Die blonden, blauäugigen Männer

Ich kann es nicht mehr hören!

„Ginge von blonden, blauäugigen Männern eine Gefahr aus, dann wären in der Silvesternacht in Köln eben blonde, blauäugige Männer eingekesselt worden.“

So ein Quatsch! Zunächst einmal kann man nicht wirklich sagen, dass es in der Geschichte keine blonden, blauäugigen Männer gegeben hat, die sich, ich sage mal so, etwas daneben benommen haben. Auch in der aktuellen Welt sind nicht alle blonden, blauäugigen Männer Engel.

Des weiteren bin ich mir sicher, wenn eine kritische Masse von blonden, blauäugigen Männern in unserer Gesellschaft unter Generalverdacht gestellt werden würden, wenn man sie einkesseln und der Freiheit berauben würde, dann wäre aber schnell Schicht im Schacht. Nicht wenige blonde und blauäugige Männer rasten ja schon bei dem Gedanken einer Frauenquote aus!

Das Argument mit den blonden, blauäugigen Männern zieht einfach nicht!

Ich bin ein blonder, blauäugiger Mann. Okay, ich habe eine Glatze, aber wenn sich meine Haare nicht verabschiedet hätten, wäre ich blond. Ich habe noch nie in meinem Leben erlebt, schon gar nicht täglich, geschweigedenn immer und überall, ob nun bei der Arbeit oder auf der Straße, ob nun in der Bahn, auf einem Amt oder bei einem Bewerbungsgespräch, dass ich anders, dass ich schlechter behandelt werde, nur wegen meines Äußeren. Ich kenne das Gefühl nicht, dass mich beschleicht, weil ich Angst haben muss, die Polizei, die eigentlich mein Freund und Helfer sein sollte, könnte mich aufgrund meiner Hautfarbe schlechter behandeln. Meine Mutter musste mir als Kind nie erklären, dass ich aufgrund meiner Hautfarbe in besondere Situationen kommen kann, wo ich mich besonders vorsichtig zu verhalten habe. Ich werde auch nie meinen Kindern, sollte ich je welche bekommen, sagen müssen, dass sie aufgrund ihrer Hautfarbe in besonders gefährliche Situationen kommen können.

Ich werde nie verstehen oder nachfühlen können, was es heißt, nicht weiß, blond, blauäugig und männlich zu sein. Ich weiß nur, dass wenn ich immer und immer und immer wieder in schlechte Situationen geraten würde, nur aufgrund meines Äußeren und ich in der Silvesternacht in Köln wegen meines Äußeren in einen Polizeikessel geraten wäre, in mir Hilflosigkeit, Wut und Zorn hochgekrochen wären, besonders wenn die Mehrheit der blonden und blauäugigen Männer im Polizeikessel um mich herum erkennbar wirklich Arschlöcher wären.

Ich bin mir sicher, kein blonder, blauäugiger Mann in Deutschland würde es sich mehr als ein paar Mal gefallen lassen, aufgrund seines Äußeren schlechter behandelt zu werden, selbst wenn es tausend böse, blonde, blauäugige Männer gäbe.

Tun wir blonden, blauäugigen Männer also nicht so, als hätten wir auch nur ansatzweise eine Ahnung davon, was es bedeutet, immer und immer wieder in eine Rasterfahndung zu gelangen!

Wie es sich anfühlen muss, eine Frau zu sein, die in der Kölner Silvesternacht 2015/16 von der Polizei im Stich gelassen wurde, während sich widerliche Barbaren alles herausnahmen, davon fangen wir besser gar nicht erst an!

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75 Antworten zu Die blonden, blauäugigen Männer

  1. Melanie schreibt:

    Lieber Herr Buurman,

    wie viele Andere – und besser – schon schrieben: Muss man(n) blöht oder plont sein, um als Nafri oder BloblaMa (blond-blauäugiger Mann) ein Jahr nach erschreckenden Vorgängen, einem Jahr lang anhaltendem Medieninteresse, nach Ankündigungen von großem Polizeiaufgebot den Kölner Hbf erneut zu Silvester in Horden aufzusuchen? Als hätt’s nicht in Bochum oder Dortmund oder Paris auch n nettes Feuerwerk gegeben … ?

    Muss man also so blöd sein, um von der hiesigen ein Jahr andauernden Debatte (die übrigens weltweit von Interesse war) nichts mitbekommen zu haben? Oder so „LMaA“ („Leck- mich-am-Arsch“) drauf, dass es einen nicht interessiert, in demjenigen Land, wo man seine Zukunft (und seine finanzielle Unterstützung) zu finden erhofft, ein Jahr lang nichts von den kulturellen Debatten mitzubekommen? Oder ist man(n) sogar dermaßen frech und dreist, all diese äußeren Umstände auszutesten, indem man/n („Nafri-Frauen“ waren um den Kölner Hbf weniger dabei, weder letztes noch dieses Jahr – und „schon länger hier lebende Frauen“ dieses Jahr irgendwie strange auch viel weniger als letztes Jahr) sich erneut ein Jahr später, in großer Runde, just zu gleichem Anlass, just zum gleichen Ort, just zum gleichen Zeitvertreib sich mit anderen 1 bis 2 Tausenden Männern ERNEUT zu verabreden?!?

    Wären Sie als „BloblaMa“ unter der gleichen Vorgeschichte mit Ihren evtl. skand. Freunden wieder dorthin gegangen, gleich zu hunderten verabredet im Aufmarsch? Doch wohl kaum. Da liegt der Fehler Ihres Artikels, so sehr ich sie/Sie auch sonst toll finde.

    Sorry, aber Sie schreiben es ja selber: Der mögliche „Hänger“ liege vielleicht im Denken, nicht im Aussehen!?

    Und wieso muss man(n) die an Silvester so im Auge behalten? Was ist mit den anderen 364 Tagen im Jahr, verhalten diese Afris oder Nafris oder XYZ sich dann total anders? Und muss jetzt jedes Silvester und jeder Weihnachts-/Oster- usw. Markt mit 1.500 Polizisten bewacht werden? Wo fehlen diese Pol. dann bei Überfällen/Einbrüchen/ xyz….?

    Ich als BloFramKi (Blonde Frau mit Kindern) meide zB die Kölner Rheinbrücken an Silvester schon seit 17 Jahren, seitdem wir dort mit Silvesterraketen direkt beschossen worden sind. Ist mir auch egal, wir haben das mal ausprobiert, und feiern seitdem anderswo Silvester. Aber auch 1999 sahen diejenigen Leute, die auf den Rheinbrücken die Raketen eher auf Mitmenschen als in den Nachthimmel abzuschießen versuchten, eher aus wie „Menschen, die nicht hier geboren sind“. Kann ich nur rein subjektiv so sagen, sorry. Genau, wie es mich auch dieses Jahr Silvester anderswo wie seit Jahren wieder frappiert hatte: Ab halb 12 ging der Raketenlärm los. Aus meiner Kindheit kenne ich das eher mit einem „Count-Down“ 10 Sekunden vor Mitternacht, und erst ab dann geht es los. Seit Jahren draußen hingegen: So muss sich Krieg in Syrien anfühlen, um uns herum in der Stadt wird geknallt, egal der Uhrzeit oder Sicherheit, und Mütter mit schreienden kleinen Babys auf dem Arm mittenmang. (Es wäre mir im Leben niiie in den Kopf gekommen, mitternachts meine kleinen Kinder dem für sie völlig überflüssigen und verstörenden Lärms eines Feuerwerks aus ihrem Bett aufzuwecken und draußen auszusetzen. irgendwer ist mit den kleinen Kindern immer mit drinnen geblieben. Ist dann halt mal so für ein paar Jahre, nicht schlimm. Aber nunja, sind wir da wohl eher konservatives Muttertier-/Familie). Wir (6 Erw. und 4 Kinder unter 9 Jahren) sind vor 3 Tagen nach einigen Minuten schnell wieder zuhause reingegangen, weil wir zu viel Angst bekamen vor Querschlägern bzw. vor der Lautstärke der China-Böller. Schade, früher kannte ich Silvester anders. (Jaja, ich weiß, „früher war mehr Lametta“ :-))

    Aber die Fragen, die ich mir stelle, nicht erst seit Silvester 2016, mit denen bin ich nicht ganz alleine. Z. B. hier:

    http://www.stern.de/politik/deutschland/berlin-hoch-drei/berlin%C2%B3–silvester-einsatz-in-koeln—zwoelf-fragen-an-simone-peter-7265266.html

    http://blogs.faz.net/deus/2017/01/01/sehr-populistische-fragen-an-den-nafri-politik-und-polizei-nach-koeln-3996/

    Ich wünsche allen ein gutes neues Jahr 2017! (Ernst: Voller guter Wünsche. Anderes machte keinen Sinn :-).)

    • ceterum censeo schreibt:

      Das bißchen Geböller macht doch den Kleinen nichts aus. Es gibt eben Ethnien, in denen Kinder noch nicht einmal wissen dürfen, daß in der Fleischwurst arme Tiere sind, und andere, bei denen sie schon beizeiten das Schlachtmesser selbst führen. Die werden halt auch früh schußfest erzogen. Große Schuld lädt allerdings derjenige Gesellschaftsingenieur auf sich, der ohne Not beide Ethnien zusammenpfercht.

    • xtraa schreibt:

      Man kann sicher auch als blonder und blauäugiger Mann alles nachempfinden: Einfach mal ein paar Länder in Afrika und Asien abklappern.

  2. ceterum censeo schreibt:


    Meint Ihr, der Mann hat Recht? Hat ja auch schon viel Gutes über Israel und Homosexuelle gesagt.

  3. Mike schreibt:

    Mach dich doch nicht so fertig, Gerd. Einfach mal wieder Sarah Connor hören.

  4. Katharina Seehuber schreibt:

    „…wenn ich immer und immer und immer wieder in schlechte Situationen geraten würde, nur aufgrund meines Äußeren… in mir Hilflosigkeit, Wut und Zorn hochgekrochen wären.“
    Hm, das kann ich zwar verstehen, denn das ist mir schon recht oft passiert: mein Mann hat eine starke Ähnlichkeit mit Wolfgang Thierse, und wir wurden schon oft verbal angegangen (in bayerischer Provinz), was die SPD in Berlin so verbrechen würde. Da kommt schon mal Wut auf – aber nicht gegen die Leute, die so reagieren, sondern gegen Thierse und SPD, die die Leute so wütend machen. Was ich sagen will: man gerät in diese Situation, weil man Merkmale mit Menschen teilt, die andere Menschen aufbringen – Nordafrikaner in Köln z.B. Wer Nordafrikaner ist oder wie einer aussieht, handelt rational, wenn er die Schuld für seine Erfahrungen bei jenen sucht, die die Reaktion auslösen, Er handelt unvernünftig, wenn er die Reaktion kritisiert, sofern sie objektiv gerechtfertigt ist.
    Dann sagen Sie Herr Buurmann:
    „Ich bin mir sicher, kein blonder, blauäugiger Mann in Deutschland würde es sich mehr als ein paar Mal gefallen lassen, aufgrund seines Äußeren schlechter behandelt zu werden, selbst wenn es tausend böse, blonde, blauäugige Männer gäbe.“
    Darum geht es aber nicht. Ein Schuh wird daraus, wenn Sie den Kontext berücksichtigen: Wenn blonde blauäugie Männer, meinetwegen Skandinavier, wie praexox ausführt, die Übergriffe in Köln verursacht hätten, und ein blonder blauäugiger Bayer kommt zu Silvester nach Köln, und wird nun aufgrund seiner Ähnlichkeit kontrolliert, eingekesselt oder durch Türen geschickt – glauben Sie, er erkennt nicht die Ursache dafür? Und wird wütend auf die Polizei? Vielleicht kurzfristig – aber nicht mehr, wenn das Denken einsetzt. Sollte es eigentlich dann nicht die verdammte Pflicht aller blonden blauäugigen Unschuldigen sein, die Aktion zu unterstützen, weil es nicht um ihn, sondern um die Verhinderung von Untaten gegen Frauen geht? Und sollte man diese Einsicht nicht auch von den Unschuldigen von Silvester erwarten: „ich nehme gerne ich Kauf, akribisch beäugt zu werden, denn die Würde der Frauen ist es wert; ich kann nichts dafür, die gleichen Merkmale wie die Täter zu tragen, aber es gilt, die Verbrechen zu vermeiden.“
    Ebenso, wenn es um Terror geht: es ist traurig, mit den Tätern in Verbindung gebracht zu werden, weil sie arabisch aussehen wie man selbst – aber rechtfertigt die Vermeidung von Tot und Verderben nicht die Unbequemlichkeit?
    Ja, wenn es Rassismus wäre – doch das vermengen Sie, Herr Buurmann. Den alltäglichen Tort des Andersbehandeltwerdens wegen der Hautfarbe darf, muß man beklagen. Aber hier ist die Hautfarbe etc. nur formaler Anlaß, keine Wertung steckt dahinter. Das muß man redlich trennen, und da sind wir wieder bei den blonden blauäugigen Männern: den alltäglichen scheelen Blicken sind sie nicht ausgesetzt, aber in einer analogen Situation wie oben beschrieben könnten sie das Ziel von Vorsichtsmaßnahmen sein. Rassistische Vorurteile muß man strikt trennen von sachlich gerechtfertigten Maßnahmen. Das im Topf zu verrühren dient der Sache nicht.

    • Praecox schreibt:

      Sie hätten auch einfach meinem Kommentar zustimmen können. Außerdem lassen Sie sprachlich nach.

      DAS hier jedenfalls ist Ihr intellektueller Offenbarungseid, Teil II:
      Katharina Seehuber schreibt: Januar 4, 2017 um 12:54 am
      „mein Mann hat eine starke Ähnlichkeit mit Wolfgang Thierse, und wir wurden schon oft verbal angegangen (in bayerischer Provinz), was die SPD in Berlin so verbrechen würde. Da kommt schon mal Wut auf – aber nicht gegen die Leute, die so reagieren, sondern gegen Thierse und SPD, die die Leute so wütend machen.“

      DIese zwei Sätze zeigen erneut auf das Genaueste, was da wirklich los ist im seehuberschen Oberstübchen. Viel sophistisches Blabla zur Befriedigung narzisstischer Wünsche, dahinter vor allem Ressentiment, genannt „Wut“. Es war klar, dass Frau Seehuber früher oder später über Ihre eigenen Füße stolpern muss.
      Was wäre, hätte Ihr Mann zufällig starke Ähnlichkeit mit Norbert Lammer oder Gregor Gysi? Oder Björn Höcke? Wie würde die bayerische Provinz darauf „reagieren“? Sie unterstellen den Menschen in Ihrer Heimat, nicht in der Lage zu sein, zwischen Ihrem Mann und Wolfgang Thierse zu unterscheiden? Da lachen ja die Hühner! Die boarischen, wohlgemerkt. Und selbst wenn Ihre bayerischen Mitmenschen so blöde wären, wie Sie insinuieren, dann wären es immer noch eben diese Mitmenschen, auf die Sie „wütend“ sein müßte, wütende Seehuberin.
      Schenken wir Ihnen Glauben, Seehuberin, und gehen davon aus, Ihre Mitbayern seien derartig minderbemittelt, wie Sie sagen. Was sagt uns das über deren politische Ansichten? Na? Vielleicht sollte sich Ihr Mann einfach rasieren. Und Sie sollten dringend in die Werkstatt, Frau Seehuber.

      • Katharina Seehuber schreibt:

        @praecox
        „Sie unterstellen den Menschen in Ihrer Heimat, nicht in der Lage zu sein, zwischen Ihrem Mann und Wolfgang Thierse zu unterscheiden? Da lachen ja die Hühner“
        Tja, die lachten tatsächlich – über Sie, wenn sie könnten. Da läßt sich der Imitator von geistiger Kompetenz über Ähnlichkeiten aus, die er nicht im geringsten kennt – als wüßte er, wie verwechseln allein gehen kann: nach praecox-Vorgaben. Erfahrungen anderer? Zählen für Ego Besserwiß nicht – oder besser: er will sie nicht gelten lassen, je nach Bedarf: denn es geht um die Gelegenheit.
        Mann, welch hemmungsloses Sichbloßstellen, um dieses kleinen Egos willen!
        Und über meine sprachlichen Fähigkeiten ergeht sich Zwerglein Stilz auch – die Neurose scheint mit jedem meiner Post zu wachsen! Da berserkert einer im fremden Weinstock, weil seine Trauben kümmerlich sind, ein kleiner Vulkan, der ausbricht bei Gelegenheit des Aufmerksamkeitsmanagements.
        Sie speien heiße Asche und spröde Lava; Beiträge wie auf Kommando (lustig zwar, wie berechenbar Sie sind) kaum ein Gedanke, den man verwerten könnte, dafür das Klafter Verbalschrott, mono-intentional auf Herabsetzung der Intimfeindin zielend, sich selbst erbarmenswert entblößend, was Mini-Eruptionen eben gerade mal zustande bringen – ein Vulkan mit Schluckauf. Welch unfreiwilliges Schauspiel verbissener Wut, die Wut vorwirft und selbst darin badet, und selbstgefällig Schmutzkaskaden speit In fast tragischer Selbstüberschätzung glauben Sie pyroklastische Ströme des heiligen Zorns auszustoßen, doch es ist nur ganz gewöhnlicher Geifer – mit dem Ziel herabzusetzen, nicht zur Diskussion beizutragen. Es geht nicht um Erkenntnis oder sinnhaften Beitrag – die Lava ist so rot wie Ihre Eifersucht, ganz gwöhnliche Eifersucht -, nicht um eine Erweiterung des Horizonts – der reicht gerade mal so weit, wie der Ascheregen geht. Amüsant für kurze Zeit, auf Dauer ermüdend, wie Sie auf immer gleiche Weise Gift in die Auseinandersetzung sprühen, giftige Ausdünstungen des überhitzten Magmas, und ergeben harre ich Ihrer allzu bekannten Kanonade Beschimpfungs-Basalts, kleine Körner zwar, in kleinen Eimern aus dem kleinen Vulkan heraufgeschleppt, aber mit Lust geschleudert. Sie brauchen das offensichtlich – aber in Diskussionen sind derlei Möchtegern-Pinatubos doch eher schwer erträglich – sie (zer)stören nur, sie tragen nichts bei. Ehrlich gesagt: sie sind entbehrlich.
        Ehrlich gesagt: Sie interessieren mich nicht. Ich kenne Ihresgleichen nur zu gut, Kletten gleich, die sich nicht abschütteln lassen wollen, weil sie an fremden Kleidern sichtbar werden.
        Ein Vorschlag: kurieren Sie Ihre Schnappatmung im Kämmerlein aus, nicht öffentlich. Dieses Schauspiel der Keilerei ist an diesem Ort fehl am Platze. Die Zivilisation ist eine Errungenschaft. Oder, mir schwant (rhetorisch) etwas: Brauchen Sie das gar?

        • Praecox schreibt:

          Lavapalaver.

          „die Lava ist so rot wie Ihre Eifersucht, ganz gwöhnliche Eifersucht“
          Quod erat demonstrandum.

          • A.Bundy schreibt:

            Das Q.E.D. steht hier wohl eher für die komplette Unfähigkeit des offensichtlich zwangsgestörten Vollzeit-Denunzianten @Praecox vom Objekt seiner manischen Besessenheit auch nur eine Minute abzulassen.

            Frau Seehuber, es ist wohl wieder mal Zeit für den Stock. Kratzen sie das nervige kleine Stück Scheiße einfach von ihrer Schuhsohle. Kratz, kratz und plopp.
            Ein gesundes, neues Jahr wünsche ich Ihnen. 😉

          • Praecox schreibt:

            Sind Sie das, Bundy?

      • ceterum censeo schreibt:

        Also solche Bilder zu posten, da hört der Spaß endgültig auf! Schämen Sie sich gar nicht?

    • Dante schreibt:

      Da kommt schon mal Wut auf – aber nicht gegen die Leute, die so reagieren, sondern gegen Thierse und SPD, die die Leute so wütend machen.

      Wenn man selbst der Auffassung ist, dass nicht nur etwa die SPD als Partei, sondern auch Wolfgang Thierse als Person und als Politiker Mist gebaut habe, darf man dies ruhig. Dann sollte man allerdings auch genau wissen. wofür.
      Einer gerechtgfertigten Wut über die Dummheit von Menschen, die sich vielleicht nicht mehr lang nur verbal zu Attacken hinreißen lassen, nur weil jemand so ähnlich ausschaut wie jemand, mit dessen Politik sie nicht einverstanden sind, sollte dies jedoch keinen Abbruch tun.

  5. American Viewer schreibt:

    Wenn selbst Praecox in diesem Fall Buurmann nicht mehr deckt, dann muss Buurmann aber wirklich ausnahmsweise mal meilenweit daneben liegen.

    Ich habe immer noch nicht ganz verstanden, was Sie uns zu Silvester 2016/2017 sagen wollen, Herr Buurmann. Irgendeine Maßnahme hat ihnen da nicht gefallen, aber so wie ich das lese, versteht hier (fast) niemand so wirklich warum. Nicht mal super-pc Praecox.

    Und die weißhäutigen Glatzköpfe werden übrigens bei jedem Fußballspiel (und jeder Demo) eingekesselt. Und das völlig zurecht.

    • bevanite schreibt:

      Es werden aber nicht bei jedem Fußballspiel alle Weißhäutigen eingekesselt (und das völlig zurecht), da die Polizei eben in solchen Fällen amtliche Fahndungsdateien mit bekannten Hauern, Vorbestraften und des Stadions Verwiesenen führt. Darum geht es.

    • Praecox schreibt:

      Disclaimer:
      Für Namedropping mit meinem guten Namen habe ich keine Einwilligung abgegeben.

    • Caro Tiedemann schreibt:

      99% aller Menschen, die Flüchtlingsheime anzünden, sehen nicht wie Flüchtlinge aus.

      Wann beginnt man endlich die „Nicht-wie-ein-Flüchtling-Aussehenden“ vor den Flüchtlingsheimen einzukesseln?

      • max schreibt:

        Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich. Wenn sich zum Jahrestag eines Brandanschlags eine Horde aggressiver, blonder, blauäugiger Männer auf den Weg auf das selbe Asylbewerberheim macht, dann werden die -übrigens unter Applaus aller Peters und anderen Arschlochschwätzern- sowas von eingekesselt, das die Schwarte kracht.

      • max schreibt:

        Noch etwas für unseren Carlo: Es werden übrigens weit mehr als 1% der Brandstiftungen von Asylbewerbern selbst begangen.

  6. Praecox schreibt:

    Herr Buurmann, das ist doch alles irgendwie unsausgegoren…

    Es geht doch nicht um biologische/ ethnische, sondern um kulturelle Merkmale. Letztere bilden im Falle der nordafrikanischen Intensivstraftäter eben eine große Schnittmenge mit den ethnischen Merkmalen.

    Um in Ihrem Beispiel zu bleiben: niemand würde alle blonden und blauäugigen Männer unter Generalverdacht stellen. Hätte an Silvester 2015/16 aber Horden von Skandinaviern auf der Domplatte verbrochen, was dort Horden von Nordafrikanern verbrochen haben, dann hätte die Polizei bei Silvester 2016/17 sicher auf die Merkmale „blond“ und „blauäugig“ geschaut.
    Schlicht und ergreifend, weil so die Wahrscheinlichkeit, (potentielle) Straftäter zu erwischen, am höchsten ist. Und darum ging es: den Schaden möglichst gering halten. Das ist der Polizei gelungen.

    • Caro Tiedemann schreibt:

      Zitat: „Hätte an Silvester 2015/16 aber Horden von Skandinaviern auf der Domplatte verbrochen, was dort Horden von Nordafrikanern verbrochen haben, dann hätte die Polizei bei Silvester 2016/17 sicher auf die Merkmale „blond“ und „blauäugig“ geschaut.“

      Dafür hätte man dann aber deutlich mehr Polizisten gebraucht als die 1500 Einsatzkräfte gebraucht, da ja viel mehr „nordisch“ aussehende Männer in Köln unterwegs sind. Da man aber nicht zigtausende Einsatzkräfte abbestellen hätte können, hätte man irgendwelche andere, spezifischere Attribute auswählen müssen, um die „potentiellen Täter“ einzugrenzen und einzukesseln, sei es die Frisur, die Körpergröße oder was weiß ich was.

      Womit wir wieder am Anfang wären: Eine Verdächtigung wegen Ethnie geht praktisch nur mit Minderheiten, nicht mit der Mehrheitsethnie. Und genau deswegen trifft PRAKTISCH nur die Minderheit auf rassistische Ausgrenzung.

      Nicht nur auf der Domplatte zu Silvester, sondern viel öfter als es sich je ein blonder, blauäugiger Mensch auch nur in seinen entferntesten Träumen vorstellen kann. Dunkelhäutige Mitbürger mit exotisch klingenden Namen müssen sich statistisch 10 mal öfter um einen Ausbildungsplatz bewerben, für Dunkelhäutige ist es fast unmöglich eine Wohnung zu bekommen außerhalb der Migranten-Vororte. Ironisch ist, dass blonde, blauäugige Männer den Dunkelhäutigen dann auch noch vorwerfen, dass diese sich ja „nicht integrieren“ würden und immer unter Ihresgleichen verweilen würden.

      Es sind ignorante, blauäugige Männer wie Sie, Herr Praecox, die mit Ihren „unausgegorenen“ Vergleichen, das Leben unserer dunkelhäutigen Mitbürger zu einem Spießrutenlauf machen.

      • A.S. schreibt:

        Praecox, du muss nach Quellen fragen !

        • Praecox schreibt:

          Nur die Ruhe, A.S., bin ja schon da. Habe ich Ihnen das Du angeboten?

          Caro Tiedemann schreibt: Januar 4, 2017 um 5:46 am
          „Dafür hätte man dann aber deutlich mehr Polizisten gebraucht als die 1500 Einsatzkräfte gebraucht, da ja viel mehr „nordisch“ aussehende Männer in Köln unterwegs sind. Da man aber nicht zigtausende Einsatzkräfte abbestellen hätte können, hätte man irgendwelche andere, spezifischere Attribute auswählen müssen, um die „potentiellen Täter“ einzugrenzen und einzukesseln, sei es die Frisur, die Körpergröße oder was weiß ich was.“

          Es waren nunmal keine Skandinavier, @Frau Tiedemann. Ihre THEORIE ist deshalb kontrafaktisch. Rassismusfreier Realismus ist immer faktisch.

          Caro Tiedemann schreibt: Januar 4, 2017 um 5:46 am
          „Womit wir wieder am Anfang wären: Eine Verdächtigung wegen Ethnie geht praktisch nur mit Minderheiten, nicht mit der Mehrheitsethnie. Und genau deswegen trifft PRAKTISCH nur die Minderheit auf rassistische Ausgrenzung.“

          Aufgepaßt, @Frau Tiedemann!
          Es hat keine „Verdächtigung wegen Ethnie“ stattgefunden. Sondern ausschließlich aus einer bestimmten Ethnie heraus wurde eine bestimmte Straftat begangen. Die Wiederholung desselben Szenarios war am 31.12.2016 zu erwarten und laut Polizei ab 20:00 Uhr mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten. Zu diesem Zeitpunkt wäre die Kontrolle aller fernöstlich aussehenden Menschen irrwitzig gewesen.

          Selbstverständlich funktioniert eine Verdächtigung wegen Ehtnie auch mit der „Mehrheitsethnie“. Ich bezweife allerdings stark, dass die Mehrheitsethnie in Deutschland aus blonden Blauäugigen und blauäugigen Blonden besteht. Wenn dem aber so wäre und es würden mit ähnlich signifikanter Quote aus diesem Kollektiv heraus Verbrechen verübt, wie es bei jungen Männern aus Nordafrika der Fall ist, dann wäre Deutschland ein Land, in dem öffentliche Gruppenvergewaltigung zum Alltag gehören.

          Caro Tiedemann schreibt: Januar 4, 2017 um 5:46 am
          „Es sind ignorante, blauäugige Männer wie Sie, Herr Praecox, die mit Ihren „unausgegorenen“ Vergleichen, das Leben unserer dunkelhäutigen Mitbürger zu einem Spießrutenlauf machen.“

          Menschen, die, ohne im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft schwerwiegende Verbrechen hier geltende Gesetze begehen, betrachte ich nur sehr eingeschränkt als „Mitbürger“. Nur dort, wo Ihre auch für Nichtbürger garantierten Grundrechte geschützt werden müssen. Bei einer Rechtsgüterabwägung zwischen dem Schutz von Leib und Leben Dritter und den Grundrechten potentieller Täter, würde das Recht der Täter hintanstellen.

          Abgesehen davon muss die Welt und ganz besonders das Forum dieses Blog Ihnen unendliche dankbar sein, für Ihren letzten Satz! Trefflicher hätte niemand zeigen können, woran der hiesige Diskurs krankt.

          Und jetzt noch zu den von Ihnen genannten Zahlen:
          QUELLEN oder LÜGENKOMMENTATOR!

        • Praecox schreibt:

          P.S., A.S.:

          Sie MÜSSEN noch Quellen liefern.

          • A.S. schreibt:

            Hab ich schon. Dass die dir nicht passt ist nicht mein Problem.

          • Praecox schreibt:

            Sie können noch hundert Jahre darauf herumreiten. Ich erläutere Ihnen hiermit letztmalig, dass eine Schlagzeile keine seriöse Quelle ist und die in der Schlagzeile genannten Zahlen inzwischen durch das offizielle Statement der Polizei Köln korrigiert wurden.

            Ebenfalls letztmalig folgender Hinweis: es geht mitnichten darum, ob mir irgendeine Information gefällt oder nicht gefällt. Es geht einzig und allein um so etwas Abstraktes, nicht-subjektives, wie die Richtigkeit von Angaben und Daten.
            Dass Sie dass nicht begreifen können, ist Hinweis auf eine zugrundeliegende Beeinträchtigung der Wahrnehmung von Wirklichkeit.

      • Heimchen am Herd schreibt:

        „Es sind ignorante, blauäugige Männer wie Sie, Herr Praecox, die mit Ihren „unausgegorenen“ Vergleichen, das Leben unserer dunkelhäutigen Mitbürger zu einem Spießrutenlauf machen.“

        Es sind Frauen wie Sie, Caro, die ständig die weißen Männer diskriminieren!
        Ich kann es nicht mehr hören! Ich möchte mit solchen Frauen nichts, aber
        auch gar nichts zu tun haben!

        • besucher schreibt:

          Und wehmütig denkt das Heimchen an die Zeiten zurück als der weiße Mann global gesehen die Hosen noch anhatte…

        • ceterum censeo schreibt:


          Liebes Heimchen, hier ist ein schwarzer Gentleman, der etwas beizutragen hat. Er hat mehr Verstand als alle hier zusammen und hätte für diese simple, vom Selbsthaß zerfressene Person wohl nur Mitleid übrig. Er würde sie wahrscheinlich als das bezeichnen, was sie in Wirklichkeit ist: ein elender Rassist.

          • Heimchen am Herd schreibt:

            „Er würde sie wahrscheinlich als das bezeichnen, was sie in Wirklichkeit ist: ein elender Rassist.“

            So ist es! Und er muss es wissen! 😉

  7. guinness44 schreibt:

    Ich gehe alleine bzw mit Freunden zu einem Bundesligaspiel und werde kontrolliert und muss alle Taschen leeren. Ich gehe mit meiner Frau zu einem Bundesligaspiel und werde kontrolliert aber muss nicht die Taschen leeren. Ich gehe mit meinem kleinen Sohn zu einem Bundesligaspiel und muss nur unsere Karten zeigen. Ich hatte immer die gleiche neutrale Jacke an. Alles harmlos, da alles Heimspiele. Die „Fans“ meines Vereins haben leider berechtigt einen sehr schlechten Ruf. Bei Auswärtsspielen sind teilweise Zelte für die Leibesvisitation aufgebaut. Da sind auch viele blonde, blauäugige, weiße, deutsche Männer dabei. Die Kommentare kann man sich vorstellen.

  8. Heimchen am Herd schreibt:

    „Wie es sich anfühlen muss, eine Frau zu sein, die in der Kölner Silvesternacht 2015/16 von der Polizei im Stich gelassen wurde, während sich widerliche Barbaren alles herausnahmen, davon fangen wir besser gar nicht erst an!“

    Sie sind sehr ausgekocht, Herr Buurmann! 😉

    • Heimchen am Herd schreibt:

      Immer ist der böse, weiße Mann schuld!
      Dabei liebe ich die blonden, weißen Männer über alles!
      Es kann mich NIEMAND zwingen, sie NICHT zu lieben!

      • Heimchen am Herd schreibt:

        Und ich liebe blaue Augen! Ich habe selber blaue Augen! 😉

        90 % der Weltbevölkerung haben braue Augen!
        Wir Blauäugigen sind eine Minderheit!

      • bevanite schreibt:

        Es kann mich NIEMAND zwingen, sie NICHT zu lieben!

        Macht das irgendjemand?

        • Heimchen am Herd schreibt:

          Die weißen Männer werden immer mehr diskriminiert
          und zwar weltweit! Sie werden für alles verantwortlich
          gemacht, was auf der Welt passiert, das ist eine
          Unverschämtheit! Die anderen Männer sind immer
          nur die Opfer, es wird Zeit, dass sie endlich lernen,
          Verantwortung zu übernehmen, anstatt immer nur
          zu jammern! Sie sollten nicht hier sein, sondern in
          ihren Ländern und sie aufbauen!

          Sie benehmen sich hier wie Wilde, die in Horden
          auf Frauen losgehen, um sie zu vergewaltigen
          und wer bekommt wieder die Schuld? Die weißen
          Männer! Das ist absurd!

  9. Ralf Weber schreibt:

    Es ist zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen wieder ehrlicher Realismus angebracht und nicht andauernde, unsinnige Unterstellungen auf ideologischen Basis. Es sieht auch hierbei nach einem der generellen Probleme der aktuellen „postfaktischen“ Zeitperiode aus.

    Es sieht leider momentan an vielen Stellen so aus, als ob es weltweit eine generelle destruktive „postfaktische“ Dynamik gibt, so wie hier:

    http://www.pro-medienmagazin.de/kommentar/2017/01/03/fuer-die-vereinten-nationen-gehoert-die-klagemauer-nicht-zu-israel/

    http://juedischerundschau.de/warum-westliche-linke-die-rechtsextremen-fremder-laender-lieben-135910672/

    Mal realistisch:

    https://boasinfo.wordpress.com/2016/12/30/obamas-verrat-an-israel-von-kairo-bis-zum-sicherheitsrat/comment-page-1/#comment-92

    https://tapferimnirgendwo.com/2017/01/02/offener-brief-von-gerd-buurmann-an-volker-beck/

    Hier von jemanden, der im Überblick wirklich Erfahrung bei der UN hat:

    http://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/ban-kritisiert- -gegenueber-israel/

    Und hier gibt es weltweit auch konkrete Hoffnungen auf Entwicklungen im guten Sinne :

    http://juedischerundschau.de/mike-pence-katholikal-und-ein-grosser-freund-israels-135910653/

  10. luminescent schreibt:

    Eine Rasterfahndung ist eine polizeiliche Maßnahme, wo Datenbanken und Daten im Allgemeinen zur Aufdeckung schwerer Straftaten vernetzt und auf ein eingegrenztes Profil von mutmaßlich oder möglichen Tatbeteiligten, die dem Muster – hier dem Raster – entsprechen, angewendet werden. Sie muss je nach Bundesland richterlich angeordnet werden. Das fand in Köln in besagter Nacht nicht statt, es wurden lediglich vermutete Gefährder, die in einer beachtlichen Anzahl auftraten, daran gehindert, Straftaten in großer Zahl wie vor einem Jahr zu begehen. Die Polizeikräfte haben lediglich ihre Arbeit gemacht. (Und das nicht schlecht, wie die drastisch reduzierte Anzahl von angezeigten Delikten zeigt.)

    Die Fragen sollten eher in die Richtung gehen, wem es möglich war, über 1000 NAFRIS zu mobilisieren, diese konzentriert an einen Ort zu schicken und damit die Kraft des Rechtsstaates in einer Art Test zu überprüfen. Von blonden, blauäugigen Männern wird dieser Test sicher nicht ausgegangen sein, Herr Buurmann. 😉

    • Eitan Einoch schreibt:

      A.C.A.B., gell Herr Buurmann?! Entweder sind die Cops sexistisch, weil sie nicht eingreifen (wie Silvester 2015), oder sie sind rassistisch, weil sie eingreifen (wie Silvester 2016). Der Polizist hat nur die Wahl zwischen „falsch“ und „verkehrt“. Kommt mir irgendwie bekannt vor…

      • blitzmerkerin schreibt:

        Der Punkt ist doch, dass in der Art des als Sinnvoll erachteten Eingriffs der Rassismus liegt. Und ja das ist verkehrt.

      • tapferimnirgendwo schreibt:

        Ich gebe der Polizei nicht die Schuld für den 31. Dezember 2016. Schuld sind die Terroristen, die Sexisten, die Islamisten, die Zwietracht säen wollen. Am 31. Dezember 2015 hatte die Polizei Schuld, als sie die Opfer des sexistischen Terroranschlags alleine ließ! Am 31. Dezember 2016 trug die Polizei jedoch Verantwortung und das ist gut! Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass die Polizei gut genug aufgestellt ist, um Verantwortung zu tragen. Darum gilt:

        Danke, liebe Polizei!

        Danke, dass Ihr einen Anschlag wie vom 31. Dezember 2015 verhindert habt. Danke, dass Ihr die Frauen nicht im Stich gelassen habt. Dennoch, der 31. Dezember 2016 darf sich nicht wiederholen! Wir können und dürfen nicht zufrieden sein mit der Art und Weise, wie es in der Silvesternacht 2016/17 abgelaufen ist. Wir müssen es einfach besser können! Wir sind aufgeklärt, modern, humanistisch und feministisch. Die Bibliothek von Alexandria passt heute auf einen Mikrochip, wir fliegen und kommunizieren in einem weltweit gespannten Netz. Wir müssen es einfach besser können als zwei Türen, eine für Weiße und eine für die Anderen.

        Ich stelle mir mal vor, ich sei Polizist. Die Polizei ist getrieben zwischen dem Anspruch, uns zu beschützen und der Erwartung, uns nicht auf die Nerven zu gehen. Es ist nicht leicht, bei der Polizei zu sein. Die Polizei erfährt in Deutschland einfach viel zu wenig Dankbarkeit. Wenn ich eine Polizistin oder einer Polizisten sehe, dann sage ich immer „Danke“. Die Polizei hat es verdient. Ich rufe alle meine Leserinnen und Leser auf, dies auch zu tun, denn diese Männer und Frauen machen einen harten Job und sind für uns da!

        Ich stelle mir aber auch mal vor, ich steckte in die Haut eines Mannes, der als vermeintlicher Nafri selektiert im Polizeikessel vor dem Kölner Hauptbahnhof stand und nur feiern wollte. Ich nehme mal an, er ist Deutscher. Lediglich seine Hautfarbe und die Herkunft seiner Eltern machte ihn verdächtigt. Was denkt so ein Mann wohl in diesem Moment? Was denkt ein Mensch, der weiß, was es bedeutet, einen Job nicht zu bekommen, weil er so aussieht, wie er aussieht? Was denkt ein Mensch, der aufgrund seines Aussehens größere Schwierigkeiten hat, eine Wohnung zu finden, der von Behörden anders behandelt wird, oft nicht mal beabsichtigt, sondern unterbewusst, der stets und immer wieder auf seine Hautfarbe reduziert wird? Er braucht nur in einen Club zu gehen und schon weiß er, dass er anders ist als seine Freunde, die problemlos am Türsteher vorbei kommen.

        Als weißer Mann kenne ich so eine Behandlung nicht. Ich werde nicht täglich auf meine Hautfarbe reduziert, einzig und allein dafür, um mich schlechter zu behandeln. Ich kann mir aber vorstellen, wie es ist, immer wieder ausgegrenzt zu werden, um dann zu erleben, dass ich aufgrund meines Aussehens sogar von der Polizei eingekesselt werde. Es gibt einen wissenschaftlichen Ausdruck für dieses Gefühl: Scheiße!

        Natürlich weiß ich, dass dafür die Terroristen verantwortlich sind und nicht die Polizei. Ich weiß, dass die Polizei im Zweifel auf meiner Seite ist, aber ich stehe nun mal im Kessel und darf nicht feiern und das einzig und allein nur wegen meiner Hautfarbe. Das ist, ich wiederhole den wissenschaftlichen Ausdruck: Scheiße!

        Im Grunde sind sich die Polizisten, die nun kritisiert werden und die unschuldigen Männer, die eingekesselt vor dem Kölner Dom standen sehr ähnlich. Sie müssen einstecken, was andere verbockt haben. Davon können jedoch auch die Frauen vom 31. Dezember 2015 ein Klagelied singen. Was die Polizei und die zu Nafris reduzierten Männer am 31. Dezember 2016 erleben mussten, verblasst im Vergleich zu den Erfahrungen, die Frauen am 31. Dezember 2015 vor dem Kölner Dom machen mussten.

        Ich stelle mir mal vor, ich sei eine Frau. Wie fühlt es sich an, einen Auftrag nicht zu bekommen, weil ich eine Frau bin und ständig auf mein Äußeres reduziert zu werden? Wie ist es, im nächtlichen Park Angst zu haben, vergewaltigt zu werden und an allen Orten Übergriffigkeiten erleben müssen, nur weil ich eine Frau bin? In der Silvesternacht 2015/16 fanden sich Frauen eingekesselt in einer Horde von ideologisch aufgegeilten Barbaren, die wüten konnten, weil die Polizei sie im Stich ließ. Für einen kurzen Augenblick waren der Staat und das Land nicht mehr in der Lage, ihre Bürgerinnen zu schützen. Es war eine Kapitulation, die niemals hätte passieren dürfen. Die Silvesternacht 2015/16 ist somit nicht vergleichbar mit der Silvesternacht 2016/17. Das Eine war eine Kapitulation, das Andere nur etwas, das hätte besser organisiert werden müssen.

        Wie lautet eigentlich die weibliche Form von Nafri? Von Frauen ging schließlich in der Silvesternacht keine Gefahr aus!

        Zu Beginn des Jahres 2017 sollten wird die Gemeinsamkeiten erkennen. Die zu Unrecht Eingekesselten, die Polizei vor Ort und sämtliche angegriffenen und diskriminierten Frauen sitzen in einem Boot. Die Terroristen wollen, dass sie aufeinander los gehen, aber genau diesen Sieg dürfen wir ihnen nicht schenken. Unsere Gesellschaft ist wehrhaft, unsere Polizei ist verantwortungsvoll und Deutsch sein hängt nicht von der Hautfarbe oder dem Geschlecht ab.

        Das heißt, dass es nicht angehen kann, dass ein Mensch vor dem Kölner Dom seine Bürgerrechte nicht ausleben kann, nur weil die Polizei nicht in der Lage ist, seine Rechte zu schützen. So schwer es manch einer Person fällt, es zu akzeptieren, aber das bedeutet auch, dass das Verbot für die AfD, am Silvesterabend vor dem Kölner Dom zu demonstrieren, ebenfalls inakzeptabel ist. Die AfD ist keine verbotene Partei. Es mag einem die innere Galle aufregen, manch ein Mitglied der AfD reden zu hören, aber die Grundrechte gelten für AfD-Mitglieder wie für jeden anderen Menschen. Die Justiz entscheidet, ob die AfD etwas verbotenes tut, nicht der Mob auf der Straße und die Polizei muss ihre Rechte schützen! Alles andere ist Selbstjustiz.

        Außerdem, nachdem es in Köln zwei Türen zur Selektion von Menschen gegeben hat und eine klare Ansage der Polizei, das Versammlungsrecht von Menschen nicht schützen zu können, gibt es andere Nasen, an die es zu fassen gilt. Wer sich über die AfD echauffiert, darf jetzt nicht schweigen. Wir sind aufgeklärt, wir können einander ertragen, wir müssen einander ertragen und vor allem: Wir können es besser! Alles andere wäre ein Sieg der Terroristen!

        Nur gute Polizei kann man kritisieren! Am 31. Dezember 2016 übernahm die Polizei Verantwortung. Wie jeder Mensch, der seinen Beruf liebt und Verantwortung übernimmt, hat die Polizei gelernt, was sie beim nächsten Mal besser machen kann. Darum ist Kritik gut!

        Am 31. Dezember 2015 konnte man die Polizei nicht kritisieren. Man konnte nur an der Polizei verzweifeln. Sie kapitulierte. Sie ließ uns im Stich. Sie machte sich schuldig.

        Es ist ein großer Unterschied, ob jemand Schuld trägt oder Verantwortung. Bei Schuld hilft nur eine Verurteilung. Darum ging der damalige Polizeichef auch! Verantwortung jedoch ermöglicht Kritik. Am 31. Dezember 2016 machte die Polizei Kritik möglich. Allein dafür, aber noch für vieles mehr, sage ich:

        Danke, liebe Polizei!

        • A.S. schreibt:

          Die Polizei ist nicht schuld. Die hat nur zwischen zwei Übeln das kleinere wählen müssen, eine Einschätzung, die ich für richtig halte.

          Das Problem ist seit langem bekannt, die Sicherheitsbehörden schlagen auch seit langem Alarm. Die Polizei kann bzw. darf nicht entscheiden wer sich in Deutschland frei bewegen darf und wer nicht. Die Politik ist da gefragt, schon die letzten Jahre. Aber die hat geschlafen und sich lieber als Kämpfer gegen Rechts feiern lassen ohne irgendwas zu tun und dabei den NSU zu übersehen. Verantwortlich sind die Regierungen der letzten 20 Jahre, die tatenlos zugelassen haben, dass sich ein Mob im Land einnistet (das betrifft auch Inländer wie die Reichsbürger) und im Schutz des Rechtsstaats diesen aushebelt.

          • tapferimnirgendwo schreibt:

            Schuld ist die Polizei nicht. Natürlich nicht. Schuld war sie am 31.12.2015. Aber am 31.12.2016 trug sie endlich wieder Verantwortung. DANKE!

          • Eitan Einoch schreibt:

            BTW, ich wurde auch schon mal von Security-Leuten abgewiesen und am Betreten einer Örtlichkeit gehindert. Fand ich auch unfair, willkürlich und ohne rationale Begründung. Vielleicht sah ich auch verdächtig aus. That’s life, das Leben geht weiter.

          • Praecox schreibt:

            @EiEi
            Das waren bestimmt linksgrünversiffte Sicherheitskräfte.

        • Eitan Einoch schreibt:

          Was denkt so ein Mann wohl in diesem Moment?

          Wenn er klug und vernünftig ist, wird er denken: „Verdammt, damit hätte ich rechnen können. Wie dumm von mir, mich unter diesen Umständen an einem Ort zu begeben, an welchem die Erinnerung an die Schreckensnacht vom letzten Jahr noch immer wach und gegenwärtig ist. Vielleicht sollte ich in Zukunft angepasster verhalten..“

          Wenn er ein Idiot ist, wird er denken: „Scheißbullen, Drecksrassisten, Nazischweine!“

          • A.S. schreibt:

            Er denkt sich vmtl. das, was ich mir gedacht habe als ich auf der Abfahrt von einem Festival in eine extra dafür eingerichtete Massenkontrolle geraten bin:
            Ärgerlich wenn man so behandelt wird, aber leider begründeter Generalverdacht. Möchte mir nicht vorstellen wie viele Alkoholunfälle dadurch verhindert wurden…….

        • luminescent schreibt:

          Am 31. Dezember 2016 machte die Polizei Kritik möglich. Allein dafür, aber noch für vieles mehr, sage ich: Danke, liebe Polizei!

          Ein gutes Ende. Also ein Dank, Herr Buurmann, für diesen Kommentar. Er müsste den Artikel ersetzen, oder? Sie wissen es wie ich, wie man genau in Israel auf „Gefährder“ sieht, Massnahmen dagegen ergreift, die auch Auswirkungen auf Unbeteiligte haben, die diese „diskriminieren“, „benachteiligen“ und ihr Leben nicht einfacher macht. Wie hoch ist der Preis für die Sicherheit einer Gesellschaft? Wie hoch der Wert eines Opfers von Terror oder Gewalt, welches man nicht verhindert hat? Unbezahlbar, nicht?

  11. A.S. schreibt:

    Man könnte die Punker am Bahnhof fragen. Das sind i.d.R. nette, freundliche Leute, die meist sehr schlechte Erfahrungen mit der Polizei machen.
    Oder man frage junge Männer mit Rastalocken, wie die sich fühlen wenn sie als Autofahrer Samstagabend in eine Polizeikontrolle kommen.

    • ceterum censeo schreibt:

      Fühlt sich bestimmt total eklig an. Auch ohne Polizeikontrolle.

    • Praecox schreibt:

      Da der Konsum von illegalen Drogen ein gesamtgesellschaftliches Phänomen ist, werden Menschen mit Dreadlocks tatsächlich benachteiligt, wenn die Polizei speziell nach ihnen Ausschau hält.

    • Praecox schreibt:

      Sollte es denn so sein. Ich kann mir vorstellen, dass Drogenfahnder auch nach anderen Kriterien gehen.

      • A.S. schreibt:

        Wonach soll denn die Polizei entscheiden, wenn sie Samstag nachts hinter einem Auto herfährt? Sofern nicht auffällig gefahren wird bleibt den Polizisten nur der Blick auf der Fahrer und damit Äußerlichkeiten nach denen sie aus dem Bauch heraus entscheiden müssen.

        • Praecox schreibt:

          „Sofern nicht auffällig gefahren wird bleibt den Polizisten nur der Blick auf der Fahrer und damit Äußerlichkeiten nach denen sie aus dem Bauch heraus entscheiden müssen.“

          Sofern nicht auffällig gefahren wird, gibt es welchen Grund zur Kontrolle?

          • A.S. schreibt:

            Polizisten brauchen keinen konkreten Grund zur Kontrolle, die dürfen die einfach machen. Und das tun die natürlich nach Bauchgefühl (sofern kein konkretes Verhalten vorliegt), bzw. nach dem, was sie zu wissen/kennen glauben.
            Ich z.B. bin mit Anfang 20 als langhaariger Metaller fast jedes Wochenende kontrolliert worden. Oft auch mit der Begründung auf mein Äußeres. Die Polizisten meinten halt, Leute mit meines Alters und meiner Optik würden überdurchschnittlich oft besoffen oder bekifft Auto fahren. Obs stimmt weiß ich nicht, aber das waren halt die Kriterien.
            Seit ich über 30 bin werde ich fast gar nicht mehr kontrolliert. Falle halt nicht mehr unter die Zielgruppe.

          • Praecox schreibt:

            Eine ereignisunabhängige Verkehrskontrolle ist ereignisunabhängig. Und somit sind Haarfrisuren kein Anlass zur Kontrolle.

          • A.S. schreibt:

            Du lebst tatsächlich hinterm Mond.

          • Praecox schreibt:

            Zumindest nicht in Ihrer Blase.

          • A.S. schreibt:

            Jemand der glaubt, Polizisten würden niemals Menschen aufgrund von Äußerlichkeiten aufhalten, das aber offiziell als „ereignisunabhängige“ Kontrolle laufen lassen, der lebt geistig nicht nur in einer Blase ……

          • A.S. schreibt:

            Uns jetzt ist Schluss.
            Ich hab wahrlich besseres zu tun als dir zu erklären dass man sich die Welt nicht zurechtdefinieren kann, dass die vielen Grautöne der Realität nicht durch Spitzfindigkeiten zum verschwinden zu bringen sind.

          • Praecox schreibt:

            Wo habe ich das bestritten? Eben. Nirgends. Sie wollen gerne, das es so wäre. Warum? Sonst fiele Ihnen aug, dass das, was Sie „Bauchgefühl“ nennen ein Numinosum ist, das Sie nicht verstehen.

            Wir sind nicht per Du, können Sie das akzeptieren?

          • A.S. schreibt:

            Du/Sie wirkst wie die Kanzlerin, die sich, nachdem die Energiekonzerne auf Schadenersatz klagen, jetzt darauf beruft keine konkreten Anweisungen zum Atomausstieg gegeben zu haben.
            Aber jetzt ist wirklich Schluss.

Seid gut zueinander!

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