Die Badische Zeitung ist betroffen und schmollt

Nachdem die Badische Zeitung aufgrund einer Karikatur von 9. November 2013 zu Recht in die Kritik geraten ist, reagierte der stellvertretende Chefredakteur Thomas Fricker auf die Vorwürfe, die Karikatur bediene antisemitische Klischees. Die Antwort fällt wenig überraschend aus:

Man habe keine antisemitischen Klischees bedient, schließlich sei der Jude auf dem Bild keine „stilisierte Judenfigur“. Damit folgt die Badische Zeitung der Logik der Kölner Staatsanwaltschaft, die einst ernsthaft urteilte, dass selbst eine Karikatur, auf der ein Jude ein Kind isst und sein Blut trinkt, nur dann antisemitisch sein könne, wenn der kinderfressende Jude mit „Krummnase“ gezeichnet wird.

Die Badische Zeitung habe nur Kritik an den israelischen Ministerpräsidenten üben wollen und Kritik an Israel müsse möglich sein. Im Konflikt fehle es schließlich deshalb an Annäherung und Friede, weil Netanjahu dem Frieden und der Annäherung mit „Taubengift und Schneckenkorn“ zu Leibe rücke. Sollte diese „Kritik an Israels Politik“ nun gleichgesetzt werden mit Antisemitismus, hieße das laut Badischer Zeitung, dass Kritik an der Politik der israelischen Regierung prinzipiell nicht mehr möglich sei. Es ist der alte deutsche Dreiklang: Ich hab doch nur, das heißt doch nicht, man wird doch noch!

Lieber Thomas Fricker,

die Badische Zeitung kann Israel so viel kritisieren, wie sie will, und sie tut es schließlich auch. Niemand verbietet Ihnen irgendwas. Aber so wie eine Zeitung Kritik üben darf, dürfen die Leserinnen und Leser auf diese Kritik kritisch reagieren. Das nennt sich Demokratie, verehrter stellvertretender Chefredakteur.

Am 9. November 1938 brannten in Deutschland jüdische Einrichtungen und Synagogen. Damals wurden Juden verfolgt, weil sie vom Staat und teilweise auch von der christlichen Kirche zum Sündenbock gemacht wurden. Am 9. November 2013 machte nun die Badische Zeitung in einer Karikatur den einzigen jüdischen Regierungschef im Konflikt des Nahen Osten zum alleinigen Sündenbock, der mit Gift Frieden und Annäherung verhindert! Kein Hinweis darauf, dass einige islamistische Diktatoren Israel mit der Vernichtung drohen. Kein Hinweis darauf, dass Minister der Hamas Juden als Ratten und Bakterien bezeichnen, die ausgerottet gehören, so wie es einst die Nationalsozialisten taten. Kein Hinweis darauf, dass sich seit über 60 Jahren der Staat Israel in einem Krieg befindet, der mit Terror geführt wird, in dem regelmäßig Raketen auf das kleine Land fliegen, und an dessen Ende die Aggressoren nur die totale Vernichtung des israelischen Staates akzeptieren können. All das ignorierte der Karikaturist Haitzinger am 9. November 2013 und machte den einzigen jüdischen Regierungschef im Konflikt zum alleinigen Sündenbock mit „Taubengift und Schneckenkorn“. Können Sie wirklich nicht erkennen, was daran grenzwertig ist?

Zum Schluss möchte ich noch auf einen letzten Punkt zu sprechen kommen: Sie schreiben, dass die Kritik an die Badische Zeitung sie „betroffen“ gemacht habe und wünschen sich was:

„Wohl wünschen wir uns aber ein gewisses Maß an Fairness auch in der Kritik.“

Sie wünschen sich also Fairness. Ein spannendes Wort aus Ihrem Mund! Die Kritikerinnen und Kritiker der Karikatur sind mehr als fair mit Ihnen umgegangen. Die Badische Zeitung ist es, die jede Fairness vermissen ließ, als sie am 9. November den jüdischen Teil des Konflikts im Nahen Osten aussonderte, um ihm eine ganz besondere Behandlung zukommen zu lassen!

Zugegeben, diese Wortwahl von mir war nun etwas unfair, aber ich versuche nur, mich Ihrer Spielart anzunähern. Wenn tatsächlich Netanjahu der Grund ist für die schleppende Annäherung und den mangelnden Frieden im Nahen Osten, dann ist die Badische Zeitung Schuld am Antisemitismus in Deutschland, denn ich finde die eine Behauptung mindestens ebenso tiefsinnig wie die andere.

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72 Antworten zu Die Badische Zeitung ist betroffen und schmollt

  1. Aristobulus schreibt:

    …Oh!, alles Böse ist gelöscht, man sieht nur noch irgend Monologe von mir, die vor dem Löschen jedoch keine gewesen sind, halten zu Gnaden.
    Und wo sind Danny Wildes feine Kommentare-?
    Worum es da ging, erschließt sich noch grad eben so aus dem Zusammenhang: Da war ein gewisser Martin Neuk*amm, den man bei Bedarf beim Facebook findet, wobei er, der Bedarf ebenso wie der erwähnte Herr, jedoch völlig um nicht zu sagen völligst sekundär um nicht zu sagen allerletzt sind.
    So, das war’s 😉

    Schade eigentlich, dass es gelöscht ist, es war ganz lustig, und man konnte mal wieder lernen, wie die so denken.

    • Danny Wilde schreibt:

      @Ari, 20.11.13, 19:41 (ich lass‘ ab + zu ein „t“ wech, is Absicht) :

      Naja „fein“… wohl eher viiiiel zu bedrohlich, nich?, wo ich den Bläher doch in einen LCD-Monitor verwandeln wollte…. mit nem erschröckten Kucker davor…. der wo seine Reflexe nich im Griff hat…. das will keiner! Besonders wo die Furzkanone (ich sach dauernd sowas, wegen dem Gas, nicht?, war doch dessen großes Thema!) gleich alles für bare Münze nahm, als ob ich also wie Tony Curtis selig aus dem Himmel herabstiege und ganz leibhaftig über ihn käme grad so wie die Zwei in mancher monegassischen Bar über die Einrichtung … so’n Depp.

      Mach mir doch die Pfoten nich schmutzig.

      Hast DU schon denkende Sch*sshaufen gesehen?

      Ah bah… dann lieber Gerds Reihenfolge: erst Machete, dann Klospülung.

      • Aristobulus schreibt:

        Also wenn Scheißhaufen denken (oft genug tun die das ja), dann denken sie immer, sie seien mindestens was Besseres 😉 und adeln sich über den Misthaufen bis hoch zum Bessermenschen, nein Übermenschen.

        Die Limericks und sein Flachstbildschirmzustand haben ihn hingerichtet. ? Im Grund brach er durch sein eigenes Gewicht zusammen, er war ja Wannsee-Conférencier, Gasmann, Ausschwitzender, Kämmerer von ganz Baden, Fecebook-Auskotz und Zombie in Einem. Soviel kritische Masse muss ja den dunkelbraunsten Felsen von Mann kaputtmachen.

  2. Danny Wilde schreibt:

    Für die Galerie: Gerd hat die Machete rausgeholt. Hier geisterte ein Flaschengeist mit Blähungen herum…. nu nich mehr. Ffffffffffffffffffffffffffffft (niedersausendes mexikanisches Großschneidegerät), Arsch ab.

    So kommt’s, dass ein paar Kommentare irgendwie zusammenhanglos wirken. Dabei hat’s doch grad so Spaß gemacht!!!

  3. brathering schreibt:

    „Israel torpediert Atomverhandlungen mit Iran“. Twittert die Tagesschau heute: https://twitter.com/tagesschau

    Sehr schlau, Tagesschlau! 😉

    Und morgen twittern wir dann, dass die FDP, allein dadurch das sie vehement gegen einen gesetzlichen Mindestlohn ist, die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD torpediert!

  4. Aristobulus schreibt:

    …frug der freundliche Herr, der hier gestern ganz ungefragt ein paar Neuauflagen von Wannseekonferenz, Auschwitz und Zyklon B angeboten hatte.

    – Ähm, nur wegen Einordnung Ihres Weltbilds: Nur Deutschnationaler oder doch mehr freie Kameradschaften? Könnten auch bald Neumoslem werden, wenn das so weitergeht.

    • Aristobulus schreibt:

      Meine unvorgebliche Meinung zu den hier gegen Sie vorgebrachten, kaum versteckten oder verhohlenen und wahrlich entsetzlichen, ja epochemachenden Drohungen ist ausschließlich positiv, mein Herr.

      Ihre besten Freunde sind Juden? 😀 😀 😀
      Verzeihen Sie meine Heiterkeit. Sie sind Satiriker, ohne es selbst zu ahnen.

    • Aristobulus schreibt:

      „Uschihaft :D, ah welch Wort!, er machte ein uschihaftes Fass auf, mag keine radikalen Zionisten, hat aber für die noch etwas Zyklon B übrig, und er hechelt so.
      Wer hat den erfunden?
      Der KANN nicht echt sein.
      Anti3anti könnte den erfunden haben :mrgreen: , so als unser aller Klischee des bösen linksliberalen Feindes aus Neustadt am Rübenberge.
      Verzeih, ich fall grad vom Stuuuuuh

    • levrak schreibt:

      Hab‘ Dich! Was verpaßt? Mir war so, als habe was ganz komisches gerochen…
      Ist der Kamm gebrochen? 🙄

      A.mOr.

    • Aristobulus schreibt:

      Woll’n mer hoffn. 😉

    • Aristobulus schreibt:

      Noch’n Limerigg nach Middernacht:

      1.
      Im Badischen haust dieser Neukamm,
      der sich so am Zyklongas freut, dann.
      Um barscher und barscher
      zu gasen, der Arsch der.
      Recht häufig er deshalb herbei kam.

      [ Mist, da is‘ Wannsee und Auschwiz aber nich‘ drin.
      (Darf man heute noch Limericks über Wannsee und Auschwitz schreiben?!
      Celan sagte, dass man nach A. nücht Lürik schrüben dürfe.
      …Ist Limerick etwa Lyrik?!
      Nee. Weil zu bejse.) ]

      2.
      Der Neukamm, der war mal in Auschwitz,
      und weiß, dass das keiner Sau nützt:
      Paar Juden sind übrig!,
      doch Neukamm der übt nicht:
      ist Profi, der weiß was er ausschwitzt.

      [ Mist, immer noch nicht Wannsee. Muss aber nu.
      – Muss?
      Muss. ]

      3.
      Der Konferenz, jener am Wannsee,
      der fehlte ein neuer, ein Kamm. Weh.
      So eilte der Neukamm
      zur Hülfe herbei, bamm!,
      auch Linksliberaler selbst dann. Nee…

    • brathering schreibt:

      Drohungen? Übersetzungsfehler!

  5. Aristobulus schreibt:

    Danny, ich hätte auch hier für den Psychopathologen, Gasliebhaber und Judenreferenten Dr. Neukamm einen alten, sehr erprobten sog. Hahnenkamm aus dem späten 16. Jahrhundert, für a bissele damit Gehauenwerden. Was meinst Du, wär das für den ersprießlich?

  6. brathering schreibt:

    Man stelle sich vor, eine Karikatur, die die Verhandlungen, rund um das Atomprogramm der Iraner, ohne Antisemitische Klischees aufs Korn nimmt.
    Eine Karikatur die ohne der Unterstellung auskommt, das Israel noch nicht mal davor zurückschreckt, mit Gift eine Lösung des Konflikts zu hintertreiben und das größte Hindernis einer Einigung mit dem Iran ist. „Unvorstellbar“, wird die Badische Zeitung meinen.

    Das es doch geht…:
    http://www.cicero.de/karikaturen/fuer-wen-die-zeit-laeuft

  7. A.S. schreibt:

    Gabs in der Badischen Zeitung schon mal eine entsprechende Karikatur über die Hamas?

    • Aristobulus schreibt:

      Ja, doch, eine ganz kleine Reklameanzeige für die Hamas hinten auf S. 17, Halbmondfahrt (ja bloß nicht „Kreuz“fahrt) nach Gaza incl. Frauendeck, Männerbrüllkurs, Robbenrekordschießen auf hoher See, Davidsterne schlucken, Göringparty, Burka-Modenschau und so.
      Leider war die Anzeige so winzig und so ganz hinten, weil die Hamas bekanntlich wegen der israelischen Blockade völlig verarmt ist, ihre Schwiegermütter nach Saudi-Arabien verkaufen und ihre allerletzten Fischerboote jetzt den Imperialisten für Kreuz- nein Halbmondfahrten anbieten muss, um sich überhaupt noch ein Stückele Knäckebrot jeden zweiten Tag leisten zu können. Schluchz.

  8. mike hammer schreibt:

    die juden haben den arabern, ne jüdische münze, die arabisch spricht geklaut, oder so.

    wie die südländischen autohändler,
    „erlisch bruda, das kcheine beule, das tuning, escht wie neu, 0km 10 jahre
    erste hand lan, der besitzer hatte 3 doppelnamen, lan, glaübst ma nisch,
    schwör disch, erlisch lan.

  9. levrak schreibt:

    Kleine Korrektur ist angebracht.
    Der Nazi einst und heute weiß selbstverständlich, daß er/sie ein Antisemit ist. Die sind immerhin so ehrlich mit sich.

    A.mOr.

    • Aristobulus schreibt:

      Aber diesen TON hat der Neukamm doch verdammt gut getroffen, A.mOr, nicht?, diesen ganz bestimmten, sehr aufgeregten, schneidenden Herrenmenschenton, der sofort mit Wannseekonferenz, Auschwitz und Zyklon B droht, so bald einer es mal gewagt hat, ein einziges Exemplar von einem bisschen Antisemitismus auf ein bisschen Papier in einem Bisschen von Provinzzeitung zu erwähnen.

      Dazu gehört schon was. Also, ich könnte das viel schlechter als der gute Neukamm ;), dafür muss einer wahrlich dem Sujet der Satire zutiefst ergeben sein, mit Haut und Haaren, ja Seele.

  10. brathering schreibt:

    Am 18.11.2002 wurde in Berlin-Marzahn mit dem Abriss von Hochhäusern begonnen. Diese wurden dort gebaut, als die Bürger der DDR dort siedelten und um Westberlin eine Mauer errichteten. Herr Buurmann, sollte es also tunlichst unterlassen, heute noch irgendetwas zur Siedlungspolitik Israels zu schreiben.

    Das Herr Buurmann die Badische Zeitung am 16.11. für ihre Stellungnahme kritisiert, ist ein Affront und voller Polemik. Der Samstag ist traditionell ein Badetag, und der 16.11. war ein Samstag! Herr Buurmann ist ein Antibadinist!

    Der Gipfel aber ist, dass Herr Buurmann eine Kritik, die an Israel gerichtet ist, nur dann als nicht Antisemitisch einstuft, wenn sie am 30. Februar verfasst wird.

  11. Aristobulus schreibt:

    Sie sollten es jedoch nicht zu sehr überziehen, Neukamm. Ihre vorige Satire (mit „Hardliner“ und “ irgend ein symbolträchtiger Affront gegen die Juden“) war lustiger. Diese hingegen ist unlustig, die hechelt zu sehr mit Gas.

    Und Auschwitz? Wieso Auschwitz, und wieso Anführungsstriche?

  12. Aristobulus schreibt:

    Bravo für diese gekonnte Satire, die alle bekannten und unbekannten Schlagworte und Gemeinplätze eines zu heiß gebadeten Badener Vorgartenzwergs in der Lautstärke übertrifft :mrgreen:

  13. Kanalratte schreibt:

    In Baden-Baden baden Baden-Badens Baden.

  14. brathering schreibt:

    Reaktion der Badischen Zeitung auf Israel und auf die Kritik an ihrer Karikatur.

  15. mike hammer schreibt:

    Und ermordete Juden sind erst recht Gift für den „Frieden“, wer das nicht wenigstens
    an seiner „Israelkritick“ erwähnt, lügt sich ins eigene fäustchen,
    aus bekannten althergebrachten gründen.

    israel braucht keinerlei belehrungen aus Baden, woher nimmt sich das schmierblatt diese
    moralisierende Arroganz ? wenn ich mir den schoß ansehe, aus der die zeitung gekrochen
    ist, kommt mir das geschriebene verständlich, die moral fragwürdig vor.

    Und STEINE sind keine Friedenstauben!

    • Aristobulus schreibt:

      Ascher Palmer, ז”ל
      Jonathan Palmer, ז”ל

      Das ist nicht einfaches Steinewerfen. Es ist Steinigung, eine Todesstrafe für Juden und Ungläubige und Abtrünnige, die der Koran fordert und gutheißt.

  16. mike hammer schreibt:

    Badische Zeitung

    es ist zu spät

  17. peter schreibt:

    In seiner Jammersuada klagt Thomas Fricker, man duerfe doch den Versuch Netanjahus thematisieren, die Annaeherung Irans an USA & Co zu verhindern. Natuerlich darf man das, es stimmt sogar, denn Netanjahu hat guten Grund dazu – das Ueberleben seines Volkes. Man darf auch die Ansicht vertreten, dies verhindere den Frieden (auch wenn natuerlich das Gegenteil der Fall ist). Dies haette man auf vielfache Weise illustrieren koennen: Bibi versperrt der Friedenstaubenschnecke den Weg, z.B. mit Mauer oder Sperre, oder Bibi kettet die Friedenstaubenschnecke fest, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Statt dessen musste es Gift sein. Statt vieler Moeglichkeiten, die niemals Antisemitismus haetten implizieren koennen, waehlt man ausgerechnet ein Motiv, dass bei den antisemitischen Klischees an vorderer Stelle steht. Darin keine Absicht zu erkennen ist einfach nicht moeglich.

    Und wer der Badischen Zeitung mangelnde Sensibilitaet vorwirft, weil sie die Karrikatur ausgerechnet am 9. November veroeffentlicht, hat meiner Ueberzeugung nach unrecht: Es war nicht mangelnde Sensibilitaet, sondern perfides Kalkuel. Damit kann man naemlich wunderbar deutsche Verbrechen an Juden relativieren. Mieses Antisemitenblatt!

    • Aristobulus schreibt:

      Der südwestdeutsche Liberalismus (die erste deutsche Demokratiebewegung im 19. Jahrhundert) hat sich einst nur mit Mächtigen, Miesen und Gefährlichen angelegt. Diese Liberalen waren unerschrockene Leute, die eben nicht auf Juden, sondern verbal auf Preußen, auf Antidemokraten, auf die Kirche und die Großgrundbesitzer eingeschlagen haben.

      Die Badische Zeitung, gerade die!, sah sich bislang immer als Nachfolger dieser Leute. Nichts ist übrig, Schluss damit gemacht haben sie. Nun sind da bloß Feiglinge am Werk, billige Wiederaufwärmer der Geschichten über jüdische Vergifter, Kolporteure und Säusler.

      Leute wie Carl Theodor Welcker oder Carl Schurz würden dieses Käseblatt in der Luft zerreißen.

      • Ze'el schreibt:

        Sehr, sehr richtig, lieber Aristobulos! Ich mußte in der Heimatstadt Carl von Rottecks, jener einst so liberalen, heute unrettbar öko-links-spießig-vermieften Fahrrad-Terroristen-Hochburg mit diesem Klopapier (denn Käseblatt ist noch zu gut!) aufwachsen … mittlerweile habe ich fast alle meine Verwandten dazu bewegen können, unter Hinweis auf die nicht erst seit gestern unterirdischen journalistischen Standards, besonders aber den kaum verhohlenen, als Teilnehmer des Arme-Palästinenser-Karnevals schlecht kostümierten Antisemitismus ihre Abonnements zu kündigen (im Falle meiner Eltern: nach 47 Jahren!). Und ich werde das auch im Freundeskreis weiter tun. Übrigens sind Leserbriefe an die BZ-Redaktion völlig sinnlos, es kommen, so sie Gegenpositionen zu den BZ-Schmierfinken einnehmen, immer nur die unbeholfen polemischen zum Abdruck, nie diejenigen mit einer klaren Argumentation. Mir wurde das mit der „Notwendigkeit der Kürze“ erklärt — die aber offensichtlich bei Lobhudeleien auf den „tollen Journalismus“ dieses „Leuchtturms der Zeitungskultur“ nicht ganz so notwendig ist.

        • Aristobulus schreibt:

          Danke, Ze’el, und siehe da, wieder ein Carl :), vielleicht lag’s an den Carls mit Ceh, die sind dort ebenso ausgestorben wie jeder nicht billige, nicht ökovermuffte und nicht israelbashende Liberalismus.

  18. Kanalratte schreibt:

    Das Problem mit dem lebenden Juden ist, dass man ihm so schlecht einen Gedenkkranz
    um den Hals hängen kann.

  19. mike hammer schreibt:

    Respekt für den Boss!

    für einen kleinen blog, einer handvoll leser, ein
    recht großer fisch, an dessen anlandung
    hier mitgearbeitet wurde.

    bibi ist vertreter von 7, x millionen israelis, darunter 6,x millionen juden und durch seine
    exponierte position auch der mehrzahl der juden weltweit, auch wenn sie
    nicht politisch mit ihm übereinstimmen steht er für sie
    und solche stürmerarikaturen, mit solchen
    nur aus dem stürmer bekannten
    deutschen karikaturen,
    sind total NAZI!

    das war gewollt, es ist geglückt und die entschuldigung eines zweitklassigen (stellvertretenden)
    lohn.schreibknechts, der badischen-zeitung wird kein reinigungsbad für ihr
    schmierblatt in alter brauner tradition.

    ich z.b. möchte mindestens eine entschuldigung des Chef-lohnschreibknechts,
    barfüßig im schnehsturm, seinen fehler bereuend und die entlassung
    des stelvertreters proklamierend, da drunter geht nix!

  20. Schlussgeist schreibt:

    Es ist schon merkwürdig, dass sich so manche Kommentatoren bei der Badischen Zeitung nicht vorstellen können, dass der eine oder andere Zeitungsleser sich tatsächlich Sorgen macht um diesen von fanatischen Feinden umgebenen Zwergstaat und seine Bewohner und seltsam berührt ist, wenn altbekannte judenfeindliche Klischees in einer Weise gegen diesen in Stellung gebracht werden, die man kaum anders denn als Dämonisierung bezeichnen kann. Sympathie für Juden kann in ihren Augen offenbar nur der haben, der entweder dafür bezahlt wird oder selbst zum inneren Zirkel der Konspiration gehört, das ist jedenfalls der unverkennbare Tenor all dieser Beiträge. Eine judenfreundliche Haltung erscheint ihnen grundsätzlich verdächtig, sie gilt entweder als pathologisch, korrupt oder gar verbrecherisch – ist in ihren Augen auf jeden Fall entschieden abzulehnen, nach dem Motto: Wer Juden verteidigt, mit dem stimmt etwas nicht. Und somit setzt man wieder neue Verschwörungstheorien in die Welt: jeder, der verleumderische, überzogene, bösartige und unverhältnismäßige Kritik mit deutlich antisemitischem Zungenschlag am Judenstaat zurückweist, kann nur Agent dunkler jüdischer Machenschaften mit unredlichen Zielen sein. Alles andere erscheint ihnen ausgeschlossen, ihr antisemitisches Weltbild lässt gar keinen anderen Schuss zu, denn Juden sind aus ihrer Sicht keine Menschen mit normalen menschlichen Ängsten, Bedürfnissen usw., sie führen immer irgendetwas Böses im Schilde. Somit wird auch der Judenfreund (mit das schlimmste moralische Verbrechen, dessen man sich auch heute noch in Deutschland schuldig machen kann) verleumdet wie es ansonsten nur dem Juden gebührt. Im Dritten Reich nannte man Nichtjuden, von denen man glaubte, sie würden sie Sache der Juden betreiben, übrigens „Gesinnungsjuden“ und fand diese „Verräter“ noch verabscheuungswürdiger als die Juden selbst. An dieser Einstellung scheint sich, auch wenn an der Rhetorik ein paar kosmetische Veränderungen vorgenommen wurden, nicht viel geändert zu haben.

    Ich bin übrigens weder Israeli noch Jude, weder DIG-Mitglied, noch erhalte ich Geld vom israelischen Staat. Ich bin katholisch getauft, bis heute Mitglied der Katholischen Kirche und entstamme einer alteingesessenen bayrischen Famile.

  21. A.S. schreibt:

    Immer der alte Trick. Die Umkehr der Wirklichkeit als legitime Kritik zu verkaufen. Diese Zeitungsmacher sollten sich mal an Peter-Scholl-Latour eine Beispiel nehmen. Der kritisiert Netanjahu auch gerne mal (Beispielsweise was die Einschätzung des Iran angeht), und da hat noch keiner Antisemitismus vermutet. Die sollen sich mal fragen warum.

    • Kanalratte schreibt:

      Scholl-Latour ist teilweise jüdischer Abstammung.

      Jeder kann Israels Politik kritisieren, sofern er nicht gegen Israel und Israels Bevölkerung als Ganzes urteilt.

      Ich kann doch auch nicht sagen, die Russen und Russland sind scheiße und dann erwarten, dass man mich ernst nimmt, wenn ich angebe nur die russische Regierung kritisieren zu wollen.
      Keine seriöse Person würde akzeptieren, wenn die amerikanische Bevölkerung oder die USA im Kollektiv verurteilt würden.

      Was woanders selbstverständlich ist, wird beim Thema Israel nicht akzeptiert!
      Israel ist wohl der einzige Staat, neben dem Vatikan, über den stets als Ganzes geurteilt wird.

      • Aristobulus schreibt:

        Es geht um’s Auswählen. Die Karikatur hat nicht Obama und nicht die Terrormullahs ausgewählt, nicht einmal Abbas, den Verhandlungsdarsteller, der dasitzt und Scheinverhandlungen führt, ohne das Geringste anzubieten.
        Nö, der Jud wird ausgewählt. Er ist der Jud, also stimmt was nicht mit ihm.

        Aus dem Grund gibt’s dieses eine Ding Namens Israelkritik, bei dem es darum geht, dass dieses Israel nie tut, was es soll, ja überhaupt, es ist DA. Also wird Israel ausgewählt.
        Eben darum gibt es keine Sudankritik, keine Türkeikritik, keine Russlandkritik usf., denn Sudanesen, Türken, Russen usw. usf. werden nicht ausgewählt, warum sollte man das tun?!, keiner tut das, es wäre absurd.
        Wohingegen mit Israel ja immer etwas ist!, nie stimmt mit diesem Israel was, es ist immer zu groß oder zu aggressiv oder zu jüdisch, zuviel Jud halt. Und es ist DA.

        So absurd’s auch ist: Der Antisemitismus wählt die Juden aus, der Antizionismus wählt Israel aus.

    • A.S. schreibt:

      „Jeder kann Israels Politik kritisieren, sofern er nicht gegen Israel und Israels Bevölkerung als Ganzes urteilt.“

      Ja und Nein. Die Politik Israels darf natürlich kritisiert werden, so wie jeder andere Staat auch kritisiert werden darf. Nur fällt auf, dass die Israelkritik zu oft darauf abzielt, Israel das Verhalten und Versagen anderer vorzuwerfen. So auch die Karikatur. Sie kritisiert nicht eine Politik, sondern wirft Israel friedensverhinderndes Verhalten vor und das ist schicht falsch. Israel kann den Konflikt nicht lösen, ganz egal was es macht. Hier wird Netanjahu die fehlende Friedensbereitschaft der Hamas vorgeworfen. Das ist ganz klarer Antisemitismus. Israel ist schuld daran was die Hamas will.
      Scholl-Latour ist ein schönes Beispiel das es auch anders geht. Der kritisiert Israel im „Irankonflikt“, ohne dass da Ressentiment aus ihm sprechen, nur eine überlegte Meinung (die ich nicht teile). Aus keinem Satz von Scholl-Latour kann man heraushören dass er Israel für den Hass verantwortlich machen würde.
      Und darum geht es wenn man zwischen Israelkritik und Antisemitismus unterscheiden will.

  22. Kanalratte schreibt:

    Wenn für die Badische Zeitung folglich alle Juden „Krummnasen“ haben, dann dürften sie wohl noch nicht allzu viele Juden gesehen haben.

    Höchstens die „Stürmerjuden“

    • Aristobulus schreibt:

      Genauer, das mit den Krummnasen glaubt man bei den Staatsanwälten aus Köln, nein, die hatten keine, aber deswegen (?) glaubt man da, dass Juden Krummnasen haben oder haben müssten. Nein, das glaubten sie auch nicht. Sie glaubten aber, dass einer, der keine Krummnase hat, also kein Jude ist. Und dass also ein Jude eine Krummnase haben muss.

      Hingegen bei der Badischen Zeitung glaubt man nur an die stilisierte Judenfigur. Das bedeutet wieder – ach das bedeutet wieder allerlei!, man kommt ja nie nach damit. Also das bedeutet, dass ein Netanjahu-Jud, der jedoch 1) keine Judenfigur hat oder 2) keine stilisierte hat, oder der 3) beides zusammen nicht, dass er dann also kein Jude sei.
      So bedeutet das sich. Wenn es denn was bedeutet.

      Und dass man den Jud so als Unstilisierten und als Unjud darstellen dürfe, ja müsse, um kein Antisemit zu sein und natürlich wegen der Demokratie, wenn man nur wieder Israel kritisiert und auch wegen der Demokratie, ja, das bedeutet es, und das glaubt man da.

      Tja, der Antisemitismus ist halt nicht mehr so simpel rotbackig wie zu Kaisers Zeiten. Er hat sich gemausert und herausgemacht.

      • Aristobulus schreibt:

        Zu Stürmers Zeiten trug der Antisemitismus ja noch Windeln und brüllte Fäkalisches. Aber er wuchs und fraß sich dick und in die Höhe, jetzt hat er schon diese ganz erwachsenen Subtilitäten mit Demokratie, Meinungsfreiheit, ja gar Kritik und so aufgeschnappt. Ist ja so süß anzusehen, wenn die lieben Kleinen langsam in die Flegeljahre kommen.

      • Kanalratte schreibt:

        Wenn es nur darum geht die „Krummnase“ bei antisemitschen Judenkarikaturen wegzulassen, dann würde ich das auch tun.
        Wenn es nur genügt das Wort „Jude“ gegen „Zionist“ auszutauschen um gegen Juden zu hetzen, dann würde ich das auch tun.

        Was ich damit sagen will, dass es ja auch auf den Kontext ankommt ob eine Karikatur feindlicher Absicht ist oder nur kritisch.

        Alleine der Verweis auf ein fehlendes Hakenkreuz auf der Armbinde bei einer fiktiven Merkelkarikatur in brauner Uniform hilft ja auch nicht um eine Assoziation mit Nazis zu vermeiden, oder?

      • levrak schreibt:

        Mit der Karikatur wird nicht Netanjahu kritisiert (die Faktenlage ist klar), sondern „der Jude in Netanjahu“.
        Eine antisemitische Karikatur also.

        A.mOr.

        • levrak schreibt:

          …und das gewählte Datum auf der Zeichnung natürlich, ’ne Art „Hakennase des Zeichners“…

          • mike hammer schreibt:

            ich hab schon einen plastischen chirurg befragt, ob es bei mir machbar ist,
            so ne hacken nase, zum totes meer joggen.
            3000€ ist sie mir aber dann
            doch nicht wert.

            komisch, aber nicht mal 30+ jahre kampfsport
            haben meiner nase nicht geschadet. 🙄

          • levrak schreibt:

            Meiner schon! Sie ist jetzt schöner, und war ganz billig! 😉

            A.mOr.

          • mike hammer schreibt:

            der ist super. 😉

          • levrak schreibt:

            Na suuuper! 😯
            „Video nicht verfügbar, weil Nutzer’s Konto aufgelöst hat.“ 😆 😉
            Und ich fand was für Spezialnasen wie uns. Pustekuchen: Altersbeschränkung drauf, die tube tubt! 
            Wenn Du magst, kennst Du Bong-Ra ‚666MPH‘ ? 🙄
            Vielleicht nicht Deine Musik…, nu, ist lustig!

            A.mOr.

  23. heplev schreibt:

    Anmerkung für den Herrn Journalisten: Was Netanyahu über den üblen Deal zwischen Obama et. al. mit den Terrormullahs denkt und sagt, geht den Obama et. al. doch beinahe am Allerwertesten vorbei! Israel wird von denen doch da gar nicht gefragt. Wie kann es dann den Brunnen – ‚tschuldigung: Friedensvergifter geben?

  24. Hessenhenker schreibt:

    Israel könnte seine undemokratischen Nachbarländer mit sprechenden Felsen ins Chaos stürzen.
    Das sollte heutzutage mittels Mikrochip machbar sein.

    Sobald sich jemand dem Felsen nähert (in Städten genügt auch ein Stein oder eine Mauer), beginnt der Felsen auf arabisch laut zu kreischen: „Hinter mir hat sich ein Jude versteckt!“

    So können die Passanten ihre Aggressionen an Felsen und Mauern abarbeiten.
    Eine Art Workout für Hasspolster.

    Ich bitte zu beachten, daß meine schöne Idee korankonform ist.
    Wo bleibt mein Bambi?

    • Aristobulus schreibt:

      LOL! Ein Bambi für den Hessenhenker, einen goldenen, sehr großen, mit Schokolade gefüllten und mit Augen wie Diamanten (nein als Diamanten bittschön).

      Und Gerd Buurmanns Satz knallt es ja mitten hinein ins Schwarze der Zwölf:
      „Die Badische Zeitung ist es, die jede Fairness vermissen ließ, als sie am 9. November den jüdischen Teil des Konflikts im Nahen Osten aussonderte, um ihm eine ganz besondere Behandlung zukommen zu lassen!“

Seid gut zueinander!

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