Tel Aviv oder Auschwitz?

„Easyjet hat einen dramatisch größeren Betrag gegen Antisemitismus geleistet, als alle staatlichen Erziehungsprogramme zusammen! Wer einmal in Tel Aviv feiern war, ist immun gegen die Berichterstattung, die Juden ausschließlich als Schläfenlockenträger oder Soldaten zeigt.“ (David Harnasch)

Die Berliner Staatssekretärin für bürgerschaftliches Engagement, Sawsan Chebli (SPD), spricht sich dafür aus, dass Asylbewerber verpflichtend ein Konzentrationslager besuchen sollen. Sie halte es für sinnvoll, „wenn jeder, der in diesem Land lebt, verpflichtet würde, mindestens einmal in seinem Leben eine KZ-Gedenkstätte besucht zu haben.“ Das gelte „auch für jene, die neu zu uns gekommen sind. KZ-Besuche sollten zum Bestandteil von Integrationskursen werden.“

Als in Deutschland die Wehrpflicht und die Einberufung zum Grundwehrdienst noch nicht auf den Spannungs- und Verteidigungsfall beschränkt waren, als jeder junge Deutsche zum Dienst verpflichtet wurde, gab es die Möglichkeit, den Dienst an der Waffe zu verweigern und stattdessen einen sogenannten Zivildienst zu absolvieren. Ich möchte daher den Vorschlag von Sawsan Chebli um die Möglichkeit eines zivilen Dienstes am Judentum erweitern: Der Pflichtbesuch in einer KZ-Gedenkstätte kann durch einen zivilen Strandbesuch in Tel Aviv oder durch einen zivilen Besuch in einer jüdischen Gemeinde ersetzt werden. Ich bin mir sicher, dass ein solcher ziviler Dienst mehr bringt, als ein Pflichtbesuch einer KZ-Gedenkstätte, denn es sind die lebendigen Juden, die gehasst werden, nicht die toten.

In Deutschland findet Judentum fast nur noch in Gedenkstunden statt. Juden sind Gespenster von damals. In Schulen taucht das Judentum deutlich öfter im Geschichtsunterricht auf, als im Philosophie-, Ethik-, Religions- oder Gesellschaftskundeunterricht. Wenn man in New York sagt: „Heute gehen wir in ein jüdischen Stück“, dann freuen sich alle. Jüdisches Theater, das steht in Amerika für spritzige Dialoge, humorvoller Tiefgang, für Woody Allen und Neil Simon. Wenn man aber in Deutschland sagt: „Heute gehen wir in ein jüdisches Theaterstück“, dann kommen deprimierte Gesichter. In Deutschland steht jüdisches Theater für Auschwitz, Holocaust und Anne Frank. Juden sind für viele Deutsche nur die Opfer von damals, nicht die Lebenden von heute. Genau da ist das Problem.

In vielen deutschen Städten gibt es mittlerweile mehr Stolpersteine als lebendige Juden, so dass eine Mehrheit der Deutschen heute im Alltag deutlich öfter auf tote Juden trifft als auf lebendige. Auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zur Party und nach Hause, überall trifft man in Deutschland auf tote Juden. Dabei erfahren wir jedoch nicht, was diese Juden großes erreicht haben oder wen sie geliebt und worüber sie sich gefreut haben, wir erfahren, wann, wo und wie sie ermordet wurden. Wer Menschen auf ihren Status als Opfer reduziert, erwartet irgendwann auch von ihnen, Opfer zu sein. Der Schritt, sie zu Opfern zu machen, ist dann nicht mehr weit.

Natürlich ist es wichtig, das unfassbare Verbrechen nicht zu vergessen, aber es ist nicht hilfreich, das Judentum auf den Moment der Verfolgung und der Ermordung zu reduzieren. In Deutschland haben mehr Juden Denkmäler dafür bekommen, ermordet worden zu sein, als dafür, etwas geschaffen zu haben. Solange in Deutschland mehr Denkmäler für ermordete Juden stehen als für Juden, die aus ihrer eigenen Schöpfungskraft etwas erreicht haben, werden es lebendige Juden in diesem Land schwer haben.

Das größte Denkmal für Juden in Deutschland ist ein Mahnmal des Todes, das Holocaust Mahnmal in Berlin. Warum gibt es in Deutschland nicht ein Denkmal, das mindestens ebenso groß ist, wie das Holocaustmahnmal und das all die herausragenden und erhabenen Errungenschaften ehrt, die Juden in und für Deutschland geleistet haben? Ich würde gerne zu einem solchen Denkmal gehen. Altkanzler Gerhard Schröder aber sagte, das Holocaust-Mahnmal sei ein Ort, „wo man gerne hingeht“. Der Historiker Eberhard Jäckel brachte es sogar fertig, zu sagen: „Es gibt Länder in Europa, die uns um dieses Denkmal beneiden.“

Deutschland ist stolz auf seine Vergangenheitsbewältigung, die es ohne die Vergangenheit natürlich nicht gäbe. Eine deutsche Straße, die was auf sich hält, hat mindestens einen Stolperstein. Ohne Stolperstein findet man als Straße heute gar nicht mehr statt. Der Trend geht zum Zweitstolperstein! Bei dem ganzen Stolz um die Vergangenheitsbewältigung vergessen viele Deutsche jedoch den Hass auf lebende Juden, der sich heute wieder auf deutschen Straßen breit macht.

Während deutsch Schülerinnen und Schüler in Konzentrationslager pilgern, wird auf deutschen Straßen wieder gegen Juden gehetzt. Synagogen werden attackiert und Juden angegriffen. In Belgien und Frankreich wurden in den letzten Jahren sogar Juden gefoltert und ermordet, darunter Kinder, weil sie Juden waren, zum Beispiel in Toulouse, Paris und Brüssel. Seit über 60 Jahren sieht sich zudem das kleine demokratische Land Israel von Feinden umzingelt, die einen Krieg führen, an dessen Ende die Radikalen von der Hamas die Vernichtung aller Juden weltweit fordern (Endlösung), während die sogenannten Gemäßigten von der Fatah nur die Vernichtung des Staates Israels in Aussicht stellen (Lokallösung). Seit Jahrzehnten muss sich Israel gegen seine Vernichtung verteidigen. Und was macht die deutsche Mehrheitsgesellschaft? Sie kritisiert Israel, weil der Konflikt eskaliert!

Natürlich eskaliert der Konflikt, weil sich Juden seit 1948 als Soldaten eines eigenen Landes gegen die Vernichtung wehren können. Aufgrund dieser Möglichkeit der militärischen Verteidigung eskaliert die Auseinandersetzung, weil die Situation immer erst dann für beide Seiten eskaliert, wenn sich die eine Seite wehrt, von der anderen Seite ausgerottet zu werden. Deshalb mögen viele Deutsche Israel nicht. Aber sie lieben die Juden, die in den Konzentrationslager ermordet wurden. Die haben sich schließlich so schön vernichten lassen und außerdem gäbe es ohne Auschwitz den Soundtrack von „Schindlers Liste“ nicht und das wäre wirklich schade, denn den hören Deutsche so gerne, weil der so schön traurig ist.

Die toten Juden sind die gute Juden, verbrannte Wohlfühljuden quasi. Die lebendigen Juden nerven nur. Darum können viele Deutsche auch ohne Probleme zeitgleich mit der einen Hand einen Kranz für tote Juden an einem Mahnmal abwerfen und mit der anderen Hand einen Protestbrief gegen Israel verfassen, nicht obwohl, sondern weil es denn Holocaust gab und sie aus dem Holocaust gelernt haben, nämlich Israel zu kritisieren, gerade als Deutscher, damit sich die Juden dort so benehmen, wie sie es in Deutschland gelernt haben: wie ein Opfer!

Deshalb wünsche ich mir für den Fall, dass in Deutschland Besuche von KZ-Gedenkstätten verpflichtend werden, dass es einen zivilen Dienst gibt, wo man Juden nicht als Opfer kennenlernt, sondern als lebendige und wehrhafte Menschen.

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44 Antworten zu Tel Aviv oder Auschwitz?

  1. A.Bundy schreibt:

    „Die Berliner Staatssekretärin für bürgerschaftliches Engagement(sic!), Sawsan Chebli (SPD), spricht sich dafür aus, dass Asylbewerber verpflichtend ein Konzentrationslager besuchen sollen.“
    Immer wieder ein Fest, wenn der Bock (oder diesem Fall, die Geiß) versucht, den/die Gärtner_
    xoxo_In zu geben.

  2. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    @Thomas ex Gotha

    Zuvörderst vielen Dank, Herr ex Gotha, für die eiserne Treue, mit der Sie mich und meine Kommentare begleiten!
    Doch nun zum Ernst des (speziell einfältigen) Lebens:

    @Thomas ex Gotha: „Man könnte ihn für einen Narren halten, …“

    „Man“ neigt sichtlich zur Kollegenschelte, wenngleich aus hoffnungsloser Position.

    @Thomas ex Gotha: „(unvergessen sein Versuch, eine plakative Satire der taz ernsthaft als Beweis für eine staatliche Finanzierung der Antifa zu zitieren, …“

    Für Sie, dem das Leben offenkundig wenig Triumphe schenkte, ist dieser Vorfall begreiflicherweise „unvergessen“. In Ihrem damaligen Freudentaumel, der natürlich auch mein Herz nachhaltig erschütterte, vergaßen Sie allerdings sehr schnell, dass ich Ihnen noch weitere Nachweise lieferte.

    @Thomas ex Gotha: „… wobei er sich nicht einmal von einem angeblichen Antifasprecher namens „P.Flasterstein“ irritieren ließ) keinem anderen Zweck dienen, als ihn dem gerechten Spott aller denkenden Menschen auszusetzen, …“

    Es spricht für Ihre natürliche, linke Bescheidenheit, Herr ex Gotha, dass Sie für alle denkenden Menschen sprechen. Die entsprechenden Ermächtigungen werden Sie sicherlich noch nachliefern.

    @Thomas ex Gotha: „… doch seit er sich erdreistete, ein Bild von der unmittelbar bevorstehenden Hinrichtung zweier junger Männer im Iran zum Anlass eines Witzchens zu machen, …“

    Tatsächlich muss ich mir vorwerfen, dieses abscheuliche Verbrechen „zum Anlass eines Witzchens“ gemacht zu haben: dem widerlichen Auftritt eines ungleich armseligeren Witzchens, das den Namen Thomas ex Gotha trägt, einem Witzchen, dem jegliches Menschenrecht wertlos ist, sofern es sich nicht zur Verleumdung Andersdenkender eignet, das sich nicht daran stört, wenn rotgrüner Abschaum dem iranischen Schwulenmörder Rohani den Schwanz leckt.

    @Thomas ex Gotha: „… – in meiner Naivität hoffte ich lange …“

    Sie enttäuschen mich, Herr ex Gotha. Welche Naivität könnte lange Zeiten überdauern, wenn nicht Ihre?

    @Thomas ex Gotha: „…, der im Internet gerne unter mehreren Namen schreibt.“

    Wie bekanntlich auch Sie, Herr SCHWEIGHÄUSER. Übrigens habe ich auch in diesem Forum mehrfach selbst auf meine „mehreren Namen“ hingewiesen, wodurch sich die Ranzigkeit Ihrer scheinbaren Entdeckung der Ranzigkeit Ihrer scheinbaren Person angleicht.

    @Thomas ex Gotha: „Nun also der erneute Versuch, auf sich aufmerksam zu machen.“

    Wie kann der überragende Geist eines ex gothischen Schweighäusers übersehen, dass hier jeder Kommentator versucht, „auf sich aufmerksam zu machen“?
    Nachdem Sie „nun also“ mit Ihren intellektuell hochwertigen Ablenkungsmanövern ausreichend „auf sich aufmerksam“ gemacht haben, wiederhole ich meine durchaus einfache Frage: Wie halten Sie es mit dem Rassismus, Herr Schweighäuser? Empfehlen Sie immer noch Karl Marx zu lesen, der einen Menschen danach bewertete, ob „seine Mutter oder Großmutter von väterlicher Seite sich mit einem Nigger kreuzten“ oder empfinden Sie mittlerweile Ekel vor jeglichem Rassismus?
    Mit freundlichen Grüßen
    Ihr
    Heinz Spiess
    Wolfgang Scharff
    Gutartiges Geschwulst

    • Thomas ex Gotha schreibt:

      Nein, es hat keinen Sinn. Einmal nur die Spur, den Ansatz einer Reaktion gezeigt, schon folgt der übliche Schwall aus plumpen Lügen, Unterstellungen und dem bohrenden Beharren auf Fragen, die längst schon beantwortet sind.
      Es bleibt einem nur, ihm ein langes Leben zu wünschen und dass er in dessen Verlauf irgendwann einmal zu Verstand kommen möge.

      • Gutartiges Geschwulst schreibt:

        @Thomas ex Gotha: „…, schon folgt der übliche Schwall aus plumpen Lügen, …“

        Können Sie mir eine Lüge nachweisen, Herr ex Gotha, oder bleibt es beim üblichen Deppengeschwätz?

  3. Thomas ex Gotha schreibt:

    zu den Stolpersteinen: Viel eindringlicher wären Stolpersteine, die an Nazis, Arisierungsgewinnler etc. erinnerten. Aber da käme man kaum nach mit dem Verlegen. Und die jetzige Lösung passt ja auch viel besser zum wiedergutgewordenen Exportweltmeister.

    Noch ein Nachtrag zum Jens Maier-Tweet-Blogstrang (auf dem man nicht mehr antworten kann):
    Das Löschen der Kommentare, das der Blogbetreiber vor einiger Zeit vorgenommen hat, führte nicht nur zum Verschwinden des selbsternannten Chefkommentators (von dem ich annahm, es habe ihm seine fatale Neigung zur AfD den Verstand vernebelt, aber je länger ich mich mit dem befasse, was er so von sich gegeben hat, zweifle ich daran, ob es überhaupt etwas zu vernebeln gab), sondern auch, zumindest zeitweise, zu dem seines treuesten Vasallen. Man könnte ihn für einen Narren halten, dessen tumbe Einlassungen (unvergessen sein Versuch, eine plakative Satire der taz ernsthaft als Beweis für eine staatliche Finanzierung der Antifa zu zitieren, wobei er sich nicht einmal von einem angeblichen Antifasprecher namens „P.Flasterstein“ irritieren ließ) keinem anderen Zweck dienen, als ihn dem gerechten Spott aller denkenden Menschen auszusetzen, doch seit er sich erdreistete, ein Bild von der unmittelbar bevorstehenden Hinrichtung zweier junger Männer im Iran zum Anlass eines Witzchens zu machen, hat er sich als eine nichtswürdige Existenz erwiesen, von der man nun, da Beiträge unter ihrem Klarnamen erscheinen, auch noch weiß, dass es sie wirklich gibt – in meiner Naivität hoffte ich lange, das „gutartige Geschwulst“ sei nur die Wucherung von jemandem, der im Internet gerne unter mehreren Namen schreibt.
    Nun also der erneute Versuch, auf sich aufmerksam zu machen. Und keinen anderen Eindruck hinterlässt er, der meint, es gebe eine Gemeinsamkeit zwischen der Schmähung eines (weißen) Politikers, den man nicht sonderlich schätzt, in einem privaten Brief und der öffentlichen Beleidigung eines jungen Mannes allein wegen seiner Hautfarbe, als den einer intellektuellen Tristesse von groteskem Ausmaß.
    Was für ein Narr.

    • Nordland schreibt:

      Hi,

      ich finde es nicht gut, dass du hier meinen realen Namen nennst. Das hat die taz schon gemacht in ihrem Artikel, in dem sie unsere staatliche Finanzierung aufgedeckt hat, und dort habe ich mich auch beschwert.

      Gruß
      Peter Flasterstein

    • A.S. schreibt:

      führte nicht nur zum Verschwinden des selbsternannten Chefkommentators
      Was ich persönlich sehr bedaure.

    • A.Bundy schreibt:

      Der schmierige, linksdrehende Denunziant ex Gotha dreht schon wieder gewaltig am Rad.
      Wie 2017, so 2018. Schön, dass sich manches nicht ändert.

      • M.S. schreibt:

        Der schmierige, kognitiv herausgefordete Troll A.Bundy kennt immer noch nicht die Bedeutung des Begriffs „Denunziant“.
        Wie 2017, so 2018. Schön, dass sich manches nicht ändert.

        • A.Bundy schreibt:

          Der schmierige, pawlow’sch ‘herausgefordete’ Denunziant projiziert prompt seine Ahnungslosigkeit via Zweitaccount.
          Wie 2017, so 2018. Schön, dass sich manches nicht ändert.

      • Lancelot schreibt:

        A.Bundy erinnert mich allerdings an den selbsternannten Chefkommentator, mir kam schon die Idee, dass er es ist. 😉

  4. Kanalratte schreibt:

    Ist das nicht einer dieser Pseudo-Vorschläge, die man macht, um das eigene Portfolio aufzubessern, wohlwissend dass solch ein Vorschlag ohnehin nicht umsetzbar ist. Gerade bei der angeblichen Berliner Vorzeige-Muslimin Sawsan Chebli, die das Kopftuch als religiöse Pflicht bezeichnet, die Scharia als mit dem Grundgesetz vereinbar hält und sich in der Vergangenheit Anti-Israelisch äußerte, kommt es mir so vor als wolle die Frau mit solchen Aussagen ihr eigenes „Gedenk-Konto“ aufbessern. Nach dem Motto, seht her was ich als Muslimin alles für unsere, ach eure deutsche Gedenkkultur tue, ich bin ein wahres Vorbild im Kampf gegen Antisemitismus. In Deutschland kommt das gut an, besonders in der selbsterklärten Weltstadt Berlin.

    Ich halte selbst gar nichts von Pflichten. Man kann eine Gedenkkultur den Menschen nicht aufzwingen. Für die meisten Schüler sind KZ-Besuche entweder lästig oder zumindest nichts anderes als Besuche eines Weihnachtsmarktes oder eines Zoos. Und wir reden hier von deutschen Schülern, die an solchen Orten, ob der Taten ihrer Vorfahren, wenigstens noch ein bisschen Anstand zeigen können. Der Vorschlag von Frau Chebli ist aber auch sog. Flüchtlinge in KZ’s zu schicken, die wenig bis gar nichts von der deutschen Geschichte wissen und sich überhaupt nicht mit unserer Geschichte identifizieren können. Zumal diese Menschen aus Kulturen stammen, in denen man den Deutschen oder Hitler für seinen Judenmord Respekt zollt, oft aber auch den Holocaust leugnet. Wie sähe also ein Besuch von sog. Flüchtlingen in einem KZ’s aus? Die einen würden sich einfach für die kurze Zeit zurückhalten, die anderen würden sich mehr oder weniger offen für Hitlers Mordmaschinerie begeistern und Fotos der Lager in die Heimat schicken und nur die wenigsten von ihnen würden ihre Positionen überdenken. Zu fest ist die Glorifizierung des Tötens von Juden (und ihres Staates Israel) in ihrer Heimat verankert. Nicht nur das islamische Problem Israel treibt sie in den Judenhass, sondern auch das was im Koran über diese Juden steht.
    Manche von ihnen glauben die Juden oder Zionisten beherrschen die Welt, somit auch Deutschland. Und wer verpflichtet sie zum Besuch eines KZ? In ihren Augen sind das natürlich die Juden.

  5. A.S. schreibt:

    Das ist einer der vielen Ideen, die bei Leuten wirkt, die man eigentlich nicht erreichen muss.

    Ein gewaltaffiner Judenhasser (mit oder ohne Migrationshintergrund) wird im KZ vmtl. andere Gefühle erleben als Frau Chebli. Und die Masse an Antisemiten, die sich als „Israelkritiker“ verkleiden, wird keine Verbindung zu der eigenen Gesinnung sehen.
    Überhaupt werden sich viele Migranten denken: „Was gehen mich die Verbrechen eurer Großeltern an.“
    Der Vorschlag ist gut gemeint, aber nutzlos.

  6. Deshalb wünsche ich mir für den Fall, dass KZ-Besuche in Deutschland verpflichtend werden, dass es einen zivilen Dienst gibt, wo man Juden nicht als Opfer kennenlernt, sondern als lebendige und wehrhafte Menschen.
    Der Pflichtbesuch in einem KZ kann durch einen zivilen Strandbesuch in Tel Aviv oder durch einen zivilen Besuch in einer jüdischen Gemeinde ersetzt werden.

    SPIEGEL-STREITGESPRÄCH vom 14.01.2013 zwischen Dieter Graumann und Jakob Augstein:

    SPIEGEL: Herr Augstein, sind Sie ein Antisemit?

    Augstein: Nein.

    (…)

    SPIEGEL: Herr Augstein, sind Sie gelegentlich in Israel?

    Augstein: Beruflich hat es sich nie ergeben, und privat möchte ich nicht.

    Graumann: Warum?

    Augstein: Ich wäre in den Zeiten der Apartheid auch nicht nach Südafrika gefahren.

    Graumann: Was für ein Vergleich! Sie waren noch nie in Israel?

    Augstein: Nein. Wenn ich das Gefühl hätte, dass Israel diesen Konflikt mit den Palästinensern lösen will, wäre das eine andere Situation. Das finden Sie vielleicht sonderbar: Aber ich möchte nicht in Tel Aviv am Strand liegen, wenn ein paar Kilometer weiter südlich die Lage ist, wie sie ist.

  7. Wieso KZ?

    EIN Mal mit Kippa+Davidstern durch Berlin-Neukölln (Essener Nordstadt/Köln-Chorweiler/Bonn-Tannenbusch/…) laufen müssen sollte eigentlich reichen … ?!?

  8. Kwezi schreibt:

    Zuwanderern aus dem Nahen Osten sollte auferlegt werden, mindestens drei Monate einen 1-€-Job als Synagogendiener auszuüben.
    Wer das schafft, bei dem besteht Hoffnung, dass er sein Weltbild auch in Bezug auf Frauenrechte, sexuelle Dissidenten pp überarbeitet.
    Wenn nicht, mag er sein Glück anderswo suchen.

  9. Bruno Becker schreibt:

    Eigentlich sollte die Begegnung mit den Lebenden verpflichtend werden. Und anstatt staendig Krokodilstraenen ueber den Holocaust zu vergiessen, einen gesunden Patriotismus entwickeln, zu dem auch und vor allem Stolz auf die enormen Leistungen deutscher Wissenschaftler und Kuenstler juedischen Glaubens oder Herkunft gehoert. Unsere mitteleuropaeische Kultur baut wesentlich auf dem Judentum auf. Daher sei auch daran erinnert, dass auf dem Boden, den man heute zu Deutschland zaehlt, bereits das Shema Israel gesprochen wurde, als die Germanen noch auf den Baeumen hockten Wotan was zu essen abgaben.
    Das einzige, was einen erneuten Holocaust verhindern kann, ist, was auch jeden anderen Genozid verhindert: eine starke Verfassung inklusive konsequenter Gewaltenteilung. Beides fehlt Deutschland, sonst gaebe es ja keine Fluechtlingskrise.

    • Eitan Einoch schreibt:

      Ich würde den Besuch jüdischer bzw. israelischer Cafes und Restaurants empfehlen – anstelle von KZs. Mit der jüdischen bzw. israelischen Küche sollten die orientalischen Migraten keine Probleme haben.

  10. anti3anti schreibt:

    „denn es sind die lebendigen Juden, die gehasst werden, nicht die toten“
    Vor dem Untergang der Sowjetunion, als es in Deutschland nur 20.000 Juden gab, bezeichnete man das deutsche Judentum als „post mortem“. Mit „post mortem“ war der Holocaust gemeint.
    Heute bewegt sich die gesamte EU in Richtung „post mortem“, lechzt nach ihrem Untergang.
    Die Juden haben die „Galut“, die Verbannung aus ihrer angestammten Heimat, nur deshalb überstanden, damit sie die Wiederauferstehung Israels erleben und dort leben.

    Die jetzige Deutsche und frühere Palästinenserin Frau Chebli erfüllt die 2.000-jährige Vorsehung: Palästinenser und andere Araber werden ihre Heimat verlassen, um Deutschland und Europa auf den Knochen der toten Juden zu bevölkern. Die Juden werden zurückkehren.

  11. https://www.welt.de/politik/deutschland/article172205448/Antisemitismus-Union-im-Bundestag-will-Judenhasser-ausweisen.html

    Die Idee der Union, illegal eingereiste Judenhasser aus dem Land zu werfen, ist aber besser, sogar viel, viel besser. Auch wenn es heute, nach mehr als zwei Tagen, niemanden in der Union geben dürfte, der sich an diese Forderung erinnert.
    Wer glaubt, mit Zwangsbesuchen einen Sinneswandel bei Judenhassern zu erreichen statt einer Bestärkung oder Belustigung, glaubt auch an den Osterhasen.

    Mahnmal des Todes

    Zum Glück haben Sie nicht Denkmal der Schande geschrieben.

    • Nordland schreibt:

      „Die Idee der Union, illegal eingereiste Judenhasser aus dem Land zu werfen, ist aber besser, sogar viel, viel besser. Auch wenn es heute, nach mehr als zwei Tagen, niemanden in der Union geben dürfte, der sich an diese Forderung erinnert.“

      Vor allem, wenn man sich vor Augen hält, dass die Union ja in den letzten Jahren weder an Bundes- noch an Landesregierungen beteiligt war. Ich kenne auch kein Blog, in dem etwa ein Herr B. aus K. schon seit etlichen Jahren über Antisemitismus unter anderem auch von Zugewanderten berichten würde. Es ist ein total neues Problem und die Union ist halt eine ganz neue Partei, und daher ist ihre Forderung auch sehr glaubwürdig. Vor allem hat sie nichts mit dem Kontrollverlust durch das verantwortungslose Öffnen der Grenzen 2015 zu tun.

    • Kanalratte schreibt:

      Ich wüsste gerne wie die Union gedenkt ihren Vorschlag umzusetzen. Möchte die CDU Gesinnungstests für sog. Flüchtlinge einführen?

  12. Heimchen am Herd schreibt:

    Ich bin auch dafür, dass wir uns mit den lebenden Juden beschäftigen!
    Die Juden lieben das Leben und verstehen nicht, dass wir uns immer nur mit den
    toten Juden beschäftigen! Nach dem Motto: „Nur ein toter Jude ist ein guter Jude“
    Dieses scheinheilige Getue unserer Politiker widert mich an!

    Israel – Small but Outstanding

    Das sind die Juden…modern, weltoffen, tolerant… wir können sehr viel von ihnen lernen!

    • Eitan Einoch schreibt:

      Ich kann solche betroffenheitspädagogischen Ideen, wie den Vorschlag, Migranten durch KZ-Ruinen zu lotsen, nur noch mit einer ordentlichen Portion Zynismus ertragen. Tote Juden sollen Judenhasser ermahnen, dass sie doch bitte, bitte keine Juden mehr hassen sollen? Das ist so, als wollte man Pädophile heilen, indem man ihnen Kinderpornos zeigt.

  13. Georg B. Mrozek schreibt:

    Bravo! Für mich einer der besten je geschriebenen Artikel zum Thema Antisemitismus; warum? Weil er klipp und klar in einfachen Sätzen und mit verständlichen Worten den Kern des Judenhasses freilegt.

    Die These ist zwar längst bekannt, natürlich, nur Juden der Vergangenheit sind die guten Juden, doch ist sie bisher weniger im Mainstream zu finden als in komplexen analytischen Artikeln akademischer Publikationen, die wiederum nicht einmal von den Journalistinnen und Journalisten der Leitmedien gelesen, geschweige denn verstanden werden. Diesen Kern nun allgemeinverständlich bloßzulegen, das gehört zur wichtigen Sisyphusarbeit, die durch und seit Broder begonnen hat.

  14. Zsolt Öry schreibt:

    Frau Cheblis Vorschlag ist gut und ernst gemeint, was ich anerkenne, selbst wenn er etwas hilflos und unbeholfen ist. Für wichtiger halte ich, dass man mit den muslimischen Zuwanderern über ihr Judenbild deutlich und immer wieder spricht und sie so dazu bringt, dieses zu reflektieren und ggf. zu korrigieren.

    • Eitan Einoch schreibt:

      Klar, ich verstehe Sawsans Vorschlag. Die toten Juden sind schließlich die am besten integrierte Gruppe hierzulande. An ihnen können sich die Migranten echt ein Beispiel nehmen.

      • Zsolt Öry schreibt:

        Na ja, wenn eine Muslima aus einem judenfeindlichen Milieu einen Vorstoß zur Reflektion und Bekämpfung des Judenhasses in ihrer Community wagt, halte ich das für anerkennenswert, allein schon wegen des Mutes, das ihr ein solches Vorgehen in ihrer Gemeinschaft und Familie abverlangt. Auch wenn ich ihren Vorschlag substantiell nicht unbedingt für effektiv und zielführend halte, versuche ich sachlich und ihre Intention ermunternd gegen die Schwächen des Vorschlags zu argumentieren.

        • Kanalratte schreibt:

          Mit Verlaub, aber Chebli tut das vor Allem damit Menschen wie Sie darauf reinfallen sie als Vorzeige-Muslimin wahrnehmen. Diese Frau ist alles andere als unumstritten. Der ehemalige Kreisvorsitzender der SPD-Neukölln Erol Özkaraca sagte über Sawsan Chebli, die nur aus Karrieregründen kein Kopftuch trägt, Frau Chebli wolle den konservativen Islam hoffähig machen.

    • Für wichtiger halte ich, dass man mit den muslimischen Zuwanderern über ihr Judenbild >deutlich und immer wieder spricht und sie so dazu bringt, dieses zu reflektieren und ggf. >zu korrigieren.

      Ich sehe eine gewisse Gefahr, dass
      a) die muslimischen Zuwanderer keine große Lust auf solche Gespräche haben, sondern lieber ihren Imam dazu fragen

      b) das Reflektieren und Korrigieren auch mal in die unerwünschte Richtung gehen könnte

      • Zsolt Öry schreibt:

        Beiden Deinen Punkten kann ich zustimmen, nur bin ich überzeugt, dass letztlich die Wahrheit überzeugt, und dass b) eher bei einer Minderheit auftreten wird. Bei a) halte man sich an das Sprichwort: „steter Tropfen höhlt den Stein“. Aber klar: Es wird einige geben, die man nicht erreicht.

    • Couponschneider schreibt:

      Ich halte den Vorschlag für dumm, weil er vollkommen verkennt, was die Realität ist: Praktisch jeder Schüler einer deutschen Schule wird ins ein KZ gekarrt. Bei uns an der Schule bot sich Ravensbrück an, wegen der Nähe. Meine Klasse fuhr dort zwar nicht hin, aber wir waren in Buchenwald. Erst im Goethe-Haus, dann ins KZ und einen Tag später zur Wartburg. Luther soll dort ein Fass Tinte auf den Teufel geworfen haben; den Fleck konnte man dort bestaunen. Warum muss ich gerade an Grass denken?

      Ich bin dafür, dass wir alle Schüler nach Israel schicken sollen. Ein Strandbesuch in Tel Aviv sollte drin sein, genauso ein Abstecher nach Gaza. Vielleicht eine Villentour, eine Kneipentour und dann noch einmal an den Strand. Die Jungs werden sich ärgern, dort keine hübschen Bikini-Mädchen sehen zu können. Shoppen kann man in Gaza auch; da gibt’s doch so eine tolle Boutique, die Todenhöfer nicht zum Nachdenken anregt, obwohl ein ehemaliger Kanzler der Gazastreifens gesagt haben soll: „Das ist eine Boutique, wo man gerne hingeht.“

      Wir haben auch ander Ausflüge gemacht. Einmal ins Emsland, also in Herr Burmanns Heimat, um Transrapid zu fahren. War eine coole Sache. Und wir waren in Greifswald am Max-Plack-Institut, zum Thema Kernfusion. Beides Dinge, die in Deutschland keine wirkliche Chance bekommen. Es dreht sich viel zu viel um die Vergangenheit. Die Gegenwart und die Zukunft wird vollkommen ausgeblendet.

      • Kanalratte schreibt:

        Reines Wunschdenken. Weil das ja auch praktisch, v.a. finanziell, umsetzbar ist alle Schüler nach Israel zu schicken. Aber vor Allem weil sich dann die wahren Adressaten des Vorschlags einfach krank melden oder es für unzumutbar halten nach Israel zu müssen. Der ein oder andere von ihnen dürfte wahrscheinlich wegen terroristischer Verbindungen nichtmal nach Israel einreisen.

  15. Martin Landvoigt schreibt:

    Broders Buch ‚Vergesst Auschwitz‘ vertritt exakt die gleiche Position. Für mich ist es aber durchaus lehrreich zu sehen, wie sehr das Grauen und die Unmenschlichkeit in einer Kulturnation Raum bekommen konnte. Wenn man aber nur historischen Opfern gedenkt, und damit einen Sünden-Stolz zelebriert, wird es widerlich. Ich denke, dass man die Gedenkstätten nur dann besuchen sollte, wenn damit auch eine Lehreinheit über Juden heute, in der Diaspora und in Israel verbunden wird.

    Es ist dagegen mittlerweile Opportun, von den Muslimen als den neuen Juden zu sprechen (Benz et al.). Das sollte man sicher nicht Muslimen sagen, denn sie würden es wahrscheinlich als Beleidigung auffassen. In Intellektuellen-Kreisen wird es aber so genannt auch wenn es völlig falsch ist. In dem Sinne: Jude-Sein heißt Opfer sein. Und so wird aus modernen (vermeintlichen) Opfer die neuen Juden.

    • Kanalratte schreibt:

      Man kann die absurde Idee dass Muslime die neuen Juden seien mit dem Satz: „Die neuen Juden möchten die alten Juden töten“ widerlegen. Zumal das Konstrukt der Neuen-Juden sowieso davon ausgeht, dass es keine Alten-Juden mehr gibt.

  16. caruso schreibt:

    Möglicherweise sollen Flüchtlinge lernen, wie man Juden oder andere Ungläubige am effektivsten umbringt. (Nicht g a n z ernst gemeint). –

    „In Deutschland haben mehr Juden Denkmäler dafür bekommen, ermordet worden zu sein, als dafür, etwas geschaffen zu haben. Solange in Deutschland mehr Denkmäler für ermordete Juden stehen als für Juden, die aus ihrer eigenen Schöpfungskraft etwas erreicht haben, werden es lebendige Juden in diesem Land schwer haben.“ — Perfekt!!!
    lg
    caruso

    • M Schikora schreibt:

      Zu deinem „nicht g a n z ernst gemeint“ Ich verstehe dich, aber ich denke, damit werden unsere Gäste leider schon in der Kindheit indoktriniert. Das sitzt so fest, das man es später nicht mehr ändern kann. Dieser Hass ist wie „eingebrannt“! Bitte dieses Wort nicht auf die Goldwaage legen.

      • caruso schreibt:

        @M Schikora – Schön daß du mich verstehst. Und mit „eingebrannt“ hast du recht. Ich würde nur eher „Seelenvergiftung“ sagen. Man kann Seelen so gründlich vergiften, daß man es nie herausbekommt.
        lg
        caruso

  17. Eitan Einoch schreibt:

    Wow, die will alle Flüchtlinge ins KZ schicken. Das ist heftig!

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