Meine wunderbare Bühnenkollegin und gute Freundin Lea Tunes hat eine neue Sportart entwickelt. Sie heißt Fußketball. Heute habe ich mit ihr unter anderem darüber gesprochen.
Was es mit Fußketball genau auf sich hat, kann man in diesen Videos sehen:
Wenn Ihr mir eine Freude machen wollt, dann sorgt Ihr dafür, dass das neue Wort Fußketball als Hashtag trendet.
#fussketball
Ich will Euch sehen, wie Ihr versucht, den Ball mit Füßen in den Basketballkorb zu bewegen.
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„Rechte Netzwerke, Coronaleugner und die AfD feiern die Schauspieler. Andere, wie der Medienkritiker Stefan Niggemeier empören sich über, Zitat, ekelige Ironie.“
Mit diesen Worten haben Susanne Wieseler und Martin von Mauschwitz für die Sendung WDR Aktuelle Stunde einen Bericht über die Aktion #AllesDichtMachen angekündigt.
Dies ist ein typisches und zudem ekeliges Beispiel für ein unanständiges, diffamierendes Framing von Seiten öffentlich-rechtlicher Redaktionen. Tapfer im Nirgendwo ruft daher dazu auf, den Spieß umdrehen. Schlagen wir diese Journalistinnen und Journalisten mit ihren eigenen Waffen. Folgendes habe ich dazu zu sagen:
„Sehr geehrte Frau Wieseler, sehr geehrter Herr von Mauschwitz, sehr gehrte Damen und Herren der Sendung WDR Aktuelle Stunde,
Sie behaupten, mit den Videos im Rahmen von #AllesDichtMachen würden die Narrative von Coronaleugnern und rechtsextremer Lügenpresse-Schreihälse bedient. Ich möchte Ihnen mal etwas ganz klar sagen:
Ich lasse nicht zu, dass Menschen, die sich wie Sie von Neonazis, Rechtsradikalen, Rassisten, Antisemiten, Faschisten, Holocaustleugnern und anderen Hetzern finanzieren lassen, andere Menschen so diffamieren!“
Diese Aussage entspricht voll uns ganz der Tatsache. Der WDR lässt sich von diesen Menschen finanzieren. Der WDR wird durch den Rundfunkbeitrag finanziert und den entrichten eben auch einige Neonazis, Rechtsradikale, Rassisten, Antisemiten, Faschisten und Holocaustleugner.
Allerdings haben wir es hier mit einem unanständigen Framing zu tun. Der WDR nimmt das Geld dieser Demokratie- und Menschenfeinde, weil er einfach das Geld von allen Leuten nimmt. Somit ist dieses Framing völlig daneben.
Mindestens genauso daneben ist jedoch die Art, wie in der Moderation von der Sendung WDR Aktuelle Stunde Künstlerinnen und Künstler diffamiert werden. Die Menschen, die an der Satire-Aktion beteiligt sind, haben ihr Leben lang durch ihre Taten bewiesen, dass sie anständige Menschen sind, für die Freiheit, Gerechtigkeit und Aufklärung keine leeren Begriffe sind. #AllesDichtMachen ist nur eine künstlerische Auseinandersetzung mit den Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus.
Das Framing des WDR ist daher eine einzige Unverschämtheit.
Daher rufe ich alle Leserinnen und Leser auf, überall, wo Ihr seht, dass Journalistinnen und Journalisten öffentlich-rechtlicher Anstalten dieses unsägliche Framing benutzen, egal in welchem Zusammenhang, sprengt deren Rahmen der selbstgefälligen Diffamierung abweichender Meinungen und flutet die Kommentarspalten dieser Magazine bei allen Plattformen von Facebook bis Twitter mit dieser klaren Ansage:
„Ich lasse nicht zu, dass Menschen, die sich wie Sie von Neonazis, Rechtsradikalen, Rassisten, Antisemiten, Faschisten, Holocaustleugnern und anderen Hetzern finanzieren lassen, andere Menschen so diffamieren!“
Ob in der Tagesschau, der heute Show oder einem anderen öffentlich-rechtlich finanzierten Magazin, dreht den Spieß um!
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Am 4. November 1989, ein paar Tage vor dem Fall der Mauer, hielt Jan Josef Liefers eine Rede in Ost-Berlin. Kritiker wie er wurden damals von dem DDR-Regime als Klassenfeinde diffamiert, deren Aussagen angeblich von Faschisten und Nazis gefeiert würden. In den Augen des Regimes gab es nur die guten Sozialisten auf der einen Seite, die durch die Regierung friedlich vertreten sein sollten und die abtrünnigen, verantwortungslosen und unmoralischen Nörgler und Hetzer auf der anderen Seite. Ihnen wurde, besonders von Seiten der Staatsmedien vorgeworfen, mit ihren Meinungen Hass zu schüren und dem Faschismus und der rechtsradikalen Gesinnung das Wort zu reden.
Tapfer im Nirgendwo hat im April 2021 die Rede von Jan Josef Liefers abgetippt, denn über dreißig Jahre später steht er aufgrund einer Satire wieder in der Kritik, rechten Staatsfeinden das Wort zu reden. Menschen, die ihm aufgrund seiner Kunst Applaus spenden, werden ebenfalls in eine rechtsradikale Ecke gestellt, unter anderem von öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten.
Jan Josef Liefers ist über all diese Diffamierungen erhaben. Die Satire ist nur eine künstlerische Auseinandersetzung mit den Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus.
2021 ist nicht 1989. Die BRD ist nicht die DDR. Heute gibt es das Internet. Wir alle können uns frei selbst informieren. Wir sind von keinem Framing mehr abhängig. Wir können alle Rahmen sprengen und die Bilder aus mehreren Perspektiven betrachten.
Daher hier nun die Rede von Jan Josef Liefers aus dem Jahr 1989. Es ist beängstigend, wie sehr die damalige Rede eine Antwort auf die heutige Situation im Jahr 2021 sein kann.
„Mein Name ist Liefers. Ich bin Schauspieler. Ich möchte drei Überlegungen mitteilen.
In den letzten Wochen haben hunderttausende Menschen auf den Straßen unseres Landes das Gespräch eingefordert. Wir alle führen es seit kurzer Zeit. Natürlich hat jeder das Recht, Partner in diesem Gespräch zu sein. Aber ich meine, wir sollten darauf achten und uns verwahren, gegen mögliche Versuche von Partei und Staatsfunktionären, jetzt oder zukünftig, Demonstrationen und Proteste von Menschen unseres Landes für ihre Selbstdarstellung zu benutzen, Initiatoren und Führer des begonnen gesellschaftlichen und politischen Reformprozesses zu sein.
Der zweite Gedanke: Zur ganzen Frage der führenden Rolle überhaupt, meine ich schon, dass sie zur Disposition gestellt werden muss. Zur Demokratie gehört für mich, dass keine gesellschaftliche Kraft allein diese Rolle okkupieren, noch sich um sie bewerben, sondern sie bestenfalls erringen kann und zwar in täglicher Arbeit, demokratisch und eindeutig durchschaubar organisierter Arbeit und entsprechenden Resultaten.
Solange die Spitze der SED nur auf unser aller Druck reagiert, kann meiner Meinung nach von führender Rolle nicht die Rede sein.
Außerdem haben, denke ich, allein die in diesem Land verbliebenen und verbleibenden Menschen darüber zu entscheiden, wen sie mit der Führung beauftragen.
Und der dritte Gedanke. Es ist richtig, jeden Menschen zu ermutigen, die durch die Politik von Partei und Regierung entstandene Krise in unserem Land durchzustehen. Ich glaube allerdings nicht, dass in vierzig Jahren DDR-Geschichte nur einzelne Personen immer wieder in Krisen führten, sondern auch die von ihnen geschaffenen und zementierten Strukturen.
Die vorhandenen Strukturen, die immer wieder übernommenen prinzipiellen Strukturen lassen Erneuerungen nicht zu. Deshalb müssen sie zerstört werden. Neue Strukturen müssen wir entwickeln für einen demokratischen Sozialismus. Und das heißt für mich unter anderem, Aufteilung der Macht zwischen der Mehrheit und den Minderheiten.
Danke schön.“
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But today is her birthday when she turns 79. What can I say? Even today she would be the best casting choice for Yentl.Thank you Barbra!
Thank you for your movies, your songs, your musical compositions and your art.
As a teenager I walked the streets of my village with my Walkman; Your songs gave me hope and confidence in a future that was yet to unfold.Thanks to you, I laughed, cried and found courage.
When I was getting my high school graduation diploma, I listened to a song of yours in my mind: „There are moments you remember all your life.“
It’s been a quarter of a century, but I haven’t forgotten that moment.
Today I’m 44 and an actor. I create my own plays. I act, sing and perform my own shows.I became what I wanted to become while walking through my village with your songs in my ears.
I can still see the ducks swimming in the canal, smell the scent of the trees and hear the lawnmowers.
The Gerd of those days would be satisfied to see the Gerd of today. This Gerd was strengthened through the love that emanated from your art.
As soon as I finish writing these lines, I will download „The way we were“ on my smartphone. The Walkman from that time doesn’t exist anymore. In all likelihood, I’ll cry my eyesout again. But differently than 25 years ago. Thanks for that too.
Happy Birthday and may you live until 120!
Your Gerd
PS: I love your nose!
***
German translation:
Keine Frage, Barbra war zu alt für Yentl!
Heute aber hat sie Geburtstag und wird 79. Was soll ich sagen? Selbst heute wäre sie noch die beste Besetzung für Yentl.
Danke Barbra!
Danke für Deine Filme, Deine Lieder, Deine Kompositionen und Deine Kunst.
Ich bin als Jugendlicher mit Deinen Liedern im Ohr und auf meinem Walkman durch die Straßen meines Dorfes spaziert und habe dabei Hoffnung und Zuversicht auf meine Zukunft verspürt und auf das Leben, das sich noch entfalten sollte.
Dank Dir habe ich gelacht, geweint und Mut gefunden.
Als ich in das Zimmer meines Schuldirektors ging, um mir das Ergebnis meiner Abiturarbeit zu holen, hörte ich im Geiste dieses Lied von Dir: „There are moments you remember all your life.“
Das ist jetzt ein viertel Jahrhundert her. Ich habe diesen Moment nicht vergessen.
Heute bin ich 44 und Schauspieler. Ich mache meine eigenen Theaterstücke. Ich spielt, singe und erschaffe meine eigenen Shows.
Ich bin das geworden, was ich werden wollte, als ich mit Deinen Liedern im Ohr durch Haren an der Ems spazieren ging. Ich sehe heute noch die Enten im Kanal, rieche den Duft der Bäume und höre die Rasenmäher in den Gärten.
Der Gerd von damals wäre froh, den Gerd von heute zu sehen. Diesen Gerd gibt es nur aufgrund einer Liebe, die auch Deine Kunst in mir bestärkt hat.
Sobald ich diese Zeilen zu Ende geschrieben habe, werde ich auf meinem Smartphone „The way we were“ runterladen. Den Walkman von damals gibt es nicht mehr. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werde ich bei dem Lied wieder Rotz und Wasser heulen. Nur anders als vor 25 Jahren. Auch dafür danke.
Am 22. April 2021 veröffentlichten fünfzig Prominente unter dem Hashtag #allesdichtmachen verschiedene ironische, sarkastische und manchmal polemische Kritiken zur aktuellen Corona-Politik der Bundesregierung. Der Hashtag wurde zusammen mit weiteren Hashtags wie #niewiederaufmachen und #lockdownfürimmer binnen weniger Stunden zu den am meisten verwendeten bei Twitter in Deutschland.
Allen Filmen ist gemein, dass in ihnen das Stilmittel der Hyperbel genutzt wird. Mit dem rhetorischen Mittel der Übertreibung loben die Prominenten die Maßnahmen der Bundesregierung und entlarven dadurch ihre Schwachpunkte. Die Schauspielerin Nina Gummich verkündet: „Ich mache mich stark für die Meinungsfreiheit. Besonders während so turbulenten Zeiten wie der Coronakrise. Deshalb habe ich mich in den letzten Monaten Stück für Stück von meiner eigenen Meinung befreit.“
Der Schauspieler Jan Josef Liefers bedankt sich „bei allen Medien unseres Landes, die seit über einem Jahr unermüdlich verantwortungsvoll und mit klarer Haltung dafür sorgen, dass der Alarm genau da bleibt, wo er hingehört, nämlich ganz, ganz oben“.
Die Reaktionen auf diese Videos fielen zum Teil vernichtend aus; nicht überraschend, wenn man sich klar macht, dass zu den Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus‘ unter anderem Ausgangsperren, Grenzschließungen, Berufsverbote, Versammlungsverbote und Eingriffe in die Privatwohnung gehören. Diese Maßnahmen kann man in ihrer Übergriffigkeit nur rechtfertigen, wenn man sich auf der Seite des alternativlosen Guten wähnt. Aus dieser Position heraus werden die übelsten Vorwürfe gegen die Personen laut, die sich in den Filmen zu Wort gemeldet haben. Da ist alles mit dabei, vom Vorwurf, unsolidarisch zu sein, bis hin zu der Unterstellung, sich über die Toten lustig zu machen, wenn man nicht sogar durch seine Meinung direkt für weitere Tote mitverantwortlich ist. Auch der klassische Vorwurf, damit Applaus von der „falschen Seite“ zu bekommen, wird von vielen Seiten bemüht.
Deshalb dauerte es nur ein paar Stunden, bis Jan Josef Liefers sich via Twitter von seinem Film distanzierte: „Eine da hinein orakelte, aufkeimende Nähe zu Querdenkern u.ä. weise ich glasklar zurück.“
Besonders unangenehm fällt dabei auf, wie sehr sich manche Schauspielerinnen und Schauspieler bemühen, ihre Kolleginnen und Kollegen in die moralinbefetteten Pfannen zu hauen. Auch kein Wunder, wenn man bedenkt, das viele von ihnen in finanzieller Abhängigkeit sind zu Sendern, die einen klaren Auftrag haben, der in einem „Medienvertrag“ festgeschrieben ist, den die Sender mit dem Staat geschlossen haben. Eine abweichende Meinung oder eine falsche Zustimmung kann da schnell existenzgefährdend werden.
Auch für Heike Makatsch waren die negativen Reaktionen so heftig, dass sie sich genötigt sah, um Verzeihung zu bitten:
Was bitte ist los? Ist es nicht mehr möglich, seinen Zorn satirisch zu kommunizieren, ohne dabei einen Wächterrat des Infektionsschutzes engagieren zu müssen, der dafür sorgt, dass alles so schön kontextualisiert wird, dass es nun wirklich gar nicht mehr aneckt? Müssen wir in Zeiten der ausgerufenen Pandemiebekämpfung ausnahmslos gefällig sein? Sind Kritikerinnen und Kritiker der Maßnahmen Nestbeschmutzer? Der Jurist Rolf Schwartmann ging soweit, dass er Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, als „Volksfeinde“ bezeichnete.
Der SPD-Politiker Garrelt Duin, seinesgleichen Mitglied des Rundfunkrats, fordert sogar, die öffentlich-rechtlichen Sender müssten die Zusammenarbeit mit allen Künstlerinnen und Künstler, die sich an #allesdichtmachenbeteiligt haben, schnellstens beenden:
„Jan Josef Liefers und Tukur verdienen sehr viel Geld bei der ARD, sind deren Aushängeschilder. Auch in der Pandemie durften sie ihrer Arbeit z.B. für den Tatort unter bestem Schutz nachgehen. Durch ihre undifferenzierte Kritik an ‚den Medien‘ und demokratisch legitimierten Entscheidungen von Parlament und Regierung, leisten sie denen Vorschub, die gerade auch den öffentlich-rechtlichen Sendern gerne den Garaus machen wollen. Sie haben sich daher als deren Repräsentanten unmöglich gemacht. Die zuständigen Gremien müssen die Zusammenarbeit – auch aus Solidarität mit denen, die wirklich unter Corona und den Folgen leiden – schnellstens beenden. Viele Grüße, ein Rundfunkrat.“
Menschen, die die Coronamaßnahmen kritisieren, werden übelst diffamiert. Dabei artikulieren sie doch nur einen Schmerz, der überall gespürt wird. Es gibt nämlich Opfer auf allen Seiten der Krise. Es gibt Opfer auf der Seite jener, denen die Sicherheit und Gesundheit besonders wichtig ist und es gibt Opfer auf Seiten der Menschen, die sich besonderen der Freiheit verpflichtet fühlen. Sie erleben gerade massive Einschränkungen und daraus resultierende schwere Depressionen und Suizidgedanken. Manche reagieren sogar mit der radikalen Aufgabe ihres Lebens.
Jetzt kann man sagen, Gesundheit sei immer wichtiger als alle Freiheit und die Überzeugung ergibt auch Sinn, wenn man besonders auf Sicherheit fokussiert ist. Es gibt jedoch Menschen, für die ist der folgende Leitspruch keine bloße Floskel, sondern tiefe Überzeugung: Lieber tot als unfrei sein!
Viele Künstlerinnen und Künstler wurden durch diesen Gedanken zu ihren schönsten Kunstwerken inspiriert. Heute sind sie Juwelen der Menschheitsgeschichte.
Eine Tragödie findet dort statt, wo beide Seiten nachvollziehbare Argumente haben. Ich kann sowohl das Team Sicherheit als auch das Team Freiheit verstehen. Ich spüre den Schmerz auf beiden Seiten. Zur Katastrophe entwickelt sich die Tragödie, wenn eine Seite mit deutlich mehr Macht ausgestattet ist, als die andere. Diese Katastrophe zeichnet sich gerade ab.
Wir befinden wir uns in einem asymmetrischen Krieg der Verordnungen und der Zwangsmaßnahmen, in dem die Menschen, die sich nach Sicherheit sehnen, eine deutlich größere Unterstützung erfahren. Sowohl die aktuelle Regierung als auch große Teile der öffentlich-rechtlichen Medienlandschaft unterstützen das Ziel Sicherheit vehement und sehr oft hat die andere Seite keine andere Möglichkeit, als unorganisiert, chaotisch und schmutzig in den Straßenkampf zu ziehen, weil auch große Plattformen die Artikulation ihres Zorns löschen. Diese Löschungen werden dann wiederum teilweise vom Gesetzgeber erzwungen, was dadurch einer indirekten Zensur durch die Hintertür gleichkommt.
So werden Menschen, die ihren Unmut artikulieren, in die Ecke der Abtrünnigen und Unmoralischen verbannt, nur weil sie es gewagt haben, ihren Unmut zu artikulieren. Dabei wird oft bemängelt, dass die Menschen, die sich beklagen, keine Lösungsvorschläge anbieten, ganz so, als sei das Jammern und Klagen nur statthaft, wenn man auch eine Lösung parat hat. Gefühle lassen sich aber nicht einfach so abschalten. Und vor allem müssen diese Gefühle artikuliert werden können und zwar ohne dabei „von oben“ erniedrigt zu werden.
Es gibt Menschen, die in dieser Krise ihre Existenz verloren haben, deren Beziehungen in diesem Ausnahmezustand zu Grunde gegangen sind und deren Kinder Depressionen bekommen. Die Krise hinterlässt verzweifelte Personen, die nicht im Home Office Kuchen essen können, weil es schon am alltäglichen Brot mangelt. Es gibt Menschen, für die war das Theater, zusammen mit den Kneipen und Clubs lebensnotwendige Ablenkung und eine Form der Lebensbewältigung. All das hat nun zu.
Der Mensch ist ein Wesen, das sich seiner Sterblichkeit bewusst ist. Menschen sind Kreaturen, die Welten erdichten und Kunst erschaffen können. Menschen machen Gesetze und werfen Partys. Menschen erleben sich in der Gemeinschaft und messen sich aneinander. Sie lachen, singen, tanzen und grölen. Sie umarmen sich, kuscheln, raufen, ringen und bekriegen sich. Menschen möchten das Leben spüren. Sie möchten raus. Menschen möchten einen Eindruck hinterlassen. Sie möchten sich mal fallen lassen und mal herrschen. Menschen sind frei. Aber nun sind sie gefangen.
Menschen brauchen Spiele. Wenn man ihnen diese Spiele nimmt, dann machen sie sich Spiele und zwar auf der Straße.
Der Mensch ist ein Lümmel. Je stärker er zu etwas gezwungen wird, mag es auch noch so richtig und wichtig sein, umso mehr steigt in ihm der Wille zum Widerstand auf, vor allem wenn die Maßnahmen urmenschliche Verhaltensweisen unterdrücken. Wenn um ihren Alltag beraubte Menschen das Haus in der Ausgangssperre verlassen, weil ihnen die Decke auf den Kopf fällt, wenn sie die Corona-Regeln brechen, weil sie am Ende sind, dann brauchen sie keine moralische Belehrungen, Diffamierungen und Strafen. Sie brauchen keine moralischen Zurechtweisungen von Leuten, die sich in der Krise Wein leisten können, während ihnen selbst das Wasser zum Hals steht. Den Lockdown muss man sich leisten können. Viele können es nicht. Für diese Menschen spricht die Aktion #allesdichtmachen.
Es gibt daher keinen Grund, sich zu distanzieren. Der Ruf zur Distanzierung ist eine Methode jener, die Menschen aufgrund ihrer abweichenden Meinungen wegsperren wollen.
„Militaristische und revanchistische Propaganda in jeder Form, Kriegshetze und Bekundung von Glaubens-, Rassen- und Völkerhass werden als Verbrechen geahndet.“
Klingt gut, oder? Wer ist schon ein Freund von Kriegshetze und Rassismus? Es ist doch gut, wenn all das verboten ist, oder?
Der zitierte Absatz fand sich an fünfter Stelle des sechsten Artikels der Verfassung der DDR. Es war genau dieser Absatz, mit dem Kritikerinnen und Kritiker des Regimes in Knast und Folter gesperrt wurden. Sie wurden zu Nazis und zu Faschisten erklärt, genauso wie heute. Das ist pure Diffamierung im Stile der DDR.
Nimm Dich in acht vor selbsternannten Friedensaktivisten, denn sie erklären Dich zum Kriegsaktivisten, sobald Du es auch nur wagst zu widersprechen.
Jetzt werden jene kritisiert, weil sie Worte artikulieren, die für jene von Bedeutung sind, die unter den Maßnahmen leiden. Warum müssen diese Menschen verunglimpft werden. Nein, sie verhöhnen keine Opfer. Nein, sie sind keine Egoisten. Nein, sie sind keine Schädlinge der Volksgesundheit. Sie sind Menschen!
Menschen haben Gefühle und niemand weiß diese Gefühle besser zu artikulieren als Künstlerinnen und Künstler. Wenn wir tatsächlich wieder an einem Punkt sind, wo sich Menschen öffentlich entschuldigen müssen für ihre Worte des Ungehorsams und für ihre Kunst des Zweifelns und mag das alles auch noch so polemisch und flegelhaft sein, dann sind wir an einen Moment der deutschen Geschichte zurückgekehrt, von dem wir glaubten, ihn in den Jahren 1989/90 überwunden zu haben.
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Ja, wenn es nicht verboten wär,
dann ließ ich es jetzt krachen!
Mit Freunden, tanzend kreuz und quer,
würd ich albern sein und lachen.
Ja, wenn es nicht verboten wär,
würd ich jetzt gemeinsam singen.
Mit Band und mit nem großen Chor,
die Luft zum klingen bringen.
Tja –
all das und mehr ist jetzt verboten.
Angeblich, weil’s gefährlich ist.
Doch, wer beginnt das auszuloten,
merkt, ganz plausibel ist das nicht.
Drum –
diese Fragen müssen sein –
Wer wagt mit uns den ersten Schritt?
Wer steht mit auf und stimmt mit ein:
Ich mach da nicht mehr mit!
Ich mach da nicht mehr mit!
…
Alle sind eingeladen, ein Handy-Video von sich mit „Ich mach da nicht mehr mit“ zu schicken. Daraus soll dann eine weitere Video-Collage entstehen. Das Video einfach per Mail schicken an: info@derheissebrei.com – und ladet gern auch noch andere dazu ein.
Hier die Fortsetzungen:
(TINBG)
Veröffentlicht unterFremde Feder|Kommentare deaktiviert für Ich mach da nicht mehr mit!
Humans are beings who are aware of their mortality. Humans are animals with morals. Humans are creatures who can invent worlds and create art. Humans make laws and throw parties. Humans experience community and measure themselves against each other. They laugh, sing, dance and bawl. They hug, cuddle, scuffle, wrestle and fight. People want to feel life. They want to get out. People want to make an impression. They want to let go sometimes and rule sometimes. People are free.
Freedom is dangerous.
The human species is a lout. The more anyone is forced to do something, no matter how right and important it may be, the will to resist increases, especially if measures suppress primeval human behavior.
I love freedom. It allows me to be a privatized communist who tries to be a just person. I rejoice when I succeed and I’m irritated when I fail. But when I’m imposed upon, when I’m declared to be a problem, a sense of resistance arises in me.
Of course, rules are needed to maintain a social community, but when the rules become inhumane, when the human being becomes the problem, either everything breaks down or oppression increases.
There are those who’ve lost their livelihoods during this state of emergency, whose relationships have been ruined and whose children are suffering depression. The crisis leaves behind desperate people who cannot eat cake in their home offices because there is already a shortage of bread. There are people for whom the soccer stadium, the theater, the pub or the club were vital distractions, and a social form of stress relief and anger management. All of those venues are closed.But, people need diversions. If they are deprived, they will devise their own diversions. They will go out on the streets.
When people feel the roof is falling on their heads, they will leave their homes. When they are at the end of their ropes, they will break the quarantine rules. They don’t need punishment. Nor do they need moral lectures from people who can afford wine in a crisis especially when they themselves are up to their necks in deep water.
Some can afford the lockdown. Many can’t.
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Überall in Europa erhebt sich tanzender Widerstand gegen die autoritären Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus. Menschen versammeln sich, um gemeinsam das Lied „Danser encore“ von HK zu singen und dazu zu tanzen. Tapfer im Nirgendwo präsentiert eine deutsche Übersetzung.
Wir wollen wieder weiter tanzen! Sehen, wie unsere Gedanken unsere Körper umschlingen. Verbringen wir unser Leben in Akkordfolgen.
Wir sind Zugvögel, weder zähmbar, noch brav. Wir schwören keine Treue, im Morgengrauen und unter allen Umständen kommen wir, um die Stille zu brechen.
Und wenn am Abend im Fernsehen der gute Herr König gesprochen hat, gekommen, um das Urteil zu verkünden, sind wir respektlos, aber immer mit Eleganz.
Auto-U-Bahn-Arbeit-Konsum, Selbstattest, eigenhändig unterschrieben, verschreibungspflichtige Absurdität. Und wehe dem, der denkt. Und wehe dem, der tanzt.
Jede autoritäre Maßnahme, jeder üble Beigeschmack von Sicherheit, löst unser Vertrauen in Luft auf. Sie sind so beharrlich, im Einschränken unseres Bewusstseins.
Lasst uns nicht beeindruckt sein von all diesen unvernünftigen Leuten, diesen Verkäufern der Angst im Überfluss, diesen Ängstlichen bis zur Schamlosigkeit. Wisst, wie wir sie auf Distanz halten.
Für unsere geistige Gesundheit, sozial und für die Umwelt, für unser Lächeln, unsere Intelligenz, seien wir nicht ohne Widerstand die Instrumente ihres Wahnsinns.
Text im Original:
Nous on veut continuer à danser encore Voir nos pensées enlacer nos corps Passer nos vies sur une grille d’accords Oh, non non non non non non Nous on veut continuer à danser encore Voir nos pensées enlacer nos corps Passer nos vies sur une grille d’accords
Nous sommes des oiseaux de passage Jamais dociles ni vraiment sages Nous ne faisons pas allégeance À l’aube en toutes circonstances Nous venons briser le silence
Et quand le soir à la télé Monsieur le bon roi a parlé Venu annoncer la sentence Nous faisons preuve d’irrévérence Mais toujours avec élégance
Nous on veut continuer à danser encore Voir nos pensées enlacer nos corps Passer nos vies sur une grille d’accords Oh, non non non non non non Nous on veut continuer à danser encore Voir nos pensées enlacer nos corps Passer nos vies sur une grille d’accords
Auto-métro-boulot-conso Auto attestation qu’on signe Absurdité sur ordonnance Et malheur à celui qui pense Et malheur à celui qui danse
Chaque mesure autoritaire Chaque relent sécuritaire Voit s’envoler notre confiance Ils font preuve de tant d’insistance Pour confiner notre conscience
Nous on veut continuer à danser encore Voir nos pensées enlacer nos corps Passer nos vies sur une grille d’accords Oh, non non non non non non Nous on veut continuer à danser encore Voir nos pensées enlacer nos corps Passer nos vies sur une grille d’accords
Ne soyons pas impressionnables Par tous ces gens déraisonnables Vendeurs de peur en abondance Angoissants, jusqu’à l’indécence
Sachons les tenir à distance Pour notre santé mentale Sociale et environnementale Nos sourires, notre intelligence Ne soyons pas sans résistance Les instruments de leur démence
Nous on veut continuer à danser encore Voir nos pensées enlacer nos corps Passer nos vies sur une grille d’accords Oh, non non non non non non Nous on veut continuer à danser encore Voir nos pensées enlacer nos corps Passer nos vies sur une grille d’accords.
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einen Bericht aus Amerika haben Sie wie folgt überschrieben:
„In der Nähe von Minneapolis hat ein Polizist den 20-jährigen Afroamerikaner Daunte Wright bei einer Verkehrskontrolle getötet.“
Da Sie sich für eine gendergerechte Sprache stark machen, darf ich fragen, warum Sie einfach so angenommen und behauptet haben, die Person, die geschossen hat, sei männlich gewesen? Es war eine Polizistin!
Darf ich zudem fragen, warum sie die Hautfarbe zum Thema machen?
Da Sie es aber tun, darf ich fragen, welche Hautfarben die Polizist*innen haben, die ihn festgenommen hatten? Welche Hautfarbe hatte der Polizist, der ihn aus dem Auto zog?
Aber die wichtigste Frage ist: Warum ist Ihnen das alles so wichtig, dass Sie es in die Überschrift gepackt haben?
Martin Luther King Jr. sagte einst:
„Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden.“
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