„Fanatische Lieferwagenfahrer“

Vanessa Vu hat für die ZEIT lange mit sich gerungen, um die richtigen Worte für die Terroristen zu finden, die in den letzten Monaten und Jahren gemordet haben. Herausgekommen ist diese Beschreibung:

„Nizza, London, Berlin – und jetzt auch Barcelona: die Zahl der europäischen Länder, die zum Angriffsziel fanatischer Lieferwagenfahrer geworden sind, wird immer größer.“

Jawohl, fanatische Lieferwagenfahrer! Die Geschichte muss umgeschrieben werden. Am 11. September 2001 griffen fanatische Hobbypiloten Amerika an und am 18. Juli 2016 wütete ein fanatischer Holzfäller im Regionalzug in Würzburg. Mich wundert, dass Vanessa Vu nicht „fanatische Lieferwagenfahrer*Innen“ geschrieben hat, denn über die sexuelle Selbstbestimmung der Mörder lässt sie uns ebenso im Unklaren wie über deren Ideologie. Sie weiß nur, dass sie die Motive der Täter nicht verstehen kann:

„Glaubt man der Propaganda, die die ideologischen Hintermänner der Attentäter verbreiten, dann galt der Angriff Europa – und zwar nicht dem Europa der Banken- und Währungsunion, dem Europa der vielen Nationalstaaten oder dem Brexit-Europa.“

Ja, hätten die „fanatischen Lieferwagenfahrer“ das böse Europa angegriffen, dann hätte Vanessa Vu vermutlich andere Worte gefunden.

Nicht schlecht ist auch der Verschlag, den Vanessa Vu zur Terrorbekämpfung anbietet, nämlich dem „Terror nicht nur mit Abwehr und Außenpolitik zu begegnen, sondern mit Inklusion. Die europäischen Länder könnten zusätzlich zu ihren regionalen oder nationalen auch eine gesamteuropäische Integrationsstrategie anstreben und den Menschen eine Heimat bieten, bevor sie sich radikalisieren und bevor Terrororganisationen diese Menschen für sich gewinnen können.“

Ich mag mich irren und ich lade jede Leserin und jeden Leser ein, mich zu widerlegen, aber gab es in der Geschichte der Menschheit jemals eine Gesellschaft, die mehr Willkommens-Kultur lebte als Deutschland heute? Was von der deutschen Politik an Hilfe und Unterstützung angeboten wird, ist einzigartig.

Vanessa Vu spricht in ihrem Artikel ebenfalls die Nazis an:

„In den dreißiger Jahren war die Philosophin Hannah Arendt trotz der Machtübernahme der Nationalsozialisten zunächst in Deutschland geblieben. Sie dokumentierte die beginnende Judenverfolgung und nahm in ihrer Wohnung Flüchtlinge auf.“

Wo wir bei den Nationalsozialisten sind, liebe Vanessa Vu, meinen Sie nicht, die „fanatischen Lieferwagenfahrer“ sind aus dem selben Grund Schlächter geworden wie die Nationalsozialisten? Weil sie sich dazu entschieden haben!

Im März 2012 wurden in Frankreich drei Kinder und ein Mann vor einer jüdischen Schule in Toulouse ermordet, weil sie Juden waren.

Im Januar 2006 wurde in Frankreich Ilan Halimi entführt und über einen Zeitraum von gefoltert, weil er Jude war. Er erlag seinen Verletzungen.

Im Mai 2014 wurden drei Menschen ermordet, weil sie in einem jüdischen Museum waren.

Im Mai 2014 wurden in Frankreich zwei Juden vor einer Synagoge brutal zusammengeschlagen, weil sie Juden waren.

Ende 2014 wurde ein junges Paar in Frankreich überfallen und die Frau vergewaltigt, weil sie Juden waren.

Nachdem einer der Terroristen rund um den Anschlag auf Charlie Hebdo, Amedy Coulibaly, in einem jüdischen Supermarkt in Paris Geiseln genommen und vier Juden getötet hatte, rief er den französischen Sender BFMTV an, um seine Forderungen zu verbreiten. Der Sender fragte: „Haben Sie das Geschäft aus einem bestimmten Grund ausgesucht?“ Die Antwort kam prompt: „Ja. Die Juden!“ Er zudem, im Namen des „Islamischen Staates“ zu kämpfen.

Da haben Sie die Motive, Frau Vu: Die Terroristen morden im Namen einer islamistischen Nation. Sie sind Nationalislamisten und sie hassen Juden wie Nationalsozialisten. Sie hassen Juden so sehr, dass sie nicht einmal davor zurückschrecken, Kinder zu ermorden, weil sie Juden sind. Das machen nur echte Nazis!

Es wäre daher der Situation deutlich angemessener gewesen, folgende Worte zu wählen:

„Nizza, London, Berlin – und jetzt auch Barcelona: die Zahl der europäischen Länder, die zum Angriffsziel fanatischer Nationalislamisten geworden sind, wird immer größer.“

Die „fanstischen Liegerwagenfahrer“ sind Nationalislamisten. Sie sollten auch so genannt werden und vor allem sollte man Nationalislamisten so sehr mit „Inklusion“ begegnen wie Nationalsozialisten. Am Besten inkludiert man sie in Gefängnisse.

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