Judenhetze leicht gemacht

Auf der Homepage einer türkischen Ditib-Moscheegemeinde in Melsungen bei Kassel wurde im Jahr 2015 auf türkisch und unter der Überschrift „Lernen wir die Juden nach dem Koran kennen“ gegen Juden gehetzt. Auf der Webseite wurden Juden als „geizig, gierig und gemein“ diffamiert. Weiterhin wurde behauptet: „Juden sind niederträchtig“ und „Sie lügen und stehlen“.

Tobias Huch stellte daraufhin eine Anzeige wegen Volksverhetzung. Das Verfahren wurde jedoch mit der Begründung eingestellt, bei den Aussagen auf der Webseite des Vereins handle es sich um Koranzitate und deshalb sei kein dem „Volksverhetzungstatbestand entsprechender Vorsatz“ nachweisbar gewesen.

Achso. Na dann.

Was lernen wir daraus? Sollten Sie demnächst judenfeindliche Aussagen tätigen wollen, sagen Sie einfach, es stünde so im Koran. Schon haben Sie einen Freifahrtschein für Ihren Judenhass. Aber vorsichtig, sagen Sie auf keinen Fall, es stünde in „Mein Kampf“, dann machen Sie sich nämlich vermutlich strafbar. Berufen Sie sich auf den Koran, dann kommen Sie durch.

Und denken Sie immer daran, was mit Leuten passiert, die es wagen, Probleme rund um den Islam anzusprechen. Tobias Huch zum Beispiel lebt seit einiger Zeit unter massiven Morddrohungen von Islamisten.

Aber hey, Schwamm drüber. Es sind nur Koranverse, wenn auch gewiss „aus dem Zusammenhang gerissen.“

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23 Antworten zu Judenhetze leicht gemacht

  1. Bertrand schreibt:

    Im größten Deutschen internet islam-portal wird öffentlich zum Kampf und zum Töten von Ungläubigen Christen aufgerufen!

    Ohne irgendein Hinweis auf die Strafbarkeit, weil Aufruf zu Mord und Nicht- Vereinbarkeit (der betreffenden Suren) des Islams mit dem Deutschen Grundgesetz!

    Aber es gibt ja, laut Linke, SPD,
    Grüne keine Islamisierung Deutschlands…

    http://www.islam.de/13829.php?q=k%C3%A4mpft+gegen+sie

    Und Sicherung:

    http://web.archive.org/web/20170114015221/http://www.islam.de/13829.php?q=k%C3%A4mpft+gegen+sie

  2. American Viewer schreibt:

    Es ist doch logisch, dass dagegen nicht vorgegangen wird. Es steht schließlich exakt so im Koran. Und an dieses heiße Thema wollen die Juristen lieber nicht ran. So weise sind sie dann doch.

  3. Alreech schreibt:

    Da bekommt man richtig Lust eine Religionsgemeinschaft zu gründen die sich auf den Propheten Adolf Hitler beruft und „Mein Kampf“ als heiliges Buch betrachtet.
    Natürlich muß man sich dann von den Typen abgrenzen die – als böse Fundamentalisten – „Mein Kampf“ missverstehen und wörtlich auslegen. Immerhin war der Prophet ja ein Mann des Friedens der sogar mit Erzfeinden Waffenstillstandsverträge abgeschloßen hat… 😉
    Sogar eine Himmelfahrt kann diese Kirche bieten, ist der Prophet doch 1945 mit einer Reichsflugscheibe entrückt worden… 😉

  4. A.mOr schreibt:

    Absurdistan.

  5. ZetaOri schreibt:

    Hmm, vielleicht könnte man ja dann auch mit „aus dem Zusammenhang gerissenen“ Koranversen behaupten, dass Frauen minderwertig sind und bei Aufsässigkeit ruhig mal verprügelt werden dürfen?
    Oder, als Antithese, dass der „allerletzte“ Prophet ein sexistisches Arschloch war?
    Und vielleicht bräuchte man da nichtmal irgendwelche Verse aus dem Zusammenhang reißen?
    Oder, mal so ganz grundsätzlich, dass der Islam eine Ideologie darstellt, die schlicht auf Beute aus ist?
    Und der „allerletzte“ Prophet ein habgieriges Schwein?
    Müsste man dann nicht gar eine komplette Sure aus dem Zusammenhang reißen?

    Und ob sich dann wohl jemand finden würde, der Anzeige erstattet?
    Und dessen Anzeige mit Plattitüden abgeschmettert würde?
    Fragen über Fragen!

    • A.mOr schreibt:

      Treffende Fragen.

      • ZetaOri schreibt:

        @A.mOr Oktober 9, 2016 um 2:08 pm

        „Treffende Fragen.“

        Aber nicht ganz ungefährlich:
        Darauf, dass meine letzte Frage mit ‚Ja‘ zu beantworten wäre, würde ich keine verquaste euphemisierende Koran-Interpretation wetten, und von denen habe ich nun inzwischen wirklich mehr als genug gesammelt.

        • A.mOr schreibt:

          ZetaOri, ob du die Fragen stellst oder nicht, radikale „Missionare“ sind immer gefährlich, gefährlicher noch, wenn man sie nicht in Frage stellt. Man braucht sie nicht suchen um durch sie in Gefahr gebracht zu werden, sie drängen auch ungefragt.

          Daher bleibt das Stichwort dazu: „Wachsamkeit“.

          Zu Deinem Kommentar weiter oben nochmal konkret ein Beispiel: Abdel Samad hat (link) diese Fragen in Buchform gestellt, gestellt wurde ihm daher Personenschutz.
          Alles Gute an Hamed, und auch hier angebracht die Wachsamkeit.

          Und was lesen wir im vorliegendem Artikel?
          „Tobias Huch zum Beispiel lebt seit einiger Zeit unter massiven Morddrohungen von Islamisten.“

          Alles Gute auch an Tobias! Bleib(t) wachsam!

          Es mag nun die Leute geben (insbesondere also Islamisten und ihre „Versteher“) die Tobias anklagen werden, daß er selbst schuld sei an der Misere. So, wie zum Beispiel „Charlie Hebdo“, uvm.?

          Solche Leute braucht man nichts mehr fragen, man sollte sie wegstoßen.
          Die Antwort aber ist immer gleich: erst greifen sie die Kritiker an (oder/bzw., die wachen Köpfe), und dann den Rest. Nicht notwendigerweise in der Reihenfolge, nicht scharf getrennt.

          • ZetaOri schreibt:

            @A.mOr Oktober 9, 2016 um 7:09 pm

            „ZetaOri, ob du die Fragen stellst oder nicht, radikale „Missionare“ sind immer gefährlich, gefährlicher noch, wenn man sie nicht in Frage stellt. Man braucht sie nicht suchen um durch sie in Gefahr gebracht zu werden, sie drängen auch ungefragt.“

            Völlig richtig. Meine Bemerkung zielte hier auch, entsprechnde dem Artikel.Thema, auf die Gefährdung von (fragenden) Kritikern durch unsere Justiz. Ich fürchte, dass man da wesentlich eher bereit ist, auf Volksverhetzung zu erkennen.

            „Solche Leute braucht man nichts mehr fragen, man sollte sie wegstoßen.“

            Ja, und das ist im direkten persönlichen Verhältnis auch nicht schwer. Bezogen auf staatliches Handeln müsste dazu zunächst ’ne Menge an unseren Gesetzen incl. GG geändert werden. Dummerweise wird sich unsere geschätzte Legislative eher 2/3 der Diäten kürzen, als das in Angriff zu nehmen.

            „… erst greifen sie die Kritiker an (oder/bzw., die wachen Köpfe), und dann den Rest.“

            Jo, den Rest, der ihnen vorher noch geholfen hat, die Kritiker und wachen Köpfe anzugreifen. Allerdings sind sie auch blöd genug, …

            „Nicht notwendigerweise in der Reihenfolge, nicht scharf getrennt.“

            … die Zielrichtung dieser Angriffe oftmals zu früh auf ‚den Rest‘ zu lenken (Geduld war wohl nochn nie eine Stärke von ‚Missionaren‘, gleich welcher Couleur), was dazu führt, dass zumindest ein Teil dieses Restes ebenfalls wach wird.
            Und ich vermeine gerade, eine entsprechende Tendenz zu bemerken. >;D

    • Philipp schreibt:

      Wenn ich mich recht erinnere, ist eh in Henryk M. Broders Buch „Hurra, wir kapitulieren!“ zu lesen, dass eine deutsche Richterin schon mal einen muslimischen Gewalttäter, der seine Frau geschlagen hatte, mit der Begründung freigesprochen habe, „dass dies im Islam nun mal so Brauch sei“.

      • ZetaOri schreibt:

        @Philipp Oktober 9, 2016 um 4:37 pm

        „… dass eine deutsche Richterin schon mal einen muslimischen Gewalttäter, der seine Frau geschlagen hatte, mit der Begründung freigesprochen habe, „dass dies im Islam nun mal so Brauch sei“.“

        Naa, nicht ganz. Sie hat „nur“ die Scheidung im beschleunigten Verfahren abgelehnt und Prozesskostehilfe verweigert; aber tatsächlich mit etwa dieser Begründung. Schlimm genug, blieb aber zum Glück nicht ganz folgenlos.
        Ich hoffe, laufbahnmäßig auch nicht!

  6. anti3anti schreibt:

    Die Religionsfreiheit ist 🇩🇪s höchster Wert, höher noch als die Demokratie! Dem Islam kann die Religion nicht mehr abgesprochen werden, da hinter ihm Menschenmassen, Öl, Kaufkraft und Gewalt stehen.
    Andrerseits darf auch die evangelische Gemeinschaft offen gegen Juden hetzen, wenn sie streng Luther zitiert (Wittenberg-Kirche will „Judensau“-Relief behalten).
    Nur die feigen Juden schweigen, was ihnen nichts nützt. Denn der dümmste Nazi, Judenhasser oder Islamist behauptet straflos, dass die Tora genau so schlimm die Menschenrechte verletzt wie der Koran oder Mein-Kampf.

    • ZetaOri schreibt:

      @anti3anti Oktober 9, 2016 um 1:04 pm

      „Die Religionsfreiheit ist [Deutschland]s höchster Wert, höher noch als die Demokratie!“

      Na klar! Oder warum, glaubst Du, ist der Religionsunterricht als einziger im GG als „ordentliches Schulfach“ abgesichert?

  7. Bruno Becker schreibt:

    Ersetzt man im Koran das Wort „Umma“ durch „Volk“ und addiert noch ein bischen Rassismus hinzu (von allen Schlechtigkeiten die einzige, die man dem Islam nicht vorwerfen kann), hat man – Simsalabim! – Adi Schicklgrubers Bestseller vor sich! Da wundert einen nichts mehr. Also, ihr lieben Neonazis, raus mit „Mein Kampf“ und stellt euch den Koran stattdessen ins Regal, dann kann Euch nix mehr passieren. Ideologisch müsst Ihr Euch nichtmal umstellen.

  8. Nordland schreibt:

    Welch ein Dilemma. Es ist zwar antisemitisch, aber nicht volksverhetzend, weil es im Koran steht. Was müsste man jetzt eigentlich über den Koran denken?

    • caruso schreibt:

      Es ist nicht das Problem, glaub‘ ich, was man über den Koran denken soll sondern vielmehr, was man über deutsche Staatsanwälte denken soll? Denn der oben erwähnte ist nicht der erste Fall, wo man Judenhetze, Judenverleugnung, Judenhaß usw. unter irgendeinem Vorwand als zulässig, als normal usw. einordnet. Was haben Deutsche aus
      der Geschichte nicht nur gelernt sondern auch verstanden? Lernen und Verstehen sind nämlich nicht das Gleiche sondern zwei Paar Stiefel – wenn nicht Drei.
      lg
      caruso

      • Paul schreibt:

        Antisemitische Koranverse zitieren ist zulässig.
        Die Thora verunglimpfen ist zulässig.
        Den Katholizismus mit üblen Karikaturen überziehen ist zulässig.
        Auf dem Domvorplatz in Köln antisemitische Karikaturen zeigen ist zulässig.

        Eine Fahne Israels ins Fenster hängen ist….?? (Jedenfalls hat die Polizei sie entfernt.)

        ARMES DEUTSCHLAND

        Meint Paul

      • Nordland schreibt:

        Stimmt, caruso. Aber mal ehrlich: Würdest du in diesen Zeiten als Staatsanwalt gegen muslimische Einwanderer ermitteln, weil sie sich antisemitisch äußern? Unter diesem Justizminister? Bei den Einflussnahmemöglichkeiten, die Leute wie Roth oder Mazyek haben?

        Wenn ich ehrlich bin, dann würde ich meinen Job wohl auch nicht riskieren. Und ja, das ist Deutschland im Jahr 2016. Wir müssen uns dem bewusst sein.

        • Anonymous schreibt:

          Staatsanwälte sind Beamte und damit praktisch unkündbar. Für das Hochklettern auf der Karriereleiter wäre Ermitteln wegen Volksverhetzung gegen muslimische Einwanderer vielleicht nicht förderlich, na und?

          Ich erwarte trotzdem verdammt nochmal von den Staatsanwälten, dass sie ihren Job tun!

          • ZetaOri schreibt:

            @Anonymous Oktober 10, 2016 um 4:26 pm

            „Staatsanwälte sind Beamte und damit praktisch unkündbar.“

            Ja, aber damit auch weisungsgebunden, d.h. sie unterliegen u.a. der Folgepflicht nach §62 BBG. Eine Weigerung kann als Dienstvergehen tatsächlich zur „Entfernung aus dem Beamtenverhältnis“ führen. Dürfte bei fortgesetzter Weigerung die Regel sein.
            Aber selbst eine schlichte Umsetzung auf einen Aktenabstauber-Job dürfte eine Ermittlung wirkungsvoll beenden.

          • Anonymous schreibt:

            Dann hoffe ich mal, dass Zeta Ori kein Staatsanwalt ist, der seine Untätigkeit durch folgenloses pseudonymes Posten auf TiN überspielt! Mit der Mentalität hätte es nie einen Auschwitzprozess gegeben!

          • ZetaOri schreibt:

            @Anonymous Oktober 10, 2016 um 5:55 pm

            „Dann hoffe ich mal, …“

            Haben sie in meinem Kommentar etwas anderes gefunden als reine Information? Eine Wertung dieses objektiven Zustandes? Eine Entschuldigung desselben? Billigung gar?
            Oder was veranlasst sie zu ihrer pejorativen Bemerkung?

            „Mit der Mentalität hätte es nie einen Auschwitzprozess gegeben!“

            Welche vorgesetzten Stellen haben da welchen Staatsanwälten welche Ermittlungen untersagt?

Seid gut zueinander!

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