Dudenkritisch

Neulich war ich in dem virtuellen Wörterbuch duden.de auf der Suche nach einem Wort. Ich suchte „Deutschlandkritisch“. Der Duden antwortete:
Dann suchte ich „Englandkritisch“:
Ich suchte nach „Amerikakritisch“, „Russlandkritisch“, „Chinakritisch“, „Keniakritisch“ und „Brasilienkritisch“:
Am Ende versuchte ich es noch mit „Irankritisch“:
Nein, ich meinte „Irankritisch“, aber da der Duden „Israelkritisch“ vorschlug, dachte ich mir, schau doch mal nach, ob es das Wort im Duden gibt:
Siehe da. Das Wort gibt es. „Irankritisch“ gibt es nicht, aber „israelkritisch“. Ich schaute direkt nach, ob es auch das Wort „Palästinakritisch“ gibt:
Natürlich nicht. Es gibt nur Israelkritik. Isa Nowotny und Ursula Prem schreiben dazu:

„Wenn es »israelkritisch« als Wort gibt, aber nicht zum Beispiel »nordkoreakritisch«, dann dürfte das ein deutliches Zeichen sein.“

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21 Antworten zu Dudenkritisch

  1. Ich suchte nach „Dudenkritisch“. Der Duden antwortete:

    Leider haben wir zu Ihrer Suche nach ‚dudenkritisch‘ keine Treffer gefunden.
    Oder meinten Sie: unkritisch?

  2. Der Duden berücksichtigt nach eigenem Bekunden der Redaktion ausschließlich Begriffe, die es in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft haben (z. B. „googeln“). Für „Israelkritik“ trifft es als Folge jahrzehntelanger antisemitischer Propaganda zu, für „Belgienkritik“ usw. eben nicht, denn die gibt es nun mal nicht. Nicht der Duden ist das Problem, sondern die systematische Gehirnwäsche der Israel-Feinde, die sich schließlich auch in der Sprache wiederspiegelt.
    Allerdings muss sich die Redaktion vorhalten lassen, dass es leicht gewesen wäre, „Israelkritik“ nicht aufzunehmen, weil es doch ziemlich einfach ist, das Wort als antisemitisch zu erkennen. Aber wer weiß: Wahrscheinlich finden sich auch unter den Duden-Leuten zumindest einige, die „Israelkritik“ und was dahinter steckt, gut finden. Die Tatsache, dass dieser unsägliche Begriff nun Mainstream geworden ist, gab ihnen endlich die Chance, das Wort durch Aufnahme ins Verzeichnis quasi zu adeln. Den Reichspropagandaminister würde es freuen!

    • Aristobulus schreibt:

      „Leider haben wir zu Ihrer Suche nach ‚Internationales Finanzjudentum‘ keine Treffer gefunden.
      Leider haben wir zu Ihrer Suche nach ‚jüdische Hochfinanz‘ keine Treffer gefunden.
      Leider haben wir zu Ihrer Suche nach ‚Jüdische Siedler‘ keine Treffer gefunden.

      Untermensch
      Substantiv, maskulin – (in der rassistischen Ideologie des Nationalsozialismus) Mensch, der nicht Arier ist“

      Aha. Also beim Untermenschen drückt sich der Gedudete nicht, auf den besteht er!, jedoch bei allen sonstigen israelkritischen Begriffen von früher, von einst und von jetzt, hach, da drückt er sich 😉

    • American Viewer schreibt:

      Israelkritik ist sogar ein Ersatzwort für Antisemitismus.

      • Aristobulus schreibt:

        Ja, Viewer, es ist das euphemistische Ersatzwort.
        So wie (im viel Kleineren und vergleichsweise Harmlosen) Entsorgungspark das euphemistische Ersatzwort für Uran-Wiederaufbereitungsanlage ist.

        Die andere Richtung als Euphemismus, also die Richtung, die nicht ins Verharmlosende zeigt (eu~, grch. Gut), sondern die ins viel Schlechtere und damit wohl Wahrere zeigt (wie heißt die übrigens?), also in dieser Richtung gesprochen ist Israelkritik glattweg Judenvernichtung.

        Komisch trotzdem, also immer wieder komisch, dass man gemeinhin vom Ziel der Judenvernichtung2.0 ablenkt, indem man eben dieses Ziel als Israelkritik deklariert.

        • Aristobulus schreibt:

          Noch eppes über Wort-Ersatz in dieser oder jener Richtung:

          Also der Begriff „Illegale Siedlungen in der Westbank“.
          Wenn in solch einer illegalen Siedlung (bereits dieser Begriff ist von Lüge kontaminiert, weil er Illegalität behauptet, wo es so nicht und so nicht illegal sein kann zu siedeln), wenn dort also Juden wohnen, wird die Siedlung a) „Siedlung“ und b) als Synonym für Siedlung zusätzlich „illegales Friedenshindernis“ genannt.
          Wenn dort hingegen Araber wohnen, wird die Siedlung niemals „Siedlung“ (die kann nur jüdisch & illegal sein), sondern „Palästinenserdorf“ genannt, das selbstverfreilichst neimals irgend mit Illegalität in Verbindung gebracht wird.

          Oberbegriff für den Lügenbegriff Illegale Siedlung ist der Begriff Israelkritik. Die Lüge, die für die Prägung des Oberbegriffs Pate stand, setzt sich in jedes Begriffsderivat hinein fort.
          Es ist ein einziges Lügengespinst.

          • Aristobulus schreibt:

            P.S
            Warum ist dieses Lügengespinst so konsequent, so wortreich und so abgeschlossen selbstreferenziell: Weil es von der sowjetischen Propaganda ersonnen wurde.

            Im Jahr 1964, also lange Zeit VOR irgend jüdischen Siedlungen jenseits der Waffenstillstandslinie von 1967, beschloss die Progagandaabteilung des obersten Sowjets, dass der Zionismus (die Bürgerrechtsbewegung der Juden) auf marxistisch-dialektische Weise allgemein als Menschheitsverbrechen (gleich dem Nazismus) deklariert werden müsse.
            So taten sie es.
            Und es wirkt bis heute und vergiftet die Begriffe.

          • Aristobulus schreibt:

            Ethisch: Auf der selben miesen, totalverlogenen propagandistischen Stufe wie diese gewissenlose, irreale und Realität schaffende Sowjetpropaganda („Zionismus ist Rassismus!“, Durban 1975) steht etwa die Polemik des KuKluxKlan in den 1960ern, dass die Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen in den USA (Dr. Martin Luther King) ein Gräuel zur Vermischung der Rassen und damit zur Vernichtung der weißen Rasse sei.

            Ob Nazis, ob Sowjets: Leute dieses Schlages machen sowas.

  3. Der Duden leidet bloß an der gleichen Psychose wie der Rest der Welt. Man kann der Dudenredaktion fast dankbar sein, dass sie den Beweis so unbestechlich, unwiderlegbar und besinnungslos liefert. Also „Was tun?“ (Lenin). Gegen Psychosen helfen Antipsychotika. Vielleicht sollten sich jüdische Mitbürger zusammentun und den Opfern entsprechende Mittel heimlich verabreichen. Eine Verteilung über die Brunnen wäre sicher eine gute Möglichkeit.

    • Aristobulus schreibt:

      … schon. Aber was, wenn die Nebenwirkungen des Medikaments dann zum Kannibalismus, Zombiismus oder gar zum Vulkanismus führen?
      (Kapitalismus können wir wahrscheinlich ausschließen.)

    • American Viewer schreibt:

      Der Duden leidet nicht an einer Psychose, er stellt nur dar, was ist.

      • Aristobulus schreibt:

        … hm. Der Duden echot das, was da ist, nicht?, er kommentiert es nicht, er ordnet es nicht ein, und er analysiert schon gar nichts.
        Also ist der Duden das reine Gegenteil von Hillel Neuer, sag ich mal. Der Hillel Neuer stellt die Psychosen der UNO dar, indem er sie in der UNO in den Zusammenhang bringt, sie kommentiert und ihnen die Maske runterreißt. Tja, hingegen der Duden verbleibt passgenauest mitten im Psychosensystem, der Duden redet etwa genauso wie z.B. der jordanische Abgeordnete in der UNO, der die Worte des saudischen, iranischen und venezolanischen Abgeordneten wiederholt. Nur wiederholt der Duden die dann gaaaanz seriös zum Mitschreiben.
        Der Duden ist ein reiner Wiederkäuer und Ausspucker 😉
        Wahrscheinlich halten die Dudenschreiber sich selbst auch noch für gelehrt.
        Da lachen ja die Hühnerhyänen.

        • American Viewer schreibt:

          Der Duden scheint wirklich „nur“ relativ neutral aufzuzeichnen. „Islamkritisch“ wird zum Beispiel auch geführt.

          • Aristobulus schreibt:

            🙂
            Ah. Ob dudenseits jemals ein Gedudeter den Begriff islamkritisch vom Begriff israelkritisch abgrenzen wird? Also wenn, dann bloß so, wie es da draußen dahergeredet wird, und höchstwahrscheinlich einer gewissen Frau Dreyer aus Mainz nach dem Mund dudend, die immer gern wieder hervordudet, dass Islamophobiiiie und Antisemitismus irgendwie das Selbe seien.
            Manchmal sollt‘ man den Duden glattweg sieden.

  4. Aristobulus schreibt:

    Der Duden online sagt: „Leider haben wir zu Ihrer Suche nach ‚Belgienkritik‘ keine Treffer gefunden.“
    Das ist schade. Warum Israelkritik, aber keine Belgienkritik?, es gibt ja nicht einmal Belgier. In Belgien ist genau einer ein Belgier, er arbeitet als König. Alle sonst, die nicht als König arbeiten, sehen sich nicht als Belgier, sondern als Flamen, Wallonen oder Deutsche.
    Und Belgien duldet Molenbeek, einen großen Stadtteil von Brüssel, wo die Nachbarschafts-Scharia herrscht, und wo zahlreiche Terroristen wohnen.
    Also müsste es schon aus diesen beiden Gründen schon so ein Ding Namens Belgienkritik geben, nein?

    Aber na gut. Wollen wir dem Duden zugute halten, dass er sich halt bloß an die Tatsachen hält und also Israelkritik als Synonym für Antisemitismus ins Buch aufgenommen hat. Man soll ja immer das Beste annehmen 🙂 (obschon es bekanntlich heißt, dass man nicht von Dummheit ausgehen sollte, wenn Bösartigkeit die Sache hinreichend erklärt).

    • Aristobulus schreibt:

      „Rechtschreibungℹ
      Worttrennung: An|ti|se|mi|tis|mus
      Bedeutungsübersichtℹ
      -Abneigung oder Feindschaft gegenüber den Juden
      -[politische] Bewegung mit ausgeprägt antisemitischen Tendenzen
      Wussten Sie schon?ℹ
      Dieses Wort stand 1934 erstmals im Rechtschreibduden.“

      Aha. Seit 1934 ‚gibt‘ es Antisemitismus, den man so schreiben kann, ja soll, wenn man sich an den Duden hält.
      Seit wann ‚gibt‘ es Israelkritik, seit hm Amalek, seit Mohammed, seit den Kirchenvätern, oder, anders, seitdem Albert Einstein und Gal Gadot als Zionisten verschrieen sind?

      • aurorula a. schreibt:

        Man sollte „Narzismus-Leninismus“ nachschlagen, und wenn nicht sofort ein Bild von Chavez auftaucht, den Duden aus dem Fenster schmeißen.

        Und faul sind sie außerdem in der Dudenredaktion – abgesehen davon daß sie nur Israelkritik als existent ansehen – die Definition sollte lauten: die Existenz eines Staats Israel ablehnend. Es ist keine Definition wenn einfach die Begriffe umgeordnet werden: „ein Krokodil ist ein krokodilförmiges, krokodilfarbenes Tier, das sich krokodilartig verhält, in einem für Krokodile idealen Lebensraum lebt und Krokodilfutter frisst“ hlft keinem weiter. Außerdem ist die Duden-Definition noch mehrdeutig: man kann sie so lesen wie meine Definition oben: Israelkritiker wollen einfach keinen Staat Israel, egal was der tut oder lässt – man kann aber auch hineininterpretieren, und das ist denke ich politisch gewollt, daß der Israelkritiker das Verhalten der israelischen Regierung bewertet, so wie ein Literaturkritiker Literatur bewertet. Das ist Absicht, und zwar böse Absicht.

        • Aristobulus schreibt:

          Vorschlag zur Güte für eine bessere Duden-Definition:

          „Ein Israelkritiker ist ein israelkritikerförmiges, Israelkritik-redendes Wesen, das sich israelkritikerartig verhält, sich in einem für Israelkritiker idealen Jargon äußert, sich fortwährend mit Israel beschäftigt und Israel frisst. Das Erkennungszeichen von Israelkritikern untereinander ist Israelkritik. Als Spezies steht der Israelkritiker nicht auf der roten Liste, listet sich jedoch selbst meist als rot. Israelkritiker fallen besonders durch ihre intellektuelle Unbedarftheit, ihr rein taktisches Verhältnis zur Wahrheit, ihr borniertes Moralisieren und die Selbstreferenzialität ihrer Lautstärke auf. Ferner lieben Israelkritiker die Triple-D-Definition des Antisemitismus von Natan Sharansky (Dämonisierung, Delegitimierung, Doppelstanrdards), aber sie lieben sie auf gegenteilige Weise wie Natan Sharansky selbst. Es wird vermutet, dass Israelkritik mit Alkoholismus das Meiste gemeinsam hat.“

    • Clas Lehmann schreibt:

      Wer müsste also als belgischer König arbeiten, damit Aussicht besteht, auf Belgienkritik…?

Seid gut zueinander!

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