Ein Plädoyer für scheißegal

Ich habe Angst vor Religionen!

Religionen sind nicht moderat. Sie sind immer radikal! Es gibt keinen moderaten Islam, sondern nur moderate Muslime. Auch Christen und Juden sind nur dort moderat, wo sie nicht alle Worte der Bibel wörtlich nehmen. Ein Buch mit dem Anspruch Gottes Wort zu sein, kann nicht moderat sein. Dafür ist Gott selbst zu radikal!

Ich liebe Religionen aber auch!

Ich mag zu Weihnachten mit Christen Lieder unterm Tannenbaum singen. Ich liebe es, zu Pessach mit Juden Wein zu kippen und mit Persern an Nouruz übers Feuer zu springen. Religionen sind wunderbar, wenn sie im Familien- und Freundeskreis stattfinden. Im Privaten sind Religionen eine Bereicherung, im Politischen jedoch eine Gefahr.

Ich habe Angst vor Religionen, wenn sie nach staatlicher Macht greifen!

Alle Religionen sind immer nur dann tolerant, wenn sie keine staatliche Macht haben. Das Christentum wurde tolerant, nachdem die Aufklärung gesiegt hatte. Zurück ins Mittelalter möchte ich nicht. Dafür fürchte ich das Christentum zu sehr. Ich fürchte auch den Islam. Ja, nennt mich islamophob!

Ich habe Angst vor dem Islam, weil ich in Deutschland lebe. In manch einem anderen Land wäre ich weitaus gelassener. Ich lebe aber in einem Land, in dem eine gewisse Religion ein staatlich subventioniertes Recht auf Diskriminierung besitzt: das Christentum!

Ein katholisches Krankenhaus, das staatliche Gelder erhält, darf einen Chefarzt entlassen, wenn er nach seiner Scheidung erneut heiratet. Das entschied erst jüngst das Bundesverfassungsgericht.

In vielen deutschen Bundesländern darf an Karfreitag nicht öffentlich getanzt, Theater gespielt oder Musik gespielt werden, da das einige Christen in ihrem Glauben beleidigen könnte.

Die religiöse Ruhe am Sonntag ist für viele Unternehmerinnen und Unternehmer verpflichtend, egal welcher oder ob sie überhaupt einer Religion angehören. Viele nationale Feiertage sind zudem christliche Feiertage.

Katholische Einrichtungen erhalten staatliche Zuwendungen, obwohl bei der Vergabe der katholischen Spitzenpositionen (z.B. Priester, Bischöfe, Kardinäle) eine verpflichtende Männerquote von 100% herrscht. Mit dem Artikel 3 des Grundgesetzes ist das zwar nicht vereinbar, aber Steuergelder gibt es dennoch! Der deutsche Staat treibt sogar Kirchensteuern ein!

All diese staatlich subventionierten Diskriminierungen im Namen des Christentums werden mit der vermeintlich christlichen Tradition Deutschlands erklärt. Tradition ist das, was die Mehrheit eines Volkes zur Tradition erhebt. Je größer die Gemeinde der Muslime in Deutschland wird, desto vehementer wird sie genau jene Rechte und Privilegien einfordern, die die Christen besitzen.

Natürlich kann jeder Mensch glauben woran er will. Christen sollen meinetwegen ihre Nonnen verschleiern und Muslime keine homosexuellen Imame ernennen, aber dafür sollte es keinen einzigen staatlichen Cent der Subventionierung geben!

„Der Islam gehört zu Deutschland“, das wusste schon Bundespräsident Christian Wulff. Bald wird der Islam auch zur deutschen Tradition gehören. Da die Christen an Karfreitag allen Deutschen Theater und öffentliche Musik verbieten, werden vermutlich Muslime an einem Tag im Ramadan bald auch allen Deutschen Alkohol verbieten dürfen. Da alle Deutsche Einzelhändler die christliche Sonntagsruhe halten müssen, wird selbiges wohl bald auch für den Samstag oder Freitag gelten.

Weil in Deutschland die Trennung zwischen Staat und Kirche aufgeweicht und teilweise sogar außer Kraft gesetzt wird, weil die Christen in Deutschland in der Mehrheit sind, macht mir der wachsende Einfluss des Islams in Deutschland Sorge.

Ich möchte in einem Land leben, in dem über 50 Prozent der Bürgerinnen und Bürger Muslime sein können, ohne das dies einen Einfluss auf mich hat. Ich möchte ein Deutschland, in dem alle Kirchen zu Moscheen werden können, ohne das dies mein Leben verändert! Da ich aber in einem Land lebe, in dem die Kirchen Privilegien genießen, weil es so viele Christen im Land gibt, beschleicht mich Besorgnis bei dem Gedanken, dass der Islam in Deutschland größer wird.

Entweder wird schnell eine wahre Trennung zwischen Staat und Kirche vollzogen, oder aber der Islam wird sich Privilegien wie das Christentum erstreiten und zwar völlig zu Recht!

Ich wünsche mir ein Land, in dem es scheißegal ist, welcher Religion die Mehrheit der Bevölkerung angehört!

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