„Deutsche Automafia vergast jedes Jahr 10.000 Unschuldige“

"#Dieselgate – Wo drastische Taten fehlen, müssen wenigstens drastische Worte her: Deutsche #Automafia vergast jedes Jahr 10.000 Unschuldige"

Diese Aussage stammt von Jürgen Döschner. Er twitterte sie am 30. Juli 2017. Seit 1984 ist er in verschiedenen Funktionen für den WDR und die ARD tätig. Seit Ende 2011 ist Döschner offizieller „Energieexperte“ des ARD-Hörfunks und arbeitet in dieser Funktion in der Chefredaktion des WDR-Hörfunks.

Auf den WDR-Faktencheck zu dieser Aussage bin ich sehr gespannt! Zudem würde mich Interessen, was mit Schuldigen ist. Dürfen die vergast werden? Döschner prangert schließlich nur die Vergasung von Unschuldigen an.

Mich erinnert der Spruch an eine Demonstration für ein Nachtflugverbot aus dem Jahr 2012. Dort wurde ein Plakat getragen, auf dem zu lesen war:

“Wir Blankenfelder leben wie im KZ. Werden von zwei Seiten vergast + verlärmt, dank Platzek & Co.”

Nachtrag:

Ein paar Stunden später kam der Faktencheck:

"Mein Tweet z #Dieselskandal war provokant, aber kein Vergleich m Holocaust. "Vergasen" steht lt Duden f "Töten durch Giftgas" – hier: Abgas"

Dieser Faktencheck reichte allerdings keine halbe Stunde. Dann relativierte Jürgen Döschner seine Aussage:

"#Dieselgate: wo drastische Taten fehlen, müssen drast Worte her: deutsche #Automafia tötet jährl 10000 Unschuldige"

Es waren allerdings immer noch nur die Unschuldigen, deren Tötung er anprangert. Zwei Minuten später erklärte er seine Änderung so:

"#Dieselgate: Da m Tweet vielfach bewusst als Holocaust-Vergleich missinterpretiert wurde, habe ich ihn durch e "neutralere" Formul ersetzt"

Der WDR hat wahrlich echte Experten.

Den besten Kommentar dazu hat Alexei Pavlovic dazu verfasst, in dem er erklärt, mit der Begründung von Jürgen Döschner könne jeder jetzt auch "Sieg Heil" brüllen, ohne dabei die Nazis zu meinen, denn laut Duden bedeute Sieg lediglich "das Gewinnen eines Wettkampfes" und Heil "etwas, was jemandem das ersehnte Gute bringt; jemandes Wohlergehen, Glück".

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