Tanzen am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

An Karfreitag erinnern Christen an die Ermordung eines Juden durch Römer vor gut 2000 Jahren. Am 27. Januar erinnern Deutsche an die Ermordung von sechs Millionen Juden durch Deutsche vor über 70 Jahren. An einem dieser beiden Tage herrscht ein striktes Tanzverbot in einigen deutschen Bundesländern.

Der 27. Januar ist in Deutschland seit 1996 ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag: „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“. Der Jahrestag bezieht sich auf den 27. Januar 1945, den Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und der beiden anderen Konzentrationslager Auschwitz. Auch die Vereinten Nationen erklärten im Jahr 2005 den 27. Januar zum „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“.

Ein Tanzverbot gilt in einigen Bundesländern an Karfreitag.

Am „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ findet im Jahr 2018 der Hamburger Presseball statt. Die Veranstalter erklären:

„Der Hamburger Presseball ist mit seiner fast 70-jährigen Tradition eines der wichtigsten gesellschaftlichen Ereignisse der Hansestadt und ein exklusiver Treffpunkt für Journalisten und Medienmacher zum Tanzen, Feiern und Flanieren, zum Sehen und Gesehen werden. Ausgebuchte Säle, prominent besetzte Gästelisten und die einhellig positive Presseresonanz zeugen Jahr für Jahr aufs Neue von seinem Erfolg.

Auch der 69. Hamburger Presseball, der am 27. Januar 2018 stattfindet, wird dies wieder bestätigen: ein rauschendes Fest im Hotel Atlantic Kempinski, Prominente aus Politik, Kultur und Wirtschaft, ein hochkarätiges Unterhaltungsprogramm, beste Stimmung und volle Tanzflächen bis in den frühen Morgen.“

Man kann zu einem Tanzverbot stehen, wie man will, ich habe meine Kritik an ein staatlich verordnetes Tanzverbot in dem Artikel „Erzwungener Respekt ist kein Respekt“ in Worte gefasst:

„Respekt kann nicht erzwungen werden. Respekt ist eine Form der Wertschätzung, ein Geschenk der Aufmerksamkeit und der Ehrerbietung. Respekt ist nur da möglich, wo sich ein Mensch frei dazu entscheidet, seine Wertschätzung und seine Aufmerksamkeit zu schenken.“

Die Entscheidung des Hamburger Presseball, ein „rauschendes Fest im Hotel Atlantic Kempinski“ zu feiern, ist nicht mit Respekt gefallen. Der Name des Hotels erinnert an den Weinhändler Berthold Kempinski, der in Berlin im Jahr 1872 einen Imbiss mit Weinprobierstube in der Friedrichstraße 76 eröffnete. Im Jahr 1927 wurde ein weiteres Weinhaus am Kurfürstendamm 27 eröffnet. Dort steht heute das Hotel Bristol. Das Weinhaus Kempinski ging am 1. Mai 1937 mit allen seinen Betrieben unter Billigung der zuständigen Partei-Dienststellen in sogenannte „arische“ Hände über. Viele Angehörige der einst erfolgreichen Kempinskis wurden von den Nazis verfolgt und in Konzentrationslagern ermordet. Berthold Kempinskis Enkel Friedrich Unger errichtete 1951 ein Hotel auf dem rückgeführten Grundstück am Kurfürstendamm 27. Das Hotel Kempinski wurde 1952 eröffnet. Friedrich Unger verkaufte 1953 seine Anteile und den Namen Kempinski an die Hotelbetriebs-AG. Ein Hotel dieser Aktiengesellschaft steht in Hamburg und dort wird jetzt am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus ausgelassen getanzt.

Kann man machen. Wenn ich jedoch Tanzen und Auschwitz in einem Satz denke, dann nur in diesem Zusammenhang.

In diesem Video tanzt Adam Kohn zusammen mit seinen Kindern und Enkelkindern im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz. Adam Kohn hat Auschwitz überlebt.

Welchen Grund haben die Journalistinnen und Journalisten am 27. Januar 2018 zu tanzen? Was haben Sie überlebt?

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7 Antworten zu Tanzen am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

  1. davboe schreibt:

    Nein, kein 31.10. als Feiertag für einen Luther.
    Auch nicht ökumenisch oder interreligiös … das wäre auch dumm: Jemand, der „die Bibel allein“ zur Grundlage seiner „Reform“ gemacht hat, … das würde im Jahre 2018 ja nur radikale Religiöse hervorbringen. Hilfe!
    Da bewahre uns Gott / der gesunde Menschenverstand / die Politik vor!

  2. Deutschland bleibt sich treu: Der politisch-medialen „Elite“ gehen die NS-Opfer ebenso am Allerwertesten vorbei wie die unzähligen Opfer des islamischen Terrors sowie der muslimischen Masseneinwanderung und der mohammedanischen Juden- und Israel-Feindlichkeit. Viele dürften mindestens klammheimlich sogar Sympathien für die alten und neuen Antisemiten hegen. In der Gesamtbevölkerung sieht’s wohl genauso aus.

  3. caruso schreibt:

    Ein Musterbeispiel des Feingefühls. Es hätte mich nicht überraschen sollen, nachdem ich die
    deutsche Nahostpolitik, soweit aus Printmedien möglich, verfolge. Und auch, was die Politik gegen Antisemitismus tut. Nämlich nichts, außer Umfragen veranstalten und immer wieder erschüttert oder was Ähnliches zu sein. Manche Printmedien sind ein wenig besser. Auch nicht immer. Was kann man dann vom „Publikum“ erwarten?
    lg
    caruso

  4. Antje Aging schreibt:

    Großartig, Gerd! Danke!

  5. Heimchen am Herd schreibt:

    יעקב שוואקי | SHWEKEY | We Are A Miracle

    Am Israel Chai !

  6. Blogcrawler schreibt:

    Ein wunderbares Video. Danke, dass due es gepostet hast!

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