Die Juden sind unser Unglück!

So eine offene und einseitige anti-israelische Kampagne wie im Tagesgespräch vom 10. Juni 2014 auf WDR 5 habe ich bei den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten noch nie erlebt. Über eine halbe Stunde lang wurde das Mantra „Der Terror der Hamas ist ein sekundäres Problem. Hauptschuld trägt Israel“ in die Ohren der Zuhörerinnen und Zuhören getrommelt. Jeder Anrufer, der sich zu Wort meldete und Verständnis für Israel aufbrachte, wurde auf Kurs der Israelkritik gebracht, während Sympathisanten für die Seite der palästinensischen Autonomiebehörde ungehindert reden konnten.

Das Tagesgespräch begann mit einer Anmoderation von Elif Senal, die zunächst an den Mord an vier Jugendliche erinnerte, drei davon waren Juden, einer Moslem. Mir fiel gleich auf, wie unterschiedlich sie die vier Jugendlichen bezeichnete. Die Juden waren „israelische Religionsschüler“. Der Moslem war ein „palästinensischer Jugendlicher“. Entweder hat der Moslem nie Religionsunterricht bekommen oder die Moderatorin hatte irgendwelche Hintergedanken, dass sie neben allen Fächern, die die jüdischen Kinder studierten, von Biologie bis Mathe, ausgerechnet die Tatsache betonte, dass die jüdischen Jungen auch zum Religionsunterricht gingen. Ich bekam gleich ein ungutes Gefühl. Es sollte sich bestätigen, denn der Experte wurde vorgestellt: Dr. Michael Lüders.

Michael Lüders wurde als Nahostexperte vorgestellt, sollte sich jedoch schnell als Experte für aktives Israelbashing erweisen.

Die erste Zuhörerin, die sich zu Wort meldete, war Monika Schoppmann aus Münster. Sie erklärte, dass sie nur eine Möglichkeit sähe, wie die kriegerische Situation ein Ende finden könnte, nämlich durch die Anerkennung der Existenz des Staates Israels durch die Hamas. Die israelische Siedlungspolitik sei zwar auch „zum Vergessen“ und wenig hilfreich, außerdem würde der Konflikt durch Ängste und Feindbilder geschürt, aber das Grundproblem sei die Hamas und ihre Weigerung, Israel anzuerkennen. Sie betonte, dass sie selbst erlebt hätte, wie gut und friedlich Israelis und Palästinenser in Frieden zusammen leben können und berichtete von ihren Erlebnissen in Haifa und in diversen Kibbuzim.

Eigentlich wäre es jetzt die Aufgabe eines Nahostexperten gewesen, die Tatsache zu unterstreichen, dass all die positiven Beispiele von Juden und Palästinensern, die in Frieden zusammen leben, auf israelischem Boden stattfinden, während auf dem Gebiet der palästinensischen Autonomiebehörde religiöse Apartheid, institutionalisierte Diskriminierung und Segregation herrschen. Der geladene Nahostexperte des WDR war aber Michael Lüders. Lüders ignorierte die Tatsache, dass in Israel alle Religionen gleichberechtigt sind, was dafür sorgt, dass in Israel auch alle Araber in Frieden leben, der einzige Ort im Nahen Osten übrigens, wo Araber frei leben können, und stutze stattdessen Frau Schoppmanns Aussage zusammen, die Hamas sei das Grundproblem. Er erklärte:

„Die Hamas wird Israel erst dann anerkennen, wenn der politische Preis stimmt.“

Damit machte Michael Lüders klar, dass das Recht auf Leben für Israelis an Bedingungen geknüpft ist. Michael Lüders ging sogar noch weiter:

„Die Anerkennung Israels ist im Grunde genommen, ich verstehe was Sie meinen, Frau Schoppmann, Sie haben vollkommen Recht, es wäre schön, wenn die Hamas dieses täte, es ist aber dennoch ein sekundäres Problem.“

Gelassener und offener habe ich in meiner Lebenszeit noch nie einen Mann live auf einem deutschen Radiosender sagen hören, dass Israelis das Menschenrecht auf Leben nicht besitzen. Die Tatsache, dass ihre Existenz in Frage gestellt wird und die Gründungscharta der Hamas in Artikel 7 die Vernichtung aller Juden fordert, ist für Dr. Michael Lüders ein sekundäres Problem. Das Recht der Israelis zu leben ist nun mal an Bedingungen geknüpft. Kann man nichts machen. Ätsch Bätsch!

Michael Lüders fuhr fort, die Hamas sei eine Organisation, die nicht aus dem Vakuum heraus entstanden sei, sondern ein Ergebnis israelischer Besatzung und erklärte:

„Die Lebensbedingungen in Gaza sind eine Katastrophe und es ist klar, dass Menschen, die keinerlei Perspektive haben, zur Radikalität neigen.“

Was ist das denn für ein Experte? Gaza ist seit 2005 nicht mehr besetzt. Seit 2005 ist Gaza sogar „judenrein“. Am Morgen des 12. September 2005 verließen die letzten Juden den Gazastreifen über den Grenzübergang Kissufim. Der Abzug wurde von Arabern teils frenetisch mit Freudenschüssen und Autokorsos gefeiert. Die verlassenen Synagogen wurden in Brand gesteckt. Es kam zu einer wahren “Gazakristallnacht”. Den Menschen in Gaza geht es somit nicht schlecht wegen der Besatzung, sondern es geht ihnen schlecht, nachdem die Besatzung aufgehört hat! Die Lebensbedingungen der Menschen in Gaza sind somit nachweislich der Hamas anzulasten. Michael Lüders aber erklärt, Israel sei schuld und das obwohl seit 2005 keine Juden mehr in Gaza leben dürfen.

Juden selbst in ihrer Abwesenheit noch zum Grund für die Existenz von Judenhass zu erklären, ist widerlicher Propaganda in der Tradition der Ideologie, die behauptet: „Die Juden sind unser Unglück!“

Frau Schoppmann stimmte Herrn Lüders schließlich zu und erklärte: „Die israelische Politik halte ich für katastrophal!“

Die Moderatorin Elif Senal erwiderte: „Danke schön!“

Da Frau Schoppmann merkte, dass sie für diese Aussage keinen Widerspruch erhielt, legte sie noch eins drauf: „Die orthodoxen Juden, die sind schon ein dickes Problem! Die haben einfach zu viel Einfluss.“

Frau Schoppmann war auf Kurs gebracht worden. Als nächste Anruferin wurde Edelgard Kempel aus Viersen durchgestellt. Sie stellte klar, was sich Nahostexperte Michael Lüders geweigert hatte, klarzustellen:

„Da, wo zum Beispiel wunderbare israelisch-palästinensischen Kinderprojekte funktionieren, kommt es immer wieder zu eskalierenden Morden und Aufregungen von Seiten der Orthodoxen auf beiden Seiten, eher noch, wenn ich das so aus der Ferne beobachte, von den Fanatikern Hamas und andere Konsorten und das geht natürlich nicht, dass man die Hamas immer als pubertierende Gruppe betrachtet und dann hebt die Weltöffentlichkeit den Zeigefinger und sagt „Du, Du, Du, Ihr bösen Jungs“ und wenn Israel das macht, werden sie als Vollstrafmündige behandelt, die dann Revanchismus betreiben und ganz böses machen, indem sie sich rächen. Das kann man so auch nicht immer machen.“

Das war ja nun gar nicht der Kurs von Michael Lüders. Er musste sich ganz schön anstrengen und entschied sich für den Holzhammer:

„Der Grundkonsens in der Politik und auch in weiten Teilen die Medien ist der, die Hamas beschießt Israel, Israel verteidigt sich legitimerweise gegen diesen Raketenbeschuss, weil kein Land sich dies bieten lassen kann. Insofern ist die Verantwortung ausschließlich auf Seiten der Hamas, hingegen die israelische Seite hat hier überhaupt gar keine Schuld und keinen Beitrag zu leisten. Diese Sichtweise ist natürlich sehr schlicht, wenn man sich vor Augen hält, dass allein in den Bombardements des Gazastreifens in den letzten Tagen etwa siebzig Palästinenser ums Leben gekommen sind und zwar nach Angaben der israelischen Zeitung Haaretz zu zwei drittel Zivilisten, das gilt auch für die vierhundert Verletzten, umgekehrt in Israel kein Mensch zu Schaden gekommen ist, dann ist doch klar, dass ist eine große Ungleichgewichtigkeit in den Machtverhältnissen gibt.“

Was ist das denn für ein Experte? Auf der Seite der Hamas kommen Zivilisten und Kinder ums Leben, weil die Hamas sie als Schutzschilde missbraucht. Israel aber schützt seine Bürger und zwar unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit und dem kulturellen Hintergrund. In Israel stirbt kein Palästinenser an den Raketen der Hamas, weil Israel seine palästinensischen Bürgerinnen und Bürger schützt. Die Hamas aber missbraucht die palästinensischen Kinder und Zivilisten und unterhält bewusste keine Bunker, außer natürlich für hochrangige Politiker der Hamas. Die Hamas braucht die Bilder des Leids zur Propaganda, damit Experten wie Dr. Michael Lüders Material haben, um Israel zu kritisieren. Die ehemalige israelische Premierministerin Golda Meir hat es in wenigen Worten auf den Punkt gebracht:

“Wir können den Araber vergeben, dass sie unsere Kinder töten. Wir können ihnen nicht vergeben, dass sie uns zwingen, ihre Kinder zu töten. Wir werden erst Frieden mit den Arabern haben, wenn sie ihre Kinder mehr lieben als sie uns hassen.”

Für Michael Lüders gilt aber:

„Wir haben die Hamasextremisten auf der einen Seite und wir haben jüdische Extremisten auf der anderen Seite und es gibt kaum noch mäßigende Stimmen der Vernunft.“

Spätestens jetzt bedient sich Michael Lüders der Sprache von Judenhasser. Zu behaupten, Israel hasse die Hamas so, wie Hamas Israel hasst, ist so geschmacklos, wie zu behaupten, Juden hätten die Nazis so gehasst, wie die Nazis Juden gehasst haben. Die Nazis forderten die Vernichtung aller Juden und erklärten dies auf der Konferenz am Wannsee. Zur selben Zeit unterstellten die Nazis allen Juden, die Welt unterjochen zu wollen und begründeten es mit den “Protokollen der Weisen von Zion”, eine judenhassende Hetzschrift, die belegen sollte, wie mörderisch Juden sind. Die “Protokolle der Weisen von Zion” waren eine Lüge! Die Konferenz am Wannsee war real!

Heute ist es nicht anders. Der Vernichtungswille der Hamas ist real! Der Gazastreifen ist so “judenrein” wie Hitler Deutschland haben wollte. Der Glaube, in Israel gäbe es einen Hass auf Araber, der auch nur vergleichbar ist mit dem Hass, der im arabischen Raum gegen Juden gepflegt wird, ist so falsch, wie der Glaube der Nazis in Deutschland falsch war, Juden würden Deutsche so sehr hassen wie Nazis Juden gehasst haben. Dabei ist die Sache: Eine Seite will die andere Seite vernichten.

Minister der Hamas und andere arabische Politiker und Geistliche fordern die Vernichtung aller Juden.
Link: „Ich mag die Deutschen“

Die Hamas erzieht ihre Kinder zum Judenhass und erzeugt eine Lust am Judenmord.
Link: „Rappelkiste Hamas“.

Die Hamas fordert in ihrer Gründungscharta die physische Vernichtung aller Juden.
Link: „Der freie Teil Palästinas“.

Die Hamas fordert ein judenreines Palästina.
Link: „Nicht nur sauber, sonder judenrein!“

Die Hamas bezeichnet Juden als Besatzer und Volksschädlinge.
Link: „Der ewige Besatzer“

Die Hamas erklärt sich zum Opfer des „Weltjudentums“.
Link: „Der ewige Flüchtling“

Die Hamas wirft fast täglich Bomben und Raketen auf Israel.
Link: „Bombensichere Wette“

Die Hamas entrechtet alle Juden im Stil der Nürnberger Rassegesetze.
Link: „Apartheid in Hebron“

Die Hamas vernichtet jüdische Nachbarschaften.
Link: „Illegale Schtetl“

Die Hamas lässt keine Juden über die Grenze.
Link: „Die Mauer in Jerusalem“

Die Hamas knechtet das eigene Volk und nutzt ihre Kinder als Schutzschilder.
Link: „Ich, Palästinenserin“

Der offizielle Gruß der Hamas ist der Hitlergruß.
Link: Hamas.

Araber hissen die Hakenkreuzflagge.
Link: Im Westjordanland

Fast ein Drittel aller Palästinenser im Gazastreifen fordern die vollkommene Vernichtung Israels und nur zehn Prozent finden, dass Juden gleichwertige Menschen sind.
Link: „Dem Jud ist alles zuzutrauen!“

Dieser institutionalisierte Judenhass ist beispiellos und steht in keinem Verhältnis zu Israel, ein Land, in dem, wir haben es von Monika Schoppmann gehört, Juden, Moslems und Christen größtenteils friedlich zusammenleben. Dr. Michael Lüders lügt und stellt Hamas und Israel auf eine Stufe. „Die Juden sind unser Unglück!“

Wer sich zwar nicht vorstellen kann, das jene, die erklären, Juden vernichten zu wollen, es ernst damit meinen, sich aber ohne Probleme vorstellen kann, dass Juden all das tun, was ihnen von Judenhassern unterstellt wird, ist selbst ein klassischer Judenhasser.

Als nächste Anruferin wurde Monika Depeweg durchgestellt. Sie war froh darüber, dass Edelgard Kempels Bedenken vom geladenen Nahostexperten vom Tisch gefegt worden waren und bedankte sich bei Michael Lüders für seine „Ausgewogenheit“. Sie bezeichnete den Gazastreifen, den Juden nicht betreten dürfen, von dem täglich Raketen auf Israel abgefeuert werden und in dem eine Partei herrscht, die die Vernichtung aller Juden fordert, als von Israel errichtetes „Freiluftgefängnis“ und forderte die Weltöffentlichkeit auf, Israel in die Schranken zu weisen. Sie erklärte, die Hamas sei nicht das Problem sondern Israel und fügte hinzu, Israel vernichte, was es nur könne. Monika Depeweg hatte offenkundig ein Problem damit, dass Israel sich nicht einfach so vernichten lässt, sondern sich wehrt.

Dr. Michael Lüders schwieg. Die Frau war auf Kurs. „Die Juden sind unser Unglück!“

Als nächster Anrufer wurde Rolf Löhrer aus Aachen durchgestellt und der regte sich über die verzerrte Darstellung des Konfliktes in den Medien auf:

„Eben haben wir gehört 3000 Raketen. Es wird aber nie berichtet, dass keine trifft. Die Israelis könnten damit im Gründe genommen viel gelassener umgehen. Das machen sie aber nicht. Sie machen es deshalb nicht, weil sie den Raketenbeschuss benutzen, um ihre Interessen immer weiter auszubreiten.“

Was soll ich da noch sagen? Rolf Löhrer glaubt, Juden seien so böse, dass sie selbst noch vom Judenhass profitieren und den Wunsch der Vernichtung Israels nutzen, um sich auszubreiten. Er glaubt weiterhin, Juden hätten die Medien unter Kontrolle gebracht, damit sie einseitig für Israel berichten. Wer das glaubt, ist krank! Die Krankheit heißt Antisemitismus. Beim WDR jedoch darf so ein Kranker nicht nur die Sendezeit füllen, Dr. Michael Lüders erklärt auch noch, warum die Medien so vermeintlich einseitig für Israel berichten. Die Juden kontrollieren nämlich angeblich die öffentliche Meinung. Es sei „nicht zuletzt das Vorhandensein einer sehr wirkungsmächtigen israelischen Lobby in Washington.“

„Rein theoretisch könnten die Amerikaner natürlich die israelische Regierung unter Druck setzen und sagen „Ihr hört jetzt auf mit Eurer Besiedlung, mit Eurer Besatzungspolitik, Ihr räumt die besetzten Gebiete, Ihr zieht Euch zurück. Warum geschieht das nicht?“

Was ist das denn für ein Experte? Es ist geschehen und zwar im Jahr 2005 als Israel den Gazastreifen nicht nur geräumt hatte, sondern alle Juden aus dem Gazastreifen vertrieben wurden. Seitdem lässt der Gazastreifen jedoch nichts unversucht, Israel zu vernichten. Dr. Michael Lüders lügt somit wieder! „Die Juden sind unser Unglück!“

Im Juni 2014 ließ das Washington Institut eine Befragung der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen und Westjordanland durchführen. Insgesamt 1200 Personen wurden befragt, was geschehen solle, wenn es der palästinensischen Führung gelingen sollte, eine Zwei-Staaten-Lösung mit Israel auszuhandeln. 64 Prozent antworteten, dass weiterhin an der Zerstörung ganz Israels gearbeitet werden sollte. Nur 10 Prozent antworteten, dass in einem palästinensischen Staat Juden die gleichen Rechte wie Moslems haben sollten.

In der israelischen Unabhängigkeitserklärung heißt es dennoch und weiterhin und die absolute Mehrheit aller israelischen Bürgerinnen und Bürger stehen hinter diesen Worten uneingeschränkt:

„Wir bieten allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitiger Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf. Der Staat Israel ist bereit, seinen Beitrag bei gemeinsamen Bemühungen um den Fortschritt des gesamten Nahen Ostens zu leisten.“

Der Unterschied zwischen Hamas und Israel kann somit nicht größer sein. Dr. Michael Lüders aber sieht das anders. Er mag Israel nicht. „Die Juden sind unser Unglück!“ Was aber ist Dr. Michael Lüders „Beweis“ dafür, dass die Juden so schlimm sind wie die Hamas? Ich mag es kaum schreiben, aber er hat es wirklich gesagt. Es ist Facebook!

„Ultranationalistische Strömungen sind in Israel so stark worden, dass sie fast schon den Mainstream bilden. Wenn beispielsweise nach der Ermordung der drei israelischen Jugendlichen es auf Facebook eine Kampagne gibt in Israel die innerhalb von zwei Tagen 25.000 Likes erfährt, nämlich mit der Aussage, „Es ist in Ordnung, Araber zu hassen“, da muss man sich schon fragen, wohin die Reise geht.“

Was ist das denn für ein Experte? Eine offenkundig geschmacklose und widerliche Seite auf Facebook erhält weltweit in zwei Tagen 25.000 Likes und das beweist, dass Israel Gefahr läuft, so schlimm zu werden, wie die Hamas, die Judenhass und den Vernichtungswillen staatlich institutionalisiert hat? Nach dem Mord an Muhammad Hussein Abu Khdeir hat Israel alles dafür getan, die feigen Mörder von Muhammad zu suchen und zu verurteilen. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wies die Strafverfolgungsbehörden an, den Mord so schnell wie möglich zu untersuchen und Israels Generalstaatsanwalt, Yehuda Weinstein, ordnete unverzüglich eine Untersuchung an, nachdem hasserfüllte Kommentare auf Facebook veröffentlicht wurden. Die israelische Polizei beauftragte sogar ihre Elite-Einheit im Kampf gegen Cyberkriminalität, Lahav 433, mit der strafrechtlichen Untersuchung von Aufrufen zum Hass im Internet. Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (ZAHAL) bestrafen Soldaten, die hasserfüllte Kommentare veröffentlicht haben oder zur Rache aufrufen. Sieben Soldaten sind zu Haft in Militärgefängnissen verurteilt worden. Präsident Shimon Peres sagte:

„Es ist Zeit für alle von uns, sich zurückzuhalten und Verständnis zu zeigen, und wir als Menschen, wir alle, sollten unserer Moral treu bleiben und unserer Hoffnung, gemeinsam in Frieden zu leben (…) Als Präsident des Staates Israel habe ich eine ernste Bitte an jeden Bürger, an alle Bürger. Zwei Dinge sind jetzt wichtig: das Gesetz zu respektieren und Anstachelung zu vermeiden.“

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu nannte den Mord „verachtenswert“. Er rief alle Seiten auf, „das Gesetz nicht in die eigenen Hände zu nehmen“ und ergänzte: „Israel ist ein Rechtsstaat, in dem sich jeder an die Gesetze halten muss.“ Justizministerin Tzipi Livni sagte bezogen auf die Hassaufrufe: „Das ist nicht, wofür der Zionismus steht. Das ist nicht, wofür der Staat Israel steht. Wir dürfen den Extremismus nicht siegen lassen.“ Weniger als 24 Stunden nachdem sie ihren Sohn Naftali beerdigt hatte, veröffentlichte die Familie Frenkel eine Stellungnahme:

„Wir wissen nicht genau, was in der Nacht in Ostjerusalem passiert ist. Die Polizei untersucht den Fall. Aber falls sich herausstellen sollte, dass ein arabischer Jugendlicher aus nationalistischen Motiven getötet wurde, dann wäre dies erschreckend und entsetzlich. Es gibt keinen Unterschied zwischen Blut und Blut. Mord ist Mord, Alter und Nationalität spielen keine Rolle. Es gibt keine Rechtfertigung, Vergebung oder Sühne für solch einen Mord.“

Dr. Michael Lüders aber fantasierte von einer angeblichen Mehrheit hasserfüllter Israelis und lügt damit wieder. „Die Juden sind unser Unglück!“

Die Mutter der Mörder der drei jüdischen Schuljungen Eyal Yifrach, Gilad Shaar und Naftali Frenkel schlägt ganz andere Töne an als die Familie Frenkel. Voller Stolz erklärte sie in einem Fernsehinterview des israelischen Channel 10:

“Wenn er es wirklich getan hat, werde ich stolz auf ihn sein bis zu meinem letzten Tag. Ich hab meine Kinder auf den Knien der islamischen Religion erzogen. Sie sind religiöse Jungen, mit ehrlichen und sauberen Händen, und ihr Ziel ist es, den Sieg des Islam zu bringen.”

Auf die Frage, was mit Menschen geschehen solle, die Israel auf der Suche nach den jüdischen Jungen helfen, sagte sie kurz, knapp und klar:

“Möge Allah an ihnen Rache nehmen.”

Dazu sagte Dr. Michael Lüders nichts! „Die Juden sind unser Unglück!“ Als nächster Anrufer wurde Hans-Ulrich von der Dunk aus Bochum durchgestellt. Er berichtete von seiner Tätigkeit als Betreuer von palästinensischen und israelischen Jugendlichen auf „neutralem Boden“ und erklärte, dass alle Jugendliche, die sich zunächst mit Skepsis begegnet seien, am Ende als Freunde auseinandergingen. Sein Appell war klar und schön: In erster Linie sind wir alle Menschen!

Danach wurde Johannes-Jürgen Nass aus Aachen durchgestellt. Mit ihm driftete das Tagesgespräch in den absoluten Wahnsinn ab. Er faselte etwas davon, dass sowohl Israel als auch die Hamas theologisch verbrämte nihilistische Systeme seien, die gegeneinander antreten und im Denksystem von Marquis de Sade handeln würden. Es fielen wahllos Worte wie Stolz, Egoismus, Gewissenlosigkeit, Gewalt und Trauma. Am Ende prophezeite er die Wiederkehr des Dreißigjährigen Krieges. Jeder einigermaßen normal denkende Mensch hätte diesem Schwachkopf die Leitung abgedreht. Nicht so Elif Senal. Sie erkannte in ihm wohl einen Experten wie Dr. Michael Lüders und fragte: „Haben Sie eine Idee oder eine Hoffnung wie der Konflikt beigelegt werden könnte?“ Hatte er: Emphatisch sein und ins Antlitz des Anderen schauen!

Dass da noch keiner vorher drauf gekommen ist.

Auch Michael Lüders war beeindruckt über soviel Sachverstand und attestierte: „Die Ausführungen, die Herr Nass soeben gemacht hat, beschreiben wenn man so will, das anthropologische Debakel auf beiden Seiten.“

Nach 28 Minuten Tagesgespräch wurde ich Zeuge, wie beim WDR zusammenwuchs was zusammen gehörte. Danach wurde Özcan Öztürk aus Bielefeld durchgestellt. Er verlangte, dass „Deutschland endlich von der Geschichte abkommt und mal Farbe bekennt.“

Da fühlte sich Dr. Michael Lüders endlos befreit. Mit radikaler Einseitigkeit drosch er aus Israel ein.mIsrael erklärte er zum „Besatzer“ und die Palästinensern zu „Flüchtlingen“. Alles war auf einmal nur noch schwarz und weiß. Grautöne gab es nicht mehr. Zum Schluss brachte er noch seine Lieblingsvokabel unter: „Flächenbrand“.

Es war ein Tiefpunkt in der Geschichte des Radios, aber leider keine Ausnahme. Am 24. Juni 2014 durfte die Botschafterin Palästinas in Deutschland, Khouloud Daibes, im Morgenecho auf WDR 5 folgendes Statement abgeben: Juden sind eine Gefahr für Kinder, Frauen und Olivenbäume, darum tragen wir keine Verantwortung für die entführten jüdischen Jungen!

Das war auch so Expertin für dies und das. Die jüdische Provinz Judäa heißt seit zweitausend Jahren Judäa. Dieses Judäa, wo sich unglaublich viel jüdische Geschichte abgespielt hat und sich weiter abspielt, wird von Khouloud Daibes jedoch lieber Westbank genannt, weil Judäa so verdächtig jüdisch klingt, dass sie beim Gebrauch dieses Ausdrucks beim besten Willen nicht erklären könnte, weshalb Juden, die schon immer in Judäa leben, dort nicht hingehörten, Fremde seien, ja Besatzer. Sie spricht auch nie von drei Jugendlichen, die entführt wurden, sondern immer nur von „illegalen Siedlern“.

In Judäa siedeln viele Menschen, die meisten davon sind Muslime, aber ein „illegaler Siedler“ ist man für Khouloud Daibes nur, wenn man Jude ist. Diese Haltung wurde mittlerweile von erschreckend vielen Menschen kritiklos übernommen. Es ist das jüdisch sein, was einen Menschen in Judäa illegal werden lässt. Darum sagen so viele Leute Westbank und nicht Judäa!

Khouloud Daibes weigert sich, irgendeine Verantwortung auf Seiten der Fatah zu akzeptieren, sie findet es sogar „zynisch“, wenn ihre Seite gebeten wird, bei der Suche der verschwunden Jugendlichen zu helfen. Sie besteht darauf: Juden sind illegale Siedler und somit eine Gefahr für „Frauen, Kinder und Olivenbäume“. Darum muss die Westbank judenrein werden und es ist „zynisch“, wenn von Fatah verlangt wird, etwas gegen diese Säuberung zu unternehmen.

Spannend, was WDR 5 so alles zu sich einlädt!

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gab es auch in Europa viele jüdische Siedlungen. Sie wurden Schtetl genannt. Für die Nazis waren diese Schtetl illegale jüdische Siedlungen, die sie vernichteten und mit ihnen einen Großteil der jüdischen Bevölkerung Europas. Letztendlich scheiterten die Nazis mit ihrem Versuch, Europa “judenrein” zu machen. Die Hamas allerdings scheiterte nicht. Alle Juden wurden innerhalb weniger Tage aus dem Gazastreifen vertrieben.

Nahostexperten wie Dr. Michael Lüders kritisieren jetzt aber nicht die Haltung der arabischer Faschisten, die keine Juden auf ihrem Boden dulden, sondern sie kritisieren Juden, die es wagen, dort zu leben, wo man sie nicht haben will. Michael Lüders hätte 1936 die Juden in Europa garantiert auch aufgefordert, die Schtetl zu räumen. Für ihn sind nämlich nicht die Menschen ein Problem, die Juden vertreiben, sondern jene Juden, die sich nicht vertreiben lassen.

Niemandem darf nur aufgrund seiner Religionszugehörigkeit irgendwo das Siedeln verboten werden. Ein Staat darf Juden nicht verbieten, was er allen Anderen erlaubt. Warum Dr. Lüders das nicht verstehen kann, bleibt sein Geheimnis als Nahostexperte.

Wer glaubt und fordert, dass Juden verschwinden müssen, kann niemals Frieden mit Juden schließen. Wer brüllt „Juden raus aus meinem Land, meiner Stadt, meiner Nachbarschaft“, will keinen Frieden mit Juden, sondern einen Frieden von Juden. Jüdische Siedlungen sind nur für jene eine Hindernis zum Frieden, die einen Frieden von Juden haben wollen. Für jene jedoch, die einen Frieden mit Juden schließen wollen, ist eine jüdische Siedlung kein Problem sondern die Lösung eines Problems, denn nur in der Akzeptanz von jüdischen Siedlungen wohnt die Möglichkeit der schlichten Erkenntnis, dass Juden einfach nur Nachbarn und Mitbürger sein können.

Überall auf der Welt gibt es in diversen Ländern jüdische Siedlungen und Viertel. In Deutschland gibt es jüdisch, muslimisch und christlich geprägte Viertel. Nur wenige sehen in ihnen ein Friedenshindernis. Sie werden vielmehr als eine kulturelle Bereicherung verstanden und gelten als Unterstützung für ein friedliches Miteinander, da sie Vielfalt, Toleranz und Akzeptanz zu fördern vermögen. In Köln gibt es die überwiegend muslimisch geprägten Keupstraße und in Paris den Marais im dritten und vierten Arrondissement, eine überwiegend jüdisch geprägte Siedlung der Stadt. In Israel gibt es eine Menge muslimische Viertel und Siedlungen. Fast zwanzig Prozent aller Israelis sind Muslime. Für Israel sind muslimische Siedlungen innerhalb und außerhalb Israels kein Friedenshindernis, sondern gelebte Demokratie.

Juden leben in allen Ländern des Nahen Ostens deutlich länger als Muslime. Juden haben dort schon gesiedelt und gebaut als Mohammed noch nicht einmal geboren war. Dort jedoch, wo die Hamas herrscht, vernichtet sie die alte jüdische Tradition. Die angeblich gemäßigte Fatah hat mit der Radikalen Hamas eine Koalition gegründet. Es wird spannend sein zu sehen, wie Hamas und Fatah sich zu dem Punkt einigen werden, ob Juden Bakterien sind und ob die Juden vernichtet (radikaler Flügel) oder nur ins Meer getrieben werden müssen (gemäßigter Flügel). Am Tag der 47-Jahr-Feier der Fatah sprach Mufti Muhammad Hussein, der von Mahmud Abbas persönlich zum „geistigen Führer der palästinensischen Autonomie“ ernannt wurde, folgende Worte:

„Die Stunde der Auferstehung wird nicht kommen, solange wir die Juden nicht vernichtet haben. Die Juden werden sich hinter Steinen und Bäumen verstecken. Dann werden die Steine und Bäume zu uns rufen: ‚Oh Moslem, Diener Allahs, da versteckt sich ein Jude hinter mir, komm und töte ihn.‘“

Dies predigte der „gemäßigte“ Fatah-Mufti vor einer jubelnden Masse. Ein Minister der Hamas erklärte einst:

„Juden sind fremdartige Bakterien, sie sind Mikroben ohne Beispiel auf dieser Welt. Möge Gott das schmutzige Volk der Juden vernichten, denn sie haben keine Religion und kein Gewissen! Ich verurteile jeden, der glaubt, eine normale Beziehung mit Juden sei möglich, jeden, der sich mit Juden zusammensetzt, jeden, der glaubt, Juden seien Menschen! Juden sind keine Menschen, sie sind kein Volk. Sie haben keine Religion, kein Gewissen, keine moralischen Werte!“

Der stellvertretenden Minister für religiöse Stiftungen der Hamas, Abdallah Jarbu, sprach diese Worte am 28. Februar 2010. Wann wird der WDR wohl diesen Mann zum Gespräch bitten?

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