Judenfeindliche Ausschreitungen bei einem Fußballspiel in Köln

Am Sonntag, 6. September 2015 endete in Köln das Fußballspiel zwischen TuS Makkabi Köln und dem ESV Olympia mit einem 3:2. Nach dem Abpfiff war die Auseinandersetzung jedoch nicht zu Ende. Aus einer fairen sportlichen Auseinandersetzung wurde eine unfaire politische Auseinandersetzung mit judenfeindlichen Parolen.

Laut dem Abteilungsleiter Fußball und Kassenwart von TuS Makkabi, Benjamin Rajczyk, sollen einige Spieler von ESV Olympia nach dem Abpfiff „mit der Absicht, körperliche Gewalt anzuwenden“ auf Spieler von TuS Makkabi zugelaufen sein und „Free Gaza“, „Free Palestine“ und „Scheiß Juden“ gerufen haben. Die Angreifer seien jedoch von Spielern der eigenen Mannschaft und einem Vereinsfunktionär von ESV Olympia zurückgehalten worden. Der Vorsitzende von TuS Makkabi Köln, Wolfgang Krymalowski, erklärt zudem, Zuschauer der Heimmannschaft Olympia 3 hätten die feindliche Stimmung noch angeheizt.

Ein Fan vom TuS Makkabi Köln schrieb nach dem Spiel auf Facebook:

„Ich kann mal wieder nicht schlafen – ich bin immer noch extrem über die Vorkommnisse nach dem Spiel unserer Makkabäer beim ESV Olympia Köln geschockt! Ich hätte diese antisemitischen Ausfälle noch ansatzweise verstehen können, wenn wir 6:0 auf des Gegners Platz gewonnen hätten, es soll ja Spieler geben, die ihren Frust und ihre Enttäuschung am Gegner auslassen müssen, aber wir Makkabäer haben dieses Spiel trotz drückender Überlegenheit, zumindest phasenweise, mit 2:3 verloren. Kann mir jemand mal bitte erklären, welches Motiv man haben muss, um nach einem Heimsieg so auszurasten?“

Judenhass hat nicht selten religiöse und kulturelle Motive. Zur Beantwortung der Frage ist es daher nicht unwichtig zu wissen, wer die Provokateure waren. Ein Profil der Täter ist hilfreich zur Erklärung. Bei den Angreifern handelte es sich, auf Nachfrage von Tapfer im Nirgendwo, um „Spieler mit Migrationshintergrund“, womit allerdings nicht griechisch-orthodox gemeint war.

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26 Antworten zu Judenfeindliche Ausschreitungen bei einem Fußballspiel in Köln

  1. Hessenhenker schreibt:

    Dort kommentiert:

    Ein schöner Artikel von David Klein!
    “Merkels Amtskollegen Hitler” – göttlich!

    Merkel gibt meiner Verlobten kein Besuchsvisum;
    ob Hitler ihr eins gegegeben hätte, ist fraglich.
    So gesehen, hat er ja mit der Kollegialität nicht ganz Unrecht.

    Dein Kommentar muss noch freigeschaltet werden.

  2. Hessenhenker schreibt:

    Kann mir jemand mal einen Tipp geben, um was für eine Hetze es sich hier handelt: https://kosmologelei.wordpress.com/2015/09/08/deutsche-gruendlichkeit/
    Der zitierte Artikel von David Klein trifft den Merkelnerv!
    Da er dort als „rechtskräftig verurteilter Rassist“ denunziert wird, obwohl laut Wikipedia das Verfahren noch offen ist, ist die verlinkte Seite eine antisemitische Hetzseite oder nicht?

  3. A.S. schreibt:

    Spieler mit Migrationshintergrund. Soso. Das werden wohl kaum Japaner gewesen sein…….
    Da erfüllt der Begriff „Migrationshintergrund“ seinen Verschleierungszweck.

  4. ceterum censeo schreibt:

    Der Name Olympia scheint kaum was mit Griechenland zu tun zu haben. Schaut Euch die Mannschaft an! Ein paar Kevins und Thorbens, Luigis und Murats. Der Ork-Anteil scheint unter dem Durchschnitt Kölns zu liegen. Unsere Gesellschaft hat die jungen Menschen also schon erfolgreich als kulturlose Judenhasser und Asoziale herangezogen.
    Ich wollte ja erst nicht glauben, was ein Kommentator letztens hier schrieb, nämlich daß er in Bonn deutsche und muselmanische Jugendliche beim vergnügten Austausch über Vergewaltigungen von christlichen Mädchen beobachtet hat. Tja, das ist Multikulti wie Ihrs gewollt habt und noch immer wollt, in euren versifften Großstädten.
    Ich habe langsam den Eindruck, wenn es die Übergriffe auf Juden nicht gäbe, fühlten Sie sich pudelwohl in Ihrem schönen Kölle, Herr Buurmann. Aber keine Angst, mit jedem Zug, der hier frenetisch mit Teddybären und altem Kinderspielzeug begrüßt wird, werden die Übergriffe auf jüdische Mitbürger weniger werden. Weil immer mehr von ihnen die Düse machen. Vertrieben von Shischa rauchenden Gutmenschen.
    Inschallah, wie Bodo Ramelow begeistert den Neuankömmlingen zurief!

    • Sophist X schreibt:

      Ich wunder mich auch, wie unverrückbar das romantische Bild von den dankbaren Hilfebedürftigen eingeprägt ist. Generell, jetzt.
      Etliche, die da kommenm, werden schon bald, statt den Helfern den Hintern zu küssen, ganz weit mit dem Fuß ausholen…

    • Thomas ex Gotha schreibt:

      Es sind die Beiträge von „ceterum censeo“ ja nicht unbedingt inhaltlich, sehr wohl aber psychologisch von einem gewissen Interesse. Wenn man sich fragt, wie ein Reaktionär so tickt, welche tiefen Ängste und welche Phantasien ihn in seinem Kämmerchen umtreiben, da lohnt sich die Lektüre. Gelegentlich.
      Da finden wir dann, neben der irrwitzigen Verknüpfung antisemitischen Gepöbels beim Fußball mit der Lage von Flüchtlingen, auch ein Naserümpfen über „kulturlose Judenhasser und Asoziale“. Hätte er den Antisemitismus gerne etwas gehaltvoller, so wie man ihn in Deutschland zu zelebrieren pflegte, mit Wagner und Heinrich George? Es scheint ihm, wie auch die Formulierung von den „deutsche(n) und muselmanische(n) Jugendliche(n)“ nahelegt (Religion, das ist ihm nicht ganz klar, hat mit Staatsangehörigkeit wenig zu tun…), weniger um den Antisemitismus als solchen, als vielmehr um die Reinheit der Nation zu gehen, denn anders sind die Ausfälle gegen „Multikulti wie Ihrs gewollt habt und noch immer wollt“ kaum zu begreifen. Denn wenn man sich die Mannschaften anschaut (makkabi hier: https://www.facebook.com/TusMakkabiKolnFussball/photos/a.220799938068420.1073741827.220478068100607/231567830324964/?type=1&theater, olympia dort: http://www.olympia-koeln.de/unser-team-1.html), stellt man fest, dass eigentlich beide mehr oder weniger nach „Multikulti“ aussehen bzw. genauer: normal. Aber genau davor, vor der Normalität des Fremden, hat er Angst, und um so dankbarer nimmt er jedes Angebot an, seinen Hass zu legitimieren. Seine ostentative Provinzialität, sein Schimpfen auf „versiffte Großstädte“, hätte es da ebenso wenig gebraucht wie die unvermeidliche Untergangsphantasie.

      • A.Bundy schreibt:

        Mach dich vom Acker, Denunziant!

        • ceterum censeo schreibt:

          Der ist kein Denunziant, bloß der Sohn von Karl Eduard.

        • Thomas ex Gotha schreibt:

          Zwei Anmerkungen zu Ihrem, naja: „Beitrag“:
          1.) Wir duzen einander nicht.
          2.) Das Offensichtliche muss man nicht denunzieren. Wenn einer schreibt, dass er von dem, was er unter Multikulti versteht, nichts, von einem rassisch homogenen Deutschland aber eine ganze Menge hält, verrät er sich allenfalls selbst. Der Begriff „Denunziant“ ist demnach so falsch wie irgendwas, Dummerchen.
          2 a): pardon: Sie Dummerchen.

      • ceterum censeo schreibt:

        Wer sind Wagner und George? Ich kenn doch Deine Kumpels nicht!

        • Thomas ex Gotha schreibt:

          Zwei Anmerkungen zu Ihrem, naja: “Beitrag”:
          1.) Wir duzen einander nicht.
          2.) Dass Sie vor- oder zugeben, weder Richard Wagner noch Heinrich George (auf dessen Rolle in „Jud Süß“ anzuspielen ich mir erlaubt habe, mehr nicht, aber selbst das muss man Ihnen wahrscheinlich noch genauer und dreimal erklären – hätte ich Veit Harlan genommen, wäre Ihnen das wohl zu hoch gewesen – na, egal) zu kennen, ist zwar einerseits nicht allzu überraschend, andererseits muss ich wohl meine Vermutung, es seien noch Rudimente bürgerlicher Bildung bei den deutschen Reaktionären vorhanden, endgültig aufgeben.
          Die Retter des Abendlandes könnten es wahrscheinlich nicht einmal auf einer Karte zeigen.

          • ceterum censeo schreibt:

            Ich glaube, die völlige Abwesenheit von Humor ist neben dem Haß auf Andersdenkende das gemeinsame Hauptwesensmerkmal zwischen Euch Linken und den Moslems. Das zeigten ja schon Eure Nationalen Kollegen seinerzeit. Danach kommt wohl sogleich die Ignoranz, welche sich hier zum tausendsten Male im Durcheinanderbringen von Rasse, Religion und Ethnie manifestiert.

    • A.Bundy schreibt:

      „Inschallah, wie Bodo Ramelow begeistert den Neuankömmlingen zurief!“
      Als ich das gesehen habe, dachte ich: „Ein Königreich für einen Cricketschläger…“.

      • Thomas ex Gotha schreibt:

        Auch so eine deutsche Konstante: Der Rechtsterrorismus und seine Sympathisanten. Er wurde am 23. März 1819 vom Burschenschafter Sand begründet, in seiner Tradition steht der NSU, dessen Morde heute vor 15 Jahren begannen.

        Diese Bemerkung hat übrigens nichts mit Ihrem Beitrag zu tun. Nachher fühlen Sie sich noch denunziert…

      • ceterum censeo schreibt:

        Oh oh oh! „Königreich“ und „Cricketschläger“ gehen ja gar nicht! Voll Autobahn!
        Da sieht man’s wieder: Gewalt und ihre Androhung gehen immer von rechts aus, wie schon Joseph „Joschka“ Fischer bewies, als er forderte: „Deutsche Helden müßte die Welt, tollwütigen Hunden gleich, einfach totschlagen!“

  5. abusheitan schreibt:

    Ich habe ca. 1 1/2 Jahre in Griechenland gelebt und kann bestätigen, dass es dort bei den „einfachen Leuten“ genau so Antisemitismus gibt wie bei uns. Ein befreundeter israelischer Tourist verschwieg deshalb seine Herkunft und behauptete US-Amerikaner zu sein.

    • caruso schreibt:

      Das ist sicher so, lieber Abu, aber ich habe noch nie darüber gelesen/gehört, daß in D, wenn es um Antisemitismus verbunden mit Migrationshintergrund ging, es um Griechen gehandelt hätte. Es kann natürlich in dem einen oder anderen Fall trotzdem so gewesen sein. Bin ja nicht allwissend:-)) Aber in den allermeisten Fälle geht es um Moslime. Ohne MH geht es natürlich um Deutsche. Und Antisemitismus gibt es leider nicht nur bei den „einfachen Leuten“ sondern genauso bei der sogenannten Intelligenzija. Sowohl in D als auch anderswo.
      lg
      caruso

      • Kanalratte schreibt:

        Ein Deutscher oder Griechischer Judenfeind weiß aber i.d.R., dass man in Deutschland niemanden öffentlich rassistisch beleidigt, ohne das es Konsequenzen hätte. Das lernt man so im europäischen Kulturraum und besonders in Deutschland. Für die vielen mindertoleranten und integrationsresistenten Muslime, gibt es in diesem Land leider häufig gewisse Sonderregeln.

  6. levrak schreibt:

    Toll, Köln mal wieder alaaf!
    ps.
    Seit wann haben Griechen Migrationshintergrund?
    Oder steht auf Olympia auch schon Al-Aksa? A.mOr.

    • Kanalratte schreibt:

      Griechen haben Migrationsvordergrund? Jedenfalls haben sie in etwa den gleichen Kulturhintergrund wie die Deutschen, wenn auch die Mentaliät zwischen Nord- und Südeuropäern klimatisch bedingt differiert.

  7. Bruno Becker schreibt:

    „…auf Nachfrage von Tapfer im Nirgendwo um “Spieler mit Migrationshintergrund”, womit jedoh nicht Griechen gemeint waren.“

    Na, genauer wollen wir nicht werden?

Seid gut zueinander!

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