Kennen Sie diese Lieder?

Kennen Sie dieses Lied? Es handelt von König David, dem König des Königreichs Israel, der das Halleluja komponierte und zwar in der Hauptstadt seines Königreichs. Die Hauptstadt heißt Jerusalem.

Kennen Sie dieses Lied? Es handelt von Juden, die an den Flüssen Babylons sitzen und sich danach sehnen, in Ihre Hauptstadt zurückkehren zu können. Die Hauptstadt heißt Jerusalem.

Es gibt auch eine Opernversion dieser Sehnsucht der Juden. Sie ist ziemlich bekannt:

Kennen Sie dieses Lied? Es handelt von Juden, die in ihre Heimat zurückkehren, die eine Hauptstadt hat. Sie heißt Jerusalem.

Kennen Sie dieses Lied? Es handelt von Juden, die ihre Hauptstadt besingen. Sie heißt Jerusalem.

Wenn Sie diese Lieder kennen, wenn Sie sie gesummt und gesungen haben, wenn Sie dazu getanzt, geträumt, geweint und geküsst haben, wie können Sie auch nur eine Sekunde an dem Status der Stadt Jerusalem zweifeln?

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Übrigens, als die Band Boney M im Jahr 2010 in Ramallah auftrat, verhinderten die dortigen Veranstalter, dass sie „Rivers of Babylon“ sangen. Die Sängerin Maizie Williams erklärte damals, die arabischen Konzertveranstalter hätten ihr gesagt, es sei „nicht die klügste Idee“, das Lied zu singen. Es wäre ja auch nur zu peinlich gewesen, hätte Boney M in Ramallah ausgerechnet darüber gesungen, was die judenfeindliche Regierung der Region leugnet, nämlich die historische Verbindung der Juden zu Israel und zu Jerusalem.

Was heute in Ramallah passierte, geschah einst auch in Deutschland. Wie „Rivers of Babylon“ im 21. Jahrhundert war Nabucco in Deutschland in der Zeit des Nationalsozialismus wegen des Themas aus der Geschichte Israels zunächst unerwünscht. Im Jahr 1940 schuf Julius Kapp daher eine „arisierte“ Fassung, in der er anstelle der Israeliten Ägypter auftreten ließ. Im Chor „Va, pensiero“ ersetzte er den Jordan durch den Nil und Zion durch Memphis. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Kapp von 1948 bis 1954 Dramaturg an der Städtischen Oper Berlin.

Ähnlich wie bei den Nazis damals wird auch heute von vielen Leuten die Geschichte einfach nicht anerkannt, wenn sie nicht gefällt.

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