslime friedlich zusammen leben können. Die Muslime in Gaza wurden vergiftet. Das Gift heißt Judenhass! Minister der Hamas rufen zur Vernichtung aller Juden auf und die Schulpläne und Kinderprogramme in Gaza lehren die Lust am Judenmord! Jüdische Terroristen, die Muslime töten, werden von Staat Israel verurteilt. Muslimische Terroristen, die Juden morden, werden gefeiert und bekommen Straßen nach sich benannt!

Die jahrzehntelange judenfeindliche Propaganda hat Früchte hinterlassen. Die Mehrheit in Gaza möchte zwar Frieden, aber nicht einen Frieden mit sondern einen Frieden von Juden! Laut einer Studie des Washington Instituts aus dem Jahr 2014 wünschen sich über Zweidrittel aller Menschen in Gaza, dass ganz Israel vernichtet werden soll. Juden sollen in Palästina nicht leben dürfen.

Im September des Jahres 2005 verließen die letzten Juden den Gazastreifen über den Grenzübergang Kissufim. Israel hatte zugestimmt, es einmal so zu versuchen, wie es viele Israelkritiker vorschlagen, nämliche alle jüdischen Siedler aus dem Gazastreifen zu vertreiben. Für viele sind die jüdischen Siedler ja bis heute das Problem. Der Abzug der jüdischen Siedler wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Kurz darauf wurden Israel aus dem „judenreinen“ Gazastreifen mit Raketen beschossen.

Die jüdischen Siedler waren somit nicht das Problem, weil sie Siedler waren, sondern weil sie Juden sind. Als sie nämlich aufhörten, Siedler zu sein, wurden sie dennoch von der Hamas weiter bekämpft. Der Grund? Weil sie Juden sind! Judenhass ist mächtig und kompromisslos!

Wer glaubt und fordert, dass Juden verschwinden müssen, kann niemals Frieden mit Juden schließen.

Juden, die siedeln und Häuser bauen, sind niemals ein Problem! Sie sind es nicht in Israel, nicht in Amerika und nicht in Europa. Sie sollten es auch nicht in den Ländern des Nahen Ostens sein! Überall auf der Welt gibt es in diversen Ländern jüdische Siedlungen und Viertel. In Deutschland gibt es jüdisch, muslimisch und christlich geprägte Viertel. Nur wenige sehen in ihnen ein Friedenshindernis. Sie werden vielmehr als eine kulturelle Bereicherung verstanden und gelten als Unterstützung für ein friedliches Miteinander, da sie Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz zu fördern vermögen. In Köln gibt es die überwiegend muslimisch geprägten Keupstraße und in Paris den Marais im dritten und vierten Arrondissement, eine überwiegend jüdisch geprägte Siedlung der Stadt. In Israel gibt es eine Menge muslimische Viertel und Siedlungen. Fast zwanzig Prozent aller Israelis sind Muslime. Für Israel sind muslimische Siedlungen innerhalb und außerhalb Israels kein Friedenshindernis, sondern gelebte Demokratie.n. Die jüdischen Siedler waren somit nicht das Problem, weil sie Siedler waren, sondern weil sie Juden sind. Als sie aufhörten, Siedler zu sein, wurden sie von der Hamas dennoch weiter bekämpft, weil sie Juden sind!

Ich fürchte, Michael Ulbts unterschätzt die Macht und Kompromisslosigkeit des Judenhass. Albert Einstein sagte einst:

„Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.“

Dieser Beitrag wurde unter Israel, Palästina, Politik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.