An allem ist der Broder Schuld!

Theodor W. Adorno hat einst folgendes über den Antisemitismus geschrieben:

“Darauf spekuliert tatsächlich einer der wesentlichen Tricks von Antisemiten heute: sich als Verfolgte darzustellen; sich zu gebärden, als wäre durch die öffentliche Meinung, die Äußerung des Antisemitismus heute unmöglich macht, der Antisemit eigentlich der, gegen den der Stachel der Gesellschaft sich richtet, während im allgemeinen die Antisemiten doch die sind, die den Stachel der Gesellschaft am grausamsten und am erfolgreichsten handhaben.”

Das Satiremagazin Titanic hat es auf folgende schlichte Formel gebracht:

“Dass die Juden uns den Mund verbieten, ist das Gerücht über die Juden, das nach Adorno der Antisemitismus ist. Wer glaubt, dass es wahr sei, ist ein Antisemit. Augstein ist einer.”

Nicht nur die Titanic sieht in Augstein einen Antisemiten, das Simon Wiesenthal Center hat ihn sogar in die Top Ten der Antisemiten 2012 aufgenommen. Seit dem steht die deutsche Medienlandschaft Kopf. Wie konnte es nur soweit kommen? Wer trägt Schuld an diese Situation? Vielleicht Jakob Augstein selbst? Wenigstens ein bißchen? Einiges spricht dafür. Das Simon Wiesenthal Center gibt mehrere Zitate Augsteins zur Begründung an, darunter eine Äußerung, in der der Journalist eine Gruppe von ultraorthodoxen Juden in Israel, die zehn Prozent der Bevölkerung ausmachten, mit islamischen Fundamentalisten vergleicht. Rabbi Abraham Cooper vom Simon Wiesenthal Center sagt dazu:

“Wenn man das Bild von islamischen Extremisten heraufbeschwört, deren wesentlicher Beitrag zur Welt aus Selbstmordbombenanschlägen, Extremismus und Hass besteht, und dann eine gesamte religiöse Gemeinschaft nimmt und sie so stereotypisiert, dann hat das nichts mehr mit Journalismus zu tun. Damit wird eine Grenze überschritten.”

Tatsächlich hat Jakob Augstein mehrfach die Grenze zum Antisemitismus überschritten. Frank Olbert schreibt dazu im Kölner Stadt-Anzeiger:

“Für den Rabbiner Abraham Cooper, der die Liste beim Wiesenthal-Center erstellt, hat Augstein die Grenze der drei „D“ überschritten, die zwischen Israelkritik und Antisemitismus verläuft: Doppelter Standard bei der Beurteilung Israels im Vergleich zu anderen Ländern, Dämonisierung und Delegitimierung Israels. So hatte Augstein in seiner Kolumne auf „Spiegel Online“ Günter Grass applaudiert, der in seinem Gedicht „Was gesagt werden muss“ von einem atomaren Erstschlag Israels gegen den Iran fabuliert. Überhaupt setzt sich Augstein häufig und, wie er findet, kritisch mit Israel auseinander, wobei sich seine Einsprüche mitunter durch Ahnungslosigkeit disqualifizieren. So schreibt er am 19. November 2012 über „Ultraorthodoxe oder Haredim“: „Diese Leute sind aus dem gleichen Holz geschnitzt wie ihre islamistischen Gegner. Sie folgen dem Gesetz der Rache.“

Nun mögen Haredim mit ihren Stirnlocken, Bärten und der mittelalterlichen Kleidung in Augsteins Augen vielleicht rückständig wirken – Bombenleger sind diese äußerst frommen Juden ganz sicher nicht. Sie gehen oft nicht einmal zum Militär, und einen Staat Israel kann es für viele von ihnen erst geben, wenn der Messias erscheint. Den sehen sie in Netanjahu eher nicht. Indem er sie alle in einen Topf wirft, die Haredim, die Ultraorthodoxen, die Islamisten, bedient Augstein ein auch im linken Milieu gepflegtes Klischee, wonach in jedem Strenggläubigen ein Gotteskrieger steckt. Ob das gleich antisemitisch ist?”

Die konkret schreibt:

“Augstein wird bestreiten, ein Antisemit zu sein. Aber die phantasierte jüdische Weltherrschaft, die Weltkriegsgefahr, die Aufregung über eine Fiktion und die Gleichgültigkeit gegenüber realen Kriegen und Kriegstoten, die Insinuationen, daß Israel hinter dem Mohammed- Film, dem Krieg in Syrien und der iranischen Bombe stecke und die Toten in den innerarabischen Machtkämpfen zu verantworten habe, die Wiederholung der Lüge vom Juden, der aus dem Antisemitismus Profit schlage, diese ganze Sammlung perfider Projektionen zeigt eine Verblendung, die mit einer Kritik an Aspekten israelischer Politik nichts mehr zu tun hat. “Wenn der Bürger schon zugibt, daß der Antisemit im Unrecht ist, so will er wenigstens, daß auch das Opfer schuldig sei” (Adorno).”

Jennifer Nathalie Pyka schreibt ähnlich in The European:

“Schließlich weiß der aufrichtige Deutsche ganz genau, woran man den gemeinen Antisemiten erkennt: an Thor-Steinar-Klamotten, Glatze und NPD-Mitgliedsausweis. Und an Gaskammern, zweifellos. Doch damit hat ein Jakob Augstein, dieser gebildete und gut gekleidete Mann, geradezu das Aushängeschild der links-intellektuellen Elite, nichts am Hut. Seine Spezialität besteht dagegen in Kolumnen, die gemeinhin das Label „Israelkritik“ tragen und laut landläufiger Meinung einen wichtigen Beitrag zur deutsch-israelischen Freundschaft leisten.

Kein Wunder also, dass Augsteins Entourage nun völlig aus dem Häuschen ist. Tatsächlich ließ der Kolumnist kaum eine Gelegenheit aus, um perfide Gaza-Ghetto-Analogien zu konstruieren, Israel für den Terror verantwortlich zu machen, es zur Bedrohung des Weltfriedens zu ernennen und wirre Verschwörungstheorien zu spinnen. Dass darin sehr wohl eine ganze Menge Antisemitismus steckt, übersteigt nicht nur das Vorstellungsvermögen der Massen. Die meisten wollen Augsteins antisemitisches Potenzial schlicht nicht erkennen, weil sie es mit ihm teilen. Schließlich kennen sie selbst es nur allzu gut: dieses Kribbeln, sobald sich irgendwo der Hauch einer Chance bietet, den erhobenen Zeigefinger in Richtung Israel zu schwenken. Und selbst Antisemit zu sein, nun, das ist seit ein paar Jahrzehnten wirklich nicht mehr schick. Es gilt, den Antisemiten trotz Augstein und Wiesenthal wieder säuberlich als „Israelkritiker“ zu etikettieren.”

Für einige Medienvertreter ist es also unvorstellbar, dass ein gebildeter Linker antisemitische Gedanken haben kann. Der Schuldige muss einfach jemand ganz anderes sein. Glücklicherweise gibt es da jemanden, den man zum Sündenbock erklären kann und er ist auch noch ein Jude. Wunderbar. Schuld hat Broder! Jawohl! Hier ein paar Auszüge aus der Presse:

“Auch wenn H. M. Broder damit aktuell, geruchsmordend, über den Literatur Nobelpreisträger, Günter Grass, den Herausgeber des Freitag, Jakob Augstein, richten will, gerät ihm dieser Satz doch eher, erhellend, zur Selbstanzeige des Verlustes seines persönlich publizistischen Geruchssinns.” (Freitag)

“Der Generalsekretär der Evangelischen Akademien in Deutschland, Klaus Holz, warf dem Wiesenthal-Zentrum dagegen vor, den Antisemitismus-Vorwurf zu einer “pauschalen Keule” zu machen. Den Augstein-Kritiker Broder bezeichnete er laut Deutschlandradio Kultur als “Pöbler”. Viele Intellektuelle duckten sich bei solchen Debatten weg und räumten damit das Feld für “die Broders dieser Welt”, sagte Holz.” (n-tv)

Aber den Vogel schießt Christian Bommarius in der Frankfurter Rundschau ab: “Es spricht für den deutschen Rechtsstaat, dass Henryk M. Broder bis heute frei herumläuft, aber es spricht gegen das Simon-Wiesenthal-Center, dass es den Lügen und Verleumdungen dieser trostlosen Witzfigur aufgesessen ist. Wer Broder Glauben schenkt, der vertraut auch einem Bankräuber sein Bargeld an und einem Kannibalen die Ehefrau.”

Da hat Broder ja noch mal Glück gehabt, im neuen Deutschland zu leben. In der BILD schrieb F. J. Wagner vor einigen Monaten: “Wir sind ein besseres Deutschland geworden.” Seine Begründung: “Früher wurden Homosexuelle in Deutschland zu Gefängnis verurteilt. Was für eine glorreiche Zeit für Euch. Niemand steckt Euch ins Gefängnis.” Da wächst zusammen, was zusammen gehört. Laut Wagner von der BILD sollen nervende Schwule und laut Bommarius von FR nervende Juden froh sein, nicht ins Gefängnis geworfen zu werden. Wir sind echt ein besseres Deutschland geworden.

Was wäre Augstein, was wäre Deutschland nur ohne Broder? Ohne Broder hätte man sich doch tatsächlich mit den Aussagen Augsteins beschäftigen müssen. Jetzt aber kann sogar die Freitag Community aus der Augstein-Affäre eine Broder-Affäre machen und orthographisch leicht daneben spotten:

“Eigentlich wii Henry M. Broder wohl nur mahnend ansagen, dass Jakob Augstein als Herausgeber des Freitag und vielgelesener S.P.O.N. Kolumnen SPIEGEL Autor, ein, heillos, zu grosser Freigeist Meinungssinn im Lande der Dichter und Denker umwehe, weil es, anders als zu Zeiten da Jakob Augstein Redakteur “DER ZEIT”, “Der Sueddeutschen” war, Niemanden mehr gebe, der, vorab, hegend und pflegend, zensierend, auf dessen Zeilen schaue. J. Pwtrick

Nein, für Broder ist man schon Antisemit, wenn man sagt: Ich habe Urlaub in Israel gebucht. Dann muss man sich von diesem Manne unter Umständen demnächst vermutlich fragen lassen, ob man Katstrophentourist sei, dann schon muss man sich rechtfertigen können. Ein deutscher Tourist eben alleine aus dem Zweck heraus nur nachzählen zu wollen, um wie viele Menschen das kleine Israel seit seiner Gründung nach dem Holocaust gewachsen sei. Für Broder ist man Antisemit, wenn man das Wort Israel als Deutscher überhaupt in den Mund nimmt. Ginge es nach Broder, würde er auch der Bundeskanzlerin das vorwerfen, was er Augstein vorwirft.”

Am Antisemitismus ist also Broder Schuld, vermutlich weil er mit seinen jüdischen Superkräften die Medien beeinflussen kann. Wenn Broder nicht Schuld ist, dann ist das Simon Wiesenthal Center Schuld und wenn das Simon Wiesenthal Center nicht Schuld ist, ist Israel Schuld. Schuld ist auf jeden Fall ein Jude. Soviel ist klar. “An allem sind die Juden Schuld!” Wie nennt man das nochmal, wenn man glaubt und behauptet, an allem und vor allem am Antisemitismus seien die Juden Schuld?

Jakob Augstein hätte diese Frage beantworten können in einem Gespräch mit Henryk M. Broder. Da beide für den Radiosender RBB arbeiten, wurden auch beide zu einem Gespräch mit dem RBB eingeladen. Broder sagte zu. Augstein sagte ab. Daraufhin beurlaubte der RBB Broder für eine Woche und nutzte die dadurch frei gewordene Zeit um über Jakob Augstein zu sprechen. Broder urteilt über dieses Verhalten des RBB vollkommen zurecht:

“Das sei keine gute Idee, sagte ich, wenn der Kommentar ausfällt, würden die Zuhörer das als eine Distanzierung des Senders von mir verstehen. Davon könne keine Rede sein, sagte der Redakteur, man könne nur “an so einem Tag nicht über ein x-beliebiges Thema” mit mir reden, da würden sich die Zuhörer fragen, “warum sagt er nichts über Augstein?” – “Weil ich mich in dem Freitagskommentar noch nie zu einer Sache geäußert habe, in die ich selber verwickelt war”, sagte ich. Der Redakteur machte wieder eine Pause. Das Argument schien ihm einzuleuchten. “Wir bereden das noch mal in der Redaktion, und ich melde mich wieder bei Ihnen.”

Eine Stunde später rief der Redaktionsleiter Broder an und teilte ihm mit: “Wir lassen den Kommentar mit Ihnen ausfallen und reden stattdessen mit einem Antisemitismusexperten.”

An allem ist der Broder Schuld!

Dieser Beitrag wurde unter Deutschland veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

198 Antworten zu An allem ist der Broder Schuld!

  1. BTW schreibt:

    Das “Augstein-Ding” läuft völlig ausm Ruder! Die komplette Medienmeute schart sich hinter diesem “Publizisten” und ihre bezahlten Forentrolle machen nun auf “Schlag den Broder”.
    Bei http://tinyurl.com/b32zlsw wird ein Zeuge gebracht, der hier wohl bekannt ist. Mir wird langsam schlecht!

    • besucher schreibt:

      wie ich schon bei aronsperber vermutet habe: Klein-Augstein hat große Brüder die ihn beschützen.
      http://aron2201sperber.wordpress.com/2013/01/02/augstein-in-gefahr/#comments

      • Aristobulus schreibt:

        …wie Mike Hammer neulich mal so anmerkte: To get some petro-dollars – or to get them not.

        • BTW schreibt:

          To get some petro-dollars – or to get them not. ™ awesome…

          Jetzt wirds aber richtig gruselig:

          Egal wie stereotyp die heutige Israelkritik daherkommt, sie ist natürlich immer frei von Antisemitismus. Keines der uralten Klischees über die Juden gilt mehr als antisemitisch sobald es sich auf Israel bezieht. Es wird Zeit, dass wir mit diesem Märchen aufräumen!

          Unterschreib! Aber wenn die Kahane* die letzte Bastion gegen die Linksnazis bildet, ist die (doitsche) Welt wohl vollends aus den Fugen. :-(

          * http://www.fr-online.de/meinung/kolumne-broder-augstein-streit-erst-mal-vehen,1472602,21398944.html

          • Dante schreibt:

            Ich habe mehrfach versucht, mich auf FR-online anzumelden, um auch meinen Senf hinzugeben zu können. Fehlanzeige. Als wenn irgend ein judenfeindlicher oder antizionistischer Dämon wüsste, dass sich da jemand anmelden will, um zu widersprechen.
            Ich wollte v.a. Beiträge wie den von einer gewissen Menschenfreundin nicht einfach unwidersprochen hinzunehmen. Die meint nämlich, der Begriff des Antisemitismus werde von dem Artikel überstrapaziert und abgenutzt.
            Gern wollte ich einfach mal anregen, den Begriff Jude durch den Begriff Deutscher und den des ‘Antisemitismus’ (nicht-euphemistisch: Judenhass) durch den des Deutschenhasses zu ersetzen und all dies erneut laut zu lesen.
            Ohne Zweifel wäre es Deutschenhass, wenn jemand versuchen würde, die Deutsche systematisch zu vernichten.
            Heißt aber dies, dass dieser Begriff überstrapaziert wäre, wenn man es auch als Deutschenhass bezeichnen würde, wenn “nur” deutsche Kinder mit “schöner” Regelmäßigkeit als “Scheiß-Kartoffeln” angepöbelt oder deutsche Frauen und Mädchen regelmäßig auf besonders obszöne Weise mit rassistischen Untertönen sexuell belästigt würden (was übrigens teilweise sogar schon Realität ist).
            Ob dieser Begriff überstrapaziert wäre, wenn jemand Opfern antideutscher Pöbeleien oder Übergriffe erzählen würde, diese seien gar nicht antideutsch, weil die Absicht einer systematischen Vernichtung fehle und man diese Abwiegelungsversuche ihrerseits als antideutsch bezeichnen würde.
            Dass der Versuch, die Juden auszurotten, Judenhass ist, steht außer Zweifel, aber damit fängt er nicht an, sondern dort hört er auf.
            Wer verstehen will, kann auch verstehen.

          • Aristobulus schreibt:

            Dante, Deine Analogie werden grad diejenigen nicht verstehen, die Du damit erreichen möchtest. Natürlich ist sie richtig! Aber die Kommentatoren dort (oder auch in ganz anderem und doch immer gleichen Zusammenhang ein paar sehr viele kommentierende verheuchelte Besser-Prolos -> da http://tobias-raff.org/2012/12/31/ulf-dunkel-verliert-rckhalt/ ), die so tun, als hätten sie die doitsche Wahrheit gepachtet). ach die wissen schon alles, die wollen gar nichts Anders mehr sehen, gar gar nichts, denn dann müssten sie DENKEN, na, bei Thors Hammer.

          • Dante schreibt:

            Niemand muss meine Analogie verstehen. Nur, wer Anspruch erhebt, zur Art Homo Sapiens gezählt zu werden und nicht z.B. zur Gattung Sus Scrofa Domestica – wobei ich um Himmels Willen Letztere nicht beleidigen will, sie sind immerhin intelligent genug, sich um ihre eigenen Angelegenheiten zu kümmern und ihre kurze Lebenszeit nicht mit Solidaritätsbekundungen für Judaeophobiker zu vergeuden.

          • Aristobulus schreibt:

            Hi BTW,
            der ähm Zeuge, der sogenannte, den Du oben erwähnst, behauptet übrigens irgendwo lauthals, dass der Staatsschutz gegen mich ermittle*. Ja, manch ein geistiger Hilfshausmeister wie der hätte so gern ‘ne schwarze Uniform mit gewissen silbernen Tressen :D, ah, wie kleidsam und aufrechthaltend, wenn man sonst innen drin so gar nichts ist.

            Der Zeuge hat mich neulich auf seiner Webseite, der sogenannten, auf ‘ner Montage als Judensau dargestellt. Von Gerd Buurmann ist er regelrecht besessen, der ist sein Hassobjekt, und neulich rühmte er sich irgendwo, schon DREISSIG Hass-Seiten gegen Buurmann gemacht zu haben. Bestimmt hat er sich über Herrn Augenstein schon sehr unterstützend und sehr nicht-anti-antisemitisierend geäußert und hat über’s Simon-Wiesenthal-Center irgendwas ebenso Untüchtiges wie Hasserisches abgelassen. – Bin nur zu faul, um seine Äußerungen zu suchen, denn die sind todsicher wieder nicht lustig, das ist ein Naturgesetz :mrgreen:
            Wer solche Feinde hat, der braucht keine weiteren Aufheiterungen mehr

  2. Malte S. Sembten schreibt:

    Danke für die Zitatesammlung und die vielen Augstein-kritischen Links!

    Hier ist noch eine Zitatesammlung. Eine entlarvende:
    http://www.publikative.org/2013/01/04/was-hat-augstein-eigentlich-geschrieben/

  3. Zara schreibt:

    “Frage: Wann werden die Deutschen (und ihre linken Volksgenossen) wieder judenfreundlich?

    Antwort: Wenn die Juden kein „Regime“ mehr haben, also kein Land, also der globalen, antisemitischen Verfolgung und Vernichtung wieder schutzlos ausgeliefert sind. Denn die Deutschen (und erst recht deren linke Volksgenossen) engagieren sich gern für Ohnmächtige und Opfer (vor allem für solche, die von ihnen selbst zu Ohnmächtigen und Opfern gemacht wurden). Dann, wenn die Juden wieder Verlierer, Opfer, Unbewaffnete, Deppen, Staatenlose, Nomaden sind, dann, ja dann hat man sie wieder gern in der deutschen Linken – denn dieses Losertum erinnert sie so sehr an die eigene Verkümmertheit (dabei müssten doch gerade die links-materialistischen Staatskritiker wissen, dass das Betreiben eines Staates kein Zuckerschlecken ist, sondern nunmal NOTWENDIG BRUTAL zu sein hat, wenn es erfolgreich sein soll – auch im Falle Israel natürlich).

    „Macht ist böse, Ohnmacht ist gut“ – auf diesen simplen Schwachsinnssatz lassen sich letztlich leider mindestens 95% aller deutschen und linken Strömungen – von Pazifisten & GSP-Commünisten über DKPler & Foucaultinaer bis hin zu Jugend-Antifa & Punker-Spelunken-Besitzern – herunter brechen.”
    (gefunden auf einem kommunistischen Blog)

    Ist für mich noch die naheliegendste Erklärung für linken Antisemitismus. Ich kann es mir (als Linker) aber nicht wirklich erklären.
    Es ist schlicht irrational und eine Krankheit, die da in großen Teilen der Linken herrscht.

    Ich halte sonst nichts davon andere politische Ansichten zu pathologisieren, aber hier geht es nicht anders. Es gibt keine rationale Basis auf der man sich auseinandersetzen kann.

    Aber um auch mal was positives zu sagen und nicht nur schwarz zu malen. Ich war auch mal so, wie Herr Augstein und viele Linke, hab in verschiedenen Foren gegen Israel gehetzt, bis nach einer gewissen Zeit dann die Argumente doch zu mir durchgedrungen sind und ich anfing umzudenken.

    Warum ich so gegen Israel gehetzt habe? Ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, es war wie im Zitat oben beschrieben- da Israel mit den USA verbündet ist, sind sie die Mächtigen und Macht ist böse, daher ist Israel böse.

    Daher ist es auch wichtig, dass es Menschen wie Sie gibt, Herr Buurmann, die einem mit guten Argumenten die Scheiße aus dem Kopf holen (ich hab diesen Blog erst gefunden als ich schon umgedacht hatte, aber ich bin mir sicher, dass so einige durch die guten Argumente von Ihnen zum Umdenken gebracht wurden).

    Schöne Grüße

    • Eitan Einoch schreibt:

      Hallo Zara! Du sprichst mir aus der Seele. Ich hatte auch mal eine solche Phase, zum Glück nur kurz. Bin auf die Medienpropaganda hereingefallen, hab dumme Bücher gelesen und mich von falschen Freunden beeinflussen lassen. Es war die größte Eselei meines Lebens. Aber kaum eine Dummheit ist so groß, als dass man nicht umkehren und einen besseren Weg einschlagen könnte. Du und ich, wir sind der lebende Beweis, dass nicht jeder verloren ist und es immer Hoffnung gibt. :-)
      In diesem Sinne: Lasst uns hoffen…

      • besucher schreibt:

        Was nun? Tja Herr Korn denkt dass ein Salonsozialist nun mal per se kein Antisemit sein kann, dass können nur frei nach Frau Pyka Thor-Steinar-Klamottenträger sein.
        Desweiteren hat z.B. auch ein Herr Thierse in Berlin z.B. bei seiner Kritik an der schwäbischen Einwanderung in den Prenzelberg keinerlei Ressentiment gezeigt. Man muss nur auf der richtigen Seite stehen, dann springen einem alle bei.

        • Aristobulus schreibt:

          Nein, Salomon Korn muss nicht zustimmen!, vielleicht will er dem Steinauge eine Chance geben. Es redet ja nicht mehr mit Brodern. Aber mit irgendwem sollte es reden.

        • Möbel schreibt:

          Ich weiß nicht, werter besucher, ob Herr Korn ein Herz für Salonsozialisten hat.
          Sie haben da nähere Informationen?
          Aber es hat schon was amüsantes, wenn der Vizepräsi einer Organisation
          die erhebliche Mitgliederzahlen hat, sich einfach nicht angepisst oder rassistisch
          verfolgt fühlt, obwohl er und seine Vereinsmitglieder exklusiv diese Degradierungen
          auf sich beziehen könnten und Andere die nichts mit diesem Verein noch mit
          der Religion etwas zu tun haben, geradezu darauf bestehen, dass übelste
          rassistische Äußerungen gefallen wären.
          Zudem attestiert Herr Korn dem SWI mangelhafte Recherche.

          • besucher schreibt:

            Ich befürchte eher dass ein Herr Korn Augstein nicht zutraut ein Antisemit zu sein weil er ja vermeintlich auf dem Boden eines wie auch immer gearteten bundesrepublikanischen Konsenses steht.
            Ich betone vermeintlich weil viele Äußerungen bei S.P.O.N. anderes vermuten lassen.
            Die Juden als Tätervolk im heiligen Land, da kann Augstein froh sein dass er nicht Martin Hohmann heißt.

          • Möbel schreibt:

            Was herrn Korn sonst noch so umtreibt wissen wir Beide nicht.
            Festzustellen ist aber, dass er sich weder als Privatperson noch als Funktionär
            durch Augstein antisemitisch verfolgt fühlt. Wollte man es noch genauer haben
            müsste Herr Korn eine Mitgliederbefragung durchführen und deren Ergebnis
            als offizielle Haltung des Zentralrates veröffentlichen.

            Und für mich persönlich verwunderlich:
            In Los Angeles gibt es Menschen die Jakob Augsteins publizistisches Wirken
            beobachten???
            Die Welt ist ein Dorf!

          • besucher schreibt:

            Und für mich persönlich verwunderlich:
            In Los Angeles gibt es Menschen die Jakob Augsteins publizistisches Wirken
            beobachten???
            Die Welt ist ein Dorf!

            Nun tun se doch mal nich so bleede, wir wissen doch beide dass es seit der digitalen Revolution viel einfacher ist “wer suchet der findet” zu spielen.

          • Möbel schreibt:

            Klar ist das einfacher geworden aber viel zu tun ist dennoch, da ja auch die
            Quantität der zu beobachten Publikationen exponentiell zugenommen hat.
            Oder führt man dort sowas wie eine schwarze Liste?

      • Aristobulus schreibt:

        Tscha, der Mö. stellt darauf ab, dass nicht nur Herr Broder und oder Mister Cooper, sondern sogar der Herr Korn Jude ist, und dass Dich das nu in loyalistische Unsicherheiten stürzen müsste oder sollte.

        Mö-AchundKrach-bel ist doch ein altes monothematisches Nachtschränkchen, immer mit diesen wackenden Nachttöpfen bestückt, nie ordentlich ausgescheuert worden seit der Zeit des späten Napoléon III.

        • Aristobulus schreibt:

          P.S.
          Ferner will das Mö-AchundKrach-bel immer gern, dass dem Zentralrat der Mund verboten werde. Aufgelöst sehen will er den “Verein”. Merkwürdig, dass er keine anderen Körperschaften des öffentlichen Rechts aufgelöst haben will, bloß immer den armen Zentralrat.

          • besucher schreibt:

            ich halte von den Zentralrätlern auch nicht viel weil die fast immer nur denken dass Antisemitismus aus der Thor-Steinar-Träger-Ecke kommt. Ich weiß nicht ob das mangelnde Intelligenz ist oder Absicht.

      • Schula schreibt:

        “Wie, was nun?”

        Fragen Sie besser nicht, der hält den Zentralrat für eine jüdische Weltverschwörung.

    • peter schreibt:

      Tja, was nun? Vielleich ist’s ein Beweis, dass Herr Korn die Liste nicht gelesen hat. (Uebrigens fuerchte ich, auch der Verfasser dieses sonst so vorzueglichen Blogs auch nicht). Eine Liste der “Top 10 Antisemiten” gibt’s naemlich nicht. Was es hingegen gibt, ist eine Liste der Top 10 antisemitischen bzw. anti-israelischen Verleumdungen 2012:
      http://www.wiesenthal.com/atf/cf/%7B54d385e6-f1b9-4e9f-8e94-890c3e6dd277%7D/TT_2012_3.PDF
      Wobei mehrfache antisemitische/antiisraelische Aeusserungen derselben Person bzw. Organisation in einem Rang zusammengefasst sind.
      Wer sich nun die Zitate in dieser Liste anschaut (und Korn hat’s offensichtlich nicht getan)und nicht zum Schluss kommt, dass diese nicht bloss antiisraelisch sind, sondern den altbekannten antisemitischen Mustern folgt, ist entweder naiv oder selbst Antisemit. Tertiam non datur.
      Und wenn man nun wegen wiederholter antisemitscher Aeusserungen Augstein als Antisemiten identifiziert, ist nur eines: folgerichtig.

      • besucher schreibt:

        Ganz genau. Augstein quasselt natürlich nicht frei von der Leber weg wie so ein Jobbik-Politiker. Aber die Quitessenz ist letztendlich eine weitaus größere:
        Während der Jobbik-Typ die Juden in Ungarn für ein Sicherheitsrisiko hält hält Augstein in GraSSscher Diktion die Juden in Israel für ein Sicherheitsrisiko für den Weltfrieden.

      • Janine Otto schreibt:

        Nun, die tagesschau hat mit Rabbi Abraham Cooper, dem Ersteller der Liste, in interview geführt (http://www.tagesschau.de/inland/augstein100.html). Seine Argumentation ist eine andere: “Wenn jemand in dieser Position ein Bild zeichnet, wonach zehn Prozent der jüdischen Bevölkerung in Israel, die ja auch eine religiöse Bevölkerung ist, von den Deutschen genauso gesehen werden sollten wie islamische Extremisten und Terroristen, dann ist das nicht nur komplett unrichtig und falsch, sondern dann überschreitet er die Grenze, was Dämonisierung angeht.” Da dieses Bild jedoch nur durch Streichung von wichtigen Passagen entsteht, vermute ich ein Problem bei der Übersetzung des Textes.

        Ebenfalls sagt Cooper: “Bei Augstein handele es sich um einen wichtigen Spieler im deutschen Journalismus, der niemandem Rechenschaft ablegen müsse [...] Augstein müsse seine Texte niemandem vorlegen, bevor sie gedruckt werden.” Das ist falsch. Alle angekreideten Texte hat Augstein auf Spiegel-Online als Kommentator verfasst – die Chefredaktion der Internetseite trägt die Verantwortung und dieser wurden die Texte gezeigt. Auch hier gehe ich davon aus, dass der Rabbi falscher informiert wurde.

        • tapferimnirgendwo schreibt:

          Ich habe das Original gelesen und erkenne nicht, was sich dadurch ändert. Echt nicht.

          • Janine Otto schreibt:

            Für mich schon,ich versuche es mal:

            [...] Ultraorthodoxe oder Haredim. Das ist keine kleine, zu vernachlässigende Splittergruppe. Zehn Prozent der sieben Millionen Israelis zählen dazu. Diese Leute sind aus dem gleichen Holz geschnitzt wie ihre islamistischen Gegner. Sie folgen dem Gesetz der Rache.

            Hieraus lese ich, dass angeblich 10 Prozent aller Israelis dem Gesetz der Rache folgen. Hierdurch würden für mich alles Orthodoxen Juden als Rächer beschrieben – und das wäre eine nicht akzeptable, antisemitische Dämonisierung, von der Cooper treffend spricht.

            [...] Ultraorthodoxe oder Haredim. Das ist keine kleine, zu vernachlässigende Splittergruppe. Zehn Prozent der sieben Millionen Israelis zählen dazu. Benjamin Netanjahu hat in seinem Kabinett Mitglieder gleich dreier fundamentalistischer Parteien sitzen. Die gleichen Werte?

            Diese Leute sind aus dem gleichen Holz geschnitzt wie ihre islamistischen Gegner. Sie folgen dem Gesetz der Rache. Die Hamas feuerte schon im Frühjahr Raketen auf Israel. Israel bombardierte Gaza. [...]

            Aus diesem Text lese ich, dass 10 % der Israelis drei fundamentalistische Politiker in das Kabinett gewählt haben. Diese Leute – also das Kabinett um Netanjahu – folgen dem Gesetz der Rache: Wenn die Hamas sie angreift, bombardieren sie zurück. Hiermit wird für mich eine politische Haltung der Regierung beschrieben – aber kein Mensch. Außerdem können Regierungen binne 4-5 Jahren neu gewählt werden, eine andere Politik betreiben – sie sind also nichts festes und keine Wertung gegenüber einem Volk. Ich hoffe das war etwas verständlich …

          • tapferimnirgendwo schreibt:

            Mit viel Wohlwollen, kann kann man das so lesen. Die anderen Unsäglichkeiten aber bleiben.

          • Aristobulus schreibt:

            Frau Otto, Sie schreiben “Orthodoxe”, aber Sie zitieren nicht richtig: Die Rede war von Ultraorthodoxen, Charedim. Kennen Sie welche? Schon zwischen den Auffassungen verschiedener Charedim bestehen große Unterschiede.

            Der allergrößte Unterschied zwischen der Realität und den Suggestionen eines Augsteins ist freilich, dass die Gleichung Charedim = Fundamentalisten der größte Käse ist, der je an der jüdischen Welt vorbeirollte.
            So schürt man bestehende Ressentiments und verdient Geld.

          • Janine Otto schreibt:

            Vielen Dank für den Hinweis lieber Herr Aristobulus. In der Tat kenne ich persönlich keine Ultraorthodoxen Juden persönlich sondern nur aus Erzählungen. Nach meinem jetzigen Wissen leben diese nach uralten Ritualen und werden zumindestens von meinen Bekannten und Freunden belächelt. Einen Unterschied in ihren Einstellungen kenne ich dabei genauso gut, wie dass ich Schweißausbrüche bekommen, wenn ich mal koscher kochen möchte.

          • Aristobulus schreibt:

            :)
            Nu ja, was sind “uralte Rituale?”
            Der Talmud ist ‘nur’ tausendfünfhundert Jahre alt, und darin wird wissenschaftlich argumentiert, pluralistisch… Charedim sind meist unfassbar gebildet, viele von ihnen sind Gelehrte. Im traditionellen Judentum Osteuropas lebte die Allgemeinheit bis vor hundert Jahren so. Etwa für mich ist diese Zeit nicht lange her-. Zumal man als Jude, wenn man einigermaßen religiös lebt, Vieles ganz genauso macht wie irgend ein Charedi.

            Koscher kochen? Das ist nicht so schwer und lohnt den Schweißausbruch nur beim Vertilgen ;) : Wenn Sie das Fleisch weglassen, geht außer Fischen ohne Flossen und/oder ohne Schuppen fast alles.

          • A.Bundy schreibt:

            @Janine Otto

            “Aus diesem Text lese ich, dass 10 % der Israelis drei fundamentalistische Politiker in das Kabinett gewählt haben.”

            Erstaunlich, wie sie das lesen können, Frau Otto, wo doch etwas ganz anderes geschrieben steht.
            Kann es sein, dass sie generell nur das lesen, was sie lesen WOLLEN?

            Denn im Original heisst es:
            “Benjamin Netanjahu hat in seinem Kabinett Mitglieder gleich dreier fundamentalistischer PARTEIEN sitzen. Die gleichen Werte?”

            Die Frage nach den gleichen Werten bezieht sich allerdings auf die 10% Charedim, die Augstein vorher mal eben samt und sonders als “Fundamentalisten” diffamierte. Damit werden die Politiker der drei angeblich “fundamentalistischen” Parteien zu Vertretern der als “Fundamentalisten” gescholtenen Charedim (“Das ist keine kleine, zu vernachlässigende Splittergruppe. Zehn Prozent der sieben Millionen Israelis zählen dazu.”) und die Behauptung “Sie folgen dem Gesetz der Rache.” bezieht sich damit sehr wohl auf alle Charedim.

            Sie sollten wirklich dringend an ihrem semantischen Textverständnis arbeiten, sämtliche ihrer Hervorhebungen in späteren Kommentaren sind harscharf falsch gesetzt. Kein Wunder also, dass ihnen der augsteinsche Antisemitismus made by Walser™ völlig entgeht.
            Auch mit dem 3-D Test scheinen sie noch arge Schwierigkeiten zu haben.
            Oder wie ist es zu erklären, dass sie es trotz vorliegender Fakten schaffen, jedesmal rechtzeitig die Kurve in Richtung “legitime Kritik an Israel(sic!) und kein Antisemitismus” zu kriegen?
            Übrigens, DER Zentralrat der Juden teilt keineswegs ihre Meinung, sondern, wenn überhaupt, Salomon Korn.
            Aber hey, ein jüdischer Kronzeuge ist doch auch schon mal was.

          • Schula schreibt:

            “[...] Ultraorthodoxe oder Haredim. Das ist keine kleine, zu vernachlässigende Splittergruppe. Zehn Prozent der sieben Millionen Israelis zählen dazu. Diese Leute sind aus dem gleichen Holz geschnitzt wie ihre islamistischen Gegner. Sie folgen dem Gesetz der Rache.

            Hieraus lese ich, dass angeblich 10 Prozent aller Israelis dem Gesetz der Rache folgen. ”

            Allein diese Schlußfolgerung ist antisemitisch. Welche Rache denn? Rache ist im Judentum streng verboten. Bei solchen unsäglich Sätzen sollten schon die Alarmglocken angehen, wenn man eine bestimmten Gruppe ein Gesetz der Rache unterstellt, Frau Otto.

          • Dante schreibt:

            Nein, die Schlussfolgerung ist nicht judenfeinlich, denn der Inhalt ist ja nicht der, dass 10% der Israelis dem Gesetz der Rache folgten, sondern dass angeblich (nämlich laut Jakob Augstein) 10% der Israelis dem Gesetz der Rache folgten, d.h. dass Augstein dies behaupte.

          • Schula schreibt:

            @Dante

            einer bestimmten jüdischen Gruppe zu unterstellen, sie verfolgen das Gesetz der Rache (was ist das übrhaupt) ist antisemitisch.

          • Dante schreibt:

            Das ja. Das aber ist dann m. E. eine judenfeindliche Äußerung von Herrn Augstein, nicht von Frau Otto. Die hat Herrn Augsteins Äußerung nur interpretiert.

          • Schula schreibt:

            Ja sicher hat sie die Aussage Augsteins interpretiert. Etwas anderes habe ich nicht behauptet.

          • Dante schreibt:

            Wäre noch die Frage, ob sie Ihre und auch meine Einschätzung teilt, dass Augsteins Äußerung judenfeindlich ist.

          • Schula schreibt:

            Scheinbar nicht, obwohl es doch so offensichtlich ist.

            Laila Tov.

        • Möbel schreibt:

          Schula schreibt:

          einer bestimmten jüdischen Gruppe zu unterstellen, sie verfolgen das Gesetz der Rache (was ist das übrhaupt) ist antisemitisch.

          Nee, ist einfach nur eine Unterstellung.

          • Schula schreibt:

            Nein, es ist ein antisemitischen Ressentiment, das selbst Hitler nicht besser formulieren konnte.

          • Möbel schreibt:

            Nochmal nee. Der hätte es direkt allumfassend formuliert.

          • Aristobulus schreibt:

            Schula, find’st Du nicht auch, dass Mö.s Abwiegeleien langsam krankhaft wirken?
            Der will uns seit Monaten weismachen, was alles kein Antisemitismus sei.

            Soll er doch ‘nem Eskimo weismachen, was alles kein Schnee ist, der Sack.

          • Schula schreibt:

            Also sag einmal, da bekommt man ja Pickel.
            Er hat einer jüdischen Gruppierung (und zwar allen, jeden einzelnen dort) unterstellt, sie verfolgen das Gesetz der Rache. Was immer dieser Scheiß “Gesetz der Rache” auch soll. Das ist antisemitisch. Wenn ich sage, die Katholiken in Deutschland verfolgen das Gesetz der Rache, wäre das eine Hetze gegen deutsche Katholiken und nicht nur eine Unterstellung. Man bedenke auch, daß der antisemitische Vorwurf, Juden wären rachsüchtig, uralt ist und niemand würde diesen Antisemitismus nicht als solchen erkennen. Man muß es eben nur wollen und nicht herumdrucksen.
            Menschenskinder noch einmal.

          • Dante schreibt:

            Vor allem ist sie eines, nämlich die Äußerungen eines wahlweise christlichen oder linksintellektuellen Überlegenheitsdünkels, der nicht speziell den Juden gilt, aber in der verbalen Auseinandersetzung mit Juden und Judentum besonders gern verwendet wird.
            Deshalb hat sie natürlich auch eine judenfeindliche Stoßrichtung, aber eine völlig andere als die des Nationalsozialismus, und daher kann ich Ihnen nicht zustimmen, dass Hitler es nicht hätte besser formulieren können. Der hätte gar nicht verstanden, was so Schlechtes daran sein soll, ‘dem Gesetz der Rache zu folgen’, was immer das zu bedeuten hat.
            Im Gegenteil, gerade die Nazis fanden Rache als Mittel im ‘Überlebenskampf eines Volkes’ an sich völlig legitim, besonders, wenn es das eigene war, und bei anderen konnten sie es zumindest nachvollziehen.
            Allerdings sind Nazis – zumindest die meisten von ihnen, es mag da sogar Ausnahmen geben – nicht so konsequent, diese völkisch-martialische Einstellung auch auf Israel anzuwenden. Dafür war ihr Hass gegen die Juden einfach zu fundamental.

          • Aristobulus schreibt:

            … wenn die Israelis nächstes Mal nach zig Raketen es wagen, zurückzuschießn, werde ich die Floskel “Augstein um Augstein, na wie lahm” murmeln und horchen, ob was passiert :)

  4. Janine Otto schreibt:

    Augstein versus Broder versus Simon Wiesenthal Center – sehr, sehr schwierig. Erst einmal bin ich für deinen Artikel sehr ankbar lieber Gerd und hoffe auf Gedankenunterstützung. Anders als du bin ich nicht über das “Hörengesagtes” gegangen, sondern über die Primärquellen. Mein bisheriger Stand ist folgender:

    1.) Falsche Zitate
    Wenn irgend einen Menschen auf einer Liste steht, und die ist auch noch über die gefährlichsten Antisemitisten der Welt (den ich kenne und nie als einen solchen erkannt habe) – erschreckt mich das und lässt mich das an mir zweifeln. Wenn dieser in seiner “Anklageschrift” dabei falsch zitiert wird – dann macht mich das stutzig.

    Alle 5 Zitate Stammen aus folgenden 3 Spiegel-Online Artikeln:
    Das Gesetz der Rache – http://www.spiegel.de/politik/ausland/jakob-augstein-ueber-israels-gaza-offensive-gesetz-der-rache-a-868015.html
    Wem nutzt die Gewalt – http://www.spiegel.de/politik/ausland/jakob-augstein-ueber-israels-gaza-offensive-gesetz-der-rache-a-868015.html
    Es musste gesagt werden – http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jakob-augstein-ueber-guenter-grass-israel-gedicht-a-826163.html

    Ein Zitat hast du nun selber genannt:
    “Israel is threatened by Islamic fundalmentalists in its neighborhood. But the Jews also have their fundamentalists, the ultra-orthodox Hareidim. They are not a small splinter group. They make up 10% of the Israeli population. They are cut from the same cloth as their Islamic fundamentalist opponents. They follow the law of revenge.”

    Der Ursprung war jedoch folgender,aus dem ein dickes Stück und ein Absatz gekürzt wurde und an einer weiteren massiv falsch übersetzt wurde.Ich habe die Stelle groß geschrieben:

    Israel wird von den islamischen Fundamentalisten in seiner Nachbarschaft bedroht. Aber die Juden haben ihre eigenen Fundamentalisten. SIE HEIßEN NUR ANDERS: Ultraorthodoxe ODER Haredim. Das ist keine kleine, zu vernachlässigende Splittergruppe. Zehn Prozent der sieben Millionen Israelis zählen dazu. BENJAMIN NETANJAHU HAT IN SEINEM KABINETT MITGLIEDER GLEICH DREIER FUNDAMENTALISTISCHEN PARTEI SITZEN. DIE GLEICHEN WERTE?

    Diese Leute sind aus dem gleichen Holz geschnitzt wie ihre islamistischen Gegner. Sie folgen dem Gesetz der Rache. DIE HAMAS FEUERTE SCHON IM FRÜHJAHR RAKETEN AUF ISRAEL. ISRAEL BOMBARDIERTE GAZA. VIELE PALÄSTINENSER KAMEN UMS LEBEN.

    Durch das Weglassen des Satzes und des Absatz bezieht sich das “Gesetz der Rache” auf alle Orthodoxen Juden – gemeint waren aber “diese” Politiker in der Regierung.

    Auch die anderen vier Passagen sind nicht besonders gut übersetzt.

    2.) Negativer 3 D Test
    Vielleicht bin ich ja naiv, jedoch wenn ich mich an die Vorlage des 3-D Test halte (http://www.nicht-mit-uns.com/nahost-infos/texte/cantisemit.html) komme ich zu einem anderen Ergebnis:

    Das erste „D“ ist der Dämonisierungs-Test. Wenn der jüdische Staat dämonisiert wird, Israels Handeln ohne jedes Maß dargestellt wird, Vergleiche zwischen Israelis und Nazis und palästinensischen Flüchtlingslagern und Auschwitz gezogen werden – dann ist das Antisemitismus, keine legitime Kritik an Israel.

    – Bezogen auf die oben genannte Zitatsstelle arbeitet Augstein doch recht gut raus dass er über die Regierung spricht – nicht über den Statt. Der Test ist also negativ.

    Das zweite “D” ist der Test auf doppelte Standards. Wenn Kritik selektiv auf Israel angewendet wird; wenn allein Israel von der UNO wegen Menschenrechtsverletzungen herausgestellt wird, während das Verhalten bekannter und wichtiger Verletzer wie China, Iran, Kuba und Syrien ignoriert wird; wenn Israels Magen David Adom als einziger der Ambulanzdienste der Welt die Aufnahme ins Internationale Rote Kreuz verweigert wird – dann ist das Antisemitismus.

    – Wieder auf das Zitat bezogen wird ursprünglich auch das Handeln der Palästinenser genannt. Auch dieses Kriterium stimmt daher nicht.

    Das dritte „D“ ist der Delegitimierungs-Test: Wenn Israel das fundamentale Recht auf Existenz in Abrede gestellt wird, als einzigem Volk auf der Welt, dann ist auch das Antisemitismus.

    – Das kann ich in keinem der Zitat erkennen.

    Für mich ist daher das Geschriebene eine harte, sicher auch überzogene – aber dennoch eine legitime Kritik an Israel und kein Antisemitismus – die falsche Übersetzung ist es hingegen schon. Der Zentralrat der Juden teilt übrigens auch meine Meinung.

    3.) Was macht Broder?
    Unter der Liste des Simon Wiesenthal Center über Augstein steht nun:
    Respected Die Welt columnist Henryk M. Broder, who has testified as an expert in the Bundestag about German anti-Semitism, labeled Augstein a “little Streicher” adding: “Jakob Augstein is not a salon anti-Semite, he’s a pure anti-Semite…an offender by conviction who only missed the opportunity to make his career with the Gestapo because he was born after the war. He certainly would have had what it takes.”
    (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ein_lupenreiner_antisemit_eine_antisemitische_dreckschleuder/)

    Würde man das Zitat mal ausschreiben, stünde da folgendes:
    Jakob Augstein, ich sage es noch einmal, ist st ein lupenreiner Antisemit, eine antisemitische Dreckschleuder. ICH WEIß, DAS IST EINE SCHWERE bELEIDIGUNG: iCH FORDERE AUGSTEIN AUF MICH ZU VERKLAGEN: ICH KÖNNTE IHM EINEN MÜNCHNER ANWALT EMPFEHLEN DER SCHON DAVID IRVING VERTRETEN HAT. UND NOCH WAS: ICH RUFE NICHT NACH ZENSUR, ICH HABE NICHTS DAGEGEN DASS AUGSTEIN SEINE ANTISEMITISCHEN HALLUZINATIONEN AUF SPON ODER IM FREITAG VERÖFFENTLICHT. MEINUNGSFREIHEIT IST FÜR ALLE DA: ICH STELLE NUR FEST: Er ist ein lupenreiner Antisemit, eine antisemitische Dreckschleuder, der kleine Streicher von nebenan.

    Hm. Auch hier wurde gestrichen und der eine bewusst beleidigt und übertriebene Passage ausgewählt – damit beide gegen den anderen gehetzt werden. Broder selber sagt übrigens, er habe keinen Kontakt zum Simon Wiesenthal Center gehabt. Nicht nur Augstein, sondern auch Broder werden hier öffentlich und ungefragt falsch dargestellt – für mich mehr als nur unverständlich.

    4.) Schuldfrage
    In beiden Journalisten sehe ich zwei Kerle, die sich mit ihrer Kritik weit aus dem Fenster gehängt haben. Wenn es auf die Frage der Schuld ankommt, warum beide plötzlich aus dem Fenster fliegen, dann ist es wohl die Person, die mit falschen Zitaten beiden einen Schubs in die falsche Richtung gegeben hat. Die Religion und Abstammung ist mir dabei komplett egal. Ein solches Verhalten resultiert nicht auf dieser Grundlage sondern auf einem schlechten Charakter.

    Dabei hat Augstein zum einen das Grundgesetz, und auch den Zentralrat der Juden hinter sich – Broder hingegen hat … Ja was hat Broder eigentlich?

    • Dante schreibt:

      Er hat ebenfalls das GG hinter sich. Er hat ja, wie Sie geschrieben haben, ausdrücklich betont, dass Meinungsfreiheit für alle da sei.

      • Janine Otto schreibt:

        Diese Freiheit hat jedoch ihre Grenzen – z.B. in der Beleidigung. Daher hat Broder das ja auch gesagt – und bewusst provoziert und beleidigt.

        • Aristobulus schreibt:

          Was haben Sie gegen eine harte Debatte? Augstein ist ein sehr grober Klotz, was seine Position zu Israel betrifft, und darauf gehört ein grober Keil.
          Aber danke für Ihre Zitate… wobei niemand falsch zitiert worden ist. Augstein dämonisiert Israel seit zig Jahren ohne Maß, er berichtet nur über israelische Angriffe, er verschweigt die Position der Hamas-Terroristen notorisch, und er vergleicht immer wieder Gaza mit Ghettos. Dass er dabei so halbwegs versichert, er kritisiere bloß die israelische Regierung, ist ein Mäntelchen… ferner dämonisiert er die Charedim.
          Ach fremde, bedrohliche jüdische Welt.
          Und er hat die Israelis in Wiederholung als Gefahr für den Weltfrieden dargestellt, er stößt also mit allen Antisemiten ins selbe Horn, die bekanntlich hinter jeder Gefahr auf GraSSsche Weise die Juden wittern.

          • Janine Otto schreibt:

            Wohin diese “harte” Diskussion führt, sind z.B. Drohungen gegenüber Augstein:

            “Augstein, du bist und bleibst eine antisemitische Dreckschleuder.
            PS: immer schön aufpassen, wenn du über die Straße gehst. ”
            (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/kritik-an-israel-inflationaerer-gebrauch-des-antisemitismus-vorwurfs-a-869280.html)

            Und leider sind schon alle Zitate falsch zitiert, da durch die Streichung von Sätzen der Sinn dieser verdreht wurde (siehe mein Beispiel). Das ist unzulässig.

            Was nun Ihr Vorwurf angeht, Augstein würde Gaza mit Ghettos vergleichen wäre ich über die Quelle sehr erfreut. Ich habe mir gerade die Mühe gemacht und habe alle mir zugänglichen Artikel (10 Stück) des letzten drei Jahre durchgelesen: Hier kamen keine Ghettos vor.

            Dafür habe ich jedoch folgendes gefunden: “Gaza – auf diesem Boden gedeiht der Hass der Hamas” (http://www.spiegel.de/politik/ausland/jakob-augstein-ueber-israels-gaza-offensive-gesetz-der-rache-a-868015.html)

            Hm.

            Könnte es sein, dass Sie eventuell Augsteins Artikel nicht gelesen haben? Worauf begründen Sie ihre Meinung und ihren Zorn?

          • besucher schreibt:

            “Gaza – auf diesem Boden gedeiht der Hass der Hamas

            Wer es durchbrechen will, muss ihm die Nahrung entziehen. Will Israel das? Wir wissen aus den WikiLeaks-Depeschen, was Israel in Gaza tut. Im Jahr 2008 erklärten israelische Offizielle den Amerikanern, dass Gaza ganz bewusst und absichtsvoll “am Rand des Kollaps” gehalten werde, ohne dass es aber zum völligen Zusammenbruch komme. Gaza solle “auf dem niedrigsten Level funktionieren, der gerade noch eine humanitäre Katastrophe” ausschließe.

            Selbst das ist gelogen. Die Katastrophe geschieht. Gaza ist ein Ort aus der Endzeit des Menschlichen. 1,7 Millionen Menschen hausen da, zusammengepfercht auf 360 Quadratkilometern. Gaza ist ein Gefängnis. Ein Lager. Israel brütet sich dort seine eigenen Gegner aus.”

            Ich wiederhole nochmal: GAZA IST EIN GEFÄNGNIS, EIN LAGER”
            Klingelt es da endlich bei Ihnen?

          • mike hammer schreibt:

            # besucher
            gasa hat dank israel, EU, UN usw, nicht aus eigener leistung, eine höhere lebenserwartung als die türkei, bessere medizinische versorgung, freies strom, lebensmittel und wasser.
            das shlimmst in gasa ist die fettleibigkeit, israel will sie wohl mäßten bis sie platzen.
            gasa hat eine öffnung zu ägypten, zu ihren verbündeten den muslimschwestern.
            wenn es in der arabischen welt ein lager gibt, ist es israel, umzingelt, boykotiert, mit vernichtung bedroht und das seit 1947. also halt den ball flach, an stelle der israelis,
            hätte ich gasa mit 3 buldosern ins ägyptische sinai geschoben und endegelände.
            in russland wäre da längst ruhe im karton!

          • Aristobulus schreibt:

            Yep. Das mit Gaza = Lager hatten Sie überlesen pder ausgebelndet, Frau Otto.
            Oder wurde es falsch zitiert?

            Übrigens, der eine Internetkommentar, dass Augenstein auf der Straße aufpassen müsse, ist zwar scheußlich. Aber was meinen Sie, was Juden sich so alles massiert anhören müssen? Nicht nur anhören. Es gibt Tätlichkeiten. Berichte darüber werden gewiss nicht falsch zitiert. Dank sei dem Herrn Augstein, dass er das Klima für Übergriffe gegen Juden so gerne schürt.

          • Janine Otto schreibt:

            Lieber Herr Aristobulus, ich verabscheue jegliche Gewalt wie Sie (verbal und erst recht körperlich) – erst recht gegen Juden! Daher suche ich auch Worten, damit etwas beschrieben werden kann – jedoch niemand verletzt oder beleidigt wird.

            Und ja, Sie haben komplett recht. Augstein schreibt folgendes:
            [...] Die Katastrophe geschieht. Gaza ist ein Ort aus der Endzeit des Menschlichen. 1,7 Millionen Menschen hausen da, zusammengepfercht auf 360 Quadratkilometern. Gaza ist ein Gefängnis. Ein Lager. Israel brütet sich dort seine eigenen Gegner aus. [...]

            Hier fällt das Wort “Lager”, laut Duden ein ” für das vorübergehende Verbleiben einer größeren Anzahl Menschen eingerichteter [provisorischer] Wohn- oder Übernachtungsplatz” und ein sehr geläufiges Wort im Journalismus, wenn es um den Gaza-Streifen geht.

          • Dante schreibt:

            @Frau Otto

            Hier fällt das Wort “Lager”, laut Duden ein ” für das vorübergehende Verbleiben einer größeren Anzahl Menschen eingerichteter[provisorischer] Wohn- oder Übernachtungsplatz”…

            Aus dem Zusammenhang geht hervor, dass diese neutrale, sich auch auf Ferienlager beziehen könnende Bedeutung zweifelsfrei nicht gemeint ist. Schließlich hat Augstein unmittelbar vor dem Wort “Lager” den Gazastreifen ein Gefängnis genannt, was die Deutungsmöglichkeiten auf Bedeutungen wie “Gefangenlager, Gulag, Konzentrationslager” einengt, was zudem noch durch den Ausdruck “eingepfercht” unterstrichen wird (wobei ich zugegebenermaßen nicht genau weiß, ob dieses Wort von Augstein selbst oder von einem User hier stammt).
            Es ist ein beliebter Topos der schon zu einem eigenständigen Genre und zur Berufung diverser obskurer Gestalten aufgeblasenen “Israelkritik”, den jüdischen Staat moralisch in die Nähe des Judenvernichtungsstaates rücken zu wollen, wie das Einige andeutungsweise und mit Rückzugsmöglichkeiten, Andere hingegen ganz offen tun.

          • Aristobulus schreibt:

            Ein sehr geläufiges Wort aus einem sogenannten Journalismus, der nichts mit Seriosität oder nur einem bisschen Realität zu tun hat.

            À propos, “Lager” in dem Zusammenhang soll Konzentrationslager bedeuten. Das müsste schon klar sein.

            Und nein, ich verabscheue durchaus keine Gewalt – nur die Gewalt dessen, der anfängt.

          • Janine Otto schreibt:

            Ne, ne – ein Lager ist schon ein Lager – auch wenn mir persönlich das Wort sehr unsympathisch ist. Konzentration ist ja schließlich auch Konzentration. Nur ein Konzentrationslager ist wirklich ein Konzentrationslager.

            Auch mein Duden-Thesaurus gibt mir außer “Camp” kaum andere Möglichkeit. Was also tun?

          • Aristobulus schreibt:

            Ähmnein. Im Zusammenhang mit sich drin aufhaltenden Palästinensern bedeutet “Lager” im Suntext “Konzentrationslager”, wenn irgend Israelis in der Nähe sind (Schlagwort Gaza, Ghetto usf.), sonst werden sie explizit “Flüchtlingslager” genannt.
            In puncto Lager ist die deutsche Sprache nicht neutral, sondern völlig kontaminiert, Lagerfeuerromantik hin oder her.
            Über die Assoziationen mit “Lager” weiß Augenstein gut Bescheid, er spielt damit. Will ihn einer darauf festnageln, sagt gleich jemand, aber es gibt doch auch Fahrtenlager der Pfadfinder, oder Radlager

          • Dante schreibt:

            Und Binding Lager. :mrgreen:

          • Eitan Einoch schreibt:

            Natürlich ist Gaza ein Lager – ein Lager der Hamas! Sie haben diese Region in ein Freiluftgefängnis und Terrorcamp verwandelt – insbesondere für “unislamische” Personen – und damit fast alles zerstört, was in den Jahrzehnten zuvor an Aufbau- und Entwicklungsarbeit für die Menschen dort geleistet wurde. Aber das war natürlich nicht das, was Steinauge gemeint hat.

          • Aristobulus schreibt:

            Eben!, er meint ja, dass an der Hamas ohnehin die Juden Schuld seien, weil sie sich dort “Feinde züchten”. So imperialistisch sei Israel, und die drei charedischen Minister folgten wie Netanjahu dem “Gesetz der Rache”. Welch ein biblisches Pathos bemüht er wieder mal.

            Wie überaus abscheulich ist doch diese Art Ideologisiererei, und ich hoffe, dass Frau Otto anfängt, die Seiten mit Steinauges Auslassungen etwas zu drehen, ins Licht!, um besser zu erkennen, was da beabsichtigt wird.

          • Eitan Einoch schreibt:

            Von “zusammengepfercht” kann in Gaza keine Rede sein. Die Einwohnerdichte beträgt rund 4750 Einwohner pro Quadratkilometer im Gazastreifen, in Gaza-Stadt sind es etwa 14.659 Einwohner pro Quadratkilometer. Zum Vergleich: Paris hat eine Einwohnerdichte von 21.196 Einwohnern pro Quadratkilometern. In Monaco leben 35.881 Einwohner pro Quadratkilometer, in Kairo sind es 37.136 Einwohner. Gaza-Stadt ist in etwa auf dem Niveau von Tokio, in dem 14.481 Einwohner pro Quadratkilometer leben. Eingepfercht? Lächerlich!

          • Eitan Einoch schreibt:

            @Aristobulus
            In gewisser Weise ist es sogar richtig, dass Israel sich dort seine Feinde “züchtet”. Denn es stimmt, ohne die israelische Entwicklungshilfe und Aufbauarbeit in Gaza wäre die Kindersterblichkeit nicht so stark gesunken (ich erinnere hierbei an das Buch “Das Wunder von Gaza” von Dr. Eli Erich Lasch) und die Palästinenser hätten nicht das nötige Selbstbewusstsein entwickelt, um einen Aufstand gegen die “Besatzer” zu wagen. Es stimmt also, Israel ist tatsächlich (mit)schuld, aber nicht etwa aus imperialistischer Böswilligkeit, sondern weil es zu human und gutmütig mit den Palästinensern umgegangen ist. Das rächt sich jetzt – leider.

          • Aristobulus schreibt:

            LOL… stimmt völlig. Eli Lasch hat dort tausenden Kindern zur Geburt verholfen, die ohne seine Kinderkliniken gestorben wären, so wie zuvor, als die Ägypter Gaza ver(gewalt)et hatten.

          • Eitan Einoch schreibt:

            @Aristobulus
            Und ich möchte nicht wissen, wie viele dieser Kinder, die dem “Jahud” ihr Leben verdanken, heute Raketen in Richtung Israel abfeuern. Oder zumindest Hamas unterstützen. Es ist traurig, tragisch, zum heulen…

          • Schula schreibt:

            Was mit Lager gemeint ist, muß man Deutschen wirklich immer noch erklären? Unfaßbar.

          • Dante schreibt:

            Quark! Deutsche wissen sehr gut, was ein Lager ist. Insbesondere wissen sie um die sehr unterschiedlichen Bedeutungen dieses Wortes; die bieten hervorragende Rückzugsmöglichkeiten, wenn man sich ein bisschen weit aus dem Fenster gelehnt hat.
            Man sagt “Lager”, kann sich dabei sicher sein, dass die “richtigen” Leute das in einer ganz bestimmten Weise verstehen, den man natürlich nicht gemeint haben will, wenn einen die “falschen” Leute zur Rede stellen – und die sind machtlos, weil sie einem nicht das Gegenteil beweisen können.
            Rabulistics at its best.
            Man könnte aber auch von verbaler Guerilla-, Partisanen- oder auch Werwolf-Taktik sprechen.

          • besucher schreibt:

            @mike hammer

            Ich habe Augstein zitiert ;-)

          • Aristobulus schreibt:

            Schula, man muss allerlei Deutschen erstaunlich viel erklären, sie wollen es scheints so. Warum auch immer! Selbst ‘Lager’ muss man erklären.
            Einmal saßen Leute bei mir im Wohnzimmer, und ich holte Wein, stellte eine Flasche vor die anderen, die mit dem besten Wein. Einer fragte mich plötzlich wie unter Zwang: “Ah, ist der Wein schon – selektiert?”
            Ich frug ihn, was das jetzt solle. Er wusste es nicht, redete sich dann auf ‘ne Gleichbedeutung von “Selektion” und “Auswahl” heraus, irgendwie sowas, und heute kennt man sich kaum noch.

          • Dante schreibt:

            Sie hätten “wusste es nicht” in Anführungsstrichen schreiben sollen. Natürlich wusste er, wo das Wort “Selektion” seine “Unschuld” verloren hat, sonst hätte er nicht bewusst dieses Wort benutzt. Er wollte einen Witz machen und hat gemerkt, dass der in die Hose gegangen ist. Also hat er sich auf die neutrale Bedeutung “Auswahl” des Wortes “Selektion” zurückgezogen, “zurückrudern” nennt man das wohl. Offenbar fühlte er sich irgendwie ertappt.

          • Aristobulus schreibt:

            Dante – aber naturgemäß. Ganz genau so. Aaaber (das Aber in dieser deutschen Angelegenheit ist ein sehr deutsches Aber) er hat sich selbst bzw. der Selektion dann nicht geglaubt, so kurz nachträglich, und also war seine Ausrede die allerlauterste Wahrheit, indem er die anderen 90% als unglaubhaft ausgeblendet hat.

            Wau, diese Verbiegungen!, ich bin immer bass erstaunt, dass die gehen!, und dass die gar nicht sofort zum geistigen Blackout führen

        • mike hammer schreibt:

          # Janine Otto

          nur so zur info, sie als expertin für antisemiten wird u.u. interessieren
          wie die worte von (XXX Bitte keine Beleidigungen schreiben oder sonstige Aussagen, die sich konträr zur deutschen Rechtsprechung befinden, da im Zweifel ich dafür verantwortlich gemacht werde.) sich mit den erkennungsmerkmalen des antisemitismus,
          aufgestellt von der unabhängigen expertenkomission des bundesregierung decken.

          laut der ist (XXX Bitte keine Beleidigungen schreiben oder sonstige Aussagen, die sich konträr zur deutschen Rechtsprechung befinden, da im Zweifel ich dafür verantwortlich gemacht werde.) ein klarer NEO-Antisemit!

          Der politische Antisemitismus unterstellt das Bestehen einer „geheimen jüdischen Macht“, die „hinter den Kulissen“ der etablierten Politik die eigentlichen Fäden zieht. Die damit verbundene Verschwörungsideologie artikuliert sich dabei meist in Verweisen auf das Wirken einer angeblichen „Israel-Lobby“. (S.16, Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, eingesetzt von der Bundesregierung)

          [...]Positionen, die einen antisemitischen Diskurs befördern können. Dies gilt vor allem für die Israelkritik, die häufig durch eine einseitige Verurteilung des jüdischen Staates, ein Ignorieren seiner legitimen Sicherheitsinteressen und eine leichtfertige Infragestellung seiner Existenzberechtigung geprägt ist. Man scheut nicht vor Vergleichen mit dem Nationalsozialismus zurück und verbindet die Kritik der Unterstützung Israels durch die Bundesregierung mit einer pejorativen Bewertung der deutschen „Vergangenheitsbewältigung“. (S.172, Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, eingesetzt von der Bundesregierung)

          Gleichzeitig wirken [Affären um Antisemitismusvorwürfe] in den Alltag zurück, da die öffentlichen Reaktionen häufig als „Verfolgung“ von Unschuldigen, Einschränkung der Meinungsfreiheit und Gesinnungsterror dargestellt werden. Dass es sich im Wesentlichen um Selbstverständigungsdebatten der gesamten deutschen Gesellschaft angesichts ihrer Geschichte handelt, wird dabei häufig außer Acht gelassen, die Verantwortung für die vermeintliche „Verfolgung und Ausgrenzung“ dieser Personen pauschal „den Juden“ zugeschrieben und damit eine beherrschende „jüdische“ Macht auf dem Meinungsmarkt insinuiert. (S.68, Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, eingesetzt von der Bundesregierung)

          Heute finden sie im Nahen Osten vor dem Hintergrund der Agitation gegen Israel Verwendung. Häufig geschieht dies in Verbindung mit einem Bild von den Juden, das sie als abweichlerisch, betrügerisch, eigenmächtig oder verräterisch zeichnet. (S.10, Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, eingesetzt von der Bundesregierung)

          Der antizionistische Antisemitismus tritt unter dem Deckmantel einer Ablehnung der Innen- und Außenpolitik des Staates Israel auf, der im Kern aus einer besonderen ideologischen Verzerrung und pauschalen Diffamierung des jüdischen Staates besteht, die sich zugleich traditioneller antisemitischer Stereotype bedient. (S.11, Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, eingesetzt von der Bundesregierung)

          Einseitige Zuschreibungen an die „Israelis“ als Verantwortliche für die Eskalation des Konflikts kann im Sinne einer Opfer-Täter-Umkehr, die andeutet, die ehemaligen Opfer des Nationalsozialismus seien nun zu Tätern geworden, durchaus Wirkung auf latent vorhandene antijüdische Ressentiments haben. (S.98, Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, eingesetzt von der Bundesregierung)

          Vergeltung – Rache, das sind Attribute, die einige Medien immer wieder Israel zuschreiben. Besonders zugespitzt erfolgt dies, wenn Israel nach dem falsch interpretierten Bibelzitat unterstellt wird, eine Politik „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ zu verfolgen. Das Zitat wird von Politikern, TV-Dokumentationen und in vielen deutschen Zeitungen nicht nur, aber doch auffällig oft im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt verwendet. Es stammt aus dem 2. Buch Mose (Exodus 21:24). Die Übersetzung des Originals „ajin tachat ajin“ als „Auge um Auge“ ist falsch, richtig vielmehr ist „Auge für Auge“. Das Bibelzitat betont die Verhältnismäßigkeit der Forderungen des Geschädigten und den Schadensersatz. Die jüdische Ethik widersetzte sich damit der in biblischen Zeiten üblichen Tradition, Gleiches mit Gleichem zu vergelten. In keiner jüdischen Quelle wird die Forderung aufgestellt, einem Menschen, der einem anderen – mit oder ohne Absicht – ein Auge ausgestochen hat, als Strafe das Gleiche anzutun. Bis heute verbindet sich aber mit diesem Sprachduktus die Vorstellung von Rache. (S.98, Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, eingesetzt von der Bundesregierung)

          Beim politischen Antisemitismus wird den als homogenes Kollektiv gedachten Juden eine Machtstellung zugeschrieben, deren Ziel die Erlangung der Herrschaft im jeweiligen Land oder in der ganzen Welt sei, die durch eine Verschwörung erreicht werden solle. Insofern stünden jüdische Kräfte hinter Kriegen, Revolutionen oder Wirtschaftskrisen. (S.9, Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, eingesetzt von der Bundesregierung)

          Mit dem Begriff des sekundären Antisemitismus werden im Allgemeinen verschiedene Phänomene bezeichnet, die sich aus dem Bedürfnis einer Schuldabwehr nach der Shoah ergeben und für die auch die Formel „Antisemitismus wegen Auschwitz“ verwendet wird. Zu den gängigen Topoi gehören der Vorwurf einer jüdischen Mitschuld an der Verfolgung, der Versuch einer Täter-Opfer-Umkehr, Forderungen nach einem Schlussstrich und die Behauptung, die Erinnerung an den Holocaust diene zur Erpressung finanzieller Mittel. (S.11, Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, eingesetzt von der Bundesregierung)

          Sekundärer Antisemitismus äußert sich auch in der angeblich ständigen Erinnerung an den Holocaust durch jüdische Organisationen als „Moral-Keule“, die als Angriff auf die eigene nationale Identität empfunden wird. (S.11, Bericht des unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus, eingesetzt von der Bundesregierung)

          mag sein das diese punkte auf die gesamte linke presse zutreffen, dann ist eben die selbige neo-antisemitisch unterwandert.

          mfg hammer

          PS.: nicht wundern aber
          gramattik hab ich bei YODA gelernt und auch SCHREIBRECHTSUNG oder wie es auf deutsch genannt wird.

        • Dante schreibt:

          @Frau Otto
          Ich glaube, wenn für jede Beleidigung, die in Deutschland fällt, 100€ in die griechische Staatskasse fällig wären, wäre das Land in relativ kurzer Zeit saniert (immer vorausgesetzt natürlich, man lasse sich dadurch nicht zu hemmungslosem Geldausgeben verführen).
          Broder ist als Provokateur und Polemiker bekannt. Er erhebt nicht den Anspruch, ‘objektiv’ zu sein.
          Daher sind Beleidigungenaus seiner Feder etwas anderes als solche aus der Feder von jemandem, der sich selbst sehr ernst nimmt.
          Außerdem lässt er es drauf ankommen, dafür verklagt zu werden bzw fordert noch dazu auf. Wer meint, dass Broder mit seiner Polemik die Grenzen der Zulässigkeit überschreite, kann dies ja tun, selber schuld, wenn jemand davon keinen Gebrauch macht.
          Allerdings klagt m.W. auch Broder nicht, obgleich die gegen ihn vorgebrachten Beleidigungen nun wirklich jede Grenze überschreitet.
          Ihm wird zudem von Leuten, die sich für seriöse Journalisten halten, vorgeworfen, Breivik zu seinem Massaker inspiriert zu haben.
          Ich persönlich halte das für glatte Verleumdung, was noch wesentlich schwerer wiegt als Beleidigung.

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Er bezieht sich auf “diese” Leute, also die Politiker und die 10%. Tut mir leid, es wurde schon bei Achmadinedschad versucht, alles auf Übersetzungsfehler zu schieben, aber auch bei Augstein klappt das nicht.

      • DonGiovanni schreibt:

        Ihrer Replik kann ich nur zustimmen. Auch auf anderen Seiten mit Kommentarspalten wird versucht, Augstein durch den Vorwurf der Fehlinterpretation vor seinen Kritikern in Schutz zu nehmen.
        Was mich an der Debatte interessiert, sind die Kommentare zu den verschiedenen journalistischen Positionen. Eines von vielen gemeinsamen Merkmalen ist die Vehemenz, mit der HMB abgekanzelt wird. Dies hat m. E. aber nicht eine Ursache in Broders eigener Art und Weise seine Meinung zu positionieren, sondern in einem anderen Punkt: Augstein ist für z. B. Viele, die in der linken Mitte angesiedelt sind (von denen ich nicht wenige kenne) sozusagen das Sprachrohr ihrer eigenen Haltung, die sich in der Vergangenheit selbstredend immer gegen Antisemitismus gerichtet hatte – sofern er auf der “rechten” Seite ausgemacht werden konnte, und nur dort ist er ja nach Meinung dieser Gruppe ja auch zuhause. Nun wird ihr “Sprecher” international bekannt, weil er in einer Liste von Israelhassern und Antisemiten aufgenommen wurde, die ein international anerkanntes Institut erstellt hat. Dadurch erst sehen sich diese Mitte- und auch die Extremlinken durch diese internationale Brandmarkung ihres Sprachrohrs in die Position gerückt, in der sie immer nur die “Rechten” wähnten. Vulgo: Rot und Braun fließen zusammen. Daher der große Aufschrei nicht nur bei den Journalisten, sondern auch in den Kommentarspalten (der sich ja, während Broder gegen Augstein agierte, sich in Grenzen hielt).
        Kurz: Broder hat getroffen und jetzt sind die Schmerzensschreie zu vernehmen.
        Der Hass auf ihn wird weiter zunehmen.
        Dass der Zentralrat und auch Herr Friedmann dem Ranking nicht folgen mägen, mag zu einem Teil daran liegen, dass HMB den Zentralrat wiederholt kritisiert und Friedmann mit einem Hinweis auf ein Verdauungsorgan charakterisiert hatte. (Die Differenzierungsfreudigkeit, die er jetzt gegenüber Augstein an den Tag legt, hatte Michel F. bei anderen Gelegenheiten vermissen lassen.)
        Eines zeigt die Debatte aber mir aber schon jetzt: Jandels vielzitierten Versen über lechts und rinks scheint eine tiefe Wahrheit innezuwohnen.

      • Bergstein schreibt:

        Das stimmt voll und ganz. Davon abgesehen, entlastet die Lesart der Frau Otto, den Herrn Augenstein nicht, sondern belastet ihn noch mehr. Ist Gaza nur ein vorübergehender Wohnplatz, bräuchte man einen endgültigen Wohnort. Da Herr Augenstein Israel für die Lage schuld gibt, ist die einzig logische Schlussfolgerung, dass er als endgültigen Ort Israel ansieht. Es braucht keine näheren Ausführungen dazu, dass dies einem Aufruf zur Zerstörung Israels gleichkommt.

  5. DeSerebrjanik schreibt:

    Oh du lieber Augstein, Augstein, Augstein,
    Oh, du llieber Augstein, lass es halt sein!
    Juden sind schuld, Broder ist schuld,
    Israel und Wiesenthal schuld.
    Oh, du lieber Augstein, lass es halt sein!

    • Aristobulus schreibt:

      Ach, du lieber Augenstein, alles ist hin.
      Freitag hin, Spiegel hin,
      Wahrheit hin, Porsche hin,
      unnnd auf ‘ner schönen Liste biste,
      Liste biste, Liste biste…
      ach, du lieber Augenstein, alles ist hin.

  6. Pingback: An allem ist der Broder Schuld! | tikerscherk

  7. Dante schreibt:

    Vielleicht sollten die Herrschaften, bevor sie Broder oder das Simon-Wiesental-Zentrum mit Dreck bewerfen, einfach mal die Frage stellen: “Was soll Jakob Augstein eigentlich Antisemitisches geschrieben haben?”
    Darauf könnte man als Antwort einige Zitate bringen, und dann wäre nur noch darüber zu streiten, ob das geschriebene tatsächlich “antisemitisch” (das korrekte, nicht euphemistische Wort heißt “judenfeindlich”) sei.
    Ein Bekannter von mir meint, viele Äußerungen (namentlich im Zusammenhang mit Israelkritik) seien nicht “antisemitisch”, aber/sondern judaeophob, wobei er die Judaeophobie als eine Art vornehmerer Schwester des “Antisemitismus” beschreibt; während Letzterer ein geschlossenes judenfeindliches Weltbild voraussetze, sei Erstere eher situativ und schließe die Möglichkeit ein, Juden zu mögen, sofern sich diese “wie Nathan der Weise verhalten”, d.h. nicht lautstark für ihre Rechte eintreten, geschweige denn aktiv, womöglich militärisch, für sie zu kämpfen.
    Judaeophobie sei ein in Europa weit verbreitetes Phänomen, während sie z.B. in den USA keine Rolle spiele. Dort sei man entweder “Antisemit” oder eben nicht.
    Ich persönlich halte den Unterschied nicht für grundsätzlich, sondern für eher graduell. Wervon jemandem ein bestimmtes “Wohlverhalten” verlangt, um ihn nicht zu hassen oder Hass gegen ihn bis hin zu offener Gewalt “verständlich” zu finden, diskriminiert ihn ja schon.

  8. Pingback: An allem ist der Broder Schuld! « kreuzberg süd-ost

  9. Claire Werk schreibt:

    Das Satiremagazin Titanic hat es auf folgende schlichte Formel gebracht:

    “Dass die Juden uns den Mund verbieten, ist das Gerücht über die Juden, das nach Adorno der Antisemitismus ist. Wer glaubt, dass es wahr sei, ist ein Antisemit. Augstein ist einer.”

    Nicht nur die Titanic sieht in Augstein einen Antisemiten,

    peinlich peinlich… die äußerungen eines (von ihnen richtigerweise so benannten) SATIREmagazins für bare münze zu nehmen…
    Selten dämlich und vor allem entlarvend was für Methoden genutzt werden müssen um dem Augstein das anzudichten!

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Sie haben den Artikel in dem Satiremagazin aber schon gelesen, oder Claire? Ihr Kommentar macht nämlich gar keinen Sinn, denn dass der Artikel deutlich Augstein als Antisemit bezeichnet ist überdeutlich.

    • peter schreibt:

      Ja sicher, es steht in der Titanic, da muss es ja Satire war. Schon der selige (und schmerzlich vermisste) Walter Boehlich (http://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Boehlich) muss schon ein nicht ernstzunehmender Schenkelklopfer gewesen sein, schliesslich hat er fuer selbiges Magazin eine politische Kolumne verfasst…

      Peinlich peinlich, in der Tat, aber von Ihnen.

      Frau Werk, wissen Sie, was Dieter Nuhr raet, wenn man keine Ahnung hat? Falls nicht, einfach mal googeln. Und bitte dran halten! Danke.

  10. Vielen Dank für diesen Beitrag. Die Richtung, die die Diskussion bis jetzt im Blätterwald genommen hat, war irgendwie absehbar, wirklich überrascht bin ich davon nicht.

  11. besucher schreibt:

    Jaja, die gute alte Frankfurter Rundschau mal wieder… noch Fragen Kienzle?

    Da sieht man mal wieder dass Linkssein und ein Hang zu antijüdischen oder verklausuliert einseitiger Kritik an Israel sich nicht ausschließen. Schönes Beispiel, Herr Bommarius!

    • Aristobulus schreibt:

      Herr Bommarius fällt in der Tat immer wieder mit reinen Fürchterlichkeiten auf. Er drohte Brodern, dass er “bis heute frei herumläuft”. DAS will als Journalist bezeichnet werden? Ein paar Fußnoten zur Liste des Simon-Wiesenthal-Centers wären angebracht.

  12. mike hammer schreibt:

    ist zwar nur von mir aber
    FAZIT .:

    Wer ein Antisemit ist, bestimmen immer noch die Antisemiten,
    Juden sollen sich da gefälligst raus halten!

  13. Bergstein schreibt:

    In der bisherigen Diskussion fehlt aus meiner Sicht ein entscheidender Punkt. Es gibt keinen Gegensatz zwischen Kritik an der Regierung eines Landes und antisemitischen bzw. rassistischen Äußerungen. Beides kann durchaus zusammenfallen.

    Eine Behauptung, die Wirtschaftspolitik der Regierung der USA im Hinblick Erhöhung der Steuer sei falsch, da Regierung von einem schwarzen Präsidenten geleitet wird, ist zweifelsohne rassistisch.

    Die sinngemäße Behauptung des Herrn Augensteins, alle Regierung in Israel seit 1967 betreiben eine imperialistische Politik, ist bei einem demokratischen Staat nur so zu verstehen, dass die Bevölkerung, die diese Parteien, ob linke oder rechte gewählt hat, offenkundig irgendwie minderwertig ist.

    Insoweit ist nur zu klären, ob die Schlussfolgerung, dass praktisch die gesamte Bevölkerung Israels also zu 3/4 Juden minderwertig, geistig zurückgeblieben, extremistisch usw. usf. ist, als Antisemitismus zu verstehen ist. Eine Regierungskritik bleibt es unabhängig von der getroffenen Wertung.

    Die gleiche Frage muss auch bei anderen Aussagen des Herr Augenstein gestellt werden.

    • Aristobulus schreibt:

      Genau. Die Ausage, dass z.B. Grönland seit 1967 eine imperialistische Politik betreibt, wäre ebenso lächerlich wie die Behauptung, dass die USA das ununterbrochen täten.

      Aber zu behaupten, dass Israel seit 45 Jahren imperialistisch sei, fällt nur bei der Adresse Israel nicht als Witz auf. Der Jud unter den Staaten… Immerhin steht in den Protokollen der Weisen von Zion, dass die Juden seit Jahrhunderten Brunnen vergifteten & Kriege anzettelten, und las je einer diese ‘Protokolle’ als Witz?

      À propos, was für lächerliche, völlig unfähige Imperialisten sind die Israelis denn? 45 Jahre verruchter Imperialismus!, und noch immer ist das Land grad so groß wie Hessen :D

      – Realistisch ist die Behauptung, dass Baden-Württemberg ein imperialistisches Land sei, hat es sich doch in ein paar Jahrzehnten ganz Baden, ganz Württemberg und ganz Hohenzollern eingeheimst, die Schwaben überschwemmen den Weltmarkt mit schwäbischen Autos und schwäbischem HiTech, und laut Herrn Thierse besiedeln die Schwaben jüngst sogar Berlin-Prenzlauer Berg auf entsetzliche Weise.

      • Eitan Einoch schreibt:

        Was ist eigentlich mit dem islamischen Imperialismus zwischen Afrika und Indonesien? Interessiert das überhaupt irgendjemanden?

        • mike hammer schreibt:

          Eitan Einoch
          wieso, haben sie alle einen gijur gemacht? :shock:

          • Eitan Einoch schreibt:

            *lol*
            Nein, aber wäre vielleicht eine Idee! :-D
            Obwohl… wenn ich etwas länger darüber nachdenke… vielleicht doch lieber nicht.

          • mike hammer schreibt:

            Eitan Einoch
            hab schon angst bekommen. :oops:

            die linke leidet, da wird einer zu rechts gewiesen, für der linken pflicht und recht)s(.
            antisemi.. ah judenha.. nö pfuj israelkritisismus. N8

          • Aristobulus schreibt:

            Jammerschad’ eigentlich, dass Juden nicht missionieren ;), können wir das nicht ändern?, man könnt’ etwa aus Saudi-Arabien ein jüdisches Land machen (selbst die ultraliberale oder rekonstruktionistische Richtung [oj, richtig geschrieben!] ist doch tausendmal besser als dieser öde Wahabismus), und mal sehen, was passiert.

          • mike hammer schreibt:

            # Aristobolus
            OJ WEJ

          • Eitan Einoch schreibt:

            Bitte nicht! Ich finde es toll und bin dankbar, dass das Judentum nicht missioniert. Kenne nämlich nicht viele Religionen, deren Mitglied man nicht sein muss, um an deren “Erlösung” teilhaben zu können. Das Judentum ist da echt eine wohltuende Ausnahme und macht mir diese Religion extrem sympathisch. Bitte, bitte bleibt so wie ihr seid! ;-)

            Außerdem denke ich, dass man sich durch Missionierung eh nur die Falschen ins Boot holt. Es ist so simpel, Christ, Muslim oder Buddhist zu werden. Das kann jeder werden, innerhalb weniger Sekunden. Um Jude zu werden, muss man hingegen erst einmal beweisen, dass man es wirklich ernst meint. Das finde ich gut. Es macht den Beitritt zu etwas Wertvollem.

          • Aristobulus schreibt:

            Dann nehmen wir uns besser den Jemen vor, der ist nich’ so ölig wie Saudia, und die Musike von Ofra Chasah werden sie lieben.
            Nur diese Mentalität da zu ändern, ojwej. Aaaber selbst Sefarden essen neuerdings gefilte Fisch. Wenn die Jemeniten Juden werden, kochen sie nächste Woche Zimmess und Hühnersuppe mit Matzeklößen, und über-übernächste Woche riechen sie nach gefilte Fisch, und alles wird gut

  14. anti3anti schreibt:

    Warum verteidigt Prof. germ. non habil. Samuel Korn den Antisemiten Jakob Augstein?
    Es braucht keines tiefgehenden Beweises, dass JA Antisemit ist. HMB und Simon-Wiesenthal-Center sind glaubwürdig, glaubwürdiger als der gesamte Zentralrat der Juden in Deutschland. Vielleicht sollte JA nicht auf #9 stehen, doch das ist nicht relevant.
    Warum verteidigt also Prof. germ. non habil. Samuel Korn den Antisemiten Jakob Augstein?
    Weil er Ressentiments gegen Deutsche hat. Er fühlt sich Deutschen gegenüber minderwertig, wohl zurecht. Er will, er kann aber nicht Deutscher Jude sein. Er muss deutschen Antisemiten entgegengehen, um seine freiwillige Existenz in Deutschland als Deutscher zu rechtfertigen. Es darf nicht im Land der Täter leben. Also gibt es keine Täter.
    Er gibt vor, als Jude in Deutschland, Israel kritisieren zu dürfen. Er irrt. Nur ein Jude in Israel hat das moralische Recht und die moralische Pflicht hierzu. Der Jude in Deutschland soll schweigen und zahlen, dafür, dass er hier gut auf Kosten der Vergasten lebt und nichts bis zu wenig für Israel und das Judentum tut.

  15. Claire Werk schreibt:

    Um beurteilen zu können, wessen Geistes Kind der Broder ist, empfehle ich die Lektüre folgender Seite:
    http://www.freitag.de/autoren/wolfram-heinrich/volle-breitseite
    Daran sieht man, welch eine Fahne im Wind der Broder ist!
    “Wes Geld ich nehm, des Lied ich sing”
    Armselig

    • Aristobulus schreibt:

      Also vor dreiundzwanzig Jahren konnte z.B. ich Brodern wegen genau dieser Bescheuertheiten nicht ausstehen.
      Und?
      Zeit vergeht, und mancher lernt ganze Welten dazu.
      Haben Sie in Ihrer Jugend etwa kein Poesiealbum geführt, Frau Werk?

      • Aristobulus schreibt:

        Huch? Frau Werks Verlinkung zu einem Freitag-Artikel mit Broderzitaten von 1989 verschwand

        • Claire Werk schreibt:

          Tut mir leid…
          Ich kann nicht nachvollziehen, wieso der Link verschwunden sein soll?
          Ich kann ihn noch sehen und anklicken.
          Allerdings steht am Beitrag noch der Hinweis dass der Kommentar noch durch die Moderation mus

      • Claire Werk schreibt:

        Wenn Broder irgendwas dazugelernt hätte, dann hätte er sich seines Vokabulars, welches dem Dritten Reich zu entstammen scheint, entledigt.
        Hätte Broder irgendwas daraus gelernt, müsste ihm auffallen, dass er heute mit islamischen genauso verfährt wie er es vor 23 Jahre mit den Israeliten getan hat.
        Da ihm das scheinbar nicht aufgefallen ist, unterstelle ich, dass Broder GARNICHTS dazugelernt hat und seine Parolen einfach nur auf das Thema umgemünzt hat was gerad “in” ist.

        • Aristobulus schreibt:

          Aha, Broder & Drittes Reich-Vokabular, Parolen, und gar “Israeliten”.
          War höchstwahrscheinlich recht vorausahnend von Gerd Buurmann, Ihren Link mal eben gelöscht zu habenen. Denn das hier scheint jetzt zu entropirisieren

          • Claire Werk schreibt:

            Jaja… Die Zensoren
            Hauptsache keine Kritik auf Broder kommen lassen, oder was?
            Was das Nazivokabular angeht, empfehle ich ihnen den Artikel aus der FR…
            Den Link stelle ich besser garnicht ein. Zensiert wird ja sowieso, was nicht genehm ist.
            Den Link zu dem Artikel findet man eigentlich in fast jeder Diskussiion zum Thema

          • Schula schreibt:

            “Denn das hier scheint jetzt zu entropirisieren”

            Der schon wieder hier? Aber der Nick Claire Werk paßt dieses Mal.

          • Dante schreibt:

            Ist das so?
            Ein Klärwerk ist eine Einrichtung, die etwas klärt bzw. reinigt. Was klärt bzw. reinigt denn Claire Werk?

          • besucher aka Claire Grube schreibt:

            Geh k*cken!

          • Schula schreibt:

            “Ist das so?
            Ein Klärwerk ist eine Einrichtung, die etwas klärt bzw. reinigt. Was klärt bzw. reinigt denn Claire Werk?”

            So habe ich es nicht gesehen, sondern eher das Gegenteil: Ein Klärwerk stinkt.

          • Dante schreibt:

            Das, was stinkt, ist das Abwasser, genauer gesagt, die Verunreinigungen, die es zu Abwasser machen. Da das Klärwerk damit in Berührung kommt, stinkt es natürlich auch, aber es reinigt das Abwasser eben auch.

          • Schula schreibt:

            In dem Fall hier nicht.

        • anti3anti schreibt:

          Broders Biographie spricht dafür, dass er Antisemiten einwandfrei erkennt.

          • Claire Werk schreibt:

            Broders Biographie spricht einzig und allein dafür, dass er sich gerade jene Themen zu Herzen nimmt, die er mit größtmöglicher Polemik bearbeiten kann.

            “Jeder israelische Soldat, der fällt und verwundet wird, schreibst Du, tut Deiner Seele weh, während jeder Palästinenser, der auf seine Weise für sein Volk kämpft und fällt, Dir nicht nur gleichgültig ist, Du betrachtest ihn „als Feind“, mit anderen Worten, Du freust Dich über seinen Tod. Du hast in den letzten Wochen und Monaten viel Grund zur Freude gehabt. Rund 400 Tote in anderthalb Jahren ist eine schöne Bilanz. Hast Du Dich auch über den Tod des 12jährigen Jungen in Nablus gefreut oder über den Tod des 8jährigen Mädchens in Gaza oder den Tod der Frau in Ramallah, die beim Wäsche-Aufhängen von einer verirrten Kugel getroffen wurde?”
            “Entweder wir oder sie, es geht ums Überleben. Mit einer solchen Blankovollmacht auf den eigenen Namen lässt sich alles begründen und rechtfertigen. Aber am Ende wendet sich diese Moral immer gegen ihren Urheber. Hat man sich erst einmal an eine chronische Notwehrsituation gewöhnt, kann man mit der Selbstverteidigung gar nicht mehr aufhören, es müssen ständig neue Feinde her. Nach den Arabern kommen die jüdischen Verräter an die Reihe, die Nestbeschmutzer und Sympathisanten. Moral und Menschlichkeit bleiben auf der Strecke, Logik und Vernunft kommen unter die Räder.”

            Original- Broder Zitate…
            Das zeigt doch ganz gut das Ausmaß der Scheinheiligkeit Broders

          • Arme Sau schreibt:

            Frau Werk, gibt es in Ihrer Welt auch die Möglichkeit, dass jemand etwas lernen und seine Meinung ändern könnte? Der Broder muss einem gar nicht sympathisch sein, und viele seiner Ansichten teile ich ganz und gar nicht – aber beim Thema Antisemitismus ist er heutzutage spot on.

        • A.Bundy schreibt:

          Kopf zu, du stinkiges Klärwerk und lern’ erstmal die Basics, bevor du hier weiter den Breiten makierst.
          Wenn nämlich Broder nur “scheinbar” in dieser Sache nichts auffällt, hat er in Wirklichkeit den vollen Durchblick.
          Was ja auch durchaus stimmt, nur war dies auszusagen bestimmt nicht deine Intension, gell?
          Ach und “GARNICHT” wird gar nicht zusammengeschrieben.
          Alles klar und nun – husch-husch – zurück zu deinen Judenhasser-Kumpels von der “Freitags-Comunity”!

    • AllwissendeMüllhalde schreibt:

      Man könnte auch sagen,

      “Wes Bro(d)t ich ess, des Broder ich bin”
      :)

    • DonGiovanni schreibt:

      Nun, liebe Frau Claire,
      machen wir es einmal polemisch, da wie im bekannt, Ihre Pseudoargumete nicht angreifbar, weil schwammig ein Marshmallowaman sind: Sie sind der Prototyp dessen, der sich getroffen fühlt, weil in sein Hirnchen nicht hineingehen will, dass die Formel “Je mehr ich mich gegen Nazis und Rechte einsetze, desto (nicht umso) mehr darf ich gegen Juden agitieren” inzwischen zur hohlen Formel verkommen ist (wie man ja auch nicht mehr die mittelalterliche Flagellanten ehrt, die durch ihre Selbstgeißelung die Welt von den Antichristen (u.a. Juden) reinigen wollten. Antisemitismus ist eben nicht genuin rechts sondern auch links angesiedelt und liegt auch im linken Denken begründet. Deshalb mögen Sie Broder, der dies auf seine Weise auf den Punkt gebracht hat, auch nicht. Ich kann sie daher sehr gut verstehen.

      Küss die Schwielenhand

  16. Gutartiges Geschwulst schreibt:

    Janine Otto schreibt:
    “Diese Freiheit hat jedoch ihre Grenzen – z.B. in der Beleidigung. Daher hat Broder das ja auch gesagt – und bewusst provoziert und beleidigt.”

    Sie haben ja so was von Recht! Dieser Broder ist wirklich unmöglich.
    Demnächst wird er womöglich noch behaupten, die NPD sei antisemitisch, nur weil sie ähnliche Ansichten vertritt, wie Augstein.

    Kersten Radzimanowski NPD-Pressestelle: “Der Zeitpunkt des Massakers an den Palästinensern ist nicht zufällig gewählt. Der scheidende US-Präsident, der angeblich bis 2008 den Frieden zwischen Israelis und Palästinensern erreichen wollte, wird nichts mehr unternehmen. Bis zur Amtseinführung von Barack Obama am 20. Januar hieß es für die Israelis Fakten schaffen, damit Obamas »weiße Weste« noch unbefleckt bleibt.”
    “Die Bombardements sind, nach Umfrageergebnissen zu urteilen die besten Wahlargumente in Israel. Es geht um Macht und viel Geld, welches man dabei verdienen kann, wie die lange Zeit vertuschten Korruptionsaffären um Premier Olmert offenbaren.”

    Augsteinchen: “Warum hat Israel Ahmed al-Dschaabari, den Militärchef der Hamas, gerade jetzt getötet? Weil die Wahlen in den USA gelaufen sind und die Wahlen in Israel bevorstehen. Den großen Angriff gegen Iran, für den Benjamin Netanjahu unablässig wirbt, haben die Amerikaner ihm verboten. Jetzt führt er den kleinen Krieg gegen die Hamas. Ein Stellvertreterkrieg, ein Funktionskrieg.”

    Andererseits, ist es nicht reizend anzusehen, wie unsere roten und braunen Zeitgenossen die selben Zusammenhänge “entdecken” oder konstruieren, wenn es um Juden geht?

  17. quisa schreibt:

    Wenn Augstein die Nummer 9 der schlimmsten Antisemiten sein soll, dann würde der Antisemitismus der Welt wohl kein sonderliches Kopfzerbrechen bereiten. Leider ist Antisemitismus aber ein sehr großes Problem. EIne grobe Verharmlosung des Antisemitismus, was das Simon-Wiesenthal-Centre da betreibt…

    • Bergstein schreibt:

      Die Anzahl der Menschen in Deutschland, die sich von den 9 übrigen Personen auf der Liste beeinflussen lassen, ist denkbar gering. Herr Augenstein hat jedoch in Deutschland ein grosses Publikum, was auch die Reaktionen in fast allen Massenmedien zeigen. Es gibt in der Fatah oder Hamas sicherlich hunderte viel schlimmere Antisemiten, doch ist ihre Wirkung nach außen mit der eines Herrn Augensteins nicht zu vergleichen. Insoweit dürfte schon Grund für Kopfzerbrechen geben.

    • Jan schreibt:

      Was die grobe Verharmlosung betrifft, muss ich widersprechen. Die ekelhaftesten Auswüchse sind auf den vordesten Plätzen der Liste gelandet. Und die Aufnahme von Augstein kann man immerhin als Symbol ansehen, als überfälligen Versuch, die Verkommenheit und Verlogenheit des deutschen Journalismus zum Thema zu machen. Denn leider – hier stimme ich Ihnen zu – ist Augstein in der Riege antisemitischer Nahost-Berichterstatter nur ein kleines Licht.

    • DonGiovanni schreibt:

      Liebster quisa;
      da nach Ihren Auslassungen auf dieser und anderen Wbseiten das Böse nur von Rechts kommen kann, nur dies: Es ist keine Verharmosung des Antisemitismus, wenn man ihn auf der linknen Seiten ausmacht, wie es auch keine Verharmolosung, sondern angesichts der historischen Fakten die längst überfällige Erklärung des Kommunismus zu einer verbrecherischen Ideologie ist.
      Ihr und der ihrer Gesinnungsgenossen propagierte Antifaschismus ist nichts anderes als der Futterneid eienr Ratte auf ihre Artgenossin.

      Beste Grüße

      • Dante schreibt:

        @Don Giovanni

        sondern angesichts der historischen Fakten die längst überfällige Erklärung des Kommunismus zu einer verbrecherischen Ideologie ist.

        Dem kann ich nicht zustimmen. Natürlich haben Kommunisten monströse Verbrechen begangen und die auch ideologisch gerechtfertigt, aber dieses Schicksal teilt sich der Kommunismus mit dem Christentum, das eigentlich Nächsten- und Feindesliebe predigt.
        Auch der Kommunismus als Idee ist zunächst einmal eine egalitäre, auf den Abbau großer (ökonomisch bedingter) Machtgefälle ausgerichtete, und der totalitäre “Kommunismus” des 20. Jhd.s trägt diese Bezeichnung zu Unrecht. Die UdSSR war ein gigantischer, schlecht geführter Konzern, der zugleich über Staatsgewalt verfügte.
        Es gab auch viele Linke (nach Worten eines Bekannten von mir mehr Menschewikij, aber eben auch etliche Bolschewikij) mit jüdischem Hintergrund, was kein Wunder ist, da sie von der Unterdrückung und Verfolgung der Juden durch das alte Regime unmittelbar betroffen waren.
        Natürlich, es gab auch Judenfeinde, aber dafür gibt es eine recht einfache Erklärung: Neid und abgrundtiefes Misstrauen gegen Menschen, die sich ihres eigenen Verstandes bedienen. Leider hat es einer von ihnen geschafft, alle Macht in der kommunistischen Bewegung an sich zu reißen.
        Ideologien wie der Nationalsozialismus sind hingegen von vornherein nicht auf Abbau von Machtgefälle ausgelegt, im Gegenteil. Der Nationalsozialismus sieht schon in seinen idologischen Grundlagen zwar soziale Elemente (die gibt es übrigens auch im Islamismus), aber auch das Führerprinzip und die Überlegenheit einer bestimmten “Rasse” gegenüber vor, die dem Kommunismus eigentlich wesensfremd ist.

        • Möbel schreibt:

          Wenn Sie da, werter Dante, mal nicht übersehen hätten, dass am Ende ja die
          Genese des sozialistischen Menschen gestanden hätte, der im Selbstverständnis
          durchaus als ein qualitätvollerer Menschentyp sein sollte.
          Und die, die sich diesem Weg verschlossen hatten ergings nicht allzu gut.

          Ich denke, dass diese gescheiterte Umerziehungstheorie ihre Auferstehung
          in Form des ökologisch/nachhaltigen Menschenbildes antritt.

          Insofern haben beide Ansätze die ausgrenzende und erhöhende Spielart und
          münden potentiell im Massaker.

          • Dante schreibt:

            Wenn Sie da, werter Dante, mal nicht übersehen hätten, dass am Ende ja die Genese des sozialistischen Menschen gestanden hätte,…

            Der so genannte neue sozialistische Mensch ist eine säkularisierte Form der christlichen Vorstellung, dass Gott den Menschen (als Individuum) zu seiner Auferstehung wieder erschafft, als vollkommenes Wesen, das von der Sündhaftigkeit seines Vorlebens befreit ist.
            Der sowjetische Kommunismus hat stärker religiöse Züge als die ursprüngliche kommunistische Idee.

            Und die, die sich diesem Weg verschlossen hatten ergings nicht allzu gut.

            Es ging ziemlich vielen Menschen nicht allzu gut. Das gilt aber auch für die Menschen, die im real existierenden Christentum v.a. der frühen Neuzeit lebten und womöglich etwas anders dachten als ihre Umgebung – oder gar, schlimmer noch, der Hexerei verdächtigt wurden, obgleich doch das Christentum Barmherzigkeit und Gerechtigkeit fordert.

            Ich denke, dass diese gescheiterte Umerziehungstheorie ihre Auferstehung in Form des ökologisch/nachhaltigen Menschenbildes antritt.

            Ein solcher Seitenhieb auf Ideen unserer Zeit (hinter denen keine totalitäre Macht steht) darf wohl nicht fehlen. Dabei ist Nachhaltigkeit wirklich eine sehr gute Idee, die im Endeffekt schlicht und ergreifend eine Frage des langfristigen Weiterlebens.
            Übrigens ist auch das Wort “Umerziehung” bezeichnend: Es bedeutet nämlich, dass jedes Individuum die Chance hat, umzudenken, und ihm nicht nur die Möglichkeit bleibt, zu sterben und einer überlegenen “Rasse” Platz zu machen.

            Insofern haben beide Ansätze die ausgrenzende und erhöhende Spielart und münden potentiell im Massaker.

            Im Unterschied hierzu münden andere, etliche Menschen aufgrund ihrer Religion oder gar ihrer Abstammung a priori ausgrenzende Idelogien zwangsläufig in Massakern.

            Ich will hier eigentlich gar nicht der Ideologie der Kommunisten das Wort reden, sehr wohl aber werde ich die ihr zugrundeliegenden Idee jederzeit gegen eine Gleichsetzung mit Ideologien wie dem NS oder von Taliban & Co. verteidigen.

          • Möbel schreibt:

            Geehrter Dante, es war eigentlich garnicht meine Absicht irgend etwas gleichzusetzen.
            Unterschiede sehe ich allerdings auch nicht so große. Die werden wohl nur die
            wirklichen Opfer feststellen können. Ranglisten beim Thema “wer verhält sich
            brutaler” konnen eigentlich nur in die Hose gehen.

            Merkwürdig kommt mir allerdings Ihre Sympatie für die Vokabel `Umerziehung´ vor
            da die, wo sie bisher durchgeführt wurde, wohl eher Bedrohung, als Chance war
            und der Sitzengebliebene direkt viele, viele Jahre Nachsitzen durfte oder
            das `Klassenzimmer´ bis ans Lebensende bewohnen durfte. Umerziehung ist leider
            selten nur ein Angebot, zudem wirft sich der Lehrende auf, die ultimative Wahrheit zu
            besitzen. Beim Lesen und Dreisätzen mag das noch in Ordnung sein. Beim vermitteln von ganzen Lebensentwürfen wird´s richtig übel.
            Und die religiösen Tendenzen, die sind wohl eher ein Kennzeichen von gelebten
            Ideologien.

        • Aristobulus schreibt:

          Wenn man Dantes Kommentar freilich aufmerksam liest, steht schon genau dasjenige darin geschrieben, was Mö. als unaufmerksamer Leser glaubt, so oberlehrerwichtig hinzusetzen zu müssen.

          • Möbel schreibt:

            Sie springen wieder pinschermäßig um mich herum.
            Leider völlig inhaltsleer.
            Was bringt Ihnen das?
            Falls es aber verhindert, dass Sie auf der Strasse fremde Menschen anspringen
            gestatte ich es Ihnen weiter.

            Möbel

          • Aristobulus schreibt:

            Köter-Analogien? Aber nicht doch, Sie vergessen sich. Denken Sie an Ihren untadeligen Ruf. Verträgt der sich damit, einen Juden als Pinscher zu bezeichnen?
            Pardon, die Frage war nur rhetorisch. Aber das verstehen Sie nicht.

          • Dante schreibt:

            Der Vergleich ist sozusagen ein Plagiat. Das Original stammt von Ludwig Erhard, und zwar von 1965:

            Die sprechen von Dingen, von denen sie von Tuten und Blasen keine Ahnung haben. […] Nein, so haben wir nicht gewettet. Da hört der Dichter auf, da fängt der ganz kleine Pinscher an.

          • Möbel schreibt:

            Woher soll ich wissen dass/ob Sie Jude sind ??

          • besucher schreibt:

            Hmm… also wenn da Robert Cohn steht…einer vom selben Stamme wie die hier:

          • Möbel schreibt:

            Also, werter besucher, auf meinem Bildschirm ist ein Frontalfoto und ein Name
            der mich an französiche Comics oder Musicals mit Katzen erinnert, zu sehen
            Und vom wahren Namen, der mir nicht bekannt ist, auf die aktuelle
            Religionszugehörig zu schließen ist mir zu spekulativ und auch unnötig.

            PS.
            Wenn´s ans spekulieren geht; ich vermute der Kollege Dante ist kein Italiener.
            Was meinen Sie zu dieser Enthüllung?

          • Aristobulus schreibt:

            Hi Besucher, ach danke!, den Film von meinen Cousins über meine Cousins hab ich mir sofort bestellt (es gibt noch zwei Angebote für 4,10, man greife bitte zu!), und à propos, der Mö. ist ein dummer, langweiliger Lügner wie eh und je, dessen Gelüge nichtmal unterhält.
            Keiner mag den. In einem Coen-Film würde er nicht vorkommen, die haben unendlich viel bessere Hanswursts. Der Mö. kam aber mal in einer besonders billigen Star Trek-Folge vor, als Redshirt, ein Monster auf ‘nem Planeten hat ihn gefressen, schon in der zweiten Minute :D

      • quisa schreibt:

        @liebster dongiovanni,

        wie sie von meiner Aussage plötzlich auf den Kommunismus kommen, ist schon rätselhaft..lol…Aber wer weiß schon, solche Ketten bilden sich scheinbar in den Köpfen paranoider ideologisierter Fanatiker, die arme und ausgebeutete Menschen, die sich in der Hoffnung auf Verbesserung ihrer Lebensumstände in der Geschichte leider schon oft von sog. Kommunisten haben verblenden lassen, als RATTEN bezeichnen…

    • Schula schreibt:

      Ach Quisa, Sie verstehen wieder mal nur Bahnhof. Immer und immer wieder. Lesen Sie ab und an auch mal etwas oder wiederholen Sie etwas, was nirgendwo steht?

      http://www.titanic-magazin.de/essay-augstein.html

      Es fängt schon mit simplen Fehlern im Rüstzeug an. Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit sollten sich als Prinzipien für jeden Journalisten eigentlich von selbst verstehen, doch ist es damit hierzulande oftmals nicht allzu weit her, auch diesmal nicht. Denn was soll das Simon Wiesenthal Center (SWC) getan haben, folgt man führenden deutschen Medien, die sich in dieser Frage nahezu wortgleich äußern? Es habe den Publizisten Jakob Augstein »auf eine Liste der zehn schlimmsten Antisemiten der Welt gesetzt«, glaubt der Tagesspiegel, »auf Platz 9 seiner jährlichen Liste der schlimmsten Antisemiten gesetzt«, meint die Tagesschau, »auf Platz neun einer Liste der weltweit zehn schlimmsten Antisemiten gesetzt«, behauptet die Frankfurter Rundschau, »zu einem der schlimmsten Antisemiten der Welt erklärt«, beteuert die Zeit, »auf Platz neun der Liste der zehn schlimmsten Antisemiten« nominiert, ist die FAZ überzeugt, »auf einer Rangliste der schlimmsten Antisemiten der Welt auf Platz neun gesetzt«, schreibt Spiegel Online, »auf Platz neun der gefährlichsten Antisemiten weltweit verortet«, erklärt die taz. Knapp daneben ist auch vorbei, kann man da nur konstatieren.

      Die besagte Liste umfasst in Wahrheit nämlich die »2012 Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs« – also die zehn aus Sicht des SWC erwähnenswertesten antisemitischen respektive antiisraelischen Verunglimpfungen des vergangenen Jahres –, ist also wesentlich eher eine Sammlung markanter Zitate als ein Fahndungsaufruf. Und das Ziel ist es dabei offenkundig auch weniger, eine Rangliste entlang der machtbedingten Gefährlichkeit der Urheber dieser Zitate zu erstellen, als vielmehr, plakativ zu verdeutlichen, wie beängstigend groß das Spektrum des Judenhasses weltweit ist und wie sich der massenkompatible Antisemitismus in den einzelnen politischen Lagern äußert, selbst bei vermeintlich unverdächtigen, seriösen Akteuren.

      Das Gerücht über die Juden

      Dabei gibt es beste Gründe, Augstein einen Antisemiten zu nennen, wie insbesondere Henryk M. Broder in der Welt, Rainer Trampert in Konkret und Stefan Gärtner in der Titanic (sic!) überzeugend nachgewiesen haben. »Die fantasierte jüdische Weltherrschaft«, so resümiert Trampert, »die Weltkriegsgefahr, die Aufregung über eine Fiktion und die Gleichgültigkeit gegenüber realen Kriegen und Kriegstoten, die Insinuationen, dass Israel hinter dem Mohammed-Film, dem Krieg in Syrien und der iranischen Bombe stecke und die Toten in den innerarabischen Machtkämpfen zu verantworten habe, die Wiederholung der Lüge vom Juden, der aus dem Antisemitismus Profit schlage, diese ganze Sammlung perfider Projektionen zeigt eine Verblendung, die mit einer Kritik an Aspekten israelischer Politik nichts mehr zu tun hat.« Hinzu gesellt sich noch der altbekannte Trick, »sich als Verfolgte[r] darzustellen«, wie Adorno analysierte, »sich zu gebärden, als wäre durch die öffentliche Meinung, die Äußerungen des Antisemitismus heute unmöglich macht, der Antisemit eigentlich der, gegen den der Stachel der Gesellschaft sich richtet, während im Allgemeinen die Antisemiten doch die sind, die den Stachel der Gesellschaft am grausamsten und am erfolgreichsten handhaben«. Oder, um es mit Stefan Gärtner zu formulieren: »Dass die Juden uns den Mund verbieten, ist das Gerücht über die Juden, das nach Adorno der Antisemitismus ist. Wer glaubt, dass es wahr sei, ist ein Antisemit. Augstein ist einer.«”

      http://lizaswelt.net/2013/01/05/freispruch-fuer-deutschland/

  18. dieblaueneu schreibt:

    Ich denke, ob man Augstein wirklich als Antisemit 009 bezeichnen muss, ob er es ist oder nur sein Klientel bedient, um sich im Medienmarkt zu behaupten, ist zweitrangig.

    Wichtig ist, dass mit dieser medienwirksamen Katalogisierung, ein Diskussionskeil zur Selbstrelativierung und Selbstkritik des politischen Werteverständnisses in die sich selbst links-liberal nennenden politischen Klasse und deren mediale Vorherrschaft in Deutschland und Europa, die fast schon mit inquisitorischen Mitteln verteidigt wird, getrieben wird.

    Unser gesamtes politisches und sozio-ökomische Selbstverständniss, die wie ein Geist aus der Flasche sich immer wieder strukturierenden Machtverhältnisse(hauptsächlich von Männern getragen), die sich beständig -in neuer Spielart -spiegelhaft -wiederholenden Nationalismen und Hierarchien zwischen allen Völkern wie den Geschlechtern müssen gesehen und ihre Ursachen IN uns IM Menschen analysiert werden.

    Sie gehören fundamental auf den Prüfstand.

    Beständig neue Verdrängung der Auswirkungen, der sich ständig wiederholenden Mechanismen IN UNS, in Schaffung einer neuen-absolutistischen Ideologie/und /oder einer Religion- für unsere gesellschaftlichen Strukturen löst das Grundlegende Problem IN UNS nicht sondern führt nur zu immer neuen gesellschaftlichen Symptomen AUS UNS , die sich meist über Gewalt Luft verschaffen, sei es gegenüber Juden, als heißgeliebte Sündenböcke, sei es gegenüber Frauen, sei es gegenüber angeblich symbolischen Strukturträgern.

    • Aristobulus schreibt:

      Oh Mann, wieso schachtelsätzen und abstraktionisieren Sie so?, sind Ihre Gedanken zu simpel, um klar formuliert zu werden?

    • Aristobulus schreibt:

      P.S.
      Und aus welcher astrologischen Sphäre “angeblich symbolische Strukturträger” oder gar “ein Diskussionskeil zur Selbstrelativierung und Selbstkritik des politischen Werteverständnisses” stammen mögen, mag nur z.B. einem Genderstudies-Studenten im dritten Semester zwangsweis’ präsent sein. Im vierten isser dann hoffentlich drüber weg.

  19. emranferoz schreibt:

    Normalerweise nimmt man stets Rücksicht bei derartigen Meinungen, doch zu Ihnen und Ihrem Pseudo-Pro-Broder’schen Senf kann ich nur eines sagen: Es ist zum Erbrechen, was Sie da von sich geben. Es ist zum Erbrechen, wie Sie immer wieder Fakten verdrehen und Personen wie Herrn Broder in den Arsch kriechen. Ihr Blog ist vor allem eines: Einseitig, genauso wie Ihre ach so treue Leserschaft.

    • Schula schreibt:

      Na kann kannst du Dummerchen ja endlich mal den Abgang machen.

      • emranferoz schreibt:

        Ich habe Ihnen weder das Du angeboten, noch jemanden beschimpft. Allerdings wundert es mich nicht, dass die meisten Leser hier von Manieren keine Ahnung haben.

        • Schula schreibt:

          Ich duze wen ich will. Sie haben nur Beleidiigungen auf Lager und darauf hat keiner mehr Lust, sich deinen Scheiß anzutun.

        • M. schreibt:

          das ist ja mal wieder sehr köstlich, was emranferoz von sich gibt.
          er schreibt hier nur, wenn er mal wieder den blogbetreiber und andere leser beleidigen will und verlangt im gegenzug auch noch höflichkeit. gehts eigentlich noch dreister? nein!

    • tapferimnirgendwo schreibt:

      Sie sind offenbar auch Teil meiner treuen Leserschaft. ;-)

    • Dante schreibt:

      Sie müssen sich schon entscheiden, ob man Broder, wie Sie sich auszudrücken belieben, “in den Arsch kriecht” oder der “Senf” nur “pseudo-pro-brodersch” (d.h. offenbar nicht wirklich “pro-brodersch” ist.
      Und wenn Sie behaupten, hier seien Fakten verdreht worden, so wäre es hilfreich, konkrete Beispiele dafür zu benennen, sonst ist diese Behauptung reines Wortgelingel ohne Sinn, und der ganze Beitrag ließe sich auf “ich hasse Broder und alle, die dasnicht tun” eindampfen, ohne Information zu eliminieren.

      • emranferoz schreibt:

        Lieber Dante,

        ich habe hier des Öfteren Fakten genannt, wenn mir ein Artikel ins Auge fiel. Allerdings wurde ich daraufhin immer wieder übelst beschimpft. Deshalb werde ich das von nun an nicht mehr machen, denn die Leser hier lesen und akzeptieren nur das, was sie wollen. Nicht-passende Fakten werden einfach ausgeblendet.

        • besucher schreibt:

          Machen Sie doch so.

        • Dante schreibt:

          @emranferoz

          …ich habe hier des Öfteren Fakten genannt, wenn mir ein Artikel ins Auge fiel. Allerdings wurde ich daraufhin immer wieder übelst beschimpft.

          Und wenn Sie einfach nur schimpfen und behaupten, es würden Fakten verdreht, ohne auch nur ein einziges Faktum zu nennen, werden Sie nicht beschimpft? Da halte ich es für rationaler, an den Weihnachtsmann zu glauben.

          Deshalb werde ich das von nun an nicht mehr machen.

          Dann lassen Sie’s halt bleiben, aber dann bleiben die betreffenden Beiträge eben argumentfrei und damit reine Pöbelei ohne jede Substanz.

      • Schula schreibt:

        Welche Fakten denn? Wie die auf seiner Seite. Dort argumentiert er, der Irre aus dem Iran sei kein Antisemit, weil er sich mit israelhassenden Haredim getroffen hat und ähnlichen Dünnpfiff wie die schon lange widerlegten angeblichen Übersetzungsfehlers Ahmadinejads. Wer sowas heute noch immer behauptet und das als Fakten verkaufen will, ist nicht nur dumm, sondern bewußt Israel und Judenfeindlich. Wenn das seine Fakten sind, (keine Ahnung, aber davon eine ganze Menge) sollte man gern darauf verzichten. Soll er sich doch auf Pro-Paläst. Seiten austoben. Mir hängen die Hasser dieser Coleur und Lügner zum Halse raus.

  20. Schula schreibt:

    http://www.welt.de/debatte/article112378427/Augsteins-Verteidiger-sind-auf-linkem-Auge-blind.html

    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/augstein_im_zweifel_ahnungslos/
    Augstein – Im Zweifel ahnungslos

    “Frank Olbert hat im Kölner Stadt-Anzeiger das getan, was die meisten Verteidiger Augsteins bisher aus gutem Grund unterlassen – Er hat ihn zitiert. Herausgekommen ist dabei folgende Analyse: “…Nun mögen Haredim mit ihren Stirnlocken, Bärten und der mittelalterlichen Kleidung in Augsteins Augen vielleicht rückständig wirken – Bombenleger sind diese äußerst frommen Juden ganz sicher nicht. Sie gehen oft nicht einmal zum Militär, und einen Staat Israel kann es für viele von ihnen erst geben, wenn der Messias erscheint. Den sehen sie in Netanjahu eher nicht. Indem er sie alle in einen Topf wirft, die Haredim, die Ultraorthodoxen, die Islamisten, bedient Augstein ein auch im linken Milieu gepflegtes Klischee, wonach in jedem Strenggläubigen ein Gotteskrieger steckt. “

    • besucher schreibt:

      Bei Strenggläubigen generell steigt die Bigotterie, aber das ist nur meine persönliche Meinung.
      Steinauge oder besser die Steinlaus hätte ja noch die Amish und die Mennoniten als Strenggläubige aufzählen können die potentielle Gotteskrieger darstellen.

      • Schula schreibt:

        Nur sind Strenggläubige nicht dadurch, daß sie strenggläubig sind, Gotteskrieger. Bigotterie ist etwas anderes, die ich nicht automatisch bei Strenggläubigen sehe.

  21. Schula schreibt:

    Es fängt schon mit simplen Fehlern im Rüstzeug an. Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit sollten sich als Prinzipien für jeden Journalisten eigentlich von selbst verstehen, doch ist es damit hierzulande oftmals nicht allzu weit her, auch diesmal nicht. Denn was soll das Simon Wiesenthal Center (SWC) getan haben, folgt man führenden deutschen Medien, die sich in dieser Frage nahezu wortgleich äußern? Es habe den Publizisten Jakob Augstein »auf eine Liste der zehn schlimmsten Antisemiten der Welt gesetzt«, glaubt der Tagesspiegel, »auf Platz 9 seiner jährlichen Liste der schlimmsten Antisemiten gesetzt«, meint die Tagesschau, »auf Platz neun einer Liste der weltweit zehn schlimmsten Antisemiten gesetzt«, behauptet die Frankfurter Rundschau, »zu einem der schlimmsten Antisemiten der Welt erklärt«, beteuert die Zeit, »auf Platz neun der Liste der zehn schlimmsten Antisemiten« nominiert, ist die FAZ überzeugt, »auf einer Rangliste der schlimmsten Antisemiten der Welt auf Platz neun gesetzt«, schreibt Spiegel Online, »auf Platz neun der gefährlichsten Antisemiten weltweit verortet«, erklärt die taz. Knapp daneben ist auch vorbei, kann man da nur konstatieren.

    Die besagte Liste umfasst in Wahrheit nämlich die »2012 Top Ten Anti-Semitic/Anti-Israel Slurs« – also die zehn aus Sicht des SWC erwähnenswertesten antisemitischen respektive antiisraelischen Verunglimpfungen des vergangenen Jahres –, ist also wesentlich eher eine Sammlung markanter Zitate als ein Fahndungsaufruf. Und das Ziel ist es dabei offenkundig auch weniger, eine Rangliste entlang der machtbedingten Gefährlichkeit der Urheber dieser Zitate zu erstellen, als vielmehr, plakativ zu verdeutlichen, wie beängstigend groß das Spektrum des Judenhasses weltweit ist und wie sich der massenkompatible Antisemitismus in den einzelnen politischen Lagern äußert, selbst bei vermeintlich unverdächtigen, seriösen Akteuren.

    Das Gerücht über die Juden

    Dabei gibt es beste Gründe, Augstein einen Antisemiten zu nennen, wie insbesondere Henryk M. Broder in der Welt, Rainer Trampert in Konkret und Stefan Gärtner in der Titanic (sic!) überzeugend nachgewiesen haben. »Die fantasierte jüdische Weltherrschaft«, so resümiert Trampert, »die Weltkriegsgefahr, die Aufregung über eine Fiktion und die Gleichgültigkeit gegenüber realen Kriegen und Kriegstoten, die Insinuationen, dass Israel hinter dem Mohammed-Film, dem Krieg in Syrien und der iranischen Bombe stecke und die Toten in den innerarabischen Machtkämpfen zu verantworten habe, die Wiederholung der Lüge vom Juden, der aus dem Antisemitismus Profit schlage, diese ganze Sammlung perfider Projektionen zeigt eine Verblendung, die mit einer Kritik an Aspekten israelischer Politik nichts mehr zu tun hat.« Hinzu gesellt sich noch der altbekannte Trick, »sich als Verfolgte[r] darzustellen«, wie Adorno analysierte, »sich zu gebärden, als wäre durch die öffentliche Meinung, die Äußerungen des Antisemitismus heute unmöglich macht, der Antisemit eigentlich der, gegen den der Stachel der Gesellschaft sich richtet, während im Allgemeinen die Antisemiten doch die sind, die den Stachel der Gesellschaft am grausamsten und am erfolgreichsten handhaben«. Oder, um es mit Stefan Gärtner zu formulieren: »Dass die Juden uns den Mund verbieten, ist das Gerücht über die Juden, das nach Adorno der Antisemitismus ist. Wer glaubt, dass es wahr sei, ist ein Antisemit. Augstein ist einer.«”
    tapferimnirgendwo.com/2013/01/04/die-broder-affare/#comments

  22. Silke schreibt:

    Ihr seid aber arg garstig mit dem lieben Emran – also ich habe Verständnis für ihn, ach was Migefühl bis hin zu wohligen Tränenfluss.

    Da sieht der arme Kerl hier, wie der Kommentarthread (und die anderen Kommentarthreads zum Thema) brummt und brummt und brummt und bei ihm, auf seinem Blögchen tut sich so gut wie nüscht, außer das ab und zu mal KF vorbeischaut und ihm zustimmt, wobei er sich kurz fasst. Vergleicht man das mit den Beiträgen, zu denen sich selbiger hier einst aufschwang, kann man, nein muss man den armen Emran bedauern. Das Schicksal meint es wahrlich nicht gut mit ihm.

    Und dann kommt er in seiner Verzweiflung hier her und stänkert a bisserl, randvoll mit Hoffnung, es würde sich bei ihm auch mal was regen. Blog Whoring wird das üblicherweise genannt, doch um Emran’s sicherlich üppig ausgestattete Männlichkeit zu schonen, würde ich in seinem Fall Blog Pimping als Etikett vorziehen.

    • Dante schreibt:

      @haereticus

      Blog Whoring wird das üblicherweise genannt, doch um Emran’s sicherlich üppig ausgestattete Männlichkeit zu schonen,…

      Na ja, solange er diese nicht als Waffe gegen in seinen Augen unbotmäßige Frauen oder etwa gegen die Mütter seiner politischen Gegner (da schwebt mir ein bestimmter, in gewissen Machokreisen recht beliebter Spruch vor) einsetzt, erscheint mir das Anliegen halbwegs vertretbar…
      Anderenfalls könnte es unseren Freund allerdings an einen Ort verschlagen, wo das Wort “whoring” eine ganz neue, für ihn eher ungewohnte Bedeutung erhält… :twisted:

      …würde ich in seinem Fall Blog Pimping als Etikett vorziehen

      Rein logisch wäre das aber inakkurat. Allenfalls könnte man die reale Person als “Pimp” betrachten, der eine Sockenpuppe auf den Strich schickt…

      • Silke schreibt:

        wo Du recht hast, hast Du recht – das mit der GenderPC ist nun mal leider ein arg schwierig zu beackerndes Feld und wo doch der Mann lt. Spiegeltitel derzeit so ein Problem mit seiner Männlichkeit hat (wie allmonatlich seit undenklichen Zeiten schon?;-) möchte ich auf keinen Fall bei denen sein, die es am nötigen Zartgefühl mangeln lassen.

        • Dante schreibt:

          Gegenüber agressivem Machotum und Judenfeindlichkeit ist jedwedes Zartgefühl zur Gänze unangebracht.
          Außer vielleicht als strategische Maßnahme, um Außenstehenden zu demonstrieren, dass man selbst vernünftiger und zumindest potentiell friedfertiger ist als der Gegner.
          Dass es nicht an einem selbst liegt, wenn es einen Frieden nicht gibt.

          • Silke schreibt:

            als strategische Maßnahme, um Außenstehenden zu demonstrieren

            nö, um denjenigen/diejenige so weit einzulullen, daß er/sie die Deckung leicht wackeln läßt und man nen Haken landen kann.

            war bei Emran übrigens nicht meine Absicht, würde ich aber probieren, so ich auf seinem Blog kommentieren würde, was ich nicht vorhabe, da er für meine Bedürfnisse zu dämlich (Doppelsinn beabsichtigt) ist.

  23. Kinnal schreibt:

    »Es ist in den letzten Jahrzehnten einiges publiziert worden über den Unterschied zwischen der Kritik an der israelischen Regierungspolitik und antiisraelischen Ressentiments. Die bisherigen Beiträge von Augstein und seiner Unterstützer lassen nicht erkennen, dass sich der Publizist und seine Verteidiger die Mühe gemacht haben, sich damit auseinander zu setzen.

    Vielleicht wäre eine solche Debatte einfacher, wenn auch das Simon-Wiesenthal-Zentrum mehr differenzieren würde. Denn in eine Reihe mit dem iranischen Regime sowie europäischen Faschisten gehört Augstein nun wirklich nicht. Warum führt das Simon-Wiesenthal-Zentrum nicht eine eigene Liste ein, auf der ausschließlich regressive Israelkritik bewertet wird? Die kann ja durchaus von offen antisemitischen Positionen unterschieden werden, wie sie bei mehreren der Organisationen und Personen zu finden ist, die mit Augstein auf der Liste stehen. Damit würde das SWZ auch einen wichtigen Beitrag für eine solche Debatte leisten und es den Kritikern schwerer machen.«

    Quelle: http://www.heise.de/tp/blogs/6/153463

    • Aristobulus schreibt:

      Inwiefern passt z.B. Herrn Steinauges Äußerung, dass Ultraorthodoxe “dem Gesetz der Rache folgen”, in eine Reihe der nichtmal allerprimitivstan antiisraelischen Ressentiments (Heise drückt sich da voll vornehm aus), nein, in eine Reihe des allerdümmsten antijüdischen Geschwafels?

      Und was weiß Heise bloß wieder besser, woran das Simon-Wiesenthal-Center bloß mal wieder verzweifelt?

  24. DeSerebrjanik schreibt:

    Besucht bitte diese Seite und verbreitet sie nach Möglichkeit:

    http://www.facebook.com/pages/Solidarit%C3%A4t-mit-Henryk-M-Broder/326267384154368?fref=ts

  25. Dante schreibt:

    Ich habe es schon in einem anderen Diskussionsstrang geschrieben und schreibe es jetzt auch hier:
    Es gibt m.E. mehrere Gründe, das Wort “Antisemitismus”, “Antisemit” ad acta zu legen. Ich möchte zumindest einige davon nennen, wobei die Reihenfolge keine absteigende Rangfolge ist, sondern vielleicht sogar eher eine Klimax:
    1. Das Wort scheint dem Buchstaben nach, nicht speziell Abneigung gegen Juden zu bezeichnen, sondern eine Abneigung gegen alle Abkömmlinge semitischer Völker bzw. Sprecher semitischer Sprachen.
    2. Genau darauf wird von Leuten, die die Debatte trollen wollen, immer wieder hingewiesen, obgleich die auch wissen, was historisch gemeint ist, es sind also dümmliche Bemerkungen, die man sich leicht ersparen kann, indem man statt “Antisemit” einfach “Judenfeind” sagt.
    3. Das Wort “Antisemitismus” klingt zudem so, als sei es lediglich eine Opposition gegen eine politische Ideologie namens Semitismus, die nicht existiert, und nicht Abneigung bis hin zum Hass auf Menschen aus nur einem Grund, nämlich weil sie Juden sind. Für die Ohren des 19. Jahrhunderts klang es irgendwie “wissenschaftlich” bzw. “seriös”, es klingt im Gegenteil besser als “Judenhass”. Warum sollte man einen Euphemismus, den Judenhasser für sich erfunden haben, übernehmen?
    4. Das Wort gilt anscheinend als derart abgenutzt, dass selbst ein Harald Martenstein auf die Liste der Antisemiten will. Ich glaube nicht, dass er auf einer Liste der Judenhasser stehen wollte.

  26. BTW schreibt:

    BTW: Dante schreibt:
    Januar 7, 2013 um 1:50 vormittags

    Ich habe mehrfach versucht, mich auf FR-online anzumelden, um auch meinen Senf hinzugeben zu können.

    Das war ein Zeichen des Ewigen, sich nicht in Foren zu verschwenden, die ohnehin unbedeutend sind. :mrgreen:

    U-Turn zu

    Aristobulus schreibt:
    Januar 7, 2013 um 2:52 vormittags

    Hi BTW,
    der ähm Zeuge, der sogenannte, den Du oben erwähnst, [...]

    wurde von “jemandem” zitiert, der auch flux im Kindergarten-FR-Blog als http://tinyurl.com/9wmcdde schrieb! Will heißen, DIE sind, trotz “guter umfassender Betreuung” überall. Augen aufhalten! ;-)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s