Der Fleck am Hemd der Tagesschau

Ein Fleck am Hemd eines angesehenen Menschen wirkt schlimmer als der Fleck auf dem Hemd eines Niemands. Wenn ein angesehener Mensch einen Fleck auf seinem Hemd hat, dann sehen es mehr und viele von denen werden nicht glauben, es sei ein Fleck, sondern denken, es sei Mode, weil sie sich sicher sind, dass so ein angesehener Mensch niemals mit einem Fleck auf dem Hemd herum laufen würde. Heute las ich diesen Kommentar auf meinem Blog:

„Ich habe den Beitrag in der Tagesschau gesehen und ihn für seriös gehalten. Umso empörter bin ich, hier offenbar antisemitischer Propaganda auf den Leim gegangen zu sein.“

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten gelten gemeinhin als sehr seriös und objektiv. Umso schlimmer ist es, wenn in diesen Anstalten schlecht recherchiert wird und die Nachrichten Halbwahrheiten, Propaganda oder gar klare Falschaussagen verbreiten.

In Sachen Israel hat die Tagesschau vor einigen Tagen ein ganz braunes Fleck auf dem Hemd gehabt. Millionen Menschen haben diesen Fleck gesehen. Viele von ihnen sahen darin jedoch keinen antiisraelischen Dreck, sondern ein angemessenes Stück Accessoire der Israelkritik.

Hätten nicht genug Menschen auf diesen Fleck gezeigt und gerufen, „das ist Dreck“, wäre dieser Schmutz als seriöser Journalismus durchgegangen. Jetzt aber berichtet sogar die BILD, die ARD habe Fakten verschwiegen, um Israel bewusst zu dämonisieren.

Der Fleck der ARD hat sich ausgebreitet. Es ist die Aufgabe der ARD, den Dreck, den sie verursacht hat, wieder aufzuwischen.

Nicht vergessen: Hätten nicht genug Leute auf diesen Fleck gezeigt und „Dreck“ gerufen, der Fleck wäre als seriöser Journalismus durchgegangen. Ich bin mir sogar sicher, dass es immer noch Millionen Menschen gibt, die den Fleck gesehen haben, aber nicht jene gehört haben, die „Dreck“ gerufen haben und somit immer noch glauben, was in diesem Bericht der Tagesschau berichtet wurde, sei korrekte und seriöse Kritik an Israel.

Über tapferimnirgendwo

Als Theatermensch spiele, schreibe und inszeniere ich für diverse freie Theater. Im Jahr 2007 erfand ich die mittlerweile europaweit erfolgreiche Bühnenshow „Kunst gegen Bares“. Als Autor verfasse ich Theaterstücke, Glossen und Artikel. Mit meinen Vorträgen über Heinrich Heine, Hedwig Dohm und dem von mir entwickelten Begriff des „Nathankomplex“ bin ich alljährlich unterwegs. Und Stand Up Comedian bin ich auch. Mein Lebensmotto habe ich von Kermit, dem Frosch: „Nimm, was Du hast und flieg damit!
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