Im Antlitz des Anderen

Es ist erstaunlich, wie oft Menschen, die sich für Frieden einsetzen, daran scheitern, in den sozialen Medien die einfachsten Prinzipien des Friedens zu leben. Dabei ist es gar nicht so schwer.

Man kann sich streiten, sich ignorieren und kritisieren, aber man muss dabei immer den Anstand wahren, sich ab und an in die Augen zu schauen und wenn auch nur aus dem einzigen Grund, weil wir Menschen sind.

Frieden heißt nicht, einer Meinung zu sein, Frieden heißt, sich ertragen zu können. Nur wer sich respektiert kann streiten!

„Im Antlitz des Anderes erkennst du Gott.“

So sagte des der Philosoph Emmanuel Lévinas, der die bedingungslose Hinwendung zum „Anderen“ lehrte. Nach dem Grauen von Auschwitz plädierte Lévinas, der zwischen jüdischer Tradition und griechischer Philosophie stand, für einen „extremen Humanismus“ und eine Philosophie der Begegnung.

Diese Philosophie ist mein Lebensmotto. Daher versuche ich weitestgehend, offen zu bleiben, auch für Ansichten jenseits meiner Komfortzone. Ich widerstehe auch meistens der Versuchung, Menschen, die mich in sozialen Netzwerken nerven, zu blockieren, auch wenn es schwer fällt, aber nur so vermeide ich das Schaffen einer Echokammer, in der ich irgendwann nur noch Bestätigung bekomme und gar nicht mehr erkenne, dass ich Frieden nicht mit jenen schließen muss, die meiner Meinung sind, sondern eben mit jenen, die anders sind.

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke („Gehirne am Strand“), sowie Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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