Ich, Goldstein

Eine kurze Erklärung von Malca Goldstein-Wolf.

Mit dem Namen Goldstein bin ich eher unfreiwillig zur Aktivistin geworden. Ich war die Vielzahl an Vorurteilen und antisemitischen Ressentiments einfach leid und habe beschlossen, mich selbst zu engagieren und dem Judenhass die Stirn zu bieten. Insbesondere setzte ich mich für den Kampf gegen einen unserer mächtigsten Feinde ein, den BDS.

So konnte ich beispielsweise den WDR-Intendanten Tom Buhrow letztes Jahr davon überzeugen, den Pink Floyd Bassisten Roger Waters nicht mit öffentlichen Geldern zu unterstützen. Diesen Schlag quittierte der Musiker, in dem er meinen Namen bei all seinen folgenden Konzerten in Deutschland mehrfach genüsslich erwähnte, um seine Meute auf mich zu jagen. Aufgrund der hasserfüllten und fanatischen BDS-Anhänger musste ich eine Auskunftssperre ersuchen. Ich gebe aber nicht auf und kämpfe weiter.

Glücklicherweise hat die Regierung für uns Juden nun Beauftragte für Antisemitismus eingesetzt. Mit Dr. Felix Klein pflege ich einen guten Kontakt und seine deutlichen Worte haben schon viel bewegt. Letztes Jahr dann ein weiterer Sieg im Kampf gegen Judenhass: Der NRW-Landtag hat einen einstimmigen Beschluss gegen den BDS gefällt.

Natürlich wird man als Aktivistin, die laut und provokativ ist, angegriffen. Das bin ich gewohnt und konstruktive Kritik ist ja auch wertvoll. Dass mich allerdings ein Antisemitismus-Beauftragter, Michael Blume, aufs Übelste diffamiert, hat eine neue Dimension erlangt, die für mich nicht akzeptabel ist. Über diesen Vorfall berichtet der Blogger Gerd Buurmann.

Hier hat Herr Blume Grenzen überschritten. Es kann nicht sein, dass ein Antisemitismus-Beauftragter eine Jüdin der Meute zum Fraß vorwirft, zumal seine Vorwürfe nicht der Wahrheit entsprechen. Ich habe mit meinem Tweet seine Arbeit kritisiert, ihn und seine Familie allerdings nicht angegriffen.

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Eine Stellungnahme von Gerd Buurmann:

Ich kann ja verstehen, dass man Malca Goldstein-Wolf für schwierig hält, viele halten mich auch für schwierig, ich verstehe auch, dass man nichts mit ihr zu tun haben möchte, viele möchten mit mir nichts zu tun haben, jedoch nicht zu erkennen, dass es völlig daneben ist, einen Tweet von ihr misszudeuten, um sie dann als ein erstes Negativbeispiel zu nennen, in einem Artikel, der u.a. mit Adolf Eichmann (sic!) überschrieben ist, so wie es Michael Blume getan hat, halte ich für richtig schlimm. Da ist es mir egal, wie sehr Malca nervt. Sie hat das Recht zu nerven, ohne dafür so diffamiert zu werden.

Michael Blume ist ein vom Land Baden-Württemberg eingesetzter Experte in Fragen zum Antisemitismus. Seine Worte wirken daher besonders schwer. Er nennt Malca als Beispiel, um dann über Eichmann zu referieren!

Blume nennt Malcas Tweet rassistisch. Es ist mir völlig schleierhaft, was an Malcas Tweet rassistisch sein soll und wo sie die Familie von Blume attackiert haben soll. ‪Auf Twitter bezeichnet er dennoch den Tweet als ‬„höhnischen Tweet“, „der mir (anspielend auf meine Ehe?) u.a. vorwarf, mit „#Muslimbrüdern“ & Staatssekretärin „#Chebli“ zu „dealen“.

Was die Ehefrau oder der Ehemann von Blume mit der ganzen Angelegenheit zu tun und wo Malca seinen Familienstand thematisiert haben soll, bleibt im Unklaren.

Blume nimmt Malca, die als Jüdin gegen Antisemitismus kämpft und deshalb schon oft verbal und sogar körperlich attackiert wurde, als einleitendes Negativbeispiel zu einem Artikel, den er mit Adolf Eichmann überschreibt, der für die Organisation des millionenfachen Massenmords an Juden während des Nationalsozialismus verantwortlich ist. Man muss Malca nicht mögen, um zu erkennen, dass das nicht geht.

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