Es gibt eine Obergrenze!

Immer wieder wird über eine Obergrenze in der Flüchtlingssituation diskutiert, ganz so, als müsse sie eingeführt werden. Es gibt sie aber schon! Am 8. Januar 2016 veröffentlichte Tapfer im Nirgendwo einen Artikel zur real existierenden Obergrenze und erklärte, warum diese Grenze geleugnet wird. Es lohnt sich, den Artikel erneut zu lesen:

Als vor einigen Wochen am Münchener Hauptbahnhof die ungewohnt hohe Zahl von Flüchtlingen aus Syrien ankam und sie empfangen wurden von applaudierenden Deutschen, da hörte ich überall die Sätze: „Jetzt zeigt Deutschland sein freundliches Gesicht“ und „Auf dieses Deutschland bin ich stolz!“

Mir waren die Deutschen, die das selbstergriffen patriotisch und tränengerührt stolz in die Kameras sagten, von Anfang an suspekt, weil ich nicht selten das Gefühl hatte, dass es ihnen gar nicht um die Flüchtlinge geht, sondern um ihr eigenes Image! Sie benutzen Flüchtlinge, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen. Ginge es ihnen um die Flüchtlinge, sie müssten sich der Verantwortung stellen, die mit der Hilfsbereitschaft einhergeht: Die Frage nach der Grenze der eigenen Kapazität.

Es herrscht in Deutschland eine grenzenlose Naivität im Umgang mit der Flüchtlingssituation. Die Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof ist ein Resultat dieser Naivität. Die Flüchtlinge nämlich, die unter anderem aus Syrien kommen, sind größtenteils durch Krieg traumatisierte und brutalisierte Männer, die aus zerbrochenen Clanstrukturen stammen, zusammengehalten von einer autoritären Religion, gegründet von einem patriarchalen Feldherren! Diese Männer brauchen individuelle Hilfe und intensive Betreuung. Diese Männer in überfüllte enge Räume und Zelte zu zwängen, nicht selten zusammen mit Menschen aus Ländern und Kreisen, mit denen sie in der Heimat im Krieg lagen, ist das Gegenteil von Hilfe. Es ist ein Fortführen des Kriegs mit anderen Mitteln! Natürlich ticken diese Männer in solcher Situation gehalten irgendwann aus!

Wer durch Krieg traumatisierten und brutalisierten Menschen helfen will, muss sich eingestehen, dass dies eine harte und verantwortungsvolle Arbeit ist, die verlangt, dass man sich der eigenen Grenzen und Leistungsfähigkeit bewusst ist.

Oft wurde ich gefragt, wo denn die Obergrenze für Flüchtlinge sei. Ich wurde gebeten, doch eine Zahl zu nennen. Es braucht aber keine Zahl! In einer Gemeinde, in der hoch traumatisierte und durch Krieg brutalisierte Flüchtlinge in Lager gepfercht werden, ist die Obergrenze erreicht!

Es ist deutlich menschlicher, einzugestehen, dass man nicht mehr helfen kann, als Hilfe vorzutäuschen! Ein Idealist, dem es nur um sich selbst und die Pflege des eigenen Gewissens geht, der die Verantwortung nicht ertragen kann, in hilfesuchende Augen schauend eingestehen zu müssen, nicht helfen zu können, macht lieber die Tore anderer auf und applaudiert dann selbstergriffen den Flüchtlingen zu, während sie in überfüllte Auffanglager abgeschoben werden, wo sich dann die Tore wieder schließen. Diese Idealisten handeln nach dem Motto: „Ich will morgens in den Spiegel schauen können!“ Menschen aber, die wahrlich helfen wollen, leben nach dem Motto: „Ich will morgens aus dem Fenster schauen können!“

Es ist menschlich, begrenzt zu sein und es ist die Fähigkeit der Vernunft, die Begrenzung zu erkennen. Daher muss der Mensch vernünftig sein!

Vor 25 Jahren wurden an einem Tag, nämlich am 3. Oktober 1990, etwas mehr als 16 Millionen Menschen Deutsche im Sinne des Grundgesetzes. Es war die größte Einwanderung in der Geschichte der BRD. Sie entflohen einem unmenschlich, autoritären System der Überwachung und Unfreiheit. Zum Glück brachten diese Flüchtlinge ein eigenes Land mit. Sie mussten nicht in Sammellagern gehalten werden. Dennoch hat sich eine Generation später besonders unter diesen Neubundesdeutschen ein radikales Gedankengut entwickelt, das Tausende von Menschen in Dresden, Leipzig und Heidenau mit menschenverachtenden Parolen auf die Straße treibt.

Als 1949 die Bundesrepublik Deutschland gegründet wurde, von kriegstraumatisierten Männern und Frauen, da brauchte es zum demokratischen Erfolg eine jahrzehntelange Besatzung durch Amerikaner, Engländer und Franzosen. Als sich dann in den sechziger und siebziger Jahren, also eine Generation später, die Jugend mit den kriegstraumatisierten Eltern auseinandersetzte, da wäre dieses Deutschland fast im Terrorismus versunken.

Wenn Deutsche somit schon Schwierigkeiten haben, kriegstraumstisierten Deutschen zu helfen, woher nimmt sich dann dieses Deutschland die Anmaßung zu glauben, grenzenlos Flüchtlingen aus fremden Kulturen helfen zu können? Was für eine Hybris! Es ist deutscher Größenwahn zu glauben, man könne ohne Obergrenze helfen und deutscher Größenwahn hat auf der Welt nicht gerade den besten Ruf.

Europa ist eine Figur der griechischen Mythologie. Eine weitere bekannte Figur ist Ikarus! Er war der Sohn des Dädalus und wurde zusammen mit seinem Vater von König Minos im Labyrinth des Minotauros auf Kreta gefangen gehalten. Zur Flucht erfand Dädalus Flügel für sich und seinen Sohn, indem er Federn mit Wachs an einem Gestänge befestigte. Vor dem Start schärfte er Ikarus ein, nicht zu hoch und nicht zu tief zu fliegen, da sonst die Hitze der Sonne beziehungsweise die Feuchte des Meeres zum Absturz führen würde. Zuerst ging alles gut, aber dann wurde Ikarus übermütig und stieg so hoch hinauf, dass die Sonne das Wachs seiner Flügel schmolz, woraufhin sich die Federn lösten und er ins Meer stürzte. Der verzweifelte Dädalus benannte die Insel, auf der er seinen Sohn beigesetzt hatte, zur Erinnerung an sein Kind Ikaria.

Wenn sich der deutsche Übermut und Größenwahn im Idealismus nicht bald legt, läuft Europa Gefahr, in Ikaria umbenannt zu werden. Es reicht eben nicht, Flüchtlinge reinzulassen. Ihnen muss auch geholfen werden. Dazu gehört es, sich der Gefahren bewusst zu sein. Eine Gefahr besteht darin, dass jeder Flüchtling rückfällig werden kann. Es ist keine Seltenheit, dass Frauen, die aus gewalttätigen Umfeldern in Frauenhäuser geflüchtet sind, hinterher wieder in gewalttätige Arme zurückkehren. Es ist somit unausweichlich, dass ein Teil jener Menschen, die aus islamischen Diktaturen geflüchtet sind, nach einiger Zeit in die Arme deutscher Islamisten flüchten. Das heißt nicht, dass Deutschland keine Flüchtlinge mehr aufnehmen soll; die Frauenhäuser sollen schließlich auch nicht schließen, aber jedes Haus hat Wände und daher nicht unendlich Platz.

Wer Flüchtlingen ein Aussteigerprogramm aus der Welt der Gewalt und Unterdrückung anbietet, muss die Gefahr der Rückfälligkeit bedenken und daher Pläne für die Möglichkeit eines Rückfalls bereit halten. Alles andere ist verantwortungslos! Nach der Silvesternacht in Köln erklärte die Kölner Polizei, sie sei von der „völlig neuen Dimension der Gewalt“ vor dem Kölner Dom überrascht. Was dort geschah, ist jedoch keine völlig neue Dimension der Gewalt. Es war eines der ältesten Verbrechen der Welt, nämlich religiös und kulturell motivierter Frauenhass! Es ist schockierend, wie unfähig die Kölner Polizei in der Silvesternacht im Umgang mit dieser Gewalt war. Köln war nicht vorbereitet und wurde daher Opfer einer Horde Männer, die aus patriarchalen und zum Teil zerbrochenen Clanstrukturen kommen, einige vor ein ein paar Wochen, andere vor einigen Jahren, aber alle mit einer autoritären Religion im Nacken, die in ihrer extremen Form Frauen zu Freiwild erklärt, wenn sie ihren Körper nicht komplett verhüllen; Männer, an denen die Aufklärung vorbei gegangen ist und die eher in Gruppen und Clans denken als in Individuen; Männer, die die Ehre eines im siebten Jahrhundert verstorbenen Soldaten aus Mekka, den sie als Propheten verherrlichen, höher schätzen als die Würde einer lebendigen Frau; Männer, die wegen einer pervertierten Idee von Ehre eher eine Frau töten, als ihre eigene Religion zu hinterfragen; Männer, die Frauen eher in ein Gefängnis aus Stoff zwängen, als männlichen Sexualverbrechern Handschellen anzulegen; Männer, die Frauen als Schlampen bezeichnen, wenn sie ihr Recht auf einen Orgasmus einfordern; Männer, für die Frauen nichts weiter sind als Ware auf dem Markt der Macht.

In Köln ist so ziemlich alles schief gelaufen, was schief laufen kann. Es gab keinen Plan für das mehr als denkbare Szenario einer Rückfälligkeit einiger der vielen Flüchtlinge in Köln. Und was ist das Resultat dieser Unfähigkeit. Fremdenfeindliche Arschlöcher, die Flüchtlinge hassen, weil sie Fremde sind, gewinnen Oberwasser und gehen auf die Straße. Ihnen entgegen stellen sich die Deutschen, die um das „freundliche Gesicht“ Deutschlands besorgt sind. Und plötzlich demonstrieren besorgte Bürger gegen besorgte Bürger. Die Einen sind besorgt, weil Fremde nach Deutschland kommen, die Anderen sind besorgt, weil Fremdenfeindlichkeit dem Image Deutschlands schadet. Alle sind besorgt und denken doch nur an sich. An die Flüchtlinge denkt da kaum wer.

In Deutschland bestimmt das komplizierte Verhältnis der Deutschen zu sich selbst den Umgang mit der Flüchtlingssituation. Man könnte überspitzt sagen: Hitler bestimmt die deutsche Flüchtlingspolitik. Ich sag mal so, es gibt bessere Gründe, um hilfsbereit zu sein.

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