Choleriker und Giftschlange

Bild von Antonio Ruiz Tamayo

„Für Gerd Buurmann ist der Jago eine Paraderolle, die er – abwechselnd wie Bugs Bunny eine Möhre schmauchend und maliziös Mini-Dickmanns verschlingend – genüsslich zwischen getriebenem Psychopaten, vermeintlichen Hofnarren und Giftschlange anlegt.“

So steht es heute im Kölner Stadtanzeiger. Die Inszenierung hat der Kritikerin Jessica Düster wohl gefallen, denn sie schreibt ebenfalls:

„Burkhard Schmiester inszeniert das Gastspiel seines Severins-Burg-Ensembles im Kölner Metropol-Theater wie eine Montage aus Verhören mit den drei Hauptbeteiligten und Rückblenden auf den Verlauf der fatalen Ereignisse. Das Konzept funktioniert gut und strafft Shakespeares Tragödie auf flotte anderthalb Stunden.“

Aber auch die Titelfigur hat es der Kritikerin angetan:

„Thorsten-Kai Botenbender gibt den Othello als rasenden Choleriker, beeindruckt aber am meisten in den besonnenen „Geständnis“-Passagen.“

Die Kölnische Rundschau weiß auch Interessantes über diese Inszenierung zu berichten. Rolf-R. Hamacher schreibt:

Nicht immer weiß man, wo die Tragik aufhört und der (makabere) Humor beginnt.“

Er macht dafür überwiegend den „diabolischen Charme von Gerd Buurmann“ verantwortlich. Der Kritiker sagt, ich wandele „oft auf dem schmalen Grat zwischen perfektem Komik-Timing und Übertreibung“, womit ich die „Eigenwilligkeit der Inszenierung“ tragen würde.

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