Da muss man erst mal drauf kommen!

Es ist doch wirklich faszinierend, wie sich ein deutscher Politiker immer mehr um Kopf und Kragen reden kann. Erst twittert Kevin Barth von der Piratenpartei, dass er „den Juden an sich unsympathisch“ findet, dann wundert er sich über den Vorwurf, ein Antisemit zu sein, weil es ja völlig abwegig ist, dass jemand als Antisemit bezeichnet wird, nur weil er „den Juden an sich“ unsympathisch findet, um dann schließlich, nachdem er dem Wunsch nachgekommen ist, sein Amt nieder zu legen, bei einem Interview mit ZDF Heute folgende Entschuldigung erklärt:

„Für diesen Satz kann ich nur um Entschuldigung bitten. Ich meinte eigentlich die israelische Administration. Ich wollte nicht den Juden persönlich angreifen. Mir ist das rausgerutscht. Aus Unwissenheit. Ich habe mich nicht genug informiert über dieses Thema.“

Ja, so sind sie, die jungen deutschen Politiker vom Schlage eines Kevin Barths: Sie müssen sich erst einmal richtig informieren, bevor sie erkennen können, dann es nicht okay ist, „den Juden an sich“ unsympathisch zu finden. Dass Antisemitismus keine so tolle Sache ist, da kommt ein 08/15-Kevin Barth eben nicht ohne Nachdenken drauf.

Vermutlich musste Kevin Barth sogar erst einen Crashkurs in Vergangenheitsbewältigung belegen, um zu erkennen, was an seinem Posting so schlimm ist. Ich befürchte sogar, dass erst ein paar Bilder in einem Geschichtsbuch ihn dazu gebracht haben, die Ungeheuerlichkeit in seiner Aussage zu erkennen.

Unter Auschwitz machen es manche Deutsche nicht mehr.

Für manch einen jungen Mensch in Deutschland scheint Auschwitz zu einer Nachhilfe für moralisch Sitzengebliebene verkommen zu sein, ganz so, als könne man ohne den Massenmord nicht wissen, dass es nicht richtig ist, Menschen zu hassen und millionenfach zu vergasen.

Erst ein langes Nachdenken und Informieren konnte Kevin Barth dazu bringen zu erkennen, dass es total doof ist, „den Juden an sich“ unsympathisch zu finden.

Es ist wahrlich ein trauriges Bild, das uns da ein deutscher Jungpolitiker von der heutigen Jugend in Deutschland präsentiert.

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