ARD – Antisemitischer Rundfunk Deutschlands?

Der ARD-Korrespondent Tilmann Bünz hat in einem Interview mit der Tagesschau erklärt, die muslimische Gesellschaft sei gegenüber Juden nicht sehr offen:

„Das Besondere am Islam ist ja schon länger eine gewisse Ungastlichkeit gegenüber Einwanderern, solange diese jüdischen Glaubens sind. Denen gegenüber ist diese Religion nicht sehr offen und tolerant. Und dieses Klima wird sich wahrscheinlich noch verstärken.“

Sie finden diese Aussage etwas drastisch, um nicht zu sagen islamophob? Keine Sorge, Bünz hat es so auch nicht gesagt. Tapfer im Nirgendwo hat lediglich ein paar Hauptworte geändert. Tilmann Bünz hat in Wirklichkeit folgendes gesagt:

„Das Besondere an Dänemark ist ja schon länger eine gewisse Ungastlichkeit gegenüber Einwanderern, solange diese muslimischen Glaubens sind. Denen gegenüber ist dieses Land nicht sehr offen und tolerant. Und dieses Klima wird sich wahrscheinlich noch verstärken.

Eine mögliche Konsequenz könnte daher sein, dass die Dänische Volkspartei noch stärker wird, vielleicht sogar stärkste Fraktion. Die Dänische Volkspartei ist Pegida hoch drei. Die waren immer schon stark, die sehen sich als Stimme der schweigenden Mehrheit.“

Finden Sie diese Aussage dänophob? Natürlich nicht! Mit den Dänen kann man es ja machen. Dänen tendieren nämlich eher nicht dazu, zur Gewalt zu greifen, wenn sie kritisiert werden, es sei denn natürlich, die Dänen haben einen gewissen Hintergrund.

Über den Mann, der am Valentinstag 2015 in Kopenhagen einen Juden vor einer Synagoge abknallte und zuvor in eine Menschenmenge in einem Kulturcafé ballerte, so dass ein Regisseur erschossen wurde, weiß die Tagesschau zu berichten, dass er „gebürtiger Däne“ war. Er hat sogar einen typisch dänischen Namen: Omar Abdel Hamid El-Hussein! Diese gebürtigen Dänen aber auch! Immer für eine Überraschung gut!

Warum ist es wichtig, dass der Täter in Dänemark geboren wurde? Wer in Dänemark geboren wurde, der knallt schon mal Juden und Künstler ab? Muss wohl am Wetter liegen!

Nein! Der Täter hat nicht gemordet, weil er in Dänemark geboren wurde, sondern weil er sich einer sehr radikalen Auslegung einer gewissen Ideologie verschrieben hatte. Der Täter verstand sich selbst als Muslim. Er war fest davon überzeugt, seine Taten im Namen Allahs zu vollführen.

Für die Herkunft kann ein Mensch nichts, für seine Überzeugungen schon! Islam ist eine Glaubensüberzeugung. Nicht mehr und nicht weniger. Ideologien gehören kritisiert. Nur so bleiben Sie menschlich. Das nennt sich Aufklärung. Daher gehört der Islam ständig kritisiert, besonders wenn aus der Mitte der Ideologie Menschen mordend um sich ballern und dabei „Allah ist groß“ brüllen.

Die Tagesschau aber erwähnt die Ideologie des Täters nicht und nennt stattdessen nur seine Herkunft. Das ist aber rassistisch. Ist die Tagesschau etwa rassistisch?

Richtig außer Rand und Band gerät Tilmann Bünz in dem Interview mit der Tagesschau jedoch bei dem Thema Judenhass. Der gebürtige Däne Omar Abdel Hamid El-Hussein ging bewusst zu einer Synagoge in Kopenhagen, weil er Juden abknallen wollte, so bewusst wie Amedy Coulibaly im Januar 2015 in einen koscheren Supermarkt in Paris ging, um dort vier Juden abzuschlachten. Am 21. Januar 2006 wurde in Frankreich Ilan Halimi von einer Gruppe muslimischer Einwanderer entführt und über einen Zeitraum von drei Wochen zu Tode gefoltert, weil er Jude war. Am 19. März 2012 wurden vier Menschen vor einer jüdischen Schule in Toulouse getötet, drei der Opfer waren Kinder. In der Tradition dieser Mörder steht Omar Abdel Hamid El-Hussein mit seiner Tat. Tilmann Bünz erklärt jedoch dazu:

„Dieser Anschlag zeigt keinen dänischen Antisemitismus, sondern für den Attentäter als palästinensisches Flüchtlingskind war das Thema Israel ein rotes Tuch.“

Ach so. Wenn ein gebürtiger Däne Juden ermordet, weil ihm die Politik von Israel nicht gefällt, dann ist das laut Bünz kein dänischer Antisemitismus. Vermutlich ist das nur gelebte Israelkritik. Was ist eigentlich, wenn einem die Politik des Irans oder Saudi-Arabiens nicht gefällt? Kann man dann bewaffnet in eine europäische Moschee stürmen, um sich ballern und Tilmann Bünz erklärt dann: „Dieser Anschlag zeigt keinen Muslimhass, sondern für die Attentäterin als homosexuelle Frau war das Thema Iran ein rotes Tuch“?

In Kopenhagen wurde eine Synagoge angegriffen. Der Täter wollte so viele Juden wie möglich töten. Nur dem Wachmann Dan Uzan ist es zu verdanken, dass keine weiteren Juden außer ihm dem Hass des Mörders zum Opfer fielen. Juden werden in Dänemark von einem „gebürtigen Dänen“ angegriffen und ermordet, weil sie Juden sind und in der Tagesschau wird erklärt:

„Es gibt in der dänischen Gesellschaft, soweit ich das weiß, so gut wie keinen Antisemitismus.“

Tilmann Bünz aber empfindet eine „gewisse Ungastlichkeit“ gegenüber Muslimen in Dänemark. Eine Synagoge wird in Dänemark angegriffen, ein Mann wird in Dänemark ermordet, weil er Jude ist, aber Tilmann Kunz sieht keinen Judenhass am Werk, sondern eine „gewisse Ungastlichkeit“ gegenüber Muslimen, weil der Täter, der all die Grausamkeiten begangen hat, diese aufgrund seines Verständnisses vom Islam beging. Das nenne ich Qualitätsjournalismus, der unbedingt vom „deutschen Volk“ zwangsfinanziert werden muss. Von diesem Volk finanziert, verharmlost die Tagesschau den Judenhass. Das hat fast schon eine alte ARD-Tradition.

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41 Antworten zu ARD – Antisemitischer Rundfunk Deutschlands?

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  4. winnie schreibt:

    Sorry, ich vergaß. Selbstverständlich sind Agnostiker, Atheisten, Buddhisten, Hindus, Spaghettimonster- und sonstige Un- und Gläubige herzlich willkommen. Tapfer rules!

  5. E. L. schreibt:

    Super Diskussion. Und wunderbar formulierte und geschliffene Kommentare.

  6. Hein schreibt:

    Dass der Attentäter in Dänemark geboren wurde, beweist, dass wir die Warnung von Ayan Hirsi Ali ernst nehmen müssen: Die freiheitlichen Gedanken sind nicht so stark, dass sie gegen den Koran-Chip etwas ausrichten können. Wollen die europäischen Gesellschaften wirklich abwarten, bis die Mehrheitsverhältnisse sich geändert haben?

  7. winnie schreibt:

    Da fällt mir spontan Ottos Song ein:“Dänen lügen nicht“. Selbst gebürtige Dänen muslimischen Glaubens lügen ihrer Hirnerweichung und ihres Tatendranges nicht ins Gesicht. Demzufolge war Herr Waalkes prophetisch veranlagt.

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  9. anti3anti schreibt:

    Hier wird die Staatsangehörigkeit mit der Nationalität gleichgesetzt. Die postmoderne Ideologie spiegelt nicht die Realität wieder. Die Deutschen jüdischen Glaubens haben dies schmerzlich erfahren. Selbst die UN erkennt die ewige Erblichkeit des Palästinensertums an. Der dänische Pass ist bedeutungslos. Der Palästinenser hat nicht Juden angegriffen, sondern Repräsentanten der Staates Israel.

    • Dante schreibt:

      Der letzte Satz suggeriert, das sei für diese Berufsvertriebenen ein Unterschied. Ist es aber nicht.

    • Dante schreibt:

      Mag sein, dass die Gleichsetzung von Staatsangehörigkeit und Nationalität Ideologie ist, das Festmachen von Nationalität am „Blut“ des Betroffenen ist es auch. Völkischen Ideen kommt nicht mehr Realität zu, sondern nur mehr Wirkungsmächtigkeit, was daran liegt, dass das, was Menschen glauben, oft wirkungsmächtiger sind als die Realität.

  10. anti3anti schreibt:

    Hier wird die Staatsangehörigkeit mit der Nationalität gleichgesetzt. Die Post moderne Ideologie spiegelt nicht die Realität wieder.

    • Bachatero schreibt:

      Elegante Formulierung. Man könnte es auch wunderschön rassistisch oder phobisch sagen, ohne sich mit „Konstrukten“ wie Staatsangehörigkeit und Nationalität herumzuärgern.

      • anti3anti schreibt:

        Man könnte, man braucht jedoch nicht. Staatsangehörigkeit und Nationalität sind keine Konstruktionen, sondern praktische Realität, die in Deutschland solange verdrängt werden, bis sie nicht mehr geleugnet werden können. In den USA und in Russland sind sie selbstverständlich.

        • Dante schreibt:

          Konstruiersein und praktische Realität sein schließen einander natürlich nicht aus. Gebäude und Fahrzeuge sind ebenfalls konstruiert und gleichwohl praktische Realität.

        • Bachatero schreibt:

          Dadurch, daß sie Realität sind, hören sie nicht auf, Konstrukte zu sein, eben etwas nicht natürlich gewachsenes, sondern etwas auf der Basis menschlichen Wollens Zusammengesetztes. Ist doch deshalb nicht schlecht, das Konstrukt, nur halt sehr pflegebedürftig, da Konstrukte (noch) keine inhärente Regenerationsfunktion haben.

  11. Eliyah schreibt:

    Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es wirklich lustig. Ich musste schmunzeln beim Lesen des Textes und im selben Moment lief mir ein Schauer den Rücken runter.

    • Dante schreibt:

      Ich kann da nicht lachen, beim besten Willen nicht. Und statt Traurigkeit stellt sich bei mir eher Zorn ein, vielleicht auch Verachtung, wie ich sie auch Leuten gegenüber empfinde, die nach einer brutalen Gruppenvergewaltigung noch die Täterperspektive nahezubringen suchen. Die einzig angebrachte Form der Toleranz ist da m.E. die Null-Toleranz.

  12. Kanalratte schreibt:

    http://www.liveleak.com/view?i=fca_1424146808

    „Dänen“ legen Blumen für den Attentäter ab und beten für ihn.

  13. abusheitan schreibt:

    „Für die Herkunft kann ein Mensch nichts, für seine Überzeugungen schon!“
    Wenn Überzeugungen wechseln so leicht fiele, wie Hemden wechseln.
    Wer in einer geschlossenen Gesellschaft wie der islamischen Umma aufwächst, in der Unterwerfung, Anpassung, Überwachung und Gewalt herrschen, hat relativ schlechte Karten, jemals aus dieser Zwangsjacke herauszuschlüpfen. Wissenschaftler und Philosophen hegen schon seit längerem massive Zweifel am Konzept des freien Willens.
    Die westliche Aufnahmegesellschaft böte an sich sehr gute Möglichkeiten, sich zu befreien und zu verwirklichen,vor allem, wenn sie das freie Denken förderte und in Kindergarten und Schule von Anfang an die Werte der offenen Gesellschaft Respekt, Toleranz, Meinungsfreiheit lehrte, totalitäres Denken, archaische und barbarische Traditionen verurteilte und ächtete.
    Leider wird eher das Gegenteil praktiziert und gerade die rückwärtsgewandte Haltung der Abgrenzung, die sich in verschleiernder Kleidung, Beibehaltung der Herkunftssprache und Traditionen und Ablehnung der westlichen Kultur und Werte äußert, gefördert.

  14. Eitan Einoch schreibt:

    Orwell lässt grüßen…

  15. Ulrich Elkmann schreibt:

    Adolf Breitmeier schreibt: Februar 17, 2015 um 7:46 nachmittags
    „..wenn nicht vorher die USA die Ukraine als zukünftige Kornkammer besetzten…“

    Grenzdebilität scheint nicht auf ORR-Mitarbeiter beschränkt (sic!) zu sein.

    • ceterum censeo schreibt:

      Stimmt, warum auch besetzen? Es reicht doch, für Bürgerkrieg zu sorgen, und sich genießerisch zurückzulehnen. Siehe arabischer Frühling. Irgendwann muß ja alles wieder aufgebaut werden. Und Korn hat man selbst so viel, daß man es verkaufen kann. Vielleicht an die Ukraine?

  16. Dante schreibt:

    Bünz‘ Worte hinsichtlich des Anschlages sind wahrlich schwer zu ertragen. Sie lesen sich fast wie eine Rechtfertigung dieses spezifisch arabischpalästinensischen Judenhasses.

  17. Dante schreibt:

    Es ist nicht der erste Sündenfall der Tagesschau. Man lese Liebe Sabine Rau.

  18. Philipp schreibt:

    Der Attentäter war also “gebürtiger Däne“ und Antisemit…aber einen “dänischen Antisemitismus“, der die logische Konsequenz aus dieser Konstellation wäre, will der Qualitätsjournalist nicht sehen. Da der Angriff vor der Synagoge bzw. der wohl geplante Anschlag AUF die Synagoge mit dem Verweis auf “Groll auf Israel“ als “nicht antisemitisch“ relativiert wird, muss wohl die Frage gestellt werden, ob der Journalist somit glaubt, dass dänische Juden nicht zu Dänemark gehören, wenn er sie zu “Lückenbüßern für Israel“ erklärt…

  19. limbischessystem schreibt:

    Zu Ihrer Frage: Ist die Tagesschau etwa rassistisch?
    Meine Antwort wäre ja.

    Aber sie geben die Antwort in Ihrem Artikel ja selbst, und es gehört sich auch nicht auf rhetorische Fragen zu antworten, aber mich beschäftigt dieser Tageschau-Artikel nun auch schon eine Weile, und jetzt beim Lesen ist mir noch eine Frage in den Kopf gegangen, war der erschossene jüdische Wachmann eigentlich gebürtiger Däne?
    Die Frage hat durchaus systematischen wert, wann und warum in den Nachrichten die Gebürtigkeit angegeben wird, das hat so etwas Naturalistisches, vielleicht bemühen die Redakteure solche Angaben besonders gerne. Die Angabe des Geburtsstatus in diesem Fallt, fällt m. E. deshalb so ins Auge, weil diese Überschrift so triumphierend daherkommt. So kommt es mir jedenfalls vor.

  20. Hessenhenker schreibt:

    Es ist eben von Vorteil für eine Einstellung beim Fernsehen, grenzdebil zu sein!

  21. Adolf Breitmeier schreibt:

    Der Mann kriecht so weit rein, dass man noch nicht einmal mehr die Zehenspitzen sieht. Ich fürchte ernsthaft, dass der Deckel irgendwann – vielleicht sogar bald – einfach davonfliegt – der Bürgerkrieg liegt in der Luft (wenn nicht vorher die USA die Ukraine als zukünftige Kornkammer besetzten. Hitler wollte das auch. Dann wird Deutschland ,,leise“ übernommen.

Seid gut zueinander!

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