Bodo Ramelow antwortet und antwortet doch nicht

Bodo Ramelow hat auf meinen Artikel „Herr Ramelow, runter damit, heute tue ich, was ich will!“ reagiert.

„Bei Männern die Kippah auch herunterreißen? Wollen Sie das wirklich? Passiert gerade in Deutschland und macht mir Angst! Wollen Sie das bei Nonnen und Diakonissen eigentlich auch? Oder geht es Ihnen nur um Muslima?“

Lieber Herr Ramelow,

mit dieser Reaktion antworten Sie auf meinen Brief und antworten doch nicht, denn Sie gehen überhaupt nicht auf meine Argumente ein und behaupten stattdessen dummes Zeug. Bitte lesen Sie doch erst meine Argumente, bevor Sie antworten. Kleiner Tipp: Das Schwarze sind die Buchstaben.

An keiner Stelle argumentiere ich dafür, dass Frauen das Kopftuch heruntergerissen werden soll. Ich plädiere lediglich dafür, dass Frauen, die das Kopftuch ablegen wollen, dies angstfrei tun können sollen.

Ihr Vergleich mit den jüngsten Attacken auf die Menschen, die in Berlin und in Bonn die Kippa getragen haben, ist infam und zeugt davon, wie schnell Sie bereit sind, andere Menschen zu diffamieren, natürlich sicher mit Fragezeichen versehen, denn sie stellen ja nur Fragen. Sie fragen:

Bei Männern die Kippah auch herunterreißen? Wollen Sie das wirklich?“

Der Zusatz „wirklich“ insinuiert, dass ich Juden tatsächlich Kippot von Kopf reißen will. Eine solche Unterstellung ist sehr besorgniserregend, vor allem für einen Ministerpräsidenten. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, an welchen anderen Stellen Sie noch so unverblümt diffamieren, unterstellen und verdrehen. Lassen Sie mich dennoch auf Ihre haltlosen Vorwürfe eingehen.

Wenn Männer geschlagen und verfolgt werden, weil sie eine Kippa tragen, sollte man als Mensch, der keine Kippa trägt, mal darüber nachdenken, aus Solidarität eine Kippa zu tragen. Wenn Frauen geschlagen und verfolgt werden, weil sie kein Kopftuch tragen, sollten Frauen mit Kopftuch vielleicht mal darüber nachdenken, das Kopftuch aus Solidarität mit den geschundenen Frauen abzulegen.

Das ist aber nur ein Vorschlag. Jeder Mann und jede Frau soll tragen, was er oder sie für richtig hält. Es darf auch alles gesagt werden, selbst so ein hanebüchener Vergleich, wie Sie ihn getätigt haben, obwohl ich an einen Ministerpräsidenten höhere Anforderungen stelle, aber das müssen die Bürgerinnen und Bürger Thüringens entscheiden, ob Sie bereit sind, jemanden wie Sie mit solch einem Hang zur Diffamierung mit einem so verantwortungsvollen Amt zu versehen.

Die Kippa ist ein Symbol religiöser Bescheidenheit vor Gott. Kein Mann wird verfolgt, verprügelt und eingesperrt, wenn er die Kippa nicht trägt. Das Kopftuch aber muss von Frauen in vielen islamischen Ländern getragen werden, um zu verhindern, dass ihr bloßer Anblick Männer zu Tieren macht. Diese Länder sperren Frauen lieber weg und stecken sie in Gefängnisse aus Stoff, statt die barbarischen Männer unschädlich zu machen. Auch in Deutschland werden viele Frauen gewaltsam unter das Kopftuch gezwängt, nicht selten sogar Kinder.

Während Sie diese Zeilen lesen, verhüllt gerade eine Frau in Deutschland ihre blauen Flecken und die Verletzungen, die ihr zugefügt wurden, weil sie frei sein wollte.

Sehr geehrter Herr Ramelow,

es ist nicht wichtig, was auf dem Kopf ist, sondern was darin ist. Bitte beleidigen Sie daher nicht, was in meinem Kopf ist. Wenn Sie nicht antworten wollen, sei Ihnen das unbenommen, aber bitte nehmen Sie Abstand davon, Bürgerinnen und Bürger dieses Landes wie mich oder Dr. Isabel Rohner zu diffamieren und Ihnen unsägliche Dinge zu unterstellen.

Mit freundlichen Grüßen,
Gerd Buurmann

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28 Antworten zu Bodo Ramelow antwortet und antwortet doch nicht

  1. ceterum censeo schreibt:

    Was bringt unser Land bloß für Menschen hervor? Es gruselt mich.

  2. Praecox schreibt:

    Bodo Ramelow @bodoramelow
    6. Aug.
    „Ich habe es gelesen und bin für jede Angstfreie Entscheidung, aber schauen Sie mal auf die Kommentare bei Ihnen. Das hat mit Angstfrei nichts zu tun. Ich bin für freie Entscheidung, aber für alle. Männer und Frauen sollen sich so kleiden und bedecken wie sie wollen“

  3. Praecox schreibt:

    Bodo Ramelow hat retweetet
    @bodoramelow
    ·
    6. Aug.
    „Mich stört kein Kopftuch, mich stört nur Intoleranz. Wenn wir mal kurz über Männer reden wollten, wollen Sie bei Juden die Kippah auch herunterreißen? Wir erleben das gerade in Deutschland und mir macht das Angst. Ich bin dafür Jedem und Jeder seinen Weg zu ermöglichen.“

    https://mobile.twitter.com/bodoramelow

  4. Laura schreibt:

    Ramelows Antwort ist aus einem vorgefertigten Satzbaukasten. Schublade zum Thema Kopftuch. Dass er deinen Text nicht gelesen hat, ist offensichtlich, sein Baustein passt nicht.

  5. Richard Grünert schreibt:

    Was hast du erwartet. Der Mann ist Polemiker. Damit verdient er sein Geld.

  6. Couponschneider schreibt:

    Ramelow war noch nie als Intelligenzbestie aufgefallen. Sich gegen Strohmannargumente stellen, um den Gegner ein schlechtes Licht zu rücken, haben die Linken (SPD, PDS, Grüne) zur Exzellenz verfeinert.

  7. Bruno Becker schreibt:

    Das dem Fass den Boden aus. Ekelhaft, einfach ekelhaft.

  8. Nil desperandum schreibt:

    Anscheinend stoßen wir hier auf ein erstaunliches Grammatikproblem, sehr geehrter Herr aRamelow. In der Tat gibt es im Deutschen das gefährliche Reflexivpronomen, welches kurzgefasst ausdrückt, dass Subjekt und Objekt einer Handlung identisch sind. Dss Altgriechische verfügt dafür eigens über die Verbform des zwischen Aktiv und Passiv angesiedelten „Medium“ mit der Bedeutung „ich tue etwas mich selbst Betreffendes“.
    Die Teilnehmer von Integrationskursen finden das auch sehr oft verwirrend, aber „Ich reiße mir das Kopftuch vom Schädel“ ist nun einmal ein solcher Fall von Reflexivität, für den sich Herr Buurmann hier ausdrücklich aussprach. In der Form des Imperativs „Reiß dir…!“, ist das offensichtlich als Appell an das bei uns durch die Verfaasung geschützte Selbstbestimmungsrecht der Muslima gemeint. Im Falle „Ich reiße dir die Kippa vom Schädel“ hingegen, oder „Dir wird die Kippa vom Schädel gerissen.“ fallen Subjekt und Objekt auseinander, wodurch der seiner Kopfbedeckung Beraubte unfreiwilligerweise ins Passiv versetzt würde und damit bloßes Objekt der Handlung würde. Auch die popularisierte neuest-hochdeutsche Variante „Reisch’sch‘ dich Judenmütze von Kopf, Yahood, du Opfer!° drückt durchaus dieselbe, im Geltungsbereich des Grundgesetzes an sich widerrechtliche Absicht aus. Gleiches würde beispielsweise auch für das Herabreißen der päpstlichen Pillula, des Kufi, der Taqiyah, des Zuchetto, oder selbst eine mit dem Schild nach hinten getragene Baseballmütze gelten. Die Anrede „Yahood, du Opfer“ wäre dabei selbstverständlich nicht als antisemitisch, sondern lediglich als isrealkritischer Ausdruck der Verzweiflung seit Jahrunderten von, … äh.., zahlreichen Problemen betroffenen jungen Muslime zu verstehen. Vielleicht benötigen nicht nur Zuwanderer aus vermeintlich anderen Sprach- und Kulturkreisen zukünftig Integrationskurse.

  9. besucher schreibt:

    Kontext beachten: #Ramelow: aber schauen Sie mal auf die Kommentare bei Ihnen.

    Bei rassistischen und beleidigenden Hetztiraden wie u.a. Der Heini hat sich doch an den Bahnsteig gestellt und den Invasoren ein fröhliches Inschallah zugerufen. Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Also bitte die Gülle nicht überbewerten, die so ein Kranker absondert! ( https://tapferimnirgendwo.com/2018/08/05/herr-ramelow-runter-damit-heute-tue-ich-was-ich-will/#comment-151827 ) wäre das angebracht. Man muss weder die Meinung wie auch die politische Ausrichtung dieses MP nicht teilen, aber solche Ausfälle sind inakzeptabel!

    • Wolfgang Scharff schreibt:

      @besucher: „Bei rassistischen und beleidigenden Hetztiraden wie u.a. Der Heini hat sich doch an den Bahnsteig gestellt und den Invasoren ein fröhliches Inschallah zugerufen. Das muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Also bitte die Gülle nicht überbewerten, die so ein Kranker absondert!“

      Wat hamse mal wieder recht, @besucher!!! Dieser Kommentar hat mindestens FÜNF Rassen beleidigt: die Heinis, die Invasoren, die Inschallahs, die Gülle und die Kranken.
      Mein Gott! Wann wird Deutschland endlich wie EIN Mann aufstehen und dem Rassismus die Stirn bieten?

    • ceterum censeo schreibt:

      Fragen Sie Ihren Helden lieber einmal, was eigentlich mit den Terroristen passiert ist, die Mengen an Sprengstoff in Thüringen gehortet hatten! Wahrscheinlich war’s wohl nicht so schlimm. Waren ja die Guten.

  10. Meister islamischer Double Binds schreibt:

    Das typische Double Bind – Reiz-Reaktions-Muster. So bekannt – so infam.

    Ramelow setzt (für ihn selbst wohl logisch) in Scheinalternativen eine Kipa mit einem weltweiten Unterdrückungswerkzeug gleich. Was bleibt ist, die Linke ist als politischer Gegner zu betrachten, der Freiheit, der Frauen und derer, die keinerlei Berührungspunkte mit der Todessekte Islam mehr wünschen (weil sie genug davon hatten).

    Herr Ministerpräsident, ich möchte mit falschen Äquivalenzen und islamischen Double Binds verschont werden. Man muss bei solch einer Verkommenheit wirklich sich wehren, nicht entsprechend Hass zu empfinden.

    MfG
    Ein ExLinker – der sie Herr MP am 13.Feb. 2010 vom Lautsprecherwagen einer der Gegendemos verwiesen hatte.

  11. Abraham schreibt:

    Chapeau, lieber Gerd!!! Ich vermute du überdehnst seinen kognitiven Aufnahmehorizont.

  12. A.S. schreibt:

    Die Antwort zeigt exemplarisch das Problem bei Debatten mit Gutmenschen.
    Die bekommen schlicht nicht mit was das Gegenüber sagt und reagieren nur auf extreme Zerrbilder.
    Kritisier das Kopftuch und die hören: „Kopftuchverbot mit gewaltsamem Runterreißen“.
    Kritisier den Islamismus und die hören: „Alle Moslems sind Terroristen“
    Kritisier die Schleppertätigkeit der privaten Seenotretter und die hören: „Lass alle ertrinken“
    Kritisier die Flüchtlingspolitik und die hören: „Lasst Zivilisten im Krieg verrecken“
    Kritisier die EU und die hören: „Auf zum nächsten Krieg“

    Das geht soweit, dass inzwischen eine Mitgliedschaft bei der Essener Tafel reicht um Nazi zu werden.

    Kein Wunder dass deren Kampf gegen Rechts so völlig nach hinten losgeht.

  13. Georg B. Mrozek schreibt:

    Ihre Antwort auf Gerd Buurmann Blogeintrag, Herr Ramelow, ist der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat und mich von einem ehemaligen Linken über einen langjährigen Links-Sympathisanten ab heute zu erbittertem Widerstand gegen die Linkspartei zwingt. Deren und Ihre persönliche Menschenverachtung und Dummheit ist reinen Gewissens nicht mehr zu entschuldigen oder des Großen Ganzen wegen ertragend zu übersehen. Pfui Teufel, Herr Ramelow, schämen Sie sich in Grund und Boden. Sie sind des Amtes eines Ministerpräsidenten nicht nur unwürdig, Sie schaden ihm und damit unserer Demokratie.

  14. Bernd L. Müller schreibt:

    Ein Linker als MP Thüringens. Soll er, wenn er denn demokratisch gewählt wurde.

    Als MP hat er seine herausgehobene Macht – Stellung brutal größtmöglich ausgesessen, genutzt, das soll er n i c h t .

    Seine persönlich einseitige, historisch belegte perfide Meinung vs. Israel und seiner Bürger/innen – Juden – ist belegt, Teil der Linken.

    In Deutschland als MP mit sogen. Asylkrise in Millionen – Zahlen ist er total durchgeknallt, sobald Asylanten als Araber – Nahost – in seiner Nähe sind verfällt er in kindischen Modus von Jubel mit Unterwürfigkeit.

    In Saalfeld auf dem Bahnsteig hat er einen Eisenbahn – Zug mit rückkehrenden arabischstämmigen Asylforderern – alles junge Männer – auf Arabisch begrüßt und es als “ …. schönsten Tag in meinem Leben “ bezeichnet , “ ….. ich könnte singen. “

    Die Illegalen – gemäßg Dublin – verordnung – wurden sofort als Flüchtlinge registriert damit sie nicht wieder zurück geschickt oder gar abgeschoben – wie soll das gehen – werden.

    Bzgl. Kippa und Gemeinheit gegen deren Träger gibt es für mich überhaupt keine Frage. MP Ramelow ist ein Freund der Araber.

    Ein Hasser der Juden, Abzocker Deutscher hart arbeitender Bürger/innen die dieses Konglomerat an Wirtschaftsflüchtlingen die eine bessere Lebensperspektive suchen bei Geringqualifikationen erdulden und bezahlen müssen, nicht nur mit Geld .

    Es besteht kein Dissens, dass es vom Krieg Verfolgte unter den Asylsuchenden gibt, denen wir helfen wollen.

    MP Ramelow ist eine schwere, unerträgliche Last für jeden aufrechten Demokraten .

  15. Brigitte Miller schreibt:

    Gut, dass Sie Herr Ramelow darauf hingewiesen haben, wo er die Buchstaben findet. Eigentlich ist seine Antwort ein gutes Beispiel dafür, wie unbeweglich solch ideologische Hirne sind, sie ziehen einfach ihr Ding durch und lassen sich durch Fakten nicht im Geringsten stören.

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