Für Juden ist überall Dresden!

Neulich in der U-Bahn. Eine Unterhaltung zweier Männer:

„Warste am Wochenende bei der Gaza-Solidaritätskundgebung?“

„Nee, habs verpasst!“

„Waren kaum Leute da, nur Touristen. Und dieses eine Mädchen. Die, die bei der Merkel geweint hat. Aber die durfte nichts sagen. Glaubste das? Das hat man ihr verboten!“

„Wer hat das verboten?“

„Na Springer! – … – Und die Polizei! Ist doch beides in Judenhand!“

„Sei leise, man! Nicht, dass die das hier hören.“

„Die Juden? Die fahr’n doch gar keine Bahn, die reichen Säcke.“

„Ja stimmt, ich hab auch noch nie ’nen Juden in der Bahn gesehen …“

Dieser Dialog fand in der U-Bahn neben meiner Facebook-Freundin Linda Rachel statt und fasst das ganze Problem des Judenhass‘ zusammen: Ein Judenhasser behauptet den gröbsten Unfug über Juden, weil er keine Juden kennt!

Wenn in Köln jemand etwas abfälliges über Muslime sagt, kennt jeder Kölner genug Muslime, um sagen zu können: „Bist Du bekloppt? Der Özgür, die Senay, meine Nachbarin und der Kerl im Büdchen sind super Typen! Halt’s Maul!“ Wenn aber jemand etwas abfälliges über Juden sagt, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass kaum jemand einen Juden persönlich kennt. So entsteht Schweigen. Tödliches Schweigen!

Bei den Männern in der U-Bahn handelte es sich um einen Deutschen und einen Araber mulimischen Glaubens. Nehmen wir mal an, es gäbe nur ein Prozent aggressiver Judenhasser unter Muslime, und jede Studie geht von deutlich höheren Zahlen aus, dann sind selbst dieser eine Prozent mehr Muslime als es Juden gibt!

Es leben in Deutschland knapp 24 Millonen Katholiken, über 22,5 Millionen Protestanen, über 2,5 Millionen Sunniten, eine halbe Million Aleviten, eine weitere halbe Million Griechisch-Orthodoxe, über 300.000 Neuapostolische und ungefähr genausoviele Rumänische-Orthodoxe, fast 300.000 Buddhisten, eine viertel Millionen Serbisch-Orthodoxe, über 200.000 Zwölfer-Schia, fast 200.000 Russisch-Orthodoxe und über 160.000 Zeugen Jehovas. Es gibt jedoch nur knapp über 100.000 deutsche Juden! Es gibt in Deutschland mehr Zeugen Jehovas als Juden. Es gibt sogar mehr Zwölfer-Schia! Kennen Sie einen persönlich? Sehen Sie!

Die teilweise offen antimuslimisch agierende PEGIDA-Bewegung ist besonders in Dresden und Leipzig erfolgreich und somit in den Städten, wo es kaum Muslime gibt. Angst und der daraus resultierende Hass gedeiht am Besten dort, wo das Objekt der Angst unbekannt ist. Deshalb sind die Versuche, PEGIDA auch in Köln oder München zu etablieren, gescheitert! Dort leben genug Muslime!

Aber selbst in Dresden leben immer noch mehr Muslime als Juden! Deshalb gilt es nüchtern festzustellen: Für Juden ist überall Dresden!

Der Dialog in der U-Bahn fand in Berlin statt. Niemand stand auf und sagte: „Bist Du bekloppt? Der David, die Rebecca, meine Nachbarin und der Kerl am Spätkauf sind super Typen. Halt’s Maul!“ Vermutlich kannte einfach niemand einen David oder eine Rebecca. Auch Linda Rachel sagte nichts, verständlicherweise:

„Schau, ich mache oft meinen Mund auf und scheue meistens nicht davor, Ärger zu bekommen. In der U8 am Kottbusser Tor mache ich jedoch eine Ausnahme. Ich sehe in letzter Zeit in dieser Gegend immer wieder arabische Teenager, die Ketten mit einem Anhänger tragen, auf dem Israel komplett verschwunden ist und durch Palästina ersetzt wurde. So ist die Simmung dort! Außerdem wollte ich wissen, wie ein Araber und ein Deutscher über Juden reden.“

Nicht gut! Wenn es gegen Juden geht, verstehen sich viele Araber und Deutsche blendend! Dann haken sie sich unter und rufen gemeinsam: „Wir sind das Volk!“

Für weitere Informationen zu dieser deutsch-arabischen Zusammenarbeit lesen Sie: „Der Zweite Holocaust“

Dieser Beitrag wurde unter Nachrichten veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.