Die Mutter aller Fake News

Wer wissen möchte, wie man in einer Welt von Fake News überleben kann, sollte sich näher mit dem Judentum beschäftigen. Das Volk Israels lebt nämlich und das obwohl seit Jahrhunderten Fake News über Juden verbreitet werden!

Juden wurde vergeworfen, Christenkinder zu schlachten und Brunnen zu vergiften. Die Mutter aller Fake News ist das Machwerk: „Die Protokolle der Weisen von Zion“. Was dort alles über Juden behauptet wird, ist abenteuerlich. An vielen Universitäten der arabischen Welt wird dieses Feuerwerk an Fake News nach wie vor gelehrt. Dr. Hassan Hanizadeh erklärte zum Beispiel am 20. Dezember 2005 im Iran:

„Im Jahre 1883, wurden vor dem jüdischen Pessachfest um die 150 französische Kinder auf grausamste Weise in den Vororten Paris ermordet. Spätere Untersuchungen haben ergeben, dass die Juden diese Kinder getötet haben, um an ihr Blut zu kommen.“

Am 31. März 2012 führte Dr. Sallah Sultan als Präsident des Zentrums für Islamforschung in Gaza aus:

„Die Juden haben zum Beispiel diesen französischen Doktor Toma getötet, der Juden umsonst behandet hat, um die Lehren des Christentums zu verbreiten. Obwohl er ihr Freund war und sie von ihm profitiert haben, haben sie ihn an einem ihrer Feiertage entführt und geschlachtet, zusammen mit einer Schwester. Sie haben Matzebrot aus ihrem Blut gemacht. Sie machen das jedes Jahr. Die Welt muss davon erfahren!“

Fake News werden heute überwiegend durch das Internet verbreitet. Thomas Oppermann von der SPD erklärt:

„Facebook muss verpflichtet werden, erwiesene Falschmeldungen schnell zu löschen beziehungsweise mit gleicher Reichweite richtigzustellen.“

Ich kann Thomas Oppermann Sorge verstehen, aber seine Forderung ist natürlich Quatsch. Facebook ist schließlich lediglich ein Medium. Genausogut könnte man Herstellern von Papier, Kopierern, Druckern, Fernsehern und Kugelschreibern dafür verantwortlich machen, was mit ihren Medien verbreitet wird. Außerdem müssten dann die ARD, das ZDF, der Spiegel und viele weitere Medien schweigen, wenn es um Israel geht, denn sie alle haben im Falle Israels bereits massenweise Fake News verbreitet.

(Hier finden Sie eine kleine Auswahl von Fake News zu Israel, verbreitet von seriösen deutschen Medien)

Natürlich birgt das Internet Gefahren, aber auch der Buchdruck brachte Katastrophen mit sich. Martin Luther zum Beispiel konnte Dank des Buchdrucks nicht nur seine Thesen der Reformation vervielfaltigen, sondern auch seine judenfeindlichen Traktate. In seinem Werk „Handbuch über die Judenfrage“ fordert Martin Luther jene Dinge, die im 20. Jahrhundert am Wannsee in Berlin zur deutschen Staatsräson unter Hitler werden sollten:

„Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich …“

Diesen Müll konnte Martin Luther veröffentlichen, weil der Buchdruck erfunden wurde, so wie es viele judenfeindliche Schriften heute nur Dank des Internets massenhaft gibt. Dank des Buchdrucks und des Internets bekamen nicht nur viel mehr Menschen Zugang zu Bildung, es konnten auch mehr Menschen ihre Meinung veröffentlichen und zwar unabhängig vom Inhalt. Der Buchdruck presste den Judenhass in den Mainstream, wie heute das Internet.

Die Reformation von Martin Luther war eine Buchdruck-Revolution, so wie die Aufstände im arabischen Raum vor einigen Jahren eine Facebook– und Twitter-Revolution waren. So wie der Buchdruck zur Reformation führte, was die Spaltung der Kirche zur Folge hatte und im Dreißigjährigen Krieg einen brutalen Höhepunkt erreichte, so sorgt heute das Internet dafür, dass sich im arabischen Raum die Gläubigen spalten. Heute haben alle Muslime den gleichen Zugang zum Internet, mögen sie nun Reformmuslime sein oder Angehörige des Islamischen Staates, und so wie damals sind die Reformatoren ebenso jundenfeindlich wie die Konservativen, teilweise sogar noch judenfeindlicher! So wie der Buchdruck einst das Christentum reformiert und gespalten hat, mit all den blutigen Nebenwirkungen, so wird heute das Internet den Islam spalten und reformieren. Und die islamische Reformation wird nicht minder grausam ausfallen als die christliche Variante, vermutlich sogar noch brutaler in Anbetracht all der neuen Waffen.

Seit Jahrhunderten bestimmen Fake News den Judenhass. Mit Fakten kann man Judenhassern daher nicht kommen. Sie fühlen ihre eigenen postfaktischen Fakten. Judenhasser wissen gefühlt, das Juden Brunnen vergiften, unschuldigen Menschen ihr Wasser wegnehmen, Kinder töten, aus ihrem Blut Mazzebrot machen, Mauern erichten, weil sie böse sind und Land stehlen, weil sie es können, da sie die ganze Welt im Würgegriff haben. Man kann diesen Typen sagen, dass es nur ganz wenige Juden auf der Welt gibt und wenn man ganz zufällig hundert Menschen aus der Weltbevölkerung herausziehen würde, man höchstwahrscheinlich 32 Christen, 23 Moslems, 15 Hindus, 7 Buddhisten und mit hoher Wahrscheinlich keinen einzigen Juden erwischen würde, weil es derer einfach viel zu wenige gibt, sind sie sich sicher, dass Juden einfach besonders kritisiert gehören.

Von Ressentiments besessene Personen erklären einen Menschen erst zum Verbrecher und dann suchen sie nach dem Verbrechen!

Genauso passiert es im Falle Israel, dem Juden und den Nationen. Unzählige sogenannte Nichtregierungsorganistationen, vermeintliche Friedensaktivisten und objektive Medienunternehmen geben Unsummen aus, um nach Israel zu reisen oder das Internet zu durchforsten, stets auf der Suche nach dem kriminellen Juden, den sie am Schlafittchen fassen können, um stolz deklamieren zu können: Seht her, so kriminell ist Israel! Ein Judenhasser ist jeder, der bei Juden kritisiert, was er bei allen anderen durchgehen lässt.

Das Ziel aller Reporte gegen Israel ist stets der selbe Versuch: Israel widerlich erscheinen zu lassen. Mit Fakten kommt man gegen solche Menschen nicht an.

Fakt ist, im arabischen Nahen Osten werden Homosexuelle verfolgt und hingerichtet, in Israel können sie Premierminister werden. Fakt ist, Menschen mit anderen religiösen Auffassung wie dem Islam werden im arabischen Nahen Osten verfolgt, in Israel können sie höchste Richterinnen und Richter werden. Fakt ist, Regierungskritiker werden im arabischen Nahen Osten eingekerkert und misshandelt werden, in Israel können sie durch freie Wahlen von der Oposition zur Regierung werden. Fakt ist, Frauen und Männer sind arabischen Raum des Nahen Ostens nicht gleichbehandelt, in Israel sehr wohl. In großen Teilen des arabischen Nahen Ostens ist es Juden verboten zu leben, aber zwanzig Prozent aller Israelis sind Muslime. Bei Israelhassern schlägt die gefühlte Realität die Fakten. Sie holen dann geifernd eine Kiste israelischer Verfehlungen heraus, die sie fein säuberlich gesammelt haben, um zu zeigen, was sie immer schon wussten, nämlich dass Israel eine Bitch ist!

Dämonisieren, Delegitimieren und dopplete Standards anlegen, dass sind die drei postkatischen Ds, die wir von Judenhassern seit Ewigkeiten kennen und die alteingesessenen Medien haben bei diesem postfaktischen Hass mit ihren Fake News heftig mitgemischt.

Das Internet hat gerade erst angefangen, die Welt zu reformieren. So gut wie jeder Mensch hat heute Zugang zum Wissen der Welt. Jeder kann sich und seine Gedanken veröffentlichen, es sei denn, man lebt in Nordkorea. Das Internet stellt uns vor ganz neue Herausforderungen. Die Erfindung ist jedoch da. Sie wird uns nicht mehr verlassen. Die Frage ist daher, wie gehen wir mir den neuen Gefahren um? Ein Verbot von Fake News wird nichts bringen! Internetseiten zu löschen, im Glauben, man würde dadurch etwas verhindern, ist so produktiv, wie Bücher zu verbrennen.

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