Der Fleck am Hemd der Tagesschau

Ein Fleck am Hemd eines angesehenen Menschen wirkt schlimmer als der Fleck auf dem Hemd eines Niemands. Wenn ein angesehener Mensch einen Fleck auf seinem Hemd hat, dann sehen es mehr und viele von denen werden nicht glauben, es sei ein Fleck, sondern denken, es sei Mode, weil sie sich sicher sind, dass so ein angesehener Mensch niemals mit einem Fleck auf dem Hemd herum laufen würde. Heute las ich diesen Kommentar auf meinem Blog:

„Ich habe den Beitrag in der Tagesschau gesehen und ihn für seriös gehalten. Umso empörter bin ich, hier offenbar antisemitischer Propaganda auf den Leim gegangen zu sein.“

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten gelten gemeinhin als sehr seriös und objektiv. Umso schlimmer ist es, wenn in diesen Anstalten schlecht recherchiert wird und die Nachrichten Halbwahrheiten, Propaganda oder gar klare Falschaussagen verbreiten.

In Sachen Israel hat die Tagesschau vor einigen Tagen ein ganz braunes Fleck auf dem Hemd gehabt. Millionen Menschen haben diesen Fleck gesehen. Viele von ihnen sahen darin jedoch keinen antiisraelischen Dreck, sondern ein angemessenes Stück Accessoire der Israelkritik.

Hätten nicht genug Menschen auf diesen Fleck gezeigt und gerufen, „das ist Dreck“, wäre dieser Schmutz als seriöser Journalismus durchgegangen. Jetzt aber berichtet sogar die BILD, die ARD habe Fakten verschwiegen, um Israel bewusst zu dämonisieren. Bundestagsabeordnete Michaela Engelmeier (SPD) wirft der ARD vor, mit dem Bericht zu lügen:

„Warum zeigt man in der Tagesschau einen schlecht bis gar nicht recherchierten Bericht, zitiert dort mehr als zweifelhafte „Experten“ und erzählt echte Unwahrheiten? Ich protestiere energisch und mit aller Schärfe gegen diese, so einseitigen und unwahren Behauptungen in diesem unsäglichen Bericht und erwarte eine Richtigstellung! Dieser Bericht, liebe ARD ist ein Fall für den Rundfunkrat und eine Richtigstellung ist mehr als nötig!“

Bundestagsabgeordneter Dr. Thomas Feist (CDU) spricht sogar davon, die ARD verbreite Propaganda:

„Meine Kollegin Engelmeier hat recht – ein so einseitiger Bericht ist eben keiner, sondern kritiklose Übernahme von Propaganda. Leider ist die ARD in den letzten Jahren immer wieder mit solchen einseitigen Darstellungen in Erscheinung getreten.“

Propaganda, lügen, verschweigen.

Das sind die Worte, die Bundestagsabgeordnete und Journalisten für einen Bericht der ARD Tagesschau bereit halten. Das Urteil kann kaum schlimmer ausfallen!

Der Fleck der ARD hat sich ausgebreitet. Es ist die Aufgabe der ARD, den Dreck, den sie verursacht hat, wieder aufzuwischen.

Nicht vergessen: Hätten nicht genug Leute auf diesen Fleck gezeigt und „Dreck“ gerufen, der Fleck wäre als seriöser Journalismus durchgegangen. Ich bin mir sogar sicher, dass es immer noch Millionen Menschen gibt, die den Fleck gesehen haben, aber nicht jene gehört haben, die „Dreck“ gerufen haben und somit immer noch glauben, was in diesem Bericht der Tagesschau berichtet wurde, sei korrekte und seriöse Kritik an Israel.

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8 Antworten zu Der Fleck am Hemd der Tagesschau

  1. Alreech schreibt:

    Diese Art der Berichterstattung ist die übliche Arbeitsweise der öffentlich-rechtlichen Medien !
    Kaum zu glauben ? Aber offiziell vom NDR bestätigt:
    Auf dem Höhepunkt der Killerspiel-Panik brachte Panorama einen Bericht über das Spiel GTA San Andreas bei dem es angeblich nur darum geht möglichst viele Frauen zu vergewaltigen.
    Um die passenden Bilder zu liefern wurde vom NDR das Spiel so modifiziert das die im Spiel nicht zugänglichen Sexszenen zwischen dem Avatar des Spielers und seiner virtuellen Gangsterbraut wieder spielbar wurden. (Hot Coffee Mod).
    Da die Orginal Sounds dieser Modifikation keinen Hinweis auf eine Vergewaltigung liefern (eher im Gegenteil…) wurden die entsprechenden Szenen mit dem Lied Rape ME von Nirvana unterlegt… diese Lied kommt im Spiel allerdings nicht vor.

    Damals wurde das alles in einer Programmbeschwerde aufgeführt – und der Intendant des NDR antwortetet das diese Art der Berichterstattung den üblichen Standards entspricht.
    Es ist also offiziell: Tatsachen verdrehen ist die übliche Form der Berichterstattung bei den öffentlich-rechtlichen Medien.

  2. A.S. schreibt:

    Das ist mal eine krasse Fehlleistung. Vermutlich nicht die erste, zumindest stößt mir die Berichtbestattung immer wieder sauer auf, nicht nur gegenüber Israel. Norbert Bolz hat mal gesagt, der Begriff „Lügenpresse“ sei aus seiner Sicht vor allem für den öffentlich rechtlichen Rundfunk gedacht. Gerade dort macht sich seit längerem ein Journalismus breit, der „richtige“ Weltbilder vermitteln will anstatt Informationen. Interessanterweise halten die Journalisten sich selber für seriös. Da gibt’s eine gewaltige Diskrepanz zwischen dem Selbstbild und der Außenwirkung.
    Das vordergründig gutgemeinte verschweigen der Ethnie von Gewalttätern erklärt sich so. Oder das auffällige Desinteresse an linken Gewalttaten bei gleichzeitiger Überempfindlichkeit nach Rechts. Die offen einseitige Berichterstattung über die AfD ist eine Folge davon. Oder auch, dass in wirklich jeder ARD oder ZDF Talkshow zum Thema PEGIDA von den Moderatoren das depperte Nichtargument mit den wenigen Moslems in Dresden gebracht wurde, während keiner in der Redaktion auf die Idee kommt, zu fragen, warum man denn in Deutschland gegen Krieg demonstrieren würde obwohl wir keinen hier haben.
    Da hat sich eine Klientel durchgesetzt, die „richtige“ Sicht mit Information verwechselt. Daraus erklärt sich auch diese Fehlleistung. Aus der Weltsicht heraus ist alles klar und es geht nur noch darum, irgendwie Mitgefühl mit den vermeintlichen Opfern zu zeigen.
    Es handelt sich um ein Weltbildproblem der Journalisten, nicht um schlampige Arbeitet. Dass hat die Reaktion deutlich gezeigt. Wenn die Faktenlage komplexer ist, das schwarz-weiße Opfer-Täter-Bild sich nicht durchhalten lässt, dann sind die Leute schlicht überfordert. Die haben gar nicht verstanden was sie falsch gemacht haben.

    • Heimchen am Herd schreibt:

      „Norbert Bolz hat mal gesagt, der Begriff „Lügenpresse“ sei aus seiner Sicht vor allem für den öffentlich rechtlichen Rundfunk gedacht. Gerade dort macht sich seit längerem ein Journalismus breit, der „richtige“ Weltbilder vermitteln will anstatt Informationen.“

      Genauso ist es!
      Man nennt es auch betreutes Denken!
      Die Journalisten sollen gefälligst objektiv informieren und das Denken ruhig
      ihren Lesern überlassen, die sind nämlich nicht bescheuert!

  3. anti3anti schreibt:

    Der gelbe Fleck am Hemd gerät nie aus der Mode.

  4. Hein schreibt:

    Oft wird der Dreck gegen Israel durch süffisanten Tonfall verursacht. http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2016/08/17/noch_eine_mauer_unterirdisch_wie_israel_die_gazagrenze_dlf_20160817_1320_0287a5e1.mp3
    Im Nachspann zu diesem Beitrag hieß es dann: „Israel rüstet auf“. Und diese Lügerei finanziere ich auch noch durch meine Rundfunkgebühren.

  5. Philipp schreibt:

    Ich unterstelle der ARD mal Vorsatz. Denn es ist ja beileibe nicht das erste Mal, dass derart tendenziös über Israel berichtet wird. Auch die Ausrede mit den nicht verfügbaren israelischen Experten halte ich für an den Haaren herbeigezogen. Denn die Vorgehensweise gehört in der einseitigen Berichterstattung über Israel „zum guten Ton“ und könnte aus dem „Israel-bias-Handbuch“ stammen. Nämlich: „Lasse die palästinensische Seite persönlich zu Wort kommen, während die israelische Seite a) gar nicht zu Wort kommt oder b) durch ein gesichtsloses Zitat „repräsentiert“ wird. Erinnert sich niemand mehr an die skandalöse Berichterstattung der ARD über das Massaker in der Kehilat Bnei Torah Synagoge in Jerusalem? Die ARD (Brennpunkt) interviewte nicht etwa die Hinterbliebenen der Opfer des Anschlags, sondern das Umfeld der beiden von Sicherheitskräften getöteten Mörder, das die Gelegenheit nutzte, den Anschlag zu rechtfertigen und gegen Israel zu hetzen.

  6. Beatrice Mayer schreibt:

    Naheliegend bei einem solchen Vorkommnis, dass auch bei anderen Themen schon „Dreck“ veröffentlicht wurde, nur hat da vielleicht niemand gerufen: Dreck! Die Leute sind viel zu leicht bereit zu glauben, dass alles stimmt , was aus dem tV kommt.

    • Heimchen am Herd schreibt:

      „Naheliegend bei einem solchen Vorkommnis, dass auch bei anderen Themen schon „Dreck“ veröffentlicht wurde, nur hat da vielleicht niemand gerufen: Dreck! Die Leute sind viel zu leicht bereit zu glauben, dass alles stimmt , was aus dem tV kommt.“

      In der Tat, so ist es!

      Egal, ob es sich um Donald Trump, AfD, Pegida, Flüchtlingspolitik, Putin, Merkel etc., handelt, man sollte sich nicht auf ARD und Co. verlassen, dann ist man verlassen!

      Zum Glück gibt es das Internet!

Seid gut zueinander!

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